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HELL TREPANNER – The Consecration Of Eternal Impurity

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cover artwork HELL TREPANNER The Consecration Of Eternal Impurity
cover artwork HELL TREPANNER The Consecration Of Eternal Impurity

Band: HELL TREPANNER 🇵🇪
Titel: The Consecration Of Eternal Impurity
Label: Awakening Records
VÖ: 20/03/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Profane Sacramentum
02. Supremacy Of Obscurity
03. Rain Of Impaled Skulls
04. From Perpetual Catacombs
05. Overlords Enthroned By Darkness
06. Immersed in Malevolence
07. Barbaric Desecrator
08. Blaspheming In Primordial Tongues
09. Descend To The Eternal Funeral

Besetzung

Max Necromanza – Vocals, Bass
Neil Destructor – Guitars
Manolo Agressor – Drums

Bewertung:

4/5

The Consecration Of Eternal Impurity“ ist das Debütalbum der peruanischen Band HELL TREPANNER, eine Band, die von Anfang an „die Mission annahm, die Dunkelheit und rohe Brutalität des Genres zu bewahren„. Jetzt, nach mehr als einem Jahrzehnt im Dienst der Death Metal Szene, nach zwei Demos und einer EP, ist ihr erstes Full-Length endlich veröffentlicht.

Starkes Potenzial nach schwachem Intro

Zögernder Start mit dem Intro-Song „Profane Sacramentum„, ein kurzes Stück mit zweifelhafter und erzwungener Atmosphäre, eine finstere Stimme, dramatisch beeinflusst durch elektronische Transformationen. Aber „Supremacy Of Obscurity“ zeigt von Anfang an gutes Potenzial, mit solider Instrumentierung, guten Riffs und einer Lead-Gitarre, die permanente Akzente auf die melodische Linie setzt, ein Uptempo, das auch das technische Können der Bandmitglieder zeigt. Das Tempo wechselt, und wir haben auch einige langsamere Passagen, aber alle unterstreichen die technische und aggressive Dimension der Band. Gute Proportion zwischen Melodie und brutalen Sounds.

HELL TREPANNER entstehen aus den dunklen Tiefen des südlichen Lima, Peru, 2015 gegründet – das aktuelle Trio sind alle Gründungsmitglieder der Band: Max Necromanza für Vocals und Bass, Neil Destructor an Gitarren und Manolo Agressor hinter den Drums. Erst ein wichtiger Name im lokalen Underground, etablierten sie sich schnell als Kraft des peruanischen Extreme Metal.

Dieselbe Balance zwischen direkt und gut rhythmisiert in „Rain Of Impaled Skulls„, mit etwas melodischem und gut getaktetem Rhythmus, sehr technisch und mit konstantem und bestrafendem Sound. Im Gegenzug kommt „From Perpetual Catacombs“ langsamer und mit nicht sehr inspirierten Eröffnungsakkorden, eine dramatischere Komposition, aber zeigt eine schwächere Seite der Band – Doom/Death Metal passt nicht wirklich in die allgemeine Album-Stimmung, nicht mal, wenn der Rhythmus dynamischer wird. Der gute Flow vom Anfang wurde irgendwie verwässert. Gute und kraftvolle Passagen sind nur wenige, aber dort zeigen sie ziemlich gute Musikalität.

Roher Sound resoniert mit Old-School-Intention

Die Produktion ist eine typische für das Genre, und im Fall von HELL TREPANNERs Debütalbum eine ziemlich ausgewogene – die Vocals nehmen den wichtigsten Anteil des Sounds ein, aber Gitarren sind auch wichtig im Gesamtbild. Drums sollten mehr im Vordergrund sein für bessere Dynamik, dasselbe kann über den Bass-Beitrag gesagt werden. Dennoch resoniert der ziemlich rohe Sound sehr gut mit der Band-Intention, Old-School zu klingen.

Der nächste Song „Overlords Enthroned By Darkness“ kehrt zu besserem und direkterem Ansatz zurück, schnell, solide Riffs und eine bessere Komposition. Kürzer, aber kondensierter, ohne die unnötigen atmosphärischen Momente. Infernalisch, aggressiv, guter Rhythmus, lässt die Doom-durchzogenen Momente hinter sich, ihr Sound kehrt zu morbide und einer vollen und beeindruckenden Instrumentierung zurück.

Dissonant und gnadenlos „Immersed in Malevolence„, ohne melodische Gimmicks, nur brutal und wild, ein guter Headbanger. Sehr entschlossener Ansatz, Gitarren sind nur bestrafend mit simplen, aber effizienten Riffs oder ergänzen das mit kurzen, aber aggressiven Solos. „Barbaric Desecrator“ bringt einen technischeren Ansatz zurück, bleibt aber insgesamt dissonant und sehr direkt. HELL TREPANNER zeigen ihre natürliche Musikalität sowohl in komplexen Ansätzen als auch in simplem und direktem Death Metal und haben auch eine flüssige Art, zwischen diesen verschiedenen Sounds zu wechseln.

Vielseitigkeit als natürliche Stärke

Der gute Ansatz und Sound setzt sich fort in „Blaspheming In Primordial Tongues„, höllische Vocals zwischen Flüstern und Growling in tiefen Tönen, gnadenlose Drums und imposante Gitarren. Alternierende Tempos bringen Dynamik, und wir haben insgesamt einen beeindruckenden Song – die verhallten Gitarrenakkorde setzen einen melodischen Akzent und bringen auch einen nostalgischen Touch in den Song. Ein Highlight des Albums.

Und der finale Song „Descend To The Eternal Funeral“ zeigt einmal mehr Technik und Zorn, solide Komposition, bestrafender Rhythmus und abrasiv. Die finalen Akkorde kehren zurück zu nur atmosphärischen Sounds, schließen den Kreis mit dem Eröffnungssong, aber diesmal ist die Atmosphäre und das Gefühl natürlicher und vervollständigt die ganze Klanglandschaft. Ein komplettes Werk.

Reife Band mit klarer Vision

Ein gutes Debüt von den Peruanern, ein Album mit nur wenigen schwachen Momenten, aber ansonsten kraftvoll und aggressiv, inspiriert und insgesamt ein solides Werk. Die Wurzeln von HELL TREPANNER-Musik im Old-School Death Metal werden in den Band-Kompositionen und dem Sound respektiert, sie schafften es, mit sehr guter Musik zu kommen, ohne zu imitieren oder zu kopieren. Nicht notwendigerweise revolutionär, aber authentisch und überzeugend.

The Consecration Of Eternal Impurity“ dient als nostalgischer Nicken ans goldene Zeitalter des Genres, bewahrt seine rohe Energie, während es zeitgenössische Trends und Themen oder einen zu modernen Sound vermeidet. Gute Atmosphäre und inspirierte Kompositionen – das Album präsentiert eine reife Band mit entschiedener Richtung und Ansatz, talentierte Musiker und dem Death Metal Spirit gewidmet.

Fazit: HELL TREPANNER bewahren mit „The Consecration Of Eternal Impurity“ die Dunkelheit des Death Metal – authentisch, kraftvoll und der Old-School treu.

Internet

HELL TREPANNER - The Consecration Of Eternal Impurity

FRUSTRATION – Vision of Infinite Tortures

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FRUSTRATION - Vision of Infinite Tortures - album cover
FRUSTRATION - Vision of Infinite Tortures - album cover

Band: FRUSTRATION 🇮🇹
Titel: Vision of Infinite Tortures
Label: Nova Era Records
VÖ: 19/03/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Intro
02. Spiral of Ashes
03. Creeping Shadows
04. Inner Abyss
05. Chains of The Soul
06. The Dance of Desires
07. My Prison
08. Vision of Infinite Tortures
09. The Game of Power
10. Broken Soul
11. Big Eyes (Bonus track)
12. My Demons (Bonus track)
13. El Alma del Desierto (Bonus track)

 

Besetzung

Hirpus – Guitar & vocals
Milkman – Bass
Chris Anthem – Drums

 

Bewertung:

4/5

Death Metal aus der Tiefe der Dunkelheit

FRUSTRATION liefern mit »Vision of Infinite Tortures« einen puren Death-Metal-Trip, der sowohl eingefleischte Fans als auch neugierige Hörer anspricht. Das Trio besteht aus Hirpus (Gitarre & Vocals), Milkman (Bass) und Chris Anthem (Drums). Gemeinsam schaffen sie eine Klangwelt, die hart, kompromisslos und gleichzeitig überraschend variabel ist. Die Band verzichtet auf unnötigen Schnickschnack, ihr Fokus liegt auf roher Intensität und komplexen Strukturen.

