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ARCHITECTURAL GENOCIDE – Malignant Cognition

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cover artwork ARCHITECTURAL GENOCIDE Malignant Cognition
cover artwork ARCHITECTURAL GENOCIDE Malignant Cognition

Band: ARCHITECTURAL GENOCIDE 🇺🇸
Titel: Malignant Cognition
Label: Comatose Music
VÖ: 16/01/26
Genre: Brutal Death Metal

Tracklist

01. Precursor To Bloodshed
02. Coercion Into Carnality
03. Leave It To Cleaver
04. Trophies For My Murders
05. Malicious Wager
06. Decent Deranged
07. Zed Requiem
08. Stuffed Under Floorboards

Besetzung

Daniel Brockway – Vocals
Matt Day – Bass
Tom Savage – Guitar
Nat Conner – Drums

Bewertung:

2/5

Mehr als fünf Jahre nach ihrem Debütalbum kehren ARCHITECTURAL GENOCIDE mit ihrem zweiten Album „Malignant Cognition“ zurück. Kaum eine Verbesserung ihrer Musik, eher eine Fortsetzung ihres Sounds – das erwartete herausragende Album der Band lässt weiter auf sich warten.

Kaputte Drums dominieren alles

In der traditionellen Genre-Eröffnung ist „Precursor To Bloodshed“ nur eine cinematische Sequenz – ferne gesprochene Dialoge, Hintergrundgeräusche, keine Musik, nur Atmosphäre. Aber „Coercion Into Carnality“ bringt einen moderat aggressiven Sound mit moderatem Tempo. Solide Riffs, eine Serie von Gitarrenquietschen und tiefen geknurrten Vocals, nah an Pig Squeals. Die Drums, die klingen, als wären sie kaputt – ein weiterer in letzter Zeit typischer Sound in Brutal Death Metal – übernehmen bald den Sound und lassen alles andere im Hintergrund. Nichts wirklich Beeindruckendes hier.

Auch nichts Neues im nächsten Song. „Leave It To Cleaver“ ist eine Alternation zwischen langsamen Passagen und leicht dynamischeren, aber insgesamt bringt der Song, außer beim Schlagzeug, das mit Blast Beats und harten Schlägen kompensiert, nichts Brutales oder wirklich Aggressive Musik. „Trophies For My Murders“ setzt den ziemlich faden Sound fort, ohne etwas Unvergessliches, nur eine Sammlung von Riffs und einem kurzen Uptempo-Rhythmus. Aber hauptsächlich langsam und nicht wirklich schwer, zumindest verglichen mit dem, was man für das Tag erwartet, das sie auf ihre Musik setzen.

ARCHITECTURAL GENOCIDE sind eine Band aus Houston, Texas, 2017 gegründet, mit Mitgliedern, die etwas Erfahrung in anderen lokalen Bands teilen. Der Initiator des Projekts hat die Band vor langer Zeit verlassen und Daniel BrockwayVocals, Matt DayBass und Nat ConnerDrums als ältere Mitglieder und Kern der Band zurückgelassen, mit Tom SavageGitarre, der 2020 dazustieß. Inzwischen hat nach der Aufnahme des Albums ein zweiter Gitarrist, Caleb Baker, die Band verstärkt, ist aber nicht auf „Malignant Cognition“ zu hören.

Schlechte Produktion verstärkt die Probleme

Eine weitere cinematische Passage eröffnet den kurzen Song „Malicious Wager„, langsam, und außer bei den Vocals, die einen variierten Ansatz versuchen, nicht viel Musik im Song. „Decent Deranged“ setzt den schlechten Sound der Drums fort, und der wird langsam ziemlich nervig – nicht viel ist hinter dem frenetischen Angriff der kaputten Drums zu hören.

Die Produktion ist auch unterdurchschnittlich, wie die Musik. Bei genauerem Hinhören kann sie eigentlich als ziemlich schlecht betrachtet werden. Sehr linear, ohne Dynamik – die Drums, die einen seriösen schweren Sound bringen sollten, sind gefangen zwischen dem Sound wie kaputte Drums und Blast Beats, die so weit hinten im Mix sind, dass sie fast unhörbar sind. Sehr selten ist auch der Bass zu hören, und das resultiert in einem Sound, der keine echte Tiefe oder Dynamik hat. Die Gitarren sind zu leise im Gesamtmix, höchstwahrscheinlich sind nur die Vocals korrekt produziert und gemixt.

Weiter zu den finalen Songs: Bei „Zed Requiem“ werden die Drums wirklich nervig, zu laut und bringen nichts Musikalisches. Vocals in verschiedenen Techniken versuchen den Song zu retten, aber hier kann nichts mehr gerettet werden. Final Song des Albums „Stuffed Under Floorboards“ kehrt zu einem klareren Gitarrensound zurück wie in den ersten Songs, aber sobald die Drums starten, kann alles andere vergessen werden. Zu schade, dass ein ganzer Band-Aufwand unter inkohärentem Drumming verschwindet. Langsamer Rhythmus, distanzierte Riffs, endend mit verhallten Flüstern – ein finaler Touch, der die Irrelevanz des neuen Albums von ARCHITECTURAL GENOCIDE zeigt.

Begleitband für einen lauten Drummer

Nicht einmal ein mittelmäßiges Album – „Malignant Cognition“ erweist sich als schlechter als das. Keine wirklich unvergesslichen Momente oder etwas, das im Band-Sound heraussticht. Außer dem schlechten Drums-Sound. Langweilige Kompositionen, insgesamt uninteressante Songs, weit von der Schwere entfernt, die man erwarten würde. Die seltenen Momente, wo die Gitarren einen Beitrag in echtem Brutal Death Metal Stil haben, sind zu spärlich, um einen echten Einfluss auf den Gesamtsound zu haben.

Höchstwahrscheinlich ein Album für einen schlechten Drummer, aber einen sehr lauten. Alles andere sind nur begleitende Sounds für die Drums. Die Vocals beweisen einige technische Fähigkeiten, aber alleine kann das kein anständiges Brutal Death Metal Album machen. Sich selbst als „ein perfektes Beispiel für Brutal Death Metal“ zu präsentieren, zeigt, wie losgelöst von der Realität die Band ist. Nicht der Mühe wert.

Fazit: Ein vergessliches Album von ARCHITECTURAL GENOCIDE – „Malignant Cognition“ ist schlecht produziert, nicht beeindruckende Musik.

Internet

ARCHITECTURAL GENOCIDE - Malignant Cognition - CD Review

VERMOCRACY & ZERLEGER – „Double Death Release“ am 17.01.26 @ Arena Wien

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VERMOCRACY-ZERLEGER-Double-Death-Release-Show

Roars From The Depths Presents: Double Death Release feat. VERMOCRACY, ZERLEGER mit Special Guests PARENTAL ADVISORY, GRAUFAR und ATHIRIA

Die nächste Zusammenkunft der heimischen Extreme-Metal-Garde steht bevor – und sie verspricht nichts Geringeres als eine finstere Nacht im Zeichen des Death Metal in all seinen Facetten. Am 17. Jänner 2026 findet in der Wiener Arena ein Double Death Release statt, bei dem VERMOCRACY und ZERLEGER neues Material erstmals live auf die Bühne bringen. PARENTAL ADVISORY, ATHIRIA und GRAUFAR werden dabei helfen, den Abend schrittweise aufzuheizen.

VERMOCRACY werden ihr brandneues Album „Of Failing And Fading“ vorstellen. Die österreichische Melodic-Death-Formation zeichnet mit wuchtigen Riffs, erdigen Grooves und bestialischen Vocals ein dystopisches Bild vom Scheitern und Verfall moderner Gesellschaften. Seit ihrer Gründung 2017 hat sich die Band mit zwei Vorgängeralben, zahlreichen internationalen Shows sowie Support-Auftritten für BAEST, BENIGHTED oder MALEVOLENT CREATION einen festen Platz in der Underground-Szene erspielt.

Mit „Of Failing And Fading“ schlagen VERMOCRACY nun das nächste Kapitel auf. Mit technisch anspruchsvollen aber mitreißenden Kompositionen setzt die Band einen weiteren definierenden Ankerpunkt in ihrer Karriere. Als drittes Album markiert es den musikalischen Höhepunkt und lässt neugierig auf die weitere Entwicklung der Band warten. Zuerst werden jedoch die neuen Songs live auf Herz und Nieren getestet!

Den zweiten Teil des Double Death Release übernehmen ZERLEGER, die an diesem Abend ihre neue EP „Abgekratzt“ erstmals live vorstellen. Das Wiener Old-School-Death-Metal-Quartett zeigt darauf unmissverständlich, wo der Hammer hängt: Mid-Tempo-Death-Groove trifft auf treibende, klassische Riffs, aufgelockert von kurzen, melodiösen Momenten. Künstliche Sounds sucht man hier vergeblich – ZERLEGER setzen auf rohen, rotzigen Death Metal.

Inhaltlich spannt „Abgekratzt“ einen weiten Bogen: mittelalterliches Raubrittertum prallt auf Zombie-Trash, innere Abgründe auf das postfaktische Zeitalter. Tief in der alten Schule verwurzelt, aber mit genug Eigenständigkeit versehen, reißen ZERLEGER an diesem Abend nicht nur Gehörgänge ein, sondern auch Genregrenzen – direkt, ungefiltert und live mit maximaler Durchschlagskraft.

Mit PARENTAL ADVISORY steht zudem ein echtes Schwergewicht der Wiener Death-Metal-Szene auf der Bühne. Seit beinahe drei Jahrzehnten liefern sie technisch versierten, unnachgiebigen Death Metal in Reinform – authentisch, intensiv und frei von Kompromissen. Ein Pflichttermin für alle, die Death Metal ohne Schnörkel zu schätzen wissen.

Nach ihrer Wiederauferstehung 2023 zeigen sich ATHIRIA so bissig wie nie zuvor. Mit der aktuellen EP „Bash of the Beast“ demonstriert die Band eindrucksvoll, wie kompromissloser Death Metal mit atmosphärischen Leads und subtilen Black-Metal-Anleihen zu einer explosiven Mischung verschmilzt. Live entfaltet diese Kombination eine besondere zerstörerische Energie.

Abgerundet wird das Line-up von GRAUFAR. Nach dem Gewinn des Wacken Metal Battle Austria 2024 und der Veröffentlichung ihres Debütalbums Scordalus (2024) haben die Linzer die heimische Szene heftig aufgemischt. Ihr melodisch-grooviger Mix aus Death und Black Metal fand schnell Anklang bei den österreichischen Metalheads. Wer bereits nach Nachschub lechzt, darf sich freuen: Die Band hat kürzlich ihr zweites Studioalbum namens „Via Necropolis“ angekündigt, welches am 20. März veröffentlicht werden soll.

Der Abend des 17. Jänners steht ganz im Zeichen des Death Metal in seinen schillerndsten Facetten. Gekrönt wird er von einem Double Death Release, der rohe Energie, neue Songs und maximale Live-Eskalation verspricht. Ein Pflichttermin für alle, die den lokalen Underground erleben und überleben wollen! Tickets sind direkt über die Seite der Arena erhältlich oder über Öticket.

VERMOCRACY-ZERLEGER-Double-Death-Release-Show

Eckdaten

Datum: 17.01.2026
Ort: Arena Wien, Baumgasse 80, 1030 Wien
Einlass: 18 Uhr
Tickets erhältlich via Arena oder Öticket

Running Order:

18:30-19:10 Graufar
19:30-20:10 Athiria
20:30-21:10 Parental Advisory
21:30-22:20 Zerleger
22:40-23:40 Vermocracy

Quellenangabe: Bands

Photo Credit: Bands

VERMOCRACY – Of Failing And Fading

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VERMOCRACY – Of Failing And Fading -Coverartwork
VERMOCRACY – Of Failing And Fading -Coverartwork

Band: VERMOCRACY 🇦🇹
Titel: Of Failing And Fading
Label: Self-Release
VÖ: 09/01/26
Genre: Melodic Death Metal

Tracklist

01. Burned by Promethean Flames
02. I Hate
03. A Sermon to the Sheep
04. The Path
05. Force Fed Perception
06. Useful Moribund
07. About Ephemerality
08. Shards of Abhorrence
09. Requiem
10. Spirals

Besetzung

Michael Frick – Vocals
Andreas Huber – Guitars
Hannes Sandrini – Bass
Roman Kolesnik – Drums

Bewertung:

4,5/5

Das neue Jahr startet mit einem starken Release aus der lokalen Underground-Szene: Die Wiener Melo-Death-Formation VERMOCRACY veröffentlichen ihr drittes Studioalbum „Of Failing And Fading“ und eröffnen damit ein neues Kapitel in ihrer Bandgeschichte. Ihr charakteristischer Sound, der seit ihrem Debüt wegweisend ist, wurde auf dieser LP weiter verfeinert und klingt stimmiger denn je!

