Start Blog Seite 2

SECTARIAN DEFACEMENT – Hostile Consuming Rapture

0
cover artwork SECTARIAN DEFACEMENT Hostile Consuming Rapture
cover artwork SECTARIAN DEFACEMENT Hostile Consuming Rapture

Band: SECTARIAN DEFACEMENT 🇺🇦
Titel: Hostile Consuming Rapture
Label: Grave Island Records
VÖ: 06/04/26
Genre: Brutal Death Metal/Grindcore

Tracklist

01. Intro
02. Sectarian Ritual (Appalling Oath)
03. Mob Justice
04. Mental Putrefaction
05. Corrosion Spread
06. Hostile Consuming Rapture (feat. Ezophagothomia)
07. Puddle of Gore
08. Dismal Liturgy
09. Famine 33 (feat. Obrij)
10. Suttee (Defeated Sanity cover)

Besetzung

Nazar – Guitars and Vocals
Viktor – Drums
Anton – Bass Guitar

Bewertung:

3/5

Die Ukrainer SECTARIAN DEFACEMENT präsentieren ihr Debütalbum „Hostile Consuming Rapture„, wie sie es stilistisch definieren: „versuchen, meist Brutal Death Metal mit Grindcore-Elementen zu mischen und alles im Old-School-Stil zu halten.“ Aufgenommen in Kriegszeiten, unter dem Motto der Bandmitglieder: „Life is too short and unpredictable to procrastinate.

Energetischer Raw Brutal Death Metal

Finstere Sounds und sehr tiefe Oktav-Pianonoten sind der „Intro„-Song, bringt auch heruntergestimmte Gitarren, schwere Riffs und einen sehr rohen Sound, akzentuiert durch massiv verzerrten Bass. Doch der erste eigentliche Song „Sectarian Ritual (Appalling Oath)“ kommt mit gutem Rhythmus, schnellem Tempo, mit typischen Vocals für das Genre – gebellte tiefe Growlings, sehr dynamische und kreative Drums/Percussion-Elemente. Überhaupt nicht melodisch, ein Song mit Energie, rohe Art von Brutal Death Metal, aggressiv und kraftvoll – einer der Höhepunkte des Albums.

SECTARIAN DEFACEMENT kommen aus Kyiv, ein Projekt kam 2024 zum Leben. Das Trio setzt sich zusammen aus Nazar Hurin (ex-Necropsy Defecation, ex-Gibletbug, ex-Statist) an Gitarren und Vocals, Viktor Popovych (Mordhate, ex-Permanent Synthetic) an Drums und Anton Ostrovskyi (auch von Khel) für Bass-Gitarre.

Und der Angriff setzt sich fort in „Mob Justice“ – hohes Tempo, morbide Atmosphäre, dunkel und infernalisch. Gewalttätige Musik kommt mit komplexer Instrumentierung, massive Riffs, sehr verzerrt, wie auch der Bass, und ein gnadenloser Drummer, hinterlässt den Eindruck, dass er alles auf seinem Weg trifft – so ungewöhnlich sind die Drums, bringen Elemente von Percussion und jedenfalls viele sehr kreative Sounds. Dennoch ein guter Song.

Mit Fliegengeräuschen, die imitieren wollen oder zumindest mit Verrottetem assoziiert werden wollen, eröffnet „Mental Putrefaction„. Die ambienten Sounds, auch wenn sehr atmosphärisch, sind die einzigen, die im Song gehört werden können – das Surren transformiert sich in einige Effekte oder elektronisch transformierte Sounds, und ein distanziertes Piano/Synth bringt eine langsame und surreale Melodie. Ein Intermezzo, musikalisch irrelevant, eine seltsame Entscheidung, das auf dem Album zu platzieren – ein Track, der nichts mit dem Rest der Songs zu tun hat.

Rohe, unklare und schlammige Produktion

Die Produktion ist roh, unklar und schlammig. Gehört zu dieser neuen Tendenz, massiv unklare Sounds in dieses Genre zu bringen. Jedenfalls für viele Passagen ziemlich ununterscheidbare Sounds – die Gitarren besonders werden sehr roh und abrasiv gehalten, die Riffs sind meist unter einer Lärmwand begraben. Und dieser Sound lenkt auch von der echten Musik ab – man hat schwere Zeiten zu versuchen, die Musik zu verstehen, die von hinter dem Lärm kommt, ein unangenehmes Hörerlebnis.

Quietschende Lead-Gitarre verdoppelt durch massive Riffs bringt den Sound in „Corrosion Spread“ – eine weitere Übung in Lärm, und eine gesprochene Konversation, eine Radio-artige Aufnahme, auch sehr seltsame Hinzufügung, ist das, was etwas anderes in den ansonsten instrumentalen Song bringt. Und die heruntergestimmten Sounds setzen sich fort in „Hostile Consuming Rapture„, dem Titelsong – chaotisch, laut. Wir finden hier einige Mitglieder von Ezophagothomia, der Kyiv-Slam-Band-Kollegen, unklar, wer was beiträgt. Der Song ist hauptsächlich ein weiteres instrumentales Stück mit komplexer Instrumentierung und nur wenigen Momenten, die durch Vocal-Beitrag bereichert wurden.

Ein voll rhythmischer Song und ein klarer ist „Puddle of Gore“ – leider wird die gute Serie von Riffs in unklar Sound aufgelöst, dennoch interessant mit einem Bass-dominierten Fragment. Gnadenlose Drums und massive Riffs setzen fort, und endlich gewinnen sie den guten Rhythmus in der finalen Sequenz zurück – und dieser gute rhythmische finale Moment reicht dennoch, um den Song zu einem der besten auf dem Album zu machen.

Glocken in gruseliger und finsterer atmosphärischer Klanglandschaft – „Dismal Liturgy„, und das ist tatsächlich alles, was wir im Song bekommen, ein weiteres Interlude mit zweifelhafter musikalischer Relevanz. „Famine 33“ kehrt zur Musik zurück, und hier finden wir ein weiteres Gastband-Featuring – Obrij, die prominente ukrainische Death Metal/Hardcore-Band, und wieder ist ihr Beitrag massiv zum Sound, ein klarer Rhythmus, besseres Drumming und Vocals viel interessanter und komplex als Ansatz und Technik.

