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GLUTTONY – Eulogy To Blasphemy

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GLUTTONY – Eulogy To Blasphemy - album cover
GLUTTONY – Eulogy To Blasphemy - album cover

Band: GLUTTONY 🇸🇪
Titel: Eulogy To Blasphemy
Label: FDA Records
VÖ: 13/03/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Intro
02. All These Trees Are Gallows
03. Hung From Entrails
04. Excoriation Thrall
05. Eulogy to Blasphemy
06. Awoken in Autopsy
07. A Face Devoured by Rats
08. Corpses Eating Corpses
09. Threshold to Nonexistance
10. A Haunting Wordless Choir
11. Immured by Rotting Corpses
12. Burn

 

Besetzung

Anders Härén – Guitars
John Henriksson – Drums
Max Bergman – Bass
Magnus Ödling – Vocals

 

Bewertung:

4/5

Grabrede für den Verfall

Die schwedische Death-Metal-Szene hat über Jahrzehnte hinweg einen unverwechselbaren Klang geprägt: dreckig, morbid und kompromisslos. Aus genau diesem Umfeld stammen GLUTTONY. Die Band verbindet die Tradition des klassischen skandinavischen Death-Metal mit einer besonders dunklen, fast klaustrophobischen Atmosphäre. Das aktuelle Line-up besteht aus Anders Härén (Gitarre), John Henriksson (Drums), Max Bergman (Bass) und Magnus Ödling (Vocals). Gemeinsam liefern sie Musik, die sich tief im Untergrund verwurzelt fühlt und dennoch modern genug klingt, um nicht wie ein reines Retro-Projekt zu wirken.

Mit ihrem Album »Eulogy to Blasphemy« präsentieren die schwedischen Deather eine finstere Sammlung aus Brutalität, morbider Bildsprache und kompromisslosem Songwriting. Die Platte wirkt wie ein langer Abstieg in feuchte Katakomben, aus denen es kein Entkommen gibt.

Ein Sound wie aus der Gruft

Die Produktion des Albums trägt entscheidend zur Wirkung bei. Aufgenommen wurde das Material im Studio Blastbeat in Sundsvall, gemischt von Jonas Jönsson im Studio LV5 und gemastert von Henrik Heinrich in den Nevo Studios. Das Ergebnis klingt bewusst roh und körperlich. Gitarren sägen mit einer dichten, fast schmutzigen Textur, während Bass und Schlagzeug eine wuchtige Grundlage bilden.

Besonders das Schlagzeugspiel von John Henriksson fällt auf. Seine Drums sind druckvoll, aber nie steril. Blastbeats und Midtempo-Grooves wechseln sich organisch ab. Dadurch bekommt das Album eine Dynamik, die viele moderne Death-Metal-Produktionen vermissen lassen.

Magnus Ödlings Gesang liegt irgendwo zwischen tiefem Growl und verwesendem Kehlgesang. Seine Stimme wirkt weniger wie ein klassischer Frontmann-Gesang, eher wie ein weiteres Instrument im Klangkörper der Band. Genau das verstärkt die düstere Atmosphäre.

Vom Galgenbaum bis zur Autopsie

Schon das kurze »Intro« setzt die Stimmung: unheilvolle Klänge, die direkt in »All These Trees Are Gallows« überleiten. Der Song wirkt wie ein brutaler Weckruf. Riffkaskaden treffen auf ein treibendes Tempo, während der Text eine Welt voller Hinrichtungsfantasien zeichnet.

»Hung From Entrails« geht noch eine Spur aggressiver vor. Die Gitarrenarbeit von Anders Härén zeigt hier ihre stärkste Seite. Dicke Riffs, die stark im Old-School-Death-Metal verwurzelt sind, wechseln sich mit dissonanten Passagen ab. Der Song fühlt sich gleichzeitig chaotisch und präzise an.

Mit »Excoriation Thrall« und dem Titeltrack »Eulogy to Blasphemy« verschiebt sich der Fokus stärker auf Atmosphäre. Die Band arbeitet mehr mit schleppenden Tempi und düsteren Harmonien. Gerade der Titeltrack entwickelt eine fast rituelle Wirkung, als würde ein schwarzer Gottesdienst zelebriert.

Ein weiteres Highlight ist »Awoken in Autopsy«. Hier zeigen GLUTTONY ihre Fähigkeit, brutal und groovend zugleich zu sein. Das Stück lebt von einem massiven Rhythmus, der sich tief ins Gedächtnis fräst.

Makabre Bilderwelten

Auch thematisch bleibt das Album konsequent im düsteren Spektrum. Songtitel wie »A Face Devoured by Rats«, »Corpses Eating Corpses« oder »Immured by Rotting Corpses« lassen wenig Raum für Interpretationen. GLUTTONY arbeiten bewusst mit extremen, teilweise grotesken Bildern.

Diese Texte funktionieren weniger als narrative Geschichten, sondern eher als Momentaufnahmen aus einer Welt des Verfalls. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die gut zur Musik passt: morbide, kalt und gleichzeitig faszinierend.

»Threshold to Nonexistence« gehört zu den eher epischen Momenten der Platte. Der Song baut langsam Spannung auf und steigert sich in eine dichte Wand aus Gitarren und Drums. Danach wirkt »A Haunting Wordless Choir« fast wie ein düsteres Intermezzo, bevor das Album mit »Immured by Rotting Corpses« noch einmal voll zuschlägt.

Der Abschluss »Burn« fühlt sich wie ein letzter, wütender Ausbruch an. Keine versöhnlichen Töne, kein ruhiger Abgang. Das Album endet so brutal, wie es begonnen hat.

Tradition mit eigener Handschrift

GLUTTONY bewegen sich klar im Einflussbereich klassischer schwedischer Death-Metal-Bands. Der HM-2-artige Gitarrensound, die schweren Riffs und die düstere Atmosphäre erinnern an die goldene Ära des Genres.

Trotzdem wirkt das Album nicht wie eine Kopie alter Klassiker. Die Band setzt stärker auf eine dunkle, fast okkulte Stimmung und vermeidet zu eingängige Strukturen. Viele Songs entwickeln sich langsam und setzen auf bedrückende Klangflächen, statt auf schnelle Hooks.

Gerade diese Mischung aus Old-School-Wurzeln und moderner Klangdichte macht den Reiz von »Eulogy to Blasphemy« aus. Die Musik klingt vertraut, ohne berechenbar zu sein.

GLUTTONY liefern mit »Eulogy to Blasphemy« ein Death-Metal-Album ab, das tief im Genre verwurzelt ist und dennoch genug eigene Identität besitzt, um herauszustechen. Die rohe Produktion, das starke Riffing und die kompromisslose Atmosphäre sorgen dafür, dass die Platte über die gesamte Laufzeit hinweg intensiv bleibt.

Nicht jeder Song bleibt sofort im Gedächtnis. Dafür entfaltet sich das Album mit jeder weiteren Rotation stärker. Wer düsteren, schweren Todesblei mit klarer Underground-Mentalität schätzt, wird hier viel entdecken. Ein finsteres, ehrliches Stück Elchtodesblei, das den Geruch von Moder und kaltem Stahl förmlich hörbar macht.

