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NECKBREAKER – Mental Void

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NECKBREAKER Mental Void album cover
NECKBREAKER Mental Void album cover

Band: NECKBREAKER 🇨🇱
Titel: Mental Void
Label: Witches Brew
VÖ: 12/12/25
Genre: Thrash Metal

Bewertung:

3,5/5

Mit »Mental Void« liefert das chilenische Thrash-Metal-Kollektiv NECKBREAKER ein Album ab, das kompromisslos nach vorne prescht. Die Band um Gabriel “Kastor” Valenzuela (Gitarre), León Cox (Gitarre), Nicolás Zamorano (Gesang), Nacho Santa Cruz (Bass) und Daniel Inostroza (Schlagzeug) zeigt, dass sie ihren Stil mittlerweile präzise geformt hat. Elf Tracks, die zwischen aggressiven Riffs, treibenden Drums und wütendem Gesang balancieren, lassen keinen Zweifel daran, dass Thrash Metal noch lange nicht tot ist.

Präzision und Aggression

Schon der Opener »Radiopersecution« setzt den Ton: schnelles Tempo, präzise Gitarrenarbeit und ein treibender Bass, der die Rhythmussektion fest im Griff hat. Kastor und Cox liefern sich ein Gitarrenduell, das sowohl Melodie als auch rohe Gewalt transportiert. Zamoranos Stimme arbeitet wie ein zusätzlicher Schlagstock, rau, kompromisslos, beständig präsent.

Der Titelsong »Mental Void« zeigt die andere Seite der Band. Trotz der Geschwindigkeit bleibt genügend Raum für Spannung, die Breaks wirken organisch, nicht erzwungen. Die Mischung aus kontrollierter Technik und roher Energie zieht sich durch das gesamte Album. »Perception of Risk« punktet mit einem cleveren Einsatz von Tempowechseln, während »Crush Zionism« in seiner Aggressivität fast schon politisch aufgeladen wirkt.

Dynamik statt Monotonie

»Written in Gunpowder« und »The Flight of the Puma« demonstrieren die Fähigkeit der Band, Melodie und Wut zu verbinden. Gerade die Gitarrenarbeit ist bemerkenswert: Kastor und Cox wechseln zwischen scharfen Thrash-Riffs und eingängigen Leads, ohne dass es beliebig wirkt. Daniel Inostroza hält die Drums tight, jede Double-Bass-Passage sitzt, jeder Fill hat Gewicht. Nacho Santa Cruz ergänzt das Ganze mit einem Bassspiel, das mal groovt, mal einfach nur Druck erzeugt.

Von der Aggression zum Chaos

Die zweite Hälfte des Albums steigert die Intensität. »Alcoholic Possession« wirkt wie ein wütender Sturm, »Rotten Clue« kombiniert rabiate Riffs mit cleveren Rhythmuswechseln. »Cries« sorgt für kurzzeitige Entspannung, bevor »Rats« die Abrissbirne auspackt und das Album auf einer hochoktanigen Note beendet. Die Songs leben von ihrer direkten Wirkung, atmosphärische Experimente gibt es kaum, die Energie steht im Vordergrund.

Produktion und Sound

Der Sound von »Mental Void« ist klar und druckvoll. Gitarren klingen scharf, im Kontrast hierzu nicht überladen, der Bass ist präsent ohne zu dominieren, und das Schlagzeug sitzt im Mix perfekt. Trotz der Aggressivität der Musik bleibt alles differenziert, sodass man jede Nuance hören kann. Gerade im Thrash-Metal ist das keine Selbstverständlichkeit, NECKBREAKER gelingt hier eine gute Balance zwischen roher Kraft und technischer Präzision.

»Mental Void« ist kein Album, das auf sanfte Töne setzt. Es ist ein Statement, das deutlich macht, dass Thrash-Metal noch immer relevant ist, wenn man ihn ernst nimmt. Die Band hat ihre Stärken klar im Griff, punktet mit tightem Zusammenspiel und wuchtigen Kompositionen. Ein paar Songs wirken ein wenig vorhersehbar, aber insgesamt überzeugt das Album durch Energie, technische Finesse und konsequenten Thrash-Drive.

Fazit: »Mental Void« von NECKBREAKER ist ein Album, das Fans des Genres nicht verpassen sollten.

Tracklist

01. Radiopersecution
02. Mental Void
03. Perception of Risk
04. Crush Zionism
05. Written in Gunpowder
06. The Flight of the Puma
07. Alcoholic Possession
08. Rotten Clue
09. Cries
10. Rats

 

Besetzung

Gabriel “Kastor” Valenzuela – Guitar
León Cox – Guitar
Nicolás Zamorano – Vocals
Nacho Santa Cruz – Bass
Daniel Inostroza – Drums

 

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NECKBREAKER – Mental Void CD Review

KING HEAVY – Atlantic Reborn

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KING HEAVY Atlantic Reborn album cover
KING HEAVY Atlantic Reborn album cover

Band: KING HEAVY 🇨🇱
Titel: Atlantic Reborn
Label: Witches Brew
VÖ: 12/12/25
Genre: Doom/Heavy Metal

Bewertung:

3/5

Mit »Atlantic Reborn« meldet sich die Doom/Heavy-Metal-Band KING HEAVY zurück. Nach ihrem Debüt versucht das Quartett, ihre Mischung aus drückenden Riffs, melancholischer Melodie und klassischem Metal-Drive weiter auszubauen. Die Band setzt dabei auf die klassische Formation: Daniel Pérez Saa am Bass, Matías Aguirre an der Gitarre, Miguel Canessa am Schlagzeug und Jorge Jones am Mikrofon. Das Line-up zeigt, dass KING HEAVY ihre musikalische Identität klar im Griff hat – das Experimentieren mit verschiedenen Stilen bleibt auf einem kontrollierten Level.

Ein introvertiertes Auftaktstück

Der Opener »The Aquatic Sleep« ist ein kurzes, einstimmendes Intro. Die Basslinien von Pérez Saa verleihen dem Intro Tiefe, während Aguirres Gitarren sparsamen, immerhin effektiven Einsatz zeigen. Es ist kein Song, der sofort im Ohr bleibt, aber er bereitet auf die kommenden, schwereren Tracks vor und markiert den Übergang zum Hauptteil des Albums.

Härte trifft Melodie

Mit dem zweiten Track, »Atlantic Slayer Reborn«, beginnt das Herzstück des Albums. Hier zeigt sich, was KING HEAVY am besten kann: schwere, doomige Riffs gepaart mit klassischen Heavy-Metal-Strukturen. Jones’ Gesang bewegt sich zwischen kraftvollem Screaming und melodischer Klarheit, während Canessas Schlagzeug das Tempo variabel hält und den Songs Raum zum Atmen lässt. Die Songstruktur ist traditionell, demgegenüber wirksam: Vers-Bridge-Refrain in einer Weise, die das Genre respektiert, ohne altbacken zu wirken.

