Commandment – No Mercy

Band: Commandment
Titel: No Mercy
Label: Pure Steel Records
VÖ: 2010
Genre: Power Metal
Bewertung: 3/5
Written by: Robert

Feinen US Metal bekommen wir am 26.02.2010 von Commandment geboten, die Jungs sind ja schon seit geraumer Zeit im geschehen. Das Album „No Mercy“ gibt es schon in Vinyl Form und somit hat man sich dazu entschlossen via Pure Steel Records das Teil auf einen Silberling zu bannen. Schlicht ohne irgendwas macht man dies nicht und so bietet man uns zu den herkömmlichen Albumtracks satte fünf Hidden Tracks. Na dann darf man recht gespannt sein was uns JR3 (guit), Kevin Clayton (bass) und Michael Anthony Putignano (drums) bieten. Somit huldigt man noch einmal dem verstorbenen Sänger, der wie bekannt leider zu früh das Zeitliche gesegnet hat.

„Corrupted Youth“ galoppiert mit viel Tempo daher und gleich von Beginn an bekommen wir US Stahl in Reinkultur und mit einem dermaßen kultigen Sound, dass es True Metal Freaks die Freudentränen wie einen Wasserschwall aus den Augen treibt. Salopper Banger mit coolem Riffing, welches sich seine Bahnen durch Mark und Bein zieht und man auch wie in Trance hochspringt und komplett austickt. Natürlich nur sofern man auf eine gute Brise in Sachen kultigen True Stahl steht.

Weiter geht die wilde Jagd mit „Betrayed“ und weiterhin drückt man gehörig auf die Tube und jagt den Hörer wie vor einer Dampfwalze vor sich her. Wer hier nicht mithalten kann wird Zwangsläufig von selbiger platt gemacht. Einige Schretterseiten werden hier wie Maschinengewehrsalven abgefeuert und dazu gibt es noch einen Satz heiße Ohren, die man uns mit so manchem Soli beschert. Wem die Truppe Grim Reaper gefällt, der wird auch hier hellauf begeistert sein.

Nach dem sehr speedigen Vorgänger bremst man sich bei der Einleitung von „Road to Nowhere“ sehr stark ein. Dadurch schafft man vorerst einmal ein kurzes aufblitzen, welches sehr hymnisch klingt. Weiter voran geht es aber noch um Nuancen ruhiger. Somit kommen hier sehr verträumte Klänge aus den Boxen. Dadurch verschafft man sich etwas Kuschelromantik, doch ein Schmusesong ist es trotzdem nicht geworden. Etwas lieblicher schon, aber mit Maß und Ziel.

Das an die vierte Stelle gepackte Instrumental hat man kurz und prägnant „Guitar Solo“ genannt und hier frickelt sich der Axtschwinger einen bis zum Hörgasmus ab. Kann man so stehen lassen, auch wenn es für mich nicht sonderlich viel Sinn macht so etwas auf ein Album zu packen, das passt wohl eher zu einem Live Auftritt.

Ein sehr verspielter und auch weites gehend rockiger Brocken wird uns nun mit „The Cell“ geboten. Hier offeriert man uns das auch Power Blei mit true metallischem Charakter durchaus komplexer klingen kann und dabei viel Freude verbreiten kann. Der sehr shakige Grundrhythmus wird also hier dementsprechend mit vielen Wegweisern kreuz und quer durchsetzt. Guter Bangerstoff wird auch hier weiterhin geboten, wenn auch merklich verspielter.

Nahtlos knüpft man mit „No Mercy“ an, das Titelstück ist ebenfalls von einer etwas verspielteren Rhythmik geprägt. Dennoch justiert man hier gleich um und fort an geht es deutlich knackiger, mit simplerem Bangerspiel weiter. Kurze Breaks holt man zum Luft holen und gleich im Anschluss tritt man wieder sehr stark das Gaspedal.

Mehr in hymnischere Gewässer wagt man sich mit „Holding On“. Das Tempo wird stet gewechselt und so hievt man uns ständig zwischen galoppierenden und stampfenden Geschwindigkeitslinien hin und her. Dies verbindet man sehr gekonnt und auch kommt ein gewisses rockiges Quäntchen zum Tragen. Der hymnische Anteil bekommt aber bis zum Ende hin immer mehr Oberwasser und dabei hat man durch den Gemüsegarten viele Fäuste reckende Parts eingebaut.

