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EGREGORE – It Echoes In The Wild

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cover artwork EGREGORE It Echoes In The Wild
cover artwork EGREGORE It Echoes In The Wild

Band: EGREGORE 🇨🇦
Titel: It Echoes In The Wild
Label: 20 Buck Spin
VÖ: 20/03/26
Genre: Black/Death Metal

Tracklist

01. Cast Adrift
02. Voice on The West Wind
03. Stair Into the Vortex
04. Craven Acts of Desperate Men
05. From the Yawning Crevasse Shrieks a Transmorphic Gale
06. Corsairs of the Daath Gulf
07. Nightmare Cartographer
08. Six Doors Guard the Original Knowledges
09. Servants of The Second Death
10. It Echoes in The Wild

Besetzung

Shawn Haché aka Essentia Collapse – Drums, Vocals, Acoustic Guitars
Sebastian Montesi aka Catastrophe Saturna – Lead Guitars, Acoustic Guitars, Vocals, Synth
Phil Fiess aka Helios Thread – Bass, Vocals

Featured Guests:
Dylan Atkinson aka Exodus To Unukalhai – Additional Lead Guitar
Cuillen Sander aka Axis i Arcana – Vocals
Lillian Liu aka Jaded Castigator of the Baleful Communion – Lead Synth
Mashruk Huq aka Voice of the Dweller – Spoken Word on „Corsairs of the Daath Gulf“
Brayden Turenne aka Oracular Phantasm – Electronics & Ambient Interludes

Bewertung:

4/5

Die kanadische Band EGREGORE kehrt mit ihrem zweiten Album „It Echoes In The Wild“ zurück und setzt weiter fort, was sie im Debütalbum begonnen haben – den experimentellen Ansatz zu Death und Black Metal, oder, wie sie es sagten: „okkulter Black Death Metal Wahnsinn„. Ein Havoc, ein Durcheinander, ein Getümmel, aber alles unter beeindruckendem technischem Können.

Unerwartete Wendungen mit solidem technischem Display

Ein Intro voll von Atmosphäre, gruselig und dicht, mit finsterer Stimmung – „Cast Adrift„, aber neben Atmosphäre bringt es auch einige schwerere Akkorde, ein komplexes Intro. Und „Voice on The West Wind“ eröffnet plötzlich, mit gutem Rhythmus, geflüsterten Vocals verdoppelt durch verzweifelte Schreie. Die Musik ist komplex und kompliziert mit einer gewissen Dosis Experimentellem. Nicht ganz melodisch, Musik kreist um losgelöste Vocals, mit einem großen Gitarren-Beitrag, soliden Riffs und mehrschichtigen Solos. Dissonant, fast disharmonisch, aber mit solidem technischem Display. Unerwartete Wendungen, aber ein interessanter Sound.

EGREGORE kommen aus Vancouver, British Columbia, das Trio wurde 2019 gegründet und besteht aus Shawn Haché aka Essentia Collapse an Drums, Vocals und Akustikgitarren, Sebastian Montesi aka Catastrophe Saturna für Lead-Gitarren, Akustikgitarren, Vocals und Synth, und Phil Fiess aka Helios Thread am Bass und Vocals. Versierte und talentierte Musiker, sie wurden auf dem Album von einer langen Liste von Gastmusikern begleitet, alle partizipierend und die hyperkomplexe Klanglandschaft bereichernd.

Die Produktion ist sehr gut, besonders angesichts der Vielzahl von Sounds und Instrumenten, die ins Spiel kommen. Ausgewogen im Sound, jedenfalls schwer, all die Akkorde auf prägnante und klare Weise zusammenzubringen. Nichts Exzessives – die multiplen Instrumente und Vocals werden durch Produktion und Mixing auf bestmögliche Weise kombiniert.

Weniger chaotisch und mit konstant höherem Tempo bringt „Stair Into the Vortex“ das nächste Level technischen Könnens. Sehr komplizierte Gitarren weben Arpeggios und eine groovige melodische Linie. Besser kategorisiert als Progressive Death Metal, polyrhythmisch und superkomplex, beeindruckend als Instrumentierung, aber nicht notwendigerweise als Songwriting – der allgegenwärtige chaotische Ansatz schickt die Musik in zu viele Richtungen, alle in hypnotischen Kreisen umeinander wirbelnd. Überwältigender Sound, aber beeindruckend in seinem Wahnsinn, dennoch eines der besten Stücke des Albums.

Chaos am Rand zur Kakophonie

Das Tumult setzt sich fort in „Craven Acts of Desperate Men„, ein Song mit vielen musikalischen Richtungen, die sich in einer sophisticated Melodie überlappen. Nicht notwendigerweise genießbar – das Gefühl losgelöster Instrumente, die jeweils etwas anderes spielen, dominiert. Ein neues Level von Disruption, das EGREGORE-Musik ist, mit chaotischen Vocals, macht den Song ein bisschen zu viel in Bezug auf Musikalität oder Kohärenz.

Und das Album folgt diesem Mix von Stilen in den nächsten Songs – „From the Yawning Crevasse Shrieks a Transmorphic Gale“ mit karnevalesker Atmosphäre, zusammenhanglose Melodien miteinander verschmolzen, „Corsairs of the Daath Gulf“ agiert mehr als atmosphärisches Interlude, und „Nightmare Cartographer„, das scheinbar eine besser koordinierte Instrumentierung bringt, aber der gute Rhythmus kann das kontinuierliche Chaos nicht verdecken.

Die Anarchie von Sounds setzt sich weiter fort – „Six Doors Guard the Original Knowledges“ ist aggressiv, surrende Gitarren, aber mit klareren Vocals, eine Rhythmussektion, die es schafft, eine bessere und simplere Richtung zu halten. Tempowechsel oszillieren zwischen Melodie und Disharmonie. „Servants of The Second Death„, ein dramatischer und theatralischer Song, aber mit langsamen und melodischen Momenten. Titelsong und Final Track, „It Echoes in The Wild„, eröffnet strukturiert, klar, aber als längster Song des Albums hat er genug Raum, um sich in unerwartete Richtungen zu entwickeln, wieder windend zwischen Ordnung und Chaos, Melodie und Dissonanz, ein würdiger Abschluss des Albums.

Technisches Können an der Grenze des Erträglichen

Hinter der hyperkomplexen Instrumentierung stecken simple und solide Riffs, gute Rhythmen und interessante musikalische Ideen. Aber das Ganze ist meist überwältigend, zu viel Chaos, am Rand zur Kakophonie, mit Passagen, die alles andere als ein Vergnügen zu hören sind. Zu komplex und experimentell, um simpel als Death Metal oder Black/Death Metal kategorisiert zu werden. Auch Progressive Metal fühlt sich zu simpel an für EGREGORE-Musik. Ein bisschen von jedem Extreme Metal Stil, alles gleichzeitig gespielt. Ein anspruchsvolles Hörerlebnis, das Geduld erfordert.

Es gibt Momente, wenn der Hörer sich fühlt, als würde er ein Meisterwerk hören, sofort gefolgt von Momenten, wo man einfach fühlt, dass es zu viel ist. Aber wie die Band selbst es ausdrückte: „EGREGORE’s zweites Album nimmt den mystischen Wahnsinn und die magische Perversion der Band an den Rand des Abgrunds und stürzt vorwärts„, kommt als gute Charakterisierung, und für den größten Teil des Albums drücken sie es über das Limit. Aber technisch – Hut ab für das, was sie performen können.

Fazit: EGREGORE treiben mit „It Echoes In The Wild“ Experimentalität an die Grenze – technisch beeindruckend, aber überwältigend chaotisch.

Internet

EGREGORE - It Echoes In The Wild

LOST IN HOLLYWOOD – Lost in Hollywood

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LOST IN HOLLYWOOD - Lost in Hollywood - album cover
LOST IN HOLLYWOOD - Lost in Hollywood - album cover

Band: LOST IN HOLLYWOOD 🇩🇪
Titel: Lost in Hollywood
Label: Arising Empire
VÖ: 20/03/26
Genre: Modern Metalcore/Alternative Rock

Tracklist

01. I Should Have Known Better
02. Pretty Skin
03. Pieces
04. Like a River (ft. Of Virtue)
05. Love is Dying (ft. Philip Strand)
06. Ghost in the Water
07. Father
08. Can You Feel The Pain
09. The Art of Being Torn Out (ft. Half Me)
10. Chasing Dreams
11. The Fire

 

Besetzung

Amon Garrasi – Vocals
Timo Dymala – Guitar
Julian Utz – Bass
Samuel Minio – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

Mit ihrem aktuellen Album »Lost in Hollywood« meldet sich die Band LOST IN HOLLYWOOD aus der deutschen Modern-Metalcore- und Alternative-Rock-Szene zurück. Das Line-up liest sich wie ein klassisches Ensemble für kraftvolle Riffs und treibende Rhythmen. Amon Garrasi übernimmt den Gesang, Timo Dymala spielt Gitarre, Julian Utz den Bass und Samuel Minio das Schlagzeug. Seit ihrem Debüt hat die Gruppe ihre Fähigkeit bewiesen, emotionale Härte mit eingängigen Melodien zu verbinden. Ein Anspruch, den sie auch auf diesem Album weiterverfolgt.

Die elf Tracks des Albums bewegen sich zwischen wuchtigen Metalcore-Passagen, melancholischen Alternativ-Rock-Momenten und fein dosierten Features. Dabei setzen sie nicht nur auf Lautstärke, sondern auch auf Klangdynamik und textliche Tiefe.