Eine aufstrebende Band aus dem Wiener Underground

VERMOCRACY haben sich in den letzten Jahren einen Namen im österreichischen Underground gemacht. Mit zahlreichen Auftritten in Wien und angrenzenden Bundesländern – darunter in der Steiermark beim Kaltenbach Open Air – beweist die Band, dass sie hungrig nach dem Feedback des Publikums ist. Nicht nur die Bühnen Österreichs wurden von dem Quartett heimgesucht, sondern auch unter anderem die von Deutschland, Italien und Tschechien. Spielfreude und musikalisches Können kommen gut bei den Leuten an.

Melo-Death-Inspiration aus den 90ern und frühen 2000ern

Typisch für VERMOCRACY ist die Anlehnung an melodischen Death Metal der 1990er und frühen 2000ern mit einem klaren Fokus auf prägnante Gitarrenmelodien und -riffs. Thematisch kreisen die Texte um Scheitern, Selbstbetrug und Vergänglichkeit, die durch ein schweres Mid-Tempo verstärkt werden. Das düstere Konzept wird abgerundet durch intensive, raue Growls.

Hörbarer Reifeprozess

Neben dem Genre, das VERMOCRACY bedienen wollen, hatten sie offenbar von Beginn an eine klare Vorstellung von ihrem eigenen Sound. „Of Failing And Fading“ fügt sich nahtlos in die Diskographie der Truppe ein, lässt aber zugleich einen deutlichen Reifeprozess erkennen. Auch der Entwicklungsschritt vom Vorgänger „Age Of Dysphoria“ (2022) zum aktuellen Werk ist klar hörbar: „Of Failing And Fading“ klingt roher und ergänzt das Bandkonzept stimmiger als zuvor. Dazu passt, dass das Album in einem intensiven, persönlichen Prozess entstand. Die Musik stammt erstmals vollständig aus der Feder von Gitarrist Andreas Huber. Die Texte wurden – bis auf eine Ausnahme – von Sänger Michael Frick verfasst, der zudem auch das Cover-Artwork gestaltete. Dieses sorgt bereits visuell für eine klare Abgrenzung zu den beiden vorherigen Alben, die stilistisch und thematisch stärker ineinandergriffen.

Energiegeladener Auftakt

Das Album beginnt mit einem energischen Opener: „Burned by Promethean Flames“ startet mit wuchtigen Gitarren und einem groovigen Schlagzeug-Beat, der sich später auch in den Gitarren wiederfindet. Das Solo wurde von Andreas Kienleitner gespielt, welcher der Band seit letztem Jahr als Live-Gitarrist aushilft. Es lässt das Lied noch einmal aufleben, um dann in einem schwerfälligen Outro zu enden. Mit ähnlicher Energie und Vehemenz folgt „I Hate“. Das geradlinige Stakkato-Riff motiviert die rechte Hand sofort zum Air-Shredden und verleiht dem Lied Wiedererkennungswert. Tempo-Drosselungen werden durch gutturale Growls und bösen Schlägen aufs China-Becken akzentuiert.

Prägnante Gitarrenmelodien und Riffs

Die Gitarrenmelodie im Intro von „A Sermon to the Sheep“ klingt für mich jedes Mal als stamme sie aus einem 90er-Jahre-Videospiel. Das Up-Beat-Feeling wird durch einen galoppierenden Schlagzeugrhythmus begleitet. Insgesamt ist es für mich eines der besten Lieder auf dem Alben, weil es nicht nur mitreißt, sondern auch den charakteristischen Gitarren-Fokus zum Besten gibt. Darüber hinaus wird man im letzten Drittel von einer sehr harmonischen Akustikpassage überrascht, in der der Bass mit einer großartigen Melodie glänzt.

Abwechslung bei Instrumenten und Vocals

Auch das nächste Lied, „The Path“, zählt zu den stärksten des Albums. Eine vorantreibende Kraft der Instrumente wird von einem saftigen Groove begleitet. Was aber besonders gut gelungen ist, ist der mystische Stimmungswechsel, der ungefähr ab der Hälfte beginnt. Die Instrumente rücken etwas in den Hintergrund und lassen Michaels Gesang-Part den Vortritt. Statt zu growlen wird hier zuerst geflüstert. Das Flüstern wird zu einem druckvollen Aufschrei, der vom Schlagzeug mit aufsteigender Energie empfangen wird, bis das Lied wieder zu seinem Ursprung zurückfindet.

Man zücke die Luft-Gitarre!

Auf „Force Fed Perception“ dominiert ebenfalls eine ausgelassene, positive Stimmung, die für mich aber nicht ganz aufgeht. Spannender wird es ca. ab der Hälfte, wo es langsamer und brachialer wird, um am Ende ein letztes Mal in den thrashigen Beat zu stolpern. Die Kontrolle der rechten Hand wird in „Useful Moribund“ ähnlich wie bei „I Hate“ herausgefordert. Das Shredden auf den Gitarren erweckt das Bedürfnis, es selbst zu tun. Das Schlagzeug peitscht das Lied unablässig nach vorne. Der Refrain wird von einem Gefühl der Erlösung begleitet. Der Bass sickert hier immer wieder durch die Töne hindurch – der Song ist einfach sehr gut aufgebaut.

Musikalische Komplexität, die beim Hören nicht immer aufgeht

Nach diesem Prachtexemplar kommt eines der schwierigsten Nummern: About Ephemerality“ ist ein musikalisch ausgeklügeltes, aber schwer zu verdauendes Werk. Die Gitarren und der Schlagzeug-Beat klingen in den Strophen als würden sie gegeneinander arbeiten. Musikalisch wird hier etwas Spannendes dargeboten, das aber beim Hören irritiert. Die Bridge und der Refrain bringen mehr Klarheit, aber der Song bleibt wegen der Strophen eher schwierig.

Das düstere Finale

Mit den letzten drei Liedern ziehen VERMOCRACY noch einmal alle Register. „Requiem“ ist ein kurzes Akustik-Instrumental, das von einem knisternden Feuer begleitet wird. Es lässt einen kurz durchatmen und bereitet auf ein brachiales Ende vor.  Sowohl „Shards of Abhorrence“ als auch „Spirals“ sind geprägt von einer dynamischen, abwechslungsreichen Songstruktur und einer düsteren Stimmung. Letzteres wird am Ende von „Spirals“ noch einmal extra stark betont, sodass „Of Failing And Fading“ einen mit einem kalten Schauer zurücklässt.

Was für eine Wucht!

Musikalisch ist „Of Failing And Fading“ – genau wie die beiden Alben zuvor – anspruchsvoll. VERMOCRACY haben dieses Mal jedoch bewiesen, dass sie Lieder so schreiben können, dass sie trotzdem mitreißend, abwechslungsreich und stimmig sind. Obwohl es bereits nach einem Durchlauf gefällt, ist es trotzdem ein „Grower“ – je öfter man es hört, desto mehr Details erkennt man und desto einfacher kann man sich von den Liedern vereinnahmen lassen. Sie haben in Summe viel mehr Wiedererkennungswert und Fokus als das ältere Material.

Imposante Vocals

Das Lob geht nicht nur an die musikalische Finesse in Form von Gitarren, Bass und Schlagzeug. Bei genauem Hinhören fällt auf, wie klar die Lyrics über die gesamten Lieder hinweg vokalisiert werden. Michael überzeugt mit verschiedenen Techniken und einer beeindruckenden Spannweite von gutturalen und kehligen Growls. Dass in zwei Songs an bestimmten Stellen mehr geflüstert und nicht gegrowlt wird, sorgt für Tiefgang und trägt zu einem stimmigen Gesamtbild bei.

Fazit: VERMOCRACY veröffentlichen mit „Of Failing And Fading“ eine reife, mitreißende Melo-Death-Komposition, die technisch anspruchsvoll, aber zugänglich ist.

Internet

VERMOCRACY – Of Failing And Fading

DVM SPIRO – MMXXVI – Grave

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cover artwork DVM SPIRO MMXXVI - Grave
cover artwork DVM SPIRO MMXXVI - Grave

Band: DVM SPIRO 🇮🇹
Titel: MMXXVI – Grave
Label: My Kingdom Music
VÖ: 16/01/26
Genre: Atmospheric Doom Metal

Tracklist

01. Preludio
02. Indistinta Morte
03. Dissentimento
04. Troppo Lente Scendono Le Tue Lacrime
05. Insoluto D’Anima
06. Alla Fine

Besetzung

Valeria De Benedictis – Guitar, Clean Vocals, Keyboards
Massimo Currò – Bass
Roberto Ripollino – Vocals, Electric and Acoustic Guitar, Ukulele, Drums, Virtual Instruments

Bewertung:

4/5

Das italienische Atmospheric Doom Metal Projekt DVM SPIRO kehrt mit einem neuen Album zurück. „MMXXVI – Grave“ ist das zweite Album der Band, und damit setzt sich die Reise in dunkle und schwere Klanglandschaften fort, die mit „MMXIX – In Frigidvm Lectvm“ begann.

Über zehn Minuten Prelude

Langsam, melodisch, geladen mit Melancholie und Traurigkeit – so empfängt „MMXXVI – Grave“ den Hörer mit dem ersten Song namens „Preludio„, einem über zehn Minuten langen Prelude. Wenn normalerweise Intro-Songs um die eine Minute sind, ist diesmal die Dauer proportional zum Album als Ganzes – ein langsames, zermalmendes LP weit über eine Stunde. Aber zurück zur Musik selbst: Der Song bringt, wie für Doom Metal erwartet, trägen Rhythmus, eine hoffnungslose Atmosphäre mit massiven heruntergestimmten Akkorden. Vocals, halb knurrend und die andere Hälfte feminine Clean Vocals, zwischen dämonisch und engelsgleich. Eine gute Einführung in die Klanglandschaft, ein Song mit gewissen Qualitäten.

DVM SPIRO sind ein Nebenprojekt der Hälfte der Mitglieder der Atmospheric Death/Black Metal Band Nihili Locus, eine berühmte Band in den 90ern in Italien. Das Trio, das DVM SPIRO formte, wollte Funeral Doom Metal spielen, bewegte sich dann aber mehr in Richtung Atmospheric Doom. 2012 in Turin gegründet, hat die Band immer noch dieselben Kernmitglieder wie in den ersten Tagen: Roberto RipollinoVocals, elektrische und akustische Gitarre, Ukulele, Drums, virtuelle Instrumente und Massimo CurròBass, mit Valeria De BenedictisGitarre, Clean Vocals, Keyboards, auch verantwortlich für die Texte, die ein Jahr später dazustieß.

Noch langsamer als der Opener ist „Indistinta Morte„, auch melodischer – akustische Gitarren spielen eine emotionale Melodie und Valerias Clean Vocals, aber weniger emotional und engelsgleich, mit tieferem Ton und leicht wütendem Touch. Aber massive heruntergestimmte Gitarren verzögern sich nicht im Erscheinen, vervollständigt mit den massiven Growls von Roberto, langsam und zermalmend, beeindruckend als Technik. Zusammen mit der bereits melodischen Struktur kreieren sie eine verstörende Stimmung, so viel Kontrast zwischen Dunkel und Licht in einem einzelnen Moment. Erdrückende, hoffnungslose Atmosphäre umgibt den Song, der lethargische Rhythmus resultiert in einem sehr beeindruckenden Sound, mit klagenden Vocals, die über den Tod singen. Noch poetischer im finalen Teil mit gesprochenen Vocals und der traurigen akustischen Gitarre. Ein definitiver Höhepunkt.

Zwischen zermalmender Schwere und zarter Melodie

Das Album setzt sich in derselben Atmosphäre und demselben Sound fort. „Dissentimento“ mit einer Kombination von symphonischen Elementen klassischer Musik, delikaten Vocals und infernalischen Growls kreiert die trostlose Atmosphäre und ein trauerndes Gefühl. Nicht so melodisch wie der vorherige Song, feierlicher und gequälter, aber ein sehr gut ausgearbeitetes Stück. „Troppo Lente Scendono Le Tue Lacrime“ kommt mit aggressiverem Sound – die dunkle Seite der Band-Musik ist präsenter im Song. Robertos Growling dominiert den Sound in einer Demonstration technischer und variierter Ansätze, beeindruckende Vocals. Der kontrastierende Teil kommt diesmal mit einer Violine, die eine traurige melodische Linie webt, aber auch mit den Clean Vocals, die Erleichterung nach der massiven, zermalmenden, dunklen Eröffnung bringen.

Die Produktion ist exzellent, der Sound ist ausbalanciert und überrascht sehr gut mit dem tiefen emotionalen Gefühl, das die Musik überträgt. Die klassischen Instrumente sowie elektronische Effekte sind sehr gut integriert. Ein voller Sound, sehr delikat auf den melodischen Passagen und sehr dicht auf den aggressiveren.

Klavier und eine distanzierte E-Gitarre sind die Eröffnungsakkorde in „Insoluto D’Anima„, aber langsam übernehmen dissonante Akkorde die Kontrolle über den Sound, und zermalmende Atmosphäre kehrt zurück. Wieder schmerzhaft langsam, erdrückende Musik. Der finale Song „Alla Fine“ ist ein kurzes Outro – finstere Sounds, ein Metronom gibt ein gruseliges Gefühl, und die tiefen Klaviernoten unterstreichen die dunkle und verstörende Atmosphäre. Aber ein würdiger Abschluss des Albums.

