„Goatkraft & Granite“ Europe / UK – Tour 2026

HELLRIPPER, SCHIZOPHRENIA, SARCATOR 

13.04.2026, Arena Wien

HELLRIPPER Tour Poster

Eine ausverkaufte Show in der Arena Kleine Halle, ein Montagabend, der sich als sehr gelungener Start in die Woche für alle Anwesenden erwies. Drei leidenschaftliche Bands, jede mit eigenem Stil und Ansatz, vereint durch ihre energiegeladene Interpretation von Metal.

SARCATOR

Die schwedische Band SARCATOR, Vertreter eines Stils, der Thrash Metal mit einer Portion Black Metal und weiteren Einflüssen kombiniert, eröffnete ihr Set abrupt mit einer Explosion aus Wut und Aggression. Die Bühne der Kleinen Halle wirkte fast zu klein für die Band, ständig in Bewegung, springend, mit Musikern, die auch spielerisch miteinander agierten.

SARCATOR

So hektisch die Bewegung auf der Bühne war, so präsentierte sich auch die Musik. Chaotisch, rastlos, mit permanenten Tempowechseln und wechselnden melodischen Linien, wütende Riffs, gefolgt von plötzlichen, ruhigeren Momenten. Eine Musik, die stellenweise strukturiert wirkt, aber jederzeit in dissonante und unkontrollierte Passagen kippen kann.

Die Halle war bereits gut gefüllt und näherte sich zur Hälfte des Sets der Auslastung, einige Fans waren von Beginn an voll dabei, doch nach und nach ließ sich das gesamte Publikum von der Energie mitreißen. Die jungen Musiker rannten und sprangen bis zum Schluss, ihre Begeisterung wirkte ansteckend. Genau das, was ein Opener leisten soll: Energie freisetzen. Dazu kamen gute, eingängige Songs und eine starke technische Umsetzung. Ein kurzes, aber überzeugendes Set.

SCHIZOPHRENIA

Die Belgier von SCHIZOPHRENIA betraten als zweite Band des Abends die Bühne und legten ebenfalls direkt entschlossen und dynamisch los. Auch hier eine stilistische Mischung, diesmal aus Thrash und Death Metal, die Songs verbinden beide Genres auf kraftvolle Weise.

SCHIZOPHRENIA 01

Die Band ist längst kein Geheimtipp mehr, trotz einer überschaubaren Diskografie mit einem Full-Length und zwei EPs verfügen sie über genügend starkes Material für eine überzeugende Show. Sie führten die Linie des Abends fort und lieferten Energie, ein sehr interaktiver Frontmann animierte das Publikum, und der erste Moshpit ließ nicht lange auf sich warten.

SCHIZOPHRENIAGute Rhythmen, prägnante Riffs, unnachgiebiges Schlagzeugspiel, eine solide Rhythmussektion und markante Vocals zwischen Growls und Shouts – eine Band, deren Mitglieder gut ineinandergreifen. Auch Coverversionen fanden ihren Platz im Set, Klassiker aus dem Death- und Thrash-Bereich, stets mit eigener Note interpretiert. Die Songs gingen fließend ineinander über, die Performance wirkte geschlossen und eingespielt. Brutal und technisch zugleich.

Auch auf der Bühne herrschte permanente Bewegung, der Sänger wechselte ständig die Mikrofone und Positionen. Diese Energie übertrug sich direkt auf das Publikum, die Verbindung zwischen Band und Crowd war deutlich spürbar. Eine einfache, aber effektive Mischung, die hervorragend funktionierte. Ein Set voller Dynamik und eine starke Performance.

HELLRIPPER

Der unangefochtene Headliner des Abends ist HELLRIPPER aus Schottland, das Ein-Mann-Projekt von James McBain, der im Studio für alles verantwortlich ist, live jedoch mit kompletter Band auftritt. McBain zeigte sich nicht nur am Merch-Stand, sondern auch vor der Show als nahbarer und humorvoller Gesprächspartner.