Nach dem langen cinematischen Dialog, der den vorherigen Song beendet, ist der Final Track des Albums „Suttee“ ein Defeated Sanity Coversong nach dem Original, das auf ihrem 2016er Album „Disposal of the Dead // Dharmata“ erschien. Gute Riffs, tiefe heruntergestimmte Gitarren, eine klare Komposition – ein definitives Highlight des Albums, auch wenn es in kakophonischen und zusammenhanglosen Sounds endet. Ein Song, der transformiert kommt im Vergleich zum Original, die melodische Linie wird gehalten, alles andere ist SECTARIAN DEFACEMENTs Idee, wie der Song klingen sollte.

Chaotischer Mix ohne klare Richtung

Ziemlich aggressiver Brutal Death Metal mit Grindcore-Elementen und bestimmten Slam-Elementen auch. Es gibt bestimmte gute musikalische Momente auf dem Album, auch Tiefpunkte und uninspirierte Songs, macht das ganze Album zu einem seltsamen und chaotischen Mix. Von Songs mit anderen Bandmitgliedern, Coversongs, zwei bizarren Interludes – ein Album, das viel ins Spiel bringt. Was ihnen fehlt, ist eine allgemeine klare Richtung und kohärente Attitüde.

Die Produktion lässt dieses Album sehr schlecht klingen und wird wahrscheinlich auch den möglichen Erfolg der ukrainischen Bandarbeit behindern. Unangenehm roh, unklar und laut, kein genießbares Hörerlebnis, und dieser rohe Ansatz lässt auch die besseren Songs in einem Meer schlammiger Geräusche verloren gehen. Eine Band, die einige Qualitäten auf „Hostile Consuming Rapture“ zeigt – ein Album, das als vielversprechendes Debüt betrachtet werden kann.

Fazit: SECTARIAN DEFACEMENT zeigen mit „Hostile Consuming Rapture“ vielversprechende Momente – katastrophale Produktion begräbt musikalische Qualitäten.

Internet

SECTARIAN DEFACEMENT - Hostile Consuming Rapture

ILDFAR – Der ligger et land

0
ILDFAR - Der ligger et land - album cover
ILDFAR - Der ligger et land - album cover

Band: ILDFAR 🇳🇴
Titel: Der ligger et land
Label: Purity Through Fire
VÖ: 12/04/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Urgaard
02. Hjemkomsten
03. Under maanen
04. En svunnen tid
05. Vi minnes
06. Naar alt der svartner
07. Solen vekker dalen
08. Dom over hver en doed
09. Natteskygger
10. Der ligger et land
11. Voktere av tid
12. Svartsinn

 

Besetzung

Favn – Guitars, Vocals, Keyboards

 

Bewertung:

3/5

Der ligger et land

Norwegen, 1994. In einem kleinen Ort formierte Favn, Sänger und Multiinstrumentalist, die Black-Metal-Band ILDFAR. Lange Zeit blieb die Band eher ein Geheimtipp. Eine Demo aus dem Jahr 2003 war alles, was die Szene zu hören bekam. Erst 2018 kehrte ILDFAR zurück, um mit einer Serie von Alben alten norwegischen Black-Metal neu zu beleben. Nun, unter dem Label PURITY THROUGH FIRE, präsentieren sie »Der ligger et land«, ein Album, das den Hauch vergangener Zeiten konserviert, aber zugleich mit frischer Intensität aufwartet.

Sound und Atmosphäre

»Der ligger et land« entfaltet sich wie ein dunkler norwegischer Wald im Winter. Die Musik ist kühl, nahezu frostig, und doch detailreich, Gitarren, Gesang und Keyboards verschmelzen zu einem dichten Klangteppich. Favn übernimmt Gitarre, Gesang und Keyboards, wodurch das Album eine sehr persönliche Note trägt. Jedes Riff, jeder Takt wirkt durchdacht und bewusst platziert. Die Produktion ist klar, aber roh genug, um den archaischen Charakter zu bewahren, der die frühen Werke des Genres prägte.

Besonders auffällig ist die Balance zwischen epischen Melodien und aggressiven Black-Metal-Passagen. Stücke wie »Urgaard« eröffnen das Album mit einem atmosphärischen, fast mystischen Intro, bevor die Gitarren anziehen. Dagegen setzen Songs wie »Naar alt der svartner« auf eine härtere Gangart, bei der der Schmerz und die Dunkelheit der Texte spürbar werden. Das Keyboard untermalt die Tracks subtil, erzeugt aber gerade in »Solen vekker dalen« eine beinahe hymnische Dimension.

Songwriting und Themen

Die Songtitel lassen keine Zweifel am thematischen Fokus: Natur, Vergänglichkeit und norwegische Mythologie ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album. »Hjemkomsten«, erzählt von Rückkehr und Heimkehr, während »Dom over hver en doed« die Auseinandersetzung mit dem Tod thematisiert. Die Texte sind auf Norwegisch verfasst, was der Authentizität zugutekommt und die archaische Stimmung unterstützt. Wer die Sprache nicht beherrscht, bekommt dennoch durch die Musik die emotionale Essenz vermittelt, Kälte, Melancholie und die Wucht vergangener Zeiten.

ILDFAR gelingt es, den Spagat zwischen Tradition und Eigenständigkeit zu meistern. Das Songwriting ist geradlinig, ohne unnötige Schnörkel. Jede Komposition hat ihren Platz im Gesamtgefüge, von der Eröffnung »Urgaard« bis zum abschließenden »Svartsinn«, das den Zuhörer mit düsterer Schwere zurücklässt.

Highlights und Kritik

Höhepunkte des Albums sind eindeutig »En svunnen tid« und der Titelsong »Der ligger et land«. Erstgenannter glänzt durch eingängige Riffs, die an die frühen 2000er erinnern, während der Titelsong die gesamte Bandbreite von ILDFAR präsentiert. Epische Arrangements, fließende Wechsel zwischen sanften und aggressiven Passagen und eine Atmosphäre, die zwischen Ehrfurcht und Bedrohung pendelt.

