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TEUTONIC SLAUGHTER – Cheap Food

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cover artwork TEUTONIC SLAUGHTER Cheap Food
cover artwork TEUTONIC SLAUGHTER Cheap Food

Band: TEUTONIC SLAUGHTER 🇩🇪
Titel: Cheap Food
Label: Iron Shield Records
VÖ: 30/01/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. Intro
02. Hostage
03. Cheap Food
04. Redistribution
05. Witches Rock‘n‘Roll
06. Eviscerating Surgery
07. Fight the Reaper
08. Give em Hell

Besetzung

Philip Krisch – Vocals, Guitar
Ivan Almeida – Lead Guitar
Fabian Kellermann – Bass
Nico Iserloh – Drums

Bewertung:

4/5

TEUTONIC SLAUGHTER präsentieren mit „Cheap Food“ ihr drittes Full-Length-Album. Die Band selbst beschreibt den Stil als “Oldschool-Teutonic-Thrash-Metal direkt ins Gesicht und ohne Schnörkel”. Die Platte fungiert dabei als Bindeglied zwischen alter und neuer Besetzung und zeigt eine gereifte Band mit klarerer Ausrichtung und kraftvollem Sound.

Reife Ausrichtung zwischen Tradition und Neuanfang

Ein cineastisches Intro führt in die Geschichte des Albums ein. „Intro“ klingt wie ein nüchterner Polizeibericht, ein vorgelesener Text, trocken, aber funktional, da der thematische Hintergrund sofort klar wird. Sobald jedoch „Hostage“ einsetzt, entfesselt sich aggressiver Thrash Metal klarer Oldschool-Prägung mit massiven NWOBHM-Einflüssen. Wuchtige Riffs, hohe, kehlige Schreie und Gangshouts im Refrain bestimmen das Bild. Wütend, intensiv und im Uptempo gehalten – klassischer, schlagkräftiger Thrash Metal.

TEUTONIC SLAUGHTER stammen aus Gladbeck in Nordrhein-Westfalen und sind ein Oldschool-Thrash-Metal-Quartett, gegründet 2012 von Bassist Fabian Kellermann und Gitarrist/Sänger Philip Krisch aus einem Schulprojekt heraus. 2023 kam es zu einem wichtigen Line-up-Wechsel: Ivan Almeida übernahm die Leadgitarre, Nico Iserloh das Schlagzeug. Für die Backing Vocals unterstützten unter anderem Marius Wegener (Smorrah), Robert Gornella (ex Assassin, Raging Rob) und Jörg Juraschek (Warrant) das Album.

Riffgetriebene Dynamik und technische Akzente

Der Titelsong „Cheap Food“ beginnt langsamer, mit einfachen, aber effektiven Riffs, bevor technisches Shredding das Tempo deutlich anzieht. Der Song wirkt technisch anspruchsvoller, die Vocals wechseln zwischen Schreien und Shouts, die melodische Linie bleibt simpel, transportiert aber viel Energie und Dynamik. Die Oldschool-Atmosphäre bleibt erhalten, die Gitarrenarbeit ist durchgehend beeindruckend. Ein atmosphärischer Abschnitt mit progressiverer Struktur verleiht dem Stück zusätzliche Tiefe. Aufgewühlt und aufrührerisch – ein Track mit roher Energie und direktem Thrash-Ansatz.

Die Produktion überzeugt durch Ausgewogenheit und Detailtreue. Der Sound ist dicht und voll, ohne die Aggressivität der Musik zu verlieren. Die technischen Fähigkeiten der Band werden durch Mix und Produktion gut hervorgehoben, wobei der Schwerpunkt klar auf den Gitarren liegt. Sowohl Lead- als auch Rhythmusgitarre liefern starke Leistungen ab. Die Vocals transportieren die nötige Wut, während die Rhythmussektion etwas zurückhaltender bleibt, ihre Aufgabe aber solide erfüllt.

Ein scharfes Solo leitet „Redistribution“ ein und öffnet den Song in eine komplexere Klanglandschaft. Verflochtene Gitarren sorgen für eine sehr dichte Instrumentierung, auch der Bass trägt hörbar zum Gesamtbild bei. Trotz der erweiterten Struktur bleibt der Song eine ehrliche Demonstration geradlinigen Thrash Metals. Kein klassischer Mitgröhl-Refrain, dafür ein guter Headbanger mit roher Energie, stampfenden Riffs und einem langen, gequälten Solo.

Spielfreude, Tempo und dramaturgischer Ausklang

Mit dem Titel „Witches Rock’n’Roll“ wird ein stärker rhythmisch geprägter Song angedeutet, und genau das liefert der Track. Eine einfache, eingängige Melodie trifft auf einen leicht karnevalesken Unterton, passend zur Hexenthematik. Die Vocals sind deutlich theatralischer, Krisch schlüpft hörbar in eine Rolle und sorgt so für eine dramatischere Gesangsleistung. Gutes Tempo, galoppierende Riffs und eine überzeugende Gesamtwirkung – ein Song, der auch ein Schmunzeln beim Hörer hinterlässt.

In ähnlichem Geist geht es mit „Eviscerating Surgery“ weiter. Der Track spielt mit Tempowechseln, integriert langsamere, melodische Passagen und setzt auf einen präsenten Bass sowie eine adrenalingeladene, rücksichtslose Atmosphäre. „Fight the Reaper“ überzeugt erneut durch markante Basslinien, leidenschaftliche Schreie und ein rasendes Tempo, ergänzt durch unheimliches Gelächter, das dem Song eine aggressiv-bedrohliche Dynamik verleiht.

Der Abschlusstrack „Give ’em Hell“ setzt entschlossen, aber langsamer an. Ein letztes starkes Solo und eine finale Riff-Attacke sorgen noch einmal für energiegeladene Momente. Die repetitiven Akkorde sind melodisch, die Shouts wütend. Die cineastischen Schlussmomente verlieren jedoch etwas an Druck, wodurch das Album eher introspektiv und mit gedämpfter Wirkung endet.

Bewährte Thrash-Formel mit hohem Spaßfaktor

Keine Revolution im Thrash Metal, aber ein unterhaltsames und durchweg solides Album mit konstant guten Riffs, ohne unnötige Überkomplexität. Dynamische, unerbittliche Riffs, giftige Vocals und eine rebellische Haltung prägen „Cheap Food“. Manchmal ist es sinnvoller, nicht zwanghaft nach Originalität zu suchen, sondern funktionierende Elemente überzeugend umzusetzen – und genau das gelingt TEUTONIC SLAUGHTER.

Wer nach treibendem, geradlinigem Thrash Metal sucht, findet mit „Cheap Food“ genau das. Ein vertrautes Klangbild, das klassische Genre-Elemente nicht überlädt, sondern gezielt einsetzt. Ein Album, das Fans des Genres mehrere Durchläufe wert ist und Liebhaber rhythmusbetonten Metals zuverlässig bedient.

Fazit: TEUTONIC SLAUGHTER liefern mit „Cheap Food“ klassischen Old-School-Thrash mit starken Riffs, viel Energie und direkter Attitüde – ein kurzweiliges Album.

Internet

TEUTONIC SLAUGHTER - Cheap Food - CD Review

FYRES – Like Waves

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FYRES - Like Waves - cover artwork
FYRES - Like Waves - cover artwork

Band: FYRES 🇪🇸
Titel: Like Waves
Label: LDP Records​
VÖ: 23/01/26
Genre: Alternative Metal/Post-Rock

Tracklist

01. To Float, To Flow, To Brush Your Teeth​
02. Accepting the Limits​
03. Dancing in the Rain​
04. Kings​
05. The Window

 

Besetzung

Bob G Castro

 

Bewertung:

4/5

FYRES ist im Kern das Projekt von Bob G Castro. Produzent, Songwriter und Multi-Instrumentalist, der hier alles selbst in der Hand hält. Komposition, Aufnahme, Arrangement. Man hört, dass das kein Nebenbei-Projekt ist, sondern ein sehr bewusst gebautes Album. Castro bewegt sich seit Jahren im Spannungsfeld zwischen Alternative Metal und Post-Rock. »Like Waves« ist sein bislang geschlossenstes Statement.