Fazit: »Eulogy to Blasphemy« von GLUTTONY ist eine kraftvolle Hommage an den Death-Metal, die sowohl musikalisch als auch atmosphärisch beeindruckt.

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GLUTTONY – Eulogy To Blasphemy - CD Review

FUNERAL PILE – Summoning

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cover artwork FUNERAL PILE Summoning
cover artwork FUNERAL PILE Summoning

Band: FUNERAL PILE 🇩🇪
Titel: Summoning
Label: Independent
VÖ: 06/03/26
Genre: Blackened Death/Doom Metal

Tracklist

01. Cataclysm
02. Hope Is A Lie
03. The Ghost Of Orion
04. Mountains Of Madness
05. The Unendurable
06. Chimera
07. The Summoning
08. The Mill
09. In Eternal Fire

Besetzung

Matthias Riedl – Vocals
Annike Schirmann – Guitar
Ralf Gröger – Guitar
Mathias Neuwert – Guitar
Martin Schirmann – Bass, Second Vocals, Drum Programming

Bewertung:

2,5/5

Die deutsche Band FUNERAL PILE kehrt mit ihrem zweiten Album zurück, fünf Jahre nach dem Debüt. Aus Post-Rock-Klanglandschaften, epischem Melodic Death Metal und Doom-beladenen Passagen schöpfend, repräsentiert „Summoning“ laut Band einen signifikanten Wandel in Sound und Storytelling.

Melodisch und melancholisch, dann Post-Rock-geprägt

Die ersten Akkorde im Album sind sehr melodisch, sogar mit einem Hauch Melancholie – „Cataclysm“ ist ein kurzes Intro, mit nur Gitarren, die eine schöne Melodie weben. Und die melodische Linie setzt sich fort in „Hope Is A Lie„, eine Lead-Gitarre setzt den Ton, aber wird langsam vom Rest der Instrumente in einer Klanglandschaft begleitet, die immer komplexer wird, aber nicht wirklich aggressiv, bis die Vocals zum Rest der Band stoßen. Die tiefen Growls geben dem ganzen Sound eine leicht aggressivere Dimension, aber nicht zu sehr – der Song bleibt melodisch mit Post-Rock-Einflüssen. Die melodische Linie durchläuft viele Transformationen, bleibt aber nah an den originalen Akkorden, eine ziemlich leichte Atmosphäre, aber ein guter Song und ein Highlight des Albums.

FUNERAL PILE kommen aus Bruckmühl, Bayern, 2008 gegründet, aber nach nur zwei Jahren Aktivität lösten sie sich auf, nur um zehn Jahre später mit entschlossenerem Ansatz und neuen Mitgliedern zu reformieren, mit erneuerter Energie. Das originale Trio von Musikern, alle noch in der Band, sind Annike Schirmann an Gitarre, Ralf Gröger auch an Gitarre und Matthias Riedl an Vocals, und die Musiker, die das Lineup verstärkten, sind Martin Schirmann verantwortlich für Bass, zweite Vocals und Drum Programming, und ein dritter Gitarrist, Mathias Neuwert.

Die eindringliche Gitarre dominiert weiter den Sound in „The Ghost Of Orion„, harshe Vocals bringen einige Akzente, aber die Gesamtklanglandschaft bleibt langsam, Doom-beeinflusst oder Melodic Death Metal. Wenn irgendeine Art Death Metal betrachtet werden kann, außer geknurrten Vocals, ist es nicht wirklich aggressive Musik. Und „Mountains Of Madness“ behält Ansatz und Sound – emotional, langsam, mit guter Lead-Gitarre. Selbst wenn sie aggressiver werden, transpiriert ein Sinn von Epik und Triumph durch den Sound. Mit leicht irritierenden programmierten Drums, die immer präsenter im Sound werden, auch mit Post-Metal-Einflüssen leicht verwässert, ein Sound, der den interessanten Touch vom Anfang verloren hat.

Fake Drums behindern die meisten Songs

Die Produktion hat einige gute und einige fragwürdige Aspekte – Gitarren sind sehr gut eingefangen, aber die programmierten Drums klingen so fake und viel zu laut im Mix und behindern die meisten Songs. Insgesamt kommt die Rhythmussektion ziemlich falsch über das Album. Im Grunde sagt die Musik ohne die Lead-Gitarre nicht zu viel, auch die Vocals sind für den größten Teil des LP ziemlich überzeugend. Der Sound ist klar, die melodische Seite der Songs dominiert immer, nicht viele Kritiken außer für die Drums.

Und das Album setzt sich ohne viel Variation weiter fort – „The Unendurable“ lässt den Sound von den unnatürlichen Drums dominieren, aber Bass hat auch einen kleinen Beitrag, ein simpler Song. Aber „Chimera“ kommt mit einem anderen Sound am Anfang, verspricht einen besseren Track, und tatsächlich viel Uptempo und bessere Vocals, eine viel dynamischere Komposition. Näher an Melodic Death Metal, auch ohne den übermäßig melodischen Ansatz, oder zumindest viel verringert – alle Einflüsse im Band-Sound sind besser balanciert, auch eine durchdachtere Komposition. Einer der besten Songs auf dem Album.

Ein fehlgeschlagenes Experiment

Für den Übergang zum finalen Teil des Werks bringen sie eine weitere akustische Passage, der Titelsong „The Summoning„, ein kurzes emotionales Interlude, bevor sie zum etablierten Sound mit „The Mill“ zurückkehren. Der Song beginnt mit soliden Riffs und gutem Tempo, leidet aber unter einer störenden Vocal. Sie ist abrasiv, viel roher und fast falsch, eine gequlte Art Stimme, die absolut nicht zum Sound von FUNERAL PILE passt und vom Gesamtimpact ablenkt. Dieser Vocal-Beitrag, oder eher Obstruktion, ist größtenteils dem Gast-Vocalist Winterherz von Waldgeflüster geschuldet. Und die Dinge werden noch schlimmer, wenn er zwischen Shriekings und Clean Vocals wechselt. Während die Komposition gut ist und der Song angenehm sein sollte, wurde er total durch die erzwungenen Vocals ruiniert.

Der finale Song „In Eternal Fire“ bleibt langsam und nichts Bemerkenswertes außer Lead-Gitarre. Aber nach der riesigen Enttäuschung im vorherigen Song ein besserer Sound, fast eine Erleichterung. Aber zu spät im Album für einen wirklich aggressiven Ansatz – sie versuchten, etwas Neues mit dem Song zu bringen, überzeugen aber nicht ganz. Die letzten zwei Songs haben wirklich den milde guten Eindruck, den der Rest des Albums hinterlassen hat, verdreht und in einen ziemlich negativen verwandelt.

Gastsänger ruiniert guten Gesamteindruck

Ein ziemlich simples Rezept für alle Songs – eine simple, aber schöne melodische Linie, kontrastierende, leicht aggressivere Instrumentierung, Growling-Vocals als finales Element. Ein genießbares, leichtes Hörerlebnis, aber nichts wirklich Unvergessliches hier.

Die Songs sind ziemlich ähnlich, so ist auch der Ansatz – um fade und zu repetitiv zu vermeiden, erzwangen sie eine andere Vocal, und das machte alles schlimmer. Die finale Welle von viel aggressiverem Sound kam so unnatürlich, und die Präsenz des Gast-Vocalists ruinierte das ganze Album. Ein ziemlich enttäuschendes Hörerlebnis am Ende.