Stärkere Momente und kleine Schwächen

»Nero Megaton« setzt die Linie fort, wird gleichwohl stellenweise unruhig. Die Riffs sind dicht, die Gitarrenarbeit präzise, doch der Song wirkt nahezu überladen. Die Band versucht, viel in kurze Zeit zu packen, was den Fluss stört. Ähnlich verhält es sich bei »Horror Absoluto«, wo die düstere Atmosphäre der Lyrics und der Musik von instrumentaler Unausgewogenheit getrübt wird. Trotz dieser kleinen Schwächen beweist die Band, dass sie die Grundprinzipien des Doom-Metal verstanden hat: Schwere, Dramatik und ein Hauch von Melancholie.

Klassiker in neuem Gewand

Die Tracks »La Gargola« und »Guardian Demon« zeigen, dass KING HEAVY desgleichen ohne große Experimente spannend bleiben kann. Besonders »Guardian Demon« überzeugt durch seine druckvolle Rhythmik und die dynamischen Wechsel zwischen langsamen, doomigen Passagen und energiegeladenen Heavy-Metal-Parts. Hier tritt die Chemie der Band besonders hervor: Pérez Saa und Aguirre liefern ein enges Zusammenspiel aus Bass und Gitarre, während Canessa und Jones den Rhythmus perfekt unterstützen. Diese Songs erinnern daran, dass das Album in seinen besten Momenten die Schwere und Energie des Genres glaubwürdig einfängt.

Roh und unverfälscht

Das letzte Stück, »The Origin of the Witch Hunts (First Rehearsal)«, wirkt wie ein roher Schnappschuss aus dem Proberaum. Die Aufnahme vermittelt einen direkten, beinahe ungeschliffenen Eindruck. Das kann polarisieren: Einerseits zeigt es die Band authentisch und ungekünstelt, andererseits stört die Produktionsqualität etwas den Hörfluss. Dennoch ist gerade diese rohe Energie ein Spiegelbild der Doom-Ästhetik: intensiv, direkt und zeitweilig unberechenbar.

Produktion und Klangbild

Die Produktion von »Atlantic Reborn« ist solide, hingegen nicht herausragend. Die Instrumente sind klar hörbar, das Schlagzeug druckvoll, die Gitarren definieren die melodischen Linien deutlich. Allerdings fehlt an einigen Stellen die Feinabstimmung, die das Album zu einem echten Highlight machen könnte. Gerade in den komplexeren Passagen geraten die Sounds manchmal leicht durcheinander, was das Hörerlebnis trübt. Trotzdem passt die Produktion zum Stil der Band: roh, ehrlich und heavy.

Solider Versuch mit Luft nach oben

»Atlantic Reborn« ist kein Meisterwerk, im Kontrast hierzu ein hörenswertes Album für Fans von Doom- und Heavy Metal. KING HEAVY zeigen, dass sie ihre Instrumente und die Grundstimmung des Genres beherrschen, wenngleich das Album in einigen Passagen überladen wirkt oder die Produktion kleine Schwächen aufweist. Die stärksten Tracks bleiben »Atlantic Slayer Reborn« und »Guardian Demon«, die den Kern der Band am klarsten transportieren. Das Album verdient eine Bewertung von 3 von 5 – solide, im Gegensatz hierzu mit Luft nach oben.

KING HEAVY beweisen, dass sie ihre Nische gefunden haben. Wer schwere, melodische Riffs mag, wird hier einiges entdecken, auch wenn das Album nicht durchgängig überzeugt. »Atlantic Reborn« ist ein Schritt in die richtige Richtung, ohne den Sprung zu einer echten Referenz im Genre zu schaffen.

Fazit: »Atlantic Reborn« von KING HEAVY ist ein solides Werk für Liebhaber dunkler Metal-Genres.

Tracklist

01. The Aqautic Sleep (Intro)
02. Atlantic Slayer Reborn
03. Nero Megaton
04. Horror Absoluto
05. La Gargola
06. Guardian Demon
07. The Origin of the Witch Hunts (First Rehearsal)

 

Besetzung

Daniel Pérez Saa – Bass
Matías Aguirre – Guitars
Miguel Canessa – Drums
Jorge Jones – Vocals

 

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KING HEAVY – Atlantic Reborn CD Review

THE LOSTS – Venom Within

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The Losts Venom Within album cover
The Losts Venom Within album cover

Band: THE LOSTS 🇫🇷
Titel: Venom Within
Label: Inverse Records
VÖ: 29/12/25
Genre: Heavy Metal

Bewertung:

3,5/5

Mit »Venom Within« liefern THE LOSTS ihr neuestes Heavy-Metal-Album ab, das eine klare Botschaft trägt: düster, aggressiv und dabei überraschend facettenreich. Die Band, bestehend aus YGC an Gesang und Gitarre, DGC an der Gitarre, PPG am Bass und JCR am Schlagzeug, zeigt, dass sie ihre Instrumente nicht nur beherrschen, sondern damit Geschichten erzählen wollen.

Schwer, bedrohlich und dennoch melodisch

Der Opener »A Dark Place To Hide« setzt sofort die Tonalität des Albums: schwer, bedrohlich und dennoch melodisch. YGCs Stimme trägt das Lied, unterstützt von druckvollen Gitarrenriffs und einem Bass, der tief ins Mark geht. Besonders auffällig ist JCRs Schlagzeugarbeit, die den Songs nicht bloß Rhythmus, sondern eine annähernd narrative Intensität verleiht. Wer auf Metal steht, der seine Wurzeln nicht verleugnet, hingegen trotzdem modern klingt, findet hier einen gelungenen Einstieg.

»Black Out Days« zieht die Geschwindigkeit an. Die Gitarrenarbeit von DGC ist tight, aggressiv, approximativ schon maschinenhaft, während der Bass die dunkle Grundlage liefert. Es ist ein Track, der live sicher sein volles Potenzial entfalten wird. THE LOSTS zeigen hier, dass sie das Spiel zwischen Melodie und Härte beherrschen.

Kontraste und Experimente

Mit »Back To Never« und »Magical Idea« zeigt die Band ihre experimentellere Seite. »Back To Never« baut auf komplexen Rhythmen auf, die fast progressive Züge tragen, ohne den Headbanger aus dem Blick zu verlieren. »Magical Idea« überrascht mit einer angenähert hypnotischen Eingängigkeit, die den Hörer kurz innehalten lässt – ungewöhnlich für ein Heavy-Metal-Album, im Kontrast hierzu passend und erfrischend.