Das Album bewegt sich konsequent im Death-Metal-Genre, durchdrungen von frickeligen Riffs, blast beats und düsteren Melodien. Die Atmosphäre ist von einer beklemmenden Frustration geprägt, die sich durch die gesamte Spielzeit zieht. Die Band gelingt es, die Themen des Leidens und der unendlichen Qual in einer musikalischen Sprache zu vermitteln, die sowohl aggressiv als auch atmosphärisch tiefgehend ist.

Klanglandschaften zwischen Chaos und Präzision

Schon das eröffnende »Intro« legt die Atmosphäre der Platte fest. Düster, drückend, mit einem Hauch von Ritualistik, stellt es die Weichen für das, was kommt. »Spiral of Ashes« folgt mit druckvollem Riffing und komplexen Schlagzeugfiguren, die Chris Anthem souverän auskostet. Besonders auffällig ist die Tightness des Trios, trotz der dicht gepackten Arrangements bleibt jeder Part klar hörbar. Milkmans Bassarbeit stützt das Fundament, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und Hirpus’ Vocals sind eine Mischung aus gutturaler Aggression und gelegentlichen akzentuierten Schreien, die die Songs emotional aufladen.

»Inner Abyss« und »Chains of The Soul« zeigen die Fähigkeit der Band, trotz der massiven Härte Dynamik zu erzeugen. Zwischen schnellen, technisch anspruchsvollen Passagen finden sich melancholische Breaks, die den Hörer kurz durchatmen lassen, bevor die Wucht wieder einsetzt. Besonders »Chains of The Soul« überrascht mit melodischen Zwischenspielen, die im Kontext eines Death-Metal-Albums fast schon episch wirken.

Titeltrack als Herzstück

Der Namensgeber des Albums, »Vision of Infinite Tortures«, ist das zentrale Statement von FRUSTRATION. Der Song vereint alle Stärken der Band: treibende Riffs, präzises Drumming, dichte Atmosphäre und eine fast greifbare Bedrohlichkeit. Hier zeigt sich, wie sehr die Musiker an ihrer Soundästhetik gefeilt haben – der Song wirkt ausgewogen und durchdacht, ohne den Eindruck von kalkulierter Technik zu hinterlassen. Gerade in den langsameren Passagen erzeugt das Zusammenspiel von Bass und Gitarre einen dunklen Sog, der den Hörer in den Abgrund zieht.

Auch die textliche Komponente trägt zur Intensität bei. Themen wie innere Konflikte, Machtspiele und seelische Gefangenschaft werden nicht nur oberflächlich angerissen, sondern in den Songs konsequent durchgehalten. Dies verleiht der Platte eine narrative Dichte, die sie von bloßen Speed- und Brutalitätsübungen abhebt.

Abwechslung durch Bonusmaterial

Die Bonus-Tracks erweitern das Albumkonzept, ohne überladen zu wirken. »Big Eyes« bringt eine leicht experimentelle Note ein, während »My Demons« und »El Alma del Desierto« tiefer in die psychologische und emotionale Dimension der Band eintauchen. Besonders »El Alma del Desierto« fällt durch eine spürbare orientalische Note im Gitarrenspiel auf, die den Hörer unerwartet aus den europäischen Death-Metal-Gefilden hinausführt.

Produktion und Sounddesign

Die Produktion ist klar, druckvoll und lässt jedes Instrument atmen. Gerade in einem Genre, das leicht zu einem dichten Klangbrei verkommt, ist das entscheidend. Gitarren, Bass und Schlagzeug sind sauber getrennt, und auch Hirpus’ Vocals stehen prominent, ohne den Rest zu übertönen. Insgesamt klingt das Album modern, aber nicht steril – der rohe Charme bleibt erhalten.

»Vision of Infinite Tortures« ist ein starkes Death-Metal-Statement. FRUSTRATION balancieren technische Präzision mit roher Intensität und schaffen so eine Platte, die sowohl brutal als auch emotional packend ist. Die Songs sind abwechslungsreich, der Sound tight und die Arrangements durchdacht. Kleine Experimente in den Bonus-Tracks lockern das Gesamtbild auf, ohne das Konzept zu verwässern.

Mit 4 von 5 Punkten verdient sich das Album eine klare Empfehlung für Fans des Genres, die Wert auf musikalische Tiefe, gute Produktion und eindringliche Atmosphäre legen. FRUSTRATION zeigen hier, dass sie mehr als nur eine weitere Death-Metal-Band sind. Sie liefern ein Hörerlebnis, das nachhallt.

Fazit: FRUSTRATION gelingt mit »Vision of Infinite Tortures« ein beeindruckendes Statement im Death-Metal-Genre.

Internet

FRUSTRATION - Vision of Infinite Tortures - CD Review

URNE – Interview

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Urne-Band-Photo

Interview: Charlene / Fotos: Band, Promo Material

Mit „Setting Fire To The Sky“ haben die Londoner URNE ein Album veröffentlicht, das ihre Sludge- und Doom-Wurzeln konsequent weiterdenkt und zugleich neue Facetten ihres Sounds offenbart. Wuchtige Riffs, technische Präzision und eine düstere Atmosphäre ziehen sich durch die Platte, während eingängige Strukturen und überraschende stilistische Ausbrüche dem Material zusätzliche Dynamik verleihen. Nach den ambitionierten Vorgängern „Serpent & Spirit“ und „A Feast on Sorrow“ zeigt sich die Band reifer und fokussierter – ohne dabei an Intensität zu verlieren.

Wir nutzten die Gelegenheit für ein Interview mit URNE, um über ihr neues Album zu sprechen. Gitarrist Angus Neyra und Sänger/Bassist Joe Nally gewähren uns Einblicke in die Entstehung von „Setting Fire To The Sky“. Sie sprechen über ihren Songwriting-Prozess, die Zusammenarbeit mit MASTODONs Troy Sanders und verraten, worauf sie sich bei ihren kommenden Festivalauftritten am meisten freuen.

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurer neuen Veröffentlichung und vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt! Natürlich würde ich euch gerne ein paar Fragen zu „Setting Fire To The Sky“ stellen und bin gespannt auf eure Antworten! Zuerst würde ich gerne mehr über die Entstehung von „Setting Fire To The Sky“ erfahren. Was waren eure musikalischen und lyrischen Einflüsse für das neue Album?

Angus: Danke, dass du dir Zeit für unser neues Album nimmst. Musikalisch lassen wir uns von einer großen Bandbreite an Musik inspirieren, wobei Metal im Zentrum von allem steht. Es war interessant zu hören, mit welchen Bands die Hörer uns vergleichen und welche Einflüsse sie bei uns vermuten – manche liegen ziemlich nah dran, andere eher weniger!

Joe: Wir wissen, wen wir mögen, und viele unserer Helden sind dieselben, seit wir Kinder sind. Ich kann aber sagen, dass ich beim Schreiben der Vocals viel Soulmusik gehört habe.

Wie lief der Schreibprozess ab?

Angus: Der Schreibprozess kann manchmal anspruchsvoll und herausfordernd sein, aber auf eine gute, produktive Weise. Wir sind keine Band, die sich mit dem ersten Riff oder der ersten Idee zufriedengibt. Es beginnt immer mit einer Grundidee, die wir dann immer wieder überarbeiten, bis sich Songs und Struktur für uns richtig anfühlen. In unseren Songs steckt auch immer eine gewisse Selbstreflexion – wir schauen, wovon wir vielleicht zu viel haben oder was einem Song noch fehlt. Zum Beispiel: Ist ein Song zu repetitiv, zu simpel oder zu kompliziert? Für uns lohnt es sich, so lange daran zu feilen, bis er für uns perfekt ist.

Joe: Angus und ich schreiben die gesamte Musik. Angus hat auf diesem Album wirklich extrem viel geschrieben – der wahre MVP der Platte.

Was waren einige der Herausforderungen?

Angus: Bei diesem Album ging es darum, alles zu straffen und sicherzustellen, dass es keinen Füllstoff gibt. Eine der größten Herausforderungen lag bei den kürzeren Songs der Platte. Wie können wir musikalisch und lyrisch in kürzerer Zeit das ausdrücken, was wir sagen wollen? Das bedeutet aber nicht, dass die längeren Songs leichter zu schreiben waren. Sie bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich, etwa sicherzustellen, dass jede Passage und jedes Riff einen Zweck innerhalb des Songs hat und die längere Laufzeit gerechtfertigt wirkt.

Was hebt dieses Album eurer Meinung nach vom Rest eurer Diskografie ab?

Angus: Ich habe das Gefühl, dass dieses Album vom ersten Hören an unser einprägsamstes und eingängigstes ist, ohne dabei an Härte einzubüßen. Joe hat einige großartige Ohrwürmer bei den Vocals geschrieben – genau das, was man braucht, um die Hörer zu packen. Die Reaktionen auf das Album spiegeln das auch wider.