Fazit: FUNERAL PILE bieten mit „Summoning“ starke Melodien und beeindruckendes Gitarrenspiel – fake Drums und störende Gastvocals ruinieren aber das Erlebnis.

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FUNERAL PILE - Summoning

SERPENT ICON – Tombstone Stories

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SERPENT ICON - Tombstone Stories - album cover
SERPENT ICON - Tombstone Stories - album cover

Band: SERPENT ICON 🇩🇪
Titel: Tombstone Stories
Label: Selfrelease
VÖ: 06/03/26
Genre: Melodic Death Metal

Tracklist

01. Circus Of Mankind
02. Ashes
03. Tombstone Stories
04. Final Witness
05. Sirens And Sinners

 

Besetzung

Christian – Vocals
Tobias Dahs – Guitar, Bass
Hartmut Stoof – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

Die deutsche Melodic-Death-Metal-Formation SERPENT ICON präsentiert mit »Tombstone Stories« ein Album, das deutlich zeigt, wohin die Reise der Band gehen soll: düstere Atmosphäre, melodische Gitarrenlinien und ein Hang zu erzählerischen Songstrukturen. Hinter dem Projekt stehen Sänger Christian, Gitarrist und Bassist Tobias Dahs sowie Schlagzeuger Hartmut Stoof. Gemeinsam setzen sie auf eine Mischung aus klassischen Death-Metal-Elementen, melodischen Leads und einer insgesamt recht cineastischen Stimmung. Das Album wurde von Michael „Freio“ Haas im Big Easy Studio gemastert. Für zusätzliche stimmliche Farbe sorgt Jule Dahs, die auf zwei Songs als Gastsängerin zu hören ist.

Atmosphäre zwischen Melodie und Dunkelheit

»Tombstone Stories« bewegt sich stilistisch klar im Bereich des melodischen Death-Metal, zeigt aber auch Einflüsse aus traditionellem Thrash-Metal und gelegentlich sogar aus dem modernen Umfeld. Besonders auffällig ist der Versuch, den Songs eine erzählerische Struktur zu geben. Die Stücke wirken weniger wie lose aneinandergereihte Riffs, sondern eher wie kleine Kapitel einer düsteren Geschichte.

Gitarrist Tobias Dahs setzt dabei stark auf melodische Leads und harmonisierte Gitarren. Diese erinnern stellenweise an skandinavische Vorbilder, bleiben aber insgesamt erdig und riffbetont. Das Schlagzeug von Hartmut Stoof liefert dazu eine solide Basis aus treibenden Double-Bass-Passagen und rhythmischen Variationen.

Sänger Christian bewegt sich überwiegend im rauen Growl-Bereich, streut jedoch gelegentlich verständlichere, halb gesungene Passagen ein. Dadurch entsteht eine gewisse Dynamik, die dem Album gut steht.

Der Opener »Circus Of Mankind« startet mit einem atmosphärischen Intro, bevor ein druckvolles Riff das Tempo vorgibt. Der Song funktioniert gut als Einstieg, weil er gleich mehrere typische Elemente der Band zeigt: melodische Gitarren, groovige Midtempo-Passagen und einen klar strukturierten Aufbau.

Besonders im Refrain entfaltet sich die melodische Seite der Band. Die Gitarrenlinien bleiben im Ohr, ohne zu glatt zu wirken. Inhaltlich zeichnet der Song ein düsteres Bild menschlicher Abgründe und passt damit gut zur insgesamt morbiden Grundstimmung des Albums.

Melancholie und Gaststimme

Der zweite Track »Ashes« bringt mit der Stimme von Jule Dahs eine neue Klangfarbe ins Spiel. Ihr Gesang bildet einen deutlichen Kontrast zu Christians Growls und sorgt für eine melancholische Note.

Die Kombination funktioniert überraschend gut. Während die Instrumente weiterhin im melodischen Death Metal verankert bleiben, öffnet der weibliche Gesang den Song atmosphärisch. Gerade im Refrain entsteht dadurch ein Moment, der sich vom restlichen Material abhebt.

Das Zentrum des Albums

Der Titeltrack bildet den dramaturgischen Mittelpunkt der Platte. Hier zeigt sich besonders deutlich, dass die Band Wert auf Stimmung legt. Das Tempo ist etwas gedrosselt, die Gitarren arbeiten stärker mit melodischen Motiven, die sich durch den Song ziehen.

Der Song lebt weniger von Geschwindigkeit als von Aufbau. Mehrere ruhige Passagen sorgen dafür, dass die späteren Ausbrüche intensiver wirken. Diese Struktur erinnert teilweise an klassische Melodic-Death-Metal-Produktionen der späten Neunziger.

Dunklere Töne

Mit »Final Witness« wird das Album wieder härter. Das Stück ist riffbetonter und aggressiver als viele andere Songs auf der Platte. Besonders das Schlagzeug arbeitet hier stärker mit schnellen Double-Bass-Passagen, was dem Track zusätzlichen Druck verleiht. Trotzdem bleibt die melodische Handschrift der Band erhalten. Die Leadgitarren ziehen sich weiterhin durch den Song und verhindern, dass das Stück zu monoton wirkt.

Starker Abschluss

Der finale Song »Sirens And Sinners« greift erneut die Zusammenarbeit mit Jule Dahs auf. Der Wechsel zwischen harschen Vocals und klarem Gesang sorgt für Spannung und verleiht dem Stück eine fast dramatische Wirkung.

Musikalisch kombiniert der Track mehrere Elemente des Albums: melodische Gitarren, ein solides Midtempo-Fundament und atmosphärische Passagen. Dadurch eignet sich der Song gut als Abschluss, weil er noch einmal verschiedene Facetten der Band bündelt.

Produktion und Klangbild

Das Mastering von Michael „Freio“ Haas sorgt für einen klaren und ausgewogenen Sound. Die Gitarren stehen deutlich im Vordergrund, ohne den Rest der Instrumente zu überdecken. Besonders die Leads profitieren von dieser transparenten Produktion.

Der Gesamtsound wirkt modern, aber nicht steril. Die Songs behalten genug Rauheit, um im Death-Metal-Kontext glaubwürdig zu bleiben.

»Tombstone Stories« ist ein solides Melodic-Death-Metal-Album, das vor allem durch seine Atmosphäre und die melodischen Gitarren überzeugt. Die Band setzt weniger auf extreme Geschwindigkeit, sondern auf Stimmung und songorientierte Strukturen.

Nicht jeder Song bleibt dauerhaft im Gedächtnis, doch mehrere starke Momente und die gelungen eingesetzten Gastvocals geben der Platte ein eigenes Profil. Für Fans melodischer, leicht düsterer Death-Metal-Klänge lohnt sich ein genaueres Hinhören.

Fazit: SERPENT ICON gelingt mit »Tombstone Stories« ein Album, das durch seine dunkle Atmosphäre und musikalische Vielseitigkeit überzeugt.