Zwischen Schwere und Weite

»Like Waves« lebt von Kontrasten. Massive Gitarrenflächen stehen neben offenen, annähernd schwebenden Passagen. Das Album wirkt weniger wie eine Sammlung einzelner Songs, sondern eher wie ein zusammenhängender Fluss. Der Titel ist dabei Programm. Die Stücke kommen und gehen, bauen Druck auf, ziehen sich zurück, kehren in veränderter Form wieder.

Post-Rock-Elemente geben dem ganzen Raum zum Atmen, während der Alternative-Metal-Unterbau für Erdung sorgt. FYRES verzichtet auf plakative Hooks und einfache Refrains. Stattdessen geht es um Dynamik, Texturen und Stimmungen.

Der Opener »To Float, To Flow« ist ein Statement. Langsam aufbauend, angenähert, meditativ, mit einem trockenen Humor im Titel, der sich auch musikalisch widerspiegelt. Gitarren schweben, Drums halten sich zurück. Erst nach und nach schiebt sich Gewicht ins Arrangement. Der Song macht klar, dass Geduld hier belohnt wird. Kein klassischer Einstieg, im Kontrast hierzu ein stimmiger.

Zwischen Wucht und Weite

»Accepting the Limits« schallt Dunkler, kantiger, direkter. Hier kommt der Alternative-Metal-Aspekt stärker durch. Die Riffs sind präzise, ohne überladen zu wirken. Der Track arbeitet viel mit Spannungsbögen, steigert sich, bricht wiederum ab. Inhaltlich passt der Titel gut zur Musik. Es geht um Akzeptanz, um Grenzen, ohne Resignation. Einer der fokussiertesten Momente des Albums.

Der emotionalste Track der Platte. Weniger Druck, mehr Atmosphäre. Gitarren werden zu Flächen, fast schon ambient, das Schlagzeug bleibt zurückhaltend. »Dancing in the Rain« wirkt wie ein kurzer Blick nach innen. Kein Song, der sich aufdrängt, aber einer, der hängen bleibt. Gerade in der Mitte des Albums sorgt er für Balance.

Thematische Vielfalt

Der kraftvollste Song auf »Like Waves« ist »Kings«. Hier sitzt jeder Akzent. Die Produktion ist dicht, im Gegensatz hierzu, nicht überproduziert. Castro zeigt hier seine Stärke als Arrangeur. Die Übergänge sind fließend, die Dynamik stimmt. »Kings« klingt selbstbewusst, ohne pathetisch zu werden. Ein klarer Höhepunkt.

Der Abschluss wirkt wie ein Ausatmen. Ruhiger, offener, mit viel Raum zwischen den Noten. »The Window« fasst die Stimmung des Albums gut zusammen. Melancholisch, allerdings nicht hoffnungslos. Der Song lässt bewusst Fragen offen und verzichtet auf ein großes Finale. Eine kluge Entscheidung.

Ein Album voller Kontraste und Tiefe

Die Produktion ist sauber, warm und detailreich. Man hört, dass hier jemand am Werk ist, der sein Handwerk versteht. Kein Element drängt sich unnötig nach vorne. Gitarren, Bass und Drums greifen ineinander, ohne einander zu erdrücken. Besonders die Dynamik verdient Lob. Leise Passagen bleiben spannend, laute verlieren nie die Kontrolle.

»Like Waves« ist kein Album für den schnellen Konsum. Es fordert Aufmerksamkeit, Zeit und ein gewisses Maß an Offenheit. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein stimmiges, durchdachtes Werk, das zwischen Alternative-Metal und Post-Rock eine eigene Handschrift entwickelt. Bob G Castro zeigt, dass ein Solo-Projekt nicht nach Kompromiss klingen muss.

FYRES liefern mit »Like Waves« ein Album, das wächst. Mit jedem Durchlauf entdeckt man neue Details, neue Übergänge, neue Stimmungen. Kein lauter Paukenschlag, sondern eine Platte mit Tiefe und Haltung. Vier von fünf Punkten sind hier mehr als gerechtfertigt.

Fazit: »Like Waves« zeigt, dass FYRES ein vielversprechendes Projekt ist, das noch für Aufsehen sorgen wird.

Internet

FYRES - Like Waves - CD Review

COURSE OF FATE – Behind The Eclipse

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cover artwork COURSE OF FATE Behind The Eclipse
cover artwork COURSE OF FATE Behind The Eclipse

Band: COURSE OF FATE 🇳🇴
Titel: Behind The Eclipse
Label: ROAR! / Rock of Angels Records
VÖ: 30/01/26
Genre: Progressive Metal 

Tracklist

01. Memories
02. Behind The Eclipse
03. Sky Is Falling
04. And So It Goes
05. Acolyte
06. Hiding From The Light
07. Don’t Close Your Eyes
08. Neverwhere

Besetzung

Eivind Gunnesen – Vocals
Kenneth Henriksen – Guitars
Fredrik Jacobsen – Guitars
Per-Morten Bergseth – Drums
Torstein Haakafoss – Bass

Bewertung:

3/5

Die norwegischen Progressive Metaller COURSE OF FATE kehren mit einem neuen Album „Behind The Eclipse“ zurück und versprechen, es sei „das schwerste Course Of Fate Album bis heute„.

Beeindruckender Start mit Pink Floyd Resonanzen

Akustisch und geladen mit Melancholie eröffnet das Album mit „Memories„, einem kurzen Intro – sehr langsame Musik und gesprochene Vocals. Emotionale, traurige Musik. Viel schwererer Sound kommt in „Behind The Eclipse„, immer noch langsam, die Klanglandschaft wird aber komplexer, je weiter der Song voranschreitet. Ein Sound mit vielen Einflüssen von Melodic Death Metal zu Progressive Rock und Heavy Metal, mit technischer Instrumentierung, cleanen und sehr emotionalen, aber leidenschaftlichen Vocals. Der Titelsong ist melodisch mit sehr komplexem Songwriting, mehrschichtige Musik. Eine Mid-Song-Passage bringt fast Stille – akustische Gitarre und nur Vocals, ruhig und kreiert eine traurige Stimmung. Die Lead-Gitarre bringt einen Vintage-Sound mit Pink Floyd Resonanzen in jeder Note. Eine starke Basslinie signalisiert aber die Rückkehr zu massiven Riffs, und das Ende des Songs ist schwer und viel dichter wieder, mit unvergesslichen Riffs und unbestreitbarer Power. Ein beeindruckender Start, ein Höhepunkt.

Aus Fredrikstad, Norwegen, wurden COURSE OF FATE 2003 gegründet. Gitarrist Kenneth Henriksen und Bassist Torstein Haakafoss sind als Gründungsmitglieder immer noch in der Band – ein Kern, der langsam die restlichen Mitglieder um sich versammelte: Drummer Per-Morten Bergseth, zweiter Gitarrist Fredrik Jacobsen und Sänger Eivind Gunnesen.

Simple Kompositionen mit Prog Rock Einflüssen

Noch schwerer startet „Sky Is Falling„, aber langsamer – hochgepitchte Vocals, schreiend, aber Clean Vocals in vielen Techniken. Immer noch atmosphärisch in vielerlei Hinsicht, langsames und unkompliziertes Solo, leicht anders als die für das Genre typischen. Aber sehr lang und melodisch. Ein insgesamt simplerer Song. „And So It Goes“ setzt den simpleren Ansatz fort, sehr ambient und melodisch wieder mit Resonanzen von den Prog Rock Größten. Emotional und nicht so komplexe Musik, wie man erwarten sollte – nur ein paar Explosionen von Energie erinnern den Hörer daran, dass dies ein Metal-Album ist, aber ziemlich im bereits etablierten Sound.

Die Produktion ist sehr gut, klar und sehr ausbalanciert. Jedes Instrument hat einen Platz im Rampenlicht, Vocals setzen aber eine klare Marke auf den Band-Sound. Sie schafft es, das richtige Gewicht auf die schwereren Passagen zu legen, behält aber auch die Delikatesse der atmosphärischen. Der Sound ist sehr klar und zeigt die technischen Fähigkeiten der Musiker.

