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Steel Arctus – Dreamruler

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Steel Arctus – Dreamruler - Artwork
Steel Arctus – Dreamruler - Artwork

Band: Steel Arctus 🇬🇷
Titel: Dreamruler
Label: No Remorse Records
VÖ: 28/11/25
Genre: Power Metal

Tracklist

01. Cry For Revenge
02. Defender Of Steel
03. Fate Of The Beast
04. Dreamruler
05. Wicked Lies
06. Fires Of Death
07. Riding Through The Night
08. Glory Of The Hero
09. Will To Power
10. Legend Of The Warrior
11. Onar (όναρ)

Besetzung

Tasos Lazaris – Gesang
Nash G. – Gitarren, Akkustikgitarren, Tasteninstrumente
Strutter – Bassgitarre, Tasteninstrumente
Minas Chatziminas – Schlagzeug

Bewertung: 3/5

69 %

»Dreamruler« ist für mich, STEEL ARCTUS betreffend, der Einstand. Interessant ist, dass die (mehr als Projekt Tasos Lazarsis zu wertende) Band im Gegensatz zu den meisten ihrer Landsleute eher dem Euro Power Metal fröhnen, auch wenn hier offenbar eine US – Schlagseite im Unterton mitschwingt.

STEEL ARCTUS haben für ihr Klangbild einige Inspirationsquellen.

Das Manowar eine der Hauptinspirationsquellen der Helenen ist, offenbart schon das Eröffnungsstück »Cry For Revenge«, aber vor allem (Wer hätte das bei den Titeln gedacht?) »Defenders Of Steel« und »Fires Of Death«.
Dabei bindet man sehr gekonnt Merkmale vieler europäischer Power Metal Bands ein und kreiert somit durchaus ein eigenes Klangbild.

»Dreamruler« beginnt stark…

Einen Innovationspreis darf man natürlich nicht erwarten!
Aber der solide, zwischen Manowar, Iron Fire und Custard befindliche Opener »Cry For Revenge«, gefolgt vom mit progressiven Keyboardklängen a la Kamelot oder auch Ivanhoe angereicherten »Defenders Of Steel« dürften für Liebhaber dieses Genre genauso essenziell sein wie das verhältnismäßig schnelle und mit USPM – Einschüben veredelte »Fate Of The Beast«.

…und steigert sich…

Im weiteren Verlauf sind es insbesondere das Primal Fear – lastige »Wicked Lies« als auch das wieder mal zwischen Bands wie Iron Fire und Custard sowie Manowar befindliche,
mit einem harten Hauptriff und sehr prägnanten Gitarrenharmonien versehene »Fires Of Death«,
die extrem begeistern und vom sehr guten, DIO inspirierten Titeltrack sowie dem soliden »Riding Through The Night« umrahmt werden.

…um am Schluss stark nachzulassen.

Gegen Ende geht dem Album jedoch immer mehr die Luft aus.
Da hilft weder der gut arrangierte Mitsingrefrain im immerhin noch guten »Glory Of The Hero« noch das bärenstarke Solo im ansonsten durchschnittlichen »Will To Power«.
Spätestens in der Mitte der überlangen Schlaftablette »Legend Of The Warrior« ist die Begeisterung der Langeweile gewichen.

»Dreamruler« verdient es aber trotz des Schwachen letzten Aktes, beachtet zu werden.
Denn bis »Glory Of The Hero« liefern STEEL ARCTUS hier ein wirklich großartiges Power Metal – Album ab, das mit der Speerspitze des Genre mithalten kann!

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STEEL ARCTUS - Dreamruler

Aktor – Professori (Season Two)

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Aktor – Professori (Season Two) - Artwork
Aktor – Professori (Season Two) - Artwork

Band: Aktor 🇺🇸 / 🇫🇮
Titel: Professori (Season Two)
Label: High Roller Records
VÖ: 28/11/25
Genre: Alternative Rock/Hardrock

Tracklist

01. He Never Came Home
02. Just One Hand
03. Nemesis
04. Politics Politics
05. Idiot Brother
06. Another Piece
07. Too Close (Still Not Close Enough)
08. Back On The Case
09. Children Always Know
10. Helicopter
11. Bigger Picture

Besetzung

Professor Black – Gesang
Jussi Lehtisalo – Gitarren
Tomi Leppänen – Schlagzeug

Bewertung: 3,5/5

75 %

AKTOR sind die Nebenspielwiese von Chris Black (High Spirits), der auf deren dritten Album »Aktor – Professori (Season Two)«, im Gegensatz zu seinem Hauptprojekt, ein breiteres musikalisches Spektrum darbietet.
So richtig in das Konzept der Plattenfirma passen AKTOR nur bedingt, denn hier verknüpft man hauptsächlich

New Wave mit Rockmusik.

So hört sich »He Never Came Home« wie The Police mit härteren Gitarren an, »Just One Hand« lässt darauf schließen, dass Professor Black auch die Musik von Men At Work schätzt und sowohl das mit Judas Priest – Elementen spielende »Too Close (Still Not Close Enough)« als auch »Back On The Case« enlarven ihn als großen B`52 – Fan.

Mit »Nemesis« gibt es zur Abwechslung auch mal klassischen Hardrock, der auf diesem Album sonst zumeist mit elektronischer 80er Musik vermengt wird.
Beispielsweise klingt »Helicopter« wie eine Symbiose aus Talking Heads, AC/DC und ein wenig Guns N` Roses, »Idiot Brother« ist ein Stilmix aus Blue Öyster Cult – Hardrock und The Police und »Bigger Picture« könnte ein Rocksong von Wall Of Voodoo sein.

»Aktor – Professori (Season Two)« stellt sich stilistisch breit auf.

