Band: Vanden Plas
Titel: The Seraphic Clockwork

Label: Frontiers Records
VÖ: 2010
Genre: Progressive Metal

Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Vanden Plas sind meiner Meinung nach eine nicht weg zu denkende Institution in Sachen Power/Progressive Metal. Seit 1984 im Geschehen hat es aber zu Weltruhm leider nie ausgereicht. Viele Achtungserfolge und Tipps verhalfen ebenfalls nicht zum kompletten Durchbruch. Sehr schade eigentlich, denn wer die Truppe bzw. ihr Material kennt weiß das es bei jedem Silberling eine Klangreise gibt und dabei lassen die Jungs nichts anbrennen und bieten in ausgewogenem Masse immer wieder einen Opus der schon beim ersten Durchlauf die Kinnlade nach unten klappen lässt. Album Nummer 7 wurde mit dem Arbeitstitel „The Seraphic Clockwork“ versehen und erscheint am 04.06.2010 via Frontiers Records. Einmal mehr haben sich Andy Kuntz (voc), Stephan Lill (guit), Günter Werno (keys), Torsten Reichert (bass) und Andreas Lill (drums) ins Zeug gelegt um wieder viel aus dem Zauberbeutel zu holen und uns eine magisches Klangbild zu zaubern.

Sehr verspielt wird uns gleich das Opening mit „Frequency“ präsentiert. Gut Durcheinander gemischt musiziert die Mannschaft hier durch allerlei Einflüsse. Erdig, klar und dann wieder etwas symphonischer, genau das machte ja schon in der Vergangenheit die Silberlinge bzw. Stücke von Vanden Plas aus. Aus der leichten Power Metal Ecke startet man immer wieder und kurze Zeit später versetzt man die Spieltechnik mit vielen Arten und vermengt diese zu einem sehr passablen Soundbrei. Schon früher wurde ich immer etwas an Mob Rules erinnert, so stark aber wie bei diesem Stück kam der Vergleich noch nie rüber.

Sehr schmuck wurde nun die Einleitung von „Holes In The Sky“ ausgestattet. Sehr theatralisch, ja würde sagen fast schon Filmmusik reif. Weiter geht es hier allerdings mit einem sehr wuchtigen, stampfenden Rhythmus. Leichte Bangerelemente wurden hier sehr gekonnt mit vielen Wechseln ausgestattet. Sicher nichts fürs flotte rein hören, dafür aber wie bereits erwähnt sind die Herrschaften aus Deutschland aber bekannt. Jeder einzelne Track ist ein wirklich monumentaler, kraftvoller Happen und auch hier gibt man sich redlich Mühe einmal mehr dem gerecht zu werden. Schafft man locker. Bei dieser Nummer bremst man zwischen den etwas kernigeren Parts sehr stark ab und musiziert etwas gemächlicher, ja fast kommen schon balladeske Einflüsse zum Tragen, doch schon röhrt die Maschine wieder stärker an. Superber Klangopus der dadurch entstanden ist, monumental, verspielt und heroisch gleichermaßen.

Im klassischen Musikstil wird nun „Scar Of An Angel“ gestartet. Dem Titel entsprechend, musiziert man sehr verträumt und gemächlich. Viele Balladeske Einflüsse wurden hier ein gezimmert, doch hat man dieses Grundelement sehr reichlich ausgestattet. Viele Orchestrale Streichereinheiten seien hier allen voran genannt, welche das Ganz Klangbild sehr gut bereichern. Durchwegs wird aber hier nicht in dieser Ecke verweilt und so greift man nach der etwas langatmigeren Einleitung stärker durch. Weiterhin baut man aber auf diesen eher symphonischen Klang. Dabei drängen aber auch die Streicherparts immer wieder in den Vordergrund, bevor man auf ein erneutes härter durchgreift. Superbes Wechselspiel bei dem man sich von einer sehr progressiven Seite zeigt, wenn auch melodischer und symphonischer.