Polyrhythmisch und unvorhersehbar

In „Acolyte“ halten ein schöner Bass und Klavier den langsameren Ansatz, nach der kurzen ambienten Sequenz kehrt aber die komplexere und schwerere Klanglandschaft endlich zurück. Und es klingt wirklich gut. Ein wirklich voller Sound, polyrhythmisch, unvorhersehbar, dynamisch – ein sehr guter Prog Metal Song, der mit allem kommt: komplex, technisch, episch und dennoch warm, fließende Musik. Beide Gitarren glänzen wirklich am Song, die Rhythmussektion ist auch beeindruckend, und Vocals halten die hohen Standards. Ein definitiver Höhepunkt des Albums.

Hiding From The Light“ behält den aggressiven Ansatz, und wir bekommen hier einige geknurrte Vocals, die sehr gut zum Band-Sound passen. Immer noch mit unerwarteten Wendungen kommend, ist der ganze Sound insgesamt sehr schwer und zeigt einen wirklich aggressiven Teil der Band. Keine lineare Komposition – es gibt Wechsel in Tempo und musikalischem Ansatz, was ein gutes und dynamisches Stück macht. Nach dem Song mit den schwersten Passagen kommt aber der leichteste: „Don’t Close Your Eyes„, fast nur ein Cello und melodische Vocals – traurige und delikate Musik, leicht, einfach, melancholisch. Ein riesiger Kontrast zu dem, was die Band kann, ein zu großer Kontrast. Ein Song, der vielleicht im kompositorischen Flow des Albums irgendwie seinen Platz findet, als eigenständiger Track aber ziemlich enttäuschend – ein Tiefpunkt.

Der Abschluss des Albums kommt mit „Neverwhere„. Dieser startet mit akustischen Gitarren und einem Klavier, melodisch und leicht, ein atmosphärischer erster Teil in derselben Stimmung wie der vorherige – nicht so extrem leicht, aber immer noch übermelodisch und wieder mit klaren Resonanzen von Progressive Rock. Langsam kreieren die Instrumente einen immer schwereren Sound, sogar einige gute Riffs sind zu hören – ein Crescendo, das das ganze Album sehr gut repräsentiert.

Extreme Kontraste zwischen zwei Gesichtern

Ziemlich typischer Progressive Metal mit einem Sound, der an die Urväter des Genres erinnert, vielleicht schwerer als diese früher waren, aber auch leichter in bestimmten Passagen. Eine Musik voll von Kontrasten, von delikaten Sequenzen zu wirklich aggressiven, vielleicht zu viele Extreme – eine ganze Bruchlinie zwischen diesen. Komplexes Songwriting auf manchen Songs wechselt sich ab mit simplicem auf anderen. Alles in den Extremen.

Zu schade über die zu melodischen und emotionalen, fast ambienten Tracks, die hier und da auf dem Album kommen und dann den Sound zu lange monopolisieren. Fühlt sich an, als hätten sie ihre Power und Inspiration verloren, glücklicherweise ist die gute Musik aber immer zurückgekehrt. Dennoch eine Arbeit mit zwei gegensätzlichen Gesichtern. Tatsächlich ist es das schwerste Werk der Band, und diese Schwere passt besser zum Band-Sound. Ein wichtiger Meilenstein in der Diskografie von COURSE OF FATE, ein Album, das zeigt, wozu die Band fähig ist.

Fazit: „Behind The Eclipse“ von COURSE OF FATE verdient Lob für Schwere und technische Fähigkeiten, zu melodische Tracks schmälern aber den Gesamtimpact.

Internet

COURSE OF FATE - Behind The Eclipse

DEATH DEALER – Reign Of Steel

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DEATH DEALER - Reign Of Steel - cover artwork
DEATH DEALER - Reign Of Steel - cover artwork

Band: DEATH DEALER 🇺🇸
Titel: Reign Of Steel
Label: Massacre Records
VÖ: 23/01/26
Genre: Heavy/Power Metal

Tracklist

01. Assemble
02. Devil’s Triangle
03. Riding On The Wings
04. Bloodbath
05. Raging Wild And Free
06. Blast The Highway
07. Compelled
08. Dragon Of Algorath
09. Sleeping Prophet
10. Reign Of The Night

 

Besetzung

Sean Peck – Vocals
Ross “The Boss” Friedman – Guitars
Stu Marshall – Guitars
Mike LePond – Bass
Steve Bolognese – Drums

 

Bewertung:

2,5/5

DEATH DEALER ist eine Art Allstar-Projekt des US-Power-Metal. Am Mikro steht Sean Peck, bekannt für seine kraftvolle, zeitweilig polarisierende Stimme. An der Gitarre wirkt niemand Geringeres als Ross “The Boss” Friedman, eine Legende aus MANOWAR-Tagen, unterstützt von Stu Marshall. Die Rhythmussektion übernehmen Mike LePond am Bass (Symphony X), und Steve Bolognese an den Drums. Mit »Reign Of Steel« legt die Band ihr aktuelles Studioalbum vor und bleibt hierbei fest im klassischen Power-Metal verankert.

Stahl, Pathos und alte Tugenden

Schon der Titel macht klar, wohin die Reise geht. »Reign Of Steel« will kraftvoll, heroisch und kompromisslos sein. Genau das liefern DEATH DEALER selbstredend. Das Album ist tief verwurzelt im traditionellen US-Power-Metal, mit klaren Referenzen an die Achtziger und frühen Neunziger. Schnelle Riffs, marschierende Rhythmen und hymnische Refrains bestimmen das Bild. Überraschungen stehen nicht auf dem Plan.

Der Opener »Assemble« funktioniert wie ein Startschuss. Ein kurzer, epischer Aufbau, dann setzen die Gitarren ein und machen unmissverständlich klar, dass hier keine halben Sachen gemacht werden. Ross The Boss klingt vertraut, angenähert nostalgisch, ohne völlig altbacken zu wirken. Gleichzeitig wird im Kontrast hierzu deutlich, dass sich DEATH DEALER stilistisch keinen Millimeter bewegen wollen.

Gitarrenarbeit mit Licht und Schatten

Das Zusammenspiel von Ross The Boss und Stu Marshall ist solide, manchmal sogar richtig stark. Songs wie »Devil’s Triangle« oder »Riding On The Wings« profitieren von knackigen Riffs und klassischen Twin-Leads, die Fans des Genres sofort abholen dürften. Gerade im Mittelteil des Albums blitzt immer wieder auf, wie viel Erfahrung hier zusammenkommt.

Problematisch wird es dann, wenn sich die Band zu sehr auf bekannte Muster verlässt. »Bloodbath« und »Raging Wild And Free« klingen zwar druckvoll, im Gegensatz hierzu austauschbar. Die Riffs sind sauber gespielt, doch echte Wiedererkennungsmerkmale fehlen. Hier wären weniger Routine und mehr Mut wünschenswert gewesen.

Gesang zwischen Heroik und Überzeichnung

Sean Peck ist ohne Frage ein prägnanter Frontmann. Seine Stimme passt perfekt zu den martialischen Texten und der pathetischen Grundstimmung. In Stücken wie »Blast The Highway« oder »Compelled« treibt er die Songs mit viel Energie voran. Allerdings bewegt er sich wiederholt hart an der Grenze zur Überzeichnung.

Gerade über die komplette Albumlänge hinweg kann das anstrengend wirken. Peck kennt im Ausdruck fast nur eine Intensitätsstufe, was dazu führt, dass sich viele Songs emotional ähneln. Feinere Nuancen oder bewusst gesetzte Ruhepunkte bleiben Mangelware.

Rhythmus Sektion als verlässliches Fundament

Mike LePond und Steve Bolognese liefern buchstäblich das, was man von ihnen erwartet. Der Bass ist präsent, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und stützt die Gitarrenarbeit wirkungsvoll. Das Schlagzeug ist präzise, treibend und stets songdienlich. Besonders »Dragon Of Algorath« profitiert von der kraftvollen Rhythmusarbeit, die dem Song eine gewisse epische Breite verleiht. Technisch gibt es hier nichts zu beanstanden. Allerdings bleibt desgleichen die Rhythmus Sektion strikt im sicheren Bereich und trägt wenig zur Dynamik oder Abwechslung bei.

Highlights und Längen

Mit »Sleeping Prophet« gelingt DEATH DEALER einer der stärkeren Momente des Albums. Der Song nimmt etwas Tempo heraus, wirkt atmosphärischer und erlaubt der Band, Spannung aufzubauen, statt sie uneingeschränkt mit Lautstärke zu erzeugen. Auch der Titeltrack »Reign Of The Night« punktet mit einem eingängigen Refrain und einem klar strukturierten Aufbau.