Ein besonders atmosphärisches Stück ist »Mellem Verdenerne«. Hier erzeugen THE LOSTS eine dichte, geheimnisvolle Stimmung, die mehr an ein Soundtrack-Element erinnert als an klassischen Metal. Die Band beweist, dass sie neben Kraft und Härte auch Gespür für Klanglandschaften hat.

Mythologie und Epik

»Muspellsheim Ascent« greift mythologische Motive auf und verwandelt sie in epischen Heavy-Metal. Das Stück wirkt wie ein kleines Drama, in dem jeder Schlag, jeder Gitarrenakkord eine Szene zeichnet. Mit »Exponential Law« folgt ein Track, der mathematische Strukturen in rhythmische Patterns übersetzt – technisch anspruchsvoll, im Gegensatz hierzu stets nachvollziehbar und spannend.

Die Band zeigt sich in »The Headless Cross Reloaded« von einer verspielten Seite. Ein Song, welcher mit seiner dunklen Handschrift für Aufsehen sorgt. Die Mischung überzeugt und lässt den Hörer gekonnt mit dem Kopf wohlwollend mitwippen.

Zusammenarbeit und Vielfalt

Ein Highlight ist die Zusammenarbeit mit Valérie Penumbra auf »Here Comes Tragedy«. Ihre Stimme kontrastiert YGCs rauem Gesang und öffnet eine neue Klangdimension. Dieser Track hebt sich deutlich vom Rest des Albums ab und zeigt, dass THE LOSTS bereit sind, musikalische Grenzen auszuloten.

Mit »Into The Unknown…« und »The Whisperers« schließen die vier Musiker das Album atmosphärisch und eindringlich ab. »Into The Unknown…« wirkt wie ein musikalischer Schritt ins Ungewisse, getragen von subtilen Details in der Instrumentierung. »The Whisperers« bleibt im Ohr, nicht durch Überwältigung, sondern durch subtile Nuancen, die beim wiederholten Hören ihre volle Wirkung entfalten.

THE LOSTS entfachen ihr dunkles Feuer

»Venom Within« ist kein Album für schnelle Zugriffe oder oberflächliches Hören. Es fordert Aufmerksamkeit, belohnt überdies mit komplexen Strukturen, intensiven Stimmungen und einer klaren musikalischen Handschrift. THE LOSTS balancieren zwischen klassischem Heavy Metal, progressiven Momenten und experimenteller Atmosphäre.

Technisch sitzt alles: Die Gitarren sind präzise, der Bass drückt, das Schlagzeug treibt an und der Gesang variiert gekonnt zwischen aggressivem Schreien und melodischen Passagen. Die Produktion ist sauber, ohne steril zu wirken, und trägt die düstere Stimmung des Albums konsequent.

Wer bereits Fans der Band ist, wird die Weiterentwicklung zu schätzen wissen. Neue Hörer könnten sich zunächst an der Dichte und der dunklen Stimmung reiben, finden immerhin schnell in die Welt von THE LOSTS hinein. Die Bewertung von 3,5 von 5 spiegelt eine solide Leistung wider, die gelegentlich kleine Brüche in der Dramaturgie zeigt, aber insgesamt ein stimmiges, kraftvolles Paket liefert.

»Venom Within« ist kein Album, das man nebenbei hört. Es ist eine Einladung, sich auf ein intensives, dunkles Klangabenteuer einzulassen – Heavy Metal, der sowohl den Körper als desgleichen den Kopf anspricht.

Fazit: »Venom Within« von THE LOSTS ist ein solides Heavy Metal-Album, das Fans des Genres ansprechen dürfte.

Tracklist

01. A Dark Place To Hide
02. Black Out Days
03. Back To Never
04. Magical Idea
05. Mellem Verdenerne
06. Muspellsheim Ascent
07. Exponential Law
08. The Headless Cross Reloaded
09. Here Comes Tragedy (feat. Valérie Penumbra)
10. Into The Unknown…
11. The Whisperers

 

Besetzung

DGC – Lead & rhythm guitars, thrash & backing vocals
JCR – Drums, extreme & backing vocals
PPG – Bass guitars, backing vocals
YGC – Lead & backing vocals, lead & rhythm guitars

 

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THE LOSTS – Venom Within CD Review

PHANTOM CORPORATION – Time And Tide

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PHANTOM CORPORATION Time And Tide album cover
PHANTOM CORPORATION Time And Tide album cover

Band: PHANTOM CORPORATION 🇩🇪
Titel: Time And Tide
Label: Supreme Chaos Records
VÖ: 12/12/25
Genre: Death Metal/Crust

Bewertung:

4,5/5

Mit ihrem neuesten Album »Time And Tide« zeigen PHANTOM CORPORATION einmal mehr, dass sie im Death-Metal- und Crust-Genre zu den kreativsten Bands ihrer Generation gehören. Elf Tracks liefern eine Mischung aus roher Aggression, technischer Finesse und atmosphärischer Dichte, die Fans von düsterem Metal sofort in ihren Bann zieht. Die Band kombiniert wuchtige Riffs mit präzisen Drums, während Leif Jensens Gesang zwischen gutturalem Growl und markantem Screaming pendelt.

Härte trifft Präzision

Die Eröffnung mit »Frantic Disruption« legt sofort die Messlatte hoch. Der Song startet mit einem intensiven Gitarrenriff, das Philipp Schulte und Arne Berents perfekt aufeinander abstimmen. Marc-Andrée Diekens Schlagzeug treibt den Track kompromisslos voran, während Ulf Imwiehe den Bass als pulsierendes Rückgrat einsetzt. Schon hier zeigt sich die Stärke der Band: rohe Energie trifft auf durchdachte Songstruktur. Der Hörer wird sofort in ein stürmisches Klangbild gezogen, das kaum eine Atempause zulässt.

Mit »Dead Of Night« verlagert die Band den Fokus auf ein dunkleres, bedrohliches Klangbild. Die Gitarrenarbeit entwickelt eine annähernd schon hypnotische Qualität, während Jensens Gesang wie ein warnender Schatten über die drückenden Rhythmen gelegt wird. Die Mischung aus Tempowechseln und doom-artigen Passagen sorgt zusammenschließend, dass der Track weit mehr ist als ein einfacher Metal-Song. Hier zeigt sich das Talent der Band, verschiedene Facetten des Genres nahtlos zu verbinden.

