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DIMMU BORGIR – Grand Serpent Rising

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Band: DIMMU BORGIR 🇳🇴
Titel: Grand Serpent Rising
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 22/05/26
Genre: Symphonic Black Metal

Tracklist

01. Tridentium
02. Ascent
03. The Qryptfarer
04. As Seen In The Unseen
05. Ulvgjeld & Blodsodel
06. Repository Of Divine Transmutation
07. Slik minnes en alkymist
08. Phantom Of The Nemesis
09. The Exonerated
10. Recognizant
11. At The Precipice Of Convergence
12. Shadows Of A Thousand Perceptions
13. Gjǫll

 

Besetzung

Shagrath – Vocals
Silenoz – Rhythm Guitar
Galder – Lead Guitar
Daray – Drums
Gerlioz – Keyboard

 

Bewertung:

5/5

Wie eine mächtige Schlange recken DIMMU BORGIR nach acht Jahren auf der Lauer die Köpfe in die Höhe und greifen an. Statt mit schierer Muskelkraft fesselt uns „Grand Serpent Rising“ mit ausgeklügelten, hämmernden Schlagzeug-Beats, aggressiven Riffs und orchestralen Arrangements. Die Norweger präsentieren uns auf ihrem zehnten Studioalbum eine frische Symbiose aus ihren Diskografie-Highlights, die mit über siebzig Minuten Spieldauer einem wahren Opus gleicht.

Skandinavischer Black Metal trifft auf Komplexität und Symphonie

DIMMU BORGIR gehören zu den wichtigsten Vertretern von skandinavischem Black Metal der 90er Jahre. Ihre zunehmende Einflechtung von melodischen und insbesondere symphonischen Elementen kam allerdings nicht immer gut in der Szene an. Zuletzt sorgte „Eonian“ (2018) für Unmut, da hier die Symphonic-Schiene sehr konsequent gefahren wurde und die typischen Schwarzmetall-Aspekte magerer ausfielen als gewöhnlich. Gleichzeitig ist es genau dieser Stilbruch, der DIMMU BORGIR bei vielen so beliebt macht. Wofür die Band ebenso geschätzt wird, ist ihr progressiver Zugang zu Songstrukturen. Der traditionelle Liederaufbau ist zwar durchaus vorhanden, aber zahlreiche Songs gleichen mehr einer komplexen Komposition mit dramaturgischem Aufbau, der ohne mehrmals wiederholten, catchy Refrains auskommt.

Grandioser Einstieg

„Grand Serpent Rising“ verbindet sowohl die progressiven als auch die symphonischen und melodischen Qualitäten zu einer unfassbar mitreißenden Kreation mit viel Biss. Das cinematische Intro „Tridentium“ gleicht einem langen, wohltuenden Ein- und Ausatmen – die Ruhe vor dem Sturm, die Vorbereitung auf eine abenteuerliche Reise. Diese Reise startet erbarmungslos mit der Single „Ascent“. Das Tempo ist auf Anschlag; Schlagzeug und Gitarren hämmern im Gleichschritt ins Verderben. Der symphonische Unterbau ist da – dezent, aber maximal wirkungsvoll. Shagrath zeigt uns währenddessen, dass seine Stimme immer noch ranzig, roh und giftig klingt. In „As Seen in the Unseen“ bekommen die orchestralen Elemente wieder eine bedeutendere Rolle. Das Lied ist mit über sieben Minuten eben eines dieser großartigen Kompositionen. Es hat eine mystische Aura, die besonders durch die Streichermelodien erzeugt wird. Das Lied erinnert stellenweise an die „Death Cult Armageddon“-Ära.

Nostalgische Momente

Auch die erste Single, „Ulvgjeld & Blodsodel“, erweckt nostalgische Gefühle. Die Wahl norwegischer Lyrics lässt es automatisch an die ersten beiden Alben, „For All Tid“ und „Stormblåst“, denken. Die rockigen Riffs und lockeren Beats verleihen dem Lied ebenso etwas wunderbar Altmodisches. Im starken Kontrast dazu steht jedoch das Intro, dessen Atmosphäre stark an die amerikanischen Black Metaller AKHLYS erinnert. Für das Outro von „Ulvgjeld & Blodsodel“ wurde dann noch einmal fest an der Drama-Schraube gedreht – Blast Beats, Gitarrenmelodien, Chorgesang und Streicher werden für ein bombastisches Finale in Einklang gebracht, dass es einem wortwörtlich die Haare aufstellt! Wenig überraschend kommt auch „Slik minnes en alkymist“ mit einem nostalgischen Beigeschmack. Das Lied wird von einer unglaublich schönen, heroischen Melodie begleitet, die sich zwischen den aggressiven Blasts immer wieder durchschlängelt. Die wiederkehrende Streichermelodie in „Phantom of the Nemesis“ erinnert wiederum stark an „Interdimensional Summit“ vom Vorgänger, „Eonian“.

Alte Muster neu interpretiert

„Grand Serpent Rising“ bildet in gewisser Weise einen perfekten Querschnitt durch DIMMU BORGIRs gesamte Diskografie. Anstatt jedoch Altbekanntes zu reproduzieren, erschaffen sie etwas Neues. Ich finde, die Balance zwischen Aggression und Melodie ist ihnen auf diesem Album nahezu perfekt gelungen. An wenigen Stellen (z. B. in „At the Precipice of Convergence“) gehen die Gitarren zu Gunsten der orchestralen Arrangements etwas unter. Ansonsten ist das Zusammenspiel von Symphonie und Metal aber genial – oft sind die Streicher sehr dezent und trotzdem wirkungsvoll. Manchmal übernehmen die Streicher oder das Klavier eine bedeutsamere Rolle, ohne jedoch den Fokus von den E-Gitarren, Schlagzeug und Bass zu nehmen.

Kompositorische Komplexität

Gerade die Performance von Daray am Schlagzeug sticht auf diesem Album besonders hervor. Die ausgeklügelten Details auf den Becken und Toms sowie die Rhythmus- und Tempowechsel machen die Lieder verdammt facettenreich und spannend. Bei einer Spieldauer von über siebzig Minuten verteilt auf dreizehn Liedern wird die Aufmerksamkeit automatisch auf die Probe gestellt – diese Fülle an Details macht es einem aber einfacher, konzentriert zu bleiben. Der untypische Aufbau der Songs sorgt ebenso für ein fesselndes Hörerlebnis. Es ist kein stumpfsinniges Strophe-Refrain-Strophe-Konstrukt. Die Lieder erzählen Geschichten und gute Geschichten sind nicht immer geradlinig und vorhersehbar.

Fazit

„Grand Serpent Rising“ ist nicht nur für loyale Fans ein Genuss. DIMMU BORGIR haben hier eine extrem dynamische Symbiose aus Black Metal, Symphonie und technischer sowie kompositorischer Komplexität geschaffen, die erstaunlich zugänglich bleibt. Jeder Hördurchgang offenbart neue Details, wodurch „Grand Serpent Rising“ trotz seiner üppigen Spieldauer zu einem äußerst lohnenden Album wird.

Internet

DIMMU BORGIR – Grand Serpent Rising

Hysterese – Hysterese (V)

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Hysterese - Hysterese (V) - cover artwork
Hysterese - Hysterese (V) - cover artwork

Band: Hysterese 🇩🇪
Titel: Hysterese (V)
Label: This Charming Man Records
Vertrieb: Cargo
VÖ: 22.05.2026
Genre: Punk-Rock / Hardcore Punk / Shoegaze / Alternative Rock

Tracklist

01. Sedative Nights
02. Only Players Left Alive
03. Golden Boy
04. Love Hurts
05. Paintrader
06. Necropolis
07. Obsidian
08. No Dreams
09. Dark Horse
10. Nightfall
11. Uphill Battle

Besetzung

Helen Runge-Kehle – Gitarre / Gesang
Moritz Kehle – Gitarre / Gesang
Lukas Anderer – Bass / Gesang
Kai Hirt – Schlagzeug

Bewertung:

4,5 / 5

Was kommt dabei heraus, wenn man Hardcore und Punk mit einer ordentlichen Portion Shoegaze und schwerem Alternative Rock vermengt? Die Antwort liefern die aus dem deutschen Tübingen stammenden Hysterese auf ihrem neuen, fünften Studioalbum »Hysterese (V)«. Seit 2011 nummeriert diese Formation ihre Alben schlichtweg durch, und man könnte das Ganze fast als fortlaufende Chronik einer Band verstehen, die keine große Show um sich macht, sondern lieber ihre Songs sprechen lässt. Schlagen wir also nun das fünfte Kapitel in der Historie der Band auf und gehen direkt hinein.

Hysterese sind keine Band, die sich mit großen Gesten anbiedert. Keine Dauerpräsenz auf allen möglichen Social-Media-Kanälen, kein künstlich aufgeblasener Werbeapparat, kein überinszeniertes Drumherum. Eigentlich ist das in der heutigen Zeit fast schon geschäftsschädigend. Und doch genießt diese Formation seit Jahren einen Ruf, der weit über die Punk-Rock-Basis hinausreicht. Alternative-Hörer, Metal-Fans und Menschen mit einem Faible für ehrliche, kantige Gitarrenmusik haben diese Band längst auf dem Schirm.

Mit »Hysterese (V)« bleibt sich das Quartett treu und erweitert trotzdem den eigenen Kosmos. Große Riffs, mal episch, mal punkig-ruppig, mal schmissig und fast immer nackenbrechend, treffen auf zweistimmige Gesangsmomente, reduzierte englische Lyrics und einen Groove, für den andere Bands wahrscheinlich einiges opfern würden. Das ist Hysterese at its very best: trocken, direkt, melancholisch, wuchtig und trotzdem nie platt.

(Schaut hier den Clip Only Players Left Alive)

KEIN 0815-PUNK VON NEBENAN

Eröffnend mit »Sedative Nights« zeigt diese Band direkt, dass sie mehr ist als die typische 0815-Punkband von nebenan. Hysterese legen hörbar Wert auf perfekt ausgearbeitete Songs, ohne dabei ihre Rohheit zu verlieren. Die Produktion klingt irgendwie nach den glorreichen 80ern, aber keineswegs altbacken. Ein kleines Manko gibt es allerdings: Die Becken und Hi-Hats braten stellenweise im Mix ziemlich weit nach vorne und nehmen kurzfristig viel Raum ein. Dennoch bleibt das Gesamtklangbild absolut fantastisch.