Mini-Oper mit italienischer Seele

Atmospheric Doom Metal von hoher Qualität, stilistisch an der Grenze zu Funeral Doom Metal, aber insgesamt traurige Musik, geladen mit Emotionen. Die Alternation und Kombination von fragilen Vocals und entsprechend delikater Musik mit den zermalmenden Doom-Elementen mit massiven Gitarren und dämonischen Growls kreieren einen typischen Sound für das Genre. Verstörend, Musik, die Gefühle und Emotionen überträgt.

Das Album insgesamt zeigt nicht nur kompositorische Fähigkeiten der Band, sondern auch das technische Können, und insgesamt sind die zwei so unterschiedlichen Vocals die definierenden Elemente von DVM SPIRO-Musik in einem permanenten Dialog zwischen Gut und Böse, zwischen Dunkel und Licht. Sehr lange Songs, gut ausgearbeitete Kompositionen mit viel Zeit für Wendungen in der Atmosphäre. In gewisser Weise eine Mini-Oper in ihrer Struktur, auch ein konzeptuelles Werk, irgendwie typisch für Doom Metal, aber mit einer unbestreitbaren italienischen Seele.

Fazit: DVM SPIRO bringen mit „MMXXVI – Grave“ beeindruckenden Atmospheric Doom Metal – eine Ode an den Tod in schöner und emotionaler musikalischer Form.

Internet

DVM SPIRO - MMXXVI - Grave - CD Review

KREATOR: „Krushers Of The World Tour 2026“ mit CARCASS, EXODUS & NAILS

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Kreator
Photo Credit: Robert Eikelpoth

KREATOR, CARCASS, EXODUS und NAILS 

Krushers Of The World Tour 2026, 9. April 2026, Raiffeisen Halle im Gasometer.

KREATOR bringen ihre „Krushers Of The World Tour 2026“ nach Wien und machen am Donnerstag, 9. April 2026, in der Raiffeisen Halle im Gasometer Station. Präsentiert wird der Abend von Barracuda Music / Mind Over Matter. Mit NAILS, EXODUS und CARCASS steht ein Line-up auf dem Programm, das verschiedene Generationen extremer Metal-Spielarten vereint und den Abend zu einem der hochkarätigsten Tourstopps des Jahres macht.

Den Auftakt übernehmen NAILS, die sich in den letzten Jahren einen Ruf als eine der radikal direktesten Hardcore/Grind-Formationen erarbeitet haben – eine Band, die ohne Umwege auf maximale Intensität setzt. Ihre Musik war stets auf maximale Verdichtung und kurze, brutale Entladungen ausgelegt, geprägt von einer extremen Direktheit, die ohne Vorwarnung trifft. Als Opener sorgen NAILS regelmäßig dafür, dass Konzerte ohne langsames Herantasten beginnen, sondern sofort auf Konfrontation setzen – ein Auftakt, der auch in Wien keine Aufwärmphase erwarten lässt.

Mit EXODUS folgt eine der prägendsten Thrash-Metal-Bands der Bay Area. Seit ihrer Gründung Anfang der 80er-Jahre gehörte die Band zu den zentralen Wegbereitern des Genres und veröffentlichte mit Klassikern wie Bonded by Blood Alben, die bis heute stilbildend sind. In den letzten Jahren zeigte sich EXODUS live in bestechender Form, gestützt auf eine Setlist, die alte Meilensteine ebenso berücksichtigt wie aktuelleres Material. Rohe Energie und eine dauerhaft hohe Aggressivität prägten über Jahrzehnte hinweg ihren Live-Ruf – Eigenschaften, die auch auf dieser Tour wieder eine zentrale Rolle spielen dürften.

Gerade in den letzten Jahren bewies die Band, dass sie keineswegs nur von ihrer Geschichte lebt. Vielmehr gelang es EXODUS, ihre klassische Thrash-DNA mit moderner Durchschlagskraft zu verbinden, ohne an Identität einzubüßen. Die Erwartung an ihren Auftritt ist entsprechend hoch: ein Set, das Tempo, Präzision und die typische, ungebremste Spielfreude vereint.

CARCASS stehen für eine ganz eigene Entwicklung innerhalb der extremen Metal-Geschichte. Vom grindcorelastigen Frühwerk über die Mitbegründung des Melodic Death Metal bis hin zu den späteren, stark rifforientierten Veröffentlichungen bewies die Band stets Wandlungsfähigkeit. In den letzten Jahren präsentierten sich CARCASS wieder verstärkt auf den Bühnen Europas und zeigten, wie souverän sich technischer Anspruch, eingängige Strukturen und Härte verbinden lassen.

Live zeichnete sich die Band zuletzt durch große Spielfreude und ein ausgewogenes Set aus, das verschiedene Phasen der Karriere berücksichtigte. Für Wien ist daher ein Auftritt zu erwarten, der sowohl langjährige Fans als auch jüngere Hörer abholt und die Vielschichtigkeit des Bandkatalogs widerspiegelt.

Als Headliner des Abends fungieren KREATOR, eine der international bedeutendsten Metal-Bands aus dem deutschsprachigen Raum. Seit ihrer Gründung 1982 entwickelten sich die Essener von einer aggressiven Thrash-Formation zu einer weltweit etablierten Größe, die große Hallen füllt und Generationen von Metal-Fans geprägt hat. Ihre Diskografie dokumentiert diese Entwicklung eindrucksvoll, von frühen, roh produzierten Klassikern bis hin zu den späteren, deutlich ausgefeilteren Veröffentlichungen.

Mit dem neuen Album “Krushers Of The World”, das am 16. Januar 2026 erscheinen wird, schlagen KREATOR ein weiteres Kapitel ihrer Karriere auf. Erwartet wird ein Werk, das die bekannten Trademarks der Band – hohe Intensität, politische Haltung und hymnische Refrains – weiterführt und gleichzeitig neue Akzente setzt. Die Tour bietet damit auch die Gelegenheit, frisches Material erstmals live zu erleben.

Live standen KREATOR stets für ein dichtes, energiegeladenes Konzerterlebnis, getragen von einer großen Publikumsnähe und einer Setlist, die Klassiker und neue Songs miteinander verbindet. Der Auftritt in Wien verspricht daher nicht nur einen Rückblick auf über vier Jahrzehnte Bandgeschichte, sondern auch einen klaren Blick nach vorne – eingebettet in ein Line-up, das den Abend von Anfang bis Ende auf hohem Niveau hält.

Tickets für das Konzert sind im Vorverkauf erhältlich und hier zu finden.

Kreator – Krushers Of The World Tour 2026

20/03/2026 Lisboa
22/03/2026 Madrid
24/03/2026 Paris
25/03/2026 Bruxelles
27/03/2026 London
28/03/2026 Manchester
29/03/2026 Glasgow
31/03/2026 Esch-sur-Alzette
01/04/2026 Zürich
03/04/2026 Den Bosch
04/04/2026 Essen
05/04/2026 Frankfurt
07/04/2026 Milano
08/04/2026 Ljubljana
09/04/2026 Wien
10/04/2026 Ludwigsburg
11/04/2026 München
12/04/2026 Prague
13/04/2026 Budapest
15/04/2026 Warsaw
17/04/2026 Hamburg
18/04/2026 Berlin
20/04/2026 Riga
21/04/2026 Helsinki
23/04/2026 Stockholm
24/04/2026 Oslo
25/04/2026 Copenhagen

Quellenangabe: Mind over Matter, Barracuda Music, Bands

Photo Credit: Mind over Matter, Robert Eikelpoth

Hollow Peak – Obsidian Cult

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Hollow Peak – Obsidian Cult - Artwork
Hollow Peak – Obsidian Cult - Artwork

Band: Hollow Peak 🇳🇴
Titel: Obsidian Cult
Label: Massacre Records
VÖ: 05/12/25
Genre: Dark Metal

Tracklist

01. From Ashes Rises A Crown
02. Euphoria
03. Labyrinth
04. Unseen
05. Ray Of Light
06. Liberation
07. Attack
08. Obsidian Cult
09. Celest
10. Town

Besetzung

Raghild Westgaard – Gesang
Stian Smeby – Gitarren
Audun Kongsrud – Gitarren
Anders Nesset – Bassgitarre
Marius Karlsen – Schlagzeug

Bewertung: 4/5

77%

Die ehemalige Theater Of Tragedy und jetzige HOLLOW PEAK Frontfrau Ragnhild Westgaard macht es einen auf »Obsidian Cult« nicht leicht, den modern produzierten und düsteren Heavy Metal zu erschließen. Der Gesangsstil wirkt teilweise abweisend, manchmal bewusst hölzern, aber bezirzst einen auch irgendwie.
Es braucht schon etwas Geduld, um beispielsweise den laut durch die Boxen schallenden Opener » From Ashes Rises A Crown« oder das leicht kauzige »Labyrinth« komplett zu erfassen. Obendrein wirkt der Klang des Albums anfangs steril.

Hinter »Obsidian Cult« steckt ein ganzheitliches Konzept.

Jedoch ist es eben jene Produktion und der Gesang, die für eine durchweg dunkle Atmosphäre sorgen. Melodische Kompositionen wie »Unseen« und »Celest« bilden einen wunderbaren Kontrast zu eher groovenden Nummer wie »Liberation«, während »Attak« oder auch das abschließende »Town« die goldene Mitte zwischen Härte und Melodie treffen.

»Obsidian Cult« will erarbeitet werden.

Zumindest in seiner Gänze. Es wirkt durch die moderne Kälte distanziert, fasziniert aber auch mit warmen Melodien. Ob »Obsidian Cult« mit einer weniger direkten Produktion den Zugang für den Hörer erleichtern würde, ist eine Geschmacksfrage.
Eindeutiger kann man hingegen die Frage beantworten, ob HOLLOW PEAK mit ähnlich gelagerten Bands wie Lacuna Coil oder Evanescene mithalten können. Das können die Norweger mit diesem Album auf jeden Fall!

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HOLLOW PEAK – Obsidian Cult

Bullet – Kickstarter

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Bullet - Kickstarter - Artwork
Bullet - Kickstarter - Artwork

Band: Bullet 🇸🇪
Titel: Kickstarter
Label: Steamhammer
VÖ: 09/01/26
Genre: Heavy Metal

Tracklist

01. Kickstarter
02. Caught In The Action
03. Open Fire
04. Keep Rolling
05. Hit The Road
06. Avenger
07. Chained By Metal
08. Spitfire
09. Full Throttle
10. Strike At Night
11. Night Falls Down

Besetzung

Dag “Hell” Hofer – Gesang
Hampus Klang – Gitarren
Freddie Johansson – Gitarren
Gustav Hector – Bassgitarre
Gustav Hjortsjö – Schlagzeug

Bewertung: 4,5/5

86%

Junge, Junge, eine schwere Geburt haben die Schweden BULLET mit »Kickstarter« hier auf die Welt gebracht. Dust To Gold liegt immerhin schon fast sieben Jahre zurück, auch wenn stringentes Touren und ein phänomenales Livealbum 2019 nie die Frage aufwarfen, ob die Band noch aktiv sei, ist die Langewartezeit untypisch für sie. Die Hauptfragen bei jedem Album von BULLET sind:

„Gibt es mehr AC/DC oder mehr Accept?“ und „Wieviel Anteil haben diesmal alte Judas Priest?“.

Die Antwort ist ganz eindeutig: „Ja!“
Dass die Mannen um Hell Hofer heiß darauf waren, endlich auch mal wieder ein Album auf den Markt zu werfen, hört man »Kickstarter« an.
Während das Eröffnungsstück mit den beiden Haupteinflüssen ordentlich die Nackenmuskulatur in Wallung bringt, gehen »Caught In The Action« und »Open Fire« als Partyrocker durch die Decke.
Das Album tut dies im Allgemeinen. Und zwar dermaßen, dass die extrem starken Songs »Keep Rolling« und »Spitfire« (mit vier Minuten der zweitlängste Track des Albums!) neben den alles in einen Topf schmeißenden »Hit The Road« und »Avenger«, dem stark an Accept angelehnten »Chained By Metal« sowie den beiden Judas Priest/Accept Monolithen »Full Throttle« und »Strike At Night«, beinahe wie Füllmaterial wirken.

Die Gemeinsamkeit zwischen BULLET und den Vorbildern

ist neben der großen musikalischen Klasse, dass die Schweden in ihrem Genre eine Nische gefunden haben und trotz aller Einflüsse einmalig klingen. Die Band huldigt auch auf »Kickstarter« dem guten, alten Heavy Metal und kümmert sich einen Dreck um den Fortschritt.
Somit reiht sich »Kickstarter« nahtlos in die Diskografie ein, weil man hier bekommt, was man erwartet. Und das sind bockstarke Rocker, schweißtreibende Metalhymnen sowie ordentlich Partylaune.
BULLET bleiben also, wie erwartet, ein Fels in der Brandung.