Brutalität mit Struktur

»Crushed« und »Krokodil« verdeutlichen, dass PHANTOM CORPORATION weder auf technische Verspieltheit noch auf rohe Gewalt verzichten will. Während »Crushed« mit schnellen, thrashigen Riffs und komplexen Schlagzeugmustern überrascht, baut »Krokodil« auf tiefer gestimmte Gitarren und stampfende Rhythmen, die eine approximativ apokalyptische Stimmung erzeugen. Die Band schafft es, dass jedes Instrument seinen Raum bekommt, ohne dass der Gesamtfluss verloren geht. Besonders Arne Berents Lead-Gitarrenarbeit sticht heraus, die präzise Soli mit dramatischem Ausdruck verbindet.

»Pound Of Flesh« und »To The Hilt« zeigen die dunkle Seite der Band, die lyrisch und musikalisch eine Mischung aus Wut und Verzweiflung transportiert. Die Songs wirken wie eine künstlerische Verarbeitung von inneren Konflikten, die gleichzeitig den typischen Death-Metal-Sound weitertragen. Jensens Stimme bleibt dabei das emotionale Zentrum, seine Growls und Screams verschmelzen mit den instrumentalen Schichten zu einem aggressiven, aber kontrollierten Gesamterlebnis.

Höhepunkt des Albums

Der Titeltrack »Time And Tide« ist das Herzstück des Albums. Mit einem Wechsel aus melancholischen Melodien und brachialen Blastbeats erzählt die Band eine Geschichte von Vergänglichkeit und Widerstand. Die Lead-Gitarren erzeugen eine fast epische Dimension, während das Schlagzeug die Dramatik kontinuierlich aufrechterhält. Hier zeigt sich die Vielschichtigkeit von PHANTOM CORPORATION am deutlichsten: Ein Song, der sowohl technisch beeindruckt als desgleichen emotional greifbar ist.

»Sorcerer« und »For All The Wrong Reasons« bringen wieder die rohe Energie zurück. Treibende Rhythmen, markante Breaks und ein stetiges Wechselspiel zwischen Gitarren und Bass sorgen verschmelzend, dass kein Moment der Monotonie entsteht. Besonders im Zusammenspiel von Schulte und Berents wird deutlich, wie gut die Band ihre Kräfte bündelt. Jeder Song wirkt durchdacht, selbst wenn er die Intensität beinahe bis an die Schmerzgrenze steigert.

Todbringendes Finale

»Western Apocalypse« bildet den Abschluss des Albums und setzt ein weiteres Mal ein starkes Ausrufezeichen. Die Mischung aus Doom-artigen Passagen, schnellen Blastbeats und markanten Riffs hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck. Die Produktion von »Time And Tide« sorgt dafür, dass jeder Ton klar hörbar ist, ohne dass die rohe Aggression verloren geht.

PHANTOM CORPORATION liefern mit »Time And Tide« ein Album ab, das sowohl für langjährige Fans als auch für Neueinsteiger im Death-Metal- und Crust-Bereich spannend ist. Die Band zeigt technische Finesse, musikalische Vielseitigkeit und eine Energie, die direkt unter die Haut geht. Mit 4,5 von 5 Punkten verdient sich das Werk eine starke Empfehlung.

Fazit: PHANTOM CORPORATION präsentieren mit »Time And Tide« ein kraftvolles, atmosphärisch dichtes Werk, das durch seine Vielfalt und Energie überzeugt.

Tracklist

01. Frantic Disruption
02. Dead Of Night
03. Crushed
04. Krokodil
05. Pound Of Flesh
06. To The Hilt
07. Time And Tide
08. Sorcerer
09. For All The Wrong Reasons
10. Crisis
11. Western Apocalypse

 

Besetzung

Leif Jensen – Vocals
Philipp Schulte – Guitar
Arne Berents – Lead Guitar
Ulf Imwiehe – Bass
Marc-Andrée Dieken – Drums

 

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PHANTOM CORPORATION – Time And Tide CD Review

UNFYROS – Star Blood

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Unfyros Star Blood album cover
Unfyros Star Blood album cover

Band: UNFYROS 🇫🇮
Titel: Star Blood
Label: Avantgarde Music
VÖ: 12/12/25
Genre: Black Metal

Bewertung:

3,5/5

Mit »Star Blood« liefert die Black-Metal-Formation UNFYROS ihr neuestes Album ab und erweitert ihr Klanguniversum um dunkle, kosmische Facetten. Die Band aus der Underground-Szene setzt auf ein Trio-Line-Up: Anti Ittna H. übernimmt Gesang und Gitarre, Nox Vector sorgt am Schlagzeug für treibende Rhythmen, und T. Von Kollaja bringt den Bass ins Spiel. Das Ergebnis ist ein sieben Tracks umfassendes Werk, das zwischen eisiger Aggression und atmosphärischer Tiefe balanciert.

Atmosphärische Kälte und roher Ausdruck

Das Album öffnet mit »Skinning Winds«, einem Stück, das sofort die Frostigkeit von UNFYROSSound transportiert. Scharfkantige Gitarrenriffs treffen auf präzises Schlagzeugspiel, während Anti Ittna H.s heiserer Gesang den Hörer in eine raue Klanglandschaft zieht. Es ist nicht der rein aggressive Ansatz, der hier beeindruckt, sondern die Fähigkeit, düstere Stimmung und rohe Energie zu verbinden. Bereits dieser Einstieg zeigt, dass Star Blood weniger auf kommerzielle Struktur setzt, sondern die rohe Intensität des Black Metal in den Vordergrund stellt.

»Her Freezing Wings« und »Elemental Poison« verstärken dieses Gefühl. Beide Tracks wechseln zwischen schnell gespielten Blastbeats und atmosphärischen Zwischenspielen, wobei der Bass von T. Von Kollaja das Fundament stabil hält. Die Produktion ist klar, ohne steril zu wirken. Die Mischung lässt jedes Instrument durchdringen, während die Arrangements organisch bleiben. Besonders die Gitarrenarbeit fällt auf: Sie variiert zwischen schneidender Präzision und melancholischen Melodien, was die Kälte des Albums noch unterstreicht.

Kosmische Dimensionen

Mit »Black Magnetism« und »Dark Star Talisman« betritt UNFYROS einen beinahe kosmischen Bereich. Die Tracks arbeiten stark mit repetitiven Motiven und hypnotischen Rhythmen, die fast tranceartige Zustände erzeugen. Es ist, als würde man durch einen schwarzen Sternennebel treiben, in dem jeder Ton eine neue Facette von Dunkelheit offenbart. Nox Vectors Schlagzeugspiel ist hier besonders bemerkenswert: präzise, im Kontrast hierzu nie mechanisch, es trägt die Songs durch die langen, dichten Passagen, ohne die Intensität zu verlieren.

