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2025 – Der etwas andere Jahresrückblick III

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Juli – September

Kaum zu glauben, aber dieses Special geht dem Ende entgegen, denn während Ihr das lest, ist der letzte Teil schon so gut wie fertig und wird spätestens Ende der kommenden Woche auch online sein.
Wie Euch sicher auffallen wird, ist dieser Teil im Gegensatz zu Teil I und II nicht mehr ganz so üppig. Ebenfalls nicht allzu ausladend wird der letzte Teil dieser Odyssee ausfallen.
Dies liegt vor allem an dem Umstand, dass wir viele Alben schon rezensiert haben, die uns wichtig waren, was ein Privileg ist. Ebenfalls entdecken wir noch immer Alben aus dem vergangenen Jahr, was sich locker noch bis in den Frühling ziehen wird.

So ist beispielsweise die aktuelle Bullet meine erste Anschaffung aus dem neuen Jahr gewesen, während ich gerade erst die aktuelle Flaming Row aus dem letzten Oktober entdeckt habe. »Kickstarter« durfte ich übrigens schon lange vor der Veröffentlichung hören. Wer dieses Privileg erfahren möchte und es sich zutraut, eine Rezension zu schreiben, einen Livebericht zu verfassen oder ein Interview zu führen, kann sich gerne hier bewerben!
Ich wünsche allen viel Spaß bei Schmökern, Probehören und Entdecken!

Juli

cover artwork CLAIRVOYANCE Chasm Of Immurement

CLAIRVOYANCE 🇵🇱 – Chasm Of Immurement (Death Metal)
(Carbonized Records, 18.07.25)
CLAIRVOYANCE präsentieren auf ihrem Debütalbum eine äußerst aggressive Form von Death Metal, geprägt von tiefen Growls, wuchtigen Riffs und einem konstant hohen Tempo. Nach mehreren gut aufgenommenen Kurzveröffentlichungen zeigt die polnische Band mit „Chasm Of Immurement“ nun eindrucksvoll ihre ganze Härte. Trotz einzelner melodischer Momente dominiert eine unnachgiebige Abfolge massiver Riffkaskaden, unheilvoller Growls und verzweifelter Schreie. Das Rhythmusfundament ist permanent unter Spannung, furios und antreibend, wird jedoch immer wieder von kürzeren, doomigeren Passagen unterbrochen, die ebenso drückend und von einer höllischen Atmosphäre durchzogen sind. Grotesk, morbide, stark dissonant, dabei jedoch kontrolliert und strukturiert umgesetzt – ein Album, das massive Härte mit präziser Umsetzung verbindet und sich hervorragend zum Headbangen eignet. (3,5/5) Voicu

cover artwork ARKHAAIK Uihtis

ARKHAAIK 🇨🇭 – Uihtis (Blackened Death/Doom Metal)
(Eisenwald, 25.07.25)
Sechs Jahre nach dem Debüt melden sich ARKHAAIK aus Zürich mit einem lange erwarteten neuen Werk zurück, das inhaltlich und stilistisch konsequent an den Vorgänger anknüpft. Die Musik bewegt sich in einem eigenständigen Spannungsfeld zwischen aggressivem Blackened Death Metal und archaischen Elementen: rituelle Gesänge, tribalartige Rhythmen, obsessive Klagelaute und zahlreiche folkloristische Einflüsse prägen den Gesamteindruck. Diese unterschiedlichen Ansätze fließen organisch ineinander, wechseln mühelos zwischen dominanter Death-Metal-Wucht und den gegensätzlichen, fast meditativen Momenten, ohne je konstruiert zu wirken. Mit nur vier Stücken folgt „Uihtis“ einer klaren Doom-Tradition und besitzt nahezu konzeptuellen Charakter. Gerade Songs wie „Geutores Suhnos“ oder „Kerhos Mehnsos“ stechen hervor, da sie die verschiedenen Einflüsse besonders ausgewogen und wirkungsvoll verbinden. Die Mischung weist eine gewisse Eigenwilligkeit auf und kann stellenweise verstörend wirken, entfaltet jedoch insgesamt eine starke Sogwirkung und behauptet sich als unverwechselbare Veröffentlichung in einer überfüllten Metal-Landschaft. (4/5) Voicu

cover artwork BLOODLETTER Leave The Light Behind

BLOODLETTER 🇺🇸 – Leave The Light Behind (Melodic Thrash Metal)
(Wise Blood Records, 25.07.25)
Die aus Chicago stammende Band BLOODLETTER liefert mit „Leave The Light Behind“ kraftvollen Thrash Metal mit deutlicher melodischer Ausrichtung. Während bereits die früheren Veröffentlichungen überzeugten, hebt dieses Album das Niveau nochmals spürbar an. Ein konstant hohes Tempo, prägnante Riffs und tremolo-geführte Leadgitarren erzeugen eine starke melodische Linie, besonders deutlich in Stücken wie „On Blackened Wings“, das sogar Anklänge aus dem Black Metal erkennen lässt. Auch Songs wie „Terminal“, „Unearthing Darkness“ oder „Call Of The Deep One“ verbinden den typischen Thrash-Antrieb mit unterschiedlich stark ausgeprägten melodischen Elementen. Diese genreübergreifende Herangehensweise funktioniert über die gesamte Spielzeit hinweg und sorgt für einen durchgehend kurzweiligen Hörfluss. Der Wechsel zwischen aggressiven Riffattacken und melodischeren Passagen unterstreicht den charakteristischen Stil der Band, inklusive der markanten, bellenden Vocals. Für Thrash-Metal-Fans stellt „Leave The Light Behind“ eine lohnende und überzeugende Veröffentlichung dar. (4/5) Voicu

August

cover artwork CENTURIES OF DECAY A Monument To Oblivion

CENTURIES OF DECAY 🇨🇦 – A Monument To Oblivion (Progressive Death Metal)
(Independent, 01.08.25)
Acht Jahre nach ihrem gelungenen Debüt kehren CENTURIES OF DECAY mit einem neuen, äußerst beeindruckenden Album zurück. Die kanadische Band bewegt sich im Death Metal, erweitert diesen jedoch um progressive Elemente, die sich weniger im Klangbild als vielmehr in der Struktur und Komplexität der Kompositionen widerspiegeln. Die Songs sind vielschichtig, bleiben dabei aber stets direkt, aggressiv und technisch versiert umgesetzt. Melodische Akzente und vereinzelte, entfernt wirkende Clean-Vocals mit progressiver Anmutung treffen auf massives, unerbittliches Drumming, schwere Riffs und eine insgesamt erdrückende Atmosphäre. Der Stil geht über klassischen Progressive Death Metal hinaus, da auch Metalcore-Ansätze sowie Passagen aus dem Technical Death Metal erkennbar sind. Vom dynamischen und aggressiven Opener „Cauterize“ über den titelgebenden Track „A Monument To Oblivion“ mit seinen dramatischen Tempowechseln bis hin zu „Tempest“, das mit einer nostalgischen Note den Abschluss bildet, bleibt das Album abwechslungsreich, ohne an Intensität zu verlieren. Ein Werk, das insbesondere Genre-Fans eine genauere Auseinandersetzung verdient. (3,5/5) Voicu

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MEHRWERTSTEUER 🇩🇪 – Krone Der Schöpfung (Melodic Black/Death Metal)
(Selfrelease, 08.08.25)
Black Metal über finanzielle Themen, Börse, Bürokratie, wirtschaftliche Zusammenhänge, Besteuerung und staatliche Wirtschaftspolitik – allein diese Ausgangsbasis macht neugierig auf die Musik von MEHRWERTSTEUER und ihr Debütalbum „Krone Der Schöpfung“. Und tatsächlich folgt eine positive Überraschung: Ein dominanter Black-Metal-Sound, kombiniert mit Elementen aus dem Death Metal, funktioniert auf Albumlänge ausgesprochen gut. Die Songs sind eingängig, melodisch und dynamisch aufgebaut. Klanglich erinnert das Album stellenweise stark an die neue deutsche Black-Metal-Sensation Kanonenfieber. Das Ein-Mann-Projekt MEHRWERTSTEUER, hinter dem sich der Musiker unter dem Pseudonym „Der Vorstand“ verbirgt, behandelt seine Texte dabei nicht parodistisch, sondern klar kritisch und analytisch im Hinblick auf moderne Gesellschafts- und Wirtschaftsthemen. Atmosphärische Passagen treffen auf schwere, aggressive Abschnitte, permanent begleitet von tremolierten Gitarrenlinien. Gut komponierte Songs mit vielen einprägsamen Momenten machen „Krone Der Schöpfung“ zu einem interessanten und überzeugenden Debüt. (4/5) Voicu

Haunt 🇺🇸 – Ignite (Heavy Metal)
(Church Recordings, 13/08/25)
Bandleader Trevor Church macht was er jedes Jahr macht, nämlich ein Album raushauen. Kritiker werfen HAUNT gerne vor, Masse statt Klasse abzuliefern, objektiv betrachtet macht die Band jedoch beides. Keines der bisher zehn Alben plus ein Akustikwerk ist auch nur annähernd durchschnittlich und nach dem großartigen Dreamers folgte mit »Ignite« das vielleicht sogar beste Album. Was hier an Melodien (»Soaring Through The Ages«, »Not The Same«, »With Our Angel«!) abgefeurt wird, ist schlicht überragend. Auch der melancholische Gesang passt besser denn je zum düsteren, teilweise pechschwarzen Grundton der Scheibe. »Extraordinary Life«, »Long Cold Lonely Winter« und das schleppend depressive »If I Said Goodbye« sind dabei die Sahnehäubchen eines durchgehend beeindruckenden Albums. (4,5/5) Daniel

cover artwork BAEST Colossal

BAEST 🇩🇰 – Colossal (Death Metal)
(Century Media, 15.08.25)
Über klassischen Death Metal hinausgehend präsentieren BAEST auf ihrem aktuellen Album „Colossal“ eine stilistische Mischung aus Heavy Metal, Death/Doom, Metalcore und vor allem groovebetonter Ausrichtung. Blastbeat-dominierte Passagen wechseln sich mit simpleren, rhythmusgitarrengetragenen Teilen ab, langsame und erdrückende Riffs stehen schnellen, galoppierenden Momenten gegenüber. Das Album zeigt viele Facetten der Band. Für manche Hörer zu vielseitig und ohne klare Linie, für andere ein klares Jahres-Highlight – „Colossal“ ist ein polarisierendes Album. Höhepunkte sind etwa „King Of The Sun“ mit Jesper Binzer (D-A-D), das stark im Heavy Metal verwurzelt ist, oder „Mouth Of The River“, ein melodisch geprägter Death-Metal-Track. Insgesamt bewegt sich das Album permanent zwischen Genres, bietet eingängige Melodien und einige starke Riffs. Stilistisch vielleicht etwas hektisch und unentschlossen, musikalisch aber mit vielen gelungenen Momenten ausgestattet. (3/5) Voicu

cover artwork Pyrexia Unholy

PYREXIA 🇺🇸 – Unholy (Brutal Death Metal)
(Gravitas Entertainment / Time To Kill Records, 28.08.25)
Ein Album, das streng genommen kaum in eine Jahresretrospektive gehört, da es sich nicht um ein komplett neues Werk handelt: PYREXIA haben ihr 2018 erschienenes Album „Unholy Requiem“, das ursprünglich nur in Demo-Qualität veröffentlicht wurde, neu eingespielt. Aufgrund der starken musikalischen Substanz entschied man sich für eine vollständige Neuaufnahme mit neuer Produktion und punktuellen Verbesserungen – von der Band selbst als „re-imagined“ bezeichnet. Das Ergebnis, „Unholy“, zählt 2025 zu den repräsentativsten Veröffentlichungen im Brutal Death Metal. Die Qualität ist derart hoch, dass das Album sowohl für die Band als auch für das Genre insgesamt eine gewichtige Rolle einnimmt. Musikalisch handelt es sich um extrem brutalen, aggressiven Death Metal, sauber komponiert, durchgehend packend und getragen von einem druckvollen, klaren Sound, der die technische Instrumentierung und die Vocals optimal zur Geltung bringt. Massive Riffs, ein stabiler, treibender Rhythmus, unzählige Blastbeats – alles, was Fans dieses Genres erwarten, wird hier auf sehr hohem Niveau geboten. (4,5/5) Voicu

HALESTORM - Everest - CoverartHALESTORM 🇺🇸 – Everest (Alternative Metal/Hard Rock)
(Atlantic Records, 08/08/25)