Dennoch wirkt das Album an einigen Stellen etwas vorhersehbar. Die Struktur der Songs folgt bekannten Mustern, wodurch Überraschungsmomente rar sind. Für Hörer, die frischen, unvorhersehbaren Black-Metal suchen, kann das gelegentlich enttäuschen. Auch wenn die Produktion sauber ist, fehlt manchmal die letzte Aggression, die das Material noch intensiver hätte wirken lassen, können.

Gesamteindruck

»Der ligger et land« ist ein solides Werk, das ILDFARs Stil klar definiert. Fans von klassischem norwegischen Black Metal werden hier viele vertraute Elemente finden. Kalte, atmosphärische Gitarren, melancholische Keyboard-Melodien und Texte, die tief in Mythologie und Natur verankert sind. Das Album punktet vor allem mit seiner Authentizität und der persönlichen Handschrift von Favn, leidet aber unter der Vorhersehbarkeit einiger Strukturen.

Mit einer Bewertung von 3 von 5 Punkten zeigt sich, dass ILDFAR ein Album abliefern, das loyal zu seinen Wurzeln steht, aber keinen entscheidenden Innovationsschub bietet. Für die Kenner der Szene ist es dennoch ein hörenswerter Beitrag, der die Kontinuität des norwegischen Black-Metal unterstreicht.

Fazit: ILDFAR bieten mit »Der ligger et land« ein solides, atmosphärisch dichtes Black-Metal-Album.

Internet

ILDFAR - Der ligger et land - CD Review

WITCH RIPPER – Through the Hourglass

0
WITCH RIPPER - Through the Hourglass - album cover
WITCH RIPPER - Through the Hourglass - album cover

Band: WITCH RIPPER 🇺🇸
Titel: Through the Hourglass
Label: Magnetic Eye Records
VÖ: 10/04/26
Genre: Progressive Sludge Metal

Tracklist

01. Odyssey in Retrograde
02. The Portal
03. Symmetry of the Hourglass
04. Echoes and Dust
05. The Clock Queen
06. Proxima Centuari
07. The Spiral Eye

 

Besetzung

Chad Fox – guitar, vocals
Brian Kim – bass, vocals
Curtis Parker – guitar, vocals
Joe Eck – drums

 

Bewertung:

3,5/5

Progressive Sludge Metal zwischen Zeit und Raum

Mit »Through the Hourglass« liefern WITCH RIPPER erneut eine Mischung aus druckvollem Sludge, progressiven Strukturen und erzählerischem Sci-Fi. Die Band um Chad Fox (Gitarre, Vocals), Brian Kim (Bass, Vocals), Curtis Parker (Gitarre, Vocals) und Joe Eck (Drums) hat sich über die Jahre einen Ruf für wuchtige, gleichzeitig melodisch komplexe Arrangements erarbeitet. Ihr neues Werk setzt die Geschichte fort, die 2023 auf »The Flight after the Fall« begann, die Suche nach Frieden in einem schwarzen Loch und der unvermeidliche Rückfall in eine dunkle Realität.

Aufgenommen wurde das Album von Matt Bayles in den Studios Litho & EXES Audio in Seattle, der auch für den Mix verantwortlich zeichnet. Brad Boatright kümmerte sich um das Mastering bei Audio Siege Studios in Portland, sodass die Klanglandschaften von »Through the Hourglass« sauber und doch schwer greifbar bleiben.

Klangwelten und Songwriting

Der Opener »Odyssey in Retrograde« ist ein epischer Einstieg, der die Reise in die Vergangenheit einläutet. »The Portal« fährt die Geschwindigkeit leicht zurück, gibt Raum für Atmosphäre und Melodie. Spannende Breaks und rhythmische Experimente verleihen dem Track eine narrative Qualität, fast wie ein Zwischenspiel in einem Science-Fiction-Roman. Hier zeigt sich, wie eng die Band Konzept und Musik verknüpft! Der Hörer wird regelrecht durch eine imaginäre Welt getragen, in der Zeit und Raum keine klaren Grenzen kennen.

Mit »Symmetry of the Hourglass« erreicht das Album seinen progressivsten Moment. Komplexe Taktarten wechseln sich mit hypnotischen Riffs ab, während die Vocals zwischen wütendem Schreien und melancholischem Gesang pendeln. Die Struktur wirkt bewusst unorthodox, wie ein Spiegel, der die Zeitebenen der Geschichte reflektiert.

Dramaturgie und Atmosphäre

»Echoes and Dust« und »The Clock Queen« verlangsamen das Tempo, setzen auf dichte Atmosphäre und wiederkehrende Motive. Hier zeigt sich der erzählerische Kern des Albums! Die zentrale Figur navigiert durch eine Welt, in der Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen. Besonders »The Clock Queen« punktet mit dramatischem Aufbau und einem eindringlichen Gitarrenmotiv, das lange nachhallt.

»Proxima Centuari« bringt erneut Energie ins Spiel. Mit einem fast schon stoischen Groove und cleveren Tempowechseln wirkt der Track wie ein Ausbruch aus der zuvor aufgebauten Schwere. Die Gitarrenarbeit bleibt verspielt, aber nicht beliebig, jede Wendung hat narrative Bedeutung.

Den Abschluss bildet »The Spiral Eye«, dass die Themen des Albums zusammenführt. Hier treffen die düsteren Motive der Vorgänger auf progressive Ausflüge, die den Hörer mit einer Mischung aus Melancholie und Resignation zurücklassen. Das Album endet nicht mit einem lauten Knall, sondern mit dem Gefühl einer kontinuierlichen, endlosen Bewegung, passend zum Konzept einer Zeitlosigkeit ohne Ausweg.

Stilistische Einordnung

WITCH RIPPER bewegen sich auf »Through the Hourglass« sicher zwischen Sludge-Metal und Progressive Metal. Dabei verzichten sie auf übermäßige Showeffekte und setzen auf dichte, narrative Arrangements. Die Referenzen zu klassischen Sci-Fi-Erzählungen bleiben spürbar, ohne dass das Album in ein Konzeptalbum-Korsett gepresst wird. Es lebt von der Balance zwischen Melodie, Wucht und erzählerischem Anspruch.