Bangertrack wie er im Buche steht wird nun mit „Kamikaze“ ins Getümmel geworfen. Dem Titel macht man jetzt nicht alle Ehre, dass man vielleicht denken könnte hier wird zu wild gezockt. Nein sehr durchdacht wird uns hier ein Bangerprogramm präsentiert und dieses nimmt man als Kuttenträger natürlich mit Freuden auf. Einige Breaks nutzt man kurzzeitig um Pause zu machen, doch schon rotiert die Maschinerie wieder von neuem los.

Ein sehr stampfender Weiterführungsprozess wird uns nun in Form von „Voice of the Sphynx“ geboten. Der letzte reguläre Track wird deutlich hymnisch rockender dargeboten und auch der melodische Pegel schnellt steil nach oben. Nach dem sehr flotten Vorgänger ist dieser Song nun etwas gemütlicher ausgerichtet und dabei kann man aber noch weiterhin durchaus das Tanzbein schwingen und gemächlicher abhoten.

Die nächsten fünf Tracks stammen aus der Demoära und stammen aus dem Jahr 1989 und gleich vorweg, wer vielleicht etwa eine saubere, reine Produktion sucht wird nicht fündig. Man hat bei ihnen alles so belassen wie man es damals eingespielt hat.

„Law of the Streets“ ist der erste im Bunde und rattert sehr kräftig daher. Altgedienten Metallern wird man damit eine wehmütige Träne entlocken können und diese werden in alten Tagen und Erinnerungen schwelgen und das versprüht man mit dieser Nummer sehr gut den Spirit der damals in den Achtzigern durch die Lande bzw. die Szene streifte.

Mit einem Drumsolo wird nun „Fire when Ready“ eröffnet. Deutlich flotter ist diese Perle in Sachen 80er Metal auch ein gewisses, kleineres Thrash Feeling blitzt an und ab durch. Hämmernde Rhythmik die uns hier zum Abgehen verleitet.

Nach den doch eher flotten Vorgängern ist nun „Ivory Tower“ sehr ruhig und gemächlich nachgeschoben worden. Mit einer kleinen Brise aus der NWOBHM Ära wird hier aufgewartet und diese verbindet man sehr gekonnt mit amerikanischen Trademarks. Nach der etwas besonnen Einleitung wird als Weiterführung mehr der Gashahn aufgedreht, doch das stampfende Midtempo wird dennoch nicht überschritten.

„Tears of Remembrance“ ist ebenfalls ruhiger gestartet worden und vorerst klingt das Ganze sehr leidend, auch erkennt man gewisse Parallelen zu hymnischen Songs von Saxon. Diese Richtung wird auch länger weiter verfolgt und auch hier hat man das Tempo eher im flotteren Midtempobereich angesiedelt und unterbricht dieses mit einigen hymnischeren Vermischungen.

Der letze Track im Bunde ist nun „On the Attack“ und beginnt wie „Run to the Hills“ von Iron Maiden. Dennoch reißt man hier aber sofort das Ruder herum und mündet sogleich in eher typischen US Metal Gewässern. Sehr rotzig klingt der Song der hier als Rausschmeißer fungiert und noch einmal kann man in Erinnerungen der 80er Metal Tage schwelgen und sich diese Zeit zurück sehen.

Fazit: Für Traditionalisten ist dieses Album ein Muss, für jüngere Fans ein No Go. Man bietet quer durch die Bank alten Stahl der einen wirklich auf eine Zeitreise entführt und so für Junge Banger etwas zu altbacken klingen wird.

Tracklist:

01. Corrupted Youth 2:48
02. Betrayed 3:19
03. Road to Nowhere 4:24
04. Guitar Solo 0:52
05. The Cell 4:38
06. No Mercy 4:33
07. Holding On 3:40
08. Kamikaze 3:45
09. Voice of the Sphynx 3:21
10. Law of the Streets (Hidden Track) 2:52
11. Fire when Ready (Hidden Track) 2:57
12. Ivory Tower (Hidden Track) 3:38
13. Tears of Remembrance (Hidden Track) 6:14
14. On the Attack (Hidden Track) 4:18

Besetzung:

JR3 (guit)
Kevin Clayton (bass)
Michael Anthony Putignano (drums)

Internet:

Commandment @ MySpace

Roberthttps://www.metalunderground.at
Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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