„Sound Of Blood“ schallt zu Beginn sehr experimentell. Elektrische Synthyspielereien treffen auf Klassik, bevor es ans Eingemachte geht. Aus diesem Eck hievt man uns nämlich immer wieder kräftiger heraus. Sehr röhrende Gitarrenarbeit trifft hier auf durchwegs klingende Bombastarrangments. Gute Ausgewogene Auswahl die man hier gekonnt auf einen Nenner bringt.

Mit akustischem Klang wird nun „The Final Murder“ im balladesken Stil gestartet. Sehr beschwingende Gefühlslage die man uns an dieser Stelle präsentiert. Doch auch ein gewisser monumentaler Touch darf auch hier nicht fehlen. Dieser folgt auch sogleich, im etwas härteren, fast schon dunklen Spiel. Eine Hymne jagt hier auf diesem Opus den nächsten. Allerdings muss man ein überladenes Klangbild gleich entkräften, denn die Truppe hat alle Mosaikstücke zu einem ausgewogenen Soundbild zusammen gepuzzelt. Somit bietet man wieder keine stupide rein/raus Musik, sondern versüßt die Gehörgänge mit einem Klangbild das reichhaltiger nicht sein könnte.

Glockenschläge und ein klassisches Klavierintermezzo erklingen als Beginn von „Quicksilver“. Erneut schafft man eine ruhige, verträumte Stimmung, die aber um Nuancen ruhiger wirkt als beim Vorgänger. Absoluter Hörgenuss auf höchster Ebene wird uns dabei aber zu teil. Zwar geht es merklich flotter weiter, allerdings verbleibt man auf der eher ruhigeren Linie. Somit sind hier die Genießer aufgefordert dieses Stück bei komplett aufgedrehter Anlage zu sich zu nehmen.

Düster und dunkel wird nun der Start von „Rush Of Silence“ vollzogen. Mit einem orchestralen Blitz wird nun auf eine etwa andere Bahn gelenkt. Treibender Sound der uns hier hochjagt. Power trifft hier auf Symphonie und das nicht zu knapp.

Liebliches Glockenspiel und hauchzarte Melodien, als auch Gesang stehen als Opening von „On My Way To Jerusalem“ parat, um uns mit viel Charme romantisch zu stimmen. Gelingt der Mannschaft vom Fleck weg. Doch hat man hier bald genug von der astreinen, ruhigen Gefühlslage und prescht als Abwechslung härter hervor. Dies gelingt der Truppe aber nicht ganz, denn lange lässt man den etwas knackigeren Power Metal Roots nicht den Vorteil. Sogleich drückt man uns wieder in die gemütliche Genussecke immer wieder zurück. Dabei macht man erneut von vielen orchestralen Einlagen Gebrauch und diese komplettiert man immer wieder mit flotteren Schüben.

Das Finale vollzieht man mit dem Bonus „Eleyson“. Wie eine Rockoper wird hier der Schlussstrick gezogen. Reichhaltige Klangkunst auf höchster Ebene und hier zieht man wirklich noch einmal alle Register. Fast durchgehend im eher gemächlichen Spiel, nur im Mittelteil geht man es im kräftigeren Spiel an. Dieser Part klingt saugeil, denn diesen hat man mit einem orientalischen Klangbild verstärkt. Zum Schluss bietet man uns wie schon erwähnt eine Rockoper und bei selbiger lässt man nichts anbrennen.

Fazit: Klangkunst die auf vielen Ebenen und Einflüssen Halt macht. Für Freunde des Genusses genau das Richtige um aus dem Alltag zu entrinnen. Mit diesem Soundgefühl das Vanden Plas hier parat haben gelingt dies spielend.

Tracklist:

01 Frequency 6:16
02 Holes In The Sky 5:32
03 Scar Of An Angel 7:28
04 Sound Of Blood 6:50
05 The Final Murder 9:54
06 Quicksilver 8:59
07 Rush Of Silence 9:28
08 On My Way To Jerusalem 12:53
09 Eleyson (bonus track) 5:32

Besetzung:

Andy Kuntz (voc)
Stephan Lill (guit)
Günter Werno (keys)
Torsten Reichert (bass)
Andreas Lill (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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