Neben »Nemesis« lockert der Klang depressiver Alphaville in »Another Piece« die reichliche dreiviertel Stunde etwas auf. Die Kreativität innerhalb der stilistisch gesteckten Grenzen ist also sehr hoch, weshalb man »Professori (Season Two)« zwar nicht der klassischen Heavy Metal/Hardrock – Gemeinde, aber uneingeschränkt jedem Rockfan mit offenen Ohren empfehlen kann.

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AKTOR – Professori (Season Two)

Symphonity – Beyond Olympus

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Symphonity – Beyond Olympus - Artwork
Symphonity – Beyond Olympus - Artwork

Band: Symphonity 🇨🇿
Titel: Beyond Olympus (EP)
Label: Limb Music
VÖ: 05/12/25
Genre: Symphonic/Melodic/ Power Metal

Tracklist

01. Out And About
02. Evening Star (Live)
03. In The Name Of God (Live)
04. The Gates Of Fantasy (Live)
05. Dreaming Of Home (Live)
06. Give Me Your Helping Hand (Live)

Besetzung

David Åkesson – Gesang
Libor Křivák – Gitarren
Tomáš Sklenář – Bassgitarre
Martin „Marthus“ Škaroupka – Becken, Schlagzeug

Bewertung: ohne Bewertung

SYMPHONITY gehören bei mir zu den wenigen Bands des Genre, die ich ernst nehmen kann.
Gründe dafür sind nicht nur die ersten beiden Werke der Tschechen, die dort anknüpfen wo Rhapsody kompositorisch Ende der Neunziger gerne weitergemacht hätten und sich auf dem Niveau ähnlicher Band wie Sonata Arctica, Freedom Call und sogar Stratovarius befinden.
Besonders das Konzeptalbum über Marco Polo fand ich aufgrund der anspruchsvollen Umsetzung sehr gelungen.

Lohnt sich »Beyond Olympus« eigentlich?

Im Großen und Ganzen ist bis auf »Out And About« nichts Neues zu vernehmen.
Dieser Song ist brandneu und macht Lust auf das nächste Album, weil er alle Facetten der Band von großartigen Melodien bis zu progressiven Passagen präsentiert.
Die anschließenden Lieder sind dann ein Livemitschnitt vom Konzert in Athen, wo man Anfang April diesen Jahres für Marco Hietala und Tarja anheizen durfte.

Um sich die Wartezeit zu verkürzen lohnt sich diese EP zumindest für Fans .
Wer die Band als Genrefan noch nicht kennt, sollte sich »Out And About« auf jeden Fall mal geben und die bisherigen Alben sowieso anchecken.

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SYMPHONITY – Beyond Olympus

WILDHUNT – Aletheia

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cover artwork WILDHUNT Aletheia
cover artwork WILDHUNT Aletheia

Band: WILDHUNT 🇦🇹
Titel: Aletheia
Label: Jawbreaker Records
VÖ: 02/01/26
Genre: Thrash/Heavy Metal

Tracklist

01. Touching the Ground
02. The Holy Pale
03. Made Man
04. Kanashibari
05. In Frozen Dreams
06. Aletheia
07. Sole Voyage

Besetzung

Wolfgang Elwitschger – Vocals, Guitars
Julian Malkmus – Guitars
Robbie Nöbauer – Bass, Backing vocals
Lukas Lobnig – Drums, Percussion

Bewertung:

4,5/5

Nach einem Jahrzehnt der Erkundung kehrt die österreichische Metal-Band WILDHUNT mit ihrem mit Spannung erwarteten zweiten Album „Aletheia“ zurück. Das Album baut auf dem Pfad auf, den ihr Debütalbum „Descending“ gesetzt hat, und vermischt komplizierte Details mit energischem Metal und epischen Songstrukturen.

Unerwarteter Start mit Metallica-Feeling

Das Album eröffnet irgendwie unerwartet – akustische Gitarren und eine sehr schöne und melancholische Melodie. „Touching the Ground“ lässt eine elektrische Gitarre langsam den Song übernehmen, und dann wird alles elektrisch, und mit einsetzenden Drums verwandelt sich die Musik in einen vollen Metal-Song. Eine schöne Übung mit einem sich entwickelnden Song, ein Opener, der an sehr alte Metallica-Meisterwerke im selben Stil erinnert. Ein instrumentaler Song, aber voll von Melodie, auch dynamisch und ausdrucksstark. Ein guter Einstieg.

WILDHUNT sind heute in Wien ansässig, die Band wurde aber 2011 in Villach gegründet. Der Gründer, Herz und Seele der Band ist Wolfgang Elwitschger, der aktuell Vocals und Gitarren spielt. Neben ihm sind die restlichen Mitglieder Julian Malkmus an den Gitarren, Robbie Nöbauer für Bass und Backing Vocals sowie Lukas Lobnig für Drums und Percussion. Sehr technische Musiker, die ihre Fähigkeiten mit jeder Note auf dem Album zeigen.

Der nächste Song „The Holy Pale“ bringt von Anfang an Old-School Thrash Metal – guter Rhythmus, komplizierte aber sehr gut kontrollierte Instrumentierung, anspruchsvolle Musik. Vocals sind typischer für Heavy Metal, eine Old-School-Aura ist noch präsenter als im Eröffnungssong. Eine epische Komposition mit Anklängen von Progressive Metal, aber außer einigen schnellen Riffs ist der Song viel mehr Heavy Metal als Thrash. Rhythmuswechsel unterstreichen die Komplexität des Songs, Bass kommt mit sehr schönen Akzenten, die Riffs sind massiv und sehr technisch. Ein solider und beeindruckender Song.