HALESTORM sind in den letzten Jahren zu einer festen Größe im Rock- und Metal-Genre gewachsen. Als ich die Band 2018 erstmals live sah, spielten sie als Headliner in der Wiener Simm City vor rund 800 Leuten. Im November 2025 folgte eine ausverkaufte Headliner-Show im Gasometer vor etwa 3.500 Menschen. Zusätzlich wurden HALESTORM gemeinsam mit Größen wie METALLICA, PANTERA und SLAYER zum „Back To The Beginning“-Event zu Ehren von Ozzy Osbourne eingeladen.
Der Popularitätszuwachs mag auch mit dem musikalischen Wandel der Band zusammenhängen. Seit dem dritten Album „Into The Wild Life“ (2015) ist eine allgemeine Entwicklung hin zu aggressiveren, frecheren Songs spürbar. Während es anfangs nur einzelne härtere Tracks („Mayhem“, „Apocalyptic“) waren, fielen „Vicious“ (2018) und „Back From The Dead“ (2022) insgesamt metal-lastiger aus. Trotz guter Kritiken wirkten diese Alben für mich aber nicht ganz stimmig.
Umso mehr überzeugt „Everest“ – für mich eines der besten, wenn nicht das beste Album von HALESTORM. Lzzy Hales ohnehin starke Gesangsleistung erreicht hier ein neues Level. Auch musikalisch beschreitet die Band neue Wege. Die gleichnamige Single „Everest“ besticht durch ihren lauernden Aufbau und starke Lyrics. Power-Songs wie „Fallen Star“ und „Watch Out!“ liefern druckvolle Metal- und Hard-Rock-Passagen, während ruhigere Stücke wie „Shiver“, „Like A Woman Can“ und „Darkness Always Wins“ mit Tiefe, Feingefühl und Gänsehautmomenten punkten. Besonders „Darkness Always Wins“ überzeugt mit einem raffinierten Spannungsbogen und starkem Finale.Das Album kommt ohne Füllmaterial aus, wirkt abwechslungsreich und energiegeladen. Die Mischung aus gefühlvollen, frechen und metal-lastigen Songs macht „Everest“ zu einem kurzweiligen Highlight. Einziger Kritikpunkt ist der unsaubere Sound, der klarer und voller sein hätte könnte. (4,5/5) Charlene

cover artwork ASYMMETRIC UNIVERSE A Memory And What Came After

ASYMMETRIC UNIVERSE 🇮🇹 – A Memory And What Came After (Jazz Fusion / Djent / Progressive Metal)
(InsideOut, 29.08.25)
Musik, die Genregrenzen konsequent auflöst: ASYMMETRIC UNIVERSE bewegen sich zwischen Jazz, Fusion, Djent und Progressive Metal, ergänzt durch zahlreiche weitere Einflüsse, die im Verlauf des Albums deutlich hörbar werden. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Demonstration technischer Fähigkeiten, sondern um Instrumente, die mit großer Sicherheit und Ausdrucksstärke eingesetzt werden. Die Musik ist überwiegend aggressiv, zugleich komplex und vielschichtig. Nach zwei EPs, mit denen sich das Duo bereits eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut hat, beweisen sie mit ihrem Debütalbum „A Memory And What Came After“ erneut, dass sie einen sehr eigenständigen Weg verfolgen. Die Musik ist schwer zu kategorisieren, musikalisch herausragend und technisch äußerst beeindruckend. Trotz der Besetzung aus lediglich Gitarre und Bass entsteht ein dichtes, komplexes Klangbild mit häufigen Tempowechseln, dem Wechsel zwischen melodischen und aggressiven Passagen sowie zwischen jazztypischen Solos, massiven Riffs und verschachtelten Strukturen. Polyrhythmik spielt eine zentrale Rolle, ebenso der Bass, der hier bewusst melodisch agiert und nicht nur als rhythmische Grundlage fungiert. Ein sehr dynamisches, spannendes Album mit hohem Wiederhörwert. (4,5/5) Voicu

cover artwork IHLO Legacy

IHLO 🇬🇧 – Legacy (Progressive Metal)
(Independent, 29.08.25)
Progressive Metal bildet weiterhin den Kern der Musik von IHLO, doch mit „Legacy“ bewegt sich die britische Band deutlich in Richtung melodischer, zugänglicher Klanglandschaften. Nach einem beeindruckenden Debüt, fest im Progressive Metal verankert, aber offen für vielfältige Einflüsse, markiert dieses Album eine klare stilistische Verschiebung hin zu poppigeren und kommerzielleren Strukturen. Elektronische Elemente und sehr eingängige, emotional aufgeladene Melodien prägen nun den Sound, während progressive Elemente eher ergänzend wirken und nicht mehr im Zentrum stehen. Parallelen zur stilistischen Entwicklung von Astronoid sind ebenso erkennbar wie musikalische Ähnlichkeiten. „Legacy“ bietet durchaus starke Momente, schwere und komplexe Riffs sowie kraftvolle Instrumentierung, diese fungieren jedoch meist als Kontrast oder Hintergrund für eher leichte, emotional geprägte Songs. Nach hohen Erwartungen ist das Album für viele langjährige Hörer eine Enttäuschung, für neue Fans hingegen ein möglicher Einstieg in eine Welt, die über klassische Popmusik hinausgeht und komplexere, härtere Elemente integriert. Aus dieser Perspektive besitzt „Legacy“ durchaus seine Berechtigung – bleibt insgesamt aber ein ernüchternder Schritt. (2,5/5) Voicu

September

Metal Faust 🇩🇪 – Demo 2025 (Heavy Metal)
(Eigenproduktion, ?/09/25)

Das Demo sorgte im Underground für etwas Wirbel und erweckte auch meine Neugierde. Geboten werden vier Songs, die vor allem an alte DDR – Bands wie Formel 1, Metal und MCB erinnern, »Theater auf der Weltbühne« hat zudem was von Böhse Onkelz Ende der Achtziger. Die Aufmachung der einseitig bespielten Kassette als auch die Produktion erwecken in der Tat Erinnerungen an so manche Demoaufnahme aus den Anfangstagen des Heavy Metal, was dieses Demo zu einem Tribut an diese Zeit macht. Ein gelungenes, wohlgemerkt. Für meinen Geschmack ist der Hype mehr der Geheimniskrämerei über die hier beteiligten (und durchaus bekannten) Musiker und des Erscheinungstages denn der Qualität der Lieder geschuldet, allerdings macht diese Aufnahme als Gesamtkunstwerk durchweg richtig Spaß. Ich sage nur „METAL FAUST Kommando, gefürchtet so das keiner lacht, METAL FAUST Kommando, Heavy Metal an die Macht!“ Genau so und nicht anders! (3,5/5) Daniel

cover artwork GREEN CARNATION A Dark Poem, Part I- The Shores Of Melancholia

GREEN CARNATION 🇳🇴 – A Dark Poem, Part I: The Shores Of Melancholia (Gothic/Progressive Metal/Rock)
(Season Of Mist, 05.09.25)
Die norwegischen Veteranen kehren nach fünf Jahren Pause mit einem neuen Album zurück. Bereits der Titel „A Dark Poem, Part I: The Shores Of Melancholia“ deutet an, dass es sich um den Auftakt eines größeren Konzepts handelt. Ursprünglich im Death Metal verwurzelt, hat sich GREEN CARNATION im Laufe der Jahre zunehmend in Richtung Progressive Metal und Rock bewegt und dabei immer stärker auch Gothic-Elemente integriert. Auf dem neuen Album dominiert ein progressiver Ansatz, der melodisch, aber nie überladen wirkt und zugleich eine spürbare Schwere bewahrt, die hervorragend zum Bandsound passt. Die Gesangslinien erinnern stellenweise an klassischen Hard Rock, wirken dabei warm, leidenschaftlich und verleihen dem gesamten Album eine durchgehend melancholische Grundstimmung. Diese wird durch ausgefeilte Kompositionen und eine sehr präzise Instrumentalarbeit zusätzlich vertieft. Stücke wie „In Your Paradise“, das mit folkigen Einflüssen und epischer Ausrichtung zu den Höhepunkten zählt, oder „The Slave That You Are“, das mit klaren Black-Metal-Anleihen und den unverkennbaren Schreien von Grutle Kjellson (Enslaved) aufwartet, unterstreichen die stilistische Vielfalt. Ein reichhaltiger Sound, starkes Songwriting und zahlreiche einprägsame Momente machen „A Dark Poem, Part I: The Shores Of Melancholia“ zu einem wichtigen Werk in der Bandgeschichte und zu einem der bedeutendsten Progressive-Releases des Jahres. (4/5) Voicu

cover artwork AUTREST Burning Embers, Forgotten Wolves

AUTREST 🇧🇷 – Burning Embers, Forgotten Wolves (Atmospheric Black Metal)
(Northern Silence Productions, 05.09.25)
Ein sorgfältig ausgearbeitetes Album mit starken Melodien, eindrucksvollem Synth-Einsatz und einer Vielzahl atmosphärischer Momente, die eine traurige, verlassene Stimmung transportieren. Zwar bewegt sich AUTREST innerhalb eines mittlerweile stark frequentierten Bereichs des Atmospheric Black Metal, doch hier überzeugt vor allem die Qualität der Kompositionen und die sensible Herangehensweise an das Genre. Aggressive Passagen sind ebenso präsent, fügen sich jedoch organisch in einen kontinuierlichen, emotional aufgeladenen Fluss ein. Neben klassischen Black-Metal-Strukturen sind zahlreiche weitere Einflüsse zu hören, insbesondere aus dem Post-Black-Metal- und Blackgaze-Umfeld, die sehr stimmig integriert werden. Die klare und ausgewogene Produktion unterstützt den Gesamtklang erheblich und lässt die Feinheiten der Musik deutlich hervortreten. Das Ergebnis ist ein introspektives, intensives und zugleich sehr zugängliches Hörerlebnis. (4,5/5) Voicu

cover artwork BETWEEN THE BURIED AND ME The Blue Nowhere

BETWEEN THE BURIED AND ME 🇺🇸 – The Blue Nowhere (Progressive Metal)
(InsideOut Music, 12.09.25)
Zwischen funkigen Rhythmen und den typischen progressiven Klangmustern wurde das neue Album von BETWEEN THE BURIED AND ME im Vorfeld als Rückkehr zu früherer Stärke angekündigt. Tatsächlich stellt „The Blue Nowhere“ jedoch eher eine konsequente Fortsetzung der jüngeren Bandphase dar. Das lange erwartete Werk auf dem Niveau von „Colors“ bleibt aus. Zwar ist man die hektischen Kompositionsstrukturen der Band gewohnt, doch während diese auf früheren Alben trotz aller Komplexität klar durchdacht und strukturiert wirkten, dominiert hier ein deutlich chaotischerer und eklektischer Ansatz. Funkige und jazzige Elemente nehmen viel Raum ein, während die progressiven Death-Metal-Passagen vergleichsweise zurückhaltend und selten ausfallen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass es sich um hochklassige Musiker handelt, deren Erfahrung und technisches Können immer wieder zu interessanten Momenten führt. Trotz aller Kritik ergibt sich insgesamt ein in sich geschlossenes Klangbild, das zwischen karnevalesker Atmosphäre, groovigen Passagen und vereinzelten schweren Momenten pendelt und damit zumindest klar im Metal-Kontext verankert bleibt. (3,5/5) Voicu

cover artwork PARADISE LOST Ascension

PARADISE LOST 🇬🇧 – Ascension (Death Doom Metal, Gothic Metal/Rock)
(Nuclear Blast, 12.09.25)
Für viele eines der meistgelobten und einflussreichsten Alben des Jahres 2025, wenn auch nicht auf persönlicher Ebene. Der Einfluss, den „Ascension“ im Veröffentlichungsjahr hatte, ist jedoch unbestreitbar und rechtfertigt eine Aufnahme in diese Rückschau. Nicht wenige betrachten das Album sogar als einen Höhepunkt der Bandkarriere. Eine Karriere, die seit der Gründung 1988 zahlreiche stilistische Wandlungen erlebt hat, vom frühen Doom/Death über stark vom Gothic Rock, Synthesizern und New-Wave-Elementen geprägte Phasen bis hin zur späteren Rückkehr zu schwereren Klängen. „Ascension“ vereint diese unterschiedlichen Entwicklungsstufen in konzentrierter Form: massive Death/Doom-Passagen stehen neben fragilen, emotional aufgeladenen Gothic-Momenten, ergänzt durch elektronische Effekte, vereinzelte Folk-Anklänge und stellenweise sogar melodische Death-Metal-Elemente. Die Spannweite reicht von epischen Songstrukturen bis hin zu bewusst einfach gehaltenen, beinahe kommerziellen Passagen. Gerade diese Vielschichtigkeit dürfte ein wesentlicher Grund für die enorme Aufmerksamkeit sein, die das Album erfahren hat. Unabhängig persönlicher Präferenzen handelt es sich um eine bedeutende Veröffentlichung, die von einer großen und treuen Fangemeinde entsprechend gewürdigt wurde. (3/5) Voicu

Castle Rat 🇺🇸 – The Bestiary (Epic/Doom/Stoner Metal)
(Black Funeral Recordings, 19/09/25)
Die Mischung aus Black Sabbath, Jex Thoth und The Wizar`d funktioniert bei den New Yorkern auch auf »The Bestiary« nahezu perfekt. Die Riffs in »Wolf I: Tooth & Blade«, »Unicorn: Carnage And Ice« und »Sun Song: Behold The Flame« sind tonnenschwer, hinzu kommt ein erhöhter Melodieanteil sowie komplexere Songstrukturen. Für das Zweitwerk braucht man Zeit, anfänglich eher mau daherkommende Songs wie das folkloristische »Crystal Cave: Enshrined« oder das relativ flotte »Serpent: Coiled Figure« offenbaren erst nach unzähligen Durchläufen ihre große Klasse. Wer das Debüt mochte, wird nach dieser Geduldsprobe »The Bestiary« allerdings lieben! (4,5/5)

cover artwork REVOCATION New Gods, New Masters

REVOCATION 🇺🇸 – New Gods, New Masters (Technical Death/Thrash Metal)
(Metal Blade, 19.09.25)
Als eine der prägenden Bands des technischen Death Metal der letzten Jahre, mit starkem Thrash-Einschlag, legen REVOCATION mit „New Gods, New Masters“ erneut ein Album vor, das sowohl technische als auch kompositorische Stärken eindrucksvoll demonstriert. Weniger wütend als einige frühere Veröffentlichungen, überzeugt das Werk dennoch mit einer Vielzahl markanter Riffs, einem sehr präsenten Bassspiel und einem durchgehend treibenden, präzisen Schlagzeug. Das Album bleibt über die gesamte Laufzeit in hohem Tempo und zeichnet sich durch einen dichten, druckvollen Sound aus. Titel wie „Sarcophagi Of The Soul“ oder „Confines Of Infinity“ verdeutlichen zudem, dass David Davidson weiterhin ein Gespür für einprägsame Songstrukturen, starke Harmonien und eingängige melodische Akzente innerhalb eines aggressiven Rahmens besitzt. Ein Album, das die Stärken der Band bündelt und definitiv eine intensive Beschäftigung verdient. (4/5) Voicu