Im besten Rock ’n’ Roll-Jargon treiben Drummer Kai Hirt und Bassist Lukas Anderer mit einem Grundton voran, der mächtig groovt. Gitarristin Helen Runge-Kehle und Gitarrist Moritz Kehle legen lässig und souverän ihre Riffs darauf, während die Leads dem Ganzen eine Sahnehaube aufsetzen, die es in sich hat. Doch bei allem Lob für die solide instrumentale Darbietung ist auch der Gesang absolut fantastisch. Mit halligem Effekt unterlegt und einem weichen Timbre wird ein Song präsentiert, den man mehrfach interpretieren kann. Geht es hierbei um Zombiekids, oder um Kids, die erwacht sind und aus einem Trott aus Tristesse ausgebrochen sind? Die Band schafft es, mit dem Kopfkino des Zuhörers zu spielen, und legt nicht nur kompositorisch und instrumental, sondern auch inhaltlich ein starkes Werk vor, das einen direkt abholt.

Dies trifft auch auf den bereits vorab als Single und Video ausgekoppelten zweiten Song »Only Players Left Alive« zu. Direkt beginnend in einem düsteren Tonfall geht es zur Sache, und die Band präsentiert unter komplexerer Rhythmik im mittleren Tempo einen Song, der diesmal stärker nach Indie Rock klingt. Mit einer Hi-Hat, die fast nach Disco-Groove wirkt, wird der Song im düsteren Jargon zum Tragen gebracht. Flüssig und treibend ist die Darbietung der Rhythmusinstrumentalisierung. Ein wenig progressiv kommt dieses Arrangement aus den Boxen, gespickt mit Breaks und Fills des Schlagzeugs, das perfekt die Grundlage für die solide Soundwall aus Bass und Gitarren trägt.

Erneut ist der große Trumpf aber die Leistung der Sängerin, die einfach hervorstecht. Hier werden Songs geschrieben, die absolut ohrwurmtauglich sind und lyrisch alles andere als plakativ aus den Boxen kommen. Inhaltlich wirkt »Only Players Left Alive« wie ein Aufruf, sich aus der eigenen Erstarrung zu befreien, das innere Kind nicht zu begraben und trotz Dunkelheit wieder Bewegung, Licht und Leben in sich zuzulassen. Es geht nicht um platte Durchhalteparolen, sondern um eine fast trotzig wirkende Befreiung aus Stillstand, Schwere und innerer Müdigkeit. Genau darin liegt die Stärke dieses Songs: Er klingt tanzbar, düster und hoffnungsvoll zugleich.

Veredelt wird das Ganze dann noch mit einem melodischen Lead der Gitarre, das jetzt vielleicht nicht nach dem zweiten neuen Eddie Van Halen klingt, aber melodisch harmonisch daherkommt und passend zur Grundstimmung dieses Liedes gesetzt ist.

DÜSTERE GROOVES UND MEHRDEUTIGE BILDER

Im pogotauglichen Geschwindigkeitsrausch mit messerscharfen und griffigen Riffs kommt danach das tanzbare Stück »Golden Boy« aus den Boxen. Mit düsterer Grundstimmung und diesmal Moritz Kehle an den Vocals hat der Song stimmlich einen raueren Ton, und genau dieser steht dem vorliegenden Songmaterial sehr gut. Mit absoluter Souveränität erweisen sich Hysterese als Könner und widmen sich hierbei dem Thema des Wunderkindes, das entweder dem Erwartungsdruck verblendeter Eltern gerecht werden muss oder sicher nicht bedingungslos geliebt wird, sondern permanent Leistung bringen soll.

Doch das ist auf lyrische Art und Weise ja das Geniale an Hysterese. Die Songs sind absolut mehrdeutig und zwingen einen dazu, zu hinterfragen, was des Pudels Kern ist. Nichts wird vollständig erklärt, nichts wird sauber ausbuchstabiert, und genau dadurch entfaltet sich diese Musik auch nach mehreren Durchläufen immer wieder neu.

Mit Meeresrauschen und einer Synthesizerfläche geht es dann melodisch und fast schon mainstreamtauglich bei der nächsten Nummer »Love Hurts« zur Sache. Im mittleren Tempo gehalten und mit Sängerin Helen Runge-Kehle wieder am Mikro wird hier ein epischer Song präsentiert, der absolutes Hitpotenzial hat und den Zuhörer nachdenklich zurücklässt. Es geht um die Verbundenheit zweier Menschen und auch darum, wie zerbrechlich Glück sein kann. Mit absolutem Können schafft die Band es hier, einen Ohrwurm zu erschaffen, der sich immer noch dem Mainstream widersetzt, aber dennoch massentauglich ist.

»Paintrader« zieht die Platte anschließend wieder ein Stück tiefer in den Schatten. Der Song wirkt kantiger, weniger offensichtlich eingängig und lebt stärker von seiner ruppigen Spannung. Die Gitarren drücken, der Bass schiebt, und die Band zeigt erneut, dass sie nicht nur Refrains in die Welt werfen will, sondern auch Atmosphäre und Reibung erzeugen kann. Gerade diese leicht ungeschliffene Seite tut »Hysterese (V)« gut, weil sie verhindert, dass das Album zu sauber oder zu bequem wirkt.

VON LIEBE, TOD UND OBSIDIAN-SCHWERE

De facto könnte Sängerin Helen Runge-Kehle mir auch ihre Einkaufsliste vorsingen, ich würde ihr gebannt zuhören. Als Nächstes gehen wir dann, im Angesicht seines Titels, in die Stadt der Toten, mit der ordentlich treibenden und zügigeren Nummer »Necropolis«. Der Rock ’n’ Roll-lastige Indie-Rock-Charakter mit ordentlicher Punk-Attitüde steht dem Song perfekt. Es geht bei diesem Stück um die philosophische Frage, ob man sich manchmal wie tot fühlt durch die Umstände in seinem Umfeld. Jeder scheint sich selbst der Nächste, alle sind in ihrem Trott und Stumpfsinn gefangen.

Dies wird mit absolut energischer Komposition und Fingerfertigkeit zum Besten gegeben. Der Refrain ist hier simpler gehalten, entfaltet aber vollkommen seine Wirkung. Dass im Umfeld dieser Platte sogar der Name Manilla Road fällt, ist dabei gar nicht so abwegig, denn in manchen Gitarrenläufen schimmert tatsächlich eine gewisse epische Heavy-Rock-Kante durch, ohne dass Hysterese ihre eigene Identität verlieren.

Heavy-Rock-lastig geht es dann mit Schwermut, aber nicht anstrengend, direkt bei »Obsidian« zur Sache. Zumindest wenn man nach der Einleitung geht, denn nach einem als monströs zu bezeichnenden Einstieg geht es weiter mit dem üblichen düsteren Punkrock dieser Formation, die immer mehr beweist, dass sie keine Schema-F-Band ist. Sängerin Helen Runge-Kehle beweist nicht nur an ihrem Saiteninstrument, dass sie talentiert ist, sondern ist auch stimmlich eine Macht. »Obsidian« trägt dabei eine Härte in sich, die nicht nur über Lautstärke funktioniert, sondern über Stimmung, Gewicht und eine gewisse innere Kälte.

WENN MELODIE DIREKT UNTER DIE HAUT GEHT

»No Dreams« klingt dann wirklich derbe nach Indie Rock und bringt einen Sound mit, der trotz der etwas schwermütigen Grundierung durch die Leadgitarren diesmal deutlich helltöniger und beinahe fröhlicher zur Sache geht. Inhaltlich kann man den Song so verstehen, dass man in der realen Welt leben sollte und sich nicht von Träumen, die durchaus okay sein können, in die Irre führen lassen darf. Zumindest ist dies eine der möglichen Interpretationsmöglichkeiten, die der Song bietet. Dies ist nur ein weiteres Zeugnis für das lyrische Können dieser Band, die keine vorhersehbaren Wortaneinanderreihungen zum Besten gibt.

Songs zu schreiben, die direkt hängen bleiben, ist offenbar eine der großen Stärken von Hysterese. So ist »Dark Horse« ein weiterer female-fronted Song, der mit melodischer Präzision und griffig rockender Rhythmusinstrumentalisierung zum Besten kommt. Das Stück klingt emotional aus den Boxen und geht unter die Haut. Das Arpeggio der Leadgitarre und der leidenschaftlich starke Gesang der Frontfrau sind hier der Suchtfaktor, der Gänsehaut schafft und mit den Gefühlen des Zuhörers spielt.

»Nightfall« ist dann ein treibendes Stück, bei welchem der Rock ’n’ Roll-Charakter wieder stärker zum Tragen kommt. Dieser Song holt einen direkt ab: griffige Gitarren, drückender Bass, groovende rhythmische Drums und ordentlich Punkrock auf die Ohren. Es ist diese Mischung aus Eingängigkeit, Dreck und Melancholie, die Hysterese so besonders macht. Die Band klingt nie so, als würde sie um Aufmerksamkeit betteln. Sie stellt sich einfach hin, spielt, und plötzlich ist man mittendrin.

Während das Album dann mit dem Midtempo-Donnergrollen »Uphill Battle« seinen runden Abschluss findet. Hierbei geht es darum, manchmal vor einem Kampf wegzulaufen, um dann zu erkennen, dass man sich dem stellen muss, was auf einen wartet. Der Song schließt das Album nicht mit einem billigen Knall, sondern mit Haltung. Er wirkt wie ein letzter Blick zurück auf all die Dunkelheit, die dieses Album durchzieht, und zugleich wie ein grimmiges Weitergehen. Rock ’n’ Roll.

FAZIT:

»Hysterese (V)« ist ein starkes fünftes Kapitel einer Band, die sich nicht verbiegt und trotzdem hörbar weiterentwickelt. Hysterese klingen auch 2026 nicht wie eine Formation, die irgendeinem Trend hinterherläuft. Vielmehr walzt das Quartett seinen schwermütigen Punk-Rock in die nächste Metamorphose. Die riesigen Melodien sind getragen von krachigen Breitwand-Gitarren, mal Shoegaze, mal 80s-Rockismus, mal punkig roh, aber immer zeitlos und integer.