»Into Obsidian Chasm« ist das Herzstück des Albums. Über sieben Minuten zieht der Track den Hörer in eine tiefdunkle Schlucht aus Klang. Die Gitarren weben komplexe Texturen, während der Bass durchgehend präsent bleibt und die rhythmische Basis stabilisiert. Anti Ittna H.s Stimme klingt wie ein Echo aus einer anderen Dimension, mal wispernd, mal markerschütternd, und trägt die narrative Schwere des Albums.

Der abschließende Song »Nefyral (Cold-Whisperer)« rundet das Werk ab. Langsame Passagen wechseln mit schnellen Angriffen, die Mischung aus Melodie und Brutalität sorgt für ein intensives Finale. Es ist ein Stück, das die Themen des Albums bündelt: Kälte, Leere, kosmische Gewalt und introspektive Dunkelheit.

UNFYROS im schwarzen Kosmos

Mit einer Gesamtwertung von 3,5 von 5 Punkten zeigt »Star Blood«, dass UNFYROS ihre Stärken klar in der Atmosphäre und der rohen Energie hat. Die Songs sind durchdacht, die Produktion sauber, und das Trio beweist technisches Können. Kritikpunkt bleibt die etwas einseitige Dynamik in einzelnen Tracks, die stellenweise zu vorhersehbar wirken. Dennoch: Wer sich für modernen Black Metal mit kosmischem Einschlag interessiert, findet in Star Blood ein starkes Album.

UNFYROS gelingt es, mit »Star Blood« ein Werk zu schaffen, das in seiner Kälte und Dunkelheit fesselt. Die Mischung aus präziser Instrumentierung, atmosphärischer Tiefe und roher Ausdruckskraft zeigt die Band als ernstzunehmenden Vertreter ihres Genres. Zwar fehlen gelegentlich überraschende Akzente, aber die klaren Strukturen und der konsequente Sound machen das Album zu einem hörenswerten Erlebnis für Fans von intensivem, modernen Black Metal.

Fazit: »Star Blood« von UNFYROS ist ein empfehlenswertes Werk für Liebhaber des schwarzen Genres.

Tracklist

01. Skinning Winds
02. Her Freezing Wings
03. Elemental Poison
04. Black Magnetism
05. Dark Star Talisman
06. Into Obsidian Chasm
07. Nefyral (Cold-Whisperer)

 

Besetzung

Anti Ittna H. – Vocals & Guitar
Nox Vector – Drums
T. Von Kollaja – Bass

 

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UNFYROS – Star Blood CD Review

ROB MORATTI – Sovereign

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rob moratti sovereign album cover
rob moratti sovereign album cover

Band: ROB MORATTI 🇨🇦
Titel: Sovereign
Label: Frontiers Music s.r.l.
VÖ: 12/12/25
Genre: Melodic Rock

Bewertung:

4/5

ROB MORATTI hat sich im Melodic-Rock-Genre längst einen Namen gemacht, doch mit »Sovereign« legt er ein Album vor, das sowohl alte Fans begeistert als desgleichen neue Zuhörer gewinnt. Das Line-Up liest sich wie ein Who’s Who der Szene: Moratti selbst übernimmt den Gesang, unterstützt von Joel Hoekstra an der Leadgitarre, Tony Franklin am Bass, Felix Borg am Schlagzeug, Fredrik Bergh am Keyboard und Pete Alpenborg, der Rhythmusgitarre und zusätzlich Keyboard beisteuert. Gemeinsam schaffen sie eine dichte Klangwelt, die technisch anspruchsvoll ist und dennoch sofort zugänglich bleibt.

Melodic Rock auf höchstem Niveau

»Sovereign« beginnt mit »Don’t Give Up On Love«, einem Stück, das sofort zeigt, warum Moratti in der Szene so geschätzt wird. Die Stimme des Sängers ist kraftvoll, nichtsdestoweniger emotional nuanciert, und Hoekstras Gitarrenarbeit setzt präzise Akzente. Schon hier wird deutlich, dass es nicht bloß um technische Perfektion geht, sondern um Songs, die Geschichten erzählen. Der Track vermittelt Hoffnung, ohne kitschig zu wirken, und macht Lust, sofort weiterzuhören.

Mit »Can’t Let You Go« setzt das Album den emotionalen Kurs fort. Ein klassischer Melodic-Rock-Song, der sowohl eingängige Melodien als daneben komplexere harmonische Strukturen bietet. Morattis Stimme trägt die Dramatik der Lyrics, während Franklin am Bass für den nötigen Groove sorgt. Besonders die Gitarrensoli wirken organisch, nicht überladen – ein feines Gleichgewicht zwischen Virtuosität und Songorientierung.

Stimmungswechsel und Dynamik

»Waiting« ist ein Song, der sich viel Zeit lässt, um Atmosphäre aufzubauen. Hier zeigen Berghs Keyboardflächen und Alpenborgs sanfte Gitarrenarrangements, wie wichtig Details für die Gesamtwirkung sind.

Mit »Locked Down« nimmt das Album eine etwas rockigere Wendung. Die Gitarren klingen aggressiver, die Drums treiben nach vorne. Trotzdem verliert Moratti keinesfalls den melodischen Fokus. Es ist ein Song, der im Live-Kontext vermutlich ausgesprochen gut wirken wird, weil er sowohl musikalische Tiefe als sowie Mitsing-Potenzial bietet.

Balladen, die berühren

Balladen haben im Melodic-Rock eine besondere Bedeutung, und »In The Air Tonight« sowie »Every Word« erfüllen diese Erwartung auf hohem Niveau. Morattis Stimme überzeugt hier durch Ausdrucksstärke, ohne ins Übertrieben-Romantische abzudriften. Die Arrangements sind sparsam, hingegen wirkungsvoll – besonders die Kombination aus Keyboard- und Gitarrenmelodien sorgt für eine emotionale Dichte, die den Hörer packt.

Rockige Höhepunkte

»The Calling« und »Angel« zeigen wieder die härtere, im Kontrast hierzu melodische Seite des Albums. Hier treffen energiegeladene Riffs auf eingängige Refrains, die sofort im Ohr bleiben. Bemerkenswert sticht Hoekstras Leadgitarre hervor, präzise und virtuos, im Gegensatz nie selbstzweckhaft. Diese Songs sorgen dafür, dass »Sovereign« nicht uneingeschränkt aus Balladen und Midtempo-Stücken besteht, sondern darüber hinaus kraftvolle Momente bietet, die das Album dynamisch wirken lassen.

Den Abschluss bildet »This Is Forever«, eine Hymne, die sowohl musikalisch als außerdem textlich das Album zusammenfasst. Moratti gelingt es, das finale Stück episch zu gestalten, ohne dass es überladen wirkt. Die Instrumentierung ist üppig, aber ausgewogen, und der Song hinterlässt ein Gefühl von Vollendung.