Noch mehr verschiedene Einflüsse lassen sich vom Beginn des nächsten Songs „Made Man“ hören. Ein Song, der vor langer Zeit als Single präsentiert wurde und jetzt seinen Platz auf dem Album findet. Ein galoppierendes Riff offenbart wieder das technische Können der Band. Ein Hauch von klassischem Metal kommt in der Mitte des Songs in Form eines Gitarrendialogs, mit dem Bass, der den Sound dynamischer hält – ein schöner Beitrag. Wieder eine epische Komposition. Beeindruckende Gitarren in allen möglichen Formen, von Tremolo-gepickt zu massiven Riffs, von delikaten Solos zu aggressiven Passagen. Mehrschichtiger Sound, sehr komplexe Instrumentierung, die Vocal-Intervention ist minimal und lässt die Instrumente den Song musikalisch definieren. Beeindruckend, ein klarer Höhepunkt.

Vintage-Sound mit moderner Qualität

Die Produktion ist sehr gut, ausbalanciert und schafft es, den alten, fast Vintage-Sound aus den Anfängen der Genres zu bewahren. Aber alle Instrumente sind klar im Mix und korrekt dosiert, um den ganzen Sound voll und komplett zu machen. Beeindruckende Gitarren, ein sehr starker Bass mit entschiedenen Interventionen durch das Album, Drums sind auch sehr gut ins Gesamtbild integriert. Die Qualität der Musik wird durch eine sehr gute Produktion, Mixing und Mastering gut ausgedrückt.

Fast Jazz-Musik, sehr melodische Gitarren, ein ambienter Start in „Kanashibari„. Und der Song ist genau das – ein melodisches Interlude mit sehr melancholischem Vibe, schöne Melodie, ein kurzer instrumentaler Song. „In Frozen Dreams“ übernimmt die Idee vom vorherigen Song und bringt die typische Dynamik, aber wieder mit progressiverem Sound. Diesmal passen die Vocals perfekt zur Klanglandschaft, das Storytelling fließt gut zwischen Musik und Texten. Interessante Songstruktur, wieder viele Schichten von Sounds, die zusammenkommen in einer massiven Klanglandschaft.

Der Titelsong „Aletheia“ bringt einen Hauch von Pink Floyd ins Spiel, aber nach einem kurzen melodischen Intro kehrt der Song zu einem viel entschiedeneren und kraftvolleren Song zurück. Epischer Refrain mit geschrienen aber melodiösen Vocals, eine Melodie, die sich öffnet und in eine komplexe und polyrhythmische verwandelt, viele Texturen und ein expansiver Sound. Ein warmer Song, auch wenn nicht unbedingt so melodisch wie einige der vorherigen – hier sind die Progressive-Rock-Einflüsse am klarsten auf dem Album.

Der Abschlusssong „Sole Voyage“ ist eine Mini-Oper für sich, ein über elf Minuten langer Track – die ambitionierte Komposition wird von Anfang an klar. Der Wechsel zwischen atmosphärischen Passagen und schnellen Riff-dominierten kreiert einen unvorhersehbaren Sound, ein story-getriebener Song, weitläufig und auch fließend. Wieder bringt eine sehr atmosphärische, aber Jazz-beeinflusste Passage einen schönen Wechsel im Song. Überkomplex, cinematische Momente mit puren aggressiven Riffs mischend – definitiv ein progressiver Song, für die meiste Zeit langsamer und technisch. Die im Wechselspiel stehenden Gitarren sind auf manchen Passagen einfach majestätisch und so gut gespielt. Auch als Komposition ist die epische Dimension sehr gut kontrolliert und ausgedrückt. Ein weiterer klarer Höhepunkt.

Zeitreise zu den Wurzeln des Metal

In gewisser Weise eine Reise zurück in der Zeit mit dem Sound, den WILDHUNT auf „Aletheia“ haben. Schwer zu definieren, aber mit so vielen Einflüssen, die direkt in den ursprünglichen Wurzeln von Metal-Musik verankert sind. Epische Kompositionen, sehr dramatische Melodien verwoben mit Gitarren, die konstant die Haupt-Melodielinie zurückbringen. Zwischen den originalen Heavy-Metal-Helden und Black Sabbath, mit frühen Thrash-Metal-Bands als Einflüsse, von Annihilator zu Coroner, aber auch Heathen, King Diamond oder Paradox. All diese Ähnlichkeiten zeigen den komplexen Sound der Band, eine originelle Mischung, die all das in einen einzigartigen Stil integriert.

Für jeden, der den Band-Sound von früheren Werken nicht kennt, wird „Aletheia“ eine schöne Überraschung sein – ein Werk, das Nostalgie der Anfänge von Extreme Metal zurückbringt, aber mit einer Serie von Einflüssen, die das ganze Hören dynamisch und sehr angenehm machen. Viele Wendungen in der Songstruktur, aber alle zusammengehalten durch inspirierte Übergänge und klare kompositorische Fähigkeiten. Ein Muss für Fans von Progressive, Thrash oder Heavy Metal.

Fazit: WILDHUNT zementieren mit „Aletheia“ ihren Status – technisch versiert mit innovativer Neuinterpretation von 80er Heavy Metal.

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WILDHUNT - Aletheia

EXCAVATED GRAVES – Life Isn’t For Everyone

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cover artwork EXCAVATED GRAVES Life Isn’t For Everyone
cover artwork EXCAVATED GRAVES Life Isn’t For Everyone

Band: EXCAVATED GRAVES 🇵🇱
Titel: Life Isn’t For Everyone (EP)
Label: Selfmadegod Records
VÖ: 02/01/26
Genre: Death Metal

Tracklist

1. Soil
2. Life Isn’t For Everyone
3. Waste Of War
4. Deepfrozen
5. Taboo

Besetzung

Piotr Sabarański – Guitar
Michał “Stoker” Stopa – Bass

Bartłomiej “Bruno” Waruszewski – Vocals
Michał Kaszczyszyn – Lead Guitar
Mariusz “Mel” Miernik – Drums
Adrian Słojewski – Guitar, Vocals

Bewertung:

3/5

Eine neue Death-Metal-Band aus dem polnischen Underground meldet sich zu Wort: EXCAVATED GRAVES präsentieren mit „Life Isn’t For Everyone“ ihr Debüt – eher EP oder Mini-LP als vollwertiges Album, vor allem als erste Standortbestimmung gedacht. Abseits der bloßen Vorstellung der Band liefert die Veröffentlichung jedoch bereits eine ordentliche Portion druckvollen Death Metal.