Das Album lebt von starken Songs, markantem Gesang, einem magnetisierenden Groove und einer Atmosphäre, die gleichzeitig düster, warm, rau und hymnisch wirkt. Nicht jeder Moment ist makellos, und stellenweise hätte der Mix bei den Becken etwas weniger bissig ausfallen dürfen. Doch das sind Details in einem Gesamtbild, das ansonsten erstaunlich geschlossen funktioniert.

Hysterese machen keine großen Worte, und genau das passt zu dieser Platte. »Hysterese (V)« ist kein auf Hochglanz poliertes Szeneprodukt, sondern ein Album mit Charakter, Kante und Seele. Die stärksten Songs sind »Sedative Nights«, »Only Players Left Alive«, »Love Hurts«, »Necropolis«, »Dark Horse« und »Uphill Battle«. Wer Punk-Rock mit melancholischem Alternative-Einschlag, Shoegaze-Nebel und ehrlicher Gitarrenwucht sucht, bekommt hier ein Album, das sich festsetzt und lange nachhallt.

Only Players Left Alive Video:

Internet

Hysterese - Hysterese (V) - CD Review

FATAL VISION – Four Sides to Every Story

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FATAL VISION - Four Sides to Every Story - cover artwork
FATAL VISION - Four Sides to Every Story - cover artwork

Band: FATAL VISION 🇨🇦
Titel: Four Sides to Every Story
Label: Escape Music
VÖ: 22/05/26
Genre: Melodic Rock/AOR

Tracklist

01. Girl Against the World
02. All That Glitters
03. Run With Me
04. Turn Around
05. No More Tears to Cry
06. If This Is Who You Are
07. Maybe Someday
08. Out Of the Blue
09. After All These Years
10. Do You See Me
11. Every Time I Think of You
12. Too Close to The Sun
13. Fly
14. The Best Is Yet to Come

 

Besetzung

Simon Marwood – Vocals
Juan Miguel Gomez Montant – Guitars
Andrew Burns – Bass
Alex Wickham – Drums

 

Bewertung:

4/5

Kanadischer Melodic-Rock mit breiter emotionaler Palette

FATAL VISION melden sich mit ihrem neuen Studioalbum »Four Sides to Every Story« zurück und zeigen einmal mehr, warum sie in der modernen Melodic-Hard-Rock-Szene einen festen Platz haben. Die Band aus Kanada rund um Sänger Simon Marwood kombiniert auf diesem Werk klassische Rock-Ästhetik mit zeitgemäßer Produktion und einem ausgeprägten Gespür für eingängige Melodien. Unterstützt wird er von Juan Miguel Gomez Montant an der Gitarre, Andrew Burns am Bass und Alex Wickham am Schlagzeug. Gemeinsam formen sie ein Album, das auf emotionale Dynamik und vielschichtige Arrangements setzt.

Die Produktion lag in den Händen von Marwood, Montant und JK Northrup, der auch das Mixing übernahm. Ergänzt wird das Ganze durch die Mitarbeit von Ron Nevison, dessen Referenzen mit Bands wie HEART, SURVIVOR oder EUROPE für sich sprechen. Diese Kombination sorgt für einen Sound, der sowohl warm als auch druckvoll wirkt und die einzelnen Songs klar voneinander abgrenzt, ohne den roten Faden zu verlieren.

Zwischen Eingängigkeit und emotionaler Tiefe

Musikalisch bewegt sich das Album zwischen klassischem Melodic-Rock und leicht modernisierten Hard-Rock-Strukturen. Die Gitarrenarbeit von Montant liefert solide Riffs und melodische Leads, die sich oft an den Refrains orientieren und den Songs eine klare Richtung geben. Besonders auffällig ist jedoch die Gesangsleistung von Marwood, der mit einer Mischung aus Klarheit und emotionalem Druck durch die Stücke führt. Seine Stimme trägt viele der Kompositionen und verleiht ihnen eine persönliche Note.

Bereits der Opener »Girl Against the World« setzt ein energisches Zeichen und öffnet die Tür zu einem Album, das sich mit Themen wie Beziehungen, Selbstreflexion und Veränderung beschäftigt. »All That Glitters« und »Run With Me« greifen diesen Ansatz auf und setzen auf eingängige Refrains, während »Turn Around« etwas zurückhaltender agiert und Raum für Atmosphäre lässt.

Starke Refrains und klassische Rockmomente

Im Mittelteil des Albums zeigen Stücke wie »No More Tears to Cry«, »If This Is Who You Are« und »Maybe Someday«, wie gut FATAL VISION zwischen Balladenstruktur und Midtempo-Rock balancieren. Besonders »Maybe Someday« bleibt mit seinem emotionalen Aufbau im Gedächtnis, während »Out of the Blue« und »After All These Years« eher die klassische AOR-Schiene bedienen.

Gegen Ende nimmt das Album noch einmal an Intensität zu. »Do You See Me« und »Every Time I Think of You« setzen auf starke Hooklines, bevor »Too Close to the Sun, Fly« und »The Best Is Yet to Come« den Abschluss bilden. Letzterer wirkt fast wie ein programmatisches Statement und fasst die optimistische Grundhaltung des Albums gut zusammen.

Produktion mit klarer Handschrift

Die Produktionsarbeit ist einer der zentralen Punkte, die »Four Sides to Every Story« tragen. JK Northrup sorgt für ein ausgewogenes Klangbild, das weder zu glatt noch zu roh wirkt. Die Mischung aus moderner Klarheit und klassischem Rock-Charakter funktioniert gut, besonders im Zusammenspiel mit den vielschichtigen Backing Vocals, die Alessandro Del Vecchio beigesteuert hat. Diese verleihen vielen Refrains zusätzliche Tiefe und einen fast hymnischen Charakter.

Auch die Vocal-Produktion von Mike Shotton ist hörbar auf Präzision ausgelegt. Die Stimmen sind präsent, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und fügen sich organisch in die Instrumentierung ein. Das Ergebnis ist ein Album, das technisch sauber wirkt, ohne seine emotionale Seite zu verlieren.

»Four Sides to Every Story« ist ein durchdachtes Melodic-Hard-Rock-Album, das keine radikalen Experimente wagt, dafür aber auf Kontinuität, starke Melodien und solide Handwerkskunst setzt. FATAL VISION zeigen hier ein gutes Gespür für Struktur und Atmosphäre, auch wenn einzelne Songs etwas stärker hätten herausstechen können.

Fazit: »Four Sides to Every Story« bestätigt den Ruf von FATAL VISION als eine der vielversprechendsten Bands im Bereich des Melodic-Hard-Rock.

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FATAL VISION - Four Sides to Every Story - CD Review

CRIMSON DAY – Dark Dimension

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CRIMSON DAY - Dark Dimension - cover artwork
CRIMSON DAY - Dark Dimension - cover artwork

Band: CRIMSON DAY 🇫🇮
Titel: Dark Dimension
Label: WormHoleDeath Records
VÖ: 22/05/26
Genre: Heavy Metal

Tracklist

01. War Machine
02. False Prophet
03. The Outsider
04. Dark Dimension
05. Song Of Fire
06. Black Wolves’ Night
07. Give Me The Pain
08. Hexed
09. The Valleys Of Oblivion
10. Winter Is Here To Stay

 

Besetzung

Milka Uusitalo – vocals
Ari Balzar – lead guitar
Janne Rantanen – guitar/screams
Jesse ”Kämy” Kämäräinen – bass
Janne Ollikainen – drums/Percussions

 

Bewertung:

3,5/5

Zwischen Tradition und Aufbruch

Seit ihrer Gründung im Jahr 2013 arbeiten sich die Finnen von CRIMSON DAY Schritt für Schritt durch die klassische Heavy-Metal-Landschaft. Gegründet von Bassist Jesse „Kämy“ Kämäräinen, veröffentlichte die Band bereits im selben Jahr ihre erste EP, ehe mit »Order of the Shadows« 2015 das Debütalbum über Iron Shield Records erschien. Mit »Dark Dimension« legt die Formation nun ihr viertes Studioalbum vor und bleibt dabei ihrer musikalischen Linie treu. Klassischer Heavy-Metal mit melodischer Schlagseite, nordischer Atmosphäre und einer ordentlichen Portion düsterer Energie.

Die Besetzung zeigt sich eingespielt und routiniert. Sängerin Milka Uusitalo übernimmt die melodische Führung, während Ari Balzar und Janne Rantanen mit ihren Gitarren für den metallischen Unterbau sorgen. Letzterer steuert zusätzlich aggressive Screams bei, die dem Material stellenweise eine rauere Note verleihen. Jesse „Kämy“ Kämäräinen hält die Songs am Bass zusammen und Janne Ollikainen liefert ein solides Fundament an Drums und Percussions.

Produziert wurde das Album gemeinsam mit Jussi Kulomaa, der die Band bereits seit ihren Anfangstagen begleitet. Das Mastering stammt von Svante Forsbäck, dessen Name im Metalbereich längst ein Qualitätsmerkmal ist. Klanglich bewegt sich »Dark Dimension« daher auf professionellem Niveau, druckvoll, sauber und dennoch mit genügend Ecken, um nicht steril zu wirken.

Klassischer Heavy Metal mit dunkler Färbung

Schon der Opener »War Machine« macht deutlich, wohin die Reise geht. Treibende Riffs, hymnische Leads und ein klassischer Heavy-Metal-Groove dominieren das Geschehen. CRIMSON DAY setzen weniger auf moderne Spielereien als auf traditionelle Strukturen, eingängige Refrains und eine dichte Atmosphäre. Genau darin liegt eine der großen Stärken des Albums.

»False Prophet« wirkt aggressiver und bringt durch die zusätzlichen Screams mehr Schärfe ins Gesamtbild. Die Band schafft es hier, melodische Elemente mit einer fast schon bedrohlichen Grundstimmung zu verbinden. Besonders die Gitarrenarbeit überzeugt! Sämtliche Leads sind technisch sauber gespielt, verlieren sich aber nie in unnötiger Selbstverliebtheit.

Mit »The Outsider« folgt einer der eingängigsten Songs des Albums. Der Refrain bleibt schnell hängen und zeigt, dass CRIMSON DAY durchaus ein Gespür für starke Hooks besitzen. Gleichzeitig bleibt die düstere Grundstimmung erhalten, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk zieht.