Mit »Through the Hourglass« zeigt WITCH RIPPER, dass sie ihr Handwerk in Sachen Songwriting und Konzept weiter verfeinert haben. Das Album ist dicht, manchmal herausfordernd, aber stets spannend. Wer progressive Strukturen, schwere Riffs und erzählerische Tiefe schätzt, findet hier reichlich Material. Kleine Schwächen liegen in stellenweisen überlangen Passagen, die den Fluss ein wenig ausbremsen. Dennoch bleibt der Gesamteindruck stark.

Fazit: »Through the Hourglass« von WITCH RIPPER ist ein beeindruckendes Album, das die Grenzen des Genres auslotet und eine vielschichtige Geschichte erzählt.

Internet

WITCH RIPPER - Through the Hourglass - CD Review

IOTUNN: erste Headliner-Show auch in Wien

0
Iotunn-Band-Photo
Created with GIMP

Kinship European Headliner Tour 2026 ft. IOTUNN, IN VAIN & NEPHYLIM @ Viper Room Wien, 20. April 2026

Iotunn-Kinship-Tour-2026-Flyer

Nach dem riesigen Erfolg ihres zweiten Albums „Kinship“ freuen sich IOTUNN auf ihre erste Headliner-Tour quer durch Europa. Die Tournee startete Ende März in Griechenland und zieht nun weiter über Deutschland, Frankreich, den Niederlanden uvm. nach Österreich. Das Konzert findet am 20. April in Wien im Viper Room statt. Tickets sind weiterhin unter folgendem Link erhältlich.

Im Oktober 2024 sorgte die Veröffentlichung von „Kinship“ für helle Begeisterung unter Rezensenten und Metalheads rund um den Globus. IOTUNN waren bis zu diesem Zeitpunkt ein gut bewahrter Geheimtipp. Ihr Debüt „Access All Words“ (2021) hatte zwar schon vorausgeschickt, dass die aus Dänemark und den Färöer Inseln stammenden Musiker noch einiges in petto haben. Dass der Nachfolger aber dermaßen einschlägt und von vielen Magazinen die volle Punktzahl erhält, war so nicht vorhersehbar. Plötzlich waren IOTUNN nicht mehr der Geheimtipp unter Szene-Connoisseuren, sondern ein aufsteigender Stern im Underground. Umso mehr freut man sich, dass sie jetzt bereits ihre erste Headliner-Tournee durch Europa antreten –diese Freude ist auch seitens der Band zu spüren. Sänger Jón Aldará sagt dazu:

„Wir sind überglücklich, diesen Traum endlich wahr werden zu lassen. Als Headliner werden wir unseren Fans in ganz Europa viele Songs unseres aktuellen Kinship-Albums präsentieren. Wir können es kaum erwarten, euch alle nächstes Jahr zu sehen. Sagt es weiter und lasst uns diese epischen Shows zu unvergesslichen Erinnerungen machen!“ 

Unterstützt werden IOTUNN von IN VAIN aus Norwegen und NEPHYLIM aus den Niederlanden. Beide Bands wissen, wie man progressive Elemente in einen Extreme-Metal-Rahmen einbaut und das Gesamtkonstrukt zugänglich klingen lässt. Mit melodischen Akzenten, erdigen Grooves und ausgeklügelten Riffs versprechen sie eingängigen Hörgenuss auf einem hohen technischen Niveau.

Sichert euch jetzt noch Tickets, bevor es zu spät ist!

Iotunn-Kinship-Tour-2026-Flyer

Tourdaten

March 26 – Greece, Thessaloniki – Eightball Club*
March 27 – Greece, Athens – Piraeus Club Academy*
March 29 – Turkey, Istanbul – Blind*
April 8 – Germany, Aschaffenburg – Colos-Saal
April 9 – Germany, Lichtenfels – Ragnarök Festival
April 10 – Germany, Dortmund – Junkyard
April 11 – Netherlands, Sittard – Volt
April 13 – France, Paris – Backstage By The Mill
April 14 – France, Nantes – Ferrailleur
April 15 – France, Colmar – Le Grillen
April 16 – Switzerland, Aarau – KiFF
April 17 – Germany, Munich – Backstage (Club)
April 18 – Hungary, Budapest – Analog Music Hall
April 19 – Slovenia, Ljubljana – Orto Bar
April 20 – Austria, Vienna – Viper Room
April 21 – Czech, Prague – Modra Vopice
April 22 – Poland, Poznań – Pod Minoga
April 23 – Germany, Kassel – Goldgrube
April 24 – Netherlands, Utrecht – De Helling
April 25 – Germany, Hamburg – Bambi Galore
April 26 – Denmark, Copenhagen – Amager Bio

 

Quellenangabe: TON Music Productions, Bands

NERVOSA – Slave Machine

0
cover artwork NERVOSA Slave Machine
cover artwork NERVOSA Slave Machine

Band: NERVOSA 🇧🇷
Titel: Slave Machine
Label: Napalm Records
VÖ: 03/04/26
Genre: Thrash/Death Metal

Tracklist

01. Impending Doom
02. Slave Machine
03. Ghost Notes
04. Beast Of Burden
05. You Are Not A Hero
06. Hate
07. The New Empire
08. 30 Seconds
09. Crawling For Your Pride
10. Learn Or Repeat
11. The Call
12. Speak In Fire

Besetzung

Helena Kotina – Guitars
Prika Amaral – Guitars, Vocals
Elina Papadogianni – Bass
Emmelie Herwegh – Bass
Mihaela Naydenova – Drums

Bewertung:

4/5

Die brasilianisch-internationale Band NERVOSA scheint ihre Energie mit ihrem neuen Album „Slave Machine“ wiederentdeckt zu haben. Die Inspiration ist zurück, und ihre Attitüde ist positiver mit klarer musikalischer Richtung. Als Ikonen im Extreme Metal sind sie eine der ersten und aggressivsten femininen Bands, die Thrash und diverse Death Metal Einflüsse vermischen. Nach einer Serie weniger überzeugender Alben sind sie mit größerem Selbstvertrauen und Fokus zurückgekehrt. Nachdem sie nach Bestätigung in der Szene gesucht haben, haben sie erfolgreich ihre Position rebestätigt.

