Start Blog Seite 7

KREATOR – Krushers Of The World

0
KREATOR - Krushers Of The World album artwork
KREATOR - Krushers Of The World album artwork

Band: KREATOR 🇩🇪
Titel: Krushers Of The World
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 16/01/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. Seven Serpents
02. Satanic Anarchy
03. Krushers of the World
04. Tränenpalast
05. Barbarian
06. Blood of Our Blood
07. Combatants
08. Psychotic Imperator
09. Deathscream
10. Loyal to the Grave

 

Besetzung

Mille Petrozza – Vocals/Guitar
Sami Yli-Sirnio – Guitar
Freddie LeClercq – Bass
Ventor – Drums

 

Bewertung:

5/5

KREATOR gehören zu den wenigen Thrash-Metal-Bands, die sich nie mit dem Erreichten zufriedengegeben haben. Seit den frühen Achtzigern steht der Name für kompromisslose Härte, politische Haltung und eine klare künstlerische Vision. Angeführt von Mille Petrozza, der als Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter das kreative Zentrum bildet, präsentiert sich die Band auf »Krushers Of The World« in der Besetzung Petrozza, Sami Yli-Sirnio an der zweiten Gitarre, Bassist Freddie LeClercq und Urgestein Ventor am Schlagzeug. Eine Formation, die Routine besitzt, ohne jemals träge zu wirken.

Ein Album ohne Sicherheitsnetz

Schon der Opener »Seven Serpents« macht unmissverständlich klar, wohin die Reise geht. Kein atmosphärisches Vorspiel, kein Aufbau über Umwege. Kreator setzen sofort auf Tempo, messerscharfe Riffs und Ventors treibendes Schlagzeug. Der Song wirkt wie ein Schlag ins Gesicht, präzise, wütend und kontrolliert. Genau diese Mischung zieht sich durch das komplette Album.

Mit »Satanic Anarchy« folgt ein klassischer Thrash-Brecher, der alte Fans sofort abholt. Das Riffing ist kantig, fast schon aggressiv minimalistisch, während Petrozzas Gesang zwischen Anklage und Schlachtruf pendelt. Hier zeigt sich, wie souverän die Band mit Genre-Versatzstücken umgeht, ohne sich selbst zu zitieren.

Titeltrack als Manifest

»Krushers Of The World« ist das programmatische Herzstück der Platte. Der Song kombiniert hymnische Refrains mit kompromisslosen Strophen und entwickelt eine Wucht, die live problemlos ganze Hallen zum Beben bringen dürfte. Besonders auffällig ist das Zusammenspiel der Gitarren. Petrozza und Yli-Sirnio ergänzen sich perfekt, wechseln zwischen rasiermesserscharfen Leads und massiven Rhythmuspassagen, ohne sich gegenseitig Raum zu nehmen.

Der Track steht sinnbildlich für das gesamte Album. KREATOR wirken hier nicht wie eine Band, die ihren Status verwaltet, sondern wie eine, die sich anhaltend noch beweisen will.

Atmosphäre und Härte im Gleichgewicht

Mit »Tränenpalast« schlägt das Album kurzzeitig andere Töne an. Der Song ist dunkler, approximativ melancholisch, ohne an Intensität zu verlieren. Die Gitarrenarbeit wirkt strukturierter, das Tempo etwas gedrosselt. Gerade dieser Moment verleiht dem Album Tiefe und verhindert, dass sich die permanente Aggression abnutzt. Die Duetts mit Britta Görtz (HIRAES) sind das absolute Sahnehäubchen. Ein Thrash-Duett, welches sich als absolutes Albumhighlight in die Gehirnwindungen einbrennt.

»Barbarian« reißt die Tür danach abermals weit auf. Ein Song, der seinem Titel alle Ehre macht. Roh, direkt und ohne Schnörkel. Ventor zeigt hier, warum er immer noch zu den prägendsten Drummern des Genres zählt. Jeder Schlag sitzt, nichts wirkt überladen.

Blut, Loyalität und Wahnsinn

Die zweite Albumhälfte hält das Niveau mühelos. »Blood of Our Blood« und »Combatants« setzen auf stampfende Midtempo-Passagen, die Raum für Groove lassen, ohne die Thrash-Wurzeln zu verleugnen. Freddie LeClercqs Bassarbeit ist hier besonders präsent und verleiht den Songs zusätzliche Tiefe.

»Psychotic Imperator« und »Deathscream« drehen das Tempo erneut hoch. Vor allem ersterer fällt durch seine beinahe chaotische Struktur auf, die dennoch jederzeit kontrolliert bleibt. KREATOR spielen mit Erwartungshaltungen, brechen Rhythmen auf und ziehen sie im nächsten Moment wieder brutal gerade.

Der Abschluss »Loyal to the Grave« wirkt wie ein Statement. Kein versöhnlicher Ausklang, sondern ein letzter, entschlossener Schlag. Der Song fasst thematisch und musikalisch zusammen, wofür KREATOR seit Jahrzehnten stehen: Konsequenz, Haltung und absolute Hingabe.

Produktion und Gesamtbild

Die Produktion ist druckvoll und klar, ohne steril zu wirken. Gitarren haben Biss, das Schlagzeug klingt organisch und präsent, der Gesang steht genau dort, wo er sein muss. Alles dient dem Song, nichts dem Selbstzweck. »Krushers Of The World« klingt modern, aber nicht modisch.

KREATOR liefern mit »Krushers Of The World« ein Album ab, das keine Schwächen zeigt. Es ist aggressiv, durchdacht und voller Energie. Die Band wirkt fokussiert, hungrig und erstaunlich frisch. Ein Thrash-Metal-Album, das sowohl alte Fans begeistert sowie neue Hörer problemlos abholen kann.

Fazit: »Krushers Of The World« ist ein herausragendes Werk, das KREATORS Stellung im Thrash-Metal untermauert

Internet

KREATOR - Krushers Of The World - CD Review

ECTOVOID – In Unreality’s Coffin

0
cover artwork ECTOVOID In Unreality’s Coffin
cover artwork ECTOVOID In Unreality’s Coffin

Band: ECTOVOID 🇺🇸
Titel: In Unreality’s Coffin
Label: Everlasting Spew Records
VÖ: 09/01/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Dissonance Corporeum
02. Collapsing Spiritual Nebula
03. Intrusive Illusions (Echoes From A Distant Plane)
04. Formless Seeking Form
05. Irradiated Self
06. In Unreality’s Coffin
07. Erroneous Birth
08. It Is Without Shape…
09. In Anguished Levitation

Besetzung

Chuck Bryant – Rhythm Guitar, Vocals
Charlie Southern – Guitar, Backing Vocals
Ryan Sullivan – bass
Chris McDonald – Drums

Bewertung:

4,5/5

Die amerikanische Death Metal Band ECTOVOID präsentiert ihr neues Werk, das dritte Album der Band mit dem Titel „In Unreality’s Coffin„. Bekannt für einen direkten und aggressiven Ansatz, technisch, ist das neue Werk eine Fortsetzung ihrer Diskografie und auch ein neuer Meilenstein in ihrer Karriere.

Beeindruckender Start ohne Umschweife

Brutal und aggressiv – so startet das Album. Kein Intro, keine atmosphärische Passage, nur eine Demonstration von Technik und wütender Musik. „Dissonance Corporeum“ ist ein kurzer und direkter Song mit beeindruckenden Gitarren und sehr Uptempo-Rhythmus. Angepisste Vocals, guttural, fast gesprochene Verse oder Growls, aber auf dieselbe bellende Art – sie ergänzen die massiven Sounds sehr gut. Beeindruckende und sehr technische Lead-Gitarre, nicht nur in einem messerscharfen Solo, sondern während des ganzen Songs eine konstante Präsenz. Beeindruckender Start, guter Technical Death Metal.

ECTOVOID kommen aus Birmingham, Alabama, gegründet 2010. Gründungsmitglieder Chuck Bryant an Rhythmusgitarre und Vocals sowie Chris McDonald für Drums sind immer noch in der Band. Ryan Sullivan stieß ein paar Jahre später am Bass dazu, ebenso Charlie Southern an Gitarre und Backing Vocals, aber Letzterer hat die Band inzwischen verlassen und wurde durch Shawn Staszko an Lead-Gitarre und Vocals ersetzt, der aber nicht an der Albumaufnahme teilnahm.