Ein Auftakt mit Ecken und Kanten

Das Album startet mit »I Should Have Known Better«, einem Song, der sofort den intensiven Gesang von Garrasi mit aggressiven Gitarrenriffs kombiniert. Schon hier zeigt die Band, dass sie das Handwerk beherrscht, harte Breakdowns wechseln mit melodischen Hooks, die sich im Kopf festsetzen. Es ist ein Auftakt, der keine Zweifel daran lässt, dass »Lost in Hollywood« mehr als nur ein Sammelsurium von Songs ist.

Der zweite Track »Pretty Skin« greift die thematische Linie des Albums auf. Das Leben, die Versuchungen und die Schattenseiten des Ruhms in der Unterhaltungsindustrie. Die Gitarrenarbeit von Dymala ist hier besonders überzeugend, zwischen scharfkantigen Metalcore-Attacken und fließenden Alternativ-Rock-Linien. Garrasis Stimme wechselt gekonnt zwischen kraftvollen Shouts und klaren Passagen, wodurch die emotionale Bandbreite deutlich wird.

Kollaborationen, die das Album erweitern

Besondere Highlights sind die Gastauftritte, die »Lost in Hollywood« zusätzlich Nuancen verleihen. »Like a River« mit OF VIRTUE fügt eine fast hymnische Komponente hinzu, während »Love is Dying« mit Philip Strand einen melancholischen Unterton einbringt. Die Features sind gut integriert, wirken nie aufgesetzt und schaffen Momente, in denen die Band ihren eigenen Sound bewusst erweitert.

Auch »The Art of Being Torn Out« mit HALF ME sticht heraus. Hier trifft moderne Metalcore-Energie auf fast melancholische Melodieführung, die den Song zu einem emotionalen Höhepunkt des Albums macht. Besonders auffällig ist, wie die Band es versteht, düstere Themen wie Verlust, Schmerz und Selbstreflexion in musikalische Spannung zu übersetzen, ohne in Kitsch zu verfallen.

Tiefe und Dynamik im Mittelteil

Die Tracks »Pieces« und »Ghost in the Water« bilden das emotionale Herzstück des Albums. Beide Songs arbeiten weniger mit aggressiver Härte, sondern mit Atmosphäre und Spannung. Garrasis Gesang trägt die Texte klar und eindringlich, während Utz’ Basslinien und Minios Schlagzeug die Songs tragfähig machen. Gerade in diesen Momenten zeigt sich, dass die Jungs mehr können als nur Metalcore-Klischees zu bedienen. Die Band jongliert geschickt mit Lautstärke, Tempo und Emotion, was dem Hörer eine abwechslungsreiche Erfahrung bietet.

»Father« und »Can You Feel The Pain« setzen den Ton fort, indem sie persönliche Konflikte und die innere Zerrissenheit thematisieren. Die Songs funktionieren sowohl als introspektive Momente als auch als energiegeladene Bühnenstücke, was die Vielseitigkeit der Band unterstreicht.

Abschluss mit Feuer

Die letzten beiden Tracks, »Chasing Dreams« und »The Fire«, fassen das Album in einer Mischung aus Dringlichkeit und Reflexion zusammen. »Chasing Dreams« treibt mit pulsierenden Gitarren und rhythmischen Breaks nach vorne, während »The Fire« den Hörer mit einem abschließenden Crescendo entlässt. Es ist ein runder Abschluss, der sowohl die Aggression als auch die Melancholie des Albums bündelt und die Themen Hollywood, Ruhm und persönliche Kämpfe noch einmal aufgreift.

Ein starkes, aber nicht fehlerfreies Album

»Lost in Hollywood« zeigt den deutschen Act auf dem Höhepunkt seiner handwerklichen Fähigkeiten. Die Mischung aus Modern-Metalcore, Alternative-Rock und emotionalen Gastauftritten funktioniert weitgehend. Die Band überzeugt durch präzise Instrumentalarbeit, eingängige Hooks und die Fähigkeit, rohe Energie mit melodischer Tiefe zu verbinden. Einige Songs neigen allerdings dazu, sich in ähnlichen Mustern zu wiederholen, was dem Hörer das Gefühl geben kann, dass das Album an manchen Stellen etwas langatmig wirkt.

Mit einer Bewertung von 3,5 von 5 Punkten ordnet sich das Album im soliden Mittelfeld ein. Es beeindruckt in vielen Momenten, hinterlässt aber auch Raum für Entwicklung. Fans von emotional aufgeladenem Metalcore und alternativen Rockstrukturen werden hier reichlich Material zum Entdecken finden. »Lost in Hollywood« ist ein Album, das man mehrmals hören sollte, um alle Facetten zu erfassen, von wuchtigen Riffs bis zu den feinen, nachdenklichen Zwischentönen ist hier alles vorhanden.

Fazit: LOST IN HOLLYWOOD liefern mit »Lost in Hollywood« ein abwechslungsreiches Album, das durch solide Songwriting und gelungene Kollaborationen überzeugt.

Internet

LOST IN HOLLYWOOD - Lost in Hollywood - CD Review

OATHBOUND – Interview

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Photo Credit: Kaneez
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Interview: Robert RESCH Fotos: Kaneez und Liam Zachry

OATHBOUND mischen Progressive Metalcore mit knackigen Riffs, harten Breakdowns und überraschenden Melodien. Ihre Musik ist technisch, intensiv und voller Emotion – genau das, was Fans lieben. Im Interview erzählen sie, wie ihre Songs entstehen, welche Einflüsse sie treiben und wie sie es schaffen, jede Show zu einem Erlebnis zu machen.

 

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Photo Credit: Liam Zachry

OATHBOUND haben gerade eine intensive Phase hinter sich: Studioarbeit, Veröffentlichungsvorbereitungen und die ersten Reaktionen auf ihr neues Album »Colors In Grey«. Das Album verbindet Progressive Metalcore mit emotionalen Themen und wirkt sowohl technisch anspruchsvoll als auch sehr persönlich. Zeit, ein paar detailliertere Fragen zu stellen.

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für das Gespräch nehmt. Wie fühlt es sich jetzt an, da Colors In Grey endlich draußen ist?

Generell würden wir sagen, dass wir sehr stolz auf das Album sind. Wir haben mit dieser Aufnahme einige Fortschritte gemacht und hart daran gearbeitet, daher sind wir einfach erleichtert, dass es jetzt draußen ist. Wir haben die Aufnahmen im August letzten Jahres abgeschlossen, und seitdem hat sich bei Oathbound viel verändert. Auf eine gewisse Weise fühlte es sich daher so an, als könnten wir dieses Kapitel erst richtig abschließen, als das Album veröffentlicht wurde. Jetzt, wo es draußen ist, herrscht Erleichterung, dass wir endlich in die Zukunft blicken können.

Wenn ihr das Album in einem Satz beschreiben müsstet, was würden die Leute hören und fühlen?

Wir zeigen dir, dass du kämpfst, und dass du nicht allein bist. Ein Großteil unserer Songs dreht sich um die Herausforderungen, denen wir alle im Leben begegnen. Das kann einsam machen und einen in dunkle Orte führen. Wir wollen unseren Zuhörern einfach zeigen, dass es besser wird, wenn man es zulässt.

Der Titel Colors In Grey wirkt fast widersprüchlich. Was steckt hinter diesem Bild?

Das Konzept hinter Titel und Bildsprache ist, dass es Menschen gibt, die in einer Schwarz-Weiß-Welt leben, in der jede Grenze ein unüberbrückbarer Abgrund ist. Die Bildsprache soll die Schönheit der Verwandlung dieser Menschen darstellen, wenn sie ihre festgefahrenen Überzeugungen loslassen und die Welt als lebendigen, unperfekten Ort sehen.

Wann habt ihr realisiert: „Okay, das wird wirklich ein Album und nicht nur ein paar neue Songs“?

Als wir unsere erste EP veröffentlichten, hatten wir schon fest vor, als Nächstes ein vollständiges Album zu machen. Wir hatten zu dem Zeitpunkt bereits einige Songs geschrieben, also gingen wir mit guter Dynamik an die Sache heran. Ob das klug war oder nicht, ist schwer zu sagen. Heutzutage wird Musik selten als ganzes Album konsumiert, Singles dominieren. Wir überlegen gerade noch, wie wir mit unserem nächsten Release verfahren.

Gab es während des Schreibprozesses einen Song, der den Rest des Albums in eine bestimmte Richtung gelenkt hat?

Wir wussten, dass das Album schwerer und technischer sein sollte, aber trotzdem die Melodien beibehalten sollte, die wir schon gezeigt hatten. Es war also nicht ein bestimmter Song, sondern eher ein Leitgedanke, dem wir gefolgt sind. Wir wollten Songs schreiben, die das Publikum bewegen.

Progressive Metalcore lebt oft von Kontrasten. Wie findet ihr das Gleichgewicht zwischen technischen Parts und emotionaler Wirkung?

Wir haben bei Oathbound den Spruch: „Wenn alles schwer ist, ist nichts schwer“. Damit meinen wir, dass schwere Parts ohne Variation in der Dynamik des Songs weniger Wirkung entfalten. Letztlich versuchen wir einfach, Musik zu schreiben, die wir selbst gerne hören und live spielen.

OATHBOUND - Colors In Grey - album coverWie sieht ein typischer Songwriting-Moment bei euch aus? Sitzt ihr zusammen im Raum oder entstehen Ideen eher allein?

