VINCENT CROWLEY – Beyond Acheron

VINCENT CROWLEY – Beyond Acheron

VINCENT CROWLEY – Beyond Acheron

Band: Vincent Crowley
Titel: Beyond Acheron
Label: Odium Records
VÖ: 18/06/21
Genre: Macabre Metal

Bewertung:

4/5

VINCENT CROWLEY hat dem Fluss Acheron aus der griechischen Mythologie den Rücken gekehrt. „Beyond Acheron“ kündigt Crowleys Neuanfang an, nachdem er erkennen musste, dass es für die gleichnamige Band ACHERON keine Zukunft mehr gibt.

Als ehemaliger Priester der Church of Satan und Gründer einer Black-Metal-Band darf man von Vincent Crowley ein ähnlich satanisches und düsteres Werk erwarten. „Beyond Acheron“ trieft vor makabren Lyrics, teuflischen Vocals und Blasphemie. Das Cover zeigt den Sensenmann, der einen wohl sinnbildlich von Acheron abholt und in eine noch schwärzere Hölle eskortiert. Passend dazu startet das Intro mit Blitz- und Donner-Soundeffekten, Kirchenglocken, unheimlichem Mönchgesang in der Ferne und einem immer lauter werdendem Herzschlag.

Schrille Gitarren katapultieren uns dann in den ersten Song hinein, der von einem Ort erzählt „Where No Light Shines“. In dem Lied wird aus der Ich-Perspektive erzählt und die Geschichte, die einem vermittelt wird, wirkt wie eine düstere Abenteuerreise. Es gibt eine klare Mission, an diesen bestimmten Ort in der Unterwelt zu gelangen. Die Instrumente untermalen dieses Unterfangen sehr gut. Langsamere Strophen wechseln sich mit Blastbeat-geladenen Passagen ab und verleihen dem Lied die nötige Dynamik.

In „My Eternal Vow“ wird Nekrophilie äußerst bildhaft und makaber thematisiert. Die ersten drei Minuten des Songs sind relativ langsam und melodisch und gehen gerade deswegen so unter die Haut. Man versteht sehr gut den Text und kann so die Atmosphäre des Liedes noch besser in sich aufnehmen. Nach drei Minuten kommt es zu einem Umschwung. Das Tempo wird erhöht und die Stimmung kippt von einer fast romantischen zu einer aggressiven.

Die dunkle Thematik der Lyrics setzt sich in „La Muerte“ fort, wo es um den Sensenmann höchst persönlich geht. Das Tempo bleibt gediegen und kreiert so eine doom-artige Kulisse. Ähnlich wie beim Vorgänger schnellt die Geschwindigkeit dann in die Höhe, um wenig später wieder abgebremst zu werden. Prinzipiell ist der Song gut gemacht, aber er wirkt doch sehr eintönig und wenig überraschend, wenn man ihn mit den anderen Liedern vergleicht.

Bring Forth the Dead“ kommt da ganz anders rüber. Es macht richtig Stimmung, vor allem der simple aber total eingängige Refrain. Für mich persönlich markiert dieser Song definitiv ein Highlight auf „Beyond Acheron“.

Der nächste Titel, „Masquerade Du Macabre“, ist gleichzeitig der längste mit fast sieben Minuten. Insgesamt erinnert mich das Lied ein bisschen an IRDORATH, wahrscheinlich wegen den Vocals, die sich hier oft anders anhören als bei den Liedern davor. Allerdings fehlt dem Refrain die nötige Tiefe und auch die Strophen wirken schleppend. Aus dem Titel hätte man mehr rausholen können.

Das Riff in „Farewell (At Death’s Door)“ klingt fast genau wie das in „Masquerade Du Macabre“, was höllisch nervt. Es ist anfangs ähnlich schleppend aber dank der Strophen und dem Solo in der Mitte nimmt es dann richtig Fahrt auf und entpuppt sich als gelungener Abschluss des Albums.

Im Outro hört man wieder den Herzschlag und im Hintergrund Wellen. Der Herzschlag setzt mit einem Piepen aus und so endet das Werk von VINCENT CROWLEY.

Beyond Acheron“ erinnert stark an ein Konzeptalbum, obwohl nicht explizit gesagt wird, ob es tatsächlich eines ist. Das Thema rund ums Sterben, der Reise ins Totenreich und dem Sensenmann zieht sich wie ein blutroter Faden durch die Platte und folgt einer logischen Reihenfolge.

Fazit: Im Großen und Ganzen ist „Beyond Acheron“ ein hörenswertes Album geworden. Mehr Variation und Dynamik wären aber wünschenswert gewesen.

Tracklist

01. Intro: Beyond Acheron
02. Where No Light Shines
03. My Eternal Vow
04. La Muerte

 

05. Bring Forth The Dead
06. Masquerade Du Macabre
07. Farewell (At Death’s Door)
08. Outro

 

Besetzung

Vincent Crowley – Vocals
Art Taylor – Guitar
Ryan Arter – Drums

 

Internet

VINCENT CROWLEY – Beyond Acheron CD Review