Internet

BULLET – Kickstarter

PHILIPPE DROUIN OBVURT – Le Chemin Du Gaucher

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cover artwork PHILIPPE DROUIN OBVURT Le Chemin Du Gaucher
cover artwork PHILIPPE DROUIN OBVURT Le Chemin Du Gaucher

Band: PHILIPPE DROUIN OBVURT 🇨🇦
Titel: Le Chemin Du Gaucher
Label: Brutal Mind
VÖ: 16/01/26
Genre: Technical Death Metal

Tracklist

01. Sérénité
02. Résilience
03. Acharnement
04. Passion
05. Aria On The G String J.S Bach 1685-1750
06. Persévérance
07. Gojira Medley

Besetzung

Philippe Drouin – Guitars (Double-guitar/Lefty), Bass, Vocals

John Longstreth – Drums

Bewertung:

4/5

PHILIPPE DROUIN OBVURT, ein neues kanadisches Projekt aus Quebec, kommt mit dem Debütalbum. „Le Chemin Du Gaucher„, ein Doppelgitarren-Death Metal Album. Technisch, kompliziert, zwischen klassischer Musik und Death Metal – ein Album, das primär Aufmerksamkeit auf die spielerischen Fähigkeiten von Philippe Drouin lenkt, dem Mastermind des Projekts, und seinen einzigartigen Spielstil.

Einzigartiger Doppelgitarren-Ansatz

Arpeggios, sehr technische und komplizierte Gitarren eröffnen das Album und werden für seine gesamte Dauer fortsetzen. „Sérénité“ bringt scheinbar einen Gitarrendialog, aber es ist tatsächlich ein Musiker, der eine Doppelgitarre spielt. Ein technischer Ansatz, der das Können des Musikers zeigt. Philippes einzigartige Doppelgitarren-Performance steht im Zentrum des Albums. Die Kompositionen sind zwischen klassischer Gitarrenmusik mit einem Hauch Metal, gegeben durch frenetisches Drumming und einige Basslinien, die etwas Gewicht und Dichte geben. Aber hauptsächlich ein langes Gitarrensolo.

Résilience“ setzt sich im selben Geist fort, diesmal mit einem kleinen Effekt auf der Gitarre, der etwas mehr in Metal-Richtung klingt. Nicht die Riffs, die wir gewohnt sind, aber ziemlich nah dran. Auch ein Song mit geknurrten Vocals, performed vom selben Musiker. Tatsächlich ist das ganze Projekt ein Ein-Mann-Projekt. Philippe Drouin ist Gitarrist in der Technical Death Metal Band Obvurt, und das Nebenprojekt PHILIPPE DROUIN OBVURT, 2023 gegründet, basiert darauf, dass er die Doppelgitarre spielt. Nicht die typische Double-Neck-Gitarre – das ist eine Gitarre mit einem Hals auf der linken und einem auf der rechten Seite, mit dem Musiker, der sie beidhändig spielt. Kurios, schockierend, höchstwahrscheinlich sehr interessant in einem Live-Auftritt.

Noch aggressiver und im Death Metal Bereich ist „Acharnement“ – die ganzen langen Solos sind jetzt in kohärente Riffs verwandelt, mit einer soliden Rhythmussektion. Gutes Tempo, immer noch irgendwie an klassische Musik erinnernd, aber ein eingängiger Song mit guten Riffs und einer schönen melodischen Linie. Die tiefen geknurrten Vocals legen genau das notwendige Gewicht auf den Song, um ihn höhlenartig, infernalisch zu machen – ein guter Death Metal Song, ein Höhepunkt des Albums.

Klarer Fokus auf beeindruckende Gitarrenarbeit

Die Produktion ist sehr gut, der klare Fokus bleibt auf den Gitarren für das gesamte Album, und das verdient – das ist der echte Star des Albums. Einige kleine unsynchronisierte Momente sind zu hören, aber im Gesamtkontext ist so etwas normal und nichts, worüber man sich beschweren müsste – mit beiden Händen verschiedene Melodielinien zu spielen, ist wirklich eine schwierige Aufgabe. Abgesehen von der beeindruckenden Gitarrenarbeit kommt auch der Bass sehr klar im Mix, performed von Philippe Drouin, ebenso die Vocals. Nur die Drums werden vom Studio-Musiker aufgenommen, einem weiteren hochkarätigen, John Longstreth (Origin, Hate Eternal), der seine Fähigkeiten auf Hochtempo-Passagen gleichermaßen beeindruckend zeigt wie auf den langsameren, sanfteren, aber gleichermaßen technischen.

Der nächste Song „Passion“ setzt die Death Metal Attitüde und den Sound fort, aber die klassischen Arpeggios sind präsenter. Verwandelt mit den Effekten und Pedalen, die den Metal-Sound präsent machen, und wie bei den anderen Songs beeindruckende technische Fähigkeiten.

Die so wohlbekannten Akkorde von „Aria On The G String“ (Suite für Orchester Nr. 3 D-Dur, BWV 1068 II. “Air auf der G-Saite”) von Johann Sebastian Bach sind der nächste Song – die Neuinterpretation des geliebten Songs im Kontext des Albums gibt eine klare Beziehung zu klassischer Musik. Nicht wirklich Metal hier, aber die tiefen Akkorde auf einer Gitarre kombiniert mit dem hochgepitchten Solo auf der anderen, alles verdoppelt durch eine beeindruckende Bass-Präsenz, geben dem Song eine neue Stimmung und eine Metal-verankerte. Der Rhythmus wird langsam gehalten wie im Originalsong, eine sehr transparente und erfolgreiche Interpretation.

Persévérance“ bleibt in der technischen Zone mit einem langen Solo, das durch den Song performed wird, und nur Drums vervollständigen den Sound, hier und da ein paar Growls als ferner Akzent, eine distanzierte Intervention. Letzter Song, betitelt „Gojira Medley„, ist genau das, was der Name nahelegt – ein Medley mit ein paar Gojira-Songs zusammengemischt. Wir haben „The Way Of All Flesh„, „Flying Whales“ und „World to Come„, zusammengemischt in einen letzten beeindruckenden Song. Wenn man die originale Gitarre kennt, gespielt von Joe Duplantier, kann man die Performance von Philippe Drouin besser schätzen. Die Vocals kommen in beiden Registern, clean und geknurrt, der Rhythmus ist etwas langsamer als in den Originalsongs, aber die Gitarren sind immer noch beeindruckend.

Bach und Gojira in einem Album

Sobald man ein Foto oder Video von Philippe mit seiner Gitarre sieht und versteht, wie kompliziert das ist, was er macht, ändert sich das ganze Hörerlebnis. Man fragt sich beim Hören der komplexen Gitarren, wie das möglich ist. Auch beeindruckend ist das Level an Dynamik und wie dicht die ganze Musik auf verschiedenen Songs klingt, besonders auf den Death-Metal-lastigsten. Ein gut trainierter Musiker kann alleine einen ganzen Haufen Lärm machen. Die gute Art von Lärm.

Mit unvergesslichen Momenten, aber wieder, noch beeindruckender, wenn man weiß, wie sie gemacht werden, aber gute Death Metal Gitarren sind sehr präsent auf dem Album. Auch die mehr Solo-artigen Songs haben einige bemerkenswerte Momente. Und vor allem, Bach und Gojira in einem Death Metal Album zu mischen – das ist etwas, das „Le Chemin Du Gaucher“ einen Durchlauf verdient.

Fazit: Guter Death Metal im Debütalbum von PHILIPPE DROUIN OBVURT „Le Chemin Du Gaucher“ – beeindruckende technische Demonstration.

Internet

PHILIPPE DROUIN OBVURT - Le Chemin Du Gaucher - CD Review

SANGUISUGABOGG bringen ihre Europe-Tour nach Wien

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Sanguisugabogg Tour Poster

SANGUISUGABOGG, Fulci, Gates To Hell, Celestial Sanctuary
Europe 2026 Tour – Viper Room Wien, 22. Februar 2026

Sanguisugabogg-Tour Poster

Am 22. Februar 2026 bringt TON-Music Productions ein Paket nach Wien, das moderne Extreme-Metal-Strömungen mit klassischem Death-Metal-Fundament verbindet. Im Viper Room treffen vier Bands aufeinander, die unterschiedliche Zugänge zu Härte, Groove und Brutalität pflegen – vereint durch eine klare Ausrichtung auf intensive, körperlich wirkende Livemusik. Die „Europe 2026“-Tour macht damit auch in Wien Halt und verspricht einen Abend ohne stilistische Umwege.

Den Beginn machen CELESTIAL SANCTUARY aus Cambridge (UK). Die Band steht für einen rohen, tief im klassischen Death Metal verwurzelten Sound, der stark von der alten britischen Szene geprägt ist, dabei aber keineswegs rückwärtsgewandt wirkt. Schwerfällige Riffs, dunkle Atmosphäre und ein klarer Fokus auf Gewicht und Dichte bestimmen ihre Musik. Live entfaltet dieser Ansatz eine unmittelbare Wirkung, die weniger auf Tempo als auf Druck und Präsenz setzt – ein passender Einstieg, der das Publikum langsam, aber bestimmt in den Abend zieht.

Es folgen GATES TO HELL aus Kentucky, die Death Metal und Metalcore zu einer aggressiven, energiegeladenen Mischung verbinden. Ihre Musik lebt von harten Breakdowns, massiven Riffs und einem modernen Groove-Verständnis, ohne den Bezug zu klassischem Death Metal zu verlieren. Gerade live überzeugt die Band durch Dynamik und körperliche Intensität, mit Songs, die auf direkte Reaktion abzielen und das Publikum aktiv einbinden. Gates To Hell stehen für einen zeitgemäßen Extreme-Metal-Ansatz, der Härte und Struktur wirkungsvoll kombiniert.

Mit FULCI wird der Abend deutlich finsterer. Die italienische Band bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Death Metal und Grind-Einflüssen und ist bekannt für ihren dichten, aggressiven Sound. Schnelle Tempos, abrupte Wechsel und eine generell sehr rohe Ästhetik prägen ihre Musik. Live entfaltet sich daraus eine intensive, fast erdrückende Atmosphäre, in der Präzision und Gewalt eng miteinander verzahnt sind. Fulci liefern keinen dekorativen Extreme Metal, sondern eine direkte, ungeschönte Form, die auf maximale Wirkung ausgelegt ist.

Als Headliner stehen SANGUISUGABOGG auf der Bühne, eine der derzeit markantesten Bands im modernen Death Metal. Spätestens mit ihrem aktuellen Album haben sie gezeigt, dass rohe Gewalt und ausgefeilte Songstrukturen kein Widerspruch sein müssen. Ihre Musik ist dicht, schwer und fokussiert, getragen von massiven Riffs, tiefen Vocals und einem Rhythmusfundament, das konstant Druck aufbaut. Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen wirkt das letzte Album “Hideous Aftermath” strukturierter und reifer, ohne an Brutalität einzubüßen.

Live übertragen SANGUISUGABOGG diesen Ansatz mit beeindruckender Konsequenz. Die Songs zielen auf maximale Intensität, verzichten auf überflüssige Ausschmückungen und setzen stattdessen auf Durchschlagskraft und Präsenz. Genau diese Mischung aus technischer Sicherheit, physischer Härte und klarer musikalischer Linie macht ihre Shows so wirkungsvoll. In Kombination mit dem restlichen Line-Up verspricht der Abend im Viper Room ein geschlossenes, extrem starkes Gesamtbild moderner Death-Metal-Spielarten.

Tickets für das Konzert sind im Vorverkauf erhältlich und hier zu finden.

Sanguisugabogg Tour Poster

SANGUISUGABOGG – Europe 2026 Tour

13/02/2026 Antwerpen
14/02/2026 Paris
15/02/2026 London
16/02/2026 Bristol
17/02/2026 Glasgow
18/02/2026 Manchester
19/02/2026 Birmingham
20/02/2026 Tilburg
21/02/2026 München
22/02/2026 Wien
24/02/2026 Prague
25/02/2026 Hamburg
26/02/2026 Copenhagen
27/02/2026 Berlin
28/02/2026 Leipzig
01/03/2026 Oberhausen

Quellenangabe: TON-Music Productions, Bands

2025 – Der etwas andere Jahresrückblick Teil II

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April – Juni

Daniels Idee eines Jahresrückblicks, der bewusst jene Alben berücksichtigt, die uns im Laufe des Jahres begleitet oder nachhaltig beschäftigt haben, wurde im Team schnell als spannend und sinnvoll wahrgenommen. Der Anspruch, zusätzlich zu den regulären Reviews eine größere Anzahl weiterer Veröffentlichungen einzuordnen, ist ohne Zweifel ambitioniert. Gleichzeitig erleichtert der persönliche Zugang diese Aufgabe: Es geht um Musik, die über Monate hinweg präsent war, intensiv gehört wurde oder aus unterschiedlichen Gründen als relevant empfunden wird. Mit Charlene jetzt als zusätzlicher Stimme erweitert sich dieser Blick nochmals deutlich. Die Auswahl wird breiter, die Perspektiven vielfältiger, und genau daraus ergibt sich ein Überblick, der nicht nur individuelle Hörgewohnheiten widerspiegelt, sondern auch unterschiedliche Zugänge und Schwerpunkte zusammenführt.