Zwischen Doom-Schwere und Old-School-Wurzeln

Ungewöhnlich beginnt das Album mit einer Eröffnungspassage, die eher an Cartoon-Musik erinnert. Erst danach setzt „Soil“ mit sehr langsamen Akkorden und tiefen Riffs ein, insgesamt stark doomig geprägt. Ein befremdlicher Moment folgt in der Mitte des Songs: langanhaltender Applaus und Ovationen erzeugen beinahe ein Theatergefühl, bevor der Track endgültig Fahrt aufnimmt. Danach entfaltet sich der Song mit massiver Instrumentierung, starker Komposition, wuchtigen Growls und klaren Referenzen an den schwedischen Old-School-Death-Metal-Stil. Der zweite Teil überzeugt mit strafferem Tempo, solider Rhythmussektion sowie aggressiv-dissonantem Solo. Ohne den ausgedehnten Intro-Teil wäre „Soil“ ein wuchtiger Death-Metal-Song.

EXCAVATED GRAVES wurden erst vor kurzer Zeit gegründet, vereinen jedoch Musiker mit viel Erfahrung aus zahlreichen polnischen Bands der letzten Jahrzehnte. Zum Kern zählen Piotr Sabarański (Parricide) an der Gitarre und Michał „Stoker“ Stopa (ex-Fam, ex-Dissenter) am Bass. Unterstützt wurden sie im Studio von Bartłomiej „Bruno“ Waruszewski (Prototyp, ex-Azarath) am Gesang, Michał Kaszczyszyn (ex-Neaghi) an der Leadgitarre, Mariusz „Mel“ Miernik (ex-Damnable, ex-Squash Bowels) am Schlagzeug sowie Adrian Słojewski (Pyorrhoea, Nuclear Vomit) an Gitarre und Gesang.

Der Titelsong „Life Isn’t For Everyone“ setzt ohne Umschweife aggressiv ein, wirkt in seiner Struktur jedoch deutlich komplexer. Häufige Tempowechsel sorgen für Dynamik, aber auch für eine gewisse Unruhe. Furioses Schlagzeugspiel, konstante Riffs und erneut ein sehr offensives Gitarrensolo prägen den Track. Teilweise melodischer als der Opener, insgesamt jedoch sprunghaft, wechseln musikalische Ideen zu abrupt, und nicht alle Tempoänderungen greifen überzeugend.

Struktur, Tempo und Klangbild

Waste Of War“ setzt auf verzweifelter klingende Vocals und entwickelt dadurch eine düstere, atmosphärische Wirkung. Nach dem eher chaotischen Vorgänger überzeugt der Song mit klarerer Struktur und stimmigerer Komposition. Tempowechsel sind weiterhin präsent, funktionieren hier jedoch deutlich besser. Stilistisch bleibt man beim klassischen schwedischen Death Metal, allerdings in einer langsameren, schwereren Ausprägung. Die Drums treiben konstant voran und arbeiten teilweise bewusst gegen das Grundtempo – ein Kontrast, der gut aufgeht.

Die Produktion ist solide, mit einer gewissen Rohheit, die dem Hörerlebnis nicht schadet. Die Leadgitarre steht mit ihren schneidenden Solos sehr weit im Vordergrund, teils fast zu dominant. Das unterstreicht zwar den abrasiven Charakter der Musik, bringt musikalisch jedoch nicht immer zusätzlichen Mehrwert und rückt andere Elemente etwas in den Hintergrund. Gerade die Rhythmusgitarre hätte mehr Präsenz verdient. Gesang und Rhythmussektion hingegen sind gut ausbalanciert.

Deepfrozen“ startet mit einem melodischeren Ansatz, starker Gesangsleistung und klar definierten Riffs. Eine nachvollziehbare melodische Linie zieht sich durch den Song, auch die Leadgitarre fügt sich hier stimmiger ins Gesamtbild ein. Der Wechsel zwischen ruhigeren Passagen und schnellen, aggressiven Momenten wirkt kontrolliert und überzeugend.

Der Abschlusstrack „Taboo“ beginnt erneut in gemächlichem Tempo, zieht dann jedoch deutlich an und kombiniert Uptempo-Parts mit eindringlichen, beinahe besessenen Vocals. Eine melodischere Grundstimmung prägt den Song, auch die Solos sind weniger schneidend als zuvor. Als Rückbezug auf den Opener schließt der Track mit erneutem Applaus und Ovationen – diesmal kürzer, aber weiterhin leicht befremdlich.

Solider Einstieg mit Luft nach oben

Life Isn’t For Everyone“ ist ein kurzes Werk, aber stilistisch klar umrissen. Die Wurzeln von EXCAVATED GRAVES sind deutlich erkennbar, und diese werden respektiert. Gleichzeitig gibt es vereinzelte experimentelle Ansätze, insbesondere im Opener – nicht immer mit überzeugendem Ergebnis. Dort, wo sich die Band auf ihren Kern konzentriert und geradlinigen Death Metal spielt, funktioniert das Material am besten.

Manche Hörer hatten auf eine klangliche Fortsetzung von Parricide gehofft, dem früheren Projekt von Piotr Sabarański, das auch zehn Jahre nach seiner Auflösung noch vermisst wird. EXCAVATED GRAVES teilen jedoch nur wenig mit dieser Band. Der neue Ansatz ist weniger wild und weniger roh, dafür stilistisch anders ausgerichtet.