Der Titeltrack als Herzstück

Der Titelsong »Dark Dimension« bildet das Zentrum des Albums und vereint viele der Stärken der Band. Atmosphärische Gitarren treffen auf kraftvolle Vocals und ein dynamisches Songwriting, das zwischen ruhigen Passagen und energischen Ausbrüchen pendelt. Gerade hier zeigt sich, dass die Finnen nicht nur klassische Heavy-Metal-Klischees bedienen wollen, sondern durchaus versuchen, ihrer Musik einen eigenen Charakter zu verleihen.

Auch »Song Of Fire« überzeugt mit starken Melodien und einer leicht epischen Ausrichtung. Die Gitarren harmonieren hervorragend miteinander, während der Rhythmusbereich für ordentlich Druck sorgt. Milka Uusitalo liefert dabei eine überzeugende Gesangsleistung ab. Ihre Stimme bewegt sich sicher zwischen kraftvollen Passagen und melodischen Linien, ohne jemals künstlich oder übertrieben zu wirken.

»Black Wolves’ Night« bringt eine deutlich dunklere Atmosphäre ins Spiel. Der Song erinnert stellenweise an klassische europäische Heavy-Metal-Bands der Achtzigerjahre, kombiniert diesen Einfluss jedoch mit moderner Produktion. Gerade dieser Spagat funktioniert auf »Dark Dimension« überraschend gut.

Zwischen Stärke und Wiederholung

Trotz vieler gelungener Momente zeigt das Album allerdings auch kleinere Schwächen. Einige Songs bewegen sich zu nah an bekannten Genrestandards und wirken dadurch etwas vorhersehbar. »Give Me The Pain« und »Hexed« liefern zwar solide Kost, schaffen es jedoch nicht ganz, sich dauerhaft im Gedächtnis festzusetzen.

Auch die zweite Albumhälfte verliert stellenweise etwas an Dynamik. Die Band bleibt zwar konstant auf gutem Niveau, doch echte Überraschungen bleiben aus. Besonders bei den Songstrukturen hätte man sich hier und da etwas mehr Mut gewünscht. Viele Stücke folgen einem ähnlichen Aufbau, wodurch das Album über die komplette Laufzeit hinweg leicht an Spannung einbüßt.

Dennoch gibt es auch im späteren Verlauf starke Momente. »The Valleys Of Oblivion« überzeugt mit seiner melancholischen Atmosphäre und gelungenen Gitarrenharmonien. Der abschließende Track »Winter Is Here To Stay« rundet das Album passend ab und vermittelt noch einmal dieses kalte, nordische Flair, das CRIMSON DAY so gut steht.

Mit »Dark Dimension« liefern CRIMSON DAY ein solides Heavy-Metal-Album ab, das vor allem Fans klassischer Genrevertreter ansprechen dürfte. Die Band überzeugt mit starker Gitarrenarbeit, einer gelungenen Produktion und einer dichten Atmosphäre. Besonders die Mischung aus melodischem Heavy-Metal und dunkleren Elementen verleiht dem Album seinen eigenen Charakter.

Gleichzeitig fehlt es einigen Songs an echter Eigenständigkeit, wodurch nicht jeder Moment nachhaltig zündet. Wer jedoch traditionellen Heavy-Metal mit nordischer Stimmung und melodischer Ausrichtung schätzt, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Fazit: »Dark Dimension« von CRIMSON DAY ist ein solides Album mit dunkler Atmosphäre und kraftvollem Sound, das Fans des Genres zufriedenstellen wird.

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CRIMSON DAY - Dark Dimension - CD Review

KOYO – Barely Here

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KOYO - Barely Here - album artwork
KOYO - Barely Here - album artwork

Band: KOYO 🇺🇸
Titel: Barely Here
Label: Pure Noise Records
VÖ: 08.05.2026
Format: Digital / CD / LP
Genre: Melodic Hardcore / Pop Punk / Emo Punk

Tracklist

01. Barely Here
02. Jet Stream Wish
03. Saying Vs. Meaning
04. It Happens To The Best Of Us
05. You Hate Me
06. Selden Mansions
07. Oxidize
08. What I’m Worth
09. Pace And Loiter
10. Irreversible

Besetzung

Joey Chiaramonte – Gesang
Harold Griffin – Gitarre, Backing Vocals
TJ Rotolico – Gitarre
Stephen Spanos – Bass
Salvatore Argento – Schlagzeug

Gastbeiträge:
Sammy Ciaramitaro / DRAIN – Gesang auf »Saying Vs. Meaning«
Marisa »Mirsy« Shirar / Fleshwater – Gesang auf »Oxidize«

Weitere Infos:
Produziert, aufgenommen und gemischt von Jon Markson
Veröffentlicht über Pure Noise Records
Nachfolger von »Would You Miss It?«

Bewertung:

4 von 5 Punkten

Zweites Album, schwierige Nummer. Entweder man bläst alles künstlich zum großen Entwicklungsroman auf, oder man macht genau das, was man am besten kann, nur schärfer. KOYO entscheiden sich auf »Barely Here« ziemlich klar für Variante zwei. Kein überambitioniertes Konzeptmonster, keine stilistische Vollbremsung, kein peinlicher Reife-Beweis mit Streicher-Intro und Akustikballade. Stattdessen: zehn Songs, knapp unter einer halben Stunde, Melodic Hardcore mit Pop-Punk-Herz und Emo-Nerv. Fertig. Los.

Das funktioniert, weil KOYO inzwischen sehr genau wissen, was ihre Band trägt. Die Long-Island-DNA ist weiter deutlich hörbar: melodische Gitarren, Refrains mit Mitbrüll-Potenzial, Hardcore-Dringlichkeit und dieses dauerhafte Gefühl, dass zwischen Heimweh, Wut und Selbstzweifel nur eine dünne Wand steht. »Barely Here« ist ein Album über Unterwegssein, Vermissen, innere Erschöpfung und den Versuch, trotzdem nicht vollständig aus dem eigenen Leben zu fallen. Tourromantik? Eher nicht. Das hier klingt nach vollen Vans, schlechten Nächten, verpassten Momenten und der Frage, ob man gerade etwas gewinnt oder schon etwas verliert.

(Hört hier »Barely Here« von KOYO)

KEIN BALLAST, KEINE AUSREDE

Der Titeltrack »Barely Here« schiebt ohne große Vorwarnung los und setzt die Marschrichtung. KOYO brauchen keine lange Eröffnungsgeste, um zu sagen, wo sie stehen. Der Song ist kompakt, melodisch und trotzdem ruppig genug, um nicht in die Pop-Punk-Komfortzone abzurutschen. Textlich steckt hier bereits der Kern der Platte: mentale Überlastung, Rückzug, schlechte Nachrichten, das Bedürfnis nach einem Ort, an dem man kurz nicht funktionieren muss. Joey Chiaramonte klingt dabei nicht wie ein Sänger, der eine Rolle spielt, sondern wie jemand, der aus der Rolle kaum noch herauskommt.

»Jet Stream Wish« ist dann der erste richtig große Haken. Der Song nimmt das Thema Entfernung und macht daraus keine sentimentale Postkarte, sondern eine treibende Nummer über Nähe, die immer gerade woanders ist. Der Refrain sitzt sofort, aber er klebt nicht billig. Genau darin liegt die Stärke von KOYO: Ihre Hooks sind groß, aber sie wirken nicht kalkuliert. Man hört die Schule von Long Island, klar. The Movielife, Taking Back Sunday, frühe Emo-/Hardcore-Verästelungen – alles irgendwo im Hintergrund. Trotzdem klingt die Band nicht wie ein Archiv, sondern wie eine aktuelle Formation mit sehr guter Erinnerung.

Mit »Saying Vs. Meaning« kommt der erste richtige Schlag in die Rippen. Sammy Ciaramitaro von DRAIN bringt zusätzliche Härte in den Song, aber der Gastbeitrag ist kein reiner Aufkleber. Er passt, weil der Track ohnehin rauer und konfrontativer angelegt ist. Inhaltlich geht es um Worte, die nichts kosten, um Haltung ohne Konsequenz und um den Punkt, an dem man leeres Gerede nicht mehr stehen lassen will. Kurz, direkt, nicht überfrachtet. So muss ein Feature funktionieren.

LONG ISLAND BLEIBT IM RÜCKSPIEGEL

»It Happens To The Best Of Us« rennt nicht lange herum, sondern bringt seine Sache schnell auf den Punkt. Verletzte Kommunikation, Distanz, bittere Nachwirkung. Der Song ist keiner der großen Höhepunkte, aber er hält das Tempo und die emotionale Temperatur oben. KOYO sind hier sehr gut darin, keine Lücken entstehen zu lassen. Jeder Track hat eine Aufgabe. Nicht jeder ist gleich spektakulär, aber kaum einer wirkt überflüssig.

»You Hate Me« gehört zu den besten Momenten der Platte. Etwas mehr Raum, etwas mehr Melodie, ein Refrain, der nicht lange nachfragt. Der Song kippt nicht ins Selbstmitleid, obwohl er genug davon erzählen könnte. Es geht um Schuld, Projektion, falsche Wahrnehmung und den Verdacht, dass man in einer kaputten Situation vielleicht doch nicht nur Opfer ist. Genau solche Ambivalenz tut dem Album gut. KOYO schreiben keine Tagebuchzeilen mit Gitarrenbegleitung, sondern Songs, die persönliche Zerwürfnisse in Energie übersetzen.

»Selden Mansions« ist die Long-Island-Nummer im besten Sinne. Zuhause ist hier kein romantischer Sehnsuchtsort, sondern ein Punkt auf der inneren Landkarte, an den man immer wieder zurückwill und dem man trotzdem ständig entkommt. Der Song hat Drive, Melancholie und eine gewisse Vertrautheit, ohne sich in Nostalgie einzurollen. Gerade hier hört man, dass »Barely Here« kein Album über simple Abwesenheit ist. Es geht um die Kosten eines Lebens, das nach außen groß aussieht und innen manchmal ziemlich eng wird.