Beeindruckendes Solo bringt Old-School-Stimmung

Ritualistisch, tribale Stimmung und Rhythmus eröffnen den ersten Song „Impending Doom„, doch bald übernehmen aggressive Riffs und dynamischer Sound die Kontrolle über den Song – verzweifelte Schreie und voller Sound, einige sehr Thrash-durchzogene Riffs, ein guter Rhythmus. Der Song kombiniert Elemente von Death Metal, die dominant werden – die zwei Genres werden permanent im Song kombiniert. Ein beeindruckendes Solo, sehr technisch, bringt eine Old-School-Stimmung in den Song. Nicht wirklich melodisch, dennoch ein guter Start ins Album.

NERVOSA sind eine der bekanntesten rein femininen Bands im Extreme Metal, 2010 in São Paulo von Gitarristin und später Vocalistin Priscila „Prika“ Dos Santos Amaral gegründet. Die nächsten Jahre durchliefen viele Transformationen und Personalwechsel – viele Musikerinnen kamen und gingen in der Band, die meisten von ihnen haben immer noch Dinge zu sagen in Metal-Musik. Alles, was mit der Band zu tun hat, bekam neue Energie, als Gitarristin Helena Kotina 2022 beitrat und die Band mit erneuerter Energie und Kreativität durchzog. Auch zuletzt eine internationale Band, wurde das Lineup komplettiert mit zwei Bassistinnen Elina „Hel Pyre“ Papadogianni und Emmelie Herwegh, und Aufnahme-Sessions für das Album markierten die Rückkehr der Schlagzeugerin Mihaela Naydenova nach zwei Jahren Pause – ein stabiles und sehr technisches Lineup.

Der Titelsong „Slave Machine“ bringt besseren Rhythmus und bessere Attitüde, koordinierter und mit klarerem kompositorischem Ansatz. Wirklich gute Riffs, die durch den ganzen Song laufen, dynamischer Sound und ein sehr wichtiger Lead-Gitarren-Beitrag. Chor-Gesang, ein weiteres melodisches Solo, ein wirklich guter Song, der auf der Thrash Metal Seite der Band bleibt – energetisch und mit guter Dosis Melodie. Ein gut komponierter Track zeigt eine Band, die in ihrem Ansatz nicht zögerte – ein klares Highlight.

Moderne Elemente mit Old-School-Gefühl

Die Produktion ist gut, klar und dynamisch. Schöne fließende Basslinien und konstante Riffs sind präsent, die unvergesslichsten Momente kommen von der Lead-Gitarre. Sie ist melodisch oder aggressiv, treibt den Song aber immer vorwärts. Die Produktion integriert moderne Elemente, während sie ein Old-School-Gefühl durch das Album bewahrt. Ausbalanciert und direkt glänzt die Produktion wirklich auf „Slave Machine„, bereichert den Sound und präsentiert einen finalen sehr guten Sound auf dem Album.

Der gute Ansatz setzt sich weiter im Album fort – „Ghost Notes„, Bass-Gitarre kommt, um die Dynamik zu unterstreichen, ein melancholischer Akzent kann gehört werden. Ein Song, der am Rand von Melodic Death Metal kommt, mit genug Kraft geborgt von der Thrash-Seite der Band. Unvergessliche Riffs, ein guter Refrain, insgesamt ein guter Song.

Beast Of Burden“ oder „You Are Not A Hero“ hallten mehr mit älteren Werken der Band nach – nicht so klare musikalische Richtung oder Songwriting, kombinieren Elemente von Death und Thrash, meist auf eklektische Weise. Es gibt gute Rhythmen und sicher gut verarbeitete Solos auf den Songs, die immer noch zwischen melodisch und aggressiv sind und die Dinge interessant halten.

Uninspirierte Chorusse schwächen Mittelteil

Eine schöne melodische Linie kommt in „Hate„, ein weiterer Song klar verankert in Melodic Death Metal. Die Verse bleiben musikalisch interessanter als der Refrain, dennoch ist es ein eingängiger Song. Ziemlich chaotisch in der Gesamtrichtung – fühlt sich an, als wären verschiedene Passagen nicht wirklich gut zusammengeschweißt. Ein bisschen frustrierend, wie sie eine gute Melodie und starke Riffs verneinen, um mit einem uninteressanten Chorus zu kommen. „The New Empire“ hat wieder sehr gutes Riffing, die Tendenz, langsamer und weniger melodisch im Refrain zu werden, verliert ein bisschen von der Direktheit und guten Rhythmen, die man in den Versen hören kann.

Wieder ist es die Lead-Gitarre, die eine bessere Richtung in „30 Seconds“ bringt, nicht mal das gute Solo kann die Wahrnehmung eines Füllsongs ändern. Ein gutes Riff reicht auch nicht für „Crawling For Your Pride„, um ein unvergesslicher Song zu sein – der Richtungswechsel für den Chorus kommt als einer, der den Rhythmus oder das Melodische im Song verneint. Und „Learn Or Repeat“ fühlt sich an wie eine Fortsetzung des vorherigen Songs mit simpler und wieder nicht so eingängiger melodischer Linie.

Nach der Sequenz meist uninspirierter Songs kommt „The Call“ mit klarem Riff und wieder viel mehr in Thrash Metal Richtung – offensichtlich das Genre, wo sich die Band komfortabler fühlt. Ein energetischer und rasender Song, die gute Energie im Band-Sound ist zurück. Und der finale Song „Speak In Fire“ kommt mit heruntergestimmten Gitarren, ein Song, der eine experimentellere Seite der Band zeigt – nicht notwendigerweise ein Ende auf einem Hoch, dennoch ein interessanter Song.

Helena Kotinas Beitrag als große Verbesserung

NERVOSAs altes Problem mit nicht so klaren Kompositionen ist immer noch hier, weniger präsent als auf den älteren Werken der Band, macht „Slave Machine“ zu einem der besten Alben der Band – auch wenn sie einige Songs, die nicht wirklich inspiriert sind, im mittleren Teil des Albums platzierten. Nichts Ungewöhnliches hier, viele größere Bands machen das so. Immer noch unfähig, unvergessliche Chorusse für den größten Teil des Albums zu schaffen, eine große Verbesserung im Vergleich zu den letzten Alben. Und ein Album, das vier oder mehr Songs bringt, die leicht als einige der besten in der Band-Diskografie betrachtet werden können.