Trotzdem zieht sich das Album stellenweise. Die zweite Hälfte leidet unter zu vielen ähnlich gestrickten Songs, die sich gegenseitig im Weg stehen. Hier hätte eine straffere Auswahl oder mehr stilistische Abwechslung gutgetan.

»Reign Of Steel« ist ein Album für eingefleischte Power-Metal-Fans, die genau wissen, was sie wollen. DEATH DEALER liefern routiniert gespielten, traditionellen Metal ohne Experimente. Das ist handwerklich ordentlich, teilweise außerdem unterhaltsam, bleibt allerdings zu oft vorhersehbar. Die große Stärke der Band, ihre Erfahrung, wird zugleich zur größten Schwäche.

Fazit: »Reign Of Steel« von DEATH DEALER ist ein Album, das die Erwartungen erfüllt, aber kaum darüber hinausgeht.

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DEATH DEALER - Reign Of Steel - CD Review

FIREBORN – Dreamcatcher

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FIREBORN - Dreamcatcher - album cover
FIREBORN - Dreamcatcher - album cover

Band: FIREBORN 🇩🇪
Titel: Dreamcatcher
Label: El Puerto Records
VÖ: 23/01/26
Genre: Hard Rock/Heavy Metal

Tracklist

01. Dancing With The Villain
02. Set The World On Fire
03. Point Of No Return
04. Likes For A Life
05. Pull The Trigger
06. Little Wanderer
07. Crisis Of Youth
08. Dreamcatcher
09. Flashlight
10. Out Of The Edges
11. Human

 

Besetzung

Jenny Gruber – Vocals
Raphael Singh – Drums
Rick Götze – Guitars
Dennis Weber – Guitars
Christian Lehr – Bass

 

Bewertung:

3,5/5

FIREBORN kommen aus dem modernen Hard-Rock und Heavy-Metal und setzen auf eine klassische Bandbesetzung mit klarer Rollenverteilung. Am Mikrofon steht Jenny Gruber, deren Stimme das Zentrum des Sounds bildet. Das Fundament liefern Raphael Singh am Schlagzeug und Christian Lehr am Bass. Für Druck und Melodie sorgen Rick Götze und Dennis Weber an den Gitarren. »Dreamcatcher« ist das aktuelle Album der Band und zeigt ihren Anspruch, zeitgemäßen Heavy Rock mit Haltung zu verbinden.

Zwischen Härte und Haltung

Schon die ersten Minuten machen klar, wohin die Reise geht. »Dancing With The Villain« eröffnet das Album mit kantigen Riffs und einem Refrain, der sofort im Ohr bleibt. FIREBORN setzen auf eine saubere Produktion, die Druck zulässt, ohne steril zu wirken. Die Band will kraftvoll klingen, im Kontrast hierzu nicht überladen. Das gelingt über weite Strecken, desgleichen, weil das Songwriting diszipliniert bleibt und selten unnötige Umwege nimmt.

»Set The World On Fire« legt im Anschluss nach. Der Song ist klassischer Hard Rock mit moderner Kante, getragen von einem treibenden Schlagzeug und klar gesetzten Gitarrenlinien. Hier zeigt sich, wie gut das Zusammenspiel innerhalb der Band funktioniert. Nichts wirkt zufällig, jede Spur hat ihren Platz.

Songs mit klarer Kante

Mit »Point Of No Return« und »Likes For A Life« rückt die Band thematisch näher an gesellschaftliche Fragen heran. Gerade »Likes For A Life« sticht hervor, weil der Song aktuelle Mechanismen sozialer Medien aufgreift, ohne belehrend zu wirken. Jenny Gruber transportiert den Text mit Nachdruck, bleibt dabei im Gegensatz hierzu melodisch und kontrolliert. Ihre Stimme hat genug Schärfe für die härteren Passagen und genug Gefühl für die ruhigeren Momente.

»Pull The Trigger« gehört zu den direkteren Tracks des Albums. Hier regiert der Drive, der Song will nach vorne und macht daraus kein Geheimnis. Die Gitarrenarbeit ist schnörkellos, das Solo sitzt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. FIREBORN verstehen es, Spannung aufzubauen, ohne sich in technischen Spielereien zu verlieren.

Luft zum Atmen

Mit »Little Wanderer« gönnt sich das Album eine kurze Verschnaufpause. Der Song ist zurückhaltender, fast schon nachdenklich, und zeigt eine andere Facette der Band. Auch »Crisis Of Youth« schlägt in diese Richtung, bleibt aber rhythmisch dichter und emotional aufgeladen. Hier gelingt FIREBORN eine gute Balance zwischen Melancholie und Energie.

Der Titeltrack »Dreamcatcher« steht bewusst in der Mitte des Albums und wirkt wie ein inhaltlicher Kern. Der Song verbindet Atmosphäre mit Durchschlagskraft und bleibt selbst nach mehreren Durchläufen präsent. Besonders das Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug sorgt für Tiefe, während die Gitarren genug Raum für Dynamik lassen.

Licht und Schatten

Mit »Flashlight« und »Out Of The Edges« wird der Ton wieder rauer. Diese Stücke setzen stärker auf Groove und Rhythmus als auf große Melodiebögen. Nicht jeder Refrain zündet sofort, nichtsdestoweniger gewinnen die Songs mit der Zeit. Hier zeigt sich auch eine kleine Schwäche des Albums. Manche Ideen hätten noch etwas mehr Feinschliff vertragen, vor allem im Hinblick auf Wiedererkennungswert.

Der Abschluss »Human« rundet das Album stimmig ab. Der Song wirkt persönlicher, annähernd introspektiv, und gibt dem Hörer das Gefühl, dass FIREBORN mehr wollen als reine Lautstärke. Inhaltlich und musikalisch passt er gut ans Ende und hinterlässt einen ordentlichen Eindruck.

»Dreamcatcher« ist ein solides Hard-Rock/Heavy-Metal-Album, das auf starke Einzelmomente setzt und eine klare Linie verfolgt. FIREBORN zeigen, dass sie wissen, was sie tun, und dass sie als Band funktionieren. Nicht jeder Song bleibt sofort hängen, doch das Gesamtbild stimmt. Die Mischung aus Druck, Melodie und thematischem Anspruch macht das Album hörenswert, wenngleich noch Luft nach oben bleibt.

Fazit: »Dreamcatcher« ist ein Album, das die Stärken von FIREBORN unterstreicht: Energie, Leidenschaft und musikalisches Können.

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FIREBORN - Dreamcatcher - CD Review

CORONATUS – Dreadful Waters

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CORONATUS - Dreadful Waters - album cover
CORONATUS - Dreadful Waters - album cover

Band: CORONATUS 🇩🇪
Titel: Dreadful Waters
Label: Massacre Records
VÖ: 23/01/26
Genre: Symphonic/Folk Metal

Tracklist

01. The Maelstrom
02. Through The Brightest Blue
03. To The Reef!
04. The Ship’s Cook
05. Southern Cross
06. The Siren
07. A Seaman’s Yarn
08. Dark Ice
09. Die Hexe und der Teufel

 

Besetzung

Leni Eitrich – Mezzo-soprano
Sabine Prechtel – Mezzo-soprano
Nemesis aka Brigitte Kaefer – Rock voice
Tine Jülich – Violin
Harry Zeidler – Guitars
Simon Gutbrod – Bass
Mats Kurth – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

CORONATUS gehören seit Jahren zu den eigenwilligeren Stimmen im Symphonic- und Folk-Metal-Umfeld. Die Band setzt nicht auf Bombast um jeden Preis, sondern auf Atmosphäre, erzählerische Songs und einen ausgeprägten Hang zu maritimen Motiven. Auf »Dreadful Waters« trifft ein ungewöhnlich breites vokales Spektrum auf klassische Metal-Instrumentierung, Violine und folkige Farben. Das Line-up liest sich entsprechend vielstimmig: Leni Eitrich und Sabine Prechtel am Mezzosopran, Nemesis alias Brigitte Kaefer mit markanter Rockstimme, dazu Tine Jülich an der Violine, Harry Zeidler an den Gitarren, Simon Gutbrod am Bass und Mats Kurth am Schlagzeug.