Insgesamt ein gutes, wenn auch nicht perfektes Debüt. Einige Passagen wirken etwas überhastet, manche Kompositionen noch nicht vollständig ausgearbeitet. Mit mehr Feinschliff in Songwriting und Produktion lässt sich jedoch erwarten, dass die Band in Zukunft ein sehr starkes Album vorlegen kann. Enttäuschend ist „Life Isn’t For Everyone“ keinesfalls – vielmehr ehrlicher, klassisch verwurzelter Death Metal mit Entwicklungspotenzial.

Fazit: „Life Isn’t For Everyone“ ist ein kurzes, aber solides Debüt, das klassischen Death Metal mit klaren Stärken und erkennbarem Potenzial präsentiert.

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EXCAVATED GRAVES - Life Isn’t For Everyone

Hounds – Rise Of The Immortals

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Hounds – Rise Of The Immortals - Artwork
Hounds – Rise Of The Immortals - Artwork

Band: Hounds
Titel: Rise Of The Immortals
Label: Iron Shield Records
VÖ: 21/11/25
Genre: Epic/Heavy Metal

Tracklist

01. Knightmare
02. Fight, Warrior
03. A.O.R. (All Out Running)
04. Lohengrin
05. Rise Of The Immortals
06. Still Believe
07. Fatal Destroyer

Besetzung

Massimo Ventura – Gesang, Gitarren
Marco De Fabianis Manferto – Tasteninstrumente, Begleitgesang
Stefano Paparesta – Bassgitarre
Enrico Cairola – Schlagzeug, Begleitgesang

Bewertung: 3,5/5

76 %

Wie beim Debüt vor fünf Jahren darf man bei den Italienern HOUNDS auf »Rise Of Immortals« Virgin Steele als Haupteinfluss benennen. Die Zeit hat man offensichtlich genutzt, denn die Kritikpunkte, welche beim Debüt vor allem die Produktion, aber auch die Qualität einiger Songs sowie den Gesang betraf, wurden diesmal vollkommen ausgemerzt. Denn was ich hier vernehme ist

Underground Metal vom Feinsten!

Nachdem galloppierenden »Knightmare« gibt man sich in »Fight, Warrior« dermaßen kampfbereit, dass ich hier manchmal an Bands wie (später auch beim Titeltrack) Hyborian Steel denken muss. Allerdings verhindern sowohl die Keys als auch das epische Ende, dass man zu einer Kopie verkommt.
Ebenfalls sehr gut stehen » A.O.R. (All Out Running)« die „Turbo“ – Synthesizer und Hair Metal Vibes sowie die an alte Savatage erinnernde Gitarrenarbeit in »Fatal Destroyer« und dem Instrumentalstück »Lohengrin«.

An »Rise Of The Immortals« kommt man als Heavy Metal Fan schwer vorbei,

auch wenn HOUNDS hier nichts bahnbrechendes abliefern. Wie sehr gereift die Band ist, lässt an »Still Believe« gut erklären:
Trotz aller Vorhersehbarkeit schafft es das Lied durch geschickt im Hintergrund platzierte, kleine Details nicht nur die Spannung in den über sieben Minuten hoch zu halten. Man sorgt damit auch dafür, dass der Song trotz der Länge hängen bleibt.

Wer sich mit einer geringen Dosis alter Savatage, ordentlich Virgin Steele – Pathos sowie der musikalischen Art und Weise von Bands wie Validor, Hyborian Steel, Executioner Steel und Savage Oath anfreunden kann, hat hier auf jeden Fall eine Menge Spaß.

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HOUNDS – Rise Of The Immortals t

Now Or Never – The Legacy

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Now Or Never – The Legacy - Cover
Now Or Never – The Legacy - Cover

Band: Now Or Never 🇩🇰 / 🇫🇷 / 🇨🇭
Titel: The Legacy
Label: Metalpolis Records
VÖ: 05/12/25
Genre: Melodic/Heavy Metal

Tracklist

01. Burning Daylight
02. Legacy
03. Accidental Synergy
04. The Letter
05. Mr. Misery
06. Hide Behind The Screen
07. Hollow Idol
08. Secret Dream
09. Remember Icarus
10. How Do You Sleep,
11. No One Will Make Me Cry
12. Where The Road Ends
13. Dive Into The Void

Besetzung

Peer Johansson – Gesang
Ricky Marx – Gitarren, Tasteninstrumente
Guillaume Surroca – Bassgitarre
Ranzo – Schlagzeug

Bewertung: 3/5

68 %

Die einst als Pretty Maids – Ableger gestarteten NOW OR NEVER präsentieren mit »The Legacy« nicht nur ihr viertes Album im dreizehnten Jahr ihres Bestehens, sondern mit Guillaume Surroca auch den vierten Tieftöner sowie mit Peer Johannson den dritten Sänger der Bandgeschichte.

Peer Johansson macht den Unterschied auf »The Legacy«.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger gibt der Neue am Mikro dem Klangbild einen eigenständigeren Anstrich und sorgt außerdem für einen rauen Grundton. Reiner Melodic Metal ist auf dieser Scheibe kaum noch zu hören. So befinden sich in der Mitte des Albums mit »Hide Behind The Screen« sowie »Hollow Idol« überraschend aggressive Songs, die durch einen harmonischen Mittelteil aufgelockert werden.

Auch »Burning Delight« und »Mr. Misery« überzeugen durch neue Aspekte und integrieren mit harten, aber harmonischen Gitarrenläufen Merkmale der deutschen Power Metal – Schule. Ebenfalls gut ins Ohr gehen mit dem zwischen Mittachziger Accept, MSG und Primal Fear befindlichen »Accidental Synergy«, das Led Zeppelins Kashmir zitierende »Legacy« sowie die ausnahmsweise mal etwas schnelleren »No One Will Make Me Cry« und »Dive Into The World« gegen Ende.

Weniger ist manchmal mehr!