DIE BESTEN MOMENTE SCHNEIDEN TIEFER

»Oxidize« setzt mit Marisa »Mirsy« Shirar einen schönen Gegenpol. Ihre Stimme verändert die Farbe des Songs spürbar und macht ihn nicht nur melodischer, sondern auch verletzlicher. Inhaltlich wird es hier sehr persönlich: Familie, Entfernung, Verantwortung, der Schmerz, nicht dort zu sein, wo man eigentlich gebraucht wird. Das ist einer dieser Songs, bei denen KOYO beweisen, dass Eingängigkeit nicht automatisch Oberflächlichkeit bedeutet. Der Track bleibt kurz, aber er hat Gewicht.

»What I’m Worth« zieht die Stimmung wieder dunkler. Mehr Post-Hardcore-Druck, weniger Sonnenseite, mehr Selbstprüfung. Der Song wirkt wie eine kleine Entladung kurz vor dem letzten Drittel. Nicht der größte Ohrwurm der Platte, aber wichtig für die Balance. Hier bekommt »Barely Here« eine Kante, die verhindert, dass alles nur in hymnischer Melancholie aufgeht.

»Pace And Loiter« ist dagegen der Song, bei dem man kurz merkt, wie klar KOYO ihre Formel inzwischen beherrschen. Großer Refrain, viel Bewegung, gute Energie. Gleichzeitig liegt hier auch der kleine Schwachpunkt der Platte: Manche Nummern laufen so sicher durch den eigenen Stil, dass sie weniger überraschen, als sie könnten. Das ist kein Ausfall, aber ein Hinweis. KOYO sind so gut in dem, was sie machen, dass man sich gelegentlich wünscht, sie würden sich noch etwas stärker aus der Kurve lehnen.

Der Abschluss »Irreversible« macht diesen Einwand aber wieder kleiner. Der Song fasst die Platte stark zusammen: melodisch, druckvoll, emotional offen, mit einem Refrain, der live funktionieren dürfte, ohne dass man ihn vorher lange erklären muss. Als Schlusspunkt ist das genau richtig. Nicht pompös, nicht künstlich großgezogen, sondern wie ein letzter Blick auf eine Entscheidung, die man nicht mehr zurücknehmen kann.

DAS KANN, DAS WILL, DAS REICHT FAST

Produktionstechnisch sitzt »Barely Here« sehr ordentlich im Sattel. Jon Markson gibt der Band Druck, Klarheit und diese moderne Punkrock-Dichte, die sofort greift. Die Gitarren schieben, der Bass hat genügend Körper, das Schlagzeug knallt sauber, und die Stimme steht dort, wo sie stehen muss: vorn, aber nicht steril freigestellt. Manchmal ist der Sound allerdings etwas voll. Ein paar kleinere Details werden eher in die Gesamtwucht geschoben, statt wirklich Luft zu bekommen. Das passt zur Dringlichkeit, nimmt der Platte aber stellenweise etwas Transparenz.

Die größte Stärke bleibt die Konsequenz. »Barely Here« ist kein Album, das sich verzettelt. Zehn Songs, keine Spielereien, kein Ballast. KOYO wissen, dass sie keine Ballade brauchen, um Tiefe zu beweisen. Sie brauchen auch kein achtminütiges Abschlussstück, um ernst genommen zu werden. Ihre Sprache ist Verdichtung. Wenn etwas gesagt werden muss, wird es gesagt. Wenn der Refrain kommen muss, kommt er. Wenn der Song vorbei ist, ist er vorbei.

Trotzdem ist »Barely Here« eher Feinschliff als Neuanfang. Wer auf eine radikale Erweiterung gehofft hat, wird sie hier nicht finden. Die Band bewegt sich sicher in ihrem Kerngebiet und verlässt es nur punktuell. Das ist legitim, denn die Songs sind stark genug. Aber es erklärt auch, warum die Platte nicht ganz zur absoluten Höchstwertung durchmarschiert. KOYO liefern sehr viel von dem, was man an ihnen liebt. Nur eben nicht unbedingt viel, was man nicht erwartet hätte.

FAZIT:

»Barely Here« ist kein Quantensprung, sondern ein sehr gut gesetzter linker Haken. KOYO klingen fokussierter, kompakter und sicherer als zuvor. Die Band schärft ihre Mischung aus Melodic Hardcore, Pop Punk und Emo, ohne sie glattzuziehen. Das Album hat Tempo, Herz, Refrains und genug raues Fundament, um nicht in weichgespülter Nostalgie zu landen.

Besonders »Jet Stream Wish«, »Saying Vs. Meaning«, »You Hate Me«, »Selden Mansions«, »Oxidize« und »Irreversible« tragen die Platte. Das sind Songs, die sofort funktionieren, aber nicht nach Einwegware klingen. Kleine Abzüge gibt es für die etwas dichte Produktion und dafür, dass KOYO ihren eigenen Rahmen diesmal eher perfektionieren als sprengen.

Für Fans von melodischem Hardcore mit Emo-Kern und Pop-Punk-Haken ist »Barely Here« trotzdem eine sehr klare Sache. Die Platte will nicht alles sein. Sie will genau das sein, was KOYO gerade ausmacht: rastlos, ehrlich, eingängig, verwundet und bereit für den nächsten Raum voller Stimmen.

Barely Here Album Stream:

Internet

KOYO - Barely Here - CD Review

Solar Mantra – State Of Joyful Lightness

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Solar Mantra - State Of Joyful Lightness - cover artwork
Solar Mantra - State Of Joyful Lightness - cover artwork

Band: Solar Mantra 🇮🇹
Titel: State Of Joyful Lightness
Label: Argonauta Records
VÖ: 08.05.2026
Format: Digital / CD
Genre: Stoner Rock / Heavy Psych / Doom Rock

Tracklist

01. Dynamite
02. Avetrana
03. Appaloosa
04. A Brand New Grave
05. Holy Water
06. Lucky Mia
07. Morning Glory
08. Shelter
09. Piñacolada
10. Raging River Of Fear

Besetzung

Tommaso Santillo – Gesang
Francesco Carretti – Gitarre
Carlo Loffredo – Bass
Simone Bianchini – Schlagzeug

Bewertung:

4 von 5 Punkten

Fünf Jahre nach »Away« melden sich Solar Mantra mit »State Of Joyful Lightness« zurück – und wer angesichts des Titels eine schwerelose Hippie-Runde mit Räucherstäbchen und Gruppenumarmung erwartet, darf sich direkt wieder setzen. Die Italiener aus Rom haben ihr Klangbild spürbar verdunkelt, verdichtet und mit mehr Druck ausgestattet. Aus dem warmen Stoner-/Psych-Fundament des Vorgängers ist ein kompakteres, kantigeres und stellenweise deutlich grantigeres Album geworden.

Der Titel ist dabei durchaus clever gewählt, weil er mit Erwartung und Wirklichkeit spielt. Die Musik klingt nicht nach sorgloser Leichtigkeit, sondern nach dem Moment, in dem man sich diese Leichtigkeit hart erkämpfen muss. Solar Mantra verhandeln persönliche Brüche, toxische Dynamiken, Fluchtimpulse, Frust, Begehren und diese unterschwellige Reibung, die gute Rockmusik erst wirklich interessant macht. Das ist Stoner Rock mit breiten Schultern, aber auch mit genügend dunklen Nebenstraßen, um nicht bloß als Riffsport durchzugehen.

(Hört hier »State Of Joyful Lightness« von Solar Mantra)

DAS LICHT BLEIBT AUS, DIE RIFFS BLEIBEN AN

»Dynamite« legt mit breitem Groove, angezogener Fuzz-Kante und einem Refrain los, der direkt klarstellt: Solar Mantra wollen hier nicht schweben, sie wollen anschieben. Der Text kreist um emotionale Manipulation, beschädigtes Vertrauen und den Moment, in dem innerer Druck nicht mehr kontrollierbar bleibt. Das passt zum Sound: Der Song ist griffig, schwer und auf den Punkt gespielt. Kein langer Anlauf, kein Umweg, keine falsche Eleganz. Man merkt sofort, dass die Band ihr Stoner-Fundament behalten, aber die Schrauben fester angezogen hat.

»Avetrana« fällt mit seiner knappen Spielzeit fast punkig aus dem Rahmen. Die Nummer ist direkter, roher und zeigt eine Seite der Band, die nicht nur auf schwere Grooves, sondern auch auf kompakten Zug setzen kann. Inhaltlich geht es um Begehren, Neuanfang und Abschied zugleich – also genau diese Rock’n’Roll-Gemengelage, bei der das Herz noch „ja“ ruft, während der Verstand schon die Haustür sucht. Der Song funktioniert gerade wegen seiner Kürze. Rein, raus, Wirkung hinterlassen.

Mit »Appaloosa« wird das Album deutlich vielschichtiger. Hier treffen gesellschaftlicher Überdruss, innere Wut und das Gefühl von Eingesperrtsein auf schwere, psychedelisch grundierte Stoner-Rock-Passagen. Die Gitarren arbeiten breiter, der Song nimmt sich mehr Raum, und Tommaso Santillo bringt genau die richtige Mischung aus Trotz und angeschlagener Coolness mit. Das ist einer der Tracks, an denen die Platte ihre neue Richtung besonders überzeugend ausspielt: düsterer als früher, aber immer noch melodisch greifbar.

STÄRKER, SCHWERER, SCHMUTZIGER

»A Brand New Grave« dreht die Stimmung weiter nach unten. Der Text behandelt Erschöpfung, Orientierungslosigkeit und die Ahnung, dass manches nicht mehr zu reparieren ist. Musikalisch bleibt der Song kompakt, fast klassisch strukturiert, aber mit genügend Schwere im Unterbau. Das Stück hat diese angenehme Härte, die nicht auf Tempo angewiesen ist. Ein gutes Riff, ein klarer Aufbau, eine dunkle Melodie – mehr braucht es manchmal nicht.

»Holy Water« ist einer der offensiveren Songs des Albums. Hier geht es um religiös oder moralisch aufgeladene Bevormundung, um Wut auf Fremdurteile und um das Wehren gegen Erwartungen, die wie Fesseln wirken. Der Refrain sitzt sofort, die Gitarren ziehen kräftig nach vorne, und die Band findet einen starken Mittelweg zwischen Stoner-Wucht und Alternative-Rock-Eingängigkeit. Gerade dieser Song zeigt, dass Solar Mantra ihre Härte nicht gegen Melodie ausspielen müssen.