Maahes 🇩🇪 – Nechacha (Melodic Black Metal)
(Massacre Records, 19/09/25)
Auch das zweite Album dreht sich um die ägyptische Mythologie und ist eine leichte Steigerung zum gelungenen Debüt von vor fünf Jahren. »Nechacha« zeichnet sich vor allem durch seine klare, jedoch nicht steril klingende Produktion aus. In diese eingebettet sind es vor allem Songs wie das fiese »Magic Slave«, das zwischen Aggression und Epik wandelnde »Morbid Love« und das abwechslungsreiche »Keeper Of The Secret«, die nicht nur Genre – Ultras begeistern sollten. »Nechacha« ist vielseitig und bringt vom hervorragend ausgearbeiteten, ergreifenden »The Resurrection« über das orientalisch geprägte »Patron Saint Of Pharaos« bis zum gnadenlosen »Medusa« gekonnt alles unter einen Hut. (3,5/5) Daniel

IGORRR-Amen-CoverartIGORRR 🇫🇷 – Amen (Experimental Extreme Metal)
(Metal Blade Records, 19.09.25)
IGORRR begann 2006 als Soloprojekt des Franzosen Gautier Serre und entwickelte sich spätestens mit der Vertragsunterzeichnung bei Metal Blade Records und der Veröffentlichung von „Savage Sinusoid“ (2017) zu einer vollwertigen Band. Mit „Amen“ setzt das Projekt diesen Weg konsequent fort. Die Musik entzieht sich weiterhin jeder klaren Kategorisierung: Extreme Metal, Elektronik, klassische Musik und orientalische Harmonien prallen aufeinander und erzeugen ein Spannungsfeld zwischen Wahnsinn und Genialität. Zugänglich ist das nicht – zumindest nicht auf den ersten Blick. Klassische Songstrukturen werden bewusst zerschmettert, Genregrenzen ignoriert. Und doch wirkt „Amen“ kontrollierter als frühere Veröffentlichungen. Das Chaos ist weniger übergriffig, da die Songs sehr groovig und fokussierter arrangiert sind. Damit ist das Album wohl das bislang zugänglichste der Diskografie, ohne an Exzentrik einzubüßen. Töne werden ausgeschlachtet, verzerrt, Songelemente zerlegt, wieder neu zusammengesetzt und am Ende fügen sie sich dennoch zu einem kohärenten Klangbild zusammen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Single „Headbutt“: Hier trifft Black Metal auf Klaviermelodien, aggressive Growls auf Operngesang. Getragen wird alles von einer aufbauschenden Atmosphäre und verrückten Verzerrungen. „Amen“ akzentuiert all das, was IGORRR ausmacht – progressive, experimentelle Songstrukturen und die Furchtlosigkeit der Genremischung. (5/5) Charlene

Christone „Kingfish“ Ingram 🇺🇸 – Hard Road (Blues Rock)
(Red Zero Records, 26/09/25)
„Some call it blues, some say it’s rock ’n‘ roll
I don’t know what it is, it all comes from my soul
People love to talk and throw around the bull
I don’t care what you call it, long as it feels good.“

Mit diesen Worten im groovenden Eröffnungsstück »Truth« bringt der Kingfish seine Art der Musik perfekt den Punkt. »Hard Road« ist das aktuelle Album des bald gerade einmal 26-jährigen Ausnahmegitarristen und das persönlichste. Musikalisch schafft er es weiterhin, den Blues in die Neuzeit zu transportieren, ohne dass dieser seinen alten Charme verliert. »Bad Like Me« bietet Funkelemente, Classic Rock wird in »S.S.S.« und »Crosses« genauso selbstverständlich mit eingebunden wie moderner Hardrock in »Back To LA«. Hingegen regiert der Soul in den überragend gesungenen Herzschmerzsongs »Nothin`But Your Love« und »Clearly« genauso mächtig wie der Bluesrock in »Voodoo Charme« und »Standing On Business«. Dass man zum Abschluss in »Hard To Love« (gute!) Popelemente mit einbringt und darauf mit »Memphis« auch der Delta Blues Beachtung erfährt, ist hierbei genauso konsequent wie das gesamte Werk wie aus einem Guss komponiert wirkt. CHRISTONE „KINGFISH“ INGRAM ist einer der besten Musiker der Neuzeit hat (inklusive diesem Meisterstück) drei grandiose Alben in petto, wurde bisher zweimal für den Grammy nominiert, ist Blues Music Award -Dauerabonnent und verdient auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit von den Rockfans auf dem alten Kontinent! (4,5/5) Daniel

Fortsetzung folgt

DUNKELHATEFST VIII – Black Metal over Graz

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Dunkelhatefest VIII – Schwarze Messe im Club Wakuum (Graz) – 10.01.26

Gestern Abend versammelte sich die steirische Black-Metal-Gemeinde erneut im Club Wakuum in Graz, um dem Dunkelhatefest in seiner nunmehr achten Auflage beizuwohnen. Was als Underground-Zusammenkunft begann, hat sich längst zu einem Fixpunkt für Liebhaber finsterer Klänge entwickelt – und Dunkelhatefest VIII bestätigte diesen Status eindrucksvoll.

SYNKENDE

Den Auftakt machten die aus der Steiermark stammenden SYNKENDE, die mit ihrem rohen, kompromisslosen Black Metal sofort die richtige Atmosphäre setzten. Kalte Riffs, treibende Drums und eine aggressive Bühnenpräsenz ließen keinen Zweifel daran, dass hier keine Gefangenen gemacht werden sollten. Der Sound war dreckig, direkt und genau so, wie man ihn in diesem Kontext erwartet – ein gnadenloser Einstieg in den Abend.

BLESSMON

Anschließend betraten die ebenfalls heimische Black Metal Band BLESSMON die Bühne und verstärkten den Fokus auf düstere Strukturen. BLESSMON sind in der Szene keine Rookies mehr und zeigten in Graz volle Routine. Live zu sehen gibt es die Band auch auf dem Kaltenbach Open Air 2026.

STERBENSWILLE

Den Abschluss bildeten die Deutsche Black Metal Band STERBENSWILLE, die ihrem Namen alle Ehre machten. Mit einer finsteren Mischung aus melancholischen Ausbrüchen und nihilistischer Grundstimmung zogen sie dem Abend den endgültigen Abgrundsblick auf. Schon alleine das Bühnenbild überzeugte auf ganzer Linie. Die Band agierte routiniert, gnadenlos und mit einer spürbaren Verachtung für alles Helle und Harmlosere. Spätestens hier war klar: Das Dunkelhatefest ist kein Ort für Kompromisse.

Fazit

Der Club Wakuum erwies sich einmal mehr als perfekter Austragungsort für diese Art von Veranstaltung. Eng, dunkel und schweißgetränkt bot er den idealen Rahmen für einen Abend voller Hass, Kälte und klanglicher Finsternis.

Sterbenswille (D)
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Blessmon (AUT)
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Synkende (AUT)
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ANTI-SAPIEN – At The Mercy Of The Merciless

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cover artwork ANTI-SAPIEN At The Mercy Of The Merciless
cover artwork ANTI-SAPIEN At The Mercy Of The Merciless

Band: ANTI-SAPIEN 🇺🇸
Titel: At The Mercy Of The Merciless (EP)
Label: Terminus Hate City Records
VÖ: 16/01/26
Genre: Death Metal/Grindcore

Tracklist

01. Old Drugs
02. Eater Of Ghosts
03. D.E.A.D.
04. At The Mercy Of The Merciless
05. Grinding The System
06. George Washington’s Teeth

Besetzung

Blake Charlton – Guitar, Lead Vocals
Alex Fewell – Drums
Ryan Murphy – Bass, Backup Vocals
Nathan „Nate“ Rand – Lead Guitar

Bewertung:

3/5

Die amerikanische Death Metal/Grindcore Band ANTI-SAPIEN kommt drei Jahre nach ihrem Debütalbum mit einer EP, die eine Evolution der Band zeigt – besser komponiert und reifer als das letzte Album.

Vielversprechender Start mit massiven Riffs

Der Albumstart mit „Old Drugs“ ist sehr vielversprechend: massive Akkorde, sehr impaktvolle Vocals, tiefe Growls, guter Rhythmus. Die Riffs sind beeindruckend, fühlt sich nach einer guten Art von Death Metal an. Die Grindcore-Einflüsse sind hörbar in der angepissten Attitüde der Band, auch wenn der Song nicht sehr schnell ist. Auch die Backing Vocals haben einen wichtigen Einfluss auf den Gesamtsound. Brutal, roh, bestienartige Growlings, aggressiver Sound – ein guter Start.

Nicht ganz melodisch, aber auch niemand will ein Grindcore-Album, das auf Melodie basiert, und „Eater Of Ghosts“ beweist das mit gnadenlosem Rhythmus und wieder soliden Riffs. Ausgespuckte Vocals ergänzt mit hochgepitchten Shrieks – das Vocal-Duo ist das dominierende Element im Song. Das Gitarrensolo kommt sehr laut und vorne, kreiert ein Gegengewicht zu den Vocals, und der ganze Sound wird durch konstante und gute Riffs ausbalanciert. Ein guter Headbanger-Song, voll von Energie.

ANTI-SAPIEN kommen aus Brooklyn, New York, gegründet 2021. Nathan „Nate“ Rand (Lead-Gitarre) und Blake Charlton (Gitarre, Lead Vocals) sind die Originalmitglieder, mit Alex Fewell (Drums) und Ryan Murphy (Bass, Backup Vocals), die ein Jahr später dazustießen. Alle sind Musiker mit vergangener Erfahrung in Underground-Bands auf der lokalen Szene.

Trostlos und voll von Wut kommt „D.E.A.D.“ mit vielen Tempowechseln und zu vielen verschiedenen melodischen Linien, basiert hauptsächlich auf Vocals statt auf soliden Riffs. Die langsameren Passagen fühlen sich an, als würde ihnen der Treibstoff ausgehen und sie müde werden – dieser Eindruck wird unterstrichen durch das lange Solo, melodisch und sehr langsam, das sich fehl am Platz im Song-Kontext anfühlt und den Song zu einem Ende bringt. Ein bizarrer Moment nach dem kraftvollen Start des Albums.

Wechsel zwischen Kraftlosigkeit und Energie

Bessere Stimmung im Titelsong „At The Mercy Of The Merciless„, aber der Rhythmus bleibt sehr langsam. Fühlt sich wirklich nach einer anderen Band an als die, die die ersten zwei Songs gespielt hat. Ein klarer Refrain mit entschiedener melodischer Linie, aber mit besserem Rhythmus, und die repetitiven Reime geben dem Song eine gute Struktur. Gute Riffs und eine finale Passage, die zeigt, dass es möglich ist, die Kontrolle über einen Song nach schwachem Start zurückzugewinnen.

Die Produktion ist typisch für das Genre, viel Akzent fällt auf Gitarren und Vocals. Aber die Rhythmusgitarre und die Riffs könnten mehr im Rampenlicht stehen – das würde besser für den Band-Sound funktionieren, die Lead-Gitarre fühlt sich bei den meisten Interventionen an, als würde sie andere Musik spielen. Die Rhythmussektion ist nicht beeindruckend, hält nur das Tempo, sticht aber mit nichts heraus. Offensichtlich verlassen sie sich massiv auf Vocals, und diese doppelten Vocals – die Growls und die Shrieks – sind der Teil, der am besten auf dem Album funktioniert. Ziemlich rohe Produktion auch, aber nichts Schlechtes hier. Texte über reale Weltthemen, persönliche Schäden und sehr kritisch über das System passen sehr gut in den Grindcore-Sound, wie es traditionell ist.

Wieder ein vielversprechender Name für den nächsten Song „Grinding The System„, aber der cinematische Start gefolgt von moderatem Rhythmus, mit dem Song als konstante Alternation zwischen schnell und langsam – dennoch ist der Gesamteindruck positiv. Wieder versucht die Lead-Gitarre, etwas Melodie in den Song zu bringen. Die verzweifelten Schreie entlang der finalen Akkorde geben Gänsehaut, aber wie auf dem gesamten Album kontrastieren die Backing Vocals wirklich und fügen den Haupt-Vocals Wert hinzu.