»The Legacy« ist mit dreizehn Liedern zwar opulent bestückt, hat allerdings auch einige Füller. Warum man nach einem überwiegend akustisch vorgetragenen Stück wie »Secret Dream« später mit »Where The Road Ends« nochmal ein ähnliches und zudem viel schwächeres Stück auf die Scheibe packt bleibt ebenso ein Rätsel wie der Umstand, dass man auch mit »Remember Icarus« und »How Do You Sleep« gegen Ende alle verzichtbaren Songs versammelt.

Irgendwo zwischen Primal Fear und Pretty Maids ist eine schmale Lücke, die NOW OR NEVER in den neunundsechzig Minuten zwei Drittel der Laufzeit voll ausfüllen können. Vor allem Peer Johansson macht hierbei in allen (Ton-) Lagen eine exzellente Figur. Insofern lohnt sich ein Check der Zielgruppe auf jeden Fall!

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NOW OR NEVER – The Legacy

REDIVIDER – Sounds Of Malice

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REDIVIDER - Sounds Of Malice - album cover
REDIVIDER - Sounds Of Malice - album cover

Band: REDIVIDER 🇺🇸
Titel: Sounds Of Malice
Label: Third House Communications
VÖ: 09/01/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Quartered & Devoured
02. Sounds of Malice
03. Shackled to Existence
04. Apocalyptic Waste
05. Fratricide
06. Bask in the Rot
07. Left to Rot

 

Besetzung

Jacob Spencer – Vocals
Paul Nunavath – Guitar
Jake Atha – Guitar
Alexander Farrington – Bass
Mike Hargrave – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

Die US-amerikanische Death-Metal-Band REDIVIDER veröffentlicht mit ihrem Album »Sounds Of Malice« eine kraftvolle und düstere Klangreise. Gegründet im Herzen des Death-Metal, setzt die Formation um Sänger Jacob Spencer, Gitarristen Paul Nunavath und Jake Atha, Bassist Alexander Farrington sowie Drummer Mike Hargrave auf rohe Energie und kompromisslose Härte. Das Quintett verbindet technische Finesse mit rohem Brutalitätsanspruch und schafft so ein atmosphärisches Klangbild, das sowohl Fans des Genres sowie Neueinsteiger anspricht.

»Sounds Of Malice« präsentiert sich als klassisches Death-Metal-Album mit modernen Elementen. Die Songs zeichnen sich durch aggressive Riffs, tiefe Growls und komplexe Rhythmusstrukturen aus. Der Bandtross scheut nicht vor atmosphärischen Momenten zurück, die die düstere Stimmung intensiv unterstreichen. Die Mischung aus schnellen Blast-Beats und langsamen, erdrückenden Passagen sorgt für eine abwechslungsreiche Hörerfahrung, die die Zuhörer in eine Welt voller Dunkelheit und Zerstörung eintauchen lässt.

Riffs und Rhythmus

Schon der Opener »Quartered & Devoured« setzt die Marschrichtung klar: schnelle Gitarren, druckvolles Schlagzeug und ein growlender Spencer, der die düstere Atmosphäre des Albums trägt. REDIVIDER verliert sich nicht in technischen Spielereien, sondern setzt auf prägnante, kraftvolle Arrangements. Das zweite Stück, »Sounds of Malice«, entwickelt diese Intensität weiter, ohne monoton zu wirken. Die Gitarrenarbeit von Nunavath und Atha zeigt sowohl melodische Ansätze als daneben klassische Death-Metal-Riffs, die direkt ins Mark treffen.

Besonders auffällig ist das Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug. Farrington und Hargrave liefern nicht nur das Fundament, sondern setzen beständig wieder rhythmische Akzente, die den Songs zusätzliche Tiefe verleihen. Gerade in »Shackled to Existence« zeigt sich, wie tight die Rhythmussektion agiert: schnelle Tempiwechsel und präzise Breaks halten die Spannung hoch.

Atmosphärische Härte

REDIVIDER verstehen es, nicht bloß Geschwindigkeit, sondern überdies Atmosphäre zu erzeugen. »Apocalyptic Waste« zeigt dies besonders deutlich. Der Song beginnt mit einem schleppenden, fast doomartigen Part, der sich langsam zu einem aggressiven Crescendo steigert. Spencer variiert hier seine Stimme und schafft es, zwischen gutturalem Growl und approximativ gesprochenen Passagen zu wechseln, ohne die Intensität zu verlieren.

Auch »Fratricide« bringt diese Mischung aus Brutalität und Atmosphäre zur Geltung. Die Gitarren sind dicht und druckvoll, während der Bass eine unterschwellige Melodie mitträgt, die dem Song Struktur verleiht. REDIVIDER beweist hier ein Gespür für Dynamik, das im Death Metal nicht immer selbstverständlich ist.

Death-Metal-Handwerk

Mit »Bask in the Rot« und »Left to Rot« zeigt das Album die technischen Fähigkeiten der Band. Hargraves Schlagzeugspiel ist präzise und abwechslungsreich, während die Gitarren sowohl melodische Leads als desgleichen fiese Riffs liefern, die den Hörer bei der Stange halten. REDIVIDER verliert sich nicht in Selbstzweck, sondern verbindet Brutalität mit Songstruktur.

Trotz der klaren handwerklichen Qualität wirkt das Album an einigen Stellen etwas vorhersehbar. Es fehlen Momente, die wirklich überraschen oder sich deutlich von anderen Death-Metal-Releases abheben. Gerade im letzten Drittel des Albums wiederholen sich einige Songideen, was die Spannung leicht mindert.

»Sounds Of Malice« ist ein solides Album, das Fans klassischen Death-Metals zufriedenstellen wird. REDIVIDER liefert technisch sauberen Sound, präzise Rhythmik und aggressive Vocals, die das Genre bedienen. Einige Songs heben sich durch atmosphärische Tiefe ab, andere wirken eher austauschbar. Insgesamt bleibt das Album knapp unter der Spitze des Genres, kann aber mit handwerklicher Präzision und konsequenter Härte punkten.