Zwischen Sturmromantik und Seemannsgarn

Der Albumtitel »Dreadful Waters« ist Programm. CORONATUS zeichnen ein Bild von rauer See, alten Legenden und menschlichen Grenzerfahrungen. Das funktioniert weniger über plakative Effekte, sondern über eine dichte Grundstimmung. Die Produktion bleibt klar, manchmal fast zurückhaltend, was den Songs Luft lässt. Wer einen durchgehend wuchtigen Symphonic-Metal-Brocken erwartet, liegt hier daneben. Stattdessen entfaltet sich das Album eher wie ein erzählender Roman mit wechselnden Kapiteln.

Drei Stimmen, viele Gesichter

Das Herzstück der Platte sind ohne Zweifel die drei Sängerinnen. Die beiden Mezzosoprane ergänzen sich gut, mal klassisch getragen, mal folkig gefärbt. Nemesis bringt mit ihrer Rockstimme eine raue Kante hinein, die angelegentlich in den härteren Passagen gebraucht wird. Nicht jeder Wechsel sitzt perfekt, gelegentlich wirken die Übergänge etwas konstruiert. Trotzdem entsteht ein spannendes Wechselspiel, das dem Album Charakter gibt und es von vielen Genre-Kollegen abhebt.

Instrumente mit viel Raum

Gitarren, Bass und Schlagzeug liefern eine solide Basis, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Harry Zeidlers Riffs bleiben meist melodisch, selten aggressiv, was gut zum erzählerischen Ansatz passt. Mats Kurth spielt kontrolliert und songdienlich, vermeidet überflüssige Ausbrüche. Besonders positiv fällt die Violine von Tine Jülich auf. Sie ist nicht bloß schmückendes Beiwerk, sondern oft tragendes Element, etwa wenn sie Seefahrerromantik oder unterschwellige Bedrohung transportiert.

Die Reise beginnt

Der Opener »The Maelstrom« zieht den Hörer direkt in den Strudel. Düster, langsam aufbauend, mit einem Gefühl von drohender Gefahr. »Through The Brightest Blue« wirkt danach approximativ versöhnlich und zeigt die melodische Stärke der Band. »To The Reef!« bringt erstmals mehr Tempo, bleibt im Kontrast hierzu kontrolliert und verzichtet auf reinen Power-Metal-Überschwang.

Geschichten aus der Kombüse

Mit »The Ship’s Cook« und »A Seaman’s Yarn« schlägt das Album eine erzählerischere Richtung ein. Hier funktionieren CORONATUS besonders gut, weil Text und Musik ineinandergreifen. Man hört förmlich das Knarren des Schiffs und das Murmeln alter Geschichten. »Southern Cross« bringt eine hymnische Note ins Spiel, ohne kitschig zu werden.

Dunklere Gewässer

»The Siren« und »Dark Ice« gehören zu den stärkeren Momenten der Platte. Hier treffen Atmosphäre, Melodie und Gesang stimmig aufeinander. Vor allem »Dark Ice« bleibt hängen, weil es Spannung aufbaut und nicht sofort alles preisgibt. Der Abschluss »Die Hexe und der Teufel« setzt mit deutscher Sprache einen Akzent, der mutig ist und nicht ganz reibungslos funktioniert, aber dem Album ein eigenes Ende verleiht.

»Dreadful Waters« ist kein Album für den schnellen Effekt. CORONATUS setzen auf Stimmung, Geschichten und eine ungewöhnliche vokale Mischung. Nicht jeder Song zündet sofort, und an manchen Stellen hätte man sich halbwegs mehr Mut oder Straffung gewünscht. Dafür bietet die Platte viele Details, die sich erst mit der Zeit erschließen. Wer Symphonic- und Folk-Metal mag, der mehr erzählen will als nur epische Refrains, findet hier eine spannende, wenn auch nicht perfekte Reise.

Fazit: Mit »Dreadful Waters« liefern CORONATUS ein Album ab, das sowohl atmosphärisch wie desgleichen musikalisch beeindruckt.

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CORONATUS - Dreadful Waters - CD Review

TEXTURES – Genotype

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TEXTURES – Genotype
TEXTURES – Genotype

Band: TEXTURES 🇳🇱
Titel: Genotype
Label: KScope
VÖ: 23/01/26
Genre: Progressive Metal

Tracklist

01. Void
02. At the Edge of Winter
03. Measuring the Heavens
04. Nautical Dust
05. Vanishing Twin
06. Closer to the Unknown
07. A Seat for the Like-Minded
08. Walls of the Soul

 

Besetzung

Daniël de Jongh – vocals
Bart Hennephof –guitars
Joe Tal – guitars
Remko Tielemans – bass
Uri Dijk – keyboards
Stef Broks – drums

 

Bewertung:

4/5

Nach beinahe exakt zehn Jahren seit der Veröffentlichung von „Phenotype“ kehren TEXTURES mit der lang ersehnten Fortsetzung „Genotype“ zurück. Ursprünglich hatten die Niederländer die beiden Titel als Doppelabum angekündigt. Weniger als zwei Jahre nach dem Release von „Phenotype“ löste sich die Band allerdings auf. Die emotionale Erschütterung, die den Fans in den Knochen steckte, wurde zu einem kollektiven Freudentanz als TEXTURES ihre Wiedervereinigung für 2024 bekannt gaben. Noch besser: Der lang ersehnte fehlende Teil des Doppelalbums war zum Greifen nahe! Aber in zehn Jahren verändern sich Ideen, Inspirationen und die Welt, in der wir leben…

Weniger eine Fortsetzung als eine Wiedergeburt  

TEXTURES spielten mit offenen Karten und verkündeten, dass „Genotype“ nicht aus Aufnahmen der damaligen Zeit entwickelt wurde. Stattdessen wurde neues Material geschrieben. Die gesamte Idee war auf den biologischen Begriffen aufgebaut, die einerseits das Erbgut eines Organismus (Genotyp) und andererseits die Ausprägung dessen (Phänotyp) beschreiben. Da mit „Phenotype“ quasi die Manifestierung der Genetik bereits abgehandelt wurde, ist ein Blick auf die zugrunde liegende DNA umso spannender. „Genotype“ wird somit als Album beschrieben, welches das Innerste reflektiert: Unsere Gedanken vor unseren Handlungen etc. Lyrisch ist es an Menschen gerichtet, die sich nicht gehört fühlen, an Außenseiter, Introvertierte, aber auch jene, die in ihren eigenen inneren Welten unter gehen.

Der erste Eindruck

Bevor ich mein finales Statement zu „Genotype“ ablege, möchte ich – im Sinne der Ehrlichkeit und Nachvollziehbarkeit – meinen Bezug zu TEXTURES erklären. Bis vor ca. 1,5 Jahren hatte ich gar keine Berührungspunkte mit der Band. Aus Neugierde wollte ich aber die Review schreiben. Als Vorbereitung hatte ich mir „Phenotype“ einmal in Ruhe angehört. Das neue Album habe ich sehr oft gehört – aktiv und passiv. Mir ist wenig aufgefallen, das mir nicht gefällt. Lediglich die letzte Nummer, „Walls of the Soul“, ist an manchen Stellen etwas sperrig, weil es stärker in die Djent-Richtung abdriftet. Ansonsten fand ich das Album sehr gut. Der Sound ist makellos und mächtig, ohne zu klinisch zu klingen. Die Lieder haben mich in ihren Bann gezogen, nicht zuletzt wegen der Texte. Außerdem gibt es genügend Passagen, die schnell im Gedächtnis bleiben. Das Songwriting ist einem modernen Prog-Album würdig. Es ist so geschrieben, dass man nicht das Gefühl hat, eine musikalische Gleichung lösen zu müssen, um es genießen zu können.

Nach einer kritischen Auseinandersetzung: der zweite Eindruck

Bevor ich eine finale Bewertung abgebe, wollte ich „Phenotype“ noch einmal auf mich wirken lassen. Außerdem habe ich mir die Meinung von Fans und Rezensenten eingeholt, die TEXTURES schon länger verfolgen. Und damit, muss ich gestehen, habe ich ein etwas anderes Bild von „Genotype“ gewonnen. Es ist gesangsfokussierter, emotional geladener, weniger Riff-lastig, dafür atmosphärischer und in Summe ruhiger als der Vorgänger. Daniël de Jongh nutzt größtenteils seine Singstimme. Das Growlen spart er sich auf für besonders energische Passagen.