Auch wenn sich die tägliche redaktionelle Arbeit in der Regel auf bevorzugte Stilrichtungen wie Death, Black und Thrash Metal konzentriert, zeigt sich gerade im Rückblick, wie viele weitere Veröffentlichungen Beachtung verdienen. Darunter finden sich überzeugende Alben ebenso wie solche, die vor allem durch hohe Erwartungen und starke Resonanz innerhalb der Szene auffallen. Entsprechend breit gefächert fällt die stilistische Ausrichtung dieser Liste aus – weniger als programmatische Entscheidung, sondern als logische Konsequenz eines Jahres, in dem qualitativ hochwertige Musik aus nahezu allen Bereichen des Metal erschienen ist.

Ein weiterer Aspekt ergibt sich aus dem Live-Kontext. Einige Bands haben ihren nachhaltigen Eindruck nicht primär über das Album, sondern zunächst auf der Bühne hinterlassen. Gerade als Support-Acts zeigt sich, welche Bedeutung Konzerte weiterhin für die Entdeckung neuer Musik haben. Bands wie BENTHOS oder DÉTRESSE überzeugten live derart, dass eine intensivere Auseinandersetzung mit ihren Studioveröffentlichungen folgte – und diese Erwartung letztlich auch eingelöst wurde.

Rückblickend erweist sich 2025 als ein ausgesprochen reichhaltiges Metal-Jahr, das selbst nach seinem Abschluss noch zahlreiche Entdeckungen bereithält. Spätestens mit dem Erscheinen der Jahreslisten und Bestenplatzierungen wird deutlich, wie viel Musik selbst engagierten Hörern entgangen ist. Wenn Alben in Top-3- oder Top-10-Listen auftauchen, die bislang noch nicht wahrgenommen wurden, verdeutlicht das die enorme Dichte und Komplexität der aktuellen Metal-Landschaft. Die Anzahl an Bands, die auf hohem Niveau arbeiten, bleibt unüberschaubar – und vollständige Erfassung ist weder realistisch noch Ziel dieses Rückblicks.

Auch dieser zweite Teil des Jahresrückblicks erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr bietet er einen persönlichen, redaktionell geprägten Einblick in Alben, die für uns im Zeitraum relevant waren. Teil II umfasst die Monate April, Mai und Juni und setzt den Versuch fort, ein Jahr aus unterschiedlichen Blickwinkeln nachzuzeichnen.

April

cover artwork ROTTING CHRIST 35 Years of Evil Existence – Live in Lycabettus

ROTTING CHRIST 🇬🇷 – 35 Years of Evil Existence – Live in Lycabettus (Black Metal)
(Season Of Mist, 04/04/25)
Ein Live-Erlebnis mit ROTTING CHRIST ist stets eine intensive musikalische Reise, da es der Band gelingt, Energie und Rohheit ihres Sounds auf der Bühne besonders authentisch zu transportieren. „35 Years of Evil Existence – Live in Lycabettus“ dokumentiert das 35-jährige Bandjubiläum und vereint Songs aus allen Schaffensphasen. Die stilistische Entwicklung über die Jahrzehnte wird ebenso deutlich wie die Konstanz eines unverwechselbaren Sounds. Vom eröffnenden „Χ ξ ς’“ über jüngere Stücke wie „Fire, God and Fear“ oder „Like Father, Like Son“ bis hin zu Klassikern wie „Societas Satanas“, „Forest of N’gai“, „Among Two Storms“, „Nemecic“ oder „Grandis Spiritus Diavolos“ ist das Set dicht und schlüssig gewählt. Fast wie eine Live-Werkschau, die eindrucksvoll zeigt, warum die Band zu den prägenden Namen des Genres zählt. Klanglich sehr gelungen und für Fans unverzichtbar. (4,5/5) Voicu

cover artwork TÓMARÚM Beyond Obsidian Euphoria

TÓMARÚM 🇺🇸 – Beyond Obsidian Euphoria (Progressive Black Metal, Technical Death Metal)
(Prosthetic Records, 04/04/25)
TÓMARÚM präsentieren ein sehr geschlossenes und ambitioniertes Album, das unterschiedlichste Stilmittel zu einem komplexen Gesamtwerk verwebt. Die Musik fordert Aufmerksamkeit und entfaltet ihre Wirkung erst nach mehreren Durchläufen, wenn sich die vielen Ebenen aus verschachtelten Rhythmen, permanent wechselnden Tempos und ineinandergreifenden Melodielinien erschließen. Die Kompositionen sind lang und strukturell anspruchsvoll, die technische Ausführung auf hohem Niveau. Mitunter verliert sich das Album etwas in Füllpassagen und Überkomplexität, doch die musikalischen Ideen und die Konsequenz im Ansatz machen „Beyond Obsidian Euphoria“ zu einer lohnenden Herausforderung für Fans progressiver Spielarten des Extreme Metal. (4/5) Voicu 

cover artwork BENTHOS From Nothing

BENTHOS 🇮🇹 – From Nothing (Progressive Metal)
(InsideOut Music, 11/04/25)
Vielschichtig, tonal offen und stellenweise bewusst sperrig: BENTHOS bewegen sich mit „From Nothing“ an der Grenze zur Dissonanz, ohne den Fokus zu verlieren. Einflüsse aus Jazz, Djent und klassischem Prog werden zu einem dichten, ständig in Bewegung befindlichen Sound verbunden. Live wirkt das Material sogar noch überzeugender, da Energie und Spielfreude besonders deutlich hervortreten. Die Vocals wechseln mühelos zwischen aggressiven Growls, Screams und kontrolliertem Klargesang. Technisch wie kompositorisch bewegt sich die Band auf hohem Niveau und zeigt eine bemerkenswerte Sicherheit im Wechsel zwischen Ordnung und Chaos. Ein klarer Entwicklungsschritt und ein relevantes Album im modernen Progressive Metal. (4,5/5) Voicu

cover artwork MESSA The Spin

MESSA 🇮🇹 – The Spin (Doom Metal/Rock)
(Metal Blade, 11/04/25)
MESSA zählen längst zu den etablierten Namen im Doom-Umfeld, und auch „The Spin“ knüpft daran an. Die Band verbindet epische, oft melancholische Songs mit Elementen aus Gothic Doom und Rock, wodurch ein zugänglicher, stellenweise melodisch geprägter Charakter entsteht. Der verhallte Frauengesang verleiht dem Album eine leicht nostalgische Note und öffnet den Sound auch für weniger genretypische Einflüsse. Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen wirkt das Material dichter ausgearbeitet, mit klarerem Fokus auf ausgeformte Kompositionen. „Void Meridian“ als Opener und „Thicker Blood“ zum Abschluss zählen zu den stärkeren Momenten. Solider, gut hörbarer Doom, der vor allem Genre-Fans ansprechen dürfte. (3/5) Voicu

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LIK 🇸🇪 – Necro (Death Metal)
(Metal Blade, 18/04/25)
LIK gehören seit einigen Jahren zu den Bands, denen es besonders überzeugend gelingt, den klassischen schwedischen Old-School-Death-Metal-Sound einzufangen. Nach den starken Vorgängeralben war „Necro“ daher eines der meist erwarteten Genre-Releases des Jahres 2025. Ganz erreicht das Album zwar nicht das Niveau der vorherigen Veröffentlichungen, bleibt aber dennoch eine der wichtigsten Death-Metal-Platten des Jahres. Massiver Death Metal, unerbittliche Rhythmen, tiefgestimmte, sägende Gitarren, die die für das Genre typische Schwere garantieren, sowie passende Growls prägen das Gesamtbild. Hochwertiger Death Metal, voll von guten Headbanging-Momenten, schnell, druckvoll und nahezu ohne ruhigere Passagen – eine durchgehend strafende Platte. Dass dem Album ein klarer Übersong fehlt, der sich deutlich abhebt, lässt es im Vergleich zu früheren Werken etwas schwächer erscheinen. Die Erfahrung der beteiligten Musiker, die Verbindungen zu Bands wie Katatonia, Bloodbath, Grave oder Repugnant haben, ist jedoch jederzeit hörbar. Technisch stark, stilistisch überzeugend und ein weiteres klares Statement für den klassischen schwedischen Sound. (3,5/5) Voicu

Sirens Death 🇩🇪 – Demo (Heavy Metal)
(Eigenproduktion, 23/04/25)
Die Bonner Formation ist aufgrund einer Pause der Band Hornado entstanden und bewegt sich stilistisch zwischen Schweden und Großbritannien, setzt aber auch mal einen Fuß in die USA. Dabei erinnert man manchmal an die frühen, okkulten Anfänge der NWOBH. Insbesondere der Signatur – Song und das grandiose »Avalon« wecken Assoziationen zu Bands wie Angelwitch, Clooven Hoof, Wytchfynde und so weiter. Auch der dezent epische Ausflug in »Steel, Fortune & Fate« steht der Band mehr als gut. Das Potenzial ist hier nicht nur offensichtlich vorhanden, sondern enorm hoch. Lediglich Sängerin Jacky sollte noch etwas an Ihrem Gesang feilen, denn dieser liegt leider noch zu oft neben der Spur. Mein Wunsch für 2026 ist trotzdem:
Mehr! Vielleicht findet sich ein Label für den Vertrieb einer EP, wenn die kleinen Mankos beseitigt und noch ein paar Songs mehr geschrieben wurden. (4/5) Daniel

cover artwork Cadaver Hymns Of Misanthropy

CADAVER 🇳🇴 – Hymns Of Misanthropy (Death Metal)
(Listenable Records, 25/04/25)
Als eine der frühen Bands des Death Metal melden sich CADAVER 2025 mit ihrem siebten Album „Hymns Of Misanthropy“ zurück. In einer Diskografie mit wechselnder Qualität nimmt diese Veröffentlichung einen der besseren Plätze ein. Zwar finden sich auch hier vereinzelte experimentelle Ansätze, insgesamt gelingt es der Band jedoch, ein fokussiertes, dynamisches und überwiegend aggressives Album vorzulegen, das tief im Old-School-Death-Metal verwurzelt ist. Gelegentliche Groove-Momente und wiederkehrende Thrash-Einflüsse erinnern an frühere Phasen der Bandgeschichte, ohne den Gesamteindruck zu stören. Die Produktion ist nicht optimal und wirkt stellenweise etwas roh, was das Hörerlebnis leicht beeinträchtigt. Dennoch überzeugen massive Gitarren, treibende Drums, präsenter Bass und infernale Growls in insgesamt schlüssigen Kompositionen. Die Band beweist weiterhin Leidenschaft und Motivation, neue Musik zu veröffentlichen. Auch wenn das Niveau nicht an das Debüt heranreicht, ist „Hymns Of Misanthropy“ ein interessantes Album, das Genrefans definitiv mehrere Durchläufe wert ist. (4/5) Voicu

Eluveite 🇨🇭 – Ànv (Folk/Death Metal)
(Nuclear Blast Records, 25/04/25)
Für Folkies zu derb, für Death Metaller zu folkig, und trotzdem hat Grigel Glanzmann es geschafft, seine eigensinnige musikalische Version im Metalkosmos erfolgreich zu integrieren. »Ànv« erblickt nach sechs Jahren Wartezeit das Licht der Welt und knüpft da an, wo Ategnatos aufhörte. Unterbrochen von folkigen Instrumentalstücken und musikalisch untermalten, gesprochenen Passagen bieten »Taranoías«, »The Prodigal Ones«, »Premonition«, »The Harvest«, »Aeon Of The Crescent Moon« und das abschließende »The Prophecy« die perfekte Verbindung aus Folk und (teilweise sehr brutalem) Death Metal. Auch ein kommerzieller Songs wie »Awen« darf natürlich nicht fehlen, ist aber wieder mal von überragender Qualität. Eines meiner Highlights des Jahres, welches, wenn sich mit »All Is One« nicht doch noch ein eher durchschnittlicher Track eingeschlichen hätte, in der Digipackversion ein perfektes ELUVEITIE – Werk wäre. (4,5/5) Daniel

cover artwork STRUCTURE Heritage

STRUCTURE 🇳🇱 – Heritage (Atmospheric Doom/Death Metal)
(Ardua Music, 25/04/25)
STRUCTURE ist das Soloprojekt von Bram Bijlhout (ex-Officium Triste), und das Debütalbum „Heritage“ war angesichts seines musikalischen Hintergrunds mit hohen Erwartungen verbunden. Das Album wurde sowohl von Fans als auch von Kritikern sehr positiv aufgenommen – zu Recht, denn es handelt sich um ein äußerst geschlossenes Werk im Bereich Doom/Death Metal mit stark ausgeprägter atmosphärischer Komponente. Bereits der Opener „Will I Deserve It“, zugleich einer der Höhepunkte des Albums, führt tief in die erdrückende Klangwelt ein. Von extrem langsamen, kriechenden Passagen bis hin zu dynamischeren Momenten entfaltet sich ein Sound, der durchgehend emotional aufgeladen ist. Epische Abschnitte wechseln sich mit Momenten von Verzweiflung und innerer Leere ab. Die Lead-Gitarren unterstreichen dies mit langen, technisch versierten Solos, während das Fundament von schweren, konstanten Riffs getragen wird. Der Titelsong „Heritage“ sticht ebenfalls hervor – besonders durch seine überwältigende Schwere in Kombination mit einer melancholischen Grundstimmung. Ein sehr geschlossenes, kohärentes Album und zweifellos eines der stärkeren Doom/Death-Releases des Jahres. (4/5) Voicu