Helena Kotinas Beitrag zum späten NERVOSA-Sound ist eine große Verbesserung auf dem letzteren Sound der Band – sie bringt viele unvergessliche Solos und auch viele interessante melodische Linien in die Songs. Auch die Rhythmussektion fühlt sich sehr dynamisch an, und die Songs, auch wenn nicht immer inspiriert, sind voll von Energie und lebendig. Alle Fans der Band werden viele interessante Passagen auf dem Album finden.

Fazit: NERVOSA liefern mit „Slave Machine“ eines ihrer besten Alben – Thrash-Energie zurück, deutliche Verbesserung gegenüber Vorgängern.

Internet

NERVOSA - Slave Machine

TOWERING – The Oblation of Man

0
cover artwork TOWERING The Oblation of Man
cover artwork TOWERING The Oblation of Man

Band: TOWERING 🇫🇷
Titel: The Oblation of Man
Label: Dolorem Records
VÖ: 03/04/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Asceticism
02. To Die Once And Emerge
03. Shattering Individuality
04. The Devouring Presence
05. Herald of the Black Sun
06. Embraced Atonement

Besetzung

T. J. S. – Vocals, Lead Guitars
Christnacht – Guitars
Arboria – Bass
Mortem – Drums

Bewertung:

5/5

Sieben Jahre nach ihrem sehr gut aufgenommenen Debüt kehrte die französische Band TOWERING mit „The Oblation of Man“ zurück – ihr zweites Album, das versucht und es schafft, sie als eine der interessantesten Bands im Genre zu bestätigen.

Dramatische Transformation mit verzweifelten Vocals

Atmosphärisch, mit verhallten Gitarren und langsamen und melodischen Akkorden, eine Klanglandschaft, die sich intensiviert – „Asceticism“ erreicht seinen Höhepunkt, als die Vocals die entscheidende Intervention machen und nach langem instrumentalem Teil in den Song eintreten. Und die Transformation ist sehr dramatisch – plötzlich nehmen die melodischen Akkorde den zweiten Platz ein, überwältigt von massiven Growls und einem Rhythmus, der schneller wird. Voll von Verzweiflung, leidenschaftliche Vocals, tiefe Growls, und mit dem ganzen Sound, der dicht und straff ist. Blackened Death Metal von bester Qualität.

Aus den Tiefen von Paris entstanden, wurden TOWERING um 2015 von T. J. S. (Thomas Jacquillat) gegründet, der Vocals und Lead-Gitarren spielt, und dem zweiten Gitarristen Christnacht, später begleitet von Mortem an Drums und zuletzt von Arboria (Boris Yann) am Bass. Ihr erstes Album „Obscuring Manifestation“ von 2019 erhielt viel kritisches Lob von Fans und Kritikern gleichermaßen.

Aggressiver und direkter zeigt „To Die Once And Emerge“ eine andere Seite der Band, voll eingetaucht in Death Metal. Doch sobald sie das Tempo wechseln, kehrt die Lead-Gitarre zurück, um eine eindringliche Klanglandschaft zu schaffen, und der Song erreicht bald atmosphärischen Sound und minimalistische Instrumentierung, ergänzt mit nur Schreien und Shouts – eine kalte und dunkle Atmosphäre. Wirbelnd von komplex zu simplen Akkorden, eine sehr gut verarbeitete Komposition.

Produktion erfasst Dynamik und Atmosphäre gleichermaßen

Die Produktion ist sehr gut – jede Note fällt auf den perfekten Platz, der ganze Sound ist sehr ausbalanciert, mit Lead-Gitarre und Vocals, die den Hauptplatz im Rampenlicht teilen, mit einer Rhythmussektion, die den ganzen Sound am Laufen hält. Die melodischen Interventionen in den Songs werden erfasst, ohne die Musik ihre raue Seite verlieren zu lassen, auch ein Sound, der dynamisch ist, ohne die atmosphärische Aura zu opfern, die TOWERING hat.

Abgrundig, mit Explosionen rasender Riffs, hält „Shattering Individuality“ die morbide Atmosphäre, während es einige gnadenlose Riffs und Momente purer Aggression bringt. Brutale Akkorde und hämmernde Drums alternieren mit langsameren und introspektiveren Passagen, mit markerschütternden Schreien und obsessiver Lead-Gitarre, die die aggressive Seite ausbalanciert – ein Song, der finstere Stimmung und faszinierende Klanglandschaft kombiniert.

Ein direkterer Start – „The Devouring Presence“ bleibt mit einigen melancholischen Akzenten, der harshe Ansatz und die weichen Melodien sind kontinuierlich verwoben. Es gibt permanenten Druck durch Verzweiflung der Vocals, auch ein Gegenpart in der melodischen, Black Metal beeinflussten Lead-Gitarren-Melodie. Der Song wird voll ambient zum Finale hin, melodischer. Sehr kraftvolle Komposition, ein Song, der den Hörer voll in die komplexe Klanglandschaft eintauchen lässt.

Ein Gitarren-Dialog eröffnet „Herald of the Black Sun„, mit gegensätzlichen Welten, die im Song kollidieren – Momente delikater Finesse mit solchen purer Dissonanz und erdrückend. Dieselbe Klanglandschaft setzt sich weiter fort im Abschluss-Song des Albums – „Embraced Atonement“ kombiniert weiter das Melodische und Aggressive. Der sehr komplexe Gitarren-Beitrag wird verdoppelt durch gnadenlose Drums und verhallte Vocals, hypnotische Klanglandschaft, die den Band-Sound umfasst mit all den verschiedenen Richtungen, die in einem finalen und würdigen Album-Ende konvergieren.

Mehr als Ulcerate-Kopie – eigene Identität

Vergleiche mit Ulcerate sind mehr als gerechtfertigt, TOWERING sind mehr als eine Kopie-Band der Neuseeländer – ihr Sound hat Individualität und eigene Einzigartigkeit, Tonnen von Ähnlichkeiten existieren allerdings auch. Doch das französische Quartett schnitzt ihren eigenen Sound und bringt viel mehr Melodie und mit Vocals, die voll eingetaucht sind in das Leiden, das sie umarmen.