Final Song der EP „George Washington’s Teeth“ bringt endlich mehr Grindcore ins Spiel, und der Sound passt besser zur Band als die langsamen und unentschiedenen Rhythmen. Hier haben wir eine klarere musikalische Richtung und einen entschiedeneren Sound. Guter Rhythmus – es fühlt sich an, als hätten sie endlich entschieden, aggressiver zu sein und mehr Energie ins Spiel zu bringen. Chaotisch und dissonant fühlt sich die Band einheitlich an und pusht zusammen in eine gute Richtung. Sie beenden die EP auf einem Hoch.

Grindcore mehr Attitüde als Musik

Für ein Grindcore-Album könnte es aggressiver und wütender sein. Und für einen echten Impact wäre ein schnellerer Rhythmus besser gepasst. Aber insgesamt simple, nicht sehr prätentiöse Musik und ein spaßiges Hören. Nicht überarbeitete Songs, direkt und mit einer guten Dosis Aggression.

Wie bereits erwähnt kommt das Grindcore-Tag mehr von der Attitüde als dass es durch die Musik ausgedrückt wird. Aber der finale Song vereint die Band-Instrumente und die musikalischen Ideen in einen kohäsiven und fokussierten Song, und das war der beste Moment der Band auf „At The Mercy Of The Merciless“ – ein finaler Aufwand, der es wert ist. Keine revolutionäre Arbeit, aber ein Album, das ein paar Durchläufe verdient.

Fazit: Eine anständige Mischung zwischen Death Metal und Grindcore – „At The Mercy Of The Merciless“ von ANTI-SAPIEN ist vielversprechender als das Debütalbum.

Internet

ANTI-SAPIEN - At The Mercy Of The Merciless - CD Review

DOME RUNNER – Interview

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Photo Credit: Saara Samane

Interview: Simo Perkiömäki /Foto: Saara Samane

Mit ihrem zweiten Album World Panopticon erweitert das finnische Industrial-Metal-Projekt DOME RUNNER seine klangliche und konzeptionelle Identität weit über die geradlinige Aggression des Debüts hinaus. Die Platte ist ein 77-minütiger Abstieg in dystopische Überwachungsstrukturen, der zwischen hartem Industrial Metal, hämmernden rhythmischen Konstruktionen und unerwartet atmosphärischen elektronischen Passagen wechselt. Es ist ein Werk, das gleichermaßen von Science-Fiction, gesellschaftlicher Beobachtung und einem präzisen Verständnis dafür geprägt ist, wie Maschinenhaftigkeit, Wiederholung und Spannung zu narrativer Form werden können. Wir sprachen mit DOME RUNNER, genauer gesagt mit Simo Perkiömäki (Songwriting, Gesang, Gitarre, Programmierung), über die Ideen, Prozesse und Einflüsse hinter World Panopticon – und darüber, wie ihre Zukunftsvision die Welt widerspiegelt, in der wir heute leben.

Viele behaupten, Industrial Metal sei tot – euer Album beweist das Gegenteil. Wie siehst du den aktuellen Zustand von Industrial Metal, und wo positioniert ihr euch darin?

Simo: Naja, ich weiß nicht, ob er so tot ist, wie er einfach beschissen ist. Statt reiner, seelenerschütternder Brutalität ist zumindest finnischer Industrial Metal schon lange nichts als Bullshit-Disco für Metalheads, und wir haben kein Problem damit, ein wohlverdienter giftiger Stich gegen diese misogynistische Ooga-Booga-Bullshit-Sphäre zu sein. Insgesamt gibt es aber ein paar Bands, die etwas Bemerkenswertes für das Genre als Ganzes getan haben, wie Code Orange, vor allem mit „Forever“, und auch die letzten beiden Alben von Candy, aber das ist auch schon alles, was auf meinem Radar ist. Ich habe allerdings nicht das Gefühl, dass wir einfach eine Band unter vielen innerhalb eines bestimmten Stils sind. Und das ist gut so.

Finnland hat derzeit eine sehr starke Extreme-Metal-Szene mit vielen bemerkenswerten Bands. Fühlst du dich als Teil dieser Gemeinschaft, oder bevorzugst du es, dass Dome Runner eher isoliert von Trends und Szenen bleibt?

Wir sind von Natur aus von Trends isoliert, aber ich habe schon das Gefühl, dass wir zu einer Art Underground-Gemeinschaft von Bands gehören, einfach weil wir viele Bands spielen, Shows buchen und aktiv bleiben. Auch wenn wir mit vielen Freunden aus ganz unterschiedlichen Bands Konzerte gespielt haben, habe ich das Gefühl, dass wir der finnischen Hardcore-Szene in gewisser Weise verdanken, wer wir sind – sie hat uns die Möglichkeit gegeben, Shows zu spielen und Dinge konkret zu formen, zu einer Zeit, als es sonst niemand getan hätte, und hat uns von Tag eins an unterstützt. Dafür gebührt Respekt.

cover artwork DOME RUNNER World Panopticon„World Panopticon“ ist ein Konzeptalbum. Wie wichtig ist das Konzeptformat für den Ausdruck eurer Musik?

Nicht sehr wichtig und sehr wichtig zugleich. Der Punkt ist, dass unser kreativer Prozess nicht besonders selbstbewusst oder geplant ist, bis wir irgendwann feststellen, dass wir eine Reihe von Songs haben, die – richtig sequenziert – eine klare rote Linie ergeben. Wir haben keinen 77-minütigen Koloss geschrieben, sondern lediglich erkannt, dass er sich selbst erschaffen hatte. Und es gibt keine verdammte Möglichkeit, dass wir auf die Bremse treten wegen irgendeiner Bullshit-Ausrede, wenn sich Dinge auf natürliche Weise weiter vorantreiben.

Was ist die thematische Verbindung zwischen dem „beobachtenden Selbst“ und eurer Idee des Panoptikons?

Die Texte sind bloße Beobachtungen von Situationen und Erfahrungen in unserer heutigen Welt, aus der Perspektive eines Individuums und zugleich aus der Perspektive eines Individuums von außen, das auf diese Welt blickt, während es gleichzeitig mit der eigenen Existenz unter dem Gewicht dieser Welt ringt. Die Verbindung und die letztliche Aussage ist, dass das Panoptikon im Beobachter selbst liegt, aber das, was dieses Panoptikon formt, eine Kombination aus Beobachtungen und Realitäten ist, die wir jeden Tag teilen und erleben – während man letztlich einen freien Geist annimmt, der Autorität und sich selbst hinterfragt und offen für Fortschritt bleibt sowie ohne Angst bereit ist, sich neu zu definieren.

Wenn du über den „beobachtenden Beobachter“ schreibst, ist das eher eine Metapher, ein psychologisches Konzept oder eine wörtlichere Vorstellung von Identität? Und was bedeutet „Rebirth“ auf eurem Album – ist es eine echte Erlösung, ein technischer Neustart oder etwas völlig anderes?

Gute Frage. Ich schreibe Texte eher, um Bilder zu erzeugen, statt mein persönliches Leben und mich selbst direkt auszudrücken, auch wenn das natürlich trotzdem darin enthalten ist. Insofern ist es eine eher wörtliche Vorstellung von Identität, aber nicht ganz. Die Idee der Wiedergeburt bedeutet keine echte Erlösung, vielleicht in gewisser Weise einen technischen Neustart, aber vielmehr den Prozess, Strukturen von Geist und Selbst – und damit die Menschheit als Ganzes und die Gesellschaft – zu hinterfragen. Nicht, um das Selbst zu zerstören, sondern um es neu zu definieren und weiterzuentwickeln.

In eurem Promotionmaterial beschreibt ihr das Album als „eine Mischung aus Beobachtung, sozialer Analyse und persönlicher Erneuerung“. Wie viel davon funktioniert als dystopische Warnung, und wie viel spiegelt unsere reale Welt wider?

Auch wenn meine Texte nicht zwingend direkt sind, spiegelt letztlich alles die reale Welt wider. Die Welt in ihrem aktuellen Zustand ist sehr dystopisch, und der digitale Albtraum, der vor Jahrzehnten imaginiert wurde, ist durch ein langsames Gären Realität geworden. Auch wenn Fiktion inspiriert, braucht man keinen Universitätsabschluss, um zu analysieren, was um einen herum passiert – ständig, überall. Man muss nur ein wenig hinschauen. Es ist nicht alles dunkel, aber definitiv auch nicht alles hell.

Eure Musik trägt klar eine Botschaft. Welche Stimmungen, emotionalen Zustände oder Reaktionen möchtet ihr beim Hörer auslösen?

Was auch immer sie in dir auslöst. Diese Songs kommen aus einem Ort, der manchmal dunkel, manchmal hell ist, aber fast ohne Ausnahme kathartisch und immer pur. Ich habe dabei nichts und alles zu verlieren. Also kann es genauso gut laut erklingen.

Science-Fiction spielt offensichtlich eine große Rolle als nicht-musikalischer Einfluss. Woher kommt diese Inspiration, und welche weiteren nicht-musikalischen Einflüsse prägen Dome Runner?

Die Welt um uns herum und die Menschen in ihr sind definitiv ein nicht-musikalischer und nie endender Einfluss auf unsere Musik, hahaha. Soweit ich mich erinnern kann, bin ich damit aufgewachsen, alles zu hinterfragen und mir selbst Antworten zu suchen, und Science-Fiction verkörpert genau diese Idee. Zu hinterfragen und offen sowie neugierig zu bleiben.

Was sind eure wichtigsten musikalischen Einflüsse?

ZZ Top, Kickback und Throbbing Gristle.

Euer Sound verbindet Extreme Metal, Hardcore, industrielle Maschinenstrukturen und elektronische Elemente. Wie entscheidet ihr, wann ein Song mehr „metallische Gewalt“ braucht und wann eine mechanischere, industrielle Struktur?

Gar nicht. Die Songs entstehen einfach. Es gibt immer Rhythmus und eine Synchronität zwischen Fleisch und Maschine, aber wie genau – dafür gibt es keine Regeln oder Gewissheiten.

Welche Rolle spielen industrielle Klanglandschaften, Geräusche und texturale Elemente bei der Formung eurer dystopischen Klangidentität?

Offensichtlich eine große. Wenn wir Programmierung und Sampling wegnehmen, haben wir eine Band, die Death Metal, Noise Rock, Metallic Hardcore, Thrash Metal, Alternative Rock, Killing Joke der 2000er … spielt. Die Synchronität zwischen uns und der Maschine ermöglicht es uns, alles zu tun und alles zu sein, was wir wollen.

„World Panopticon“ ist ein Doppelalbum mit einer Laufzeit von über 77 Minuten. Welche Herausforderungen gab es dabei, ein so langes, in sich geschlossenes Werk mit einem funktionierenden dynamischen Fluss zu schaffen? Und glaubst du, dass Hörer:innen heute noch die Zeit aufbringen, ein so langes Album am Stück zu hören?

Es mag manche überraschen, aber eigentlich gab es kaum welche – abgesehen von einem totalen mentalen Zusammenbruch beim Mischen. Es hat Zeit gekostet, aber ich habe es durchgezogen. Um ehrlich zu sein, haben wir irgendwann einfach festgestellt, dass wir verdammt viele Songs haben und dass sie alle funktionieren. Ich habe wirklich versucht herauszufinden, was man aus dem Ding streichen könnte, und ich konnte keinen einzigen Song fallen lassen. So ist das manchmal. Solche Platten macht heute niemand mehr, aber das ist deren verdammtes Problem. Ein gutes, in sich geschlossenes langes Album ist für mich Musik in ihrer besten Form – wenn deine Aufmerksamkeitsspanne von zehn Sekunden das nicht aushält, dann ist es eben nicht für dich gedacht. Diejenigen, die es können, finden vielleicht etwas, zu dem sie Jahre später zurückkehren. Oder vielleicht auch nicht. Entweder man mag es oder man mag es nicht. Aber ich lege mir bis heute Platten wie „October Rust“ von Type O Negative oder „The Downward Spiral“ von Nine Inch Nails auf, und kein einziges Mal stolpere ich darüber, wie lang sie sind. Der Schlüssel ist für mich, sich darauf zu konzentrieren, großartige Songs zu schreiben, die aus einem reinen Impuls heraus entstehen, statt sich darauf zu fixieren, ein 77-minütiges Doppelalbum zu machen.

cover artwork Dome Runner Conflict State DesignWie unterschied sich der Songwriting-Prozess für „World Panopticon“ vom Schreiben eures Debüts?

Nicht besonders stark. Die Ideen sind stellenweise etwas wilder geworden, aber wir haben uns schon immer darauf konzentriert, gute Songs zu schreiben, und das war’s. Ich denke, wir hatten diesmal ein etwas breiteres Spektrum an Einflüssen, aber ja.

Ihr habt euch für einen stärker Trip-Hop-inspirierten, elektronisch geprägten Mittelteil entschieden – weniger Metal, mehr Atmosphäre. War das eine bewusste narrative Entscheidung oder haben sich die Songs einfach in diese Richtung entwickelt?

Ich habe das spontan beim Mischen des Albums entschieden, also ja, in gewisser Weise war es eine bewusste narrative Entscheidung.

Euer Sound hat sich deutlich weiterentwickelt. In Bezug auf Produktion, Gitarrensounds, Rhythmen, Gesang und Gesamtkomposition – was waren die größten technischen oder kreativen Durchbrüche bei „World Panopticon“?