Kraftvoll, melodisch, souverän

»Sovereign« ist ein Album, das zeigt, warum ROB MORATTI zu den festen Größen im Melodic-Rock gehört. Die Kombination aus exzellentem Songwriting, virtuoser Instrumentierung und einer Stimme, die sowohl Kraft als gleichermaßen Gefühl vermittelt, macht das Album hörenswert. Es gibt keine Füller, jeder Track trägt zum Gesamterlebnis bei. Kleine Abstriche gibt es höchstens beim Wiedererkennungswert einzelner Songs, die nicht sofort ins Ohr gehen.

Mit einer Bewertung von 4 von 5 Punkten lässt sich sagen, dass »Sovereign« nicht nur für Fans des Genres ein Gewinn ist. Die Balance zwischen Emotionalität und technischer Präzision, die verschiedenen Stimmungen von Balladen bis zu rockigen Tracks und die durchgängige Professionalität der Musiker machen das Album zu einem überzeugenden Statement. Für alle, die melodischen Rock schätzen, ist es eine lohnenswerte Investition in Musik, die sowohl Herz als auch Ohr anspricht.

Fazit: ROB MORATTI gelingt mit »Sovereign« ein überzeugendes Album, das Melodic Rock-Fans begeistern wird.

Tracklist

01. Don’t Give Up On Love
02. Can’t Let You Go
03. Every Word
04. Waiting
05. Locked Down
06. Two Hearts
07. In The Air Tonight
08. I’ll Never Break Your Heart
09. The Calling
10. Angel
11. This Is Forever

 

Besetzung

Rob Moratti – vocals
Joel Hoekstra – lead guitar
Tony Franklin – bass
Felix Borg – drums
Fredrik Bergh – keyboards
Pete Alpenborg – rhythm guitar and keyboards

 

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ROB MORATTI – Sovereign CD Review

OPPRESSION – No Safe Place

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Oppression No Safe Place album cover
Oppression No Safe Place album cover

Band: OPPRESSION 🇫🇷
Titel: No Safe Place
Label: Folter Records
VÖ: 12/12/25
Genre: Melodic Black Metal

Bewertung:

4,5/5

Mit ihrem neuesten Album »No Safe Place« liefern OPPRESSION eine eindringliche und intensive Erfahrung, die den Hörer unweigerlich in dunkle, kompromisslose Klangwelten zieht. Das Quintett aus Gesang, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug zeigt erneut, dass sie ihr Handwerk verstanden haben und den Black-Metal-Sound konsequent weiterentwickeln. Die Band präsentiert sich kompromisslos, und das Album vermittelt von der ersten Sekunde an ein Gefühl von Bedrohung und innerer Zerrissenheit.

Ein düsteres Meisterwerk des Black Metal

Die Besetzung liest sich wie ein Who-is-Who des modernen Black Metal: G.S.V am Gesang sorgt mit seiner variablen Stimme für die düstere Intensität, Tom L ist nicht allein für die Gitarre, sondern desgleichen für die Kompositionen verantwortlich, während Predark die zweite Gitarre spielt. Desert liefert den Bass und John A steuert das Schlagzeug bei. Zusammen gelingt es dem Quintett, eine dichte, atmosphärische Soundwand zu erzeugen, die sowohl technische Finesse als daneben rohe Emotion transportiert.

Klangliche Eindrücke

»No Safe Place« ist kein Album, das sich anbiedert. Von Beginn an dominiert eine bedrückende, approximativ klaustrophobische Atmosphäre. Die Produktion ist klar, aber nicht steril; jedes Instrument bekommt Raum, gleichzeitig wirkt das Ganze wie ein einziger brodelnder Fluss aus Aggression und Melancholie. Die Gitarrenarbeit von Tom L und Predark ist besonders hervorzuheben: schnelles Tremolo, dissonante Riffs und punktgenaue Leads wechseln sich ab und schaffen einen Kontrast zwischen Brutalität und Melodie. Desert setzt den Bass gezielt ein, um Tiefe zu erzeugen, während John A die rhythmische Basis stabil hält und durch schnelle Blastbeats und präzises Drumming Akzente setzt.

Song für Song bohrt sich in den Gehörgang

Die Eröffnung mit »No Safe Place« legt sofort die Messlatte hoch: ein wütender Sturm aus Gitarren, Blastbeats und G.S.Vs markantem Gesang. Attrition folgt mit einer noch düstereren Stimmung, die stark von dissonanten Gitarrenriffs lebt. »Homeland’s Fury« verbindet Geschwindigkeit mit epischen Momenten und zeigt die Fähigkeit der Band, narrative Spannung aufzubauen. »Psalm for the Fallen« ist ein Höhepunkt des Albums. Die melancholischen Melodien kontrastieren mit aggressiven Passagen und erzeugen eine beinahe hymnische Intensität. Maria Rosenthal zeigt ein etwas melodischeres Gesicht, ohne die Härte aufzugeben, und bleibt so sowohl emotional sowie bedrohlich.

Mit »Journey Beyond Consciousness« tauchen OPPRESSION in experimentellere Gefilde ein: atmosphärische Zwischenspiele wechseln mit verzerrten Gitarren, während »End Humanism« die philosophische Auseinandersetzung mit der Dunkelheit und menschlicher Grausamkeit in musikalische Form gießt.

»The Call of the Night« bringt die Nacht in all ihrer unbarmherzigen Härte zum Ausdruck, während das abschließende »Nice Death Matters« die Ambivalenz von Leben und Tod, Zerbrechlichkeit und Gewalt auf intensive Weise einfängt. Die Songstruktur ist dabei konsequent durchdacht, ohne dass ein Moment künstlich aufgeblasen wirkt.

Atmosphäre und Thematik

Die thematische Linie des Albums ist klar: Es geht um Isolation, Unterdrückung und die Suche nach einem Ausweg in einer feindseligen Welt. Texte und Musik verschmelzen zu einer Einheit, die den Hörer nicht bloß fordert, sondern regelrecht herausfordert. Jeder Track ist ein kleiner Ausbruch aus der Realität, ein Versuch, emotionale und psychologische Dunkelheit hörbar zu machen.

Die Band verzichtet bewusst auf überflüssige Füllung. Jeder Ton, jede Pause, jeder Crescendo-Moment ist sorgfältig gesetzt, sodass »No Safe Place« sowohl für Black-Metal-Puristen wie ebenfalls für Hörer interessant bleibt, die sich von intensiven Klanglandschaften ansprechen lassen.