Wir schreiben fast ausschließlich allein. Für mich bedeutet das, dass ich Zeit habe, die Komposition gründlich zu durchdenken und fast chirurgisch daran zu feilen. Ich war schon in Projekten, wo wir alle im Kreis saßen, und das hat für mich nie funktioniert. Normalerweise entwickle ich ein vollständiges Demo mit programmiertem Schlagzeug, Bass und Produktion, bevor ich es den anderen zeige. Danach arbeiten wir gemeinsam an der Preproduktion und während der Gesangssessions.

Wie autobiografisch sind eure Texte?

Ich würde sagen, 99,9 % unserer Texte basieren auf echten Gefühlen und Erfahrungen, die einer oder alle von uns irgendwann erlebt haben. Ich glaube nicht, dass das bewusst so gewählt wird, sondern eher, weil wir fünf ziemlich viel emotionales Gepäck haben.

Gibt es einen Song auf Colors In Grey, der euch besonders am Herzen liegt?

Für einige von uns ist „Set Adrift“ ein sehr wichtiger Song. Warum genau, lässt sich schwer sagen, aber selbst während der Preproduction- und Gesangssessions waren wir sehr darauf bedacht, den Song nicht zu stark vom Originaldemo zu verändern. Das führte zu einigen hitzigen Diskussionen, aber am Ende sind wir stolz darauf, wie er geworden ist.

Progressive Musik kann schnell sehr komplex werden. Wann entscheidet ihr: „Jetzt reicht es, mehr würde dem Song nicht guttun“?

Zwei Dinge: Wir müssen die Songs live spielen können, also wird das manchmal bedacht. Oft üben wir aber einfach so lange, bis ein schwieriger Part spielbar ist. Zweitens ist es persönliche Vorliebe. So sehr ich endloses Shredding bewundere, tendiere ich mehr zu emotionalen Melodien – genau das hört man auch in Oathbound-Songs.

Welche Bands oder Künstler haben euch bei diesem Album besonders inspiriert?

Für mich persönlich war ich in einer kleinen Born of Osiris-Phase und noch ziemlich begeistert von Architects. Es gibt unzählige weitere Inspirationen, aber diese beiden fallen mir spontan ein.

Wenn jemand eure Band noch nie gehört hat, welchen Song würdet ihr ihm vom Album zuerst vorspielen?

Von diesem Album würde ich „False Ideals“ nehmen. Eine gute Mischung aus der härteren Seite von Metalcore und Energie, dazu starke Gesangshooks. Ich hatte beim Schreiben schon ein gutes Gefühl, dass er beliebt sein könnte, aber schwer vorherzusagen, wie das Publikum reagiert. Früher lag ich mit solchen Einschätzungen schon oft daneben.

Studioarbeit kann intensiv sein. Gab es Momente, in denen ihr dachtet: „Dieser Song wird live wirklich eine Herausforderung“?

Ha! Eigentlich jeder neue Song! In „Insomniac“ gibt es ein Gitarrensolo, bei dem beide Gitarren Sweep-Picking spielen. Als wir den Song live einbauten, hatte ich Albträume, dieses Solo zu vermasseln. Bis jetzt habe ich es aber geschafft, live sauber zu spielen.
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Photo Credit: Kaneez

Wie wichtig ist die Atmosphäre eines Albums im Vergleich zu einzelnen starken Songs?

Ein Album sollte sich wie eine Einheit anfühlen, in der jeder Song im gleichen Universum existiert. Ich weiß, dass es unterschiedliche Meinungen dazu gibt, aber ich persönlich mag es, wenn ein Album mich mitnimmt, mir einen Blick auf die Welt gibt und mich am Ende wieder zurückspuckt.

Hat sich eure musikalische Identität während Colors In Grey verändert?

Vielleicht etwas von außen gesehen, aber intern nicht. Wir bleiben uns selbst treu. Die Songs sind eine Fortsetzung dessen, was wir vorher gemacht haben, nur polierter und ausgereifter.

Wie wichtig ist Experimentieren für euch? Gibt es etwas auf dem Album, das ihr vorher noch nie versucht habt?

Ich selbst habe vorher noch nie einen Song geschrieben, geschweige denn eine Siebensaitige Gitarre besessen. Fast alle meine Lieblingsbands spielten Sechssaiter, also habe ich diesen Schritt erst mit diesem Album gemacht. Das Album enthält unseren ersten Song auf einer Siebensaitigen in G# – „The Masks We Wear“. Ironischerweise werden fast alle Songs für das nächste Album ebenfalls Siebensaiter-Songs sein.

Wenn ihr an die ersten Demos zurückdenkt, wie stark haben sich die Songs bis zur finalen Version verändert?

Vieles blieb im Grundgefühl gleich, aber Gesang verändert natürlich den Song. Einige Bridges wurden mehrfach angepasst, das Schlagzeug wurde komplett neu geschrieben, aber die Stimmung blieb relativ konstant.

Progressive Metalcore hat leidenschaftliche Fans. Welche Reaktion auf das Album hat euch am meisten überrascht?

Dass überhaupt jemand zuhört oder es mag! Wir sind von Natur aus selbstkritisch, und kurz vor der Veröffentlichung fürchtet man immer, dass niemand versteht, was man investiert hat. Dass Loudwire uns als eines der meist erwarteten Alben des Jahres listete, war überwältigend.

Wenn ihr das Album heute von Grund auf neu aufnehmen würdet, würdet ihr etwas anders machen?

Jedes Album zeigt, wo man zu einer bestimmten Zeit steht. Vieles hat sich bei Oathbound verändert, aber es gehört zu dem, wer wir damals waren. Entscheidungen zu hinterfragen bedeutet, zurückzuschauen. Wir blicken lieber nach vorne.

Was sollen die Hörer:innen fühlen oder mitnehmen, wenn sie Colors In Grey komplett hören?

Ich hoffe, sie genießen die Reise vom melancholischen, epischen Anfang bis zum Höhepunkt und sehen das Album als ein Werk. Ich hoffe, sie finden Trost in der Musik und den Texten und werden neugierig auf mehr.

OATHBOUND – Interview

NUCLEAR WARFARE – All Hail To The Liberator

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NUCLEAR WARFARE - All Hail To The Liberator - album cover
NUCLEAR WARFARE - All Hail To The Liberator - album cover

Band: NUCLEAR WARFARE 🇩🇪
Titel: All Hail To The Liberator
Label: MDD Records
VÖ: 19/03/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. Nuclear War
02. Rough Day
03. United by Thrash
04. Power of War
05. With sword and Cross
06. The Stricker
07. Trouble in the World
08. What I really Can
09. All Hail to the Liberator

 

Besetzung

Fritz – Bass/ Vocals
Sebastian Listl – Guitar
Alexandre Brito – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

Das Trio NUCLEAR WARFARE steht für klassischen Thrash-Metal ohne Schnörkel. Die Besetzung ist kompakt und zielgerichtet. Fritz am Bass und Gesang, Sebastian Listl an der Gitarre und Alexandre Brito am Schlagzeug. Drei Musiker, die sich hörbar an der Energie der frühen Achtziger orientieren, legen dabei aber genug Druck in den Sound, um nicht wie eine bloße Nostalgieübung zu wirken. Mit ihrem Album »All Hail To The Liberator« liefern sie neun Stücke, die ganz bewusst auf Geschwindigkeit, Riffs und direkte Botschaften setzen.

Aufgenommen, gemixt und gemastert wurde das Material im Dual Noise Studio in São Paulo. Produzent Rogerio Wecko sorgt für einen Klang, der roh bleibt, ohne unfertig zu wirken. Genau diese Balance passt zu einer Band, die ihren Thrash lieber mit Schmutz unter den Fingernägeln präsentiert als mit Hochglanzpolitur.

Direkt nach vorne

Schon der Opener »Nuclear War« macht klar, wo die Reise hingeht. Ein aggressives Riff, treibendes Schlagzeug und ein Bass, der nicht im Hintergrund verschwindet. Fritz’ Stimme bewegt sich zwischen rauem Shout und klassischem Thrash-Gebrüll. Kein großes Intro, kein Aufbau über Minuten. Der Song springt sofort ins Geschehen.

Das Tempo bleibt hoch. »Rough Day« wirkt fast wie eine Fortsetzung des Openers, setzt aber stärker auf Rhythmuswechsel. Die Gitarrenarbeit von Sebastian Listl zeigt hier seine Stärke. Schnörkellose Riffs, dazu kurze Soli, die nicht nur Lücken füllen, sondern tatsächlich Spannung erzeugen.

Thrash als Gemeinschaftssache

Mit »United by Thrash« kommt ein Song, der inhaltlich und musikalisch als Szene-Hymne funktioniert. Der Titel sagt eigentlich schon alles. Schnelle Riffs, ein Refrain zum Mitgrölen und eine klare Botschaft: Thrash lebt von Zusammenhalt und Energie.

Gerade hier merkt man, wie sehr die Band ihre Wurzeln kennt. Der Song erinnert an klassische Bay-Area-Momente, ohne sie direkt zu kopieren. Alexandre Brito treibt das Stück mit präzisen Doublebass-Passagen an, während Bass und Gitarre ein enges rhythmisches Fundament bilden.

Druck und Dynamik

Die Mitte des Albums gehört »Power of War« und »With Sword and Cross«. Beide Tracks zeigen eine leicht düsterere Seite der Band. Die Geschwindigkeit bleibt hoch, doch die Riffs wirken schwerer und teilweise fast episch.