Joe: Ich denke, das ist der beste Mix, den wir bisher hatten. Man kann alle Instrumente klar heraushören. Auf den letzten beiden Alben ging der Bass etwas unter, daher bin ich froh, dass wir das korrigiert haben. Außerdem hat dieses Album im Vergleich zu den letzten beiden einen echten Spaßfaktor.

Nachdem ich „Setting Fire To The Sky“ ein paar Mal gehört habe, fiel es mir trotzdem schwer, den Stil des Albums kurz und knapp zu definieren. Wie würdet ihr ihn beschreiben?

Angus: Ich würde es einfach als Metal definieren!! Es ist unsere gemeinsame Liebe zur Musik, die in diesen Songs steckt. Solange das Album bei den Menschen etwas auslöst und sie eine Verbindung dazu spüren, ist das für uns das Wichtigste.

Persönlich finde ich das Albumcover sehr schön. Was war eure Inspiration dafür und wer hat es gemacht?

Joe: Als wir den Albumtitel im Kopf hatten, habe ich sofort angefangen mir vorzustellen, wie das Cover aussehen könnte. Am liebsten hätte ich jemanden auf einen Berg fliegen lassen, um dort das Foto zu machen – man darf ja träumen. Aber als unser Label Dan Zollinger vorgeschlagen hat und wir gesehen haben, wie sich das Artwork entwickelt, waren wir alle umgehauen. Die Farben sind perfekt!!URNE – Setting Fire to the Sky - Artwork

Der Song „Harken the Waves“ enthält einen Gastbeitrag von MASTODONs Troy Sanders. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?

Joe: Ein bisschen Hilfe von unserem Label – und auch von Johann (der das Album gemischt hat). Er ist der Soundtechniker für GOJIRA und MASTODON und hat Troy kurz darauf angesprochen. Aber wir wussten, dass der Song ihn umhauen musste – und zum Glück hat er das!

Ihr habt bereits angekündigt, dass ihr diesen Sommer auf einigen Festivals spielen werdet. Auf welche neuen Songs freut ihr euch besonders, sie live zu spielen?

Angus: Wir haben bereits einige der Singles wie „Be Not Dismayed“ und „The Spirit, Alive“ bei unserer EU-Tour im Februar ins Set aufgenommen, und sie machen live richtig Spaß und klingen riesig. Trotzdem wollen wir auch einen Teil des Sets als Überraschung behalten. Vielleicht schmuggeln wir ja auch den Titeltrack des neuen Albums hinein – ihr werdet es sehen.

Auf welche Bands freut ihr euch selbst am meisten, sie auf eurer Sommer-Festival-Tour live zu sehen – und vielleicht auch zu treffen?

Angus: Auf Festivals haben wir immer Spaß daran, einige unserer Lieblingsbands zu sehen und vielleicht sogar unsere Helden zu treffen. Wir freuen uns darauf, zu Festivals wie Summer Breeze und Dynamo zurückzukehren, aber ein großes Highlight für uns ist die Rückkehr von NEVERMORE bei Bloodstock. Es wäre cool, Jeff Loomis zu treffen – und allein schon mit ihnen auf derselben Bühne zu stehen, ist ein Privileg.

Joe: NEVERMORE! Mehr brauche ich nicht und mehr will ich nicht, haha!

Zum Schluss würde ich gerne noch wissen: Was steht als Band noch auf eurer Bucket List? Das kann ein persönliches Ziel sein, eine Venue, in der ihr gerne spielen würdet, oder etwas Ähnliches.

Angus: Jeder, der mich persönlich kennt, weiß, dass ich eine besondere Verbindung zum Shepherd’s Bush Empire und zum Hammersmith Apollo in London habe – beides ikonische Venues, in denen ich aufgewachsen bin und viele Konzerte gesehen habe. Dort zu spielen wäre etwas ganz Besonderes. Natürlich wäre es auch ein absoluter Bucket-List-Moment für uns, mit Giganten wie METALLICA auf Tour zu gehen.

Joe: Genau das, was Angus gesagt hat! Davon träumen wir, seit wir die Band gegründet haben.

Das war’s! Vielen Dank für eure Zeit. Möchtet ihr noch etwas hinzufügen oder den Leserinnen und Lesern unseres Magazins noch etwas mit auf den Weg geben?

Angus: Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, unser neues Album zu hören. Wir sind wirklich stolz darauf und dankbar für jeden, der die Band unterstützt, zu Shows kommt oder auf seine eigene Weise eine Verbindung zur Musik aufbaut. Hoffentlich sehen wir uns bald auf der Straße – wir freuen uns darauf, euch diese Songs live und noch härter zu präsentieren.

URNE – Interview

IN RUINS – We Are All To Perish

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IN RUINS - We Are All To Perish - album cover
IN RUINS - We Are All To Perish - album cover

Band: IN RUINS 🇷🇴
Titel: We Are All To Perish
Label: Meuse Music Records
VÖ: 13/03/26
Genre: Funeral Doom/Death Metal

Tracklist

01. I’m Tired of Living in My Land
02. I Do Not Regret and I Do Not Shed Tears
03. We’ll Depart This World for Ever, Surely
04. Farewell

 

Besetzung

Urmuz – Vocals, Guitars, Bass
St. Oliver – Drums

Guest vocals:
Dr. Schnabel on „We’ll depart this world for ever, surely“
Lycan on „I’m tired of living in my land”
Anca Bendis on ”We’ll depart this world for ever, surely” and “Farewell”

 

Bewertung:

3,5/5

Funeral-Doom in Reinform

Die rumänische Formation IN RUINS hat mit ihrem Debüt-Album »We Are All To Perish« ein Werk abgeliefert, das sich zwischen Funeral-Doom und Death-Metal bewegt. Gegründet von Urmuz (Vocals, Gitarre, Bass) und unterstützt von St. Oliver am Schlagzeug, zeigen sie, dass sie auf bedrohliche Atmosphäre und tiefe, drückende Klanglandschaften setzen. Das Album umfasst vier epische Tracks, die die Band als Ausdruck von Verzweiflung, Verlust und existenzieller Erschöpfung charakterisieren.

Düstere Klangwelten

Der Opener »I’m Tired of Living in My Land« legt sofort die Tonalität des Albums fest. Ein schleppender Rhythmus, verzerrte Gitarren, die sich durch drückende, fast greifbare Melancholie ziehen, und Urmuz’ kehliger Gesang erzeugen ein Gefühl der Erschöpfung und Resignation. Gastvokalist Lycan verstärkt die düstere Dimension des Tracks und ergänzt die ohnehin schwere Stimmung um zusätzliche Textur.

»I Do Not Regret and I Do Not Shed Tears« folgt nahtlos. Hier dominieren schleppende Gitarrenriffs, die sich langsam aufbauen, bis sie in einem rhythmischen Zusammenbruch gipfeln. Die Produktion von Andrei Jumugă im Consonance Studio trägt viel zur bedrückenden Atmosphäre bei. Jeder Schlag auf die Becken, jeder Bassanschlag scheint genau kalkuliert, um die depressive Stimmung zu verstärken. Die Mischung und das Mastering verleihen den einzelnen Instrumenten Klarheit, ohne die dunkle Grundstimmung zu verwässern.

Finale und Gastauftritte

»We’ll Depart This World for Ever, Surely« markiert den emotionalen Höhepunkt des Albums. Mit Gastgesängen von Dr. Schnabel und Anca Bendis wird die ohnehin erdrückende Stimmung auf eine fast kathartische Ebene gehoben. Die Songs entfalten sich hier wie düstere Erzählungen, in denen jeder Ton und jedes Crescendo ein Statement von Vergänglichkeit und Endlichkeit ist. Die Mischung aus Funeral-Doom und Death-Metal ist hier besonders intensiv spürbar. Das langsame, zähe Tempo trifft auf aggressive, fast schneidende Gitarrenläufe.

Der Abschluss »Farewell« schließt den Kreis. Anca Bendis bringt hier mit ihrem Gesang eine melancholische Leichtigkeit, die das Album sanft ausklingen lässt. Trotz des langsamen Tempos verliert die Komposition nie an Spannung. Die Instrumentierung bleibt komplex, die Gitarrenlinien sind verzweifelt schön, und St. Olivers Schlagzeug treibt die Tracks in einem hypnotischen, fast unerbittlichen Rhythmus voran.

Produktion und Sounddesign

Die Produktion des Albums ist sorgfältig durchdacht. Andrei Jumugă versteht es, jede Stimme und jedes Instrument klar hörbar zu machen, während er gleichzeitig die dunkle, dichte Atmosphäre bewahrt. Besonders die Gastvokalisten fügen sich nahtlos in das Klangbild ein, ohne dass die Grundstimmung leidet. Die Abmischung ist sauber, das Mastering druckvoll, und die akustische Tiefe lässt den Hörer das Gefühl haben, mitten im Raum mit der Band zu stehen.