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SERPENT ICON - Tombstone Stories - CD Review

Kaleidobolt – Karakuchi

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Band: Kaleidobolt 🇫🇮
Titel: Karakuchi
VÖ: 06/03/2026
Label: Svart Records
Genre: Progessive/Garage/Psychedelic Rock

Tracklist

  1. Tinkerbell
  2. Lights On, Nobody Home#
  3. Coping
  4. Astro Boy/Ochanomizu
  5. Duuude
  6. Freinds Of Fire
  7. A Chance Of A Lifetime
  8. Turn Of Luck

Besetzung

Sampo Kääriäinen – Guitars, Vocals, Keyboards
Marco Menestrina – Bass, Vocals, Keyboards, Percussion
Marten Gustafsson – Drums

Bewertung:

5/5

Der Winter zieht sich langsam zurück, das Eis bricht, die Luft wird leichter – und genau in diesem Moment stehen Kaleidobolt vor der Tür. Im Gepäck: ihr neuer Longplayer „Karakuchi“. Timing ist bekanntlich alles.

Neun Songs haben die drei Finnen aus Helsinki auf das Album gepackt, und keiner davon wirkt wie Füllmaterial. Schon der Opener fährt ohne Vorwarnung dazwischen, wirbelt durch die Gehörgänge und macht unmissverständlich klar, dass hier nicht lange auf Temperatur gewartet wird. Das Power-Trio steigt sofort aufs Gas. Die Gitarren kreisen, die Soli schnellen in absurde Höhen – auf die Frage, wie schnell man eigentlich spielen kann, liefern Kaleidobolt keine Diskussion, sondern eine Demonstration.

Dabei liegt die Stärke von „Karakuchi“ weniger im Überladenen als im Präzisen. Das Songwriting wirkt fokussiert, beinahe reduziert – ohne je karg zu erscheinen. Die Arrangements verzichten auf übertriebene Komplexität oder demonstrative Virtuosität um ihrer selbst willen. Nichts wird künstlich aufgeblasen, nichts zerfasert. Genau daraus entsteht diese Frische, die sich durch die gesamte Platte zieht. Kaleidobolt verbinden Tempo und Druck mit waghalsigen Soli und eingängigen Melodiebögen. Sie beherrschen das Wechselspiel aus lässiger Psychedelik und rasender Dynamik, ziehen das Tempo an, lassen es wieder atmen und balancieren dazwischen mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit. Das Ganze wirkt wie eine ausgedehnte, farbintensive Session, bei der Kontrolle und Kontrollverlust einander die Hand reichen.

Mein Fazit: „Karakuchi“ ist ein kraftvoller Psychedelic-Rock-Trip, der von der ersten Minute an Energie freisetzt. Kein Song fällt ab, keiner verliert sich im Nebel. Stattdessen greifen rasante Soli, treibende Grooves und schillernde Melodielandschaften ineinander und tragen die Hörerschaft durch ein Panorama aus Geschwindigkeit, Atmosphäre und psychedelischer Weite. Ein Album, das nicht auftaut – sondern entzündet.

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KALEIDOBOLT - Karakuchi

Lost Society – Hell Is A State Of Mind

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Band: Lost Society 🇫🇮
Titel: Hell Is A State Of Mind
VÖ: 06/03/2026
Label: Nuclear Blast Records
Genre: Alternative Metal, Modern Metal

Tracklist

01. Afterlife
02. Blood Diamond
03. Synthetic
04. Is This What You Wanted
05. L’Appel Du Vide
06. Kill The Light
07. No Longer Human
08. Dead People Scare Me (but the living make me sick)
09. Personal Judas
10. Hell Is A State Of Mind

Besetzung

Samy Elbanna – Vocals, Guitars
Arttu Lesonen – Guitars
Mirko Lehtinen – Bass
Tapani Fagerström – Drums

Bewertung: 3/5

3/5

Mit „Hell Is A State Of Mind“ treten Lost Society Anfang März wieder auf den Plan. Zehn neue Tracks, selbstbewusst angekündigt, bereit, vom ersten Moment an zu zünden – zumindest dem Begleittext zufolge.

Darin ist von abgeschlossener Findungsphase die Rede, vom Ende des Experimentierens. Man habe nun endgültig zu sich selbst gefunden, heißt es, praktiziere ab sofort kompromisslos das, was man am besten könne: ganz man selbst zu sein. Große Worte. Entsprechend hoch die Erwartung.

Nach dem ersten Durchlauf jedoch macht sich Ernüchterung breit. Die vollmundigen Versprechen wirken im Rückblick eher wie wohlformuliertes Marketing als wie eine künstlerische Zäsur. Ob hier überambitionierte PR oder ehrliche Selbstüberzeugung am Werk war, bleibt offen. Entscheidend ist das Resultat – und das fällt zwiespältig aus.

Thrash Metal scheint endgültig Geschichte, stattdessen dominiert ein moderner Metal-Sound. Das muss ja grundsätzlich kein Nachteil sein. Lost Society beherrschen ihr Instrumentarium und verstehen es durchaus, Songs zu strukturieren. Besonders die orchestralen Elemente stechen hervor: breit angelegt, episch inszeniert, mit einem Gespür für Dramaturgie. Auch die Shouts und Screams wirken authentisch, getragen von spürbarer Intensität.

Doch nicht jede Idee geht auf. Der metalcore-lastige Klargesang wirkt streckenweise forciert, beinahe angeklebt. Noch irritierender sind die eingestreuten Hip-Hop-Anleihen, die mehr nach kalkulierter Stilöffnung klingen als nach organischem Wachstum. Vielfalt kann bereichern – hier entsteht jedoch der Eindruck, dass einzelne Bausteine nicht vollständig durchdacht ineinandergreifen. Gute Ansätze verlaufen im Sand oder verlieren unterwegs an Klarheit.

Mein Fazit: „Hell Is A State Of Mind“ hat Momente, in denen Lost Society eindrucksvoll zeigen, was in ihnen steckt: starke orchestrale Spannungsbögen, überzeugende Härte, solide Melodieführung. Gleichzeitig untergraben weichgespülte Passagen und stilistische Ausflüge die innere Geschlossenheit des Albums. Unterm Strich bleibt ein durchwachsener Eindruck. Weniger ein endgültiges Ankommen bei sich selbst als vielmehr ein weiteres Kapitel im Prozess der Umstrukturierung. Vielleicht ist genau das die eigentliche Wahrheit hinter diesem Album.

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LOST SOCIETY - Hell Is A State Of Mind

No/Más – No Peace

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nomas - No Peace - album cover
nomas - No Peace - album cover

Band: No/Más 🇺🇸
Titel: No Peace
Label: Redefining Darkness Records
VÖ: 11/03/2026
Genre: Grindcore/Hardcore/Death Metal

Tracklist

01. Foreign Threat
02. Manic
03. Overthrow
04. Blood Soaked Soil
05. Abolition
06. Leech
07. Act Of Killing
08. Ley indígena
09. Choke Point
10. Spineless
11. No Peace
12. Cycle Of Sacrifice

Besetzung

Roger Rivadeneira – Vocals
Henry Everitt – Drums
John Letzkus – Guitars
Joe Vasta – Bass

Bewertung:

5/5

Seit 2017 ziehen No/Más ihre Schneise durch den Underground, unbeirrt, kompromisslos. Mit „No Peace“ legen sie nun Anfang März 2026 ihr zweites Full-Length-Album vor – nach einer Reihe von EPs und Singles der nächste konsequente Schritt.