Hypnotische Musik, ein Album, das durch seine Sensibilität überrascht und mit einem aggressiven Teil, der sich perfekt integriert anfühlt. Die Musik fließt kontinuierlich, die Kompositionen sind sehr durchdacht, und die Instrumentierung gut ausbalanciert. Das Resultat ist ein einheitliches Werk mit klarer Richtung – eine Band, die in ihrem Ansatz nicht zögerte und dem musikalischen Pfad ihres eigenen folgte. Eine reife Band, die klar ihren Platz in der Death Metal Landschaft mit „The Oblation of Man“ zementiert – eines der interessantesten und überzeugendsten Releases im Genre dieses Jahr. Eine definitive Empfehlung.

Fazit: TOWERING zementieren mit „The Oblation of Man“ ihren Platz – hypnotischer Blackened Death Metal, atmosphärisch und aggressiv perfekt ausbalanciert.

Internet

TOWERING - The Oblation of Man

BEZKRES – Naturalna nietolerancja

0
BEZKRES - Naturalna nietolerancja - album cover
BEZKRES - Naturalna nietolerancja - album cover

Band: BEZKRES 🇵🇱
Titel: Naturalna nietolerancja
Label: Signal Rex
VÖ: 10/04/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Majestat kamiennych monumentów
02. Ludzkie ścierwo
03. Marność wiary plugawego krzyża
04. Przełęcz zatracenia
05. Siła woli
06. Naturalna nietolerancja
07. Nieskończony szlak
08. Anihilacja
09. W poszukiwaniu samotności w skalnym labiryncie

 

Besetzung

Aroslav – Drums
Tytan – Vocals, Guitars, Bass

 

Bewertung:

2,5/5

Naturgewalt aus Polen

Mit »Naturalna nietolerancja« melden sich BEZKRES aus Polen endlich mit einem Full-Length-Debüt zurück. Nach einem Demo 2024 und der EP »Odwieczny zew agresji«, zeigt die Band nun ihre kompromisslose Vision von Black-Metal. Das Line-up ist überschaubar, aber prägnant, Aroslav am Schlagzeug, Tytan übernimmt Gesang, Gitarre und Bass. Was auf den ersten Blick nach klassischem Duo klingt, entpuppt sich schnell als geschlossenes und wütendes Klanggebilde, das seine Wurzeln tief in den 90er-Jahren des Untergrunds hat.

Kälte und Aggression

»Naturalna nietolerancja« legt gleich zu Beginn die Atmosphäre fest. Der Opener »Majestat kamiennych monumentów« führt mit kalt gezirkelten Gitarrenriffs in eine Welt, in der Natur und Gewalt eins sind. Aroslav liefert ein Schlagzeugspiel, das nicht nur treibt, sondern drückt und ein engmaschiges Geflecht aus Blastbeats und rhythmischen Verschiebungen formt. Tytans Stimme ist raumfüllend, kratzig und direkt, ohne Schnörkel, und vermittelt die rohe, unnachgiebige Energie der Band.

Die folgenden Tracks wie »Ludzkie ścierwo« und »Marność wiary plugawego krzyża« vertiefen diesen Eindruck. Hier trifft roher Black-Metal auf hymnische Elemente, ohne jemals gefällig zu wirken. Es ist ein Sound, der sich bewusst gegen Mainstream-Ästhetik stellt, stattdessen in seiner eigenen, düsteren Logik funktioniert.

Themen jenseits des Glaubens

Thematisch ist das Album unmissverständlich. BEZKRES richten ihren Blick auf menschliche Schwäche, religiöse Korruption und die Leere falscher Transzendenz. »Przełęcz zatracenia« und »Siła woli« wirken dabei wie das poetische Gegenstück zur musikalischen Härte. Texte, die die Vergänglichkeit des Glaubens und die Härte der Natur reflektieren, verpackt in Gitarren- und Schlagzeuglandschaften, die keine Rücksicht kennen.

Der Titelsong »Naturalna nietolerancja« verdichtet die Philosophie des Albums. Natur als ursprüngliche, unbarmherzige Kraft, die älter ist als jede menschliche Vorstellung und die Moral ignoriert. Es ist ein zentrales Motiv, das den Ton für das gesamte Werk setzt.

Strukturelle Klarheit

Auf neun Tracks verteilt, erreicht das Album rund 40 Minuten. Trotz der rohen Produktion wirkt das Songwriting durchdacht. »Nieskończony szlak« und »Anihilacja« bieten Abwechslung in Form von Tempowechseln und atmosphärischen Pausen, ohne den Gesamtfluss zu stören. Das abschließende »W poszukiwaniu samotności w skalnym labiryncie« setzt ein beinahe episches Finale, in dem die kalte Weite polnischer Landschaften fast hörbar wird.

Die Instrumentierung bleibt konsequent spartanisch. Tytans Doppelrolle als Sänger und Multiinstrumentalist trägt dazu bei, dass das Album homogen klingt, während Aroslavs Schlagzeug das nötige Fundament liefert. Die Produktion ist bewusst roh gehalten, ein klares Statement gegen glattpolierte Studiosounds.

Zwischen Anspruch und Schwäche

Trotz der durchgehenden Intensität wirkt »Naturalna nietolerancja« gelegentlich eindimensional. Der rohe Klangstil ist konsequent, kann aber auf Dauer monoton wirken, besonders für Hörer, die Variation und melodische Höhepunkte suchen. Einige Tracks verschwimmen im ähnlichen Riffmuster, was die Wirkung einzelner Songs schwächt.

Dennoch transportiert das Album die Vision von BEZKRES überzeugend. Es gibt Momente, in denen die Kombination aus aggressiver Rhythmik, harschem Gesang und thematischer Schärfe aufblitzt und eine spürbare Atmosphäre erzeugt. Gerade diese Intensität ist das, was Fans von rohem Black-Metal erwarten, auch wenn der Zugang etwas Geduld verlangt.

»Naturalna nietolerancja« ist kein Album für den leichten Genuss. BEZKRES liefern eine kompromisslose, rohe Interpretation des Black-Metal, die den Geist der 90er-Jahre unterirdischer Szene atmet. Kälte, Aggression und eine klare Haltung gegenüber menschlicher Schwäche und falschem Glauben dominieren jeden Song. Die Umsetzung wirkt konsequent, wenn auch stellenweise etwas monoton.