Atmosphäre und Konzept

»We Are All To Perish« ist kein leicht zugängliches Album. Es verlangt Geduld, Aufmerksamkeit und ein gewisses Maß an Bereitschaft, sich auf die Langsamkeit und Schwere einzulassen. Die Themen Müdigkeit, Abschied, Vergänglichkeit ziehen sich durch alle Tracks und machen das Album zu einem in sich geschlossenen, stimmungsvollen Gesamtkunstwerk. IN RUINS gelingt es, Funeral-Doom nicht nur als Musikrichtung zu bedienen, sondern als Erlebnis, das körperlich spürbar ist.

Mit 3,5 von 5 Punkten zeigt das Album sowohl Stärken als auch kleine Schwächen. Die Musik ist emotional intensiv und handwerklich solide, doch das langsame Tempo und die konsequent düstere Stimmung könnten für manche Hörer ermüdend wirken. Wer jedoch bereit ist, sich auf die Tiefe der Songs einzulassen, findet hier ein Album, das lange nachhallt.

IN RUINS liefern mit »We Are All To Perish« ein Werk ab, das für Fans von Funeral-Doom und Death-Metal genau das Richtige ist. Langsam, schwer und melancholisch, aber voller Details und Atmosphäre. Das Album ist ein Beweis dafür, wie man in einer scheinbar endlosen Dunkelheit musikalische Schönheit findet.

Fazit: »We Are All To Perish« von IN RUINS ist ein beeindruckendes Beispiel für die emotionale Kraft des Funeral-Doom/Death-Metal.

Internet

IN RUINS - We Are All To Perish - CD Review

YEAST MACHINE – Bad Milk

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YEAST MACHINE - Bad Milk - album cover
YEAST MACHINE - Bad Milk - album cover

Band: YEAST MACHINE 🇩🇪
Titel: Bad Milk
Label: Noisolution
VÖ: 20/03/26
Genre: Stoner Rock, Grunge, Psychedelic Rock

Tracklist

01. Globalized Condolences
02. Falling Rocks (feat. The Red Flags)
03. Bad Milk
04. Foreshadowing
05. Dust On The Radio
06. Feeding Poison To The Spiders Was Never Really My Thing
07. Karthago
08. Honey & Sweat
09. Wobbly Wizard
10. The Golden Cage

 

Besetzung

Fabian Köninger – Guitar & Vocals
Tobias Köninger – Guitar & Vocals
Benjamin Frenzel – Vocals
Jonas Bischof – Drums
Marcel Gundlach – Bass

 

Bewertung:

4/5

Die fünfköpfige Formation YEAST MACHINE bewegt sich stilistisch irgendwo zwischen staubigem Stoner-Rock, schmutzigem Grunge und psychedelischen Ausflügen. Hinter dem Namen stehen Fabian Köninger (Gitarre, Gesang), Tobias Köninger (Gitarre, Gesang), Benjamin Frenzel (Gesang), Jonas Bischof (Drums) und Marcel Gundlach (Bass). Drei Stimmen, zwei Gitarren und eine Rhythmussektion, die eher drückt als begleitet. Mit ihrem Album »Bad Milk« legt die Band eine Platte vor, die bewusst unpoliert wirkt und genau daraus ihre Wirkung zieht.

Druck und Atmosphäre

Schon die kurze Einleitung »Globalized Condolences« deutet an, wohin die Reise geht. Ein düsteres Klangbild baut Spannung auf, bevor »Falling Rocks« direkt in die Vollen geht. Der Song wirkt wie ein kontrollierter Zusammenstoß aus fuzzigen Gitarren, schweren Riffs und einem Rhythmus, der konsequent nach vorne drängt. Die Gaststimmen von THE RED FLAGS verleihen dem Stück zusätzliche Rauheit.

Diese Mischung aus Druck und Atmosphäre zieht sich durch das gesamte Album. Die Gitarren sind breit und leicht verschwommen produziert, was hervorragend zum psychedelischen Unterton passt. Gleichzeitig bleibt der Sound erdig genug, um im Stoner-Rock-Fundament zu verankern.

Drei Stimmen, ein Charakter

Ein zentrales Merkmal der Platte sind die drei Sänger. Statt klassischer Rollenverteilung entsteht ein Wechselspiel. Mal übernimmt eine Stimme die Führung, mal verschmelzen sie zu einem gemeinsamen Klangbild. Besonders im Titeltrack »Bad Milk« funktioniert das sehr gut. Der Song entwickelt eine dunkle, fast hypnotische Stimmung, während sich die Stimmen über einem schweren Groove abwechseln.

Auch »Foreshadowing« zeigt diese Dynamik. Hier arbeitet die Band stärker mit Spannungsaufbau. Leisere Passagen öffnen Raum für Hall und Echo, bevor die Gitarren wieder in massiven Wänden zurückkehren.

Wenn Staub auf den Lautsprechern liegt

Ein Highlight des Albums ist »Dust On The Radio«. Der Song lebt von einem schleppenden Rhythmus und einer Gitarrenarbeit, die stark an klassische Desert-Rock-Produktionen erinnert. Gleichzeitig bringt die Band genug eigene Ideen ein, um nicht in bloßer Genre-Routine zu landen.

Noch experimenteller wird es bei »Feeding Poison To The Spiders Was Never Really My Thing«. Schon der Titel zeigt eine gewisse Lust am Absurden. Musikalisch pendelt das Stück zwischen ruhigen, beinahe psychedelischen Momenten und eruptiven Ausbrüchen. Genau solche Tracks geben der Platte Tiefe.

Historische Anspielungen und Groove

»Karthago« gehört zu den Songs, die besonders durch Rhythmus funktionieren. Der Bass arbeitet hier auffällig melodisch und trägt das Stück gemeinsam mit den Drums. Die Gitarren setzen eher Akzente als dauerhaften Druck. Das Ergebnis ist ein Song, der sich langsam aufbaut und erst im letzten Drittel richtig explodiert.

Danach folgt mit »Honey & Sweat« ein vergleichsweise direkter Track. Kürzer, kompakter und mit einem Refrain, der im Ohr bleibt. Hier zeigt sich, dass die Band durchaus ein Gespür für zugängliche Strukturen besitzt, ohne ihre raue Ästhetik aufzugeben.

Psychedelische Schräglage

Spätestens bei »Wobbly Wizard« kippt das Album deutlich in Richtung Psychedelic-Rock. Gitarrenlinien schwanken bewusst leicht neben dem Takt, Effekte wabern im Hintergrund und die Stimmen wirken fast entrückt. Dieser Song dürfte live besonders interessant funktionieren, weil er viel Raum für Improvisation lässt.

Den Abschluss bildet »The Golden Cage«. Ein passender Schlusspunkt, der mehrere Elemente des Albums zusammenführt: schwere Riffs, mehrstimmigen Gesang und eine leicht düstere Grundstimmung. Der Track wirkt wie ein langsames Ausfaden der zuvor aufgebauten Klangwelt.

Produktion: roh, aber bewusst

Die Produktion von »Bad Milk« wirkt nicht glattgebügelt. Gitarren rauschen leicht, die Drums klingen direkt und manchmal fast trocken. Genau dieser Ansatz passt jedoch gut zur Musik. Statt sterilem Studioglanz entsteht ein Eindruck, als würde die Band in einem leicht vernebelten Proberaum spielen.

Gerade im Stoner- und Grunge-Umfeld funktioniert diese Herangehensweise hervorragend. Der Sound bleibt greifbar und vermittelt Energie, die bei zu sauberer Produktion schnell verloren gehen würde.

»Bad Milk« ist kein Album für nebenbei. Die Songs entfalten ihre Wirkung erst, wenn man ihnen Zeit gibt. Wer auf schwere Gitarren, leicht psychedelische Klanglandschaften und eine gewisse Portion Rohheit steht, findet hier viel Material.

Die Stärke der Platte liegt in ihrer Atmosphäre und im Zusammenspiel der drei Stimmen. Nicht jeder Song zündet sofort, doch das Gesamtbild bleibt überzeugend. Besonders Tracks wie »Falling Rocks«, »Dust On The Radio« oder »Wobbly Wizard« zeigen das Potenzial der Band.

Mit vier von fünf Punkten positioniert sich das Album klar im oberen Bereich moderner Stoner- und Alternative-Produktionen. Für eine Band aus dem Underground ist das ein bemerkenswert selbstbewusster Schritt. Und vermutlich noch nicht das Ende der Entwicklung.

Fazit: Mit »Bad Milk« liefern YEAST MACHINE ein Album ab, das sowohl die Grenzen des Psychedelic und Grunge auslotet als auch eine klare Handschrift erkennen lässt.