Ich denke, dass eine gewisse Definition und ein über die Zeit entwickelter Charakter dazu geführt haben, dass wir ziemlich genau wussten, wie die Dinge „klingen sollen“. Außerdem haben wir aufgehört, die Vocals ständig in Effekten zu ertränken, und sind je nach Song, Part usw. breiter an die Sache herangegangen. Ich glaube, die Songs wirken natürlicher, und unsere Arroganz, sich einen Dreck darum zu scheren, was richtig oder falsch ist, solange es gut ist, scheint deutlich durch. Ich werde immer dafür verdammt sein, unsere eigenen Platten zu mischen, aber die Wahrheit ist, dass die Detailversessenheit und der Grad an Kontrolle jemand anderen in den Wahnsinn treiben würden – also ist es etwas, das man selbst machen muss, wenn man ohnehin schon mittendrin ist, haha.

Aufnahmen können inspirierend, aber auch schwierig sein. Wie war die Erfahrung diesmal? Gab es besondere Schwierigkeiten oder Unterschiede im Vergleich zu früheren Sessions? Das Album hat Momente mit roher, fast abrasiver Produktion und andere, die klarer und ausgefeilter klingen. War das ein bewusst gesetzter künstlerischer Kontrast oder das Ergebnis von Aufnahmeproblemen?

Die Aufnahmen waren tatsächlich sehr einfach. Die Instrumente haben ein paar Tage gebraucht, Vocals und Programmierung wie immer den Großteil der Zeit. Es gab aber keine wirklichen Schwierigkeiten. Ich habe im Prozess genug Abstand genommen, um mich darauf zu konzentrieren, wo und wie man Dinge verbessern kann. Die Vielfalt in der Produktion ist immer ein bewusst gesetzter künstlerischer Kontrast. Wir machen unsere Hausaufgaben, bevor wir im Studio die Richtung festlegen, aber manche Dinge sollen genau so brutal und abrasiv sein, wie sie sind.

Euer Album ist erst seit ein paar Wochen draußen. Wie läuft es bisher, und wie fühlst du dich persönlich jetzt damit, wo es draußen in der Welt ist?

Es fühlt sich gut an, dass die Platte draußen ist. Sie hat alles gefordert, was wir hatten, und die Tafel für neue Musik komplett leergewischt. Ich denke, so ein Album braucht etwas Zeit, um anzukommen, aber ich bin zuversichtlich. Es wäre nicht veröffentlicht worden, wenn es komplett scheiße wäre.

Wenn eure Musik oft mit Maschinen oder fabrikartigen dystopischen Bildern verbunden wird: Wie wichtig ist der visuelle Aspekt – Artwork, Videos, Ästhetik, Live-Visuals – für Dome Runner? Und wie nutzt ihr Live-Auftritte, um die visuelle und konzeptionelle Welt hinter eurer Musik zu verstärken?

Sehr wichtig. Deshalb machen wir das meiste selbst. Wir haben einfach zu viel eigene Vision für alles, haha. Wann immer es zur Gelegenheit passt, haben wir bei unseren Live-Shows Visuals eingesetzt, aber nicht immer. Das hängt stark von den Umständen ab.

Plant ihr, visuelle „Panoptika“, Machine-Art-Elemente oder andere konzeptionelle Installationen künftig stärker in eure Live-Shows zu integrieren? Gibt es in naher Zukunft Konzerte? Kommt ihr nach Wien oder irgendwo nach Österreich?

Vielleicht. Wir werden sehen. Sehr wahrscheinlich zumindest bei manchen Gelegenheiten. Unser Ziel ist es, nächstes Jahr zu touren und generell so viel wie möglich zu spielen. Wir hoffen, auch in Wien und/oder Österreich spielen zu können.

cover artwork Dome Runner Catastrophe PlatformGehen wir zurück zum Anfang: Wie begann deine persönliche Reise im Metal? Was hat dich speziell zu extremem Metal gezogen? Welche Bands oder Künstler haben dich am stärksten geprägt?

Nun ja, mein Vater hat es irgendwie verbockt und mir Metallica vorgespielt, als ich fünf oder sechs Jahre alt war, und seitdem war nichts mehr wie zuvor, haha! Kurz danach habe ich angefangen, Gitarre zu spielen, und der Rest ist Geschichte. Ich erinnere mich, dass ich mit etwa acht Jahren heimlich nach dem Zubettgehen Headbangers Ball Mitte der 2000er geschaut habe und dort viele Bands entdeckt habe, die mich fürs Leben geprägt haben. Ich denke, YouTube war revolutionär für neue Musik, aber nachdem ich durch Punkrock meine bis heute besten Freunde kennengelernt habe, habe ich auch gleichgesinnte Menschen mit ähnlichen Interessen an Musik und verschiedenen Stilen gefunden. Künstler, die mich am meisten geprägt haben, sind wohl Killing Joke, Metallica, Anthrax, Sepultura, Integrity, Kaaos, Godflesh, Strapping Young Lad, Nine Inch Nails, Fear Factory, Pitchshifter, Beherit, Faith No More und Type O Negative – um nur einige zu nennen, aber es gibt viele mehr.

Euer Bandname ist sehr ungewöhnlich. Was bedeutet „Dome Runner“ für dich, und wie seid ihr darauf gekommen? Gibt es eine konkrete Geschichte hinter dem Namen?

Ein bisschen simpel vielleicht, aber letztlich stand während der Demoaufnahmen 2019 entweder Domecrusher oder Dome Runner zur Auswahl, und wir haben uns für Letzteres entschieden. Zur Erklärung: Ich hatte bereits 2014 einige Songs geschrieben, darunter „In Pain“ vom ersten Album, damals unter dem Namen Domecrusher, habe das Projekt aber wegen mangelndem Selbstvertrauen und Mut, mich auszudrücken, auf Eis gelegt – so wie viele andere gemobbte und kaputtgemachte Kids. Später wurde mir klar, dass der Name letztlich den Beobachter von außen repräsentiert. Außerdem ist Dome Runner eine Figur aus Warhammer, die Necromundan-Underhive-Vagabunden bezeichnet, die als lokale Guides für Gangs fungieren, wenn diese ihr Territorium in bislang unbekannte Gebiete ausdehnen. Auch wenn wir keinen Warhammer Metal spielen, hatte diese Definition eine ähnliche Note wie das, was ich mir vorgestellt habe – und das hat den Namen zusätzlich bestärkt.

Zum Abschluss dieses Interviews: Die letzten Worte gehören dir. Gibt es noch etwas, das du hinzufügen möchtest – eine Botschaft an eure Hörer:innen, einen Gedanken zum Album oder etwas, das du teilen willst?

Hab keine Angst davor, der zu sein, der du bist. Angst ist der Gedankenkiller. Bleib offen und fokussiert.

DOME RUNNER – Interview

Der Redaktionspoll 2025

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Unser Jahresrückblick

2025 war für die Metalszene ein Jahr ohne große Revolutionen, aber mit spürbarer Bewegung im Untergrund. Weniger Hype, mehr Substanz. Viele Bands haben aufgehört, Trends hinterherzulaufen, und stattdessen wieder stärker an ihrem eigenen Sound gearbeitet. Das Ergebnis war kein lauter Knall, sondern ein konstantes Grollen aus allen Ecken des Genres. Leider musste die Rock/Metal Szene etliche Ableben verkraften und diesen Rockgöttern zollen wir Tribut!

Im Extreme-Bereich zeigte sich eine klare Verschiebung hin zu roheren Produktionen. Black und Death Metal klangen öfter bewusst ungeschliffen, fast trotzig gegen den allgegenwärtigen Hochglanz. Gerade kleinere Labels und DIY-Releases hatten hier die spannendsten Momente. Österreich war dabei auffällig präsent, mit Bands, die ihre alpinen, düsteren Eigenheiten nicht versteckten, sondern weiter zuspitzten. Weniger Kopie, mehr Charakter.

Metalcore und moderner Metal haben sich 2025 weiter entkrampft. Die große Welle ist vorbei, dafür blieb eine Szene übrig, die wieder experimentieren darf. Elektronische Elemente wurden sparsamer eingesetzt, Riffs rückten zurück in den Fokus. Manche Bands fanden genau dadurch zu einer neuen Ernsthaftigkeit, andere verschwanden leise von der Bildfläche. Beides fühlte sich folgerichtig an.
Live war das Jahr ein Gewinn für den Underground. Kleinere Venues waren besser besucht als erwartet, Festivals setzten mutiger auf lokale Acts statt auf sichere Namen. Die Nähe zwischen Bands und Publikum wurde wieder wichtiger. Weniger Distanz, mehr Austausch, mehr verschwitzte Abende ohne großes Brimborium.

Unterm Strich war 2025 kein Jahr für große Schlagzeilen, aber ein gutes Jahr für Metal. Die Szene wirkt stabil, selbstbewusst und erstaunlich entspannt. Wenn das so weitergeht, kommt der nächste Umbruch nicht aus einem Trend, sondern aus echtem Bedarf. Und genau das war immer die stärkste Triebfeder dieser Musik.

Robert

2025 war ein Jahr, in dem die österreichische Metalszene ihre Stärken zeigte: Bodenständigkeit, Haltung und handgemachte Musik statt Effekthascherei. Kleine Bands wie JACOBS MOOR, RAUHNÅCHT oder SILIUS lieferten starke Releases, die man nicht einfach übersah. Die Produktion klang klarer, aber der rohe Kern blieb erhalten.

Live herrschte wieder spürbare Energie. Clubs waren voll, Publikum und Bands hatten diesen direkten, fast familiären Vibe, den man auf großen Festivals oft vermisst. Besonders im Black- und Death-Metal war zu erkennen, dass mehr Wert auf Spannung und Songaufbau gelegt wurde als auf technische Effekthascherei.

2025 zeigte außerdem: Trends interessieren kaum noch. Core-Schablonen, glattpolierte Produktionen – die Szene sucht Ecken und Kanten. Wer mutig ist und eigene Wege geht, wurde gehört. Kein Jahr der großen Schlagzeilen, aber viele kleine Highlights, die beweisen: Der österreichische Underground lebt und bleibt relevant.

  • Top 5 Alben:
    1.) PHANTOM CORPORATION – Time And Tide
    2.) RAUHNÅCHT – Zwischenwelten
    3.) MEZZROW – Embrace The Awakening
    4.) JACOBS MOOR – Anthems For The Apocalypse
    5.) SILIUS – Beneath the Flesh
  • Top 5 Livekonzerte:

Da mein Beruf mich dieses Jahr komplett vereinnahmt hat und Gefechtsübungen mit allen möglichen Waffen und schlafen unter freiem Himmel zwar Bestandteil waren, allerdings keinen Festivalcharakter an sich hatten konnte meine Wenigkeit nur ein Konzert genießen, dafür eines das ordentlich gepunktet hat.

1.) Trivium, Bullet For My Valentine, Orbit Culture 19.02.25 Wiener Stadthalle

Ich glaube, die Metalszene 2026 wird richtig spannend, gerade weil sie ein bisschen von zwei Seiten lebt: einerseits klassisch, mit den alten Heavy , Black und Death-Metal-Bands, die immer noch ihre Szene Treue haben. Andererseits wächst da gerade ein richtig kreativer Underground, der sich gar nicht mehr so sehr an Genre-Regeln hält. Da vermischt sich Black Metal mal mit Post-Rock oder Progressive, Bands experimentieren einfach – und das ist echt cool.

Persönlich wünsche ich mir etwas mehr die Zeit zu haben Konzerte zu besuchen, das habe ich mir ganz fest vorgenommen. Wie heißt es oft: Nur die Hoffnung stirbt zuletzt.

Peter (Dr. Peda)

Auch das Jahr 2025 war ein komisches Jahr…Überraschung! Allgemein fiel  auf, dass die alten Helden des Metal teils zu Hochform zurückfanden, teils über den Jordan gingen und so Plätze im Metal-Olymp freiwurden. Wer sie besetzen wird? Vielleicht wird uns das 2026 zeigen.

Fazit: 2025 war ein starkes Jahr im Metal, das ihn stabil bleiben und zum Ruheanker im Sturm werden ließ.

  • Top 5 Alben:
    1.) THRON – Vurias
    2.) PRIMAL FEAR – Domination
    3.) NEKRODEUS – Ruaß
    4.) FREITOD – Zeit zu gehen
    5.) PARADISE LOST – Ascension
  • Top 5 Livekonzerte:
    1.) IRON MAIDEN vor 52.000 Eddie-Fans im Happel-Stadion in Wien
    2.) IRON MAIDEN vor 52.000 Eddie-Fans im Happel-Stadion in Wien
    3.) IRON MAIDEN vor 52.000 Eddie-Fans im Happel-Stadion in Wien
    4.) IRON MAIDEN vor 52.000 Eddie-Fans im Happel-Stadion in Wien
    5.) IRON MAIDEN vor 52.000 Eddie-Fans im Happel-Stadion in Wien…noch Fragen welches Konzert ich favorisierte?

Noch was übrig zu sagen übers Jahr? Vielleicht: Ceterum censeo MANOWAR esse delendam!