Der gute Start setzt sich noch besser strukturiert und in hohem Tempo fort mit „Collapsing Spiritual Nebula“ – konstante bestrafende Riffs und dynamischer Gesamtsound. Die Drums sind sehr kreativ und auch schnell und halten den infernalischen Rhythmus. Brutaler Sound, dichte Instrumentierung, einige Rhythmuswechsel kommen im mittleren Teil des Songs, aber nicht viel Verlangsamung, nur ein anderer Ansatz. Bestrafender Rhythmus, abgrundtiefe Atmosphäre, ein sehr klarer und guter Song, ein Höhepunkt.

Unaufhörliche Aggressivität und komplexe Musik

Das Album setzt sich im selben Stil und mit unaufhörlicher Aggressivität fort. „Intrusive Illusions (Echoes From A Distant Plane)“ bringt denselben gnadenlosen Rhythmus und massive Vocals in einem konstanten Angriff auf alle Sinne. „Formless Seeking Form“ mit langsameren Rhythmus als die vorherigen Songs, aber das macht den Track nicht zu einem langsamen – nur dass das Tempo in den ersten Songs wahnsinnig schnell war. Auch mit massiven Riffs, einer sehr gut ausgearbeiteten Komposition und massivem Sound. Ein weiterer sehr guter Song.

Die Produktion ist exzellent, klar, sehr gut ausbalancierter Sound – alle Instrumente sind perfekt hörbar und mit der richtigen Intensität. Jede Note ist am richtigen Platz, Produktion und Mixing verdienen wirklich besonderes Lob, besonders wenn man an die sehr komplexe Musik denkt, die man hört. Die Solos sind perfekt ins Gesamtbild integriert, Vocals werden, auch wenn sie so wichtig im Band-Sound sind, auf demselben Level mit dem Rest der Band gehalten, und das gibt einen viel kohäsiveren und organisierten Sound. Einfach eine massive Death Metal Maschine, die intensive und komplizierte Kompositionen spielt.

Sehr offensiv kommt der nächste Song „Irradiated Self“ – simple Riffs, aber ein wütender Rhythmus treibt den Song voran, frenetisches Drumming und gleichermaßen wütender Bass. Nicht so komplex wie die ersten Songs, aber dennoch insgesamt ein beeindruckender Song. Der Titelsong „In Unreality’s Coffin“ kehrt zu komplexerem Sound zurück, behält aber die Dynamik und Aggressivität. Unmenschliche Vocals, gequält und mit punktuell verzweifelten Schreien und auch geflüsterten Reimen – großer Effekt und eine willkommene Änderung im Vocal-Ansatz, die Vielfalt zeigt. Wieder hat die Lead-Gitarre einige gute Kontraste in der allgemein sehr engen Instrumentierung. Nicht sehr melodischer Song, aber voll von gnadenlosen und gewalttätigen Momenten.

Makabere Atmosphäre und flawlose Ausführung

Der finale Teil des Albums bringt „Erroneous Birth„, ein weiterer technischer Song, jetzt mit verhallten Vocals – wieder eine viel simplere Komposition und eine sehr effektive. Mit wechselnden Rhythmen, ein dynamischer Song, solide Riffs und eine makabre Atmosphäre. „It Is Without Shape…“ fungiert mehr wie ein Interlude, mit Musik, die progressiv immer lauter wird und mit konstantem Wachstum im Sound. Auch als instrumentales, atmosphärisches Intermezzo behält der Song ein gutes Tempo und einen vollen Sound, bringt aber auch mehr Melodie.

Der finale Song des Albums „In Anguished Levitation“ kehrt zu massiven Rhythmen und aggressivem Sound zurück, geflüsterte Vocals ergänzen die tiefen Growls. Der zermalmende Rhythmus wird langsamer für den Anfang des Songs, aber er wird komplexer und schneller, je weiter er voranschreitet. Immer noch technisch, aber melodischer – ein irgendwie anderer Sound vom Rest des Albums, aber dennoch ein überzeugender Abschluss des LP.

Massives Werk auf höchstem Niveau

Ein beeindruckendes Werk der amerikanischen Band – komplex und dunkel, Technical Death Metal. Ein Album, das für seine gesamte Dauer nicht verlangsamt, es bestraft und zermalmt den Hörer immer wieder. Und nicht nur das, sondern die Songs sind komplex und die Ausführung makellos. Konstante Riffs und eine gnadenlose Rhythmussektion performen massive, komplizierte und infernalische Musik. Ein Höhepunkt in der Band-Karriere, ein klarer Schritt nach oben von den vorherigen Releases.

Die Band zeigt wirklich beeindruckende technische Qualitäten – die Musik ist so komplex und so gut ausgeführt, aber auch so gut produziert, und alles kommt in so einer dichten Klanglandschaft. Mit vielen unvergesslichen Momenten, aber mehr als Ganzes ist das Album eine gute Demonstration von gut komponiertem und gespieltem Death Metal. Ein Muss für jeden Fan des Genres.

Fazit: Das beeindruckende Album „In Unreality’s Coffin“ von ECTOVOID hält durchgehend hohes Tempo und massive Instrumentierung aufrecht.

Internet

ECTOVOID - In Unreality’s Coffin

VESSELES – Home

0
VESSELES - Home album cover
VESSELES - Home album cover

Band:VESSELES 🇺🇸
Titel: Home
Label: Independent
VÖ: 16/01/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Flesh Throne
02. Eternally Within Us
03. The Beneath
04. Home
05. They Wither…
06. Until They Are Dust
07. Scriptures Etched Into the Mind’s Pillars
08. Perpetual Chasm of Black Mirrors
09. This Is Not Home

 

Besetzung

Valira Pietrangelo – Vocals, Guitars, Piano, Lyrics, Songwriting
Ron Graves – Bass
Nick Brown – Drums
Joel Ferry – Keyboard and vocals

 

Bewertung:

3,5/5

Mit »Home« liefern VESSELES ein weiteres Kapitel ihres düsteren, symphonischen Black Metal ab. Die Band, bestehend aus vier erfahrenen Musikern, kombiniert klassische Black-Metal-Elemente mit orchestralen Strukturen und einer atmosphärischen Tiefe, die nicht bloß Fans des Genres anspricht. Valira Pietrangelos vielseitiger Einsatz von Gesang, Gitarre und Piano zieht sich wie ein roter Faden durch das Album.

Ein wuchtiger Auftakt

Das Album beginnt mit »Flesh Throne«, einem Track, der sofort das typische VESSELES-Feeling transportiert: Rasende Gitarrenriffs, blastbeatartige Schlagzeugmuster und eine dichte Keyboard-Schicht, die die düstere Atmosphäre trägt. Pietrangelos Gesang wechselt zwischen krassem Gekeife und growlenden-dämonischen Passagen, was den Song dynamisch hält. Die Produktion ist sauber, ohne dass die rohe Energie des Black Metal darunter leidet.

Zwischen Melodie und Chaos

»Eternally Within Us« zeigt die Fähigkeit der Band, Melodien in den sonst aggressiven Sound zu integrieren. Die symphonischen Elemente werden hier subtiler eingesetzt, während der Bass von Ron Graves den Song trägt. Die Komposition wirkt wie ein durchdachtes Mosaik aus Intensität und Ruhephasen. Besonders auffällig ist das Zusammenspiel von Piano und Gitarre, das eine melancholische Tiefe erzeugt.

Dunkle Klangwelten

Mit »The Beneath« taucht das Album in noch düsterere Gefilde. Das Schlagzeug von Nick Brown treibt die Songstruktur mit unerbittlicher Präzision voran, während Joel Ferry die Atmosphäre mit tiefen Keyboard-Texturen verdichtet. Die Stimme von Pietrangelo wirkt fast geisterhaft, unterstützt durch gelegentliche Hintergrundvocals, die den Eindruck eines Chors erzeugen. Es ist einer der Tracks, der am stärksten die symphonischen Ambitionen der Band zeigt.

Titeltrack als emotionale Mitte

Der Titeltrack »Home« fungiert als emotionales Herzstück des Albums. Hier stehen Melodie und Atmosphäre klar im Vordergrund, die Black-Metal-Elemente treten teils in den Hintergrund. Die Lyrics reflektieren innere Konflikte und das Gefühl von Verlorenheit, was durch die Kombination von Piano, Gitarre und synthetischen Orchesterflächen intensiv vermittelt wird. Die Songstruktur erlaubt es, sich in der Musik zu verlieren, ohne dass Langeweile aufkommt.