Zwölf Tracks, allesamt kurz gehalten, wie es sich für Grindcore gehört. Doch Kürze bedeutet hier keineswegs Beliebigkeit. Im Gegenteil: Jeder Song sitzt, trifft, verschwindet wieder, bevor sich Routine einschleichen könnte. Die Band aus Washington, D.C. bleibt bei dem, was sie auszeichnet – ein druckvoller Hybrid aus Grindcore, Hardcore und Death Metal, der auf „No Peace“ erstaunlich geschlossen wirkt.

Die Platte ist roh, direkt und ohne unnötige Umwege. Gleichzeitig verstehen es No/Más, die oft starre Rasanz des Grinds aufzubrechen. Immer wieder tauchen Hardcore-Passagen mit mehrstimmigen Shouts auf, die Struktur und Dynamik in die Stücke bringen. Auch die Death-Metal-Elemente sind klug gesetzt und sorgen für eine düstere, fast melodische Tiefe, ohne den Grundcharakter zu verwässern.

Tonangebend ist ein Schlagzeug, das förmlich nach vorne peitscht – zerfetzend, antreibend, erbarmungslos. Der Bass grollt darunter wie ein permanentes Beben, während die Gitarren mit scharfkantigen, sägenden Riffs Akzente setzen. Darüber legen sich aggressive Shouts, die dem Ganzen den letzten Nachdruck verleihen. Nur vier Songs überschreiten die Zwei-Minuten-Marke, der Rest bleibt konsequent darunter. Das Resultat: ein Album, das keine Sekunde Leerlauf kennt.

Mein Fazit: Unterm Strich ist „No Peace“ ein überzeugendes Statement. No/Más bündeln Grindcore, Hardcore und Death Metal zu einem kompakten, schlüssigen Gesamtbild. Die Songs sind kurz, aber wirkungsvoll, direkt und ohne Schnörkel. Wer mit der kompromisslosen Wucht von Napalm Death, Wormrot oder Assück etwas anfangen kann, wird hier bestens bedient. Ein Album, das nicht um Frieden bittet – sondern Druck macht.

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NO/MÁS - No Peace

OATHBOUND – Colors In Grey

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OATHBOUND - Colors In Grey - album cover
OATHBOUND - Colors In Grey - album cover

Band: OATHBOUND 🇺🇸
Titel: Colors In Grey
Label: Eclipse Records
VÖ: 06/03/26
Genre: Progressive Metalcore

Tracklist

01. Origins
02. Colors In Grey
03. Set Adrift
04. Misunderstood
05. The Masks We Wear
06. Insomniac
07. Searching For The Answer
08. Hold On
09. False Ideals

 

Besetzung

Taylor Harper – Guitar
Viktor Schultz – Guitar
Steve Schwarz – Bass
Travis Morlan – Drums

 

Bewertung:

4/5

Die Progressive-Metalcore-Formation OATHBOUND besteht aus den Gitarristen Taylor Harper und Viktor Schultz, Bassist Steve Schwarz, Schlagzeuger Travis Morlan sowie Sänger Kalyan Lopez. Gemeinsam bewegt sich das Quintett musikalisch zwischen technischem Metalcore, progressiven Strukturen und melodischen Momenten. Ihr Album »Colors In Grey« zeigt eine Band, die nicht nur auf Härte setzt, sondern auch auf Atmosphäre, Dynamik und emotionale Tiefe.

Für den finalen Klang wurde ein erfahrener Name ins Boot geholt. Das Album wurde von Aaron Chaparian bei Iron Audio gemischt und gemastert. Chaparian arbeitete bereits mit Bands wie AS I LAY DYING, BLEEDING THROUGH und CHIMAIRA, was man der Produktion auch anhört. Der Sound wirkt modern, druckvoll und gleichzeitig sehr klar strukturiert.

Atmosphäre zwischen Härte und Melancholie

Schon der Opener »Origins« deutet an, wohin die Reise geht. Atmosphärische Klangflächen bauen Spannung auf, bevor das Album mit dem Titeltrack »Colors In Grey« richtig Fahrt aufnimmt. Hier zeigt sich sofort eine Stärke der Band: komplexe Riffs treffen auf eingängige Refrains und eine Gesangsperformance, die zwischen aggressiven Shouts und melodischen Passagen wechselt.

Die Gitarrenarbeit von Harper und Schultz spielt dabei eine zentrale Rolle. Viele Riffs sind rhythmisch verschachtelt, bleiben aber überraschend zugänglich. Statt reiner Technikdemonstration entsteht ein musikalischer Fluss, der die Songs trägt.

Progressive Strukturen ohne Überladung

Progressive Metalcore kann schnell in überladene Arrangements abdriften. »Colors In Grey« vermeidet diese Falle. Songs wie »Set Adrift« oder »Misunderstood« zeigen zwar komplexe Strukturen, behalten aber eine klare Dramaturgie.

»Set Adrift« arbeitet mit ruhigen Passagen, die sich langsam zu einem massiven Breakdown aufbauen. »Misunderstood« überzeugt dagegen mit einem treibenden Groove, der stark vom präzisen Schlagzeugspiel von Travis Morlan lebt.

Besonders auffällig ist, wie organisch sich die progressiven Elemente in die Songs einfügen. Tempowechsel und rhythmische Verschiebungen wirken nicht konstruiert, sondern entstehen aus der musikalischen Dynamik heraus.

Emotionale Themen und starke Vocals

Textlich bewegt sich das Album stark im emotionalen Bereich. Themen wie Selbstzweifel, Identität und persönliche Konflikte ziehen sich durch mehrere Songs.

»The Masks We Wear« gehört zu den eindringlichsten Momenten des Albums. Der Song beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen äußerer Fassade und innerer Realität. Kalyan Lopez liefert hier eine besonders intensive Gesangsleistung, die zwischen verletzlicher Melodie und roher Aggression pendelt.

Auch »Insomniac« bleibt im Gedächtnis. Die nervöse Energie des Songs spiegelt das Gefühl von Schlaflosigkeit und innerer Unruhe wider. Schnelle Gitarrenläufe treffen auf einen fast hypnotischen Rhythmus.

Die stärksten Momente des Albums

Zu den Highlights zählt »Searching For The Answer«. Der Song verbindet progressive Riffs mit einem überraschend hymnischen Refrain. Gerade diese Balance zwischen Komplexität und Eingängigkeit funktioniert hier besonders gut.

»Hold On« zeigt eine etwas melodischere Seite der Band. Die Gitarren treten stellenweise zurück und lassen Raum für atmosphärische Klangflächen. Dadurch entsteht ein emotionaler Kontrast zu den härteren Songs des Albums.

Der Abschluss »Falze Ideals« wirkt wie eine Zusammenfassung der musikalischen Ideen der Platte. Aggressive Parts, melodische Hooks und progressive Strukturen greifen ineinander und sorgen für ein intensives Finale.