Cirith Ungol 🇺🇸 – Live At The Roxy (Epic/Heavy/Doom Metal)
(Metal Blade Records, 25/04/25)
Ein musikalisches Denkmal ist die Aufzeichnung des Abschiedsgigs der Legende CIRITH UNGOL vom zwanzigsten Oktober 2023. In knapp zweiundsechzig Minuten gibt es im ersten Teil die Livedarbietung des letzten Albums Dark Parade, im zweiten Akt bietet man einen Querschnitt durch die Diskografie feil. Auch wenn die Band hier nicht, wie sie es verdient hätte, vor zehntausenden Menschen spielt und Tim Baker nicht mehr so wie früher klingt, kann man den Schweiß in dem Klub beim Abspielen der Platte förmlich riechen und Baker agiert trotzdem brillant, indem er seine altersbedingten stimmlichen Schwächen mit der Einbindung des Publikums und einem aggressiveren Grundton umschifft. Das Album ist vertonte Energie und ein würdiger (hoffentlich nur vorübergehender) Abschluss der Bandhistorie. Die beiliegende DVD habe ich übrigens bis heute nicht angerührt, denn »Live At The Roxy« sorgt auch ohne Bewegtbilder für Kopfkino bis zum Schluss! Danach allerdings, kommt Wehmut auf… (10/5) Daniel

Wednesday-13-Mid-Death-Crisis

WEDNESDAY 13 🇺🇸– Mid Death Crisis (Punk/Rock/Heavy Metal)
(Napalm records, 25/04/25)
 „Mid Death Crisis“ klingt wie eine Hommage an WEDNESDAY 13s Debüt „Transylvania 90210“ (2005) und seine gesamte Wandlung seitdem. Anfangs klar im Punkrock angesiedelt, lehnten sich die Songs mit der Zeit immer stärker in Richtung (Industrial) Metal. Typisch sind außerdem die Texte über Horrorfilm-Klassiker und verwandte schaurige Themen. Der oft komödiantische Ton, getragen von ausgelassener Musik, ging auf den beiden Vorgängern „Necrophaze“ (2019) und „Horrifier“ (2022) etwas verloren.
Auf „Mid Death Crisis“  ist dieses alte Flair jedoch von der ersten Sekunde an wieder spürbar – frisch und unverkrampft. Knackige Songs und Texte mit dem gewohnten Augenzwinkern („Rotting Away“, „Decapitation“) treffen auf mitreißende Refrains und Strophen wie in „When The Devil Commands“ und „In Misery“. So bleibt das Album kurzweilig und einprägsam, ohne sich zu wiederholen. Die Metal-Elemente tragen in Form von groovigen Riffs und druckvollen Drums zu einem dynamischen und zeitgemäßen Sound bei. (4,5/5) Charlene

Mai

Palantyr 🇫🇷 – The Ascent And The Hunger (Speed/Heavy Metal)
(Jawbreaker Records, 02/05/25)
Bei den Franzosen von PALANTYR handelt es sich mitnichten um eine neue Band, sondern um die umbenannten, schon seit einer Dekade aktiven Destrukt. Diese Erfahrung merkt man »The Ascent & The Hunger« auch an, denn Speed Metal Hymnen wie »Shan E Sorkh« und »Broken Mirror« sind dermaßen auf den Punkt gespielt, dass man zur Verzückung des Hörers in »Son Of The White Mare« selbst bei Überschallgeschwindigkeit auch vor komplexen Breaks nicht zurückschreckt. Zudem macht die Stimmung in »Graveyard« dem Namen alle Ehre und mit dem stilistisch perfekt adaptierten Paul Roland – Cover »Nosferatu« hat man einem echten Hit in petto. Wer auf Smoulder und Lady Beast auf Speed steht, kann hier gar nicht anders als zugreifen! (4,5/5) Daniel

cover artwork CREMATORY Destination

CREMATORY 🇩🇪 – Destination (Industrial/Gothic Metal)
(ROAR! / Rock of Angels Records, 02/05/25)
CREMATORY veröffentlichen 2025 mit „Destination“ ihr siebzehntes Studioalbum. Musikalisch liefert die Band genau das, was man von ihren jüngeren Veröffentlichungen erwartet: melodischen Industrial Metal mit Gothic-Anleihen, eingängigen Refrains, moderater Härte und starker Keyboard-Präsenz. Vom frühen Gothic Death Metal ist man längst weit entfernt, und die Diskografie der letzten Jahre zeigt deutliche Qualitätsschwankungen. Auch „Destination“ reiht sich hier ein, mit einer Mischung aus gelungenen Songs und vielen weniger überzeugenden Momenten. Stilistisch tauchen immer wieder alternative Metal-Elemente auf, während die dominanten Keyboards den industriellen Rahmen sichern. Insgesamt fehlt es dem Album an Überraschungen, viele Songs wirken glatt, stellenweise zu kommerziell und nicht immer vollständig ausgearbeitet. Zwischen eingängigen und eher belanglosen Stücken bleibt am Ende ein Release, das für viele Genre-Fans relevant sein dürfte, darüber hinaus jedoch keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. (2,5/5) Voicu

cover artwork HATE Bellum Regiis

HATE 🇵🇱 – Bellum Regiis (Blackened Death Metal)
(Metal Blade, 02/05/25)
HATE gehören zu den konstantesten Bands im extremen Metal und haben über ihre mehr als 35-jährige Karriere hinweg nahezu im Zwei- bis Drei-Jahres-Rhythmus neue Alben veröffentlicht. Auch stilistisch ist die Band ihrer Linie stets treu geblieben, trotz punktueller Entwicklungen im Laufe der Jahre. Nach vier Jahren Wartezeit erscheint mit „Bellum Regiis“ das neue Werk, das erwartungsgemäß genau dort ansetzt, wo die letzten Veröffentlichungen aufgehört haben. Solider Death Metal mit blackened Einschlag, kraftvolle Riffs, druckvolles Drumming und vor allem die markanten Vocals von Adam, der als einziges konstantes Mitglied das Herz der Band darstellt. Musikalisch ist das Album handwerklich überzeugend, bringt jedoch kaum neue Impulse. Die Melodien sind durchgehend gut, ähneln sich jedoch stark untereinander und erinnern häufig an Material früherer Alben. Es fehlt an klarer Differenzierung zwischen den Songs und an Momenten, die sich nachhaltig festsetzen. Ein insgesamt angenehmes Album ohne echte Schwächen, dem jedoch der Funke fehlt, der aus guten Songs bleibende macht. Dennoch ein Werk, das Genre-Fans einige Durchläufe wert ist. (3/5) Voicu

Blindgänger 🇩🇪 – Damokles (Groove/Heavy Metal)
(Eigenproduktion, 15/05/25; 02/01/25)
Trick 17, denn das am zweiten Januar erschienene fünfte Album der Leipziger BLINDGÄNGER hatte ich glatt im ersten Teil ausgelassen, wurde allerdings am 15.05. als LP veröffentlicht und muss erwähnt werden. Denn die Kapelle hat einen beeindruckenden musikalischen Weg von einer Punk-/Deutschrock – Combo hinzu einer der besten deutschsprachigen Metalacts hinter sich. Und da »Damokles« in Teilen zwar extrem politisch ist, aber nicht wie der Vorgänger politisch extrem, kommt es hier zur Geltung. Die Hardcore – Walze mit Kid D. als Gast eröffnet den Reigen großartiger Songs, denn nicht nur das folgende »Damokles« bietet Groove Metal der keine Gefangenen macht, sondern überzeugt durch lyrisch stark in Szene gesetzte Konsumkritik. Ebenfalls auf textlichem wie musikalischem Toppniveau sind die Kritik an der Lethargie des Individuums im hitverdächtigen »Zeichen« und das mit seiner selbstreferenziellen Lyrik sehr authentisch rüberkommende »Glut«. Dazwischen gibt es mit »Stolperstein« und »Zeichen« auch Kritik an der politischen Lage in der Republik, mit »Ganz gleich« Zukunftsangst aus grüner Sicht und mit der (ungefähr 45 Jahre zu spät erschienenen) Feminismus/Heavy Metal Hymne »Schwestern aus Stahl« mit Laura Guldemond von Burning Witches musikalisch ausnahmslos großartige Kost. »Damokles« ist eines der besten deutschsprachigen Metalalben seit Jahren! (4/5) Daniel

Scorcher 🇬🇷 – The Regal Eye (US Power/Melodic Metal)
(Eigenproduktion, 16/05/25)
Es ist eine Sünde, dass die unter dem Banner SCORCHER agierenden Brüder Chris und Hauptprotagonist Vangelis Tekas seit mittlerweile dreizehn Jahren kaum jemanden etwas sagen. Jedem der bisher drei Alben merkt man nicht nur die Liebe zum Heavy Metal der Achtziger an, Vangelis „Tex“ Tekas ist zudem einer der besten Songwriter, welche jemals im traditionellen Spektrum unterwegs waren. Die Griechen zeichnet seit Jahren aus, eine als unerreichbar geltende Einheit von NWOBH und dem USPM zu kreieren. Das Zweitwerk Steal The Throne ist eines der besten Steel Prophet – Alben, das nicht von den Amis geschrieben wurde und der Nachfolger Systems Of Time klingt wie ein Jam Session Battle zwischen Clooven Hoof, Judas Priest und Iron Maiden auf der einen, Helstar, Vicious Rumors, Jag Panzer und Metal Church auf der anderen Seite. Sieben Jahre später stehen auf »The Regal Eye« die Gewinner dieser Schlacht fest und die britische Sektion darf lediglich durch sehr markante Gastbeiträge glänzen. Der eröffnende Titeltrack und das begeisternde »De-synchronized« bilden als Steel Prophet – Referenzen lediglich die Ausnahme, das schon vor vier Jahren als 7“ Single und bis zum erscheinen des Albums regelmäßig rotierende »Radio Silence« als auch »Joyful Child« führen den auf dem Vorgänger angedeuteten Weg zu mehr Konsequenz in der Gitarrenarbeit nicht nur fort, sondern perfektionieren dies geradezu. »(No Need To Know) The Future« hätte ebenso auf der aktuellen (großartigen!) Wretch stehen können und dass man sieben Minuten gnadenlosen, treibenden US Power Metal dermaßen kurzweilig wie in »We Are The Cure« zum Besten kann, ist beinahe ein Unikum in diesem Genre. »The Regal Eye« schafft es, magische Melodien mit kompromissloser Härte zu vereinen, ist ein Denkmal an die Hochphase des Heavy Metal im Allgemeinen und sollte neben der neuen Wings Of Steel auch von jedem traditionellen Metalfan abseits des US Metal zumindest angecheckt werden. (5/5) Daniel

cover artwork DÉTRESSE Pessimismes

DÉTRESSE 🇦🇹 – Pessimismes (Black Metal)
(Vendetta Records, 16/05/25)
DÉTRESSE sind eine Black-Metal-Band aus Wien, und die Musik, die sie spielen, ist direkter, gut komponierter Black Metal. Verzweifelte Schreie unterstreichen durchgehend die trostlose Atmosphäre, werden jedoch von sehr starker Musik getragen, die klar in einer eher klassischen Black-Metal-Tradition verwurzelt ist. Von klagenden Momenten mit hoher emotionaler Aufladung bis hin zu äußerst aggressiven, von Wut geprägten Passagen reicht das inspirierte Songwriting. „Pessimismes“ widmet sich – wie der Titel bereits andeutet – stärker der depressiven Seite des Genres, melancholische Akkorde verleihen der Musik dabei kontinuierlich eine atmosphärische Dimension. Insgesamt hinterlässt das Album einen sehr geschlossenen Eindruck, es ist sorgfältig ausgearbeitet und durchdacht komponiert. Der Abschlusstrack und zugleich der Titeltrack setzt einen letzten emotionalen Akzent: ein langes, akustisches Gitarrenstück, getragen von Traurigkeit und einem tiefen Gefühl von Verlust, das das Album beschließt. Ein anderer Klangraum, aber ein würdiger Abschluss. Insgesamt ein Album mit vielen Facetten, die jedoch allesamt von sehr guter Musik getragen werden. Eindrucksvoll und überzeugend. (4,5/5) Voicu