Spannungsaufbau der speziellen Sorte

Was außerdem ganz stark auffällt, ist der Spannungsaufbau in vielen Liedern. Anstatt mit der Tür ins Haus zu fallen, wird lieber taktisch angepirscht. „Measuring the Heavens”, „Nautical Dust”, „Vanishing Twin”, und „A Seat for the Like-Minded” folgen diesem Muster. Das Ding ist nur, die Musik steigert sich, Instrumente kommen dazu, werden lauter, schneller, man weiß, jetzt kommt gleich der große Moment! Aber häufig ist dieser Moment weitaus weniger bombastisch als erwartet. Oder fehlt zur Gänze. Oder ist nach wenigen Sekunden wieder vorbei. Und genau hier befinde ich mich im Zwiespalt: Es ist mir sofort aufgefallen, aber es hat mich nie gestört.

Futuristische Atmosphäre

Ein weiteres markantes Stilmittel, das „Genotype“ charakterisiert, ist der Einsatz von Synthesizern. Die futuristischen Sounds wurden bereits in der Single At the Edge of Winter” vorgestellt. Sie bekommen aber über das Album hinweg eine größere Rolle als man vermuten würde. In der Single waren sie markant als wiederkehrende Melodie eingesetzt, aber die Gitarren standen dann doch klar im Vordergrund. „Vanishing Twin” lebt von einem schnellen Tom-Beat und leicht shreddenden Gitarren, mit Fokus auf Gesang. Das Lied ist damit recht simpel gestrickt und bekommt einen signifikanten Mehrwert durch die Synthesizer. Die Akzente sind gut platziert und erschaffen ein stimmiges Klangbild über die acht Songs hinweg. Es wundert mich aber nicht, wenn es Leute gibt, die behaupten, dass „Genotype“ in Summe wenige prägnante Gitarrenriffs auf Lager hat.

Ein zwiespältiges Resümee

Die Frage, wie gut man für jede Review, die man schreibt, die betreffende Band kennen sollte, wenn sie schon länger existiert, beschäftigte mich hier sehr intensiv. Ich denke, es kann Vor- und Nachteil zugleich sein. In diesem Fall hatte ich das Bedürfnis, meine Sicht mit der von langjährigen Fans zu vergleichen. Meiner Meinung nach ist „Genotype“ ein tolles Prog-Metal-Album, das eine großartige Symbiose aus Komplexität und Eingängigkeit schafft. Insbesondere der Fokus auf Gesang, Storytelling und Atmosphäre ist insofern aufgegangen, da mich die Lieder in ihren Bann ziehen – vor allem dann, wenn ich genau hinhöre.

Ich verstehe aber auch, wenn Fans meinen, „Genotype“ sei nach einer Dekade des Wartens ernüchternd oder überraschend. Es ist nicht so brutal, verspielt und dynamisch wie „Phenotype“. Besonders nach den Singles „At the Edge of Winter” und „Closer to the Unknown” dürfte der Rest des Albums für Stirnrunzeln sorgen. Beide Songs setzen am ehesten das fort, was am Vorgänger Programm war. Man muss auch sagen, dass die beiden Lieder die stärksten sind.

Fazit: TEXTURES kehren nach zehn Jahren mit „Genotype“ zurück. Für langjährige Fans mag es nicht genau das sein, was sie erwartet haben; dennoch überzeugt es mit emotionaler Tiefe und musikalischer Komplexität, die zugänglich und mitreißend ist. 

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TEXTURES – Genotype

EXIMPERITUS – Meritoriousness Of Equanimity

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cover artwork EXIMPERITUS Meritoriousness Of Equanimity
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Band: EXIMPERITUS 🇧🇾
Titel: Meritoriousness Of Equanimity
Label: Willowtip Records
VÖ: 30/01/26
Genre: Brutal/Technical Death Metal

Tracklist

01. One Step Long Infinity
02. Contemplation of the Plastic Fibers of Perfection at the Second Level of Reality
03. Twelve Centuries of Triumph of the Third Kingdom: the Idea of the Inner Creation of the Aristocratic Character of the Leader and the Process of Tempering Him in the Crucible of Trials in the Face of the Exaltation of Life as an Ode to the Heroic Ideals of Future Civilizations
04. Finding Consistency In The Fourth Quadrant Of Eternity
05. The Untimely Fruit Of The Unsaid
06. Golden Chains For The Construction Of Individual Greatness
07. Molecular Disintegration of an Unattainable Solitary Will in a Vessel of Wisdom…as a Result of the Soul’s Aspiration to Break the Summed Up Set of Delusions of Reason… in the Course of a Personal Experience of Accepting the Imperfection of the World and Proving that Time Gets Rid of the Fragile and Leaves Invulnerable
08. Chalkionic Wandering Among The Wreckage Of The Future
09. Standing At The Skirt Of The Ruins Of Human Nature (…On The Other Side Of Man And Time)

Besetzung

Bewertung:

4/5

Als die Band mit einem Namen wie Eximperituserqethhzebibšiptugakkathšulweliarzaxułum kam, zogen sie sicher viel Aufmerksamkeit auf sich. Nachdem sie sich in der Szene etabliert hatten, verkürzten sie zurück zu EXIMPERITUS und beeindrucken weiter nur durch Musik. Jetzt mit einem neuen Album macht die belarussische Band auch eine Abkehr von ihrem ursprünglichen Sound – eine Band, die weiterhin auf viele mögliche Arten überrascht.

Technisch komplex unter scheinbar simpler Struktur

Unmenschliche Growls und solide Riffs eröffnen „One Step Long Infinity„. Gnadenloses Drumming, gewalttätige und rein aggressive Musik. Aber auch technisch mit komplizierter Struktur – von dissonanter Gitarre zu massiver Rhythmussektion. Das ist Musik nur scheinbar mit simpler Struktur, weil hinter der Haupt-Melodielinie permanente Tempowechsel stattfinden, viele davon subtil, kaum unterscheidbar. Auch eine mehrschichtige Instrumentierung – hinter massiven Drums und Riffs webt eine Lead-Gitarre permanent eine komplexe Melodie. Ein starker Eröffnungstrack und vielversprechend.

Der nächste Song mit einem typischeren Namen, wie die Band sie früher nutzte, „Contemplation Of The Plastic Fibers Of Perfection At The Second Level Of Reality„, startet abrupt, mehr wie eine Fortsetzung eines Akkords vom vorherigen Song. Langsamer, sogar ein Hauch Melodie auf langsamerer Passage. Aber massive, bestrafende Riffs, dämonische Growls, brutale und direkte Musik. Morbide Atmosphäre, mahlender und massiver Sound.

Abgesehen davon, dass sie aus Minsk kommen und um 2009 gegründet wurden, ist nicht viel über die Band bekannt, und nichts über Mitglieder. Nur die Diskografie, mit „Meritoriousness Of Equanimity“ als ihrem dritten Album. Einfach charakterisiert auf verschiedenen Plattformen als „a Death Metal band“ und mit einer Vorliebe für endlose Song-/Albumnamen zogen EXIMPERITUSERQETHHZEBIBŠIPTUGAKKATHŠULWELIARZAXUŁUM Aufmerksamkeit auf sich und behielten diese mit guter Musik.

Unerwartete melodische Einschübe

Akustisch und melodisch, unerwartet langsam kommt „Twelve Centuries of Triumph of the Third Kingdom: the Idea of the Inner Creation of the Aristocratic Character of the Leader and the Process of Tempering Him in the Crucible of Trials in the Face of the Exaltation of Life as an Ode to the Heroic Ideals of Future Civilizations“ – ein ungewöhnlich langer Name für ein kurzes emotionales und ruhiges Interlude, unterstreicht aber die Aggression, die in „Finding Consistency In The Fourth Quadrant Of Eternity“ folgt. Roh, mit den akustischen Akkorden vom Intermezzo, die in den Song übergehen, ein Doom-artiger Rhythmus – ein bizarrer Song, selbst von einer unkonventionellen Band wie EXIMPERITUS. Mit Clean Vocals fast im Gothic Doom Metal Stil ist das kein schlechter Song, der unerwartete Schock, diese Art Musik von ihnen zu hören, macht es aber nicht leicht, ihn zu schätzen. Auch wenn der Song zum Ende hin etwas Power bekommt, bleibt es ein seltsamer Moment für die Band.