Produktion und Sound

Die Produktion gehört zu den großen Stärken von »Colors In Grey«. Jeder Instrumentenbereich ist klar definiert, ohne dass der Sound steril wirkt. Die Gitarren besitzen Druck und Tiefe, während Bass und Schlagzeug eine stabile rhythmische Basis liefern. Besonders gelungen ist die Balance zwischen Härte und Transparenz. Viele moderne Metalcore-Produktionen neigen dazu, im Mix zu dicht zu werden. Hier bleibt genug Raum, damit Details hörbar bleiben.

Auch der Gesang sitzt perfekt im Mix. Die Shouts behalten ihre Aggressivität, während die melodischen Parts klar und präsent wirken.

»Colors In Grey« präsentiert eine Band, die ihre musikalischen Einflüsse verstanden hat und daraus einen eigenen Stil formt. Progressive Elemente werden nicht als Selbstzweck eingesetzt, sondern unterstützen die Atmosphäre der Songs.

Die Kombination aus technischem Anspruch, emotionalen Themen und einer starken Produktion macht das Album zu einem überzeugenden Beitrag im modernen Metalcore. Nicht jeder Song erreicht das gleiche Niveau, doch insgesamt liefert die Platte viele spannende Ideen und mehrere wirklich starke Tracks.

Mit einer Wertung von 4 von 5 Punkten zeigt »Colors In Grey«, dass OATHBOUND das Potenzial besitzt, sich in der Progressive-Metalcore-Szene langfristig zu etablieren. Wer komplexe Riffs, intensive Vocals und dynamische Songstrukturen schätzt, findet hier ein Album, das sich mehrfaches Hören verdient.

Fazit: OATHBOUND gelingt mit »Colors In Grey« ein beeindruckendes Statement im progressiven Metalcore.

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OATHBOUND - Colors In Grey - CD Review

SERMON TO THE LAMBS – Sermon To The Lambs

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cover artwork SERMON TO THE LAMBS Sermon To The Lambs
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Band: SERMON TO THE LAMBS  🇨🇱
Titel: Sermon To The Lambs
Label: Comatose Music
VÖ: 06/03/26
Genre: Brutal Death Metal

Tracklist

01. Crowned King Of The Worms
02. Sermon To The Lambs
03. Spitting In The Church Of The Nazarene
04. Maximum Apostasy
05. Saints Are The Centurions Of The Aristotelian Christ
06. Flagrum Taxillatum
07. Scourging At The Pillar
08. God Spat And The Man Was Done
09. Clergy’s Malevolence
10. God Spat And The Man Was Done feat. Jeff Page (Bonus Track)
11. Clergy’s Malevolence feat. Jeff Page (Bonus Track)

Besetzung

Richard Aguayo – Vocals
Mauro M. – Guitar, Bass
Victor Araneda – Drums

Bewertung:

2/5

Das Debütalbum einer neuen Band – die Chilenen SERMON TO THE LAMBS schließen sich den Brutal Death Metal Kräften an mit dem selbstbetitelten Album „Sermon To The Lambs„. Bekannt für seine Brutalität, wird der südamerikanische Extreme Metal gut von der Band in ihrem Werk eingefangen, aber fügt auch die Band-Vision und den Sound hinzu.

Nervtötende Drums überdecken alles

Gradueller Sound, der Intensität und Power gewinnt – so starten SERMON TO THE LAMBS ihr Album. Der Eröffnungstrack „Crowned King Of The Worms“ hat gnadenlose Drums, heruntergestimmte Gitarren und gutturale, tiefgepitchte Growls. Und ein Drum-Sound, die pingy Snare Drum, die fast alles andere überdeckt, wenn sie voll zur Geltung kommt. Ein ziemlich aggressiver Sound, besonders die Drums bringen Energie, sind aber auch ein wirklich nervtötender Beitrag zum Sound.

SERMON TO THE LAMBS sind eine chilenische Brutal Death Metal Band, 2023 in Concepción gegründet. Das Lineup besteht aus erfahrenen Veteranen der chilenischen Extreme Metal Szene mit Histories in lokalen Bands. Das Trio besteht aus Richard Aguayo an Vocals, Mauro M. für Gitarre und Bass und Victor Araneda an Drums.

Der Song, der den Namen mit Album und Band selbst teilt, „Sermon To The Lambs„, startet mit denselben Drums, die dazu tendieren, den ganzen Sound zu besetzen, was die Songs fast identisch zum vorherigen und folgenden klingen lässt, unter der Decke hysterischen und konstanten Schlagens. Es ist wahr, dass die Gitarren auch nicht mit vielen Riffs oder Harmonie kommen, ziemlich denselben Akkord für den ganzen Song wiederholend, und Vocals sind niedrig im Mix und nicht wirklich expressiv.

Drummer sabotiert eigenes Werk durch schlechtes Mixing

Die Produktion hat einige ernsthafte Probleme und fühlt sich an, als hätte niemand das finale Produkt gehört, um zu realisieren, dass nichts unterschieden werden kann außer den Drums auf den meisten Album-Teilen. Vocals, auch wenn nicht die besten im Genre, sollten einen dynamischeren Sound bringen, aber sie werden überdeckt von Drums und auch Gitarren, bleiben zu sehr im Hintergrund. Und das ganze Mysterium eines so schlechten Sounds ist gelöst, wenn man die Liste der Personen liest, die in Produktion und Mixing/Mastering involviert sind. Hier finden wir den frenetischen Drummer selbst, Victor Araneda. Er drückt seinen eigenen Beitrag in den Vordergrund, damit er glänzen kann, ohne zu realisieren, dass er mit so einer Attitüde die ganze Arbeit der Band zerstört hat.

Derselbe Sound, mit wenig Varietät im Tempo, setzt sich fort in „Spitting In The Church Of The Nazarene„, mit einigen klaren Riffs für kurze Passagen, aber das reicht, um einen der interessantesten Songs auf dem Album zu schaffen. Viele Effekte auf Gitarre vermindern die potenzielle Qualität, die das Instrument bringen kann. Aber sie haben zumindest etwas anderes mit dem Song versucht.

Fade Wiederholungen ohne musikalische Relevanz

Ein religiöser Gesang zur Eröffnung von „Maximum Apostasy“ ist ein willkommener Wechsel in der Klanglandschaft, aber ansonsten nichts Neues – dieselben schrecklichen Drums und die Gitarren mit wenig Varietät. Und um im Album fortzusetzen, auch nicht viele neue Elemente oder etwas, um den Sound zu variieren. „Saints Are The Centurions Of The Aristotelian Christ“ mahlt weiter, „Flagrum Taxillatum“ oszilliert zwischen langsameren Rhythmen und verrückt schnellen mit Gitarren, die es glücklicherweise schaffen, über die verzweifelten Drums für bestimmte Passagen aufzutauchen, und wieder macht das den Song interessanter und zeigt viel bessere musikalische Qualitäten.

Fade und wiederholend kommt derselbe Ansatz und Sound in „Scourging At The Pillar„, und keine Änderungen für „God Spat And The Man Was Done“ – ein paar Riffs und Tonnen unkoordinierter hämmernder Drums und gequälte Growls, aber insgesamt langsamer und nicht wirklich interessant. „Clergy’s Malevolence“ bringt wieder etwas Neues zum Ansatz, in Form eines wieder distanzierten religiösen Gesangs, in einer Passage, die tatsächlich fast Stille ist – ein weiteres katastrophales Resultat einer schlechten Produktion. Zu lang und ohne musikalische Relevanz und viel zu leise, eine Hälfte des Songs, wo nicht viel passiert. Wirklich bizarr, und manchmal ist nur der Wunsch, anders zu sein, keine gute Idee.