HELLRIPPER

Der Auftritt begann mit „All Hail the Goat“, einem der bekanntesten Songs der Band, dessen Titel zugleich als Motto fungiert. Sofort sprang der Funke über, die Menge reagierte mit Headbanging und lautstarker Begeisterung – ein äußerst gelungener Einstieg. HELLRIPPER haben sich über die Jahre konstant entwickelt, wenig überraschend, da bereits die frühen Veröffentlichungen ihr Potenzial angedeutet haben.

HELLRIPPERHELLRIPPER präsentieren im Rahmen der „Goatkraft & Granite“ Europe / UK – Tour 2026 ihr aktuelles Album „Coronach“, das erst vor wenigen Wochen erschienen ist und zu den interessanteren Veröffentlichungen des Jahres zählt. Ein Album, das auf subtile Weise die Entwicklung im Projekt von James McBain unterstreicht. Nach und nach weichen die einfacheren, von purer Freude und Euphorie getragenen Strukturen der frühen Veröffentlichungen komplexeren und ausgefeilteren Kompositionen. Keine radikale Veränderung, und auch keine, die der Wirkung oder Intensität der Musik schadet.

Die Songs des aktuellen Albums nahmen einen entsprechend großen Teil der Setlist ein, was jedoch in keiner Weise negativ auffiel, da durchweg starkes Material präsentiert wurde. Insgesamt wirkte das Set ausgewogen und zeigte die verschiedenen Entwicklungsphasen der Band. Zwischen den Songs suchte McBain immer wieder den Kontakt zum Publikum, streute humorvolle Momente ein und spielte kurz Rock’n’Roll an, nur um direkt danach daran zu erinnern, dass man hier ist, um „hail the goat“ zu zelebrieren – woraufhin unmittelbar wieder infernale Rhythmen und Riffs einsetzten.

HELLRIPPEREin sehr sympathischer und unterhaltsamer Musiker, der seine Spielfreude unverändert bewahrt hat und diese auch spürbar an das Publikum weitergibt. Man hat jederzeit den Eindruck, jemandem zuzusehen, der genau das tut, was er liebt.

Mit „The Affair of the Poisons“ wurde es intensiver, ein weiterer Favorit, der sofort Reaktionen hervorrief. Neben dem bereits laufenden Circle Pit kamen Stage Diving und Crowd Surfing hinzu, die Energie im Raum entlud sich vollständig. Trotz Montagabend entwickelte sich die Atmosphäre in eine ungebremste Richtung.

Das Set setzte sich mit alten und neuen Songs fort, die durchweg überzeugten. Technisch auf hohem Niveau, mit einem sehr guten Sound in der Kleinen Halle – druckvoll und klar. Die Songauswahl und Dramaturgie funktionierten hervorragend. Gegen Ende erreichte das Konzert seinen Höhepunkt: „The Nuckelavee“ wurde stark aufgenommen, gefolgt von „Bastard of Hades“ und „Demdike“, die als Abschluss perfekt funktionierten. Gerade die älteren, direkteren Stücke entfalteten dabei die größte Wirkung.

Ein rundum gelungener Abend in der Arena. Alle Bands lieferten ab, und der Headliner bestätigte seinen Status als einer der interessantesten Namen im aktuellen Metal. Musik, mit spürbarer Freude gespielt, die sich unmittelbar auf das Publikum übertrug. HELLRIPPER gelingt es weiterhin, genau diese Energie zu transportieren – und für einige Stunden aus einem Montagabend ein intensives Konzerterlebnis zu machen.

Setlist

01. All Hail the Goat
02. Kinchyle (Goatkraft and Granite)
03. Hell’s Rock ’n‘ Roll
04. Goat Vomit Nightmare
05. The Hanging Tree
06. The Affair of the Poisons
07. Warlocks Grim & Withered Hags
08. Within the Everlasting Hellfire
09. Mortercheyn
10. Hunderprest
11. The Nuckelavee
12. Bastard of Hades
13. Demdike (In League with the Devil)

HELLRIPPER

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