Besonders »With Sword and Cross« fällt durch seine Struktur auf. Der Song arbeitet stärker mit Breaks und Tempoveränderungen als die vorherigen Stücke. Dadurch entsteht mehr Dynamik, was dem Album insgesamt guttut.

Schnell, aggressiv, kompromisslos

Mit »The Stricker« kehrt die Band wieder stärker zum klassischen Thrash-Galopp zurück. Der Song lebt von seinem Rhythmus und einem eingängigen Gitarrenmotiv.

»Trouble in the World« geht einen leicht anderen Weg. Hier wird das Tempo stellenweise reduziert, wodurch der Song fast schon einen Heavy-Metal-Touch bekommt. Gerade dieser Moment zeigt, dass NUCLEAR WARFARE nicht ausschließlich auf Dauerbeschleunigung setzen.

Auch »What I Really Can« bringt etwas mehr Groove ins Spiel. Der Bass tritt stärker hervor, und der Song entwickelt einen fast punkigen Charakter. Eine kleine, aber willkommene Abwechslung innerhalb des Albums.

Zum Abschluss steht »All Hail To The Liberator«, gleichzeitig der längste und dramaturgisch ausgearbeitetste Song der Platte. Der Einstieg ist langsamer, beinahe bedrohlich, bevor das Stück schließlich in klassischem Thrash-Tempo explodiert.

Der Song funktioniert gut als Finale, weil er viele Elemente des Albums zusammenführt: schnelle Riffs, hymnische Momente und eine klare rhythmische Basis. Das Solo im letzten Drittel gehört zu den stärksten Gitarrenmomenten der Platte.

Der Sound des Albums

Produzent Rogerio Wecko hat dem Album einen Sound verpasst, der angenehm analog wirkt. Die Gitarren sind scharf, ohne zu dünn zu klingen. Der Bass bleibt hörbar, was im Thrash nicht selbstverständlich ist. Besonders positiv fällt das Schlagzeug auf, das druckvoll, aber nicht überkomprimiert klingt.

Gerade Fans klassischer Thrash-Produktionen dürften diesen Ansatz mögen. Das Album klingt wie eine Band im Proberaum mit ordentlich Lautstärke, nicht wie ein bis ins letzte Detail bearbeitetes Studioprojekt.

»All Hail To The Liberator« ist ein solides Thrash-Album, das klar auf Tradition setzt. NUCLEAR WARFARE versuchen gar nicht erst, das Genre neu zu erfinden. Stattdessen konzentrieren sie sich auf das, was Thrash seit Jahrzehnten ausmacht: Tempo, Riffs und Energie.

Die neun Songs liefern genau das, manchmal etwas vorhersehbar, dafür mit ehrlicher Wucht. Besonders die erste Albumhälfte überzeugt mit starken Riffs und hohem Tempo, während die späteren Tracks für kleine Abwechslungen sorgen.

Wer modernen Metal mit komplexen Strukturen sucht, wird hier vermutlich nicht fündig. Wer dagegen direkten Thrash mit klassischem Geist mag, bekommt eine Platte, die genau dieses Gefühl transportiert.

Fazit: »All Hail To The Liberator« von NUCLEAR WARFARE ist ein würdiger Beitrag zur Thrash-Metal-Landschaft.

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NUCLEAR WARFARE - All Hail To The Liberator - CD Review

CALVANA – Sub Janus

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cover artwork CALVANA Sub Janus
cover artwork CALVANA Sub Janus

Band: CALVANA 🇮🇹
Titel: Sub Janus
Label: Adirondack Black Mass
VÖ: 20/03/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Twilight Song
02. My Prayer to Diana
03. Summer Storm
04. Fear Makes You Tame
05. Death of Pan
06. Meine Süße Sternenkriegerin
07. Carnivore
08. Sorry
09. Sub Janus

Besetzung

Bewertung:

2,5/5

CALVANA sind eine Band, die sich erfolgreich mit Mysterium umhüllt hat. Auf älteren Alben waren einige Initialen der Musiker bekannt, jetzt ist jede Art Information über sie verschwunden – eine vage Beschreibung kann auf offiziellen Seiten gefunden werden: „2015 am Fuß des Calvana-Massivs gegründet, existieren Italiens CALVANA ausschließlich, um die Stimme des Berges als singuläre, monolithische Entität zu verstärken. Um diesen Fokus zu bewahren, bleiben die Identitäten der Mitglieder in totaler Anonymität gehüllt.

Guter Start mit Burzum-Resonanzen

Die Eröffnungsakkorde im Album sind ein Mix aus atmosphärischem Black Metal mit Momenten direkten Ansatzes. „Twilight Song“ bringt auch eine melancholische Note, leidenschaftliche, aber gequlte Vocals, für den größten Teil des Songs eine minimalistische Instrumentierung mit repetitiven und simplen Riffs, aber insgesamt ein melodischer Sound. Klar verankert in Old-School norwegischem Black Metal, Resonanzen von Burzum oder frühem Ulver können auf bestimmten Passagen gehört werden. Die Kombination aus melodisch und verzerrt funktioniert gut im Song. Kalt, wild, abrasiv, ein guter Start ins Album.

My Prayer to Diana“ bringt einen aggressiveren Sound, mit Vocals, die den harschen und verzweifelten Ansatz fortsetzen, aber musikalisch ist der Song hermetischer, der melodische Teil wurde zurückgelassen. Und leider lässt das den Song mit nur einer nervösen Tremolo-gepickten Gitarre übrig, um die dünne Melodie auszudrücken, und der frostgebissene und wilde Teil wird aktiver. Nicht wirklich inspiriert, ein ziemlich uniformer Song, flach und repetitiv.

Roher Sound ohne Dynamik oder Qualität

Die Produktion ist roh, ein Ansatz, der zum Sound der Band passt, aber an Dynamik fehlt und auch daran, eine fesselnde Klanglandschaft zu schaffen. Nach den atmosphärischen ersten Akkorden, die das Album eröffnen, fallen sie in Mittelmäßigkeit und Wiederholung, ein erzwungener roher Sound, und im Fall von CALVANA bedeutet das auch meist uninteressante Musik. Der Sound ist dicht und lässt fast keine Akzente aus dieser Lärmwand entkommen, die das Fundament der Musik repräsentiert – nur Vocals stechen durch die Produktion heraus, bringen aber nicht wirklich Qualität in den Sound, zu laut und erzwungen.

Ein ruhigerer und freundlicherer Sound kommt in „Summer Storm„, aber auch ein neues Level von Verzweiflung, gebracht durch fast cleane Vocals, rau und guttural klingend wie ein Klagelied oder Gebet. Eine Energieinfusion nimmt den Song zu einem komplexeren Sound, aber dennoch bleibt er simpel und ohne neue oder herausragende Ideen. Nichts Neues in „Fear Makes You Tame„, höllische Schreie, ein kondensierter Sound, ein weiterer Song, dem Fantasie und frische Ideen fehlen, recycelt dieselben Akkorde in verschiedenen Tempos. Und der finale Teil, komponiert meist aus gequlten Schreien in verschiedenen Ansätzen, ist ohne musikalischen Wert.

Verstimmte Akustikgitarre und forcierte Vielfalt

Und traurigerweise ist „Death of Pan„, auch wenn sie eine verstimmte Akustikgitarre zur Abwechslung einbringen, keine wirkliche Verbesserung. Weniger Musik und viel Dissonanz. Auch „Meine Süße Sternenkriegerin“ bleibt in diesem Territorium. Sie versuchten, einen komplexeren Sound und mehr Melodie zu bringen, schaffen es aber nicht wirklich mit dem Ansatz. „Carnivore“ kommt mit einem seltsamen Lead-Gitarren-Sound, weinerlich und dissonanter. Rezitierte, sprechende Vocals und eine Soundmauer resultieren dennoch in einem Song, der über die meisten Songs hinausragt dank des Gitarren-Beitrags, der kreativer kommt.

Den finalen Songs nähernd, bleibt das Album enttäuschend – „Sorry“ recycelt dieselben Akkorde, und nur Vocals bleiben anständig konsistent, verzweifelt, aber leidenschaftlich, eine der besten Vocal-Performances des Albums. Final Song „Sub Janus“ ist ein Outro, gespielt auf derselben Akustikgitarre, die sich wieder verstimmt anfühlt, mit Vocals transformiert durch zu viel Verzerrung und bringt einen total anderen Sound vom Rest des Albums, aber keinen besseren. Losgelöst von allem, was das Album geboten hat, ein enttäuschendes Ende.

Mysterium als Marketing-Trick für mittelmäßige Musik

Die ganze Idee, in Mysterium gehüllt zu sein, fühlt sich erzwungen an und mehr wie ein Marketing-Trick als eine durchdachte Entscheidung. Manchmal ist es besser, anonym zu bleiben, wenn die produzierte Musik nichts ist, worauf man stolz sein kann. 

Mittelmäßiger Black Metal, aggressiv, aber ohne musikalische Substanz oder atmosphärische Tiefe. Theatralische Vocals in allen Variationen – Schreie, Shrieks, infernalische Growls – stellen CALVANA in eine lange Liste von Bands, die glauben, dass nur höllische und dramatische Vocals Black Metal bedeuten. Sie konzentrieren sich ausschließlich darauf, Sounds zu imitieren, die an Horrorfilme erinnern oder was sie sich als infernalisch, gruselig und jenseitig vorstellen, statt Musik zu schaffen, die wirklich etwas übermittelt.

