Band: Shaking Godspeed
Titel: Hoera & Awe
Label: Drakkar
VÖ: 2013
Genre: Psychedelic, Retro Rock
Bewertung: 4/5
Written by: Thorsten Jünemann

Auch zu den holländischen Musikfreunden ist die Retrowelle an geschwappt und bringt uns SHAKING GODSPEED, die ihre Sache recht gut machen.

Wie bei fast allen Bands aus dem Genre, werden natürlich Größen wie LED ZEPPELIN, BLACK SABBATH & Co. angegeben, doch frage ich mich, wie viele von denen ihre Vorbilder mal wirklich live gesehen haben, oder verstanden haben, worum es in der Musik geht.

Auch wenn einige Puristen sagen, „LED ZEPPELIN blieben immer ihren Sound treu…“, sehe ich das ein bisschen differenzierter, denn wenn man sich mal mit dem Backkatalog etwas genauer vornimmt, hört auch der größte Musikidiot heraus, dass nicht alle Alben gleich klingen. Ähnlich auch bei BLACK SABBATH.

Aber zurück zum Thema und damit zu SHAKING GODSPEED:
Laut Info sind die Burschen seit 2009 musikalisch „on the road“, brachten es auf über 150 Gigs im benachbarten europäischen Ausland, spielten „Big Clubshows & Festivals in their homeland“ und wollen nun den Rest des Kontinents mit ihrem verkifften Retro/Stoner/Hammondrock erobern.

Die Zeichen stehen auf Sturm und nicht viel sollte die Jungs dabei aufhalten, doch sollten sie drüber nachdenken, ob man wirklich von Gesang o.ä. Sprechen kann, denn das stark undeutliche Genuschel nervt mit der Zeit schon etwas.
Ist die Ernte zur Aufnahme des Albums schlecht ausgefallen oder ist das der Plan?
Das wäre auch schon mein einziger Kritikpunkt.

Musikalisch bedient man sich nicht nur bei den üblichen Verdächtigen denn ich höre u.a. auch die BLACK CROWS heraus (komischerweise wenn die am dichtesten waren), und grundsätzlich halten sich die Niederländer nicht an die „geltenden“ Retro-Rock Sounds und das macht sie in meinen Augen zu einer angenehmen Angelegenheit, denn der Markt/das Genre sind meiner Meinung nach völlig übersättigt.

SHAKING GODSPEED schaffen es zu mind. 70% ihre eigenen Duftmarken zu setzen. Die restlichen 30% kommen bei mir auch nach unglaublichen 20x Mal (!!!) durchhören einfach nicht wirklich an, denn der Mix aus 70er Sound, sehr speziellen psychedelischen Einsätzen und einem leichten Hang zur Punkmusik wirkt noch etwas unausgegoren, bzw. hätte man da nochmal Hand anlegen müssen, um es vielleicht etwas melodischer klingen zu lassen.

Letztendlich bin ich aber gern bereit, 4/5 Punkte zu vergeben.

Auch wenn die Retrowelle regelrecht überschwappt, bin ich immer wieder froh, wenn es Musiker gibt, die versuchen nicht nur Vorbilder zu kopieren, sondern etwas Eigenes zu kreieren. Und das ist SHAKING GODSPEED gelungen. Ein Album über das man tagelang spricht, kann nicht langweilig sein, wenn es dabei auch noch zig Male gehört wird.
Ich denke, beim nächsten Album wird man sich die von allen Seiten niederprasselnde wohlwollende und voll des Lobes beinhaltende Kritik etwas verinnerlichen und heraus wird ein Album kommen, dass bestimmt nicht nur von mir die Höchstzahl bekommt.

Einflüsse + Innovation= Sehr gut!

Ach ja, vielleicht kann man dem Mann am Mikro nochmal verdeutlichen, doch bitte etwas mehr zu singen…
Die limitierte Version enthält das bereits 2011 veröffentlichte Album „AWE“ in etwas aufgemotzter Version. Sollte man sich zulegen, um die evolutionären Schritte der Band sauber nachvollziehen zu können.

Tracklist:

01. I Wonder
02. Hoera
03. French Girls
04. Season’s Over
05. Jesus
06. Gong Gong
07. Without
08. Promise
09. With
10. The Ghouls Have Come
11. Scratch Your Name In Our Skin

Besetzung:

Wout Kemkes (voc & guit)
Maarten Rischen (Drums)
Paul Diersen (bass)

Internet:

Shaking Godspeed Website

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Shaking Godspeed @ Facebook

Shaking Godspeed @ YouTube

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