Mit »No Safe Place« demonstrieren OPPRESSION eindrucksvoll, wie Black Metal heute klingen kann, wenn technische Versiertheit, atmosphärische Dichte und thematische Tiefe aufeinandertreffen. Die Kombination aus präziser Instrumentalarbeit, emotional aufgeladenem Gesang und durchdachter Komposition macht das Album zu einem Must-Have für Fans der Szene. Ein Werk, das nachhallt und sich nicht einfach nebenbei konsumieren lässt – eine echte Einladung in die Dunkelheit, die gleichzeitig erschreckt und fasziniert.

Fazit: »No Safe Place« von OPPRESSION bleibt in Erinnerung, weil es nicht nur musikalisch, sondern faktisch inhaltlich stark ist.

Tracklist

01. No Safe Place
02. Attrition
03. Homeland’s Fury
04. Psalm for the Fallen
05. Maria Rosenthal
06. Journey Beyond Consciousness
07. End Humanism
08. The Call of the Night
09. Nice Death Matters

 

Besetzung

G.S.V – vocals and lyrics
Tom L – guitar and composition
Predark – guitar
Desert – bass
John A – drums

 

Internet

OPPRESSION – No Safe Place CD Review

DARK DIVINATION – Liito Hengen Ja Veren

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DARK DIVINATION Liitto Hengen Ja Veren album cover
DARK DIVINATION Liitto Hengen Ja Veren album cover

Band: DARK DIVINATION 🇫🇮
Titel: Liito Hengen Ja Veren
Label: Signal Rex
VÖ: 12/12/25
Genre: Black Metal

Bewertung:

3/5

Mit »Liito Hengen Ja Veren« präsentiert DARK DIVINATION ein Black-Metal-Solo-Projekt, bei dem Dark Divinator selbst für Gesang und alle Instrumente verantwortlich ist. Das Album ist ein eindrucksvolles Beispiel für die DIY-Mentalität der Szene: rohe Produktion, kompromisslose Atmosphäre und eine klare künstlerische Handschrift. Gleichzeitig zeigt es die Grenzen eines Solo-Projekts, das alles auf eine einzige kreative Stimme stützt.

Dunkle Visionen aus Finnland

Der Sound des Albums ist typisch nordischer Black Metal: kalt, unbarmherzig, oft schleppend und gleichzeitig mit überraschend melodischen Momenten durchsetzt. Bereits der Opener »Selvännäkijä« legt die Tonalität fest: schnelle Tremolo-Riffs treffen auf schneidende Blastbeats, während Dark Divinators kehlige Vocals eine düstere Erzählung einleiten. Es wirkt wie ein Aufbruch in eine frostige Landschaft, in der die Musik die Leere und Isolation unterstreicht.

»Pride of Victory« und »Burn« folgen klassischen Mustern des Genres, kombinieren jedoch atmosphärische Passagen mit aggressiven Ausbrüchen. Besonders in »Burn« zeigt sich die Fähigkeit, Spannung zu erzeugen, bevor die Songs in chaotische, wütende Klangströme übergehen. Die Produktion ist roh, zeitweilig fast ungeschliffen, was dem Album Authentizität verleiht, aber gelegentlich Details verschluckt. Fans, die klare, polierte Gitarrensounds erwarten, könnten hier enttäuscht werden.

Titeltrack als Herzstück

Mit »Dark Divination« als zentralem Stück des Albums tritt die konzeptionelle Kraft des Projekts deutlich zutage. Hier bündelt sich die düstere Energie, die in den vorherigen Songs angedeutet wurde. Die Gitarrenlinien wechseln zwischen hypnotischen Läufen und aggressiven Akzenten, während der Gesang zwischen Grollen und Schreien oszilliert. Dieses Stück zeigt, dass Dark Divinator trotz Solo-Besetzung ein Gespür für Dynamik und dramatischen Aufbau hat.

Atmosphärische Experimente

Einige Tracks wie »Kohti ikuista tuhoa« und »Katse menneisyyteen« heben sich durch experimentelle Elemente ab. Langsame Passagen wechseln mit abrupten Tempiwechseln, was die Spannung hält. »Kohti ikuista tuhoa« wirkt beinahe episch, mit einem bedrohlichen Unterton, der die nordische Schwarzmetall-Tradition aufgreift. Bei »Katse menneisyyteen« mehr Wert auf Melodik gelegt, die sich wie ein melancholischer Schleier über die harten Riffs legt.

Das neunte Stück »Fall From Power« schließt das Album mit einer Mischung aus Reflexion und Aggression ab. Hier spürt man die Ambition, das Werk nicht nur als Sammlung einzelner Songs zu präsentieren, sondern als in sich geschlossene Erzählung.

Sprachliche und thematische Ausrichtung

Die Songtitel, teils in Finnisch, teils in Englisch, spiegeln das Spannungsfeld zwischen lokaler Verwurzelung und internationalem Black-Metal-Diskurs. »Liito Hengen Ja Veren«, der namensgebende Track, steht thematisch für ein Bündnis aus Geist und Blut, ein Bild, das sowohl ritualistisch als daneben persönlich interpretiert werden kann. Die Texte bleiben kryptisch, laden im Kontrast hierzu gerade deshalb zu eigener Interpretation ein. Das Spiel mit Mythos, Aggression und innerer Dunkelheit ist durchgehend spürbar.

Solo-Projekt mit Vor- und Nachteilen

Als Soloprojekt hat DARK DIVINATION einige Stärken, demgegenüber erkennbare Schwächen. Die kohärente Vision sorgt dafür, dass das Album einen einheitlichen, unverwechselbaren Charakter besitzt. Allerdings fehlt es an Abwechslung in der Instrumentierung: Gitarren, Bass und Schlagzeug klingen zuweilen ähnlich, was die Songs näher zusammenrücken lässt, gleichwohl bisweilen eintönig wirken kann. Ein weiterer Punkt ist die Produktion: authentisch, hingegen vereinzelt etwas matschig, was vor allem bei schnelleren Passagen auffällt.

»Liito Hengen Ja Veren« ist kein Album für die breite Masse, sondern für Black-Metal-Puristen, die rohe Energie und düstere Atmosphäre zu schätzen wissen. Es zeigt das Talent von Dark Divinator, Atmosphäre und Aggression zu verbinden, leidet nichtsdestoweniger unter den typischen Beschränkungen eines Solo-Projekts. Der Hörer bekommt ein authentisches Werk, das experimentelle Ansätze wagt, sich manchmal außerdem in sich verliert.

Mit 3 von 5 Punkten ist das Album solide, indessen nicht herausragend. Die Stärken liegen in der konsequenten Umsetzung und der düsteren Atmosphäre, die Schwächen in der Produktion und der begrenzten klanglichen Variation. Für Fans des Genres bietet es dagegen genug, um es mindestens einmal aufmerksam durchzuhören, insbesondere wegen der Tracks »Dark Divination« und »Kohti ikuista tuhoa«, die die Vision des Projekts am besten verkörpern.