Düstere Kontinuität

Die beiden Songs »They Wither…« und »Until They Are Dust« knüpfen nahtlos an die vorherige Stimmung an. Schnelle Passagen wechseln mit epischen Breaks, wobei die Band das Gleichgewicht zwischen Härte und Harmonie wahrt. Besonders die Gitarrenarbeit fällt auf, die sowohl aggressiv als desgleichen melodisch überzeugen kann. VESSELES schafft es hier, eine konstante Spannung aufzubauen, ohne dass die Stücke überladen wirken.

Komplexität trifft Epik

Dieser Track fällt durch seine Länge und Komplexität auf. Mehrere Themen werden miteinander verwoben, und die symphonischen Elemente entfalten ihre ganze Wirkung. Die Mischung aus Blastbeats, melodischen Gitarrenlinien und Keyboard-Arrangements zeigt, dass VESSELES nicht nur Atmosphäre, sondern daneben handwerkliche Präzision beherrscht. Ein Highlight für Fans, die detaillierte Kompositionen schätzen.

Intensität und Experimentierfreude

»Perpetual Chasm of Black Mirrors« zeigt die experimentelle Seite der Band. Unkonventionelle Songstrukturen und ein Wechselspiel zwischen aggressiven und approximativ balladesken Passagen machen den Song abwechslungsreich. Pietrangelos Gesang trägt stark zur dramatischen Wirkung bei, während die Instrumentierung eine düstere, annähernd filmische Bildsprache erzeugt.

Abschluss mit Nachklang

Der Abschlusstrack »This Is Not Home« fasst die Stärken des Albums noch einmal zusammen: epische Symphonik, treibende Riffs und emotionale Gesangslinien. Der Song wirkt wie ein Rückblick, der die zentralen Themen des Albums – Verlust, innere Kämpfe, düstere Reflexionen abermals aufgreift.

Das Album endet damit auf einer nachdenklichen Note, ohne seine Energie zu verlieren.

»Home« ist ein starkes, atmosphärisches Album, das die Vielschichtigkeit von VESSELES unter Beweis stellt. Die Kombination aus symphonischen Arrangements und klassischem Black Metal erzeugt intensive Klangwelten, die besonders in den mittleren Tracks ihre volle Wirkung entfalten. Allerdings gibt es Momente, in denen die Songs etwas zu lang geraten oder die Arrangements zu dicht wirken, was die Aufmerksamkeit strapaziert. Insgesamt liefert die Band ein solides Werk ab, das sowohl Fans von symphonischem Black Metal als auch Neueinsteiger ansprechen kann. Mit 3,5 von 5 Punkten bewegt sich »Home« im soliden Mittelfeld: kein Meisterwerk, aber ein hörenswertes Album mit vielen intensiven Momenten.

Fazit: »Home« von VESSELES ist ein atmosphärisches, kraftvolles Album mit starker emotionaler Tiefe – das Potenzial für weitere Entwicklungen ist vorhanden.

Internet

VESSELES - Home - CD Review

ORACULUM – Hybris Divina

0
cover artwork ORACULUM Hybris Divina
cover artwork ORACULUM Hybris Divina

Band: ORACULUM 🇨🇱
Titel: Hybris Divina
Label: Invictus Productions
VÖ: 09/01/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. A Monument to Fallen Virtues
02. The Great One
03. Mendacious Heroism
04. Carnage
05. Dolos
06. The Heritage of Our Brotherhood
07. Spiritual Virility
08. Posthumous Exultation

Besetzung

Scourge of God – Guitars, Vocals
Gaius Coronatus – Guitars
Magnified Wrath – Bass
Conqueror of Fear – Drums

Bewertung:

2,5/5

Die chilenischen Death Metal Veteranen ORACULUM präsentieren endlich ihr Debütalbum. Nach einer fünfzehn Jahre langen Karriere, ein paar EPs und anderen kurzen Werken ist das lange erwartete Debütalbum hier. „Hybris Divina“ ist ein LP, das das technische Können der Bandmitglieder zeigt, aber die Musik ist langsam und atmosphärisch, nicht der dynamische Death Metal, den man erwartet.

Zu viele atmosphärische Passagen, zu wenig Death Metal

Das Album startet mit klarer Doom-Metal-Stimmung, sehr langsame Akkorde und eine zermalmende Atmosphäre. Aber „A Monument to Fallen Virtues“ ist nur ein kurzes Intro, und der Song schafft es, die Atmosphäre zu kreieren, die vom nächsten Song „The Great One“ aufgegriffen wird. Diesmal kommen entschiedenere Riffs und ein besserer Rhythmus, um eine überzeugendere Seite der Band zu zeigen. Verzweifelte Schreie und Growls, verhallt, dramatisch. Die Instrumentierung ist ziemlich minimal, die Songstruktur auch, aber trotzdem ist die Musik gut, erdrückend und überzeugend. Aber eine zu lange melodische und atmosphärische Passage nimmt den Fokus zu lange vom erwarteten Death Metal Sound weg – zu viel Atmosphäre, bevor der aggressive Sound zurückkehrt.

Eine sehr rohe Produktion und matschiger Sound helfen der Musik von ORACULUM nicht wirklich, in ihrer echten Qualität geschätzt zu werden. Die atmosphärischen Teile funktionieren besser als die dynamischen, der Sound ist klarer, die Lead-Gitarre kommt über die ganze Instrumentierung viel besser auf diesen Passagen. Ansonsten sind die Rhythmussektion und die Rhythmusgitarre dumpf im Sound, zu weit hinten. Unbalanciertes Mixing für das Album, und das ist schlecht, weil die Musik gewisse Qualitäten hat, die nicht an die Oberfläche kommen können. Für das Genre zu viel Fokus auf Lead-Gitarre, und auch Vocals sind zu sehr im Vordergrund, aber das funktioniert gut. Alle anderen Probleme sind hauptsächlich wegen unentschiedener Richtung und Songwriting, aber das Resultat ist unklar und unfokussiert.

Das Album setzt sich im selben Stil und mit dem dumpfen Sound fort. „Mendacious Heroism“ bringt etwas mehr Uptempo-Musik, mit weit entferntem, aber wichtigem Drumming, fast nur erahnte Riffs und sogar ein bisschen Bass. Trotz der schlechten Produktion hat der Song eine komplizierte Komposition, und in offeneren Passagen klingt die Musik gut. Wieder unterbricht eine ambiente Passage den guten Flow, und wieder zu viel Fokus auf einem Gitarrensolo, das den Gesamtsong nicht unterstützt.

Chilenische Underground-Größen ohne Energie

ORACULUM kommen aus Rancagua, O’Higgins, südlich der Hauptstadt Santiago. Sie wurden 2011 gegründet und sind eine der verehrtesten Bands im chilenischen Underground. Gründungsmitglieder Conqueror of FearDrums und Scourge of GodGitarren und Vocals, wurden später von Gaius CoronatusGitarren und Magnified WrathBass ergänzt. Der Letztere hat, auch wenn als Mitglied der Band genannt und zum Album beitragend, die Band inzwischen verlassen.

Der nächste Song „Carnage“ kehrt zu erdrückendem und aggressivem Sound zurück, Vocals sind verzweifelter als je zuvor, aber kurz danach übernehmen Doom-lastigerer Sound und Rhythmus die Kontrolle über den Song. Nicht der originellste Song, und außer bei den Vocals nichts besonders Interessantes hier – nicht einmal die zu spät im Song kommenden guten Riffs können den mittelmäßigen Eindruck retten. Immer noch mit Doom-Einflüssen und sehr langsam kommt „Dolos„. Nach einer langen Eröffnungspassage, mehr eine atmosphärische, die für mehr als die Hälfte des Songs gestreckt wird, mit nur spärlichen Akkorden, aber mit dämonischen, infernalischen Vocals – wenn einige energetische Riffs in den Song kommen, können sie den Eindruck eines langsamen und nicht wirklich Death Metal Songs nicht ändern.