God Spat And The Man Was Done“ und „Clergy’s Malevolence„, die letzten zwei Songs des LP, kommen einmal mehr als Bonus-Tracks, aber außer einem Gast-Vocal von Jeff Page – dem Vocalist der Band Manifestations – wurde nichts geändert. Und der neue Vocal-Beitrag ist kaum unterscheidbar als etwas anderes wegen des schlechten Mixings. Schade.

Produktions-Katastrophe begräbt alle Qualitäten

Nicht nur die Produktion hat Fehler auf „Sermon To The Lambs„, auch Songwriting repräsentiert ein ernsthaftes Problem für SERMON TO THE LAMBS. Aber es ist unmöglich vorzustellen, dass die Arbeit ein Hören im Produktionsprozess durchlaufen hat. Auch wenn diese Art von Drums, die wie ein Topf oder ein Metall-Mülleimer-artiges Schlagen klingen, typisch für das Genre sind, ist das, was wir hier haben, mehr als akzeptabel – es ist ein Sound, der die Musik selbst behindert. Zu laut, zu sehr im Vordergrund, eine Übertreibung, die einer Musik nicht hilft, die auch keineswegs zu variiert oder spektakulär ist. Und noch schlimmer, der Sound hat deswegen keine gute oder bemerkenswerte Dynamik. Produktion ist keine leichte Sache.

Auch wenn nicht viel Fantasie ins Album gesteckt wurde, sind SERMON TO THE LAMBS eine Band, die einige Qualitäten zeigt, aber die katastrophale Produktion hat all diese unter einer konstant Dry Snare Drum begraben. Vielleicht können sie mit einem sorgfältigeren Ansatz in Produktion und Mixing ein ordentliches Werk bringen, aber was das Debüt angeht – ein vergessliches Werk, eine unangenehme Erfahrung, nichts wirklich Beeindruckendes.

Fazit: SERMON TO THE LAMBS leiden auf ihrem Debüt unter katastrophaler Produktion – überlaute Drums begraben Vocals und Gitarren komplett.

Internet

SERMON TO THE LAMBS - Sermon To The Lambs

NEFASTIS – Shadows At The Light Of Dawn

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NEFASTIS - Shadows At The Light Of Dawn - album cover
NEFASTIS - Shadows At The Light Of Dawn - album cover

Band: NEFASTIS 🇮🇹
Titel: Shadows At The Light Of Dawn
Label: Rockshots Records
VÖ: 06/03/26
Genre: Symphonic Death Metal

Tracklist

01. Cosmic Silence at the Edge of the New World
02. Shadow Spell
03. Seduced by the Beauty of the Darkness
04. Absence of Illumination
05. Tears of the Past
06. Vortex of Light
07. Lights of Dawn
08. Alone Again
09. Stardust
10. Blackened Vision
11. Collapsing Dream
12. Flowers Swept Away by the Autumn

 

Besetzung

Simone Colombo – Lead Vocals, Lead & Rhythm Guitars
Andrea Lenzi – Lead & Rhythm Guitars, Acoustic Guitars, Backing Vocals, Orchestrations
Fulvio Manganini – Bass
Claudio Invidia – Drums

 

Bewertung:

4/5

Zwischen Melodie und Finsternis

Die italienische Formation NEFASTIS bewegt sich seit jeher an der Schnittstelle zwischen brutaler Death-Metal-Wucht und orchestraler Größe. Mit ihrem Album »Shadows At The Light Of Dawn« legt das Quartett ein Werk vor, das Atmosphäre, technische Präzision und emotionale Tiefe miteinander verbindet.

Die aktuelle Besetzung besteht aus Sänger und Gitarrist Simone Colombo, Gitarrist Andrea Lenzi, Bassist Fulvio Manganini sowie Schlagzeuger Claudio Invidia. Gemeinsam erschaffen sie einen Sound, der sich im Symphonic Death Metal verankert, aber immer wieder auch melodische und fast schon cineastische Momente zulässt.

Schon die ersten Minuten machen deutlich, dass hier keine gewöhnliche Extrem-Metal-Produktion wartet. Die Band setzt stark auf Dynamik, orchestrale Farben und ein erzählerisches Songwriting.

Ein atmosphärischer Auftakt

Der Einstieg gelingt mit »Cosmic Silence at the Edge of the New World«, einem Intro, das eher wie ein Vorspann zu einem düsteren Science-Fiction-Epos wirkt. Synthesizerflächen und orchestrale Arrangements bauen langsam Spannung auf und führen direkt in »Shadow Spell«. Hier zeigt sich bereits das Grundrezept der Platte. Druckvolle Riffs, wuchtige Drums und aggressive Growls treffen auf epische Melodielinien.

Besonders auffällig ist das Zusammenspiel der beiden Gitarren. Colombo und Lenzi wechseln souverän zwischen brachialen Rhythmuspassagen und melodischen Leads. Gerade diese Mischung sorgt dafür, dass das Album trotz seiner Härte stets zugänglich bleibt.

Dunkle Schönheit und emotionale Tiefe

Mit »Seduced by the Beauty of the Darkness« und »Absence of Illumination« verdichtet sich die Atmosphäre. Die Songs verbinden schwere Riffs mit orchestralen Elementen, die dem Sound eine beinahe filmische Größe verleihen.

»Tears of the Past« gehört zu den emotionalsten Momenten der Platte. Hier tritt die melodische Seite der Band stärker in den Vordergrund. Akustische Gitarren und atmosphärische Passagen sorgen für eine kurze Verschnaufpause, ohne die düstere Grundstimmung zu verlieren.

Danach zieht das Tempo wieder deutlich an. »Vortex of Light« entfaltet eine enorme Energie. Besonders Claudio Invidias Schlagzeugspiel sorgt für Vorwärtsdrang und Präzision. Blastbeats wechseln sich mit groovigen Mid-Tempo-Parts ab und halten die Spannung konstant hoch.

Der dramaturgische Kern des Albums

Mit »Lights of Dawn« erreicht das Album seinen zentralen Moment. Der Song verbindet epische Arrangements mit melodischen Leads und massiven Gitarrenwänden. Hier zeigt sich besonders deutlich, wie stark NEFASTIS auf Kontraste setzen. Brutale Growls stehen neben fast hymnischen Instrumentalpassagen.

»Alone Again«schlägt danach einen introspektiveren Ton an. Der Song wirkt persönlicher, fast melancholisch. Die Band reduziert das Tempo und lässt mehr Raum für Atmosphäre.

Auch »Stardust« arbeitet stark mit orchestralen Elementen. Die Kombination aus symphonischen Flächen und aggressivem Death Metal funktioniert hier besonders gut. Die Band versteht es, diese beiden Welten nicht nur nebeneinanderzustellen, sondern miteinander zu verschmelzen.

Finale mit Nachhall

Im letzten Drittel des Albums verdichtet sich die Stimmung erneut. »Blackened Vision« und »Collapsing Dream« wirken düster und kraftvoll zugleich. Hier stehen wieder schwere Riffs und aggressive Vocals im Vordergrund.