CALVANA zeigen, dass sie auch Musik machen können, aber außer dem Eröffnungssong von „Sub Janus“ bleiben sie unterdurchschnittlich. Und das ganze Album fühlt sich an wie eine erfolglose Kopie der älteren Werke der Band, ein klarer Tiefpunkt in ihrer Diskografie.

Fazit: CALVANA scheitern mit „Sub Janus“ an Originalität – erzwungenes Mysterium kann mittelmäßige Musik nicht retten.

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CALVANA - Sub Janus

EMPIRE OF DISEASE – While Everything Collapses

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EMPIRE OF DISEASE - While Everything Collapses - album cover
EMPIRE OF DISEASE - While Everything Collapses - album cover

Band: EMPIRE OF DISEASE 🇪🇸
Titel: While Everything Collapses
Label: Xtreem Music
VÖ: 19/03/26
Genre: Metalcore/Melodic Death Metal

Tracklist

01. The Beast Inside Me
02. Depravity
03. No Risk, No Glory
04. The Art of Manipulation
05. Torture Chamber
06. Hamunaptra
07. While Everything Collapses
08. More than a Hundred

 

Besetzung

Gorka Díez – Guitar & Sample
Pintxo Wayewta – Vocals
Iban Hernando – Drums
Xabier H Zarraga – Bass

 

Bewertung:

3,5/5

Vier Musiker aus dem Baskenland

Die spanische Formation EMPIRE OF DISEASE bewegt sich stilistisch im Grenzbereich zwischen Metalcore und melodischem Death Metal. Hinter dem Projekt stehen Gitarrist und Sample-Verantwortlicher Gorka Díez, Sänger Pintxo Wayewta, Schlagzeuger Iban Hernando und Bassist Xabier H. Zarraga. Mit ihrem Album »While Everything Collapses« legt das Quartett eine Platte vor, die gleichermaßen auf Härte, Groove und melodische Elemente setzt. Die acht Stücke bewegen sich zwischen aggressiven Riffs, moderner Metalcore-Produktion und klassischen Einflüssen aus dem melodischen Death Metal.

Druckvoller Einstieg

Schon der Opener »The Beast Inside Me« zeigt, worauf sich Hörer einstellen können. Schnelle Gitarrenläufe, wuchtige Drums und ein rauer Gesang prägen den Einstieg. Die Produktion wirkt dicht und kompakt, ohne den einzelnen Instrumenten die Luft zum Atmen zu nehmen. Besonders auffällig ist die Rhythmusarbeit von Hernando, der immer wieder mit Breaks und Tempowechseln arbeitet.

Direkt danach folgt »Depravity«, ein Stück, das stärker auf Groove setzt. Hier kommen die Metalcore-Wurzeln der Band klar zum Vorschein. Die Gitarren sind tiefer gestimmt, das Riffing erinnert stellenweise an moderne Hardcore-Einflüsse. Gleichzeitig bleibt die melodische Seite präsent, vor allem in den Leadgitarren, die immer wieder kleine melodische Bögen einbauen.

Zwischen Aggression und Melodie

Mit »No Risk, No Glory« steigert die Band das Tempo. Der Song gehört zu den energischsten Momenten des Albums. Schnelle Doublebass-Passagen treffen auf präzises Gitarrenspiel. Sänger Pintxo Wayewta bleibt dabei konsequent im rauen Bereich. Klare Gesangsparts sucht man hier vergeblich, stattdessen setzt er auf aggressive Shouts und Growls.

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt »The Art of Manipulation«. Hier arbeitet die Band stärker mit Atmosphäre. Samples und kurze Soundflächen tauchen im Hintergrund auf und geben dem Stück eine düstere Note. Die Gitarren wechseln zwischen melodischen Linien und schweren Rhythmusparts. Gerade dieser Kontrast sorgt für Spannung.

Die dunklere Seite der Platte

Mit »Torture Chamber« wird der Ton noch düsterer. Der Song baut auf einem schleppenden Grundtempo auf und wirkt dadurch besonders schwer. Die Gitarrenriffs sind hier weniger verspielt, dafür deutlich massiver. Bassist Xabier H. Zarraga bekommt in diesem Stück etwas mehr Raum und sorgt für zusätzlichen Druck im unteren Frequenzbereich.

Ein kleiner Ausreißer im Album ist »Hamunaptra«. Der Titel spielt offensichtlich mit orientalisch anmutenden Klangideen. Zwar bleibt die Band ihrem Stil treu, doch die Gitarrenmelodien greifen teilweise Skalen auf, die dem Stück einen leicht exotischen Charakter verleihen. Gerade diese kleinen Experimente lockern die Platte auf.

Der Titeltrack als Kernstück

Der Song »While Everything Collapses« steht im Zentrum des Albums. Hier bündelt die Band viele ihrer Stärken. Das Stück beginnt mit einem atmosphärischen Aufbau, bevor ein massiver Riffblock einsetzt. Danach wechseln sich melodische Passagen und harte Breakdowns ab. Besonders die Gitarrenarbeit von Gorka Díez zeigt hier ihre Vielseitigkeit.

Auch strukturell gehört der Titeltrack zu den abwechslungsreicheren Momenten der Platte. Mehrere Tempoveränderungen sorgen dafür, dass das Stück dynamisch bleibt und nicht in Routine verfällt.

Finale mit Energie

Den Abschluss bildet »More than a Hundred«. Der Song bringt noch einmal ordentlich Tempo ins Spiel und wirkt fast wie ein letzter Energieschub. Schnelle Drums, aggressive Gitarren und ein kompromissloser Gesang treiben das Stück voran. Gleichzeitig greift die Band hier noch einmal ihre melodische Seite auf und verbindet sie mit dem druckvollen Grundsound.

Solide Mischung mit kleinen Schwächen

»While Everything Collapses« lebt vor allem von seiner Energie und der klaren stilistischen Ausrichtung. Die Verbindung aus Metalcore und melodischem Death Metal funktioniert über weite Strecken gut. Die Band versteht es, eingängige Gitarrenmelodien mit harten Rhythmusstrukturen zu kombinieren.

Allerdings fehlt der Platte stellenweise ein wirklich herausragender Moment. Viele Songs bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau, ohne dass sich ein klarer Hit herauskristallisiert. Das sorgt dafür, dass das Album zwar konstant bleibt, aber nicht immer im Gedächtnis hängen bleibt.

Trotzdem überzeugt die handwerkliche Umsetzung. Die Instrumente sind präzise eingespielt, die Produktion wirkt modern und druckvoll. Besonders die Gitarrenarbeit und das Schlagzeug tragen maßgeblich zum Gesamtbild bei.

EMPIRE OF DISEASE liefern mit »While Everything Collapses« ein solides Album, das Fans von modernem Metal zwischen Metalcore und melodischem Death-Metal ansprechen dürfte. Die Songs sind energiegeladen, gut produziert und stilistisch klar positioniert.

Wer auf harte Riffs, aggressive Vocals und melodische Gitarren steht, wird hier einiges finden. Ein paar stärkere Wiedererkennungsmerkmale hätten der Platte gutgetan. Trotzdem bleibt ein Album, das sich problemlos in vielen Metal-Playlists behaupten kann.

Fazit: EMPIRE OF DISEASE gelingt mit »While Everything Collapses« ein kraftvoller Einblick in die dunkle Seite des Metal.

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EMPIRE OF DISEASE - While Everything Collapses - CD Review

MONSTROSITY – Screams From Beneath The Surface

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cover artwork MONSTROSITY Screams From Beneath The Surface
cover artwork MONSTROSITY Screams From Beneath The Surface

Band: MONSTROSITY 🇺🇸
Titel: Screams From Beneath The Surface
Label: Metal Blade Records
VÖ: 13/03/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Banished To The Skies
02. The Colossal Rage
03. The Atrophied
04. Spiral
05. Fortunes Engraved In Blood
06. Vapors
07. The Thorns
08. Blood Works
09. The Dark Aura
10. Veil Of Disillusion

Besetzung

Lee Harrison – drums
Matt Barnes – guitars
Ed Webb – vocals
Mark Van Erp – bass

Bewertung:

3/5

Die amerikanischen Death Metal Veteranen MONSTROSITY kehren acht Jahre nach dem vorherigen Werk mit einem neuen Album zurück. Angekündigt als „eine wilde Erklärung andauernder Dominanz in Death Metal„, markiert „Screams From Beneath The Surface“ auch einen Zustrom atmosphärischer Passagen und melodischer Gitarrensolos – ein Album, das Death Metal mit vielen Einflüssen vermischt.

Zu soft für Death Metal Erwartungen

Unerwartet delikater Sound, voll atmosphärisch – so eröffnet der erste Track „Banished To The Skies„. Aber die Gitarren, die sehr bald in die Atmosphäre eintreten, drehen komplett die Dinge um. Ohne den melodischen Ansatz aufzugeben, setzt der Song mit tiefen Growls fort und einem Rhythmus, der im Crescendo wächst. Dennoch bleibt ein Sound, der außer Vocals näher an Heavy Metal ist, und auch wenn spärliche Momente von Aggressivität hier und da kommen, ist es meist ein melodischer und atmosphärischer Song, gefertigt um Lead-Gitarren-Solos. Ein schöner Song, aber zu soft im Vergleich zu Erwartungen.