»Lucky Mia« bringt anschließend eine kältere, melancholischere Farbe ins Album. Der Song behandelt Distanz, Fluchtimpulse und eine Beziehung, in der Nähe und Schaden kaum noch auseinanderzuhalten sind. Musikalisch gehört die Nummer zu den stärkeren Momenten, weil sie nicht nur riffbetont arbeitet, sondern einen deutlichen Spannungsbogen besitzt. Die Band bleibt hier kontrolliert, baut Druck auf und lässt den Song langsam schwerer werden, ohne ihn zu überfrachten.

ZWISCHEN DUNKLER LUST UND FLUCHTREFLEX

»Morning Glory« wirkt zunächst wie der klassische Rock-Moment des Albums, entwickelt aber schnell eine eigene Dunkelheit. Lust, Abhängigkeit, Verwirrung und der Wunsch nach Rettung liegen nah beieinander. Der Song nutzt diese Spannung gut: melodisch genug, um sich festzusetzen, aber nicht glatt genug, um harmlos zu werden. Gerade die Stimme trägt hier viel, weil sie das Material nicht überdramatisiert, sondern mit rauem Selbstbewusstsein führt.

»Shelter« ist einer der Songs, die zeigen, wie gut Solar Mantra Atmosphäre und Groove verbinden können. Der Text sucht nach einem Rückzugsort, lässt aber zugleich eine bizarre, leicht unheimliche Szenerie entstehen. Musikalisch bleibt die Band im schweren Midtempo, setzt auf Druck und eine fast filmische Stimmung. Das ist kein Song, der sofort alles preisgibt, aber einer, der im Albumkontext stark wirkt. Hier hat die Platte ihre beste Balance aus Stoner Rock, Doom-Färbung und psychedelischer Spannung.

Mit »Piñacolada« wird es giftiger und leicht grotesk. Der Text arbeitet mit Bildern von Leere, gesellschaftlicher Orientierungslosigkeit, digitaler Regelreiterei und dem Gefühl, ständig zwischen falschen Versprechen festzuhängen. Musikalisch bekommt der Song dadurch eine kantigere Note, die gut zur zweiten Albumhälfte passt. Ganz so zwingend wie »Appaloosa« oder »Shelter« ist die Nummer nicht, aber sie hält die Platte eigenwillig und verhindert, dass Solar Mantra zu bequem in der eigenen Riffmaschine sitzen bleiben.

DER KLASSIKER AM SCHLUSS

Mit »Raging River Of Fear« schließen Solar Mantra das Album mit einem Captain Beyond-Cover ab. Die Performance ist handwerklich stark, und die Band verpasst dem Song genug eigenen Druck, um ihn nicht bloß brav nachzuspielen. Trotzdem bleibt der Abschluss der Punkt, an dem »State Of Joyful Lightness« etwas an Eigenprofil verliert. Nach neun Songs, die eine klare eigene Richtung verfolgen, wirkt das Cover eher wie ein Bonus am Ende als wie der zwingende Schlussstrich unter dem Album.

Das ist kein echter Ausfall, aber der kleinste Schwachpunkt der Platte. Gerade weil Solar Mantra zuvor so überzeugend zeigen, dass sie ihr eigenes Material stärker, düsterer und prägnanter formen können, hätte ein selbstgeschriebener Abschluss vermutlich mehr Wirkung gehabt. Der Song ist gut gespielt, keine Frage. Aber er lässt einen nicht mit dem stärksten Eindruck aus dem Album gehen.

KLANG UND WIRKUNG

Produktionstechnisch macht »State Of Joyful Lightness« einen deutlichen Schritt nach vorne. Die Songs wirken massiver, der Bass hat Substanz, die Gitarren stehen breit im Raum, und das Schlagzeug klingt lebendig genug, um nicht in steriler Studiohärte zu verschwinden. Die Zusammenarbeit mit Danilo Silvestri hat hörbar dazu beigetragen, den Sound moderner und druckvoller zu gestalten, ohne die warme Stoner-Rock-Basis zu verlieren.

Was das Album besonders trägt, ist die Mischung aus Eingängigkeit und dunklerem Grundton. Solar Mantra liefern keine reine Desert-Rock-Übung, sondern ziehen Grunge-, Doom-, Psych- und Alternative-Rock-Elemente in ihre Songs hinein. Dadurch wirkt die Platte abwechslungsreicher als viele Genreveröffentlichungen, die sich ausschließlich auf ein gutes Riff und viel Wiederholung verlassen. Hier gibt es Riffs, ja. Aber es gibt auch Songs.

Nicht alles ist perfekt. Die zweite Hälfte ist etwas weniger zwingend als der starke Mittelteil, und das Cover am Ende fühlt sich eher ergänzend als notwendig an. Dennoch bleibt »State Of Joyful Lightness« ein starkes zweites Album, das die Band spürbar weiterbringt. Solar Mantra klingen fokussierter, dunkler und entschlossener als auf dem Debüt. Genau diesen Schritt will man bei einer zweiten Platte hören.

FAZIT:

»State Of Joyful Lightness« ist ein überzeugendes, schweres und angenehm kantiges Stoner-Rock-Album, das seinen Titel nicht wörtlich nimmt, sondern als Kontrastfläche nutzt. Solar Mantra haben ihren Sound erweitert, verdichtet und emotional stärker aufgeladen. Statt sonniger Psychedelic-Ausflüge gibt es mehr Druck, mehr Schatten, mehr Grunge-Kante und eine Reihe starker Songs, die sich nicht hinter Genrefloskeln verstecken müssen.

Besonders »Dynamite«, »Appaloosa«, »Holy Water«, »Lucky Mia«, »Morning Glory« und »Shelter« zeigen, wie gut diese neue Ausrichtung funktioniert. Die Band bleibt im Stoner-Rock verwurzelt, legt aber genug emotionale Schärfe und stilistische Variation nach, um nicht wie eine weitere Kyuss-Erbverwaltung zu klingen. Das Album hat Kante, Groove und eine starke innere Spannung.

Wer auf Kyuss, Queens Of The Stone Age, Clutch, Dozer, Greenleaf oder Danzig steht, sollte hier definitiv reinhören. Solar Mantra liefern kein makelloses Meisterwerk, aber eine sehr starke zweite Platte mit Charakter, Druck und mehreren Songs, die im Kopf bleiben. Der Zustand freudiger Leichtigkeit mag hier ziemlich angeschlagen sein – die Musik selbst steht dafür umso fester.

State Of Joyful Lightness Album Stream:

Internet

Solar Mantra - State Of Joyful Lightness - CD Review

ORACLE OF WORMS – Cult of Suffering

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ORACLE OF WORMS - Cult of Suffering - cover artwork
ORACLE OF WORMS - Cult of Suffering - cover artwork

Band: ORACLE OF WORMS 🇩🇪
Titel: Cult of Sufferingt
Label: F.D.A. Records
VÖ: 22/05/26
Genre: Black/Death Metal

Tracklist

01. Intro
02. Claws of Famine
03. Walking Ghost
04. Cult of Suffering
05. The Script
06. Acolytes
07. Valor
08. Rabid
09. Strychnine Hill
10. Lost Generation

 

Besetzung

Frederick Kessler – Drums
Niklas – Guitars
Chris Kiefer – Vocals, Bass
Andreas Heindl – Guitars

 

Bewertung:

3,5/5

Mit »Cult of Suffering« legt die deutsche Black/Death-Metal-Formation ORACLE OF WORMS ihr erstes vollständiges Album vor und macht dabei wenig Gefangene. Die vier Musiker Frederick Kessler, Niklas, Chris Kiefer und Andreas Heindl setzen kompromisslos auf einen Sound. Dieser ist tief in den neunziger Jahren verwurzelt, besitztdabei aber genug Eigenständigkeit, um nicht bloß wie eine nostalgische Kopie der skandinavischen Szenegrößen zu wirken. Zwischen schmutzig sägenden Gitarren, pechschwarzer Atmosphäre und roher Wut entfaltet sich ein Album, das sich gleichermaßen an Fans von klassischem Swe-Death wie auch an Anhänger düsterer Black-Metal-Klänge richtet.

Zwischen Finsternis und Kettensägenriffing

Schon das kurze »Intro« macht klar, wohin die Reise geht. Kalte Klangflächen und bedrohliche Stimmung öffnen die Tür für »Claws of Famine«, das mit einem wuchtigen HM-2-Gitarrensound direkt loswalzt. Hier treffen aggressive Death-Metal-Riffs auf ein fast crustiges Grundgefühl. Die Produktion von Simeon Lauber bei The RedTape Company hält dabei die Balance zwischen Druck und Dreck erstaunlich gut. Das Album klingt roh genug für den Underground, verliert dabei aber nie die nötige Transparenz.

Vor allem die Gitarrenarbeit von Niklas und Andreas trägt die Platte. Immer wieder entstehen aus simplen, treibenden Riffs finstere Melodien, die sich unheilvoll durch die Songs ziehen. »Walking Ghost« zeigt diese Stärke besonders deutlich. Der Song verbindet Blastbeats mit schleppenden Passagen und erzeugt dadurch eine bedrückende Dynamik, die sich angenehm vom üblichen Dauerfeuer vieler Genrekollegen abhebt.

Dunkle Atmosphäre mit klassischem Fundament

ORACLE OF WORMS orientieren sich hörbar an den alten schwedischen Death-Metal-Schulen, streuen jedoch immer wieder schwarze Klangfarben ein. Besonders der Titelsong »Cult of Suffering« lebt von dieser Mischung. Hinter dem aggressiven Gerüst verstecken sich beinahe hypnotische Gitarrenläufe, die dem Stück eine düstere Tiefe verleihen. Chris Kiefers Gesang passt hervorragend dazu. Seine Vocals bewegen sich zwischen tiefem Growling und heiserem Black-Metal-Gekeife, ohne jemals aufgesetzt zu wirken.

Auch »The Script« überzeugt mit morbider Atmosphäre und starken Tempowechseln. Die Band versteht es, innerhalb weniger Minuten Spannung aufzubauen, statt einfach nur möglichst schnell durch die Songs zu prügeln. Gerade dadurch bleibt das Album abwechslungsreicher als viele aktuelle Veröffentlichungen im Black/Death-Bereich.