Den Abschluss bildet »Flowers Swept Away by the Autumn«. Der Song wirkt wie ein epilogartiger Ausklang und verbindet melancholische Melodien mit der typischen Härte der Band. Ein würdiger Schlusspunkt für ein Album, das stark auf Atmosphäre setzt.

Klangbild und Produktion

Auch produktionstechnisch bewegt sich die Platte auf hohem Niveau. Die E-Gitarren und der Bass wurden von Paolo Siconolfi im Virtual Light Studio in Vedano Al Lambro aufgenommen. Gesang und akustische Gitarren entstanden im 33Hz Studio unter der Leitung von Frank Altare, der später auch den Mix übernahm.

Das Schlagzeug wurde von Federico Pennazzato in seinem privaten Studio eingespielt. Das finale Mastering stammt von Tony Lindgren in den Fascination Street Studios, einer Adresse, die im Metal-Bereich für druckvolle und klare Produktionen bekannt ist.

Somit klingt das Ergebnis kraftvoll, differenziert und gleichzeitig atmosphärisch dicht. Die orchestralen Elemente bleiben stets klar hörbar, ohne die Gitarren zu überdecken.

Mit »Shadows At The Light Of Dawn« liefern NEFASTIS ein starkes Symphonic-Death-Metal-Album ab. Die Band verbindet Brutalität, Melodie und orchestrale Weite zu einem stimmigen Gesamtbild.

Besonders die abwechslungsreichen Arrangements und das dichte Klangbild sorgen dafür, dass die Platte auch nach mehreren Durchläufen interessant bleibt. Nicht jeder Song erreicht das gleiche Niveau, doch insgesamt überzeugt das Album durch seine Atmosphäre und musikalische Qualität.

Fazit: »Shadows At The Light Of Dawn« von NEFASTIS ist ein beeindruckendes Beispiel für modernen symphonischen Death Metal.

Internet

NEFASTIS - Shadows At The Light Of Dawn - CD Review

LÖMSK – Act II – Of Iron and Blood

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LOEMSK - Act II Of Iron and Blood - album cover
LOEMSK - Act II Of Iron and Blood - album cover

Band: LÖMSK 🇸🇪
Titel: Act II – Of Iron and Blood
Label: Vendetta Records
VÖ: 06/03/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Fields of Elysium
02. Of Iron and Blood
03. Requiem of Fire
04. Entropia
05. The Gathering Storm
06. Chimaera
07. Stare Into the Void
08. Furia
09. The Silence Thereafter

 

Besetzung

The Captain – Drums
The Major – Lead Guitars
The Lieutenant – Rhythm Guitars
The Colonel – Vocals, Bass

 

Bewertung:

4,5/5

Mit »Act II – Of Iron and Blood« legt die schwedische Formation LÖMSK ein Werk vor, das kompromisslosen Black-Metal mit erzählerischem Anspruch verbindet. Hinter dem militärisch geprägten Konzept stehen vier Mitglieder mit ebenso markanten Rollenbezeichnungen: The Captain an den Drums, The Major an den Lead-Gitarren, The Lieutenant an den Rhythmusgitarren sowie The Colonel, der sowohl Gesang als auch Bass übernimmt.

Diese Rollen sind mehr als bloße Gimmicks. Sie spiegeln eine klare Struktur im Sound wider. Die Musik wirkt wie ein taktisch geplantes Gefecht aus Riffs, Rhythmuswechseln und atmosphärischen Passagen. Schon nach wenigen Minuten wird deutlich, dass hier keine rohe Demoästhetik angestrebt wird, sondern ein bewusst komponiertes Album mit dramaturgischem Aufbau. Das Resultat ist »Act II – Of Iron and Blood«, eine Veröffentlichung, die klassische Black-Metal-Elemente aufgreift und zugleich eine epische, fast filmische Dimension entfaltet.

Klangbild zwischen Raserei und Atmosphäre

Das Album eröffnet mit »Fields of Elysium«, einem Stück, das sofort die tonale Richtung vorgibt. Kalte Tremolo-Gitarren treffen auf präzise Blastbeats, während der Gesang rau und distanziert über der Musik liegt. Trotz der Aggression bleibt Raum für melodische Linien. Besonders die Lead-Gitarren von The Major schaffen eine düstere, beinahe melancholische Atmosphäre.

Der Titelsong »Of Iron and Blood« setzt stärker auf rhythmische Wucht. Hier dominieren schwere Midtempo-Riffs, die immer wieder von schnellen Ausbrüchen durchbrochen werden. Das Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug wirkt besonders druckvoll. The Captain treibt das Stück mit militärischer Präzision voran, während The Colonel mit heiserem, tiefem Gesang eine düstere Erzählstimme liefert.

Mit »Requiem of Fire« folgt eines der emotionalsten Stücke der Platte. Das Tempo variiert stärker, und die Gitarren arbeiten mit längeren melodischen Bögen. Dadurch entsteht eine fast hymnische Stimmung, ohne die raue Grundhaltung des Genres zu verlieren.

Dramaturgie der zweiten Albumhälfte

Die Mitte des Albums markiert »Entropia«, ein Song, der bewusst mit Chaos spielt. Unregelmäßige Rhythmen, abrupte Übergänge und dissonante Akkorde erzeugen eine Spannung, die sich erst spät auflöst. Gerade dieser Mut zu ungewöhnlichen Strukturen hebt das Album von vielen Genreveröffentlichungen ab.

»The Gathering Storm« kehrt anschließend zu einem geradlinigeren Ansatz zurück. Schnelle Gitarrenläufe und klassische Black-Metal-Riffs dominieren das Stück. Hier zeigt sich besonders die Stärke des Gitarrenduos. Lead- und Rhythmusgitarre greifen ineinander, ohne sich gegenseitig zu überlagern.

Ein besonderes Highlight bildet »Chimaera«. Der Song verbindet aggressive Passagen mit atmosphärischen Zwischenteilen, in denen die Gitarren fast ambientartige Flächen erzeugen. Diese Momente wirken wie kurze Atempausen, bevor die Musik wieder in rasende Geschwindigkeit zurückkehrt.

Mit »Stare Into the Void« taucht das Album tief in eine dunklere, introspektive Stimmung ein. Die Riffs sind langsamer und schwerer, während der Gesang noch verzweifelter klingt. Diese Kombination verleiht dem Stück eine fast nihilistische Intensität.

Wut und Nachhall

Die letzten beiden Tracks bilden einen wirkungsvollen Abschluss. »Furia« entfesselt noch einmal pure Raserei. Blastbeats dominieren das Geschehen, und die Gitarren wirken schneidend und roh. Dieser Song erinnert stark an die zweite Welle des skandinavischen Black-Metal, ohne wie eine bloße Kopie zu klingen.

Der finale Track »The Silence Thereafter« setzt einen völlig anderen Schlusspunkt. Das Tempo ist deutlich reduziert, die Atmosphäre dichter und bedrückender. Die Gitarren ziehen lange, dunkle Linien, während der Gesang fast beschwörend wirkt. Es ist ein Abschluss, der weniger Explosion als Nachhall ist.

Produktion und Klang

Ein entscheidender Faktor für