MONSTROSITY sind eine Band aus Tampa, Florida, 1990 gegründet, gehörend zur ersten Welle des Florida Death Metal. Unmöglich, über sie zu sprechen, ohne eines der früheren Mitglieder der Band zu erwähnen – George „Corpsegrinder“ Fisher, der aktuelle Sänger von Cannibal Corpse. Aber MONSTROSITY sind mehr als nur seine Ex-Band, und letztendlich trennten sie sich vor 30 Jahren. Immer noch in der Band zwei der Gründungsmitglieder: Lee Harrison (ex-Atheist, ex-Malevolent Creation, ex-Terrorizer, ex-Inhuman Condition (live), ex-Obituary (live)) an Drums, und nach langer Zeit zurückgekehrt, Mark Van Erp (ex-Cynic, ex-Malevolent Creation, ex-Solstice) am Bass. Matt Barnes (Chaos Inception, Quinta Essentia, ex-Temple of Blood) ist seit 2010 für Gitarren verantwortlich, und das Mikrofon wird genommen von Ed Webb (Fleshreaper, Generichrist, ex-Contorted, ex-Diabolic, ex-Massacre).

Endlich wird es ernst – aber nicht für lange

Endlich kommt der Sound und die Energie, die man erwartet, mit „The Colossal Rage“ – einige massive Riffs machen einen riesigen Unterschied zum Opener. Immer noch viel Lead-Gitarre, aber die Dinge beginnen ernst zu werden, und der nächste Song „The Atrophied“ unterstreicht diesen guten Eindruck. Vocals sind variierter und partizipieren aktiv an der Song-Dynamik. Dennoch alternieren die Tempos, und frenetische Rhythmen transformieren sich in langsam getaktete und zurück. Aber eine anständige Kombination aus melodisch und rasend, mit Momenten, wo Gitarren voll auf Riffing gehen – die besten und unvergesslichsten Momente des Songs.

Der Sound ist gut und transparent, ein gelungener Produktionserfolg – alle Instrumente sind deutlich im Mix zu hören, der Gesamtsound ist ausgewogen und präzise. Produziert bei Audiohammer und Morrisound Studios mit Experten wie Jason Suecof und Jim Morris, eine Garantie für Qualität in Metal-Musik.

Weiter oszillierend zwischen schnell und langsam bleibt „Spiral“ näher an einem Doom-artigen Tempo – die Riffs sind solide, aber wieder scheinen die Solos wichtiger in der neuen Band-Vision. „Fortunes Engraved In Blood“ startet dissonanter und mit mehr Power, ein besserer Rhythmus und prägnantere Gitarren. Die finale Zutat für einen guten Song ist der Vocal-Beitrag, wieder in verschiedenen Ansätzen, macht den ganzen Sound interessanter und dunkler. Selbst das unvermeidliche Solo behält einen aggressiveren Ansatz und wird permanent von einem nervösen Bass und solidem Riffing verdoppelt. Einer der beeindruckendsten Songs auf dem Album.

Lead-Gitarre kapert Album-Vision

Aber der rasende und entschiedenere Sound bleibt in „Vapors“ – gnadenlose Drums und eine mahlende Rhythmussektion. Insgesamt ein wilder Song, und zu würdigen, das Solo ist nur ein paar Sekunden lang und lässt den Song wirklich bestrafend sein. Aber die Lead-Gitarren-Rache kommt im nächsten Song „The Thorns“ von Anfang an. Scheinbar ein viel direkterer Song, wir bleiben im vollen Death Metal Modus für den größten Teil des Songs, bis ein langes Solo die Klanglandschaft völlig transformiert. Und dieselbe Geschichte wiederholt sich weiter – „Blood Works“ startet mit guter Attitüde, der mittlere Teil wird von Lead-Gitarre gekapert, aber sie schaffen es, am Ende die Kontrolle zurückzugewinnen.

Langsam und mit verlängerten Noten, die endlos verhallen, ein weiterer Trip in Doom-Sounds, aber ohne den melodischen Teil des Genres – „The Dark Aura“ klingt mehr wie ein erfolgloses Experiment. Langsam, mit gequlten Vocals und weinender Lead-Gitarre, fühlt sich an, als wären sie eine andere Band im Song. Und keine bessere. Eine traurige Atmosphäre, melancholisch, aber fast keine Spur von Death Metal hier. Ein Tiefpunkt des Albums, uninspiriert, erzwungen, höchstwahrscheinlich ein Füllsong.

Veil Of Disillusion„, der Final Track, kehrt zu anständigem Rhythmus zurück, und alternierende Tempos zeigen einmal mehr die unentschiedene Richtung der Band, auch Inkonstanz im Songwriting. Von Tremolo-gepickter Gitarre zu kitschigen Solos – die Vocals und Rhythmussektion reichen einfach nicht aus, um die Dinge umzudrehen. Zusammenhanglos, uninspiriert, ein enttäuschendes Ende.

Solos verwässern aggressive Kraft

Insgesamt zu viel Lead-Gitarre – auch wenn sehr technisch, nimmt sie zu viel vom gesamten Sound. Und das ist ein zu großer Anteil. Sie vergaßen fast Death Metal und blieben in der melodischen Zone. Am Ende verwässert es, die ganze Zeit Solos zu haben, den aggressiveren Teil von MONSTROSITY-Musik. Überfluss resultiert in Inkonsistenz und Schläfrigkeit.

Ein paar gute Momente auf dem Album balancieren die schwachen nicht aus. Für die meisten Songs fühlt es sich an wie eine Band, gefangen zwischen Genres, ohne entschiedene Kraft, die sie in einer klaren Zone halten kann. Die zwei fast völlig Death Metal Songs zeigen die Band-Stärke – alles andere hält sie beim Mischen von Stilen, Verschmelzen von Richtungen und bleibt am Ende ziemlich unentschieden und schwach. Auch ziemlich soft für den größten Teil des Albums, mit der natürlichen Tendenz, die sie verlangsamt und in atmosphärische Gefilde wirft. Ein gemischter Beutel starker und schwacher Momente.

Fazit: MONSTROSITY oszillieren mit „Screams From Beneath The Surface“ unentschlossen – zu viele Solos verwässern Death Metal Kraft.

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MONSTROSITY - Screams From Beneath The Surface

LAMB OF GOD – Into Oblivion

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cover artwork LAMB OF GOD Into Oblivion
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Band: LAMB OF GOD 🇺🇸
Titel: Into Oblivion
Label: Century Media Records
VÖ: 13/03/26
Genre: Groove Metal, Neo-Thrash Metal

Tracklist

01. Into Oblivion
02. Parasocial Christ
03. Sepsis
04. The Killing Floor
05. El Vacío
06. St. Catherine’s Wheel
07. Blunt Force Blues
08. Bully
09. A Thousand Years
10. Devise/Destroy

Besetzung

John Campbell – bass
Mark Morton – guitars
Willie Adler – guitars
Randy Blythe – vocals
Art Cruz – drums

Bewertung:

4/5

Einst angepriesen als die nächste Band, die in die Thrash Metal Big Four aufgenommen werden sollte, sind LAMB OF GOD eine Kraft in der Welt des Extreme Metal. Mit einer Diskografie, die unvergessliche Alben und Songs enthält, die den neuen und modernen Thrash Metal Sound definiert haben, aber in letzter Zeit nicht in ihrer inspiriertesten Periode. Jetzt sind die Amerikaner mit „Into Oblivion„, ihrem zehnten Album, zurückgekehrt, mit erneuerten Hoffnungen auf ein weiteres Meisterwerk. Ein neues Logo, ein neuer Anfang?

Vielversprechende Eröffnung erinnert an beste Tage

Das Album eröffnet kraftvoll, volle Power und mit dem typischen Band-Sound. Titelsong „Into Oblivion“ bringt eine wirklich dynamische Klanglandschaft, massive und sehr direkte Riffs, alles ergänzt mit giftigen Vocals, die entschieden sind und massiv zum Sound beitragen. Ein sehr guter Eindruck für die ersten Noten, ein Song, der an ihre besten Tage erinnert, ein Song mit guter Balance aus Melodie und kraftvollem Input, aggressiv, explosiv. Eine vielversprechende Eröffnung des Albums, eines der Highlights des Albums.

Bemerkenswert, die Band hat immer noch fast dasselbe Lineup wie in den Gründungstagen. Aus Richmond, Virginia kommend, ist das Quintett seit 1994 als Burn the Priest aktiv und unter dem neuen Namen LAMB OF GOD seit 1999. Vier der Musiker sind seit den frühen Tagen in der Band: Bassist John Steven Campbell, Gitarristen Mark Duane Morton und William M. „Willie“ Adler und Vocalist David Randall „Randy“ Blythe. Das neueste Mitglied der Band, seit 2019, ist Drummer Arturo „Art“ Cruz.

Ein schnelleres Tempo, aber ein Schritt zurück zum Groove-Sound, charakteristisch für die letzten Alben – „Parasocial Christ“ ist meist beeindruckend durch gnadenlose Drums und massive Riffs. Auch Bass kommt kurz vor dem Refrain, um den massiven Sound zu unterstreichen. Aber irgendwie fühlt sich der Song an, als würde er einige alte Band-Riffs recyceln, auch die melodische Linie scheint bereits bekannt – ein selbst-inspirierter Song. Im Gegenzug bringt „Sepsis“ etwas Neues, mit gesprochenen Vocals und einem langsamen, aber knackigen Rhythmus, immer noch Thrash Metal, aber mit Tonnen fremder Einflüsse.

Kristallklare Produktion mit massiver Dynamik

Die Produktion ist kristallklar, wie erwartet von einer Band dieser Statur. Respektiert auch den typischen Band-Sound und bereichert ihn mit massiver Dynamik, macht den Gesamtsound des Albums sehr modern, poliert, behält aber den explosiven und hochenergetischen Sound. Perfekt ausgeführt – die Musikalität, die sie einbringen, ist bemerkenswert. Nicht dass jemand die Skills aller fünf Mitglieder in Frage stellt, aber die Produktion macht den Sound überwältigend und beeindruckend.