Das Hörerlebnis ist mehr ein Warten darauf, dass etwas passiert. Die Spannung ist da, der ganze Sound tendiert in eine gute Richtung, aber nichts passiert wirklich. Und dieses Gefühl wird unterstrichen durch „The Heritage of Our Brotherhood„, ein weiteres Interlude, ein kurzer Song, der die Erkundung von langsamem, Doom-lastigerem Sound fortsetzt. Schon zu viele gesprochene Passagen, ein weiterer enttäuschender Song.

Triumphale Sounds eröffnen „Spiritual Virility„, und eine Serie von Riffs bringt etwas Hoffnung für einen besseren Moment. Das Tempo ist hoch, die Instrumentierung dicht und massiv, Gitarren spielen gnadenlos schnelle und bestrafende Riffs. Auch in langsameren Momenten ist der Rhythmus gut, getragen, sehr verzerrt im Sound, aber die gute Art von Verzerrung, surrend und abrasiv. Es gibt eine Tendenz zum Verlangsamen, aber endlich liefert die Lead-Gitarre ein aggressives Solo – der ganze Song fühlt sich wie ein Death Metal an, sie zeigen, dass es möglich ist. Nicht die Katharsis, die man erwartet, aber ein Song, der im Gesamtkontext als Höhepunkt betrachtet werden kann.

Das finale Stück des Albums „Posthumous Exultation“ kehrt zu Doom-lastigerem Sound zurück, mit langsamen heruntergestimmten Gitarren und verzweifeltem Schreien. Simpel in der Struktur, repetitiv, langsam, geladen mit Atmosphäre – wieder kommt ein hohes Tempo zu spät im Song und fühlt sich mehr wie eine Ausnahme als die Regel an. Nicht überzeugender Abschluss eines nicht überzeugenden Albums.

Unentschiedene Richtung und leere Pfade

Zu schade, dass die Band ein Rezept mit atmosphärischen Passagen für alle Songs anwendet – zu lang und ohne viel musikalische Substanz. Für die meisten Teile bauen sie gute Energie mit schneller und entschiedener Instrumentierung auf und zerstören sie dann mit melodischen und ambienten Passagen. Die Doom Metal Momente sind zu prominent, und das sollte klar in der Stilbeschreibung der Band sein, die eher als Doom/Death Metal betrachtet werden kann.

Das Songwriting ist das Hauptproblem der Band. Es fühlt sich an, als könnten sie sich nicht entscheiden, voll in Death Metal zu gehen, und auf dem Album ist der Sound ein permanentes Verharren im Limbo und erreicht nie einen Höhepunkt, eine Schlussfolgerung. Fühlt sich an wie eine Band ohne Energie, aber auch wie eine, die es schaffen könnte – die technischen Fähigkeiten sind da, aber alles löst sich auf in inkohärenter Musik, leere Pfade, die nirgendwohin führen.

Fazit: Das Debütalbum „Hybris Divina“ der Veteranen ORACULUM kommt mit inkohärenter Art von Death Metal, wo langsame und ambiente Passagen den Sound dominieren.

Internet

ORACULUM - Hybris Divina

VISERION – Fire and Blood

0
VISERION - Fire and Blood album cover
VISERION - Fire and Blood album cover

Band: VISERION 🇺🇸
Titel: Fire and Blood
Label: Selfrelease
VÖ: 16/01/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Fire and Blood
02. Mad King
03. Reign of Fire
04. Blackfyre
05. Harrenhal

 

Besetzung

Benedetto Marvilli – Guitar/Vocals
Matthew Marvilli – Drums
Cris Valentine – Guitar
Tasso Diakov – Bass

 

Bewertung:

3,5/5

VISERION ist ein US-Black-Metal-Quartett mit klarer Arbeitsteilung und familiärer Achse. Benedetto Marvilli übernimmt Gitarre und Gesang, sein Bruder Matthew Marvilli sitzt am Schlagzeug. Ergänzt wird die Formation durch Cris Valentine an der zweiten Gitarre und Tasso Diakov am Bass. Gemeinsam widmen sie sich einem Black-Metal, der episch denkt, im Gegensatz hierzu handwerklich bodenständig bleibt. »Fire and Blood« ist ihr aktueller Langspieler und setzt thematisch auf Macht, Verfall und brennende Reiche.

VISERION setzen auf eine kraftvolle Mischung aus rohem Riffing, atmosphärischen Passagen und gutturalem Gesang. Die Gitarrenarbeit ist sowohl thrashig wie darüber hinaus mit bekannten Black-Metal Affinitäten. Begleitet von dröhnenden Drums, die das Gefühl von Krieg und Chaos vermitteln.

Zwischen Flammen und Geschichte

Schon der Titel lässt keinen Zweifel an der Ausrichtung. »Fire and Blood« greift Motive von Herrschaft, Wahnsinn und Zerstörung auf und verpackt sie in eine Klangwelt, die zwischen melodischer Weite und roher Aggression pendelt. VISERION suchen nicht den schnellen Effekt, sondern bauen ihre Stücke schichtweise auf. Riffs werden wiederholt, variiert und verdichtet, bis sie ihre Wirkung entfalten. Das sorgt für einen durchgehenden Sog, verlangt aber auch Aufmerksamkeit.

Produktionstechnisch bewegt sich das Album auf solidem Niveau. Die Gitarren sind präsent, ohne alles zu überdecken. Der Bass ist hörbar und gibt den Songs Tiefe, während das Schlagzeug druckvoll, im Kontrast hierzu nicht überladen wirkt. Der Gesang bleibt klassisch im Black-Metal-Spektrum, rau und distanziert, eher Teil des Gesamtbilds als dominanter Erzähler.

Zwischen Raserei und Ritual

Der Opener »Fire and Blood« fungiert als programmatische Ansage. Ein getragenes Intro öffnet den Raum, bevor das Stück Fahrt aufnimmt. Die Riffs sind eingängig, fast hymnisch, und zeigen früh, wohin die Reise geht. VISERION setzen auf klare Motive statt auf technische Spielereien. Der Song wirkt dadurch geschlossen und eignet sich gut als Einstieg in das Album.

Mit »Mad King« wird das Tempo leicht angezogen. Das Schlagzeug arbeitet hier mit mehr Akzenten, während die Gitarren eine düsterere Stimmung erzeugen. Der Song lebt von seinem Wechsel zwischen kontrollierter Raserei und ruhigeren Passagen. Inhaltlich passt der Titel zur Musik. Wahnsinn wird nicht als Chaos dargestellt, sondern als kalte Konsequenz von Macht.

Gitarrenarbeit und Rhythmussektion

»Reign of Fire« ist eines der kompakteren Stücke der Platte. Hier zeigt sich die Stärke der Band im Songwriting. Klare Struktur, prägnante Riffs, kein überflüssiger Ballast. Besonders das Zusammenspiel der beiden Gitarren fällt positiv auf. Sie ergänzen sich, ohne sich gegenseitig im Weg zu stehen. Der Song bleibt hängen, ohne sich aufzudrängen.

Mit »Blackfyre« schlagen VISERION eine epischere Richtung ein. Längere Spannungsbögen, mehr Raum für Atmosphäre. Das Tempo wird bewusst gedrosselt, wodurch Details stärker zur Geltung kommen. Der Bass von Tasso Diakov tritt hier deutlicher hervor und verleiht dem Stück Gewicht. »Blackfyre« wirkt wie das Herzstück des Albums und zeigt, wie gut die Band mit Dynamik umgehen kann.

Der Abschluss »Harrenhal« setzt auf Melancholie und Nachhall. Die Flammen sind hier bereits niedergebrannt, übrig bleibt eine karge Landschaft aus Klang. Der Song baut langsam auf und endet nicht mit einem Knall, sondern mit einem Gefühl von Leere. Ein passender Schlusspunkt, der das Album abrundet und Raum für Nachdenken lässt.

Stärken und Schwächen

»Fire and Blood« punktet mit konsequenter Stimmung und sauberem Zusammenspiel. VISERION wissen, was sie wollen, und ziehen ihre Linie durch. Nicht jeder Song überrascht, manche Strukturen ähneln sich. Das kann als stilistische Geschlossenheit gelesen werden, sorgt allerdings stellenweise für Längen. Wer Abwechslung im Sinne ständiger Brüche sucht, wird hier weniger fündig. Wer andererseits Wert auf Atmosphäre und kohärentes Songwriting legt, dürfte Gefallen finden.