Fazit: »Sounds Of Malice« ist ein starkes Statement für REDIVIDER im Todesbleisektor.

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REDIVIDER - Sounds Of Malice - CD Review

ULVER – Neverland

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cover artwork ULVER Neverland
cover artwork ULVER Neverland

Band: ULVER 🇳🇴
Titel: Neverland
Label: House of Mythology
VÖ: 31/12/25
Genre: Ambient/Avant-garde/Electronica, New Wave/Synthpop

Bewertung:

3/5

Die norwegischen Giganten ULVER präsentieren mit „Neverland“ ihr neunzehntes Album. Wie inzwischen gewohnt, bewegt sich die Musik klar im elektronischen Bereich, mit Einflüssen aus New Wave und Synth Pop, atmosphärisch, leicht und zugänglich. Es ist eine konsequente Fortführung ihrer jüngeren Werke, ein weiteres angenehm fließendes Album ohne große Brüche.

Einführung in die elektronische Welt

Das Album eröffnet mit elektronischen Klängen im typischen Spätwerk-Stil der Band. „Fear In A Handful Of Dust“ fungiert als atmosphärisches Intro, mit zarter Instrumentierung und gesprochenen Vocals, die eine Geschichte erzählen und den thematischen Rahmen des Albums andeuten. Eine leicht unheimliche Aura schwingt mit, ohne jedoch dominant zu werden. „Elephant Trunk“ beginnt mit einem schönen, melancholischen Piano-Thema, das langsam von elektronischen Effekten umspielt wird. Verzerrungen und moderne Synth-Elemente verändern schrittweise die anfänglich märchenhafte Stimmung, ohne sie vollständig aufzulösen, und verleihen dem Stück zusätzliche Dynamik.

ULVER zählen zu den kontroversesten, aber auch beliebtesten Bands, die aus der zweiten Welle des Black Metal hervorgegangen sind. 1993 in Oslo gegründet, startete die Band mit klassischem Black Metal, integrierte später Folk-Elemente und wandte sich schließlich vollständig elektronischer Musik zu. Die Entwicklung hin zu Synth Pop und New Wave markiert eine vollständige Abkehr von den Ursprüngen, ohne jedoch die eigene Identität zu verlieren. Trotz – oder gerade wegen – dieser Wandlungen verfügt die Band über eine große und treue Anhängerschaft. Konstant geblieben ist Kristoffer Rygg, Gründungsmitglied und kreativer Kern, der neben den Vocals auch für das Programming verantwortlich zeichnet. Seit 2000 ist Jørn H. Sværen für verschiedene musikalische Aufgaben zuständig, darunter auch Schlagzeug, wenn dieses zum Einsatz kommt. Ole Aleksander Halstensgård ergänzt seit 2017 das Line-up an den Electronics.

Zwischen Minimalismus und Synth-Pop

Weeping Stone“ kehrt zu einem langsamen Tempo zurück, getragen von distanzierten weiblichen Vocals, die die ätherische, leicht unheimliche Stimmung verstärken. Die Instrumentierung bleibt minimalistisch und reduziert. Deutlich komplexer präsentiert sich „People Of The Hills“, mit dichterer Synthesizer-Arbeit, moderneren Strukturen und einem klaren Synth-Pop-Charakter. Das Stück entwickelt sich im Verlauf zunehmend progressiv und zählt zu den Höhepunkten des Albums.

Die Produktion ist durchgehend sehr gelungen. Die Vielzahl an unterschiedlichen Sounds und Effekten fügt sich stimmig in das Gesamtbild ein. Der experimentelle Geist der Band ist stets präsent, ebenso der Wille, ungewöhnliche Ansätze zu verfolgen. Dennoch bleibt der Sound ausgewogen und dynamisch, ohne überladen zu wirken.

In der Folge bewegt sich das Album weiterhin zwischen dichter Ausarbeitung und bewusstem Rückzug auf minimalistische Strukturen. „They’re Coming! The Birds!“ hellt die Stimmung spürbar auf, während „Hark! Hark! The Dogs Do Bark“ deutlich experimenteller ausfällt, mit harschen Klängen und wenig Melodie. „Horses Of The Plough“ schlägt wieder ruhigere Töne an, langsam, getragen und atmosphärisch. Verhallte Sounds und unterschwellige Störungen sorgen für eine dichte, teils beunruhigende Klanglandschaft.

Experimentelle Klangreisen und Abschluss

Mit „Pandora’s Box“ taucht das Album vollständig in experimentelle und avantgardistische Gefilde ein. Zersplitterte Geräusche, scheinbar unverbundene Klänge und Effekte dominieren zunächst, bis sich allmählich eine klarere melodische Linie herauskristallisiert. Das Stück gewinnt im Verlauf an Struktur und Geschlossenheit und erweist sich als spannendes Experiment.

Quivers In The Marrow“ knüpft atmosphärisch daran an, bleibt jedoch melodischer und stärker von Synthesizern geprägt. „Welcome To The Jungle“ bringt erstmals einen deutlicheren Rhythmus ins Spiel, mit tribalartigen Drums und einem Instrument, das an eine Gitarre erinnert. Den Abschluss bildet „Fire In The End“, ein langsames, introspektives Stück, das weniger als Abschlussstatement fungiert, sondern vielmehr als weiteres Glied in der fortlaufenden Klangreise. Die letzten Passagen setzen auf einen positiveren Ton und eine leicht gesteigerte Dynamik.

Nicht unbedingt die Art von Musik, die üblicherweise im Fokus steht, doch ULVER waren stets eine Ausnahmeerscheinung. Ohne jegliche Metal-Elemente bleibt die Band für viele Hörer aus extremen Genres faszinierend. Oft ist es Musik, die aus Neugier entdeckt wird, und nicht selten schließen sich neue Hörer dem Kreis der langjährigen Fans an.

