Tracklist
1. The Cailleach
2. Embers of the Fading Age
3. Possessed by Starlight
4. The Sluagh
Besetzung
Andy Marshall – Alles
Das dritte Album der schottischen Band/des Soloprojekts FUATH, einfach „III“ betitelt, nimmt die Hörer mit auf eine atmosphärische Reise. Geladen mit Melodie und Aggression fängt das Album den typischen Sound des Genres ein – gut komponiert und gespielt. Fünf Jahre nach ihrem letzten Album verkörpert „III“ einen kalten, atmosphärischen, harschen und hypnotischen Sound, getrieben von melodischen Momenten und roher Intensität. Das Album behält die eindringliche melodische Tiefe, die die Essenz von FUATH definiert.
Atmosphärischer Start mit hypnotischen Melodien
Eine direkte Art von Black Metal eröffnet das Album mit dem ersten Song „The Cailleach„. Tremolo-gepickte Gitarre, ein Uptempo-Rhythmus mit konstantem solidem Drumming, distanzierte Shrieks, aber insgesamt sehr atmosphärisch und mit einem gewissen Grad an Aggressivität. Melodisch, aber ohne die Folk-Dimension, die überall in Saor-Musik zu hören ist – hier mit klarer Wurzel in Black Metal, in der atmosphärischen Zone des Genres. Konstante Lead-Gitarren-Akkorde, melancholisch und traurig, werden verdoppelt durch aggressivere Instrumentierung, die im Hintergrund läuft – ein klassisches Rezept, aber mit so guten Resultaten in FUATH-Musik. Eindringliche, hypnotische melodische Linien – der Song holt alles aus einer simplen repetitiven melodischen Linie heraus, wird aber nie langweilig. Die kompositorischen Fähigkeiten des Musikers sichern, dass der Song interessant bleibt, trotz der repetitiven Akkorde. Atmosphärisch, melodisch, ein guter Start ins Album.
FUATH ist das Soloprojekt von Andy Marshall, besser bekannt aus seinem anderen Projekt Saor, wo die musikalische Richtung zwischen Black Metal und vielen Folk-Einflüssen liegt. 2015 gegründet, wurde FUATH als Marshalls Ventil für eine kältere, wildere Vision geformt, die mehr Aggression mit eindringlichen, melancholischen Melodien verschmilzt. Und tatsächlich sind die Unterschiede zwischen den beiden Projekten wichtige – stilistisch sehr unterschiedlich. Auf „III“ sind alle Musik und Texte von Andy geschrieben und gespielt, ein sehr talentierter Multiinstrumentalist.
Der nächste Song „Embers of the Fading Age“ kommt mit mehr Akzent auf Lead-Gitarre, lässt den Rest der Instrumentierung mehr im Hintergrund. Wechselnde Passagen in einem anderen Tempo und mit neuer Klanglandschaft kommen mit fernem Schlagzeug, das in einer anderen Geschwindigkeit schlägt, und akustischer Gitarre, aber das ist nur ein Interlude in der Mitte des Songs, bevor der hohe Rhythmus zurückkehrt. Das Drumming schafft es, den Fokus vom eigentlichen Song wegzunehmen – zu laut und komplett out of sync, eine experimentelle, aber nicht sehr erfolgreiche Idee des Musikers.
Lead-Gitarre im Fokus der Produktion
Die Produktion ist insgesamt gut, aber nicht ohne Fehler. Die erwähnten Drums können ziemlich nervig werden, wenn sie etwas so Unterschiedliches von der eigentlichen Melodie spielen. Viel Fokus auf der Lead-Gitarre lässt einen denken, dass tatsächlich viele der anderen Instrumentenbeiträge komplett entfernt werden könnten, so weit hinten sind sie gemixt. Keine Spur von Bass, und das macht die Musik manchmal ziemlich eindimensional und fade. Aber insgesamt sind die musikalischen Ideen klar ausgedrückt, und geladen mit Atmosphäre erreicht das Album sein Ziel.
Viel aggressiver und weniger ambient eröffnet „Possessed by Starlight„, aber bald kehrt die Tremolo-gepickte Gitarre zurück, um den Sound zu bringen, der das Album bereits definiert hat. Sehr ähnlich in der melodischen Linie zu vorherigen Songs, mit mehr Wut, die in den Song eingebaut ist, besseres Drumming, aber immer noch zu laut. Ein guter Rhythmus insgesamt, auch neue Klanglandschaften und mehr Riff-orientiert bringen einen neuen Sound. Ein irgendwie interessanterer Song, viel abwechslungsreicher im Ansatz, offener in den Ideen und besser produziert – ein Höhepunkt im Album-Kontext.
Wieder aggressiver in den Eröffnungsakkorden kommt „The Sluagh„, verlangsamt aber bald danach und wird introspektiver und noch melancholischer. Wieder sehr ferne Vocals, fast wie distanzierte Flüstern wahrgenommen, aber Verzweiflung tragend und geladen mit Leidenschaft. Die zwei Gitarren definieren die Songstruktur und bringen sowohl Traurigkeit als auch Wut. Mit zwischenliegenden Passagen nur mit akustischen Gitarren oder Synthesizern bringen diese etwas Abwechslung in den Song und machen das Hörerlebnis farbenfroher. Der finale Teil des Songs und Albums bringt einen mehrschichtigen Sound, kurz bevor eine akustische Passage alles in einem ruhigen, melodischen Ton beendet.
Obsessive Melodien ohne Folk-Elemente
Die Songs sind lang, und jeder von ihnen quetscht alles aus einer melodischen Linie heraus, nimmt die definierenden Akkorde und dreht sie, lässt sie kreisen und drückt alle Facetten simpler Akkorde aus – obsessiv, eindringlich werdend. Mit akustischen Passagen, ambienten werden die Songs etwas dynamischer oder zumindest abwechslungsreicher. Unbestreitbare kompositorische Fähigkeiten von Andy sichern dem Album viele interessante, unvergessliche Momente.
So unterschiedliche Musik im Vergleich zu Saor – es beweist einmal mehr das Talent und die Offenheit des Musikers hinter beiden Projekten. Aber „III“ ist insgesamt ein gutes atmosphärisches Black Metal Album, auch wenn hier nichts wirklich Neues ist, nur gute Melodien, sehr atmosphärisch und melodisch. Ein überdurchschnittliches Album, eine erfolgreiche Reise in eine andere musikalische Klanglandschaft von einem Musiker, der mit Saor sein Talent beweist und jetzt dieses Statement in atmosphärischem Black Metal unterstreicht, ohne die typischen Folk-Elemente.
Fazit: FUATH bringen mit „III“ atmosphärische Klanglandschaften und Wut in einem gut dosierten Album – simple aber gute Melodien.




