Internet

YEAST MACHINE - Bad Milk - CD Review

PAPA NECROSE – Anthropomorphy Execution

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cover artwork PAPA NECROSE Anthropomorphy Execution
cover artwork PAPA NECROSE Anthropomorphy Execution

Band: PAPA NECROSE 🇧🇷
Titel: Anthropomorphy Execution
Label: Awakening Records
VÖ: 20/03/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Fall, Die, and Break
02. Hammered in the Mind
03. Disenchant Them
04. Between Voices and Fear
05. Anthropomorphy Execution
06. Bleeding Social Membrane
07. Eighteen Years Awake
08. Cathedral of Death
09. Silenced by Death
10. The Thousand Yard Gaze

Besetzung

Alessandro Necrose – Vocals
Danilo Vagner – Guitar
Éric Gusmão – Bass
Carlos Silva – Guitar
Luquian Silva – Drums

Bewertung:

4,5/5

Die brasilianische Death Metal Band PAPA NECROSE kehrt mit ihrem vierten Full-Length-Album „Anthropomorphy Execution“ zurück. Das Werk zeigt die Reife der Band, bewahrt ihren Stil, während es komplexe Kompositionen hervorhebt, beeinflusst von 90er Death Metal. Mit Texten, die Religion kritisieren und die Rolle des Katholizismus in humanitären Krisen und seiner historischen Entwicklung adressieren, zeigt sich eine Band mit Attitüde auf sowohl textlicher als auch musikalischer Dimension.

Überraschend starker Opener

Ein Album, das mit tiefer Basslinie und rhythmischen Riffs startet, ist immer ein gutes Versprechen. Und das ist genau, was „Fall, Die, and Break“ von Anfang an bringt – direkter und zorniger Death Metal. Surrende Gitarren, der Bass, der fortsetzt, gute Passagen zu liefern, verzweifelte Schreie, infernalische Growls. Sehr gutes Tempo, konstant, gequälte geschriene Vocals fügen eine massive und aggressive Klanglandschaft hinzu. Ein sehr schöner und überraschender Sound, ein sehr guter Opener für das Album und auch ein frühes Highlight des LP.

PAPA NECROSE kommen aus Salvador, Bahia, 2010 gegründet von Vocalist Alessandro Necrose und dem Duo von Gitarristen Danilo Vagner und Carlos Silva, später wurde das Lineup komplettiert von Éric Gusmão am Bass und Luquian Silva an Drums. Mit dem Wunsch, den Old-School Death Metal Sound in ihre Musik zu bringen, kamen sie auch mit ihrer eigenen persönlichen Note und machen ihre Musik authentischer.

Und die guten Dinge setzen sich fort – „Hammered in the Mind“ mit infernalischen Vocals nimmt den Hauptspot im Song ein. Auch wenn wir ein langsameres Tempo haben, kommt der Song mit einem Sound, der immer noch entschieden und effektiv ist. Neben dem beeindruckenden Bass und Riffs bringt ein melodisches Solo einen unerwarteten, aber sehr gut integrierten Wechsel in der Klanglandschaft. „Disenchant Them“ nimmt das Tempo wieder auf, und der gute Bass kehrt zurück, um den Hauptspot zu nehmen und dem ganzen Sound eine neue Dynamik zu geben. Auch eine inspirierte Komposition, rasende Vocals sind sehr dissonant. Atmosphärische Sounds, melodische, wechseln sich ab mit dem Haupt-Melodiethema.

Obituary-Anklänge in komplexeren Strukturen

Cinematische Momente in einem kurzen Intermezzo mit gruseligen Sounds, eine Horror-Film-Atmosphäre bringt „Between Voices and Fear„, und eine komplexere Klanglandschaft folgt im Titelsong „Anthropomorphy Execution„. Langsamer und mit schönen Obituary-Vibes. Alternierende Rhythmen und ein zu großer Akzent auf Lead-Gitarre verwässert irgendwie den Sound, aber sie gewinnen die Kontrolle über den Song in der zweiten Hälfte zurück, und die gute Richtung setzt sich fort, selbst mit einigen orientalischen Einflüssen in der Lead-Gitarre. Ein Song, wo sie vielleicht versuchten, zu viel zu zeigen – der simple und direkte Ansatz passt besser zum Band-Sound.

Die Produktion ist irgendwie gedämpft, roh, aber auch dieser Ansatz funktioniert sehr gut mit dem Band-Sound und Ansatz, ein von tiefen Frequenzen dominierter Sound, der Bass und Drums betont, aber auch die surrenden Riffs. Und in diesem Sound sind die Vocals perfekt integriert und gemixt.

Technischer ist „Bleeding Social Membrane„, mit einigen progressiven Einflüssen, aber ein sehr gutes Tempo, ausdauernde Riffs – wie erwähnt, ein simplerer Ansatz funktioniert viel besser mit PAPA NECROSE-Sound. Gutes Riffing, massive Rhythmussektion, sehr effiziente Vocals. Ein Vergnügen, eine Band zu hören, die ein simples, aber gutes Riff versteht und schätzt und in der Lage ist, einen Song darum zu bauen. Ein großartiger Headbanger, gnadenlos und unerbittlich, mit einem Solo, das die Riffs ergänzt und den Sound bereichert. Ein weiteres klares Highlight.

Komplexität ohne Monotonie

Ein komplexerer Ansatz kommt mit „Eighteen Years Awake„, chaotischer, aber mit einer vereinigenden Richtung, getragen von Vocals und auch von der Rhythmusgitarre, diesmal distanzierter. Lead-Gitarre viel mutiger und technischer in einer weiteren Passage, wo das technische Können dominiert. Ein leicht anderer Stil kommt mit „Cathedral of Death„, immer noch brutal, zeigt verschiedene Facetten der Band. Harshe Brüller, verhallt, und mehr Akzent auf einer melodischen Seite der Band, mit Wechseln in Tempo und Melodie.

Ambient, melodisch ist „Silenced by Death„, aber mit einem Gegengewicht von sehr wilden Riffs, bringt aber auch einen engelischen Chor und unterstreicht wieder die Komplexität dessen, was PAPA NECROSE mit „Anthropomorphy Execution“ zu bringen kommen. Der finale Song „The Thousand Yard Gaze“ beginnt mit einem Dialog zwischen Gitarren, bevor er sich in massives Drumming und verzweifelte Schreie verwandelt. Gnadenlose hämmernde Drums glänzen auf dem Song in einem Duett mit animalischen Growls, aber insgesamt ein introspektiverer Song, ruhiger und wechselt Melodie mit groovigem Rhythmus und finsteren Schreien.

Nie langweilig, immer fesselnd

Die Momente, in denen PAPA NECROSE an Obituary erinnern, sind viele auf dem Album, und nicht nur wegen der Vocals, die das Vocal-Timbre – sprich: bestialische Brüller – von John Tardy ähneln. Die ganze Klanglandschaft kommt sehr nah an die Florida-Meister, aber niemals eine Kopie von ihnen. Nicht überpoliert oder zu komplex, hält meist einen guten Rhythmus, effektiv und bestrafend.

Definitiv ein Album, das ein paar Spins von jedem Death Metal Fan verdient, aber auch von jedem, der extreme Musik in ihrer Simplizität und Direktheit schätzt. Ein sehr inspiriertes Werk, mit Songs, die mit sehr verschiedenen Ansätzen kommen und die Komplexität der PAPA NECROSE-Musik zeigen. Niemals wiederholend, mit neuen und sehr guten musikalischen Ideen, die in jeden Song fließen, mit so vielen unvergesslichen Momenten. Von simplen und direkten Songs zu komplexeren und geschickteren, eine ganze Palette musikalischer Ideen, niemals langweilig, eine interessante und fesselnde Erfahrung.

Fazit: PAPA NECROSE beeindrucken mit „Anthropomorphy Execution“ durch Vielfalt – von direkt und aggressiv bis komplex und technisch, fesselnd durchgehend.

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PAPA NECROSE - Anthropomorphy Execution

ASSIGNMENT – With The End Comes Silence

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ASSIGNMENT - With The End Comes Silence - album cover
ASSIGNMENT - With The End Comes Silence - album cover

Band: ASSIGNMENT 🇩🇪
Titel: With The End Comes Silence
Label: Massacre Records
VÖ: 20/03/26
Genre: Progressive Power Metal

Tracklist

01. Fallen
02. Nothing to Say
03. Beyond Recognition
04. Those Words
05. The Tower
06. Selling My Soul
07. Call for Heaven
08. Angel of Berlin
09. With the End Comes Silence
10. The Curtain Falls
11. Endlessly

 

Besetzung

Diego Valdez – Vocals
Goran Panić – Guitar
Heiko Spaarmann – Bass
Michael Kolar – Drums

 

Bewertung:

4/5

Progressive-Power-Metal aus einer neuen Perspektive

ASSIGNMENT kommen aus einer Ecke des Progressive-Power-Metal, die sowohl technische Finesse als auch emotionale Dichte verbindet. Die Band präsentiert auf »With The End Comes Silence« ihr bisher umfangreichstes Material. Diego Valdez übernimmt den Gesang, Goran Panić ist an der Gitarre, Heiko Spaarmann am Bass und Michael Kolar am Schlagzeug. Gemeinsam liefern sie elf Tracks ab, die sowohl die Härte als auch die melodische Weite ihres Genres ausloten.