Neverland“ ist ein ehrliches Album, getragen von Erfahrung, Spielfreude und dem ungebrochenen Drang, neue Klangräume zu erkunden. Es fügt sich schlüssig in eine beeindruckende Diskografie ein und zeigt eine Band, die auch nach all den Jahren ihren eigenen Weg konsequent weitergeht.

Fazit: Avantgardistische elektronische Klangwelten, stimmungsvoll und experimentell – „Neverland“ vertieft ULVERs späte Phase überzeugend.

Tracklist

01. Fear In A Handful Of Dust
02. Elephant Trunk
03. Weeping Stone
04. People Of The Hills
05. They’re Coming! The Birds!
06. Hark! Hark! The Dogs Do Bark
07. Horses Of The Plough
08. Pandora’s Box
09. Quivers In The Marrow
10. Welcome To The Jungle
11. Fire In The End

Besetzung

Kristoffer Rygg – Vocals, Programming
Jørn H. Sværen – Verschiedenes
Ole Aleksander Halstensgård – Electronics

Internet

ULVER – Neverland CD Review

ORCHID THRONE – Buried in Black

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ORCHID THRONE - Buried in Black - album cover
ORCHID THRONE - Buried in Black - album cover

Band: ORCHID THRONE 🇺🇸
Titel: Buried in Black
Label: Selfrelease
VÖ: 09/01/26
Genre: Melodic Doom/Black/Death Metal

Tracklist

01. Dreamworld
02. Ephemerality
03. What Defines us
04. Moonlight Revelry
05. Guilt
06. Breath of Autumn
07. With Promise

 

Besetzung

Nicholas Bonsanto – Vocals and all Instruments

 

Bewertung:

3/5

ORCHID THRONE ist das Solo-Projekt des aus Maryland stammenden Musikers Nicholas Bonsanto, der sowohl Gesang als desgleichen alle Instrumente übernimmt. Mit »Buried in Black« liefert Bonsanto ein Werk, das sich zwischen Melodic-Doom-Metal, Death-Metal und Black-Metal bewegt. Die Mischung aus schweren Riffs, atmosphärischen Passagen und emotional aufgeladenem Gesang ist das zentrale Merkmal des Albums.

Düstere Melodien und Atmosphäre

Schon der Opener »Dreamworld« zieht den Hörer sofort in eine schwermütige, fast traumartige Klanglandschaft. Bonsanto legt Wert auf dichte Gitarrenwände und melancholische Melodien, die das Gefühl von Einsamkeit und introspektiver Dunkelheit verstärken. Insbesondere bei diesem über dreizehnminütigen Einstand setzt der Künstler alles auf eine Karte. »Ephemerality« zeigt dann die etwas zugänglicheren, melodischen Seiten der Platte. Die Songstrukturen sind komplex, aber nie willkürlich; jeder Wechsel wirkt durchdacht und verstärkt die emotionale Wirkung.

Die Produktion ist sauber, ohne den rohen Charme von Black-Metal zu verlieren. Bonsanto schafft es, dass die einzelnen Instrumente klar voneinander getrennt wahrnehmbar sind, während das Gesamtkonstrukt dennoch homogen klingt. Gerade die Drums wirken manchmal mechanisch, was im Gegensatz hierzu dem Solo-Charakter des Projekts geschuldet sein dürfte.

Emotionen und Themen

Thematisch bewegt sich »Buried in Black« im Bereich von Vergänglichkeit, Schuld und existenzieller Reflexion. »What Defines Us«, fragt nach Identität und innerer Zerrissenheit, während »Moonlight Revelry« die melancholische Schönheit nächtlicher Einsamkeit einfängt. Bonsantos Stimme ist hierbei ein entscheidender Faktor: Sie kann sowohl kraftvoll aggressiv als daneben zart melancholisch klingen, was den Songs zusätzliche Tiefe verleiht.

Tracks wie »Guilt« und »Breath of Autumn« zeigen, dass Bonsanto die Fähigkeit besitzt, Stimmungen gezielt aufzubauen. Langsame, doomartige Passagen wechseln sich mit treibenden, beinahe blackmetallischen Momenten ab. Besonders die instrumentalen Zwischenspiele tragen dazu bei, dass das Album wie eine zusammenhängende Reise wirkt, auch wenn einzelne Songs unterschiedliche Stimmungen transportieren.

Struktur und Variation

»With Promise« bildet den Abschluss und rundet das Album stimmlich und thematisch ab. Hier zeigt sich die konsequente Handschrift des Künstlers. Melancholisch, introspektiv und dabei musikalisch abwechslungsreich. Die Tracklist ist klar durchdacht, und die Reihenfolge der Songs unterstützt die narrative Wirkung des Albums. Dennoch fehlt an einigen Stellen ein prägnanter Höhepunkt, der im Gedächtnis bleibt.

»Buried in Black« ist ein solides Solo-Album, das die Stärken von Bonsanto als Multiinstrumentalist zeigt. Atmosphärisch stark und emotional intensiv, gelingt es ihm, eine dichte, dunkle Stimmung zu erzeugen. Allerdings bleibt das Werk stellenweise hinter seinen Möglichkeiten zurück, insbesondere weil einige Passagen zu langgezogen wirken und stärkere Akzentuierungen fehlen.

Für Fans von Melodic-Doom und Black-Metal bietet ORCHID THRONE freilich einiges an Hörstoff: detailreiche Gitarrenarbeit, abwechslungsreiche Songstrukturen und eine klare künstlerische Handschrift. Das Album ist kein Meisterwerk, im Kontrast hierzu ein hörenswerter Beitrag zu einem Genre, das oft von Einzelprojekten lebt.

Fazit: ORCHID THRONE präsentiert mit »Buried in Black« ein Album, das durch seine atmosphärische Dichte und emotionale Tiefe besticht.

Internet

ORCHID THRONE - Buried in Black - CD Review