Tracklist
01. The Void Between Gods
02. Filth Of Rebirth
03. Scavengers Daughter
04. Iron Sactament
Besetzung
Kevin Forsythe – Guitar/Bass
Jeff Plewa – Vocals
Alex “Pulverizer” Pulvermacher – Drums
Vinny Alvarez – Guitar
RELIC präsentieren sich auf ihrem neuesten Werk »Crown of Flies« als Quartett aus der amerikanischen Metalszene. Jeff Plewa übernimmt die Vocals, während Kevin Forsythe sowohl Gitarre als auch Bass spielt. Vinny Alvarez ergänzt die Gitarrenwände, und Alex „Pulverizer“ Pulvermacher treibt das Schlagzeug voran. Das Line-up ist eingespielt, die Rollen klar verteilt, und die Band nutzt ihre Erfahrung, um das schwarze Death-Metal-Genre konsequent auszuloten.
Die Aufnahme im November 2025 bei Belle City Sound in Racine, Wisconsin, unter Chris Wiscos Produktion und Billy Diamonds Mix und Mastering, liefert einen technisch sauberen Sound. Das Schlagzeug hämmert präzise, die Gitarren sind fett, die Vocals durchdringend. Trotzdem fehlt »Crown of Flies« jegliche Wärme oder Überraschung. Alles wirkt kalkuliert, als hätte die Band ein Rezept befolgt, statt eigene Akzente zu setzen. Die Musik dröhnt, ist aber selten packend.
Technisch gut, künstlerisch schwach
»Crown of Flies« bewegt sich im Grenzbereich zwischen Blackened-Death-Metal und atmosphärischem Extreme-Metal. Die Songs zeichnen sich durch komplexe Riffs, düstere Melodien und eine aggressive, guttural klingende Stimme aus. Die Gitarrensoli und die Drums setzen gezielt Akzente, um eine bedrohliche Stimmung zu erzeugen. Die Produktion ist klar, lässt aber Raum für die rohen Elemente, die den Charme des Genres ausmachen.
Trotz der technischen Finesse fehlt es dem Album an Innovation. RELIC bedienen sich bekannter Klischees, ohne sie ausreichend weiterzuentwickeln. Die Übergänge zwischen den Songs sind flüssig, doch die musikalische Tiefe bleibt teilweise auf der Strecke. Das Album wirkt dadurch stellenweise vorhersehbar, was den Gesamteindruck trübt.
Songwriting in engen Bahnen
Der Opener »The Void Between Gods« startet aggressiv, doch schon nach wenigen Takten wird klar, das Songwriting bleibt in engen Bahnen. Blastbeats und Tremologitarren sind vorhanden, aber der Track wirkt austauschbar, ein typischer Genre-Standard ohne eigenständige Idee.
Der Versuch, Black-Metal-Stimmung einzubringen, scheitert bei »Filth Of Rebirth« an der mangelnden Dynamik. Langsame Parts wechseln zu schnellen, ohne dass ein wirklicher Spannungsbogen entsteht. Die Gitarrenarbeit ist sauber, aber vorhersehbar, Melodien bleiben kaum hängen.
Melodische Ansätze können bei »Scavengers Daughter« nicht über die Mittelmäßigkeit hinwegtrösten. Pulverachers Drumming zeigt Routine, aber der Song bleibt uninspiriert. Es fehlt die nötige Aggression oder einprägsame Hook, die den Track von der Masse abheben würde.
Mit dem Abschluss »Iron Sactament« versucht der Bandtross noch einmal alles zu geben, doch die Wiederholung altbekannter Riffs lässt das Album in seiner letzten Phase erschlaffen. Der Song wirkt wie ein Pflichtstück! Technisch sauber, atmosphärisch dicht, aber ohne echten Höhepunkt.
Konzept und Atmosphäre – zu kalkuliert
Thematisch bewegt sich die Band in den typischen Extrem-Metal-Klischees. Verfall, Tod, religiöse Symbole. Die Ideen wirken ausgelutscht, und auch die musikalische Umsetzung trägt nichts Neues bei. Die Stimmung ist dunkel, ja, aber vorhersehbar und oft ermüdend. »Crown of Flies« wirkt wie eine Sammlung gut gemachter Ideen, die sich nicht zu einem zwingenden Ganzen verbinden.
Produktion – sauber, aber steril
Chris Wisco und Billy Diamond liefern eine klare, druckvolle Produktion. Die Gitarren klingen mächtig, das Schlagzeug exakt, die Vocals durchsetzungsstark. Doch die Musik wirkt dadurch fast klinisch, alles ist hörbar, nichts springt ins Ohr. »Crown of Flies« hat die Härte, aber nicht die Seele. Technische Perfektion ersetzt nicht Kreativität.
»Crown of Flies« ist ein Album, das den Blackened-Death-Metal bedient, ohne ihn zu erweitern. RELIC zeigen Können, doch die Platte bleibt monoton und vorhersehbar. Fans des Genres bekommen, was sie erwarten, Neulinge könnten von der Gleichförmigkeit eher abgeschreckt werden. Das Werk wirkt wie ein sicherer Griff ins Regal, nicht wie ein Statement.
Fazit: Insgesamt zeigen sich RELIC mit »Crown of Flies« als eine Band, die das Potenzial hat, sich weiterzuentwickeln.