VISERION liefern mit »Fire and Blood« ein solides Black-Metal-Album ab, das auf Details und Stimmung setzt statt auf Extreme. Die Band wirkt eingespielt, das Material durchdacht. Es ist kein Werk, das das Genre neu definiert, hingegen eines, das mit handwerklicher Qualität überzeugt und mehrfaches Hören belohnt.

Fazit: »Fire and Blood« von VISERION ist ein solides Black-Metal-Album, das seine Stärken vor allem in Atmosphäre, Konsequenz und klassischem Songwriting hat.

Internet

VISERION - Fire and Blood - CD Review

VOIDHÄMMER – Noxious Emissions

0
cover artwork VOIDHÄMMER Noxious Emissions
cover artwork VOIDHÄMMER Noxious Emissions

Band: VOIDHÄMMER 🇺🇸
Titel: Noxious Emissions (EP)
Label: Caligari Records
VÖ: 09/01/26
Genre: Death Metal/Crust 

Tracklist

01. Rotting in Excrement
02. Cadaveric Bloat
03. Phosphorized
04. Coffin Leakage

Besetzung

Mike Royal – Guitars, Vocals
Shane Bogdon – Drums
Roger Herrera – Bass, Vocals

Bewertung:

2,5/5

Eine neue Band aus Kalifornien präsentiert sich mit einem kurzen und verdichteten Werk. VOIDHÄMMER bringen die „Noxious Emissions“ EP mit Musik voller Leidenschaft, aber auch schwer und aggressiv. Sie charakterisieren sich selbst als „Pulverizing Death Metal/Crust from Long Beach“ – das Album verspricht komplexe und intensive Musik zu zeigen.

Beeindruckender Sonic Assault als Opener

Sehr tiefer Ton und heruntergestimmt – surrende Gitarren begrüßen den Hörer in der neuen EP. „Rotting in Excrement“ startet sehr aggressiv und dissonant, mit wechselnden Tempos, die einen schnellen Rhythmus bringen, gefolgt von zermalmenderen und langsameren. Technical Death Metal mit massiven Einflüssen aus anderen aggressiven Stilen, und das Resultat ist eine bestrafende, erdrückende Musik, dynamisch und auch voll von Wut und Zorn. Sehr tiefe Growls kombinieren sehr gut mit dem Gitarren-Ton, Drums vervollständigen den Sound mit massiven, hämmernden und konstanten Schlägen, die den Rhythmus halten. Ein beeindruckender Sonic Assault, ein guter Opener-Song.

VOIDHÄMMER sind eine neue Band aus Los Angeles mit Mitgliedern anderer Death Metal Bands aus dem lokalen Underground. Das Trio besteht aus Mike Royal (Swampbeast, Karst) an Gitarren und Vocals, Shane Bogdon (Karst) hinter den Drums und Roger Herrera (Karst) für Bass und Vocals. Sie bringen ihre vergangene Erfahrung in den neuen Act und versuchen mit ihren kompositorischen und spielerischen Fähigkeiten zu beeindrucken.

Ein viel Uptempo-Rhythmus kommt im nächsten Song „Cadaveric Bloat„, viel technischere Gitarrenakkorde – ein Song, der insgesamt einen anderen Grad an Können zeigt als der Opener. Die Komposition ist auch viel komplexer. Von simplen Akkorden zu einem Dialog zwischen Gitarren, auch die unvermeidlichen Tempowechsel vertiefen die Kluft zwischen den zwei Phasen von VOIDHÄMMER-Musik: der schnellen und aggressiven und der langsamen und zermalmenden. Aber der Sound und die Musik bleiben insgesamt gut, auch ein beeindruckendes Stück.

Rohe Produktion mit unbalanciertem Mix

Die Produktion ist ziemlich roh, aber dient dem musikalischen Stil recht gut. Vocals sind ein bisschen zu viel im Hintergrund, Drums sind im Gegenzug manchmal zu viel im Vordergrund – das Ganze ist nicht sehr gut ausbalanciert. Massiver Sound insgesamt, sehr dicht und mit einer klaren Aura von Old-School Death Metal, respektive Doom Metal oder Crust. Bewusst nicht sehr poliert, bleibt der Sound ein typischer für das Genre. Die Art, wie sie die meisten Songs mit einer dissonanten Note beenden, die unbegrenzt oder zumindest viel zu lange ausgedehnt wird, ist mehr eine kindische Attitüde als eine seriöser Musiker würdige.

Der nächste Track gewinnt das Momentum zurück und startet wieder sehr schnell. „Phosphorized“ bringt gnadenlose Drums und infernalische Vocals. Stilistisch ist Crust das Genre, das den Song besser definiert, aber viele andere Stile sind im Stück zusammengeführt. Aber wieder verwässert der Rhythmus, und die Doom-lastigere Seite der Band setzt ein in einer wütenden Alternation der zwei Genres. Höllische Vocals, massive Gitarren, ein sehr dichter Sound, aber langsam wird die endlose Alternation der Tempos ermüdend und zeigt einen Mangel an kohärenter Vision. Es scheint, als könnten sie einer guten musikalischen Idee in einem Genre nicht folgen, ohne sie sofort zu wechseln. Aber ein Song mit guten Momenten, auch wenn disparat.

Der letzte Song „Coffin Leakage“ setzt die bereits etablierte Richtung fort und kombiniert verschiedene Geschwindigkeiten für verschiedene Passagen, wechselt gute und sehr inspirierte Momente mit nur Übergangs-Momenten ab. Die Riffs beeindrucken weiterhin, surrende Gitarren halten konstant einen massiven Sound, und die Drums beenden den Song in einer Explosion schneller und sehr entschiedener Blast Beats. Ein zu plötzliches Ende lässt den Hörer irgendwie unzufrieden, und das Gefühl ist, dass der Band einfach die Energie ausging und sie entschieden, unerwartet aufzuhören, die Musik zu spielen. Enttäuschendes Ende.

Unreife musikalische Vision trotz Potential

Das Album von VOIDHÄMMER bietet eine Mischung aus faszinierenden Momenten und solchen, die die Unreife der Band offenbaren. Elemente von Crust, Death Metal und Grindcore kombinierend zielen sie darauf ab, Musik zu kreieren, die an Coffins oder Morbid Angel erinnert. Während sie noch weit von ihren Idolen entfernt sind, besitzt VOIDHÄMMER gewisse Qualitäten. Mit besser durchdachter und sorgfältigerer Komposition könnten sie ihr Ziel erreichen.

Wenn sie ein Uptempo-Rhythmus beibehalten, ist die Musik, die sie machen, sehr beeindruckend – technisch, gut strukturiert und bringt unvergessliche Momente. In der alternativen Phase, der Doom-lastigeren, fühlt es sich mehr wie Passagen an, wo die Band eine Pause nach den Uptempo-Momenten braucht – nicht überzeugend und ohne viel musikalische Substanz. Und all diese Wechsel passieren viele Male während eines Songs, das finale Resultat ist inkohärent und zusammenhanglos.

Fazit: Das Debüt „Noxious Emissions“ von VOIDHÄMMER präsentiert eine Band mit Potential zum Wachsen, aber musikalisch zeigt die EP eine noch nicht reife Vision.

Internet

VOIDHÄMMER - Noxious Emissions

CRYPTOPSY kehren mit „All So Vile EUROPE 2026“ nach Wien zurück

0
CRYPTOPSY tour 2026

CRYPTOPSY, 200 Stab Wounds, Inferi, Corpse Pile
All So Vile European Tour 2026” – ((szene)) Wien, 4. Februar 2026

Mit einem Line-Up, das technisch versierten Death-Metal auf ganz unterschiedliche, aber stets stringente Weise präsentiert, kommt die „All So Vile European Tour 2026“ nach Wien. TON-Music Productions bringt an diesem Abend vier Bands auf die Bühne, die jeweils ihren spezifischen Beitrag zur aktuellen extremen Metalszene leisten: Corpse Pile, Inferi, 200 Stab Wounds und natürlich die Headliner CRYPTOPSY. Das Ganze steht im Zeichen des 30-jährigen Jubiläums eines der einflussreichsten Death-Metal-Alben aller Zeiten – None So Vile – und verspricht einen Abend unerbittlicher Brutalität und technischer Klasse. 

