Tracklist
01. Anew From Bones
02. A Mirror’s Loathing
03. Obfuscation
04. Covert Cadaver
Besetzung
Joseph Izayea — lyrics, vocals
Josh Previte — bass, guitar, vocals
Eric Sheppard — drums
Alicia Marinelli — guitar
Zwischen Wut, Zweifel und Neuanfang
FROM UNDER CONCRETE KINGS kommen mit ihrer vierten Veröffentlichung „Impulse Tension“ zurück. Die Band bewegt sich zwischen Metalcore und Groove Metal und hat dabei ein ziemlich gutes Gespür dafür, Härte und Melodie miteinander zu verbinden. Joseph Izayea übernimmt Gesang und Lyrics, Josh Previte kümmert sich um Bass, Gitarre und ebenfalls um Vocals, Eric Sheppard sitzt am Schlagzeug und Alicia Marinelli sorgt an der Gitarre für zusätzliche Verstärkung.
Was „Impulse Tension“ interessant macht, ist allerdings nicht allein die musikalische Wucht. Hinter den vier Songs steckt deutlich mehr. Die EP beschäftigt sich mit persönlichen Zusammenbrüchen, den Gedanken, die danach im Kopf hängen bleiben, und mit dem schwierigen Versuch, irgendwann wieder einen klaren Blick auf sich selbst zu bekommen. Schmerz wird hier nicht einfach nach außen getragen. Die Band versucht vielmehr, ihn auseinanderzunehmen und zu verstehen.
Wenn aus Scherben etwas Neues entsteht
„Anew From Bones“ eröffnet die EP mit ordentlich Druck. Die Gitarren gehen sofort nach vorne, das Schlagzeug treibt den Song kräftig an und der Gesang bringt die nötige Aggressivität mit. Trotzdem bleibt die Nummer nicht dauerhaft auf Anschlag. Immer wieder tauchen melodische Momente auf, die dem Stück eine andere Farbe geben.
Genau diese Wechsel funktionieren gut. Der Song klingt wütend, aber nicht kopflos. Es geht um den Gedanken, nach einem persönlichen Tiefpunkt wieder aufzustehen und aus den eigenen Erfahrungen etwas Neues entstehen zu lassen. Das macht den Einstieg gleichzeitig hart und überraschend persönlich.
Der Blick in den Spiegel
„A Mirror’s Loathing“ schlägt anschließend eine etwas düsterere Richtung ein. Der Titel passt dabei hervorragend, denn hier geht es um die unangenehme Begegnung mit den eigenen Schwächen und Fehlern. Wer schon einmal lange genug über sich selbst nachgedacht hat, kennt dieses Gefühl vermutlich. Man sucht nach Antworten und findet dabei manchmal nur noch mehr Fragen.
Musikalisch bleibt die Band ihrer Linie treu. Fette Gitarrenriffs und ein treibender Groove bilden das Gerüst, während der Gesang zwischen kontrollierter Spannung und offenem Ausbruch pendelt. Die melodischen Stellen wirken dabei nicht wie ein Fremdkörper. Sie geben dem Song Luft und sorgen dafür, dass die emotionale Seite stärker zum Vorschein kommt.
Gedanken, die sich im Kreis drehen
Mit „Obfuscation“ wird das Thema der EP noch etwas schwerer. Der Song dreht sich um Verwirrung, Verdrängung und die Frage, was eigentlich noch der Realität entspricht und was man sich selbst eingeredet hat. Gerade dieses gedankliche Durcheinander wird musikalisch gut eingefangen.
Die Gitarren drücken ordentlich, der Bass schiebt von unten und Eric Sheppards Schlagzeug sorgt für den nötigen Nachdruck. Trotzdem wird nicht einfach alles mit maximaler Härte zugeschüttet. Die Band versteht es, Spannung aufzubauen und dann wieder aufzulösen. Dadurch bekommt der Song einen gewissen Sog.
Was unter der Oberfläche bleibt
„Covert Cadaver“ beendet die EP mit einer besonders dunklen Note. Schon der Titel vermittelt ein Gefühl von etwas Verborgenem, das längst nicht erledigt ist. Genau darum scheint es auch musikalisch zu gehen. Alte Gedanken und verdrängte Dinge verschwinden eben nicht automatisch, nur weil man sie möglichst weit nach hinten schiebt.
Der Song wirkt wie ein letzter Blick zurück. Gleichzeitig steckt darin aber auch die Erkenntnis, dass man irgendwann Abstand gewinnen muss. Nicht alles lässt sich ändern und nicht jede Erinnerung bekommt plötzlich einen anderen Ausgang. Manchmal besteht der Fortschritt schlicht darin, die Dinge so anzunehmen, wie sie waren.
Vier Songs, ein roter Faden
„Impulse Tension“ funktioniert vor allem deshalb, weil FROM UNDER CONCRETE KINGS ihre Themen nicht mit großen Gesten überladen. Die vier Songs bleiben relativ kompakt und erzählen trotzdem eine zusammenhängende Geschichte. Härte und Melodie stehen dabei nicht gegeneinander. Sie ergänzen sich.
Besonders gelungen ist die Mischung aus Metalcore und Groove Metal. Die Band setzt auf schwere Riffs, druckvolle Drums und aggressive Vocals, lässt aber immer wieder melodische Passagen zu. Dadurch bekommt die EP mehr Tiefe, als man zunächst erwarten könnte.
Natürlich hätte man sich an der einen oder anderen Stelle noch etwas mehr Abwechslung oder einen zusätzlichen musikalischen Ausreißer wünschen können. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck klar positiv. „Impulse Tension“ klingt ehrlich, wütend und gleichzeitig erstaunlich verletzlich.
FROM UNDER CONCRETE KINGS zeigen hier eine Band, die nicht einfach nur schwere Musik machen will. Die vier Songs beschäftigen sich mit dem, was nach einem persönlichen Absturz übrigbleibt. Zweifel, Grübeln, Wut, Akzeptanz und irgendwann vielleicht die Fähigkeit, wieder nach vorne zu schauen.
Fazit: „Impulse Tension“ ist ein eindrucksvoller Beweis für die Weiterentwicklung von FROM UNDER CONCRETE KINGS.