Daniel

Zwei Dinge waren für mich dieses Jahr prägend:
der zurückgekehrte Spaß am Schreiben und alte Helden.
Dass ich 2025 in einem Jahr Saxon, Dream Theater, King Diamond, Grave Digger, Primal Fear und Iron Maiden im näheren Umkreis und in Topform erleben durfte, lässt dieses Jahr wohl für immer in meinem Gedächtnis. Unvergessen ist auch der Gig von Claymorean in Leipzig, wo sich die Band vor nicht einmal zehn zahlenden Gästen den Allerwertesten wund spielte. Auch mein erstes Helmfest bleibt hängen und wird nicht mein letztes bleiben. Super organisiert, tolle Bands und eine nette Crew sprechen für das kleine Festival in Büddenstedt. Dass ich dort an meinem Geburtstag zufällig auch noch meinen ehemaligen „Brieffreund“ Sammy von Wolfs Moon traf, war dann natürlich die Krönung.

  • Top 5 Alben:
    1.) Noor – Mother`s Guilty Pleasure Part One
    2.) Darklon – Mind Reaper
    3.) Scorcher – The Regal Eye
    4.) Wings Of Steel – Winds Of Time
    5.) Tokyo Blade – Time Is The Fire
  • Top 5 Livekonzerte:
    1.) King Diamond – Wenn der König Audienz gibt, muss man hin!
    2.) Grave Digger beim Jamboree in Altes Lager – Die Band vor gut 18000 Leuten, geil.
    3.) Claymorean – Wenn du vor gut 10 Leuten spielst und trotzdem alles gibst.
    4.) Saxon – Je oller, desto doller!
    5.) Eisregen – Oft gesehen, aber selten so stark wie dieses Jahr.

Das Comeback des Jahres möchte ich noch erwähnen, denn dies spiegelt sich in meiner Albenliste deutlich wieder. Dieser Titel gebührt eindeutig dem US Power Metal, der zwar nie tot war (weil er unsterblich ist!), aber in der Breite selten so stark wie im abgelaufenen Jahr aufgestellt schien und dadurch wieder an Relevanz gewann.

Lazer

Mein musikalisches Jahr 2025 war geprägt von der Tatsache, dass ich nach Jahren der Absitnenz wieder zurück im Schreiben bin. Langsam und behutsam taste ich mich wieder an die alte Form heran. Dazu kann ich nur sagen: „I’m back bitches!“. Am meisten überrascht war ich persönlich von der Metalcore/Deathcore-Szene. Hier hat sich tatsächlich etwas – für mein Empfinden – in die korrekte Richtung bewegt. Dieses Genre werde ich 2026 vermehrt beobachten und gegebenenfalls natürlich auch häufiger rezensieren. Dennoch werde ich weiterhin in den Extremen schwimmen und mich im Überlebenskampf zwischen Blut, Mord, Pussy und Poo suhlen.

  • Top 5 Alben:
    1.) Knosis – Genknosis
    2.) BYONOISEGENERATOR – Subnormal Dives
    3.) New World Depression – Abysmal Void
    4.) Breathe // Die – Gestalt
    5.) Car Bomb – Tiles Whispers Dreams

Charlene

Wednesday-13-Mid-Death-CrisisTop 5 Alben:
1. WEDNESDAY 13 – Mid Death Crisis
2. HALESTORM – Everest
3. IGORRR – Amen
4. WARBRINGER – Wrath And Ruin
5. TIKTAALIKA – Gods Of Pangaea

Top 5 Livekonzerte:
1. Marilyn Manson, 14.02.25 @ Hala Vodova, Brno
2. Wednesday 13, 03.08.25 @ Rock Café, Prag
3. Savatage, 19.06.25 @ Zenith, München
4. Dream Theater, 14.07.25 @ Stadtpark Open Air, Hamburg
5. Halestorm, 21.06.25 @ Donauinselfest, Wien

Konzerttechnisch war 2025 für mich ein äußerst umtriebiges Jahr. Dank einiger meiner Lieblingsbands durfte ich zahlreiche Städte kennenlernen, die mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen sind. Solche Reisen verleihen den Konzerten selbst oft eine zusätzliche besondere Bedeutung. Doch 2025 war für mich nicht nur wegen der vielen bandbedingten Trips ein außergewöhnliches Jahr: Nach acht Jahren hatte ich endlich wieder die Gelegenheit, Marilyn Manson live zu sehen. Als ich begann, Metal zu hören, war seine Musik ein wichtiger Ankerpunkt für mich. Auch Wednesday 13 zählt zu den ersten Bands, die ich als Jugendliche für mich entdeckt habe. Ähnlich wie Manson hat auch Wednesday 13, bzw. der Mann hinter dem Pseudonym, ein bemerkenswertes musikalisches Comeback hingelegt. Hinzu kommt, dass beide auch persönlich an sich gearbeitet haben, was sich deutlich in ihren Live-Performances widerspiegelt.

„Mid Death Crisis“ von Wednesday 13 ist für mich daher mein Album des Jahres 2025 – weniger wegen einer überragenden musikalischen Leistung, denn würde man diese zum alleinigen Maßstab machen, müsste man eigentlich für jedes Subgenre eine eigene Top-5-Liste erstellen. Metal und Rock sind derart facettenreiche Stilrichtungen, doch am Ende zählen vor allem die Emotionen und Gefühle, die Musik in uns auslöst. Aus diesem Grund war es mir wichtig, den Standpunkt zu erläutern, von dem aus ich meine Top 5 bewerte. Manche Leserinnen und Leser erwarten vermutlich eine Rangliste, die sich primär an musikalischer Finesse orientiert – und viele von uns würden ihre Alben wohl genau nach diesem Kriterium ordnen. Für mich jedoch wog 2025 die emotionale Komponente schwerer als die rein musikalische. Nichtsdestotrotz haben mich gerade „Amen“ von IGORRR und „Gods Of Pangaea“ von TIKTAALIKA mit ihrer außergewöhnlichen Experimentierfreude so sehr begeistert, dass sie für mich zahlreiche andere starke Veröffentlichungen in den Schatten gestellt haben.

Voicu

cover artwork DORMANT ORDEAL Tooth and Nail

  • Top 5 Alben:
    1. DORMANT ORDEAL – Tooth and Nail
    2. MORBIFIC – Bloom of the Abnormal Flesh
    3. AN ABSTRACT ILLUSION – The Sleeping City
    4. KARG – Marodeur
    5. VÍGLJÓS – Tome II – Ignis Sacer
  • Top 5 Livekonzerte:
    1. Nailbomb 05.08.25 @ Szene Wien
    1. Terrorizer 10.12.25 @Szene Wien
    3. Exodus 15.06.25 @ Majestic Club Bratislava
    4. Cattle Decapitation 07.02.25 @ SiMM City Wien
    5. Iron Maiden 17.07.25 @ Ernst-Happel-Stadion Wien

2025 war ein starkes Jahr für Metal!

ARCHITECTURAL GENOCIDE – Malignant Cognition

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cover artwork ARCHITECTURAL GENOCIDE Malignant Cognition
cover artwork ARCHITECTURAL GENOCIDE Malignant Cognition

Band: ARCHITECTURAL GENOCIDE 🇺🇸
Titel: Malignant Cognition
Label: Comatose Music
VÖ: 16/01/26
Genre: Brutal Death Metal

Tracklist

01. Precursor To Bloodshed
02. Coercion Into Carnality
03. Leave It To Cleaver
04. Trophies For My Murders
05. Malicious Wager
06. Decent Deranged
07. Zed Requiem
08. Stuffed Under Floorboards

Besetzung

Daniel Brockway – Vocals
Matt Day – Bass
Tom Savage – Guitar
Nat Conner – Drums

Bewertung:

2/5

Mehr als fünf Jahre nach ihrem Debütalbum kehren ARCHITECTURAL GENOCIDE mit ihrem zweiten Album „Malignant Cognition“ zurück. Kaum eine Verbesserung ihrer Musik, eher eine Fortsetzung ihres Sounds – das erwartete herausragende Album der Band lässt weiter auf sich warten.

Kaputte Drums dominieren alles

In der traditionellen Genre-Eröffnung ist „Precursor To Bloodshed“ nur eine cinematische Sequenz – ferne gesprochene Dialoge, Hintergrundgeräusche, keine Musik, nur Atmosphäre. Aber „Coercion Into Carnality“ bringt einen moderat aggressiven Sound mit moderatem Tempo. Solide Riffs, eine Serie von Gitarrenquietschen und tiefen geknurrten Vocals, nah an Pig Squeals. Die Drums, die klingen, als wären sie kaputt – ein weiterer in letzter Zeit typischer Sound in Brutal Death Metal – übernehmen bald den Sound und lassen alles andere im Hintergrund. Nichts wirklich Beeindruckendes hier.

Auch nichts Neues im nächsten Song. „Leave It To Cleaver“ ist eine Alternation zwischen langsamen Passagen und leicht dynamischeren, aber insgesamt bringt der Song, außer beim Schlagzeug, das mit Blast Beats und harten Schlägen kompensiert, nichts Brutales oder wirklich Aggressive Musik. „Trophies For My Murders“ setzt den ziemlich faden Sound fort, ohne etwas Unvergessliches, nur eine Sammlung von Riffs und einem kurzen Uptempo-Rhythmus. Aber hauptsächlich langsam und nicht wirklich schwer, zumindest verglichen mit dem, was man für das Tag erwartet, das sie auf ihre Musik setzen.

ARCHITECTURAL GENOCIDE sind eine Band aus Houston, Texas, 2017 gegründet, mit Mitgliedern, die etwas Erfahrung in anderen lokalen Bands teilen. Der Initiator des Projekts hat die Band vor langer Zeit verlassen und Daniel BrockwayVocals, Matt DayBass und Nat ConnerDrums als ältere Mitglieder und Kern der Band zurückgelassen, mit Tom SavageGitarre, der 2020 dazustieß. Inzwischen hat nach der Aufnahme des Albums ein zweiter Gitarrist, Caleb Baker, die Band verstärkt, ist aber nicht auf „Malignant Cognition“ zu hören.

Schlechte Produktion verstärkt die Probleme

Eine weitere cinematische Passage eröffnet den kurzen Song „Malicious Wager„, langsam, und außer bei den Vocals, die einen variierten Ansatz versuchen, nicht viel Musik im Song. „Decent Deranged“ setzt den schlechten Sound der Drums fort, und der wird langsam ziemlich nervig – nicht viel ist hinter dem frenetischen Angriff der kaputten Drums zu hören.

Die Produktion ist auch unterdurchschnittlich, wie die Musik. Bei genauerem Hinhören kann sie eigentlich als ziemlich schlecht betrachtet werden. Sehr linear, ohne Dynamik – die Drums, die einen seriösen schweren Sound bringen sollten, sind gefangen zwischen dem Sound wie kaputte Drums und Blast Beats, die so weit hinten im Mix sind, dass sie fast unhörbar sind. Sehr selten ist auch der Bass zu hören, und das resultiert in einem Sound, der keine echte Tiefe oder Dynamik hat. Die Gitarren sind zu leise im Gesamtmix, höchstwahrscheinlich sind nur die Vocals korrekt produziert und gemixt.

Weiter zu den finalen Songs: Bei „Zed Requiem“ werden die Drums wirklich nervig, zu laut und bringen nichts Musikalisches. Vocals in verschiedenen Techniken versuchen den Song zu retten, aber hier kann nichts mehr gerettet werden. Final Song des Albums „Stuffed Under Floorboards“ kehrt zu einem klareren Gitarrensound zurück wie in den ersten Songs, aber sobald die Drums starten, kann alles andere vergessen werden. Zu schade, dass ein ganzer Band-Aufwand unter inkohärentem Drumming verschwindet. Langsamer Rhythmus, distanzierte Riffs, endend mit verhallten Flüstern – ein finaler Touch, der die Irrelevanz des neuen Albums von ARCHITECTURAL GENOCIDE zeigt.

Begleitband für einen lauten Drummer

Nicht einmal ein mittelmäßiges Album – „Malignant Cognition“ erweist sich als schlechter als das. Keine wirklich unvergesslichen Momente oder etwas, das im Band-Sound heraussticht. Außer dem schlechten Drums-Sound. Langweilige Kompositionen, insgesamt uninteressante Songs, weit von der Schwere entfernt, die man erwarten würde. Die seltenen Momente, wo die Gitarren einen Beitrag in echtem Brutal Death Metal Stil haben, sind zu spärlich, um einen echten Einfluss auf den Gesamtsound zu haben.

Höchstwahrscheinlich ein Album für einen schlechten Drummer, aber einen sehr lauten. Alles andere sind nur begleitende Sounds für die Drums. Die Vocals beweisen einige technische Fähigkeiten, aber alleine kann das kein anständiges Brutal Death Metal Album machen. Sich selbst als „ein perfektes Beispiel für Brutal Death Metal“ zu präsentieren, zeigt, wie losgelöst von der Realität die Band ist. Nicht der Mühe wert.

Fazit: Ein vergessliches Album von ARCHITECTURAL GENOCIDE – „Malignant Cognition“ ist schlecht produziert, nicht beeindruckende Musik.

Internet

ARCHITECTURAL GENOCIDE - Malignant Cognition - CD Review

VERMOCRACY & ZERLEGER – „Double Death Release“ am 17.01.26 @ Arena Wien

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VERMOCRACY-ZERLEGER-Double-Death-Release-Show

Roars From The Depths Presents: Double Death Release feat. VERMOCRACY, ZERLEGER mit Special Guests PARENTAL ADVISORY, GRAUFAR und ATHIRIA

Die nächste Zusammenkunft der heimischen Extreme-Metal-Garde steht bevor – und sie verspricht nichts Geringeres als eine finstere Nacht im Zeichen des Death Metal in all seinen Facetten. Am 17. Jänner 2026 findet in der Wiener Arena ein Double Death Release statt, bei dem VERMOCRACY und ZERLEGER neues Material erstmals live auf die Bühne bringen. PARENTAL ADVISORY, ATHIRIA und GRAUFAR werden dabei helfen, den Abend schrittweise aufzuheizen.