Corpse Pile

Den Auftakt des Abends bestreitet Corpse Pile, eine Band, die sich in den letzten Jahren in der Brutal-Death-Szene einen Namen gemacht hat. Bekannt für ihren rohen, unbarmherzigen Sound und eine unmittelbare, fast archaische Energie, liefern sie mit ihrem Material einen aggressiven Einstieg in den Konzertabend. Songs wie „Genesis of Suffering“ oder “Fuck Your Life” zeigen eindrucksvoll ihre Vorliebe für rhythmische Zerstörung und unnachgiebige Intensität, die in der Livesituation besonders gut zur Geltung kommen. 

Corpse Pile bewegen sich stilistisch im Grenzgebiet zwischen Death Metal und Grindcore, wobei die rohe Härte und die dichte, konstante Energie ihres Spiels schnell einen intensiven Grundton setzen. Für viele Fans gilt gerade ihre Live-Darbietung als willkommenes Kontrastprogramm zum durchkomponierten technischen Death Metal der Headliner – rohe Gewalt als idealer Vorbote für die kommenden Acts.

Inferi

Als nächstes betritt Inferi die Bühne. Die amerikanische Formation hat sich mit ihrem melodisch ausgefeilten, technisch anspruchsvollen Death Metal einen festen Platz in der Szene erarbeitet. Charakteristisch für Inferi ist die Kombination aus präziser Spieltechnik, komplexen Arrangements und melodischen Lead-Elementen, die der oft schweren und dichten Grundstimmung eine gewisse kontemplative Tiefe verleihen. 

Im Live-Setting sollten gerade diese Wechsel zwischen technischer Finesse und melodischer Klarheit besonders zur Geltung kommen. Inferi gelingt es immer wieder, harte Death-Markierungen mit einem fast symphonischen Gefühl für Höhepunkt- und Spannungsbögen zu verbinden. Gerade für Zuhörer, die fortgeschrittene Kompositionen und strukturierte Dynamik schätzen, stellen sie einen starken und zugleich zugänglichen Teil des Abends dar.

200 Stab Wounds

Mit 200 Stab Wounds folgt ein weiterer Act, der in der Death-Metal-Szene einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Die Band hat sich durch ihre brutalen, jedoch technisch versierten Songs schnell einen Platz in der internationalen Underground-Community erkämpft – klar fokussiert auf knallharte Riffs, druckvolle Rhythmen und eine aggressive Gesamtperformance. 

Live dürfte 200 Stab Wounds für einen der härtesten Momente des Abends sorgen. Ihre Musik verzichtet auf unnötige Schnörkel und konzentriert sich stattdessen auf unmittelbare Zerstörungskraft und maximale Intensität. Gerade in Kombination mit den anderen Bands des Abends zeigt sich hier die ganze Bandbreite aktueller Death-Metal-Interpretation – von strukturiert brutal bis hin zu technisch aufwändig und effizient.

CRYPTOPSY

Den Abschluss des Abends bestreiten mit CRYPTOPSY wahre Veteranen und Pioniere des technischen Death Metal. Die Kanadier aus Montreal gehören seit den frühen 1990er-Jahren zu den einflussreichsten Vertretern der extremen Szene und haben mit einer Reihe von Alben Maßstäbe gesetzt. Besonders das 1996 erschienene None So Vile gilt heute als Meilenstein des Genres, dessen Einfluss auf zahllose nachfolgende Bands kaum zu überschätzen ist. None So Vilezeichnet sich durch unerbittliche Geschwindigkeit, komplexe Riff-arbeit, extreme Tempowechsel und eine rohen dahinterliegenden Aggression aus, die von Kritikern und Fans gleichermaßen als prägend beschrieben wurde. 

An diesem Abend werden CRYPTOPSY diesen historischen Rahmen nicht nur würdigen, sondern ihn auch lebendig machen: Die Band hat angekündigt, zahlreiche Songs von None So Vile in ihr Set aufzunehmen. Für viele Fans dürfte dies ein Höhepunkt des Konzerts werden – nicht nur aus nostalgischen Gründen, sondern weil diese Stücke bis heute zu den radikalsten und technisch faszinierendsten gehören, die der Death Metal je hervorgebracht hat. 

Darüber hinaus wird das aktuelle Album An Insatiable Violence im Fokus stehen, das 2025 erschienen ist und erneut die Fähigkeit der Band unterstreicht, monströse technische Fähigkeiten mit roher Gewalt und kontrollierter Chaos-Ästhetik zu verbinden. Tracks wie „Dead Eyes Replete“ oder „Our Great Deception“ zeigen eine Band, die trotz Jahrzehnten im Geschäft nichts von ihrer Durchschlagskraft verloren hat, sondern ihre Wurzeln mit zeitgenössischer Aggression zusammenführt. 

CRYPTOPSY lebt von dieser Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Während None So Vile die Referenz ist, die vielen Fans den Einstieg in die extreme Szene eröffnet hat, beweist An Insatiable Violence, dass die Band auch heute noch relevant, hungrig und technisch auf allerhöchstem Niveau agiert. Mit dieser Mischung erwartet die Szene in Wien ein denkwürdiger Abend extremen Metals.

Der Ticketvorverkauf ist bereits gestartet; angesichts des Line-ups empfiehlt sich eine frühzeitige Sicherung der Karten.

CRYPTOPSY tour 2026

Cryptopsy – All So Vile Europe Tour 2026

15/01/2026 Hannover
16/01/2026 Dortmund
17/01/2026 Antwerpen
18/01/2026 Southampton
19/01/2026 Bristol
20/01/2026 Glasgow
21/01/2026 Nottingham
22/01/2026 Manchester
23/01/2026 Plymouth
24/01/2026 London
25/01/2026 Nijmegen
26/01/2026 Hamburg
28/01/2026 Stockholm
29/01/2026 Oslo
30/01/2026 Copenhagen
31/01/2026 Leipzig
01/02/2026 Berlin
02/02/2026 Warsaw
03/02/2026 Prague
04/02/2026 Wien
05/02/2026 Budapest
06/02/2026 München
07/02/2026 Milano
08/02/2026 Aarau
09/02/2026 Villeurbanne
10/02/2026 Barcelona
11/02/2026 Madrid
12/02/2026 Portugalete (Bizkaia)
13/02/2026 Toulouse
14/02/2026 Nantes
15/02/2026 Paris

Quellenangabe: TON-Music Productions, Bands

UUHAI – Human Herds

0
UUHAI - Human Herds album cover
UUHAI - Human Herds album cover

Band: UUHAI 🇲🇳
Titel: Human Herds
Label: Napalm Record
VÖ: 09/01/26
Genre: Folk Rock/Metal

Tracklist

01. Beginning
02. Human Herds
03. Ancient Land
04. Uuhai
05. Dracula
06. Khurai
07. Khar Khulz
08. Paradise
09. Uvdis
10. Secret History Of The Mongols

 

Besetzung

Otgonbaatar Damba – Drums
Zorigoo Battsooj – Horsehead Fiddle, Throat Vocals
Khurtsgerel Damiranjav – Horsehead Fiddle, Throat Vocals
Saruul Tsogt-Erdene – Vocals
Batbayar Dulamsuren – Percussions
Dalaitseren Nasanbuyan – Guitars
Anand Naranbaatar – Bass Guitar

 

Bewertung:

4,5/5

Die mongolische Band UUHAI vereint Folk-Rock und Folk-Metal zu einer kraftvollen Symbiose. Mit traditionellen Instrumenten und modernen Klängen schaffen sie eine einzigartige Atmosphäre, die sowohl Fans des Genres als daneben Neueinsteiger begeistert. Die Band besteht aus talentierten Musikern: Otgonbaatar Damba am Schlagzeug, Zorigoo Battsooj und Khurtsgerel Damiranjav an Pferdekopfgeigen und Kehlkopfgesang, Saruul Tsogt-Erdene am Gesang, Batbayar Dulamsuren an Percussion, Dalaitseren Nasanbuyan an der Gitarre und Anand Naranbaatar am Bass. Ihre Musik spiegelt die reiche mongolische Kultur wider und verbindet sie mit zeitgenössischem Ausdruck.