Die stärksten Momente der Platte

Zu den Highlights gehört definitiv »Acolytes«. Der Song verbindet ein fast punkiges Energielevel mit kalter Death-Metal-Wucht und entwickelt sich schnell zu einem der eingängigsten Tracks der Platte. Auch »Valor« hinterlässt Eindruck. Hier zeigt die Band, dass sie nicht ausschließlich auf Geschwindigkeit angewiesen ist. Midtempo-Passagen sorgen für mehr Schwere und geben den düsteren Melodien Raum zum Atmen.

»Rabid« zieht das Tempo anschließend wieder deutlich an und liefert eines der aggressivsten Stücke des Albums. Frederick Kessler treibt den Song mit präzisem Schlagzeugspiel gnadenlos nach vorne, ohne dabei steril zu wirken. Gerade dieser leicht chaotische Charakter passt perfekt zum Gesamtbild von »Cult of Suffering«.

Mit »Strychnine Hill« wird es noch einmal besonders finster. Der Song wirkt wie ein marschierender Abstieg in einen verfallenen Albtraum und gehört atmosphärisch zu den stärksten Momenten der Platte. Hier kommen die Black-Metal-Einflüsse am deutlichsten durch.

Kleine Schwächen im Gesamtbild

Trotz vieler starker Ansätze bleibt das Album nicht völlig frei von Problemen. Manche Songs ähneln sich im Aufbau etwas zu stark, wodurch die zweite Hälfte stellenweise an Durchschlagskraft verliert. Vor allem bei den schnelleren Tracks verschwimmen einige Riffs ineinander. Hier hätte etwas mehr Mut zu ungewöhnlichen Strukturen oder markanteren Hooks dem Album gutgetan.

Auch die Spielzeit wirkt gegen Ende leicht ermüdend, obwohl die einzelnen Songs für sich genommen solide funktionieren. »Lost Generation« liefert zwar einen passenden Abschluss, setzt aber keinen echten Schlusspunkt, der lange nachhallt.

Ein gelungenes Debüt mit Potenzial

Trotz kleiner Schwächen gelingt ORACLE OF WORMS mit »Cult of Suffering« ein starkes Debütalbum, das die Essenz klassischen Black/Death-Metals glaubwürdig einfängt. Die Band kombiniert schwedisch angehauchten Death Metal mit schwarzer Atmosphäre und aggressiver Crust-Energie, ohne sich dabei in bloßer Retro-Verehrung zu verlieren.

Besonders die rohe Produktion, die dichten Gitarrenwände und die düstere Grundstimmung sorgen dafür, dass sich die Platte angenehm räudig und authentisch anfühlt. Wer auf frühen ENTOMBED, DISMEMBER oder düster angehauchten Death-Metal mit Black-Metal-Schlagseite steht, dürfte hier definitiv fündig werden.

ORACLE OF WORMS liefern kein revolutionäres Genrestatement ab, aber ein ehrliches, aggressives und atmosphärisch dichtes Debüt, das Lust auf mehr macht. Mit etwas mehr Eigenständigkeit im Songwriting könnte die Band künftig noch deutlich stärker aus der Masse herausragen.

Fazit: Mit »Cult of Suffering« liefern ORACLE OF WORMS ein beeindruckendes Debüt ab, das sowohl alte Hasen als auch Neulinge des Genres in seinen Bann zieht.

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ORACLE OF WORMS - Cult of Suffering - CD Review

CHINA – veröffentlichen Single und Video

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China - bandphoto

CHINA – Schweizer Rock-Ikone veröffentlicht neue Single & Video „Bright Lights“

CHINA, die wohl erfolgreichste Schweizer Hard-Rock-Formation der späten 80er und frühen 90er, meldet sich mit ihrer neuen Single „Bright Lights“ kraftvoll zurück und zeigen, dass echter Rock’n’Roll kein Ablaufdatum kennt.

„Die musikalische Idee entstand während eines Studio Jams zwischen Claudio und mir“

, berichtet Gitarrist Freddy Scherer und fügt hinzu: 

„Wie bei vielen unserer Songs, gab es kein großes Konzept, plötzlich war der Funke einfach da. “Bright Lights“ ist unsere Hommage an die Zeit, in der alles möglich schien: Nächte ohne Plan, ohne Morgen, nur das Jetzt zählte und dieses Gefühl der Unbeschwertheit, das man nie ganz loslässt. Der Song fügt sich nahtlos in unsere neuen Tracks ein – mit der unverkennbaren CHINA-DNA.“

Streamt & holt euch den SONG hier: https://lnk.site/brightlighws

Seht das VIDEO hier:

Von den Charts in die Rockgeschichte

Gegründet 1985, schoss CHINA binnen weniger Jahre in die internationalen Charts. Schon das selbstbetitelte Debütalbum überzeugte die Rockgemeinde mit energiegeladenem Hard Rock und prägte den Bandnamen weit über die Landesgrenzen hinaus. Den endgültigen Durchbruch brachte „Sign In The Sky“ – ein Album, das in Gold gegossen wurde und bis heute als Meilenstein des europäischen Melodic Rock gilt. Songs wie „In The Middle Of The Night“, „Sign In The Sky“ und „Wild Jealousy“ gehören längst zum festen Inventar der Classic-Rock-Geschichte.

2026: Neues Feuer mit „Bright Lights

Nach den erfolgreichen Comeback Singles „Love Someone“ und „Ran Out Of Love“, die bei den Rock Radios auch international für Begeisterung sorgten, schlägt CHINA nun das nächste Kapitel auf. „Bright Lights“ bringt alles auf den Punkt, was die Band groß gemacht hat: messerscharfe Gitarrenriffs, Refrains mit Adrenalin Faktor – und diese unerschütterliche Spielfreude, die klingt, als wäre kein Tag seit 1985 vergangen. Die Band zieht damit eine klare Linie: Nostalgie ja, Stillstand nein.

Bühnensturm mit Herz und Geschichte

Auf ihrer letzten Tournee durch Frankreich, Belgien, Deutschland und die Schweiz bewiesen CHINA, dass ihre Musik auch live nichts von ihrer Wucht verloren hat. Ihr Set mischt Klassiker der ersten beiden Erfolgsalben mit neuem Material, das dieselbe rohe Energie trägt – gereift, aber nicht gezähmt. Mehr als drei Jahrzehnte nach ihren ersten Hits sind CHINA keine nostalgische Revival-Band, sondern eine Rockinstitution, die sich selbst treu geblieben ist. Ihr Comeback zeigt, was viele längst wussten: Diese Legende lebt – und sie klingt lauter denn je.

Quellenangabe: United Forces PR Photo Credit: Manuel Schütz

StormHammer enthüllen Musikvideo

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stormhammer - bandphoto
Photo Credit: Markus Konetzka

StormHammer enthüllen Musikvideo zum Titeltrack ihres kommenden Studioalbums „Wrath Of The Hammer“

Die deutsche Power-Metal-Institution StormHammer veröffentlicht heute das offizielle Musikvideo zu ihrer brandneuen Single „Wrath Of The Hammer“, dem Titeltrack ihres kommenden Studioalbums.

Der neue Longplayer erscheint am 17. Juli über ROAR – A Division of Reigning Phoenix Music. Vorbestellungen sind ab sofort hier möglich: https://stormhammer.rpm.link/wrathalbumPR 

Mit ihrer neuen Single „Wrath Of The Hammer“ präsentieren StormHammer einen ersten kraftvollen Vorgeschmack auf ihr kommendes Album und unterstreichen eindrucksvoll ihre Position als eine der konstantesten und spannendsten Bands der europäischen Power-Metal-Szene. Der Titeltrack vereint hymnische Melodien, massive Riffs und die charakteristische Energie der Band zu einem modernen Metal-Hit mit klassischem Spirit.

Phil Meyer (Gitarre, Backing Vocals) kommentiert:

„Songs wie Wrath of the Hammer repräsentieren die Ausrichtung des Albums perfekt – aggressive Downstrokes, schnelle Powerchords und epische melodische Momente verschmelzen hier auf eine zugleich klassische und moderne Heavy-Metal-Art.“

Drummer Ashley Guest verspricht:

„Wrath of the Hammer bewahrt den Geist des klassischen StormHammer-Sounds und treibt ihn gleichzeitig mit einer schärferen und aggressiveren Kante weiter nach vorne.“

“Wrath Of The Hammer” hier streamen: https://stormhammer.rpm.link/wrathsinglePR 

Nach dem gefeierten Album „Seven Seals“ schlagen StormHammer mit „Wrath Of The Hammer“ ein neues Kapitel auf. Das Album verbindet traditionelle Heavy-Metal-Wurzeln mit thrashigen Gitarren, epischen Melodien und progressiven Elementen. Die Band bleibt dabei ihrem unverwechselbaren Sound treu und erweitert gleichzeitig ihre musikalische Bandbreite.

„Wrath of the Hammer vereint alle Generationen des Heavy Metal“

, ist Phil Meyer überzeugt.

„Die Oldschool-Seite, die melodische, die hymnische und die moderne. Genau das macht StormHammer heute als Band aus. Wir wollten kein Album erschaffen, das ausschließlich melodischer Power Metal ist. StormHammer hatte schon immer auch eine raue Seite, und die wollten wir weiter ausbauen, indem wir Thrash-Elemente, modernen Metal und sogar einige Punk-Wurzeln der 90er einfließen ließen, ohne dabei die Heavy-Metal-Identität der Band zu verlieren.“

Sänger M. Nox ergänzt: 

„Wir sind an dieses Album mit der Einstellung herangegangen, kein Risiko zu scheuen. Wir haben Elemente aus Thrash, Symphonic und Classic Metal miteinander kombiniert und dabei trotzdem die Power-Metal-Wurzeln von StormHammer bewahrt. Mit diesem Album werdet ihr StormHammer auf eine Weise hören, wie zuvor noch nie.“

Aufgenommen wurde das Album im Mastersound Studio gemeinsam mit Produzent Alexander Krull. Die kraftvolle Produktion, atmosphärische Arrangements und die enorme Energie der Songs machen „Wrath Of The Hammer“ zu einem der stärksten und abwechslungsreichsten Alben der Bandgeschichte. Hier beweisen StormHammer erneut ihre Klasse und ihren Anspruch, modernen Power Metal auf höchstem Niveau zu liefern.