Viel simpler als Komposition, aber gerade deswegen effektiver, kehrt „The Killing Floor“ zu einem enorm dynamischen Sound und beeindruckender Rhythmussektion zurück, auch effektivere Vocals, schreiend oder hochgepitchte Growls. Sie bringen eine experimentelle Passage in der Mitte des Songs mit gesprochenen Vocals, gefolgt von einem sehr modernen Metal-Ansatz mit orientalischer melodischer Linie im Hintergrund laufend – eine interessante Note in LAMB OF GOD-Musik. Ein Song mit unvergesslichen Momenten, aber mit zu vielen Tempowechseln und Break-ups brechen sie tatsächlich den Song in viele Stücke und verhindern, dass er ein wirkliches Highlight wird.

Akustikgitarren, Clean Vocals, ein langsames Tempo – „El Vacío“ ist ein sentimentaler Song, eine Ballade. Nicht die Art Song, die die Band zu haben pflegte, eine Premiere in ihrer Diskografie. Emotional und melodisch, mit nur einem bisschen Schreien und überzeugenderen Riffs im Refrain, wahrscheinlich ein Song, der viele neue Fans für die Band bringen wird. Weitergehend kehrt „St. Catherine’s Wheel“ zu einem besseren und auch dem Band-üblichen Sound zurück. Immer noch experimentierend zwischen Groove und Modern Metal, nicht ganz melodisch, aber mit gutem und eingängigem Chorus.

Simpler, aber effektiver – das definitive Highlight

Blunt Force Blues“ kommt endlich im vollen Thrash-Modus, die Riffs, zu denen sie fähig sind, machen den Song zu einem Stück, das an ihre ersten und besten Werke erinnert. Entschlossen, mit klarer Richtung, ein dichter Sound, straff und präzise, eine massive Instrumentierung mit guter Dosis Aggressivität, aber auch eine melodische Linie, die für den ganzen Song beibehalten wird, hämmernde Drums und übersteuerter Bass, eine simplere, aber effektivere Komposition, macht es zum definitiven Highlight des Albums.

Melodischer, aber ohne die übliche Energie, behält „Bully“ dennoch einen massiven Rhythmus. Groove Metal in guter Demonstration, mit technischer Lead-Gitarre und variiertem Vocal-Ansatz, beeindruckende Rhythmussektion, rebellische Atmosphäre. Eine volle Basslinie eröffnet „A Thousand Years„, behält aber den Groove-Stil, wieder mit einem bisschen Modern Metal gemixt in den ziemlich chaotischen Sound. Permanent alternierend zwischen langsam und dynamisch, dissonant und melodisch, Schreie, gesprochene Vocals oder Growls, ein Song mit allen Ingredienzen, zu denen die Band fähig ist. Aber genau deswegen zu hektisch, nicht wirklich überzeugend.

Und ein weiteres melodisches Intro bringt den finalen Song, „Devise/Destroy„, aber nur als kontrastierendes Element – der Rest des Songs ist weit von melodisch, die geschrienen Verse und leidenschaftlichen Vocals im Refrain verdoppelt durch gute Riffs und massive Rhythmussektion, ein erdrückenderer Song, näher an einigen der aggressivsten der Band. Nicht ihre eingängigste Komposition, aber das Album endet auf einer hochenergetischen Note und in rasender Stimmung.

Rückkehr zu besserer Form nach schwacher Phase

Mag nicht auf demselben Level mit ein paar älteren Alben sein, aber repräsentiert eine Rückkehr zu besserer Form für die Band. Inspirierter als die letzten zwei Alben, kehrten sie zum Pfad zurück, der LAMB OF GOD als eine der interessantesten Bands in der modernen Metal-Landschaft weihte. „Into Oblivion“ ist ein Schritt nach oben von ihrem Vorgänger und wahrscheinlich ihr bestes Werk in einem Jahrzehnt. Jedoch immer noch ein langer Weg von ihren goldenen Tagen.

Exzellent produziertes Album – der Sound ist beeindruckend, unabhängig davon, ob man die Kompositionen mag oder nicht. Insgesamt ein genießbares Hörerlebnis, ein Album mit vielen guten Momenten. Auch mit vielen Momenten, die mit ihrem alten Sound resonieren, und die alten Fans der Band können sicher viele gute Passagen hier finden. Auch neuere Fans können „Into Oblivion“ als natürliche Evolution ihres Sounds betrachten. Das Album mit hohen Erwartungen an ein monumentales neues Werk zu vergleichen, wäre unfair für eine Band, die bereits gezeigt hat, dass sie sich in verschiedene Richtungen entwickelt. Ein Album dennoch, das LAMB OF GOD in der höheren Riege des modernen Metal hält.

Fazit: LAMB OF GOD kehren mit „Into Oblivion“ zu besserer Form zurück – moderne Thrash-Energie mit bewährtem Sound, bestes Werk seit einem Jahrzehnt.

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LAMB OF GOD - Into Oblivion

AXEL RUDI PELL – Ghost Town

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AXEL RUDI PELL - Ghost Town - album cover
AXEL RUDI PELL - Ghost Town - album cover

Band: AXEL RUDI PELL 🇩🇪
Titel: Ghost Town
Label: SPV/Steamhammer
VÖ: 20/03/26
Genre: Heavy/Power Metal, Hard Rock

Tracklist

01. The Regicide (Intro)
02. Guillotine Walk
03. Breaking Seals (feat. Udo Dirkschneider)
04. Ghost Town
05. Holy Water
06. The Enemy Within
07. Hurricane
08. Sanity
09. Towards The Shore
10. Steps Of Stone
11. Higher Call

 

Besetzung

Axel Rudi Pell – guitars
Johnny Gioeli – vocals
Volker Krawczak – bass
Ferdy Doernberg – keyboards
Bobby Rondinelli – drums

 

Bewertung:

4,5/5

Seit den späten Achtzigern steht der Name AXEL RUDI PELL für melodischen Heavy- und Hard Rock mit epischem Einschlag. Der Bochumer Gitarrist hat sich über Jahrzehnte eine feste musikalische Identität aufgebaut. Kraftvolle Riffs, große Refrains und lange, melodische Gitarrensoli. Mit Sänger Johnny Gioeli an der Front sowie den langjährigen Weggefährten Volker Krawczak (Bass), Ferdy Doernberg (Keyboards) und Bobby Rondinelli (Drums) arbeitet Pell seit Jahren mit einer eingespielten Formation, die seinen Sound zuverlässig trägt.

Mit dem Album »Ghost Town« legt die Band ein weiteres Kapitel ihrer Diskografie vor. Produziert wurde das Werk von Pell selbst, unterstützt von Toningenieur Tommy Geiger. Die Aufnahmen entstanden in den Studios der Metal-Institution BLIND GUARDIAN in Grefrath, wo Geiger auch für den Mix verantwortlich war. Das Ergebnis, elf Songs, die zwischen klassischem Hard-Rock und melodischem Power-Metal pendeln.

Atmosphärischer Einstieg

Das kurze Intro »The Regicide« öffnet das Album mit orchestraler Dramatik. Streicherflächen, dunkle Akkorde und ein filmischer Aufbau schaffen eine Stimmung, die perfekt zu Pells Hang zu Fantasy- und Mystik-Motiven passt. Es ist ein Auftakt, der weniger überraschen will als vielmehr das vertraute Klangbild vorbereitet.

Direkt danach folgt »Guillotine Walk«, ein klassischer Pell-Stampfer. Die Gitarrenarbeit ist druckvoll, während Rondinelli einen treibenden Groove liefert. Gioelis Stimme steht klar im Zentrum. Sein kraftvoller Tenor gehört seit Jahren zu den wichtigsten Markenzeichen der Band.

Kraftvolle Riffs und starke Gäste

Ein besonderes Highlight im Mittelteil des Albums ist »Breaking Seals«. Hier bekommt Gioeli Unterstützung von keinem Geringeren als Udo Dirkschneider. Das Duett funktioniert erstaunlich gut: Gioelis melodischer Gesang trifft auf Dirkschneiders raues Organ. Der Song selbst bewegt sich im Midtempo und lebt von einem massiven Riff sowie einem Refrain, der sofort im Ohr bleibt.

Der Titeltrack »Ghost Town« setzt stärker auf Atmosphäre. Getragene Keyboardflächen von Doernberg und eine leicht düstere Grundstimmung prägen den Song. Pell lässt sich Zeit, die Gitarrenlinien aufzubauen. Das Solo wirkt dabei weniger virtuos als emotional, fast erzählerisch.

Klassische Pell-Strukturen

Fans der Band wissen längst, was sie erwartet, strukturierte Songs mit deutlichem Fokus auf Melodie. Genau dieses Konzept zieht sich auch durch Stücke wie »Holy Water« oder »The Enemy Within«. Beide Songs kombinieren Hard-Rock-Riffs mit hymnischen Refrains.

Besonders »Hurricane« zeigt die eingespielte Dynamik der Band. Das Tempo zieht an, Rondinelli treibt das Stück energisch nach vorne, während Pell mehrere Gitarrenlinien übereinanderlegt. Der Song wirkt wie ein klassischer Konzertmoment.

»Sanity« schlägt danach ruhigere Töne an. Hier kommt die emotionale Seite der Band stärker zum Vorschein. Gioeli nutzt mehr Dynamik, während die Instrumentierung bewusst luftiger gehalten ist.