Zwischen Steppe und Verstärker

Mit »Human Herds« legen UUHAI ein Debütalbum vor, welches eine beeindruckende Reise durch die mongolische Geschichte und Mythologie ist. Mit zehn kraftvollen Tracks entführt das Werk die Zuhörer in eine Welt voller Mythen, Traditionen und moderner Melodien. Das Album bewegt sich allemal zwischen Folk Rock und Folk Metal, ohne sich je festnageln zu lassen. Die Musik schöpft aus mongolischer Tradition, wirkt aber nie museal. Statt Folklore als Dekoration einzusetzen, wird sie hier zum tragenden Fundament. Kehlkopfgesang und Pferdekopfgeige stehen gleichberechtigt neben verzerrten Gitarren und treibendem Bass. Genau darin liegt die Stärke dieser Platte.

Der Klang der Herde

Der Opener »Beginning« ist mehr als ein Intro. Er zieht langsam Spannung auf, mit weiten Flächen und ersten vokalen Akzenten, die wie Rufe über die Steppe wirken. Danach setzt der Titeltrack »Human Herds« ein und macht klar, wohin die Reise geht. Druckvolle Riffs treffen auf rhythmische Percussion, darüber legt sich der raue Gesang von Saruul Tsogt-Erdene. Das Stück wirkt approximativ hymnisch, ohne platt zu werden, und trägt das zentrale Motiv des Albums: Gemeinschaft, Bewegung, manchmal auch blinde Gefolgschaft.

Alte Geschichten, moderne Wucht

»Ancient Land« und »Uuhai« vertiefen diesen Ansatz. Besonders hier glänzen Zorigoo Battsooj und Khurtsgerel Damiranjav mit ihren Pferdekopfgeigen, deren Klang zwischen Melancholie und Kampfgeist pendelt. Der Kehlkopfgesang wirkt nicht als exotischer Effekt, sondern als erzählerisches Mittel. Die Songs atmen Geschichte, ohne sich in Nostalgie zu verlieren. Gitarrist Dalaitseren Nasanbuyan hält die Balance zwischen Zurückhaltung und Durchschlagskraft, während Bassist Anand Naranbaatar das Ganze erdig zusammenhält.

Unerwartete Abzweigungen

Mit »Dracula« überrascht die Band. Der Titel klingt nach klassischem Metal, doch musikalisch bleiben UUHAI ihrem Stil treu. Dunkle Grooves, fast tänzerische Rhythmen und eine leicht ironische Note machen den Track zu einem der eigenständigsten Momente des Albums. »Khurai« und »Khar Khulz« gehen danach wieder stärker in Richtung Ritual und Trance. Hier zeigt sich, wie sicher das Zusammenspiel der Band inzwischen ist. Schlagzeuger Otgonbaatar Damba und Percussionist Batbayar Dulamsuren verzahnen ihre Patterns präzise, ohne steril zu wirken.

Lichtblicke und Weite

»Paradise« öffnet den Sound, wirkt luftiger und melodischer. Der Song gönnt sich Raum, lässt die Instrumente atmen und bleibt trotzdem eingängig. »Uvdis« setzt ebenfalls mehr auf Atmosphäre als auf Härte. Die Band beweist hier, dass sie nicht uneingeschränkt Druck erzeugen kann, sondern desgleichen leise Spannung. Diese Momente verhindern, dass »Human Herds« zu gleichförmig wird.

Ein historischer Abschluss

Der letzte Track »Secret History Of The Mongols« ist ein würdiger Schlusspunkt. Das Stück greift thematisch wie musikalisch weit aus und verbindet vieles, was zuvor angerissen wurde. Traditionelle Motive, Rockstruktur und erzählerischer Gesang fließen zusammen. Man hört, dass hier ein Konzept zu Ende gedacht wird, nicht einfach nur ein Album aus Einzeltracks.

»Human Herds« ist ein starkes Statement. UUHAI schaffen es, ihre kulturellen Wurzeln selbstbewusst zu präsentieren und sie gleichzeitig in einen zeitgemäßen Kontext zu setzen. Das Album klingt roh, durchdacht und lebendig. Kleine Längen verzeiht man gern, weil die Platte insgesamt eine klare Haltung hat und musikalisch überzeugt. Für Fans von Folk Rock, Folk Metal und ungewöhnlichen Klangwelten ist dieses Werk ein Volltreffer.

Fazit: UUHAI haben mit ihrem Debütalbum »Human Herds« ein bedeutendes Zeichen gesetzt

Internet

UUHAI - Human Herds - CD Review

SEMPER ACERBUS – Following Omens

0
SEMPER ACERBUS - Following Omens album cover
SEMPER ACERBUS - Following Omens album cover

Band: SEMPER ACERBUS 🇺🇸
Titel: Following Omens
Label: Eclipse Records
VÖ: 09/01/26
Genre: Melodic Metalcore

Tracklist

01. Suffering Awaits
02. Unwanted
03. One Day at A Time
04. The Gallows
05. Alluring Vendetta
06. Archangel
07. Wounded
08. Torn Inside
09. District Coward

 

Besetzung

Nelson Acerbus – vocals
Jaime Vargas – guitar
Joe Dragich – guitar
Sammy Farhat – bass
Tyler Thomas – drums

 

Bewertung:

4/5

Mit »Following Omens« melden sich SEMPER ACERBUS eindrucksvoll zurück. Die Band um Frontmann Nelson Acerbus, Gitarristen Jaime Vargas und Joe Dragich, Bassist Sammy Farhat und Schlagzeuger Tyler Thomas liefert neun Tracks ab, die melodischen Metalcore auf technisch hohem Niveau präsentieren. Schon im Line-up wird klar, dass die Musiker eine Mischung aus Virtuosität und roher Energie mitbringen – eine Kombination, die auf diesem Album voll zur Geltung kommt. Die Band zeigt, dass sie sowohl aggressive Härte als gleichermaßen melodische Finesse in Einklang bringen kann.

Metalcore auf der Überholspur

Der Opener »Suffering Awaits« setzt direkt auf harte Riffs und eine dichte Schlagzeugarbeit. Nelson Acerbus‘ Stimme balanciert zwischen aggressivem Shout und melodischem Gesang, während die Gitarren harmonische Schichten über die treibenden Drums legen. Schon hier zeigt sich das Talent der Band, schwere Breakdowns mit eingängigen Hooks zu verbinden. Der Song gibt die Richtung für das gesamte Album vor: kraftvoll, düster, melodisch. Die Produktion wirkt klar und transparent, sodass jeder Schlag und jeder Ton sofort greifbar ist.

Emotionale Tiefe trifft Härte

»Unwanted« beschäftigt sich mit Ausgrenzung und inneren Kämpfen. Ein treibendes Bassfundament trägt die Gitarrenlinien, die zwischen Melodie und Aggression wechseln. Die Dynamik des Songs fesselt sofort. »One Day at a Time« beginnt ruhiger und steigert sich zu einem emotionalen Höhepunkt. Hier beweist die Band, dass sie nicht nur technisch versiert, sondern wahrhaftig in der Lage sind, Stimmungen und Emotionen zu transportieren. Gerade in diesen Tracks zeigt sich, wie viel Raum SEMPER ACERBUS den Vocals lassen, um Wirkung zu entfalten.

Härte in Perfektion

»The Gallows« treibt das Album weiter an. Komplexe Schlagzeugrhythmen treffen auf verzerrte Gitarrenriffs, die aggressiv und präzise zugleich wirken. »Alluring Vendetta« überzeugt durch überraschende Breaks und einen Refrain, der trotz Härte hängenbleibt. Hier wird deutlich, dass die Band nicht bloß Geschwindigkeit, sondern darüber hinaus ein feines Gespür für Songaufbau besitzt. Die Songs wirken durchdacht, jeder Part scheint seinen Platz im Ganzen zu haben.

Ein melodisches Statement

»Archangel« ist einer der melodischeren Tracks des Albums. Die Gitarren erzeugen harmonische Layer, die sich elegant mit den kraftvollen Vocals von Acerbus verbinden. Der Song zeigt, dass Metalcore nicht unbedeutend Aggression transportiert, sondern überdies Atmosphäre erzeugen kann. Die Melodien wirken eingängig, ohne kitschig zu wirken, und geben dem Album eine abwechslungsreiche Facette.

Persönliche Themen als Klanggewalt

»Wounded« behandelt Schmerz und Verlust und wird von einem schweren, präzisen Rhythmus getragen. »Torn Inside« zeigt die Band von einer introspektiven Seite. Beide Songs wirken wie ein Spiegel der Emotionen der Musiker, die ihre persönlichen Erfahrungen in dichte Arrangements gießen. Die Mischung aus Härte und Verletzlichkeit macht die Tracks besonders intensiv und greifbar.