Horst Tessmann (Bass, Backing Vocals) verrät uns:

„Die Aufnahmen mit Alex Krull waren fantastisch, weil wir dieselbe Vision davon hatten, wie die Songs klingen sollten. Er hat eine kraftvolle und herausragende Produktion abgeliefert. Wrath of the Hammer verbindet traditionellen Power Metal mit Thrash-Metal-Elementen auf eine Weise, die natürlich und energiegeladen wirkt. Je älter ich werde, desto schneller und härter soll die Musik sein.“
„Dieses Album fühlt sich ehrlich und lebendig an“

, pflichtet Gitarrist Christos Efstathiou seinen Bandkollegen bei.

„Wir haben uns kreativ selbst herausgefordert und sind dabei trotzdem dem treu geblieben, wofür StormHammer steht. In diesen Songs stecken Kraft, Emotionen und Abenteuer.“
STORMHAMMER - Wrath Of The Hammer - cover artwork

Tracklist

01. Beware
02. Wrath Of The Hammer
03. Ashes Of The Throne
04. Light In The Dark
05. Wheels Of Eternity
06. Guardians Of The Night
07. Veil Of Fire
08. Scars Of The Abyss
09. Shattered Dominion
10. The Dune

 

Quellenangabe: All Noir Photo Credit: Markus Konetzka

AMBERIAN DAWN teilen neue Single

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amberian dawn - bandphoto
Photo Credit: Kanerva Mantila

AMBERIAN DAWN teilen neue Single „Unchained“! – Erstes Album mit neuer Sängerin Nicole Willerton erscheint am 26. Juni 2026 über Napalm Records

AMBERIAN DAWN - Unchained (Official Video) | Napalm Records

Die finnische Symphonic-Metal-Band AMBERIAN DAWN präsentiert die dritte fesselnde Single ihres kommenden Albums Temptation’s Gates. Das Werk, das am 26. Juni 2026 über Napalm Records erscheint, ist ihre erste Veröffentlichung mit der neuen Sängerin Nicole Willerton. „Unchained“ zeigt, wie anders die Band mit ihrer neuen Stimme klingt: In der Single entfesselt die neue Frontfrau ihr volles Potential und kontrastiert engelsgleichen Gesang mit kräftigen Growls – eine Premiere für AMBERIAN DAWN! Mit einem mutigen Schritt vorwärts hat das Quintett etwas deutlich anderes, wenn auch ebenso Passendes erschaffen – wahrlich ungebunden.

Tuomas Seppälä über „Unchained“:

„Es war aufregend, einen Song um ein echtes, traditionelles Riff herum zu schreiben. Über die Jahre habe ich diesen Riff-orientierten Ansatz etwas aus den Augen verloren – doch dieses Mal fühlte es sich genau richtig an. Das Haupt-Riff hat sich schnell und natürlich ergeben, der Rest des Songs folgte drum herum, getragen von dem Gefühl, das das Riff erschuf. Der Song ist sehr dynamisch und beinhaltet viele verschiedene Elemente, was unsere Sängerin auf mehreren Ebenen forderte. Sie hat es brillant gemeistert und mit Leichtigkeit eine herausragende Performance abgeliefert. Es hätte ein viel längerer Song werden können, doch ich wollte die Struktur fokussiert halten. Der Song verlangte außerdem nach einem Weltklasse-Solo, was Emil voller Selbstbewusstsein und Exzellenz erfüllte.“

Nicole Willerton über „Unchained“:

„‚Unchained‘ ist ein Song, in dem es darum geht, sich von innerem Schmerz zu lösen. Er beschreibt den Kampf, sich zwischen Angst und Urteil gefangen zu fühlen. Der Song stellt die Tendenz infrage, andere au Angst oder Unsicherheit heraus schlecht zu machen, und erinnert uns, dass wir alle menschlich sind und einen Raum brauchen, wir selbst zu sein. ‚Unchained‘ ergründet, wie wichtig es ist, Freiheit zu finden und unsere Dämonen loszulassen.“

Schaue JETZT das offizielle Musikvideo zu „Unchained“!

Aus der Heimat das Symphonic Metal erheben sich AMBERIAN DAWN: Das finnische Quintett veröffentlicht am 26. Juni 2026 sein neues Album Temptation’s Gates über Napalm Records. Die ersten Aufnahmen der Band mit ihrer neuen Sängerin Nicole Willerton führt sie auf modernere, bisweilen sogar überraschend raue Pfade. So emanzipieren sich AMBERIAN DAWN unter der Führung von Gründungsgitarrist und Hauptkomponist Tuomas Seppälä langsam davon, „nur“ die Band zu sein, die mit ihrem vorigen Album Take a Chance – A Metal Tribute to ABBA (2022) – glorreich! – die schwedischen Pop-Legenden ABBA coverte.
 
Die epischen Keyboard-Klänge mit gitarrengetriebenem Melodic Metal angereichert tauchen AMBERIAN DAWN in eine neue Welt ein und beweisen dabei ihre Vielseitigkeit. Die eingängigen Songs gewohnt charmant und stark, weist Temptation’s Gates den Weg in eine verführerisch glänzende Zukunft – die Band ist bereit, durch deren Tor zu treten.
 
Tuomas Seppälä über Temptation’s Gates:

„Als ich angefangen habe, mit unserer neuen Sängerin zusammenzuarbeiten, verspürte ich dieselbe Aufregung wie vor vielen Jahren, als ich 2007 und 2008 mit der Arbeit an unserem Debütalbum begann. Damals waren AMBERIAN DAWN noch Neulinge in der Szene, obwohl wir bereits erfahrene Musiker waren. Bei Temptation’s Gates spürte ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder diesen Funken, etwas Neues zu schaffen. Ich hatte noch nicht viele Songs komponiert, als Nicole und ich unsere Zusammenarbeit starteten. Das meiste Material kam überraschend schnell zusammen, als ich merkte, wie natürlich sich der Prozess anfühlte. Ich war zutiefst inspiriert von Nicoles Enthusiasmus, Engagement und Effizienz. Ich habe wirklich das Gefühl, dass die Band mit ihrem Beitritt wiedergeboren wurde. Musikalisch hat sich unser Stil erneut weiterentwickelt und bewegt sich vielleicht wieder etwas in Richtung eines härteren, metallischeren Sounds. Gleichzeitig sind Elemente unseres klassischen Klangs und unserer Identität natürlich nach wie vor präsent. In vielerlei Hinsicht fühlte sich die Arbeit an diesem Album wie eine Rückkehr zu meinen Wurzeln an. Zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich auch eine größere Rolle als Gitarrist übernommen. Ich habe mich mehr auf das Ausarbeiten von Gitarrenriffs konzentriert, habe also etwa die Hälfte der Gitarren-Leads auf dem Album und sogar ein komplettes Gitarrensolo selbst eingespielt.“

Nicole Willerton über Temptation’s Gates:

Temptation’s Gates ist das erste Album, auf dem ich für AMBERIAN DAWN singe – es aufzunehmen war eine wundervolle Erfahrung. Jeder Songtext ist von Gefühlen, Erinnerungen und Momenten inspiriert, die während der Entstehung des Albums besonders präsent waren. Das Schreiben hat sich angefühlt, als würde ich in mein Unterbewusstsein eintauchen, um diese Emotionen an die Oberfläche zu bringen. Den kreativen Prozess hinter dem Arrangieren von Backing-Vocals zu erkunden, war ebenfalls wunderbar. Ich bin besonders davon angetan, wenn in der Musik von AMBERIAN DAWN der Hintergrundgesang so anschwillt, dass er einen volleren, reichhaltigeren Klang um den Leadgesang herum schafft. Temptation’s Gates ist ein kraftvolles Album, das ein breites Spektrum emotionaler Tiefe vereint, von Liebe und Melancholie hin zu dunkleren Elementen wie Angst und inneren Kämpfen. Eine wiederkehrende Botschaft auf dem gesamten Album ist, seine wahren Wünsche anzunehmen und seine ehrlichen Gefühle zu akzeptieren und anzuerkennen.“

AMBERIAN DAWN stellen ihre neue Stimme direkt mit dem Titeltrack vor. „Temptation’s Gates“ kommt schnell daher, randvoll mit epischen Keyboard-Melodien und charmantem Storytelling. Die Entschlossenheit der Band kommt auch in „The Vision Of Dreaming“ zum Ausdruck, dessen schneidendes Riff sich direkt ins Langzeitgedächtnis gräbt und erstmals andeutet, dass Willerton mehr ist als eine engelsgleiche Fee, die Hörer sanft durch weitläufige Reiche führt. Die folgende Anrufung an Mond, „Moon“, steigert das Tempo auf Blastbeat-Intensität, bleibt jedoch zunächst magisch – bis zum unerwarteten Schluss. Die abschließenden Schreie hallen in „Unchained“ nach, in dem die neue Frontfrau ihr volles Potential entfaltet und als Kontrast zu ihrem seraphischen Gesang zu mächtigen Growls ausholt – eine Premiere für AMBERIAN DAWN! Spätestens hier zeigt Temptation’s Gates, dass es sich hier nicht länger um ABBA handelt, sondern dass die finnischen Musiker etwas Mutiges, Neues, und ebenso Passendes erschaffen haben. „Eternal Flame“ und „Life is Art“ sind epische Hymnen mit verspielten Gitarren, über die AMBERIAN DAWN weiter ihr Schicksal neu schreiben. „The Night is Waiting for Me“ ist ein weiteres Zeugnis für den Kurswechsel und lässt mit seinem modernen Sound und der Dark-Metal-Atmosphäre vom ersten Ton an Köpfe nicken und Füße wippen. Früheren Werken wieder ähnlicher transportiert „Undying Colours“ Hörende in vielschichtige Traumwelten – selbstbestimmt, wie es in „The Garden“ heißt. „Phantasmagoria“ schließt das Album unwiderstehlich tanzbar ab und ebnet so den Weg für einen moderneren Symphonic Metal, ohne dabei etwas von seiner Opulenz einzubüßen.

AMBERIAN DAWN - Temptations Gates - album cover

Tracklist

01. Temptation’s Gates
02. The Vision of Dreaming
03. Moon
04. Unchained
05. Eternal Flame
06. Life is Art
07. This Night is Waiting for Me
08. Undying Colours
09. The Garden
10. Phantasmagoria

 

Quellenangabe: Napalm Records Photo Credit: Kanerva Mantila