Titan Killer 🇦🇹 – Slow Self-Destuction (Heavy/Power Metal)
(Eigenproduktion, 16/05/25)
Eine Frage in den Raum: Wer hat Bock auf eine Mischung aus Scanner und Iced Earth? Richtig, alle! Wobei die grobe Umschreibung des Klangbildes der Wiener TITAN KILLER dem Fünfer nicht gerecht wird. Hinzu gesellt sich der Einfluss alter Accept genauso wie die NWOBH. Wer jetzt schon sabbert, sollte aufhören zu lesen und sofort reinhören, dem kleinen Rest sei noch mitgeteilt, dass der Titeltrack, »Fear The Cross«, »Forced The Hollow«, »Echoes Of Hope«, »SF-1« sowie die letzten drei Lieder allesamt Walzen sind, die eindrucksvoll zwischen Gitarrenwand, Accept – Chören, britischen Melodien und fetten Refrains alles platt machen, was im europäischen Raum an Veröffentlichungen im traditionellen Metalbereich 2025 rauskam. Die Band ist hier eine Wand, eine Armee im Gleichschritt, ein gottverdammter Panzer, dessen Zerstörungskraft in Zukunft zu spüren sein sollte. Denn trotz des zu lethargischen »Fuel Addicted« ist »Slow Self-Destruction« eines der Alben des Jahres, wenn es um unverfälschten, kompromisslosen und anspruchsvollen Heavy Metal mit einhundert Prozent Wiedererkennungswert geht! (4,5/5) Daniel

cover artwork PELICAN Flickering Resonance

PELICAN 🇺🇸 – Flickering Resonance (Post-Metal/Rock)
(Run For Cover Records, 16/05/25)
Einst gehörten PELICAN zu den prägendsten Bands des instrumentalen Post-Metal, zuletzt haben sie sich jedoch stärker in Richtung Rock bewegt. Dennoch wurde das neue Album von langjährigen Fans mit großem Interesse erwartet. Es ist nicht zwingend eine Enttäuschung, erreicht jedoch bei Weitem nicht das Niveau der besten Arbeiten der Band. Ohne wirkliche Hooks, die den Hörer nachhaltig fesseln könnten, wirkt das Material vergleichsweise linear, mit Akkordfolgen, die sich häufig wiederholen. Obwohl die Musik an sich interessant ist, fehlt ihr jene kompositorische Sogwirkung, die frühere Veröffentlichungen ausgezeichnet hat. Vieles erinnert eher an einen dokumentarischen Soundtrack oder an neutrale Hintergrundmusik. Trotz einiger guter Riffs und der unbestrittenen technischen Fähigkeiten der Bandmitglieder fehlt der Funke, der den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer wirklich herausragenden Band ausmacht. Wiederholende Strukturen, nur seltene melodische Akzente oder Kontraste, insgesamt eine recht blasse Angelegenheit. Dennoch handelt es sich innerhalb der Welt des instrumentalen Post-Metal um eine relevante Veröffentlichung, zugleich aber um einen Tiefpunkt in der bisherigen Karriere der Band. (2,5/5) Voicu

Düsenjäger 🇦🇹 – Tod von oben (EP) (Heavy/Speed/Thrash Metal)
(Eigenproduktion, 25/05/25)
Das Konzept des Venator Nebenprojektes dürfte bei einigen Zeitgenossen für Schnappatmung sorgen. Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR indes denkt man mit Begeisterung beim Hören von »Tod von oben« an Bands Titan, Vantom und die aus meiner Heimat stammenden Biest, »Luftangriff« erinnert sogar ein wenig an alte Macbeth. Mittlerweile gibt es ja immer mal wieder Bands, die sich an deutschsprachigem Heavy Metal und Hardrock versuchen, aber bis auf Iron Kobra mit der Kerker und Drachen – EP und dem Vulva Ableger Ritvs kam bis Juli 2025 niemand an die alten Hardrock- und Ostmetalbands ran. Für HMFEG – Fans ein Muss! (4,5/5) Daniel

Sapid Steel 🇩🇪 – Feel The Fire (Hardrock/Heavy Metal)
(Eigenproduktion, 25/05/25)
Die Chemnitzer haben mit Moshquito – Basser Rudi und Barock – Frontmann Marv (unter anderem ex- Steelclad) zwei bekanntere Gesichter im Line Up und spielen Live zumeist Covershows mit AC/DC-, Motörhead- und diversen Achtziger Metalsongs. Allerdings schreibt man ab und an auch eigene Lieder, und dies scheint mit hinzukommen des aktuellen Sängers verstärkt angegangen worden zu sein. Auch wenn es hier viele olle Bandkamellen auf »Feel The Fire« geschafft haben, lohnt sich das Album durchaus für Fans von AC/DC, Krokus und alte Accept. Obendrauf gibt es in »Whatever«, »Feel The Fire« sowie »Rock It Hot« leichte Rolling Stones – Vibes und die eben erwähnten Kamellen erstrahlen im neuen Glanz. Die finalen Versionen von »Wasted Trouble«, »Scream Machine« und »Steelbreaker« machen richtig Spaß, das Debüt ist zudem ideal für längere Autofahrten. »Feel The Fire« wirkt wie eine Bestandsaufnahme auf der einen Seite, auf der anderen wie ein Übergang. Denn einen schlechten Song kann man hier nicht ausmachen, im Gegenteil. Am Ende gibt es mit »Hangover« einen richtig starken (Southern)Rock Song und die Saxon/Accept – Dampframme »Damnatio Memoriae« ist in meiner Topsongplaylist unter den besten fünf Songs des Jahres. Hier deutet sich an, wohin die Reise nach diesem sehr guten Einstand noch gehen kann. (3,5/5) Daniel

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ŠAKAL 🇷🇸 – II (Black Metal, Pagan Black Metal)
(Independent, 30/05/25)
Auch bekannt als Шакал, ist die serbische Band ŠAKAL noch ein vergleichsweise neuer Name im großen Black-Metal-Kosmos. Mit dem Debütalbum konnten sie jedoch bereits überzeugen, und mit „II“ versuchen sie nun, ihre Position weiter zu festigen. Das neue Material erweist sich als sehr überzeugend. Viele der heidnischen Einflüsse wurden in eine deutlich kompaktere und direktere Form von Black Metal überführt. Das Album bietet unerbittliche Rhythmen, wobei die Leadgitarre häufig eine zentrale Rolle im Gesamtbild einnimmt. Trotz beeindruckender Tremolo-Linien wirken die Solos stilistisch oft aus einem anderen musikalischen Kontext entlehnt und sind nicht immer stimmig eingebettet. Abgesehen davon funktioniert jedoch nahezu alles sehr gut in der Musik der Band: verzweifelte Schreie und dämonische Vocals, getragen von einer spürbaren Dringlichkeit, sorgen für zahlreiche dramatische Momente. Dichte, kraftvolle Instrumentierung und solide kompositorische Fähigkeiten halten die Spannung konstant aufrecht. Ein starkes Album und eine Band, die ihren Status bereits überzeugend unter Beweis stellt. (4/5) Voicu

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RIVERS OF NIHIL 🇺🇸 – Rivers Of Nihil (Progressive/Technical Death Metal)
(Metal Blade Records, 30/05/25)
Nach einem schwächeren Vorgänger melden sich die amerikanischen Progressive/Technical-Death-Metaller RIVERS OF NIHIL mit einem selbstbetitelten Album zurück. „Rivers Of Nihil“ entstand zudem unter deutlichen personellen Veränderungen, mit dem erklärten Ziel, an die Dynamik ihres Meisterwerks „Where Owls Know My Name“ anzuknüpfen. Teilweise gelingt die Rückkehr zu stärkerem Songwriting und einer lebendigeren musikalischen Ausrichtung. Zwischen scharf geschnittenen, kraftvollen Passagen finden sich Elemente aus dem Deathcore, eingebettet in einen technisch versierten Death-Metal-Kontext. Gleichzeitig gibt es melodische und progressiv geprägte Momente, wobei Clean Vocals weiterhin einen wichtigen Anteil an der Gesangsarbeit haben. Die Songs sind komplex aufgebaut, mit zahlreichen ineinandergreifenden Ebenen, polyrhythmischen Strukturen und dicht verwobenen Melodien – in diesem Sinne ein konsequent progressives Album. „House of Light“ sticht als eines der epischsten Stücke hervor, weniger verschachtelt als viele andere Songs, dafür mit einer klareren und inspirierteren melodischen Linie. Weniger experimentell als der direkte Vorgänger, dafür intensiv und dynamisch, mit kreativer Handschrift. Nicht auf dem Niveau der stärksten Veröffentlichungen der Band, aber dennoch ein solides Werk, das mehrere Durchläufe verdient. (3,5/5) Voicu

Juni

Cromlech 🇩🇪 – Of Owls And Eels (Atmospheric/Melodic Black Metal)
(Darkness Shall Rise Productions, 06/06/25)
Das wieder aufgenommene Projekt von Impurus, der einigen vielleicht als Teil der Doomer Albez Duz bekannt ist, setzt neben allerhand Klangeffekten auf die alte Schule. Atmosphärisch sehr dicht, sitzen Songs wie »Owls In The Fog« und »Past Forever« zwischen den schwedischen Naglfar und The Ruins Of Beverast, »Ice Curse« und das deutschsprachige »Mordlust« assoziieren zudem einen Bezug zu Bands wie Lunar Aurora, Gehenna, auch klirrende Emperor – Gitarren spielen eine wichtige Rolle in dieser Aufführung. Gesanglich geht hier alles vom dezent Klargesang über Erzählung und vor allem guttural, die Keyboards sind ein wesentlicher Bestandteil des Klangbildes und verdichten die Mauern der Kammer, in die sich der Hörer begibt. Sicher ist diese Art des Black Metal eine reine Geschmacksfrage, aber wer auf die oben genannten Referenzen abfährt, fährt mit »Of Owls And Eels« auf jeden Fall gut. (4/5) Daniel

Twist Of Fate 🇺🇸 – Only When It Rains (US Melodic Progressive Metal)
(Arkeyn Steel Records, 06/06/25)
Das Album sollte ursprünglich 1997 erscheinen und war eines der großen Juwelen, die in den Neunzigern vergraben wurden. Wer im US – Underground zu Hause ist, dem wird die 1998 erschienene EP der Band sicher noch etwas sagen, allerdings lohnt sich auch jetzt ein Blick die Band. Denn unter anderem war ein gewisser Tim Owens vor den Aufnahmen Sänger von TWIST OF FATE und mit Dennis Hayes, Jeff Curenton und Nick Giannakos sind gleich drei (Ex-)Mitglieder von Wretch im Line Up vertreten, die sich für eines der besten US Power Metal Werke aller Zeiten verantwortlich zeigten. Und das kann man »Only When It Rains« auch entnehmen, denn »Alone«, »Season Of Chance«, »Red Skies«, »Two Arms« und »Above The Law« beinhalten Ideen, die neun Jahre später in einem anderen musikalischen Kontext auf Reborn nochmals verwendet wurden. »Only When It Rains« ist mehr als eine Zeitreise in ein Jahrzehnt, wo Musiker noch mehr Ansprüche an sich selbst hatten und diese Art von Musik (welche entgegen der offiziellen Doktrin nicht tot war, sondern) keine Möglichkeit geboten bekam, beworben zu werden. Denn die Überarbeitung der Aufnahmen lässt das Album nicht verstaubt klingen und alle Songs auf dem gesamten Werk sind bis ins kleinste Detail arrangiert. TWIST OF FATE schaffen es innerhalb dieser guten Stunde mittels einer vielfältigen Farbpalette, bestehend aus der direkten Art von Bands wie Wretch und Fifth Angel und den Traumwelten alter Heir Apparent und Queensryche, durch die Dramaturgie früher Fates Warning in ein großartiges sowie einzigartiges Klanggemälde zu verwandeln. Das i-Tüpfelchen ist jedoch die Gitarrenarbeit. Habe ich im ersten Teil Giannakos als das personifizierte US Metal Shredding bezeichnet, was man hier unter anderem in »Once Again« und »White Crime« erneut eindrucksvoll belegt bekommt, beinhaltet das gesamte Album obendrein in Verbindung mit den Solos und Gänsehautmelodien eine der besten Gitarrenarbeiten im US Metal überhaupt. (4,5/5)

cover artwork AUTUMN NOSTALGIE Metanoia

AUTUMN NOSTALGIE 🇸🇰 – Metanoia (Post-Black Metal/Ambient)
(Northern Silence Productions, 06/06/25)
Nostalgische Akkorde, Melancholie, Traurigkeit und eine ausgeprägt emotionale Grundstimmung sind das, was man von der slowakischen Post-Black-Metal-Band AUTUMN NOSTALGIE erwarten darf – und genau das findet sich auch auf ihrem aktuellen Album „Metanoia“. Sehr melodisch, dabei stark von einer traurigen Atmosphäre getragen, bewegt sich die Musik überwiegend im Spannungsfeld von Blackgaze, ergänzt durch Elemente aus Post-Metal und gelegentliche Ambient-Passagen. „Return to Nowhere“ bringt die typischen, hypnotischen Akkordfolgen ins Spiel, schöne Musik mit erheblichem emotionalem Gewicht. Dieses melancholische Moment zieht sich in einem kontinuierlichen Fluss durch das gesamte Album. Die Leadgitarre mit ihren Tremolo-Linien prägt maßgeblich die melodische Dimension, während markante Basslinien und treibende Drums das Fundament bilden, auf dem die verzweifelten, gequälten Schreie ihre dramatische Wirkung entfalten. Der Titeltrack „Metanoia“ zeigt sich aggressiver, enthält aber auch eine atmosphärische Passage und zählt zu den melodischsten Stücken des Albums. AUTUMN NOSTALGIE, das Soloprojekt von A.G., erfindet den Post-Black-Metal nicht neu, überzeugt jedoch mit starken Melodien und viel Gefühl, das konsequent über die Musik transportiert wird. Eine Empfehlung für alle, die dem Genre nahestehen. (4/5) Voicu