DARK DIVINATION liefert mit »Liito Hengen Ja Veren« ein eigenständiges, stimmiges Werk ab, das in seiner rohen Form sowohl beeindruckt sowie irritiert. Die Mischung aus Tradition und kleinen experimentellen Momenten macht das Album zu einem interessanten Beitrag in der nordischen Black-Metal-Szene, wenngleich es in seiner Gesamtheit nicht das volle Potenzial ausschöpft.

Fazit: DARK DIVINATION liefert mit »Liito Hengen Ja Veren« eine dunkle, atmosphärische Platte, die vor allem durch ihre Authentizität und Intensität überzeugt.

Tracklist

01. Selvännäkijä
02. Pride of Victory
03. Burn
04. Dark Divination
05. Hymn of Hate
06. Kohti ikuista tuhoa
07. Katse menneisyyteen
08. Liitto hengen ja veren
09. Fall From Power

 

Besetzung

Dark Divinator – Vocals & all Instruments

 

Internet

DARK DIVINATION – Liito Hengen Ja Veren CD Review

BYGONE – Bygone

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bygone bygone album cover
bygone bygone album cover

Band: BYGONE 🇺🇸
Titel: Bygone
Label: Svart Records
VÖ: 12/12/25
Genre: Heavy Metal/Rock

Bewertung:

3,5/5

Ein Album, das den Namen der Band trägt, ist oft mehr als nur eine Visitenkarte. Es ist Standortbestimmung, Selbstvergewisserung und Ansage zugleich. »Bygone« erfüllt genau diese Funktion. Die gleichnamige Band bewegt sich klar im Spannungsfeld von Heavy-Rock und Metal, ohne sich auf eine Schule festzulegen. Statt Retro-Pose oder moderner Hochglanzästhetik setzt das Sextett auf handgemachte Songs, die spürbar aus dem Proberaum kommen. Nicht alles sitzt perfekt, im Gegensatz hierzu wirkt vieles ehrlich und mit Nachdruck gespielt.

Einstand mit Ecken, Kanten und Ambition

Produktionstechnisch bleibt »Bygone« angenehm bodenständig. Die Gitarren von Noah und CC stehen breit im Mix, mal Riff-betont, mal melodisch ausgreifend. Renato am Keyboard sorgt für Farbe, ohne den Songs die Schwere zu nehmen. Das Instrument bleibt meist im Hintergrund, öffnet aber Räume, gerade in den ruhigeren Momenten. Cecelias Bass ist präsent und erdig, wiederholt mehr treibende Kraft als bloße Verdopplung der Gitarren. Connor am Schlagzeug spielt kontrolliert, schnörkellos und Song-dienlich. Keine unnötigen Showeinlagen, dafür solides Fundament.

Über allem steht Jim am Mikrofon. Sein Gesang schwankt bewusst zwischen rauer Direktheit und melodischer Klarheit. Nicht jede Linie bleibt sofort hängen, im Kontrast hierzu verleiht die Stimme dem Album Charakter. Man hört, dass hier jemand singt, der etwas erzählen will, desgleichen, wenn die Texte nicht immer bis ins Letzte ausgearbeitet wirken.

Der Einstieg: Energie und Erwartung

»Lightspeed Nights« eröffnet das Album mit Tempo und einem klaren Statement. Ein direkter Rocksong, der keine Umwege macht und sofort zeigt, wo die Reise hingeht. Der Refrain ist griffig, ohne anbiedernd zu sein, das Zusammenspiel der Gitarren wirkt eingespielt und entschlossen. »Shadow Rising« legt danach an Härte zu und bringt düsterere Farben ins Spiel. Hier funktionieren vor allem die Spannungsbögen zwischen Strophe und Refrain, ebenfalls wenn der Song im Mittelteil einigermaßen Luft verliert.

Zwischen Hymne und Introspektion

Mit »Take Me Home« zeigt die Band ihre melodischere Seite. Der Song ist zugänglicher, fast hymnisch, und dürfte live gut funktionieren. Er bleibt überdies nah genug am Grundsound, um nicht aus dem Album zu fallen. »Into The Gleam« schlägt einen introspektiveren Ton an. Die Keyboards bekommen mehr Raum, das Tempo wird zurückgenommen. Hier zeigt sich, dass BYGONE nicht bloß über Lautstärke arbeiten will, sondern daneben über Atmosphäre.

Der lange Atem

»The Last Horses Of Avalon« ist der ambitionierteste Track der Platte. Länger, epischer, erzählerischer. Nicht jede Idee zündet sofort, hingegen wächst der Song mit der Zeit. Gerade die dynamischen Wechsel und das geduldige Songwriting machen ihn interessant. Er verlangt Aufmerksamkeit und belohnt sie mit Details, die sich erst beim zweiten oder dritten Hören erschließen.

Alltag und Feuer

»City Living« holt das Album zurück auf den Boden. Ein straighter Rocksong mit urbanem Puls, der thematisch näher an der Gegenwart bleibt. Hier sitzt der Groove, hier greifen Band und Sänger besonders gut ineinander. »Fire In You Fire In Me« bildet den Abschluss und fasst vieles zusammen, was »Bygone« ausmacht. Druckvolle Riffs, ein emotionaler Kern und ein Refrain, der bleiben will, ohne sich aufzudrängen. Kein großes Finale, sondern ein konsequenter Schlusspunkt.

»Bygone« ist kein Album, das alles neu erfindet. Es will das auch nicht. Stattdessen liefert die Band ein solides, teilweise sehr starkes Debüt, das von ehrlichem Zusammenspiel und spürbarer Leidenschaft lebt. Schwächen gibt es vor allem im Feinschliff mancher Arrangements und in der Konsequenz einiger Ideen. Trotzdem überwiegt der Eindruck einer Band, die weiß, was sie will und genug Substanz hat, um darauf aufzubauen.

3,5 von 5 Punkten sind hier gut angelegt. »Bygone« ist ein Album, das man ernst nimmt, das wächst und das neugierig macht auf den nächsten Schritt von BYGONE.

Fazit: BYGONE gelingt mit »Bygone« ein solides Album, das durch seine Energie und Vielseitigkeit besticht

Tracklist

01. Lightspeed Nights
02. Shadow Rising
03. Take Me Home
04. Into The Gleam
05. The Last Horses Of Avalon
06. City Living
07. Fire In You Fire In Me

 

Besetzung

Jim – Vocals
Noah – Guitars
CC – Guitars
Renato – Keyboards
Cecelia – Bass
Connor – Drums

 

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BYGONE – Bygone CD Review