VERMOCRACY werden ihr brandneues Album „Of Failing And Fading“ vorstellen. Die österreichische Melodic-Death-Formation zeichnet mit wuchtigen Riffs, erdigen Grooves und bestialischen Vocals ein dystopisches Bild vom Scheitern und Verfall moderner Gesellschaften. Seit ihrer Gründung 2017 hat sich die Band mit zwei Vorgängeralben, zahlreichen internationalen Shows sowie Support-Auftritten für BAEST, BENIGHTED oder MALEVOLENT CREATION einen festen Platz in der Underground-Szene erspielt.

Mit „Of Failing And Fading“ schlagen VERMOCRACY nun das nächste Kapitel auf. Mit technisch anspruchsvollen aber mitreißenden Kompositionen setzt die Band einen weiteren definierenden Ankerpunkt in ihrer Karriere. Als drittes Album markiert es den musikalischen Höhepunkt und lässt neugierig auf die weitere Entwicklung der Band warten. Zuerst werden jedoch die neuen Songs live auf Herz und Nieren getestet!

Den zweiten Teil des Double Death Release übernehmen ZERLEGER, die an diesem Abend ihre neue EP „Abgekratzt“ erstmals live vorstellen. Das Wiener Old-School-Death-Metal-Quartett zeigt darauf unmissverständlich, wo der Hammer hängt: Mid-Tempo-Death-Groove trifft auf treibende, klassische Riffs, aufgelockert von kurzen, melodiösen Momenten. Künstliche Sounds sucht man hier vergeblich – ZERLEGER setzen auf rohen, rotzigen Death Metal.

Inhaltlich spannt „Abgekratzt“ einen weiten Bogen: mittelalterliches Raubrittertum prallt auf Zombie-Trash, innere Abgründe auf das postfaktische Zeitalter. Tief in der alten Schule verwurzelt, aber mit genug Eigenständigkeit versehen, reißen ZERLEGER an diesem Abend nicht nur Gehörgänge ein, sondern auch Genregrenzen – direkt, ungefiltert und live mit maximaler Durchschlagskraft.

Mit PARENTAL ADVISORY steht zudem ein echtes Schwergewicht der Wiener Death-Metal-Szene auf der Bühne. Seit beinahe drei Jahrzehnten liefern sie technisch versierten, unnachgiebigen Death Metal in Reinform – authentisch, intensiv und frei von Kompromissen. Ein Pflichttermin für alle, die Death Metal ohne Schnörkel zu schätzen wissen.

Nach ihrer Wiederauferstehung 2023 zeigen sich ATHIRIA so bissig wie nie zuvor. Mit der aktuellen EP „Bash of the Beast“ demonstriert die Band eindrucksvoll, wie kompromissloser Death Metal mit atmosphärischen Leads und subtilen Black-Metal-Anleihen zu einer explosiven Mischung verschmilzt. Live entfaltet diese Kombination eine besondere zerstörerische Energie.

Abgerundet wird das Line-up von GRAUFAR. Nach dem Gewinn des Wacken Metal Battle Austria 2024 und der Veröffentlichung ihres Debütalbums Scordalus (2024) haben die Linzer die heimische Szene heftig aufgemischt. Ihr melodisch-grooviger Mix aus Death und Black Metal fand schnell Anklang bei den österreichischen Metalheads. Wer bereits nach Nachschub lechzt, darf sich freuen: Die Band hat kürzlich ihr zweites Studioalbum namens „Via Necropolis“ angekündigt, welches am 20. März veröffentlicht werden soll.

Der Abend des 17. Jänners steht ganz im Zeichen des Death Metal in seinen schillerndsten Facetten. Gekrönt wird er von einem Double Death Release, der rohe Energie, neue Songs und maximale Live-Eskalation verspricht. Ein Pflichttermin für alle, die den lokalen Underground erleben und überleben wollen! Tickets sind direkt über die Seite der Arena erhältlich oder über Öticket.

VERMOCRACY-ZERLEGER-Double-Death-Release-Show

Eckdaten

Datum: 17.01.2026
Ort: Arena Wien, Baumgasse 80, 1030 Wien
Einlass: 18 Uhr
Tickets erhältlich via Arena oder Öticket

Running Order:

18:30-19:10 Graufar
19:30-20:10 Athiria
20:30-21:10 Parental Advisory
21:30-22:20 Zerleger
22:40-23:40 Vermocracy

Quellenangabe: Bands

Photo Credit: Bands

VERMOCRACY – Of Failing And Fading

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VERMOCRACY – Of Failing And Fading -Coverartwork
VERMOCRACY – Of Failing And Fading -Coverartwork

Band: VERMOCRACY 🇦🇹
Titel: Of Failing And Fading
Label: Self-Release
VÖ: 09/01/26
Genre: Melodic Death Metal

Tracklist

01. Burned by Promethean Flames
02. I Hate
03. A Sermon to the Sheep
04. The Path
05. Force Fed Perception
06. Useful Moribund
07. About Ephemerality
08. Shards of Abhorrence
09. Requiem
10. Spirals

Besetzung

Michael Frick – Vocals
Andreas Huber – Guitars
Hannes Sandrini – Bass
Roman Kolesnik – Drums

Bewertung:

4,5/5

Das neue Jahr startet mit einem starken Release aus der lokalen Underground-Szene: Die Wiener Melo-Death-Formation VERMOCRACY veröffentlichen ihr drittes Studioalbum „Of Failing And Fading“ und eröffnen damit ein neues Kapitel in ihrer Bandgeschichte. Ihr charakteristischer Sound, der seit ihrem Debüt wegweisend ist, wurde auf dieser LP weiter verfeinert und klingt stimmiger denn je!

Eine aufstrebende Band aus dem Wiener Underground

VERMOCRACY haben sich in den letzten Jahren einen Namen im österreichischen Underground gemacht. Mit zahlreichen Auftritten in Wien und angrenzenden Bundesländern – darunter in der Steiermark beim Kaltenbach Open Air – beweist die Band, dass sie hungrig nach dem Feedback des Publikums ist. Nicht nur die Bühnen Österreichs wurden von dem Quartett heimgesucht, sondern auch unter anderem die von Deutschland, Italien und Tschechien. Spielfreude und musikalisches Können kommen gut bei den Leuten an.

Melo-Death-Inspiration aus den 90ern und frühen 2000ern

Typisch für VERMOCRACY ist die Anlehnung an melodischen Death Metal der 1990er und frühen 2000ern mit einem klaren Fokus auf prägnante Gitarrenmelodien und -riffs. Thematisch kreisen die Texte um Scheitern, Selbstbetrug und Vergänglichkeit, die durch ein schweres Mid-Tempo verstärkt werden. Das düstere Konzept wird abgerundet durch intensive, raue Growls.

Hörbarer Reifeprozess

Neben dem Genre, das VERMOCRACY bedienen wollen, hatten sie offenbar von Beginn an eine klare Vorstellung von ihrem eigenen Sound. „Of Failing And Fading“ fügt sich nahtlos in die Diskographie der Truppe ein, lässt aber zugleich einen deutlichen Reifeprozess erkennen. Auch der Entwicklungsschritt vom Vorgänger „Age Of Dysphoria“ (2022) zum aktuellen Werk ist klar hörbar: „Of Failing And Fading“ klingt roher und ergänzt das Bandkonzept stimmiger als zuvor. Dazu passt, dass das Album in einem intensiven, persönlichen Prozess entstand. Die Musik stammt erstmals vollständig aus der Feder von Gitarrist Andreas Huber. Die Texte wurden – bis auf eine Ausnahme – von Sänger Michael Frick verfasst, der zudem auch das Cover-Artwork gestaltete. Dieses sorgt bereits visuell für eine klare Abgrenzung zu den beiden vorherigen Alben, die stilistisch und thematisch stärker ineinandergriffen.

Energiegeladener Auftakt

Das Album beginnt mit einem energischen Opener: „Burned by Promethean Flames“ startet mit wuchtigen Gitarren und einem groovigen Schlagzeug-Beat, der sich später auch in den Gitarren wiederfindet. Das Solo wurde von Andreas Kienleitner gespielt, welcher der Band seit letztem Jahr als Live-Gitarrist aushilft. Es lässt das Lied noch einmal aufleben, um dann in einem schwerfälligen Outro zu enden. Mit ähnlicher Energie und Vehemenz folgt „I Hate“. Das geradlinige Stakkato-Riff motiviert die rechte Hand sofort zum Air-Shredden und verleiht dem Lied Wiedererkennungswert. Tempo-Drosselungen werden durch gutturale Growls und bösen Schlägen aufs China-Becken akzentuiert.

Prägnante Gitarrenmelodien und Riffs

Die Gitarrenmelodie im Intro von „A Sermon to the Sheep“ klingt für mich jedes Mal als stamme sie aus einem 90er-Jahre-Videospiel. Das Up-Beat-Feeling wird durch einen galoppierenden Schlagzeugrhythmus begleitet. Insgesamt ist es für mich eines der besten Lieder auf dem Alben, weil es nicht nur mitreißt, sondern auch den charakteristischen Gitarren-Fokus zum Besten gibt. Darüber hinaus wird man im letzten Drittel von einer sehr harmonischen Akustikpassage überrascht, in der der Bass mit einer großartigen Melodie glänzt.

Abwechslung bei Instrumenten und Vocals

Auch das nächste Lied, „The Path“, zählt zu den stärksten des Albums. Eine vorantreibende Kraft der Instrumente wird von einem saftigen Groove begleitet. Was aber besonders gut gelungen ist, ist der mystische Stimmungswechsel, der ungefähr ab der Hälfte beginnt. Die Instrumente rücken etwas in den Hintergrund und lassen Michaels Gesang-Part den Vortritt. Statt zu growlen wird hier zuerst geflüstert. Das Flüstern wird zu einem druckvollen Aufschrei, der vom Schlagzeug mit aufsteigender Energie empfangen wird, bis das Lied wieder zu seinem Ursprung zurückfindet.

Man zücke die Luft-Gitarre!

Auf „Force Fed Perception“ dominiert ebenfalls eine ausgelassene, positive Stimmung, die für mich aber nicht ganz aufgeht. Spannender wird es ca. ab der Hälfte, wo es langsamer und brachialer wird, um am Ende ein letztes Mal in den thrashigen Beat zu stolpern. Die Kontrolle der rechten Hand wird in „Useful Moribund“ ähnlich wie bei „I Hate“ herausgefordert. Das Shredden auf den Gitarren erweckt das Bedürfnis, es selbst zu tun. Das Schlagzeug peitscht das Lied unablässig nach vorne. Der Refrain wird von einem Gefühl der Erlösung begleitet. Der Bass sickert hier immer wieder durch die Töne hindurch – der Song ist einfach sehr gut aufgebaut.

Musikalische Komplexität, die beim Hören nicht immer aufgeht

Nach diesem Prachtexemplar kommt eines der schwierigsten Nummern: About Ephemerality“ ist ein musikalisch ausgeklügeltes, aber schwer zu verdauendes Werk. Die Gitarren und der Schlagzeug-Beat klingen in den Strophen als würden sie gegeneinander arbeiten. Musikalisch wird hier etwas Spannendes dargeboten, das aber beim Hören irritiert. Die Bridge und der Refrain bringen mehr Klarheit, aber der Song bleibt wegen der Strophen eher schwierig.

Das düstere Finale

Mit den letzten drei Liedern ziehen VERMOCRACY noch einmal alle Register. „Requiem“ ist ein kurzes Akustik-Instrumental, das von einem knisternden Feuer begleitet wird. Es lässt einen kurz durchatmen und bereitet auf ein brachiales Ende vor.  Sowohl „Shards of Abhorrence“ als auch „Spirals“ sind geprägt von einer dynamischen, abwechslungsreichen Songstruktur und einer düsteren Stimmung. Letzteres wird am Ende von „Spirals“ noch einmal extra stark betont, sodass „Of Failing And Fading“ einen mit einem kalten Schauer zurücklässt.

Was für eine Wucht!

Musikalisch ist „Of Failing And Fading“ – genau wie die beiden Alben zuvor – anspruchsvoll. VERMOCRACY haben dieses Mal jedoch bewiesen, dass sie Lieder so schreiben können, dass sie trotzdem mitreißend, abwechslungsreich und stimmig sind. Obwohl es bereits nach einem Durchlauf gefällt, ist es trotzdem ein „Grower“ – je öfter man es hört, desto mehr Details erkennt man und desto einfacher kann man sich von den Liedern vereinnahmen lassen. Sie haben in Summe viel mehr Wiedererkennungswert und Fokus als das ältere Material.

Imposante Vocals

Das Lob geht nicht nur an die musikalische Finesse in Form von Gitarren, Bass und Schlagzeug. Bei genauem Hinhören fällt auf, wie klar die Lyrics über die gesamten Lieder hinweg vokalisiert werden. Michael überzeugt mit verschiedenen Techniken und einer beeindruckenden Spannweite von gutturalen und kehligen Growls. Dass in zwei Songs an bestimmten Stellen mehr geflüstert und nicht gegrowlt wird, sorgt für Tiefgang und trägt zu einem stimmigen Gesamtbild bei.