Die Produktion ist typisch für das Genre, vielleicht etwas roher als üblich, aber ziemlich üblich und von diesem Standpunkt aus gut. Drums sind vorne und setzen das Tempo, Vocals sind höchstwahrscheinlich der wichtigste Teil des Band-Sounds. Textlich beschreibt die Band das Kernkonzept des Albums als „neun unabhängige Kompositionen, vereint durch die Idee, innere Unterstützung in einer Ära der Turbulenz zu suchen. Entlarvung und Geißelung sozialer Dogmen und morbider Tendenzen auf den Ruinen der alten Welt.

The Untimely Fruit Of The Unsaid“ kehrt zu einem erdrückenderen Sound zurück, immer noch langsam, aber mit massiven Riffs und gnadenlosen Drums. Hier haben wir zumindest einen Sound, den man von EXIMPERITUS erwartet – dissonant und zermalmend, aber technisch, komplex. Massiv verzerrte Lead-Gitarre kommt mit großem Impact, als kurze Quietscher oder in Form eines kohärenten, technischen, hochgepitchten Solos. Beeindruckend durch die imposanten Riffs, ein Höhepunkt.

Absurd lange Namen für kurze Interludes

In derselben Klanglandschaft kommt „Golden Chains For The Construction Of Individual Greatness“ – ein Dialog zwischen Lead-Gitarre und infernalischen Vocals, mit einer Rhythmussektion, die die Kontrolle über den Sound zurückgewonnen hat, auch wenn das bedeutet, zu langsamem Tempo zurückzukehren.

Konsequent benennen sie das nächste kurze Interlude „Molecular Disintegration of an Unattainable Solitary Will in a Vessel of Wisdom…as a Result of the Soul’s Aspiration to Break the Summed Up Set of Delusions of Reason… in the Course of a Personal Experience of Accepting the Imperfection of the World and Proving that Time Gets Rid of the Fragile and Leaves Invulnerable”. Kehrt voll zu einem Doom-Ansatz zurück, wieder langsam und melodisch, jetzt vervollständigt mit Synth und akustischen Gitarren. Und wieder war das nur ein seltsames Intermezzo. Der folgende Song „Chalkionic Wandering Among The Wreckage Of The Future“ ist gewalttätig, massiv und brutal. Direkt, aggressiv, konstant bestrafender Brutal Death Metal, ein weiterer Höhepunkt.

Der finale Song „Standing At The Skirt Of The Ruins Of Human Nature (…On The Other Side Of Man And Time)“ ist eine Mischung der zwei bereits auf dem Album gesetzten Ansätze, teilweise atmosphärisch und melodisch, teilweise aggressiv und dissonant. In gewisser Weise ein würdiger Abschluss des Werks, der zeigt, dass die melodischen Ansätze kein Fehler waren, sondern eine bewusste Änderung der stilistischen Richtung.

Entwicklung auf Kosten der Energie

Ein LP mit einigen Überraschungen, unerwartete Momente machen den Sound von EXIMPERITUS eklektischer und auch komplexer. Aber all die Wechsel zwischen akustisch und heruntergestimmten massiven Riffs, zwischen langsam und melodisch und schwer und aggressiv unterbrechen auch den Flow und resultieren in einem nicht sehr kohärenten Werk.

Nirgends nah an der Energie des Debütalbums oder des folgenden LP. Waren auf den älteren Werken die Interludes gruselige Sounds, die besser zur Musik passten, fühlt sich der Effekt mit den akustischen melodischen jetzt irgendwie verringert an und fast wie eine Schwäche von EXIMPERITUS. Ihr Debüt bleibt das beeindruckendste Werk der Band, auch wenn sie weiterhin Songs benennen wie philosophische Abhandlungen statt Titel. Auf „Meritoriousness Of Equanimity“ wirken sie aber wie eine sich entwickelnde Band, die jetzt versucht, verschiedene Einflüsse in ihre Musik zu integrieren.

Fazit: EXIMPERITUS mischen mit „Meritoriousness Of Equanimity“ aggressiven, technischen Death Metal mit komplizierten Strukturen und unerwarteten melodischen Interludes. 

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EXIMPERITUS - Meritoriousness Of Equanimity

LONE WANDERER – Exequiae

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cover artwork LONE WANDERER Exequiae
cover artwork LONE WANDERER Exequiae

Band: LONE WANDERER 🇩🇪
Titel: Exequiae
Label: High Roller Records
VÖ: 30/01/26
Genre: Funeral Doom Metal

Tracklist

01. To Rest Eternally
02. Existence Nullified
03. Life’s Lost Vanity
04. Anhedonia
05. Epistemology Of The Passed

Besetzung

Bruno Schotten – Guitars, Vocals
Jakob Zeblin – Drums
Simon Brooker – Bass
Jonas Weber – Guitars

Bewertung:

4,5/5

Die deutsche Funeral Doom Metal Band LONE WANDERER kehrt mit einem neuen Album zurück. „Exequiae„, eine neue Erkundung in die tiefsten Abgründe existenzieller Angst und Tod, trostlose Emotionen und trauernde Atmosphäre – eine neue introspektive und apokalyptische musikalische Erfahrung.

Überwältigende Atmosphäre in kraftvoller Melodie

Melodisch, langsam und zermalmend, geladen mit einem schmerzerfüllten Gefühl – so eröffnet „To Rest Eternally“ das Album. Mit schleppenden Vocals, langen tiefen Growls, verhallend, einer Lead-Gitarre, die eine traurige Melodie webt – typischer Funeral Doom Sound und ein guter für das Genre. Der Eröffnungssong ist über zwanzig Minuten lange zermalmende Musik, die selbst das kälteste Herz mit deprimierender und verstörender Atmosphäre bewegen wird. Durch Wechsel in melodischer Linie und Tempo bieten sie keine Erleichterung, sondern noch mehr Traurigkeit und Verzweiflung. Die akustischen Gitarren und spärlichen Drums mit fast geflüsterten Vocals unterstreichen das ganze Gefühl. Ein wunderschönes Beispiel, wie diese Art Musik gemacht werden sollte – die Schwere und erdrückende Feeling ausgedrückt durch langsame, melodische Akkorde, aber mit einem Sinn für Verlust und Schmerz. Eine absolut überwältigende Atmosphäre in einem kraftvollen, aber melodischen Song und ein klarer Höhepunkt.

LONE WANDERER kommen aus Freiburg im Breisgau, aktiv seit 2014. Die Gründungsmitglieder Bruno Schotten an Gitarren und Vocals, Jakob Zeblin an Drums und Simon Brooker am Bass sind als Kernmitglieder in der Band, aber auch ein bereits etabliertes Mitglied ist Jonas Weber an Gitarren. Wie sie sich stolz präsentieren: „Lone Wanderer hails from Germany and plays funeral doom metal exclusively.“ Und das machen sie sehr gut.

Ein viel dichterer Sound kommt in „Existence Nullified“ mit komplexerer Komposition – schwere Gitarrenakkorde und langsame Vocals kreieren viel emotionale Last. Nicht sehr melodisch, das schmerzerfüllte Gefühl ist aber allgegenwärtig. Repetitive Akkorde kreieren eine hypnotische Atmosphäre, und die Musik selbst fügt viel hoffnungslose Stimmung hinzu. Langsam brennende Akkorde und eine jammernde Lead-Gitarre machen den Sound lethargisch, trostlos, aber auch fragil und introspektiv. Ein typischer Song im Genre, aber ein beeindruckender.

Klare Produktion füllt Raum mit Dichte

Die Produktion ist sehr klar und ausbalanciert, bringt genau die gewünschte Atmosphäre in Sound. Auch wenn es fast nichts anderes gibt als Gitarren und Vocals, wird die Rhythmussektion bewusst hinten gehalten, und das funktioniert sehr gut mit der Musik von LONE WANDERER. Die Gitarren, ergänzt mit den tiefen, distanzierten Vocals, kreieren Musik sowie Atmosphäre, und diese drei füllen den Raum mit dichtem Sound und viel Atmosphäre.