Kraftvolles Finale

Den Abschluss bildet »District Coward«. Der Song bündelt alle Stärken der Band: prägnante Riffs, treibendes Schlagzeug, wechselnde Gesangsdynamik und eingängige Hooks. Es ist ein Abschluss, der das Album stimmig rundet, ohne die Spannung zu verlieren. Die Band zeigt noch einmal, dass sie sowohl technische Präzision als daneben Energie und Ausdruckskraft beherrscht.

Zwischen Härte und Melodie

»Following Omens« ist ein durchdachtes Album, das melodischen Metalcore gekonnt zwischen Wucht und Emotion balanciert. SEMPER ACERBUS liefern eine Mischung aus technischer Präzision und Ausdruckskraft, die sowohl Genre-Fans als desgleichen neue Hörer überzeugt. Mit neun starken Tracks zeigen sie, dass sie die Härte beherrschen und gleichzeitig Melodien so einsetzen, dass sie im Gedächtnis bleiben. Die Produktion ist sauber, die Dynamik durchgehend spürbar, die Songs sind abwechslungsreich und trotzdem stimmig.

Fazit: Mit »Following Omens« liefern SEMPER ACERBUS ein Album ab, das sowohl musikalisch als auch thematisch überzeugt.

Internet

SEMPER ACERBUS - Following Omens - CD Review

FUATH – III

0
cover artwork FUATH III
cover artwork FUATH III

Band: FUATH 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿
Titel: III
Label: Northern Silence Productions
VÖ: 02/01/26
Genre: Atmospheric Black Metal

Tracklist

1. The Cailleach
2. Embers of the Fading Age
3. Possessed by Starlight
4. The Sluagh

Besetzung

Andy Marshall – Alles

Bewertung:

3,5/5

Das dritte Album der schottischen Band/des Soloprojekts FUATH, einfach „III“ betitelt, nimmt die Hörer mit auf eine atmosphärische Reise. Geladen mit Melodie und Aggression fängt das Album den typischen Sound des Genres ein – gut komponiert und gespielt. Fünf Jahre nach ihrem letzten Album verkörpert „III“ einen kalten, atmosphärischen, harschen und hypnotischen Sound, getrieben von melodischen Momenten und roher Intensität. Das Album behält die eindringliche melodische Tiefe, die die Essenz von FUATH definiert.

Atmosphärischer Start mit hypnotischen Melodien

Eine direkte Art von Black Metal eröffnet das Album mit dem ersten Song „The Cailleach„. Tremolo-gepickte Gitarre, ein Uptempo-Rhythmus mit konstantem solidem Drumming, distanzierte Shrieks, aber insgesamt sehr atmosphärisch und mit einem gewissen Grad an Aggressivität. Melodisch, aber ohne die Folk-Dimension, die überall in Saor-Musik zu hören ist – hier mit klarer Wurzel in Black Metal, in der atmosphärischen Zone des Genres. Konstante Lead-Gitarren-Akkorde, melancholisch und traurig, werden verdoppelt durch aggressivere Instrumentierung, die im Hintergrund läuft – ein klassisches Rezept, aber mit so guten Resultaten in FUATH-Musik. Eindringliche, hypnotische melodische Linien – der Song holt alles aus einer simplen repetitiven melodischen Linie heraus, wird aber nie langweilig. Die kompositorischen Fähigkeiten des Musikers sichern, dass der Song interessant bleibt, trotz der repetitiven Akkorde. Atmosphärisch, melodisch, ein guter Start ins Album.

FUATH ist das Soloprojekt von Andy Marshall, besser bekannt aus seinem anderen Projekt Saor, wo die musikalische Richtung zwischen Black Metal und vielen Folk-Einflüssen liegt. 2015 gegründet, wurde FUATH als Marshalls Ventil für eine kältere, wildere Vision geformt, die mehr Aggression mit eindringlichen, melancholischen Melodien verschmilzt. Und tatsächlich sind die Unterschiede zwischen den beiden Projekten wichtige – stilistisch sehr unterschiedlich. Auf „III“ sind alle Musik und Texte von Andy geschrieben und gespielt, ein sehr talentierter Multiinstrumentalist.

Der nächste Song „Embers of the Fading Age“ kommt mit mehr Akzent auf Lead-Gitarre, lässt den Rest der Instrumentierung mehr im Hintergrund. Wechselnde Passagen in einem anderen Tempo und mit neuer Klanglandschaft kommen mit fernem Schlagzeug, das in einer anderen Geschwindigkeit schlägt, und akustischer Gitarre, aber das ist nur ein Interlude in der Mitte des Songs, bevor der hohe Rhythmus zurückkehrt. Das Drumming schafft es, den Fokus vom eigentlichen Song wegzunehmen – zu laut und komplett out of sync, eine experimentelle, aber nicht sehr erfolgreiche Idee des Musikers.

Lead-Gitarre im Fokus der Produktion

Die Produktion ist insgesamt gut, aber nicht ohne Fehler. Die erwähnten Drums können ziemlich nervig werden, wenn sie etwas so Unterschiedliches von der eigentlichen Melodie spielen. Viel Fokus auf der Lead-Gitarre lässt einen denken, dass tatsächlich viele der anderen Instrumentenbeiträge komplett entfernt werden könnten, so weit hinten sind sie gemixt. Keine Spur von Bass, und das macht die Musik manchmal ziemlich eindimensional und fade. Aber insgesamt sind die musikalischen Ideen klar ausgedrückt, und geladen mit Atmosphäre erreicht das Album sein Ziel.

Viel aggressiver und weniger ambient eröffnet „Possessed by Starlight„, aber bald kehrt die Tremolo-gepickte Gitarre zurück, um den Sound zu bringen, der das Album bereits definiert hat. Sehr ähnlich in der melodischen Linie zu vorherigen Songs, mit mehr Wut, die in den Song eingebaut ist, besseres Drumming, aber immer noch zu laut. Ein guter Rhythmus insgesamt, auch neue Klanglandschaften und mehr Riff-orientiert bringen einen neuen Sound. Ein irgendwie interessanterer Song, viel abwechslungsreicher im Ansatz, offener in den Ideen und besser produziert – ein Höhepunkt im Album-Kontext.

Wieder aggressiver in den Eröffnungsakkorden kommt „The Sluagh„, verlangsamt aber bald danach und wird introspektiver und noch melancholischer. Wieder sehr ferne Vocals, fast wie distanzierte Flüstern wahrgenommen, aber Verzweiflung tragend und geladen mit Leidenschaft. Die zwei Gitarren definieren die Songstruktur und bringen sowohl Traurigkeit als auch Wut. Mit zwischenliegenden Passagen nur mit akustischen Gitarren oder Synthesizern bringen diese etwas Abwechslung in den Song und machen das Hörerlebnis farbenfroher. Der finale Teil des Songs und Albums bringt einen mehrschichtigen Sound, kurz bevor eine akustische Passage alles in einem ruhigen, melodischen Ton beendet.

Obsessive Melodien ohne Folk-Elemente

Die Songs sind lang, und jeder von ihnen quetscht alles aus einer melodischen Linie heraus, nimmt die definierenden Akkorde und dreht sie, lässt sie kreisen und drückt alle Facetten simpler Akkorde aus – obsessiv, eindringlich werdend. Mit akustischen Passagen, ambienten werden die Songs etwas dynamischer oder zumindest abwechslungsreicher. Unbestreitbare kompositorische Fähigkeiten von Andy sichern dem Album viele interessante, unvergessliche Momente.

So unterschiedliche Musik im Vergleich zu Saor – es beweist einmal mehr das Talent und die Offenheit des Musikers hinter beiden Projekten. Aber „III“ ist insgesamt ein gutes atmosphärisches Black Metal Album, auch wenn hier nichts wirklich Neues ist, nur gute Melodien, sehr atmosphärisch und melodisch. Ein überdurchschnittliches Album, eine erfolgreiche Reise in eine andere musikalische Klanglandschaft von einem Musiker, der mit Saor sein Talent beweist und jetzt dieses Statement in atmosphärischem Black Metal unterstreicht, ohne die typischen Folk-Elemente.

Fazit: FUATH bringen mit „III“ atmosphärische Klanglandschaften und Wut in einem gut dosierten Album – simple aber gute Melodien.

Internet

FUATH - III