Melodie vor Geschwindigkeit

Mit »Towards The Shore« und »Steps Of Stone« kehrt die Band wieder stärker zum epischen Hard-Rock-Sound zurück, der seit Jahren ihr Markenzeichen ist. Beide Songs setzen auf große Refrains und breite Arrangements.

Dabei zeigt sich erneut Pells Gespür für Melodien. Statt auf extreme Geschwindigkeit oder technische Spielereien zu setzen, baut er seine Songs über Stimmungen und Gitarrenharmonien auf. Das erinnert stellenweise an klassischen Achtziger-Hard-Rock, ohne altmodisch zu wirken.

Ein würdiger Abschluss

Den Schlusspunkt setzt »Higher Call«. Der Song beginnt ruhig, fast balladesk, bevor er sich langsam steigert. Im Finale entfaltet sich noch einmal das ganze Klangspektrum der Band. Kraftvolle Vocals, hymnische Keyboards und ein langes, emotionales Gitarrensolo. Gerade dieser Track zeigt, warum Pell seit Jahrzehnten eine feste Größe im melodischen Metal geblieben ist. Er versteht es, Spannung aufzubauen und Songs über mehrere Minuten hinweg organisch wachsen zu lassen.

Produktion und Sound

Klanglich wirkt »Ghost Town« sehr rund. Die Gitarren stehen präsent im Mix, ohne die Keyboards zu verdrängen. Die Rhythmussektion arbeitet druckvoll und präzise. Vor allem Rondinellis Schlagzeug sorgt für eine solide Grundlage.

Der Mix von Tommy Geiger bringt die klassischen Pell-Elemente klar zur Geltung. Breite Gitarrenwände, warme Keyboardflächen und eine Stimme, die jederzeit im Mittelpunkt bleibt.

»Ghost Town« liefert genau das, was Fans von AXEL RUDI PELL erwarten. Große Melodien, kraftvolle Riffs und eine Band, die ihr Handwerk perfekt beherrscht. Überraschungen gibt es kaum, dafür aber ein konstant hohes Niveau und mehrere starke Songs. Die Kombination aus Erfahrung, eingespielter Besetzung und melodischem Gespür sorgt für ein Album, das im klassischen Heavy- und Hard-Rock-Kosmos bestens funktioniert.

Fazit: »Ghost Town« ist ein kraftvolles, gut produziertes Album, das die Stärken von AXEL RUDI PELL und seiner Band in den Vordergrund stellt.

Internet

AXEL RUDI PELL - Ghost Town - CD Review

EVERMORE – Mournbraid

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EVERMORE - Mournbraid - album cover
EVERMORE - Mournbraid - album cover

Band: EVERMORE 🇸🇪
Titel: Mournbraid
Label: Scarlet Records
VÖ: 20/03/26
Genre: Power Metal

Tracklist

01. The Void
02. Underdark
03. Nightstar Odyssey
04. Titans
05. Oath Of Apathy
06. The Illusionist (Raise The Curtain)
07. Armored Will
08. Ravens At The Gates
09. Mournbraid
10. Old Man’s Tale (bonus track)

 

Besetzung

Johan Haraldsson – vocals
Johan Karlsson – guitar, bass, piano, orchestrations
Andreas Viklands – drums

 

Bewertung:

4,5/5

Neue Kraft aus Schweden

Die schwedische Power-Metal-Szene hat in den letzten Jahrzehnten unzählige starke Bands hervorgebracht. In diese Tradition reiht sich auch EVERMORE ein. Hinter dem Namen steht ein kompaktes Trio. Sänger Johan Haraldsson, Multiinstrumentalist Johan Karlsson an Gitarre, Bass, Piano und orchestralen Arrangements sowie Schlagzeuger Andreas Viklands. Trotz der kleinen Besetzung klingt die Band auf Platte erstaunlich groß.

Mit »Mournbraid« erscheint nun das dritte Album der Schweden. Aufgenommen wurde es in den MWC Studios, produziert und gemischt von Marcus „Mackan“ Alfsson. Das Mastering übernahm Svante bei Chartmakers West. Schon diese Personalien lassen erahnen, dass hier kein Schnellschuss entstanden ist, sondern ein sorgfältig ausgearbeitetes Werk.

Epischer Auftakt

Der Einstieg gelingt mit »The Void«, einem kurzen orchestralen Stück, das die Atmosphäre des Albums sofort festlegt. Chöre, düstere Streicherflächen und ein langsamer Spannungsaufbau führen direkt zu »Underdark«, einem typischen Power-Metal-Stampfer mit treibenden Double-Bass-Rhythmen. Hier zeigt sich bereits eine der größten Stärken des Albums: die Balance zwischen hymnischen Melodien und einer leicht düsteren Grundstimmung.

Melodische Reise durch Sternennächte

Mit »Nightstar Odyssey« folgt einer der eingängigsten Songs der Platte. Der Refrain bleibt sofort im Ohr, ohne in simple Klischees abzurutschen. Viklands treibt den Song mit einem dynamischen Schlagzeugspiel voran, während im Hintergrund wieder orchestrale Elemente für epische Breite sorgen.

»Titans« geht noch einen Schritt weiter und bringt eine heroische Grundstimmung ins Album. Die Gitarrenlinien erinnern stellenweise an klassischen europäischen Power-Metal, während das Arrangement bewusst modern gehalten ist. Besonders der Mittelteil mit seinen mehrstimmigen Chören sorgt für Gänsehaut.

Dunklere Töne im Mittelteil

Der Albumfluss verändert sich spürbar mit »Oath Of Apathy«. Hier nehmen EVERMORE das Tempo heraus und setzt auf eine schwerere, fast melancholische Stimmung. Haraldsson zeigt dabei eine etwas rauere Seite seiner Stimme, was dem Song zusätzliche Tiefe verleiht.

Danach öffnet sich mit »The Illusionist (Raise The Curtain)« gewissermaßen ein neues Kapitel. Das Stück beginnt mit einem fast filmischen Intro aus Piano und orchestralen Klängen, bevor ein treibender Rhythmus einsetzt. Die dramaturgische Struktur erinnert tatsächlich an eine Theaterinszenierung: Aufbau, Spannung, große Auflösung im Refrain.

Kraftvolle zweite Hälfte

Mit »Armored Will« kehrt die Band zu einem direkteren Power-Metal-Ansatz zurück. Schnelle Gitarrenriffs, ein markanter Refrain und ein kurzes, prägnantes Solo geben dem Song eine klassische Metal-Dynamik. Gerade live dürfte dieser Titel hervorragend funktionieren.

»Ravens At The Gates« setzt anschließend auf eine dunklere, fast bedrohliche Atmosphäre. Die Gitarren wirken hier etwas tiefer gestimmt, während die Orchestrierungen stärker in den Hintergrund rücken. Dadurch entsteht ein kompakter, fast martialischer Klang.

Der emotionale Kern

Der Titeltrack »Mournbraid« bildet das Herzstück des Albums. Die Band kombiniert hier alles, was sie zuvor aufgebaut hat: melodische Gitarren, orchestrale Arrangements und eine emotionale Gesangsleistung. Der Song entfaltet sich langsam, steigert sich über mehrere Abschnitte hinweg und endet in einem großen Finale.

Gerade hier zeigt sich Karlssons Talent als Arrangeur. Die verschiedenen musikalischen Ebenen greifen präzise ineinander, ohne sich gegenseitig zu überdecken. Das Ergebnis wirkt cineastisch, aber dennoch klar strukturiert.

Bonus mit erzählerischem Flair

Als Bonus folgt »Old Man’s Tale«, ein ruhigerer Abschluss mit erzählerischem Charakter. Akustische Elemente und ein reduzierter Aufbau verleihen dem Stück eine beinahe folkige Atmosphäre. Nach dem epischen Titeltrack wirkt dieser Song wie ein ruhiger Nachklang.

Produktion und Klangbild

Klanglich überzeugt »Mournbraid« durch eine ausgewogene Produktion. Die Gitarren haben genug Druck, ohne die orchestralen Elemente zu überdecken. Besonders das Schlagzeug klingt natürlich und dynamisch. Marcus „Mackan“ Alfsson sorgt dafür, dass jedes Instrument seinen Platz bekommt, während das Mastering von Svante dem Album einen warmen, kräftigen Gesamtklang verleiht.

Auffällig ist auch, wie geschickt EVERMORE ihre orchestralen Arrangements einsetzen. Viele Bands im Genre überladen ihre Songs mit symphonischen Elementen. Hier bleibt alles kontrolliert und zielgerichtet. Die Orchesterparts unterstützen die Songs, statt sie zu dominieren.

Mit »Mournbraid« gelingt EVERMORE ein überzeugendes drittes Album. Die Band verbindet klassische Power-Metal-Elemente mit modernen Arrangements und einem starken Gespür für Dramaturgie. Besonders die Mischung aus melodischen Gitarren, orchestralen Klangflächen und der klaren Stimme von Johan Haraldsson prägt den Charakter der Platte.

Die Songs wirken durchdacht, abwechslungsreich und bleiben dennoch zugänglich. Stücke wie »Nightstar Odyssey«, »Titans« oder der Titeltrack zeigen, wie viel Potenzial in diesem Trio steckt.

Fazit: Mit »Mournbraid« beweisen EVERMORE erneut, warum sie zu den aufstrebenden Kraftzentren im Power-Metal gehören.

 

Internet

EVERMORE - Mournbraid - CD Review