Das Album wurde von Simone Mularoni, bekannt durch DGM, im Domination Studio gemischt und gemastert. Das Ergebnis ist ein klarer Sound mit Dynamik und cineastischer Tiefe, der der Komplexität der Songs Raum gibt, ohne die Eingängigkeit zu verlieren.

Starker Einstand

Die Eröffnung mit »Fallen« zeigt gleich, worauf sich Hörer einstellen können: kraftvolle Riffs treffen auf ein Gesangsspiel, das zwischen Aggression und Gefühl pendelt. Schon hier merkt man die Balance zwischen technischer Präzision und atmosphärischer Breite. Die rhythmischen Variationen von Michael Kolar am Schlagzeug treiben das Stück voran, während Heiko Spaarmanns Bass den nötigen Druck liefert, um die Gitarrenläufe von Goran Panić zu tragen.

Nichts bleibt unausgesprochen

»Nothing to Say« baut auf einem treibenden, fast stakkatoartigen Grundriff auf. Diego Valdez‘ Stimme vermittelt sowohl Trotz als auch Melancholie, und die melodischen Hooks im Refrain sorgen dafür, dass sich die Nummer im Gedächtnis festsetzt. Die Band versteht es, Spannung aufzubauen, ohne sich in überladenen Soli zu verlieren. In »Beyond Recognition« werden dann komplexere Arrangements erkennbar. Die Songstruktur wechselt zwischen ruhigen, fast epischen Passagen und kraftvollen Ausbrüchen. Diese Dynamik zeigt, dass ASSIGNMENT nicht nur spieltechnisch, sondern auch als Komponisten ernst zu nehmen sind.

Textliche und melodische Vielfalt

»Those Words« und »The Tower« zeigen die Band von einer introspektiven Seite. Während »Those Words« mit emotional aufgeladenen Vocals punktet, die in den Strophen fast fragil wirken, hält »The Tower« die Spannung mit progressiven Breaks und einem treibenden Mittelteil hoch. Hier kommt die cineastische Tiefe besonders zum Tragen, man hat das Gefühl, dass jeder Song eine kleine Geschichte erzählt.

»Selling My Soul« ist ein Highlight, das sowohl melodische Schwere als auch rhythmische Komplexität miteinander verbindet. Die Gitarrenarbeit von Panić ist hier besonders markant: technisch anspruchsvoll, aber immer auf das Gesamtbild ausgerichtet. Valdez schafft es, den dramatischen Unterton der Lyrics glaubwürdig zu transportieren.

Hymnen und epische Momente

Mit »Call for Heaven« und »Angel of Berlin« steigt das Album noch einmal in höhere melodische Regionen. Die Arrangements wirken offen, fast orchestriert, ohne überladen zu sein. Gerade »Angel of Berlin« hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Epische Refrains, vielschichtige Gitarrenarbeit und ein Schlagzeugspiel, das die Songs antreibt, ohne die Melodien zu erdrücken.

Der Titelsong »With The End Comes Silence« bündelt die Stärken des Albums. Atmosphärisch, dicht und zugleich kraftvoll, schafft es der Track, das progressive Potenzial der Band zu zeigen. Hier vereinen sich alle Elemente: ein treibender Bass, melodisch differenzierte Gitarren, ausdrucksstarker Gesang und präzises Schlagzeugspiel.

Finale Akzente

»The Curtain Falls« und »Endlessly« runden das Album ab. »The Curtain Falls« wirkt wie ein Nachspiel, das die Spannung der vorherigen Tracks reflektiert, während »Endlessly« mit seinem getragenen Aufbau und den harmonischen Leadgitarren den Hörer in eine fast meditative Atmosphäre entlässt. Es ist ein Abschluss, der den Eindruck hinterlässt, dass ASSIGNMENT ein Stück weit über das reine Genre hinausdenken.

»With The End Comes Silence« ist ein Album, das sowohl Fans des Progressive-Power-Metal als auch Hörer, die komplexe Arrangements und atmosphärische Tiefe schätzen, überzeugen kann. Simone Mularonis Mixing und Mastering geben den Songs den nötigen Raum, um ihre Details zu entfalten, ohne die Intensität zu verlieren. Technisch versiert, melodisch dicht und emotional dicht aufgeladen, zeigt ASSIGNMENT, dass sie ihr bisheriges Material konsequent weiterentwickelt haben.

Die Wertung von 4 von 5 Punkten spiegelt wider, dass das Album sowohl Stärken als auch kleinere Abzüge hat. Hier und da könnten die Songs noch mehr Eingängigkeit vertragen, aber das Niveau ist insgesamt hoch. Wer sich auf die Mischung aus progressiver Komplexität und epischer Power einlässt, bekommt ein Album, das lange im Ohr bleibt.

Fazit: ASSIGNMENT beweisen mit »With The End Comes Silence« erneut, dass sie im Progressive-Power-Metal keine Grenzen kennen.

 

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ASSIGNMENT - With The End Comes Silence - CD Review

FROM ASHES REBORN – Chasing Utopia

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FROM ASHES REBORN - Chasing Utopia - album cover
FROM ASHES REBORN - Chasing Utopia - album cover

Band: FROM ASHES REBORN 🇩🇪
Titel: Chasing Utopia
Label: Independent
VÖ: 06/03/26
Genre: Melodic Death Metal

Tracklist

01. Colossal March
02. Soulless Legions
03. In Truth Divided
04. Summoning The Shadows
05. Chasing Utopia
06. Through Darkest Fires
07. Wraiths Of Memories
08. One With My Demons
09. Interlude
10. Venomous Crown
11. Too Blind To Speak
12. Beyond Infinity
13. Echo Chambers

 

Besetzung

Sebastian Braun – rhythm guitars & backing vocals
Thomas Böxler – drums
Ronny Schultes – vocals
Dirk Aigner – lead guitar

 

Bewertung:

4/5

Zwischen Melodie und Härte

FROM ASHES REBORN bewegen sich im Spannungsfeld von Melodie und Wucht. Die Band setzt auf klassischen Melodic-Death-Metal, der seine Wurzeln klar in der skandinavischen Schule hat, dabei aber genug Eigenständigkeit entwickelt, um nicht wie eine bloße Kopie zu wirken. Die aktuelle Besetzung besteht aus Ronny Schultes am Mikrofon, Dirk Aigner an der Leadgitarre, Sebastian Braun an Rhythmusgitarre und Backing Vocals sowie Thomas Böxler am Schlagzeug.

Mit ihrem Album »Chasing Utopia« legt das Quartett eine Veröffentlichung vor, die sowohl auf Atmosphäre als auch auf Druck setzt. Dreizehn Tracks, eine gute Stunde Spielzeit und eine Produktion, die den Spagat zwischen Klarheit und Rohheit versucht.

Atmosphärischer Auftakt

Der Einstieg gelingt über das kurze Intro »Colossal March«, das mit orchestralen Elementen arbeitet. Die knappe Minute wirkt wie ein Toröffner für das eigentliche Album. Der Übergang zu »Soulless Legions« funktioniert reibungslos. Hier zeigt sich sofort das Grundkonzept der Platte. Schnelle Gitarrenriffs, melodische Leads und ein treibendes Schlagzeugfundament.

Ronny Schultes setzt auf ein raues, tiefes Growling, das gut zum Klangbild passt. Die Stimme bleibt verständlich genug, ohne ihre Aggressivität zu verlieren. Gerade in den Refrains wird deutlich, wie stark die Band auf melodische Gitarrenlinien setzt.

»In Truth Divided« hält das Tempo hoch und bringt zusätzliche Harmonien ins Spiel. Die Leadgitarre von Dirk Aigner liefert hier einige der ersten starken Momente des Albums. Die Soli bleiben songdienlich und verlieren sich nicht in technischer Selbstverliebtheit.

Der Kern des Albums

Mit »Summoning The Shadows« wird die Atmosphäre dunkler. Der Song arbeitet stärker mit Dynamik und längeren Spannungsbögen. Das Schlagzeug von Thomas Böxler sorgt dabei für einen konstanten Druck, ohne die melodischen Elemente zu überrollen.

Der Titeltrack »Chasing Utopia« gehört klar zu den Highlights. Hier verbinden FROM ASHES REBORN ihr Gespür für epische Melodien mit einer massiven Rhythmuswand. Besonders im Mittelteil entfaltet sich eine dichte Stimmung, die den Song weit über reines Genrehandwerk hinaushebt.

Auch »Through Darkest Fires« knüpft an diese Qualität an. Die Gitarrenarbeit steht klar im Vordergrund. Sebastian Braun sorgt mit seinen Rhythmusparts für Stabilität, während die Leads darüber schweben. Das Ergebnis wirkt druckvoll, aber nicht überladen.

Zwischen Melancholie und Aggression

Ein besonders intensiver Moment ist »Wraiths Of Memories«. Der Track gehört zu den längsten des Albums und nutzt diese Zeit für einen langsameren Aufbau. Die Band spielt hier stärker mit melancholischen Melodien, was dem Song eine fast nachdenkliche Stimmung verleiht.

Direkt danach folgt »One With My Demons«, dass wieder deutlich aggressiver ausfällt. Schnelle Riffs und ein treibendes Tempo dominieren das Bild. Gerade live dürfte dieser Song gut funktionieren.

Das kurze »Interlude« dient als Verschnaufpause. Die knapp fünfzig Sekunden wirken wie ein atmosphärischer Übergang zum letzten Drittel des Albums.

Starker Endspurt

Mit »Venomous Crown« zieht die Band das Tempo wieder an. Der Song kombiniert klassische Melodic-Death-Metal Strukturen mit einem eingängigen Refrain. Die Gitarrenharmonien bleiben im Ohr und geben dem Track eine klare Identität.

»Too Blind To Speak« zeigt eine andere Seite der Band. Der Song ist länger angelegt und baut stärker auf Atmosphäre. Besonders die Gitarrenmelodien tragen hier den gesamten Track. Das Ergebnis wirkt fast episch.

Auch »Beyond Infinity« setzt auf große Spannungsbögen. Das Schlagzeug arbeitet mit vielen Variationen und sorgt dafür, dass der Song nie statisch wirkt.

Zum Abschluss steht »Echo Chambers«, ein Song, der noch einmal alle Elemente der Platte zusammenführt. Melodie, Härte und ein leicht melancholischer Unterton bilden ein rundes Finale. Gerade die Gitarrenarbeit im letzten Drittel hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Produktion und Gesamtbild

Klanglich bewegt sich »Chasing Utopia« auf einem soliden Niveau. Die Gitarren sind präsent und klar, das Schlagzeug druckvoll, ohne künstlich zu wirken. Der Gesang sitzt gut im Mix und bleibt auch in dichteren Passagen verständlich.

Besonders gelungen ist die Balance zwischen Melodie und Härte. Viele Bands im Genre verlieren sich entweder in zu viel Aggression oder gleiten zu stark in melodische Gefilde ab. FROM ASHES REBORN finden hier meist den richtigen Mittelweg.

Natürlich bewegt sich die Band stilistisch innerhalb bekannter Grenzen des Melodic-Death-Metal. Wer nach radikalen Experimenten sucht, wird sie hier kaum finden. Stattdessen setzt das Album auf solides Songwriting, starke Gitarrenarbeit und eine klare Atmosphäre.

»Chasing Utopia« ist ein überzeugendes Album, das zeigt, dass FROM ASHES REBORN ihr Handwerk beherrschen. Die Songs sind abwechslungsreich genug, um über die gesamte Spielzeit zu tragen, und gleichzeitig fokussiert genug, um eine klare Linie zu behalten.

Vor allem die Gitarrenmelodien und der atmosphärische Aufbau vieler Tracks bleiben hängen. Einige Songs hätten noch etwas mutiger sein dürfen, doch insgesamt liefert die Band eine starke Platte ab. Ein Album für Fans von melodischem Death Metal, mit Sinn für düstere Stimmung und eingängige Gitarrenlinien.

Fazit: »Chasing Utopia« von FROM ASHES REBORN ist ein starkes Album, das die Erwartungen erfüllt und zugleich neue Wege im Melodic-Death-Metal aufzeigt.

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FROM ASHES REBORN - Chasing Utopia - CD Review

GLORIOUS BANKROBBERS – Interview

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Glorious Bankrobbers band photo
Photo Credit: Jörgen Tangen
GLORIOUS_BANKROBBERS_-_bandlogo

Interview: Robert RESCH Fotos: Jörgen Tangen

GLORIOUS BANKROBBERS melden sich mit ihrem neuen Album Intruder zurück. Die Sleaze-Rock-Band liefert wieder dreckigen, eingängigen Rock’n’Roll, der direkt ins Blut geht. Wir haben mit ihnen über das neue Material, die Energie hinter den Songs und ihre wilden Tourpläne gesprochen.

Hallo und herzlich willkommen! Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Euer neues Album „Intruder“ ist erschienen und sorgt bereits für Aufsehen in der Sleaze-Rock-Szene.

Wenn ihr das Album in drei Worten beschreiben müsstet – welche wären das?

Energie, Kreativität, Verrücktheit

Der Titel Intruder klingt nach Eindringen, Störung, vielleicht sogar nach Gefahr. Was steckt hinter dem Namen?

Eigentlich geht es um eine zerbrochene Beziehung, in der einer der Partner von einem „Eindringling“ entführt wurde. Das Drama endete in einem Chaos…

Wann habt ihr gemerkt: Jetzt ist der Moment, ein neues Album aufzunehmen?

Kurz nachdem wir das „Rock´n Roll Church Album“ fertiggestellt hatten, hatten wir eine neue Besetzung in der Band und wollten den neuen Sound, den wir in kurzer Zeit entwickelt hatten, aufnehmen.
Glorious Bankrobbers-bandpicture
Photo Credit: Jörgen Tangen

Gab es während des Songwritings einen bestimmten Song, bei dem ihr gespürt habt: Das ist der Kern dieses Albums?

Ich glaube, es ist der Song „Intruder“. Ich habe den Song geschrieben und ihn damals Bentan (Schlagzeuger) vorgespielt. Plötzlich hat er den Anfang des Songs komplett umgeschrieben, und ich war total begeistert davon, wie gut das zur Gesamtstruktur des Songs passte. 

Sleaze Rock lebt stark von Attitüde und Energie. Was bedeutet dieses Genre für euch persönlich?

Ich mag Sleaze Rock aus der Zeit von Guns N‘ Roses. Als sie auf die Bühne kamen, bedeutete das uns sehr viel. Obwohl wir schon vor ihnen aktiv waren, haben wir unsere Haltung wohl weitgehend von ihnen übernommen. Vor ihnen gab es natürlich Motley, Iggy, Hanoi und andere, die uns inspiriert haben.

Viele Bands orientieren sich an klassischen Vorbildern aus den 80ern. Welche Einflüsse hört man auf Intruder besonders stark heraus?

Ich denke, es sind Bands wie Motley, Aerosmith, Iggy und solche Bands, die uns auf unseren letzten Alben inspiriert haben. Es ist größtenteils dasselbe wie in den 70ern.

Wie läuft bei euch normalerweise das Songwriting ab? Kommt jemand mit einer fertigen Idee oder entsteht alles gemeinsam im Proberaum?

Ich schreibe fast alle Songs für GB. Sie kommen mir einfach so in den Sinn, zu Hause oder auf der Straße. Manchmal beginne ich mit einem coolen Riff und füge dann Strophen, Refrains usw. hinzu. Manchmal höre ich in einem bestimmten Zusammenhang eine coole Textzeile und baue dann einen Song darum herum auf. Das ist sehr unterschiedlich. Wie bereits erwähnt, wurde „Intruder“ von einer zerbrochenen Beziehung inspiriert.

Gibt es auf dem Album einen Song, der eine besonders persönliche Geschichte erzählt?

Ja, mehrere davon. „Intruder“, wie bereits erwähnt, und „Rollin in Hollywood“ stammen aus einer Episode, als ich mit einigen Freunden auf einer Party in Beverly Hills war, wo wir Ron Geramy trafen, der uns für einen Pornofilm engagieren wollte. Wir mussten dort schnellstens verschwinden … „Come rain come shine“ handelt von meinen beiden Söhnen und „Rabbit hole“ davon, dass man den Rock’n’Roll einfach nicht hinter sich lassen kann.

Studioarbeit kann ja manchmal chaotisch werden. Was war der verrückteste Moment während der Aufnahmen?

Der verrückteste Moment war wohl, als ich an einem der ersten Aufnahmetage mit meinem Auto das Studio verließ und mich in der Gegend nicht auskannte. Ich geriet in einen langen Stau und versuchte, einen besseren Weg aus der Situation zu finden. Ich fuhr etwa eine Stunde lang herum und hatte mich völlig verfahren. Wütend hielt ich mein Auto an und stellte fest, dass ich direkt vor dem Aufnahmestudio geparkt hatte … Ha, ha.

Wenn ihr einen Track vom Album auswählen müsstet, der perfekt zeigt, wer die Glorious Bankrobbers heute sind – welcher wäre das?

Ich denke, es ist „We can go higher“, unsere zweite Single aus dem Album „Intruder“. Dieser Song vermittelt meiner Meinung nach die Energie der Band auf großartige Weise.

Sleaze Rock steht oft für Rebellion, Nachtleben und ein bisschen Gefahr. Wie viel davon steckt tatsächlich in eurem Alltag?

Ich versuche, mein Bestes zu geben, um mit den Jungs in Clubs abzuhängen. Aber Jonas, der Gitarrist, ist darin viel besser, da er Single ist…

Hat sich eure Herangehensweise im Vergleich zu früheren Releases verändert?

Ich weiß es eigentlich nicht. Wir haben drei Alben hintereinander aufgenommen, daher denke ich, dass der Ansatz bei allen fast derselbe ist. Aber wenn wir es mit dem vergleichen, was wir in den 80ern gemacht haben, ist es jetzt viel energiegeladener und konzentrierter, da wir uns heutzutage gegen viel mehr Konkurrenz durchsetzen müssen.
Glorious Bankrobbers band photo
Photo Credit: Jörgen Tangen

Gab es musikalische Experimente auf Intruder, bei denen ihr zuerst unsicher wart, ob sie funktionieren würden?

Ja, vor allem bei „Jane“, wo wir alle Gitarren entfernt und stattdessen ein komplettes Streichensemble hinzugefügt haben! Das hat ziemlich gut funktioniert, wir haben unser eigenes „Beth“ geschaffen.

Welche Rolle spielt die Live-Energie beim Schreiben der Songs? Denkt ihr schon im Studio daran, wie ein Track auf der Bühne funktionieren wird?

Ja, auf jeden Fall, wenn man zum Beispiel einen Refrain schreibt, bei dem man mitsingen kann. Man muss sich vorstellen, wie der Song auf der Bühne wirken wird. Manchmal, wie damals, als wir „Dynamite Sex Dooze“ geschrieben haben, fangen alle Bandmitglieder im Proberaum an mitzusingen, und dann weiß man, dass man einen Hit hat!

Gibt es eine Textzeile auf dem Album, auf die ihr besonders stolz seid?

Ja, mehrere… „! There´s nowhere to hide tonight…“ aus „Intruder“, „I´ll die for you“ aus „Come rain come shine…“ und „Give me something from the wild that I can use“ aus „Down…“ und viele mehr.

Wenn jemand eure Band noch nie gehört hat – mit welchem Song von Intruder sollte er anfangen?

Intruder, We can go higher, then Rabbit Hole.

Was war bisher die stärkste Reaktion von Fans auf das neue Material?

Sie mögen es wirklich und dass wir immer noch liefern… Jojje, der Bassist, hat beim letzten Gig Titten signiert, das ist ein gutes Zeichen!!

Wie wichtig ist euch der direkte Kontakt zum Publikum, gerade in einer Szene wie Sleaze Rock?

Das ist sehr wichtig, wir sind vor allem eine Live-Band und waren es schon immer.

Zum Abschluss: Wenn ihr in ein paar Jahren auf Intruder zurückblickt – was soll dieses Album über die Band Glorious Bankrobbers erzählen?

Es handelt sich um Material aus der Blütezeit der Band 😉

Danke euch für das Gespräch – und viel Erfolg mit Intruder!

 

GLORIOUS BANKROBBERS – Interview

TRAGOS – Bellicum

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TRAGOS - Bellicum - album cover
TRAGOS - Bellicum - album cover

Band: TRAGOS 🇫🇷
Titel: Bellicum
Label: Independent
VÖ: 13/03/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Lethal Suspiro
02. Fragmento Fugit
03. Penumbra Prolix
04. Narcissus Vortex
05. Labor Delusiv
06. Scherzo Patibul
07. Chthonian Exult
08. Random Punishment
09. Ritual Deflor
10. Sanguinolent
11. Egofabulist
12. Opus Carnifex

 

Besetzung

François Delmont – Bass
Cédric Peresse – Guitars
Laurent Boyard – Drums
Kev Boomer – Vocals

 

Bewertung:

3/5

Death Metal aus Präzision und Härte

TRAGOS liefern mit »Bellicum« ein Werk ab, das den Death-Metal-Fans klare Linien und brutale Intensität bietet. Die Band aus Frankreich besteht aus François Delmont am Bass, Cédric Peresse an den Gitarren, Laurent Boyard am Schlagzeug und Kévin Boomer am Gesang. Vier Musiker, die ihren eigenen Sound formen: technisch anspruchsvoll, aber ohne sich in endlosen Soli zu verlieren.

Angriffslustiger Einstieg

Der Opener »Lethal Suspiro« lässt keine Zweifel daran, dass TRAGOS auf Härte setzen. Der Bass von Delmont drückt massiv, während Peresses Gitarren schnelle Riffs mit präziser Aggression kombinieren. Boomer schreit sich die Seele aus dem Leib, unterstützt von Boyards druckvollem Schlagzeugspiel, das den Song treibt. Schon hier zeigt die Band, dass sie melodische Elemente nur sparsam einsetzt, um die rohe Energie zu betonen.

»Fragmento Fugit« geht nahtlos in komplexere Strukturen über. Die Gitarren wechseln zwischen rhythmischer Härte und schneidenden Leads, während das Schlagzeug Tempowechsel einbaut, die den Hörer ständig auf Trab halten. Ein Song, der technisch fordert, aber nie überladen wirkt.

Zwischen Melodie und Chaos

Mit »Penumbra Prolix« und »Narcissus Vortex« setzen TRAGOS auf düstere Atmosphäre. Gerade »Narcissus Vortex« fällt durch einen hypnotischen Mittelteil auf, der einen Moment Ruhe in das ansonsten aggressive Album bringt. Hier zeigt sich, dass die Band in der Lage ist, Spannung aufzubauen und den Hörer zwischen Blastbeats und Gitarrenwänden zu fesseln.

»Labor Delusiv« und »Scherzo Patibul« kehren zu klassischer Death-Metal-Struktur zurück. Schnelle Riffs, präzise Drums und gutturale Vocals sorgen für einen gnadenlosen Flow, der die physische Wirkung von Live-Shows vorwegnimmt. Man merkt, dass TRAGOS ihre Musik bewusst so arrangieren, dass kein Moment verschwendet wird – jeder Takt hat seinen Platz.

Höhepunkt und Exzesse

»Chthonian Exult« ist ein Höhepunkt des Albums. Die Gitarrenarbeit ist hier besonders scharf, fast sägend, während das Schlagzeug die rhythmische Brutalität unterstreicht. TRAGOS verstehen es, ihre Songs dynamisch zu gestalten, sodass sich das Tempo anfühlt wie ein wütender Strom, der kaum abzubremsen ist.

»Random Punishment« und »Ritual Deflor« zeigen die dunkle Seite der Band. Unbarmherzig und düster, bauen die Tracks ein Gefühl von Ritual und Gewalt auf. Hier wird deutlich, dass TRAGOS nicht nur auf technische Fertigkeit setzen, sondern auch narrative Elemente einweben, die eine bedrohliche Atmosphäre schaffen.

Abschluss mit Nachdruck

Die letzten Stücke, »Sanguinolent«, »Egofabulist« und »Opus Carnifex« runden »Bellicum« mit kompromissloser Härte ab. Gerade »Opus Carnifex« wirkt wie ein finales Statement: dicht, komplex, aber niemals unnötig verschachtelt. TRAGOS demonstrieren hier ihre Fähigkeit, technische Brillanz und rohe Gewalt in einem Song zu vereinen.

»Bellicum« ist kein Album, das leicht zugänglich ist. Es fordert Aufmerksamkeit, technische Sensibilität und eine Vorliebe für Death-Metal in seiner rohen, ungeschönten Form. Die Produktion ist sauber, lässt aber genug Raum für die Aggression und die Dynamik der Musiker. Mit 3 von 5 Punkten bewertet, zeigt das Album solides Handwerk und Momente echter Brillanz, bleibt aber in manchen Teilen hinter dem Potenzial der Band zurück.

TRAGOS liefern ein Werk, das Fans des Genres sowohl zufriedenstellen als auch fordern wird. Wer Death Metal mag, der auf Präzision und düstere Atmosphäre setzt, findet in »Bellicum« reichlich Material zum Abtauchen. Für alle anderen könnte die Härte eine echte Herausforderung sein, aber genau das macht die Platte auch spannend. Sie schreit nach Aufmerksamkeit, lässt sich nicht nebenbei hören und zeigt, dass TRAGOS ihr Handwerk verstehen.

Fazit: TRAGOS zeigen mit »Bellicum« eine Band, die das Genre beherrscht, aber noch Raum für kreative Weiterentwicklungen hat.

Internet

TRAGOS - Bellicum - CD Review