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GAAHLS WYRD 🇳🇴 – Braiding The Stories (Black Metal)
(Season Of Mist, 06/06/25)
Sechs Jahre nach dem Debüt kehren GAAHLS WYRD mit ihrem zweiten Full-Length zurück und präsentieren erneut eine Reise durch äußerst unterschiedliche musikalische Klangräume. Von Passagen, die beinahe an einen Leonard-Cohen-Song erinnern könnten, bis hin zu aggressiven, voll ausgeformten Black-Metal-Ausbrüchen spannt sich ein weiter Bogen. Dramatische Momente durchziehen das gesamte Album, und stets bleibt das Gefühl präsent, Teil einer Erzählung zu sein, eher Zuhörer einer Geschichte als Konsument einzelner Songs. Stücke wie „Braiding the Stories“, „And the Now“ und vor allem das klare Highlight „Time and Timeless Timeline“ fungieren als markante Wegpunkte innerhalb dieser Reise. Die Kompositionen sind sorgfältig ausgearbeitet, geprägt von starken dramaturgischen Spannungen, sehr experimentellen Elementen und einer stilistischen Offenheit zwischen Black Metal, progressiven Ansätzen und avantgardistischen Strukturen. In typischer Gaahl-Manier wirkt das Album mehr wie ein musikalisches Theaterstück denn wie ein klassisches Metal-Album. Seine vokale Performance ist dabei interessanter und vielschichtiger denn je, die Vielzahl an Ausdrucksformen und Techniken beeindruckend. Ein Album mit enormem Gehalt, das Aufmerksamkeit und Geduld verlangt, dessen Komplexität und Klasse sich jedoch mit jedem Durchlauf deutlicher erschließen. (4/5) Voicu

cover artwork GRUESOME Silent Echoes

GRUESOME 🇺🇸 – Silent Echoes (Progressive Death Metal)
(Relapse Records, 06/06/25)
Für jeden Fan von DEATH sind GRUESOME unweigerlich als eine der klanglich ähnlichsten Bands erkennbar. Doch GRUESOME sind längst mehr als eine reine Referenz oder Verneigung – sie haben eine eigene Identität und eine klar erkennbare musikalische Handschrift entwickelt, was sie mit „Silent Echoes“ erneut unter Beweis stellen. Stilistisch bewegt sich die Band inzwischen stärker im progressiven Death Metal und überzeugt durch komplexe Kompositionen sowie verschachtelte Klanglandschaften. Der Einfluss von DEATH ist dabei stets präsent, ohne dominierend zu wirken, und verleiht der Musik zusätzliche Tiefe. Bereits die starke Eröffnung mit „Condemned Identity“ und „A Darkened Window“ zieht den Hörer mit wechselnden Tempos und ausgefeilten Strukturen in den Bann. Die folgenden Stücke bestätigen diesen Eindruck: massive Riffs, tiefes Growling, komplexe Gitarrensolos und durchweg überzeugendes Songwriting prägen das Album. Getragen von einem unnachgiebigen Rhythmusgefüge formen die Songs ein geschlossenes, homogenes Klangbild. Technisch präzise, sehr dicht gespielt und kompositorisch überzeugend ist „Silent Echoes“ aus allen Blickwinkeln ein starkes Album und eine konsequente Fortsetzung einer ohnehin beachtlichen Diskografie. (4,5/5) Voicu

cover artwork VOLBEAT God Of Angels Trust

VOLBEAT 🇩🇰 – God Of Angels Trust (Heavy/Groove Metal, Hard Rock)
(Vertigo Records / Universal Music Group, 06/06/25)
Der unverwechselbare Stil von VOLBEAT, der ihnen über die Jahre eine riesige und treue Fanbasis eingebracht hat, ist bereits mit den ersten Takten von „God Of Angels Trust“ sofort erkennbar. Die Mischung aus Rock’n’Roll-Attitüde, eingängigen Melodien und druckvollen Riffs bildet auch hier das Fundament. Vier Jahre nach dem Vorgänger „Servant Of The Mind“, der für viele zu den stärksten Veröffentlichungen der Band zählt, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Diese kann das neue Album nicht vollständig erfüllen, dennoch handelt es sich um ein solides und typisches VOLBEAT-Werk. Die kraftvollen Riffs und eingängigen Refrains sind vorhanden, allerdings fehlt es an ein oder zwei klaren Highlights, die sich nachhaltig festsetzen. Positiv fällt auf, dass das Album weniger kitschig und insgesamt dynamischer wirkt, mit einer stärkeren Ausrichtung auf härtere Passagen und einem geringeren Hang zum allzu Glatten. Kein schwaches Album, sondern eher ein gleichmäßiges Werk ohne viele herausragende Momente, das dennoch als relevante Veröffentlichung des Jahres betrachtet werden kann. (3/5) Voicu

Fabula Rasa 🇩🇪 – Tome II: The Beyond (Power/Folk Metal)
(Eigenproduktion, 13/06/25)
Die Düsseldorfer Formation spielt keinen astreinen Power Metal, denn sie hat statt einer zweiten Gitarre eine Violine am Start. »Tome II: The Beyond« setzt trotzdem überwiegend auf Metal, auch wenn sich wie in »At The Full Moon« tanzbare Folkpassagen mit Melodic Power Metal Solos abwechseln. »Vegeance Is Mine« und »Dragon Rising« galoppieren unnachgiebig nach vorn, »Anthem Of The North« ist eine richtig starke Metalhymne und mit »Legend Of Jhachaar« und »Until The Dawn« befinden sich großartige Folk/Power Metalstücke auf dem Album, die selbst Rhapsody in ihrer Hochphase nicht besser hinbekommen hätten. Aus der Sicht eines Metallers hätte man sich zwar das reine Folkstück »Burning Innocence« schenken und den grauenvollen Refrain von »Deties Fight« sparen können, aber dies ändert weder etwas an der beeindruckenden Leistung von Sänger Achim Hopf, noch an dem Alleinstellungsmerkmal der Violine und schon gar nichts daran, dass sich »Tome II: The Beyond« vor allem für Euro Power Metal Fans lohnt. (3,5/5) Daniel

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CRYPTOPSY 🇨🇦 – An Insatiable Violence (Brutal/Technical Death Metal)
(Season Of Mist, 20/06/25)
Die Pioniere des Brutal Death Metal melden sich 2025 mit einem neuen Album zurück und liefern eine der gnadenlosesten musikalischen Attacken des Jahres ab. „An Insatiable Violence“ ist ein Album ganz im Geiste der Band: brutal, infernalisch und von der ersten bis zur letzten Sekunde ein permanenter Angriff ohne Verschnaufpause. Melodien spielen hier keine Rolle – und das erwartet bei CRYPTOPSY auch niemand. Stattdessen dominieren rohe Gewalt, eine makabre Atmosphäre sowie mahlende, massive Rhythmen. Die technische Klasse der Musiker treibt ihre Fähigkeiten an die absolute Grenze. Das Schlagzeug ist ein permanentes Feuerwerk aus komplexer Rhythmik, virtuosen Figuren und rasenden Blastbeats. Brutale Death-Metal-Slams wechseln sich mit extrem beschleunigten Passagen ab. „Dead Eyes Replete“ sticht als klares Highlight hervor, ebenso wie „Embrace The Nihility“ oder „The Nimis Adoration“ – Songs von enormer Energie und Durchschlagskraft. Die Darbietung ist hochpräzise, die technische Versiertheit offensichtlich, und auch kompositorisch zeigt sich die Band auf höchstem Niveau. Ein herausragendes Album und einer der markantesten Beiträge im Death-Metal-Jahr 2025. (4,5/5) Voicu

 

Yungblud - Idols -Coverart

YUNGBLUD 🇬🇧 – Idols (Rock/Pop)
(Locomotion Recordings, 20/06/25)
Wahrscheinlich war ich nicht die Einzige, die bis zum 5. Juli 2025 keinerlei Berührungspunkte mit YUNGBLUD hatte. Seine Live-Performance von BLACK SABBATHs „Changes“ beim geschichtsträchtigen Event „Back To The Beginning“ zu Ehren von Ozzy Osbourne ging tausenden Menschen unter die Haut. Entsprechend dominierten Clips dieser Performance sowie Interviews mit Dominic Richard Harrison alias Yungblud anschließend meine Social-Media-Feeds. Der Algorithmus tat sein Übriges und führte mich schließlich zu seinen aktuellen Singles.
Kurz vor dem Event erschien sein viertes Studioalbum „Idols“. Die Single „Zombie“ wirkte auf mich zunächst zu poppig und zu glatt. „Hello Heaven, Hello“ hingegen überraschte mich positiv: Der neunminütige, in drei Akte gegliederte Opener spannt einen stimmigen Bogen von bittersüßer Melancholie über eine energiegeladene Rockpassage mit deutlichen BLACK-SABBATH-Einflüssen bis hin zu einem orchestralen, versöhnlichen Outro. Als Albumauftakt setzt der Song die Messlatte hoch.
Die übrigen elf Tracks fallen jedoch deutlich simpler aus. „Idols Pt.1“ bleibt brav, „Lovesick Lullaby“ punktet mit Ausgelassenheit, während Songs wie „Zombie“ oder „Ghosts“ vor allem durch ihre Texte wirken. Musikalisch fehlt vielen Songs die rebellische Attitüde, die YUNGBLUD verkörpert. Stärke zeigt „Idols“ vor allem in den Lyrics, die sich sensibel mit psychologischen Themen auseinandersetzen, sowie in den gezielt eingesetzten orchestralen Arrangements. „Idols“ präsentiert sich als überraschend zurückhaltendes, aber kurzweiliges Werk, das YUNGBLUDs Entwicklung zum authentischen Rock noch nicht vollendet, seinen Pop-Background jedoch deutlich kontrastiert. (3,5/5) Charlene

Prinzip – Live Kamenz ´78 (Hardrock/Classic Rock)
(ROKKFILM, 27/06/25)
Ein wunderbares Sammlerstück mit einem üppigen Beiheft über die Geschichte einer Band, die Musikgeschichte geschrieben hatte, ist der 1978er Livemittschnitt der Gruppe PRINZIP, die bis 1990 existierte. In Relation zum Erfolg der Band in den Staaten der damaligen Sowjetunion sowie der Tatsache, dass man unter anderem mit »Sieben Meter Seidenband«, »Müh Dich fort« und »Preßlufthammer Conny« neue Härtemaßstäbe östlich des antifaschstischen Schutzwalls setzte und somit die Grundlage für den Heavy Metal in der DDR legte, kann man hier von den Scorpions des Ostens sprechen. Der DDR –  Staatsführung war der Härtegrad zu hoch, so dass mit Rainer Kirchmann ein von der Regierung verordneter Keyboarder Einzug in die Band hielt, um weitermachen zu dürfen. Auch das Bandlogo wurde zensiert, weil es zu „…westlich orientiert sei…“.
Das Line Up der Band beherbergte zudem im Verlauf der Bandhistorie einiges an Prominenz, doch dazu werde ich an anderer Stelle ausholen. PRINZIP war für die Auftritte berühmt, weil die Band ab Beginn der Achtziger mit einer Lichtshow auf Westniveau brillieren konnte und die Lieder späterer Veröffentlichungen härter darbot als auf den weichgespülten Alben. »Live Kamenz ´78« bietet musikalisch für die damalige Zeit sehr harten Hardrock in einer groben Schnittmenge aus Deep Purple/Uriah Heep und zeigt auf, was für großartige Musiker hier mit an Bord waren. Alleine die hier vertretene Version von »Sieben Meter Seidenband« lässt Classic Rock Fans dahinschmelzen, die heutzutage bekannten Interna lassen einen außerdem über den offensichtlichen (instrumentalen und den Gig befruchtenden) Zweikampf von Matkowitz und Kirchmann schmunzeln. Dieses Werk ist ein wichtiges Stück deutscher Rockgeschichte und unschätzbar, was unter anderem auch die Unterstützung des Good Times Magazin bei dieser Veröffentlichung verdeutlicht. (/) Daniel

Fortsezung folgt