Mehr Dynamik bringt „Life’s Lost Vanity„, aber das bedeutet keineswegs einen schnellen Song, nur präsentere Drums und Bass. Ansonsten kommt der Song mit denselben traurigen Akkorden, die uns von Anfang an begleiten, mit schleppenden Rhythmus, einer endlos verhallenden Lead-Gitarre, die die ganze Atmosphäre unterstreicht.

Nicht viel ändert sich im Gesamtansatz in „Anhedonia„. Ein Song, getrieben vom Kontrast zwischen den zwei Gitarren – eine heruntergestimmte und verhallte Rhythmusgitarre und die Lead, die langsam, aber melodisch, auch verhallt und fast delikat bleibt. Beide verbleiben in feierlicher Musik, der vereinte Effekt kreiert ein Trance-artiges Gefühl. Diese Spannung, die durch die Gitarren gemacht wird, wird unterstrichen durch die surrealen Vocals, das distanzierte langsame Knurren, fast gesprochene Stimme fügt einen verblassenden Effekt hinzu. Die gesprochene Passage fügt mehr theatralisches Erscheinen und mehr Drama hinzu. Zermalmende, verstörende Musik, ein Höhepunkt.

Einige sehr klare Riffs und ein aggressiverer Start in „Epistemology Of The Passed„, sicher im selben kriechenden Tempo, etwas minimalistischer und mehr Dissonanz, das sind nur Ausnahmen im Meer von Traurigkeit. Auch hier keine Katharsis zu erwarten, nur derselbe Sound, der den Hörer noch tiefer zieht, hinab in den Abgrund.

Siebzig Minuten zermalmende Depression

Ein Album, das keinen Moment von Freude oder positive Stimmung bietet, nur zermalmende, deprimierende Akkorde, und so muss es sein. Niemand sollte die Erfahrung, ein Funeral Doom Album zu hören, glücklich verlassen, und LONE WANDERER schaffen es, dieses Gefühl in einem Album zu kreieren und zu halten, das über siebzig Minuten weiter zermalmt. Keine einfache Atmosphäre, die Musik hat aber den Touch von Melodie und Schwere, dass, auch wenn die Akkorde repetitiv sind, die Musik nie langweilig oder uninteressant ist.

Ein gutes Album im Genre und insgesamt als Metal-Musik. Kein freudiges Hörerlebnis – tatsächlich das Gegenteil: erdrückend und eisig. Das Album hat aber Tiefe, und das macht es zu einem großen Replay-Wert. Ein guter musikalischer Begleiter für jeden in Momenten von Traurigkeit oder um einen emotionalen Moment zu erleichtern, eine Musik, die noch mehr mit jedem neuen Hören beeindruckt. Ein Album, das innere Trauer und existenzielle Verzweiflung offenlegt, aber ein sehr gutes Album.

Fazit: „Exequiae“ von LONE WANDERER erkundet existenzielle Angst und Tod durch melancholische Melodien und schmerzerfüllte Atmosphäre – erdrückend gut

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LONE WANDERER - Exequiae

Freedom or Death 2026: KATAKLYSM und VADER im SiMM City

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Kataklysm
Photo Credit: Peter Troest / Nuclear Blast Records

KATAKLYSM, VADER, Blood Red Throne

„Freedom or Death 2026”, 10.03.2026, SiMM City Wien

Am 10. März 2026 macht die „Freedom or Death 2026“-Tour Halt im SiMM City Wien und bringt ein starkes Death-Metal-Package in die österreichische Hauptstadt. KATAKLYSM treten als Headliner auf und werden von VADER sowie Blood Red Throne begleitet – ein Line-up, das unterschiedliche Spielarten des extremen Metals vereint. Veranstaltet wird der Abend von TON-Music Productions, die erneut ein hochkarätiges Konzert für Fans harter Musik nach Wien holen.

KATAKLYSM gehören seit Jahren zu den konstantesten Vertretern des modernen Death Metal. Die Kanadier verbinden melodische Elemente mit hoher Intensität und einer ausgeprägten Live-Präsenz, die sie weltweit zu einem verlässlichen Publikumsmagneten gemacht hat. Über zahlreiche Studioalben hinweg hat sich die Band stilistisch gefestigt und einen Sound entwickelt, der Wiedererkennbarkeit mit Durchschlagskraft verbindet.

Auch live stehen KATAKLYSM für ein dichtes, energiegeladenes Set, das sowohl neuere Songs als auch Material aus verschiedenen Schaffensphasen integriert. Die „Freedom or Death“-Tour knüpft genau hier an und präsentiert eine Band, die ihren Stil weiter geschärft hat, ohne ihre Wurzeln aus den Augen zu verlieren.

Besonderes Gewicht bekommt dieser Abend jedoch durch die Beteiligung von VADER. Die polnischen Death-Metal-Veteranen zählen seit den späten 1980er-Jahren zu den prägenden Kräften des Genres und genießen bis heute einen außergewöhnlichen Ruf – sowohl im Studio als auch auf der Bühne. Kaum eine andere Band hat klassischen Death Metal über Jahrzehnte hinweg so konsequent weiterentwickelt und gleichzeitig seine Essenz bewahrt.

VADER stehen für Präzision, hohes Tempo und eine Direktheit, die live besonders eindrucksvoll zur Geltung kommt. Ihre Auftritte sind geprägt von straffer Struktur, massiver Rhythmik und einer klaren, fokussierten Präsentation, die keinen Raum für Beliebigkeit lässt. Im Kontext dieser Tour fungieren sie nicht nur als Special Guest, sondern als zentrales Highlight für viele Fans des Genres.

Mit BLOOD RED THRONE ergänzt eine weitere etablierte Größe des europäischen Death Metal das Line-up. Die Norweger sind bekannt für ihren druckvollen, erdigen Sound, der stark auf Groove und Rhythmus setzt und sich bewusst an klassischen Genre-Tugenden orientiert. Seit Ende der 1990er-Jahre haben sie sich einen festen Platz in der Szene erspielt.

Live liefern BLOOD RED THRONE eine intensive Performance, die durch Klarheit und rohe Energie überzeugt. Als Opener dieses Abends sorgen sie für einen kraftvollen Einstieg und bereiten den Boden für ein Konzert, das sich ganz dem extremen Metal verschrieben hat.

Tickets für KATAKLYSM – Freedom or Death 2026 mit VADER und Blood Red Throne am 10.03.2026 im SiMM City Wien sind hier erhältlich:

Freedom or Death 2026

18.02.  FR   Paris, La Machine Du Moulin Rouge
20.02.  UK   Wolverhampton, KK’s Steel Mill
21.02.  UK   Glasgow, Slay
22.02.  UK   Manchester, Academy 2
23.02.  UK   London, O2 Academy Islington
25.02.  FR   Rennes, L’Etage
26.02.  FR   Toulouse, Le Bikini
27.02.  ES   Madrid, Sala Mon
28.02.  ES   Pamplona, Sala Totem
01.03.  ES   Barcelona, Razzmatazz 2
03.03.  CH   Genf, L’Usine
04.03.  IT   Mailand,  Legend Club
05.03.  SI   Ljubljana, Kino Siska
06.03.  CZ   Brno,  Fleda
07.03.  SK   Kosice, Colloseum
08.03.  HU   Budapest, Barba Negra Blue Stage
10.03.  AT   Wien, Simmcity
11.03.  DE   München, Backstage Werk
12.03.  DE   Heidelberg, Halle 02
13.03.  DE   Memmingen, Kaminwerk
14.03.  CH   Pratteln, Z7
15.03.  DE   Trier, Forum
17.03.  BE   Antwerpen, Trix
18.03.  DE   Hamburg, Markthalle
19.03.  DK   Kopenhagen, Pumpehuset
20.03.  DE   Berlin, Festsaal Kreuzberg
21.03.  DE   Leipzig, Hellraiser
22.03.  DE   Bochum, Zeche
24.03.  DE   Frankfurt, Batschkapp
25.03.  DE   Braunschweig, Westand
26.03.  NL   Leiden, Gebr. De Nobel
27.03.  DE   Bamberg, Brose Arena

Quellenangabe: TON-Music Productions, Nuclear Blast Records, Bands

Press photo courtesy of Nuclear Blast Records