Wer puristischen, ungeschliffenen Black-Metal schätzt und sich auf die rohe Atmosphäre einlassen kann, findet hier ein Werk mit Charakter. Für Hörer, die Variation und melodische Experimente suchen, dürfte das Album jedoch nur bedingt zugänglich sein.

Fazit: »Naturalna nietolerancja« von BEZKRES ist ein unangepasstes, raues Werk, das die Essenz des polnischen Underground-Black-Metal einfängt.

Internet

BEZKRES - Naturalna nietolerancja - CD Review

SUNCRAFT – Welcome To The Coven

0
SUNCRAFT - Welcome To The Coven - album cover
SUNCRAFT - Welcome To The Coven - album cover

Band: SUNCRAFT 🇳🇴
Titel: Welcome To The Coven
Label: All Good Clean Records
VÖ: 10/04/26
Genre: Stoner Metal, Scandirock, Punk, Post Rock, Metal

Tracklist

01. Ragebait
02. Love’s Underrated
03. Greed Battalion
04. Welcome to the Coven
05. Wizards of the Anger Magic
06. Charlatan Killer
07. High on Silence
08. Forgotten Goddess

 

Besetzung

Rasmus Skage Jensen – bass, vocals
Tobias Paulsen – drums
Vebjørn Rindal Krogstad – guitars
Sigurd Grøtan – guitars
Jens Henrik Kverndal – guitars

 

Bewertung:

4/5

Osloer Band mit neuen Ambitionen

Gegründet 2017 in Oslo, haben sich SUNCRAFT zunächst als Mid-Tempo-Stoner-Rock-Band etabliert. Das aktuelle Album »Welcome To The Coven« zeigt jedoch, dass die fünf Musiker ihre musikalische Basis deutlich erweitert haben. Rasmus Skage Jensen übernimmt Bass und Gesang, Tobias Paulsen sitzt am Schlagzeug, während Sigurd Grøtan, Jens Henrik Kverndal und Vebjørn Rindal Krogstad die Gitarrenarbeit teilen. Zusammen verbinden sie Stoner-Metal, Scandirock, Punk und Post-Rock/Metal zu einem dichten, eigenständigen Klangbild.

Ein wilder Mix aus Stilen

Der Opener »Ragebait« schlägt direkt die Brücke zwischen druckvollem Stoner-Riffing und punkiger Direktheit. Die Gitarren brennen, das Schlagzeug treibt voran, und Jens Henrik Kverndals Soli setzen feine Akzente, ohne die rohe Energie zu bremsen. Mit »Love’s Underrated« zeigen SUNCRAFT ihre melodische Seite. Harmonien verweben sich mit verzerrten Gitarren und erinnern stellenweise an Scandirock-Bands wie KVELERTAK, ohne zu kopieren.

»Greed Battalion« ist ein Paradebeispiel für die Vielseitigkeit des Albums. Die Nummer wechselt fließend zwischen donnernden Riffs, die an klassischen Heavy-Metal erinnern, und punkiger Schnelligkeit, während der Gesang von Jensen variabel zwischen rauer Aggression und kontrollierter Melodik pendelt. Diese Kombination macht die Platte lebendig und unvorhersehbar.

Titeltrack als Stimmungsträger

Mit »Welcome To The Coven« erreichen SUNCRAFT einen Höhepunkt in Sachen Atmosphäre. Das Stück kombiniert die bedrohliche Aura eines Post-Metal-Sounds mit hypnotischen Riffs und einer dichten Produktion, die jedem Instrument Raum gibt. Besonders die Gitarrenarbeit von Rindal Krogstad und Grøtan trägt zur mystischen Stimmung bei, während das Schlagzeug präzise die Spannung hält.

»Wizards of the Anger Magic« und »Charlatan Killer« setzen den aggressiven Teil des Albums fort, ohne in bloße Härte zu verfallen. Beide Songs verbinden Punk-Energie mit Metal-Riffs, liefern aber genug melodische Passagen, um den Hörer auf eine kleine Reise mitzunehmen. Gerade »Charlatan Killer« zeigt, dass die Band auch komplexere Songstrukturen souverän meistert.

Ruhe vor dem Sturm

Mit »High on Silence« und »Forgotten Goddess« wird das Tempo bewusst gesenkt. »High on Silence« lebt von repetitiven Motiven, hypnotischen Gitarrenläufen und einer melancholischen Grundstimmung, die fast Post-Rock-artig wirkt. »Forgotten Goddess« schließt das Album mit einer Mischung aus Düsternis und epischer Breite ab, ein passender Abschluss, der den Bogen des Albums elegant spannt.

Produktion und Sound

Die Produktion von »Welcome To The Coven« ist klar und transparent, ohne die rohe Kraft des Materials zu glätten. Jeder Gitarrenpart, jeder Schlagzeugsound und Jens Skage Jensens Stimme sind präsent, ohne dass etwas überlagert wird. Das Ergebnis ist ein druckvolles, aber detailreiches Klangbild, das den Spagat zwischen Punk, Metal und Stoner-Rock sauber hinbekommt.

SUNCRAFT liefern mit »Welcome To The Coven« ein vielseitiges, spannendes Album ab, das ihre musikalische Entwicklung deutlich macht. Die Band verbindet Stoner-Riffs, Punk-Aggression, Post-Rock-Atmosphäre und Scandirock-Einflüsse zu einem stimmigen Ganzen. Besonders die Gitarrenarbeit und die variablen Gesangslinien sorgen für Eigenständigkeit und Spannung.

Mit einer Bewertung von 4 von 5 Punkten ist klar, SUNCRAFT haben ein Album vorgelegt, das sowohl Fans härterer Klänge als auch Liebhaber atmosphärischer Rockelemente anspricht. »Welcome To The Coven« ist kein einfaches Stoner-Metal-Album, sondern eine Einladung, die Band in ihrer gesamten stilistischen Bandbreite zu erleben.

Fazit: SUNCRAFT verbinden auf »Welcome To The Coven« gekonnt die Energie des Punks, die Tiefe des Postrocks und die dunkle Schwere des Metal.

Internet

SUNCRAFT - Welcome To The Coven - CD Review