Fazit: VERMOCRACY veröffentlichen mit „Of Failing And Fading“ eine reife, mitreißende Melo-Death-Komposition, die technisch anspruchsvoll, aber zugänglich ist.

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VERMOCRACY – Of Failing And Fading

DVM SPIRO – MMXXVI – Grave

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cover artwork DVM SPIRO MMXXVI - Grave
cover artwork DVM SPIRO MMXXVI - Grave

Band: DVM SPIRO 🇮🇹
Titel: MMXXVI – Grave
Label: My Kingdom Music
VÖ: 16/01/26
Genre: Atmospheric Doom Metal

Tracklist

01. Preludio
02. Indistinta Morte
03. Dissentimento
04. Troppo Lente Scendono Le Tue Lacrime
05. Insoluto D’Anima
06. Alla Fine

Besetzung

Valeria De Benedictis – Guitar, Clean Vocals, Keyboards
Massimo Currò – Bass
Roberto Ripollino – Vocals, Electric and Acoustic Guitar, Ukulele, Drums, Virtual Instruments

Bewertung:

4/5

Das italienische Atmospheric Doom Metal Projekt DVM SPIRO kehrt mit einem neuen Album zurück. „MMXXVI – Grave“ ist das zweite Album der Band, und damit setzt sich die Reise in dunkle und schwere Klanglandschaften fort, die mit „MMXIX – In Frigidvm Lectvm“ begann.

Über zehn Minuten Prelude

Langsam, melodisch, geladen mit Melancholie und Traurigkeit – so empfängt „MMXXVI – Grave“ den Hörer mit dem ersten Song namens „Preludio„, einem über zehn Minuten langen Prelude. Wenn normalerweise Intro-Songs um die eine Minute sind, ist diesmal die Dauer proportional zum Album als Ganzes – ein langsames, zermalmendes LP weit über eine Stunde. Aber zurück zur Musik selbst: Der Song bringt, wie für Doom Metal erwartet, trägen Rhythmus, eine hoffnungslose Atmosphäre mit massiven heruntergestimmten Akkorden. Vocals, halb knurrend und die andere Hälfte feminine Clean Vocals, zwischen dämonisch und engelsgleich. Eine gute Einführung in die Klanglandschaft, ein Song mit gewissen Qualitäten.

DVM SPIRO sind ein Nebenprojekt der Hälfte der Mitglieder der Atmospheric Death/Black Metal Band Nihili Locus, eine berühmte Band in den 90ern in Italien. Das Trio, das DVM SPIRO formte, wollte Funeral Doom Metal spielen, bewegte sich dann aber mehr in Richtung Atmospheric Doom. 2012 in Turin gegründet, hat die Band immer noch dieselben Kernmitglieder wie in den ersten Tagen: Roberto RipollinoVocals, elektrische und akustische Gitarre, Ukulele, Drums, virtuelle Instrumente und Massimo CurròBass, mit Valeria De BenedictisGitarre, Clean Vocals, Keyboards, auch verantwortlich für die Texte, die ein Jahr später dazustieß.

Noch langsamer als der Opener ist „Indistinta Morte„, auch melodischer – akustische Gitarren spielen eine emotionale Melodie und Valerias Clean Vocals, aber weniger emotional und engelsgleich, mit tieferem Ton und leicht wütendem Touch. Aber massive heruntergestimmte Gitarren verzögern sich nicht im Erscheinen, vervollständigt mit den massiven Growls von Roberto, langsam und zermalmend, beeindruckend als Technik. Zusammen mit der bereits melodischen Struktur kreieren sie eine verstörende Stimmung, so viel Kontrast zwischen Dunkel und Licht in einem einzelnen Moment. Erdrückende, hoffnungslose Atmosphäre umgibt den Song, der lethargische Rhythmus resultiert in einem sehr beeindruckenden Sound, mit klagenden Vocals, die über den Tod singen. Noch poetischer im finalen Teil mit gesprochenen Vocals und der traurigen akustischen Gitarre. Ein definitiver Höhepunkt.

Zwischen zermalmender Schwere und zarter Melodie

Das Album setzt sich in derselben Atmosphäre und demselben Sound fort. „Dissentimento“ mit einer Kombination von symphonischen Elementen klassischer Musik, delikaten Vocals und infernalischen Growls kreiert die trostlose Atmosphäre und ein trauerndes Gefühl. Nicht so melodisch wie der vorherige Song, feierlicher und gequälter, aber ein sehr gut ausgearbeitetes Stück. „Troppo Lente Scendono Le Tue Lacrime“ kommt mit aggressiverem Sound – die dunkle Seite der Band-Musik ist präsenter im Song. Robertos Growling dominiert den Sound in einer Demonstration technischer und variierter Ansätze, beeindruckende Vocals. Der kontrastierende Teil kommt diesmal mit einer Violine, die eine traurige melodische Linie webt, aber auch mit den Clean Vocals, die Erleichterung nach der massiven, zermalmenden, dunklen Eröffnung bringen.

Die Produktion ist exzellent, der Sound ist ausbalanciert und überrascht sehr gut mit dem tiefen emotionalen Gefühl, das die Musik überträgt. Die klassischen Instrumente sowie elektronische Effekte sind sehr gut integriert. Ein voller Sound, sehr delikat auf den melodischen Passagen und sehr dicht auf den aggressiveren.

Klavier und eine distanzierte E-Gitarre sind die Eröffnungsakkorde in „Insoluto D’Anima„, aber langsam übernehmen dissonante Akkorde die Kontrolle über den Sound, und zermalmende Atmosphäre kehrt zurück. Wieder schmerzhaft langsam, erdrückende Musik. Der finale Song „Alla Fine“ ist ein kurzes Outro – finstere Sounds, ein Metronom gibt ein gruseliges Gefühl, und die tiefen Klaviernoten unterstreichen die dunkle und verstörende Atmosphäre. Aber ein würdiger Abschluss des Albums.

Mini-Oper mit italienischer Seele

Atmospheric Doom Metal von hoher Qualität, stilistisch an der Grenze zu Funeral Doom Metal, aber insgesamt traurige Musik, geladen mit Emotionen. Die Alternation und Kombination von fragilen Vocals und entsprechend delikater Musik mit den zermalmenden Doom-Elementen mit massiven Gitarren und dämonischen Growls kreieren einen typischen Sound für das Genre. Verstörend, Musik, die Gefühle und Emotionen überträgt.

Das Album insgesamt zeigt nicht nur kompositorische Fähigkeiten der Band, sondern auch das technische Können, und insgesamt sind die zwei so unterschiedlichen Vocals die definierenden Elemente von DVM SPIRO-Musik in einem permanenten Dialog zwischen Gut und Böse, zwischen Dunkel und Licht. Sehr lange Songs, gut ausgearbeitete Kompositionen mit viel Zeit für Wendungen in der Atmosphäre. In gewisser Weise eine Mini-Oper in ihrer Struktur, auch ein konzeptuelles Werk, irgendwie typisch für Doom Metal, aber mit einer unbestreitbaren italienischen Seele.

Fazit: DVM SPIRO bringen mit „MMXXVI – Grave“ beeindruckenden Atmospheric Doom Metal – eine Ode an den Tod in schöner und emotionaler musikalischer Form.

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DVM SPIRO - MMXXVI - Grave - CD Review

KREATOR: „Krushers Of The World Tour 2026“ mit CARCASS, EXODUS & NAILS

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Kreator
Photo Credit: Robert Eikelpoth

KREATOR, CARCASS, EXODUS und NAILS 

Krushers Of The World Tour 2026, 9. April 2026, Raiffeisen Halle im Gasometer.

KREATOR bringen ihre „Krushers Of The World Tour 2026“ nach Wien und machen am Donnerstag, 9. April 2026, in der Raiffeisen Halle im Gasometer Station. Präsentiert wird der Abend von Barracuda Music / Mind Over Matter. Mit NAILS, EXODUS und CARCASS steht ein Line-up auf dem Programm, das verschiedene Generationen extremer Metal-Spielarten vereint und den Abend zu einem der hochkarätigsten Tourstopps des Jahres macht.

Den Auftakt übernehmen NAILS, die sich in den letzten Jahren einen Ruf als eine der radikal direktesten Hardcore/Grind-Formationen erarbeitet haben – eine Band, die ohne Umwege auf maximale Intensität setzt. Ihre Musik war stets auf maximale Verdichtung und kurze, brutale Entladungen ausgelegt, geprägt von einer extremen Direktheit, die ohne Vorwarnung trifft. Als Opener sorgen NAILS regelmäßig dafür, dass Konzerte ohne langsames Herantasten beginnen, sondern sofort auf Konfrontation setzen – ein Auftakt, der auch in Wien keine Aufwärmphase erwarten lässt.

Mit EXODUS folgt eine der prägendsten Thrash-Metal-Bands der Bay Area. Seit ihrer Gründung Anfang der 80er-Jahre gehörte die Band zu den zentralen Wegbereitern des Genres und veröffentlichte mit Klassikern wie Bonded by Blood Alben, die bis heute stilbildend sind. In den letzten Jahren zeigte sich EXODUS live in bestechender Form, gestützt auf eine Setlist, die alte Meilensteine ebenso berücksichtigt wie aktuelleres Material. Rohe Energie und eine dauerhaft hohe Aggressivität prägten über Jahrzehnte hinweg ihren Live-Ruf – Eigenschaften, die auch auf dieser Tour wieder eine zentrale Rolle spielen dürften.

Gerade in den letzten Jahren bewies die Band, dass sie keineswegs nur von ihrer Geschichte lebt. Vielmehr gelang es EXODUS, ihre klassische Thrash-DNA mit moderner Durchschlagskraft zu verbinden, ohne an Identität einzubüßen. Die Erwartung an ihren Auftritt ist entsprechend hoch: ein Set, das Tempo, Präzision und die typische, ungebremste Spielfreude vereint.

CARCASS stehen für eine ganz eigene Entwicklung innerhalb der extremen Metal-Geschichte. Vom grindcorelastigen Frühwerk über die Mitbegründung des Melodic Death Metal bis hin zu den späteren, stark rifforientierten Veröffentlichungen bewies die Band stets Wandlungsfähigkeit. In den letzten Jahren präsentierten sich CARCASS wieder verstärkt auf den Bühnen Europas und zeigten, wie souverän sich technischer Anspruch, eingängige Strukturen und Härte verbinden lassen.

Live zeichnete sich die Band zuletzt durch große Spielfreude und ein ausgewogenes Set aus, das verschiedene Phasen der Karriere berücksichtigte. Für Wien ist daher ein Auftritt zu erwarten, der sowohl langjährige Fans als auch jüngere Hörer abholt und die Vielschichtigkeit des Bandkatalogs widerspiegelt.

Als Headliner des Abends fungieren KREATOR, eine der international bedeutendsten Metal-Bands aus dem deutschsprachigen Raum. Seit ihrer Gründung 1982 entwickelten sich die Essener von einer aggressiven Thrash-Formation zu einer weltweit etablierten Größe, die große Hallen füllt und Generationen von Metal-Fans geprägt hat. Ihre Diskografie dokumentiert diese Entwicklung eindrucksvoll, von frühen, roh produzierten Klassikern bis hin zu den späteren, deutlich ausgefeilteren Veröffentlichungen.

Mit dem neuen Album “Krushers Of The World”, das am 16. Januar 2026 erscheinen wird, schlagen KREATOR ein weiteres Kapitel ihrer Karriere auf. Erwartet wird ein Werk, das die bekannten Trademarks der Band – hohe Intensität, politische Haltung und hymnische Refrains – weiterführt und gleichzeitig neue Akzente setzt. Die Tour bietet damit auch die Gelegenheit, frisches Material erstmals live zu erleben.

Live standen KREATOR stets für ein dichtes, energiegeladenes Konzerterlebnis, getragen von einer großen Publikumsnähe und einer Setlist, die Klassiker und neue Songs miteinander verbindet. Der Auftritt in Wien verspricht daher nicht nur einen Rückblick auf über vier Jahrzehnte Bandgeschichte, sondern auch einen klaren Blick nach vorne – eingebettet in ein Line-up, das den Abend von Anfang bis Ende auf hohem Niveau hält.

Tickets für das Konzert sind im Vorverkauf erhältlich und hier zu finden.

Kreator – Krushers Of The World Tour 2026

20/03/2026 Lisboa
22/03/2026 Madrid
24/03/2026 Paris
25/03/2026 Bruxelles
27/03/2026 London
28/03/2026 Manchester
29/03/2026 Glasgow
31/03/2026 Esch-sur-Alzette
01/04/2026 Zürich
03/04/2026 Den Bosch
04/04/2026 Essen
05/04/2026 Frankfurt
07/04/2026 Milano
08/04/2026 Ljubljana
09/04/2026 Wien
10/04/2026 Ludwigsburg
11/04/2026 München
12/04/2026 Prague
13/04/2026 Budapest
15/04/2026 Warsaw
17/04/2026 Hamburg
18/04/2026 Berlin
20/04/2026 Riga
21/04/2026 Helsinki
23/04/2026 Stockholm
24/04/2026 Oslo
25/04/2026 Copenhagen

Quellenangabe: Mind over Matter, Barracuda Music, Bands

Photo Credit: Mind over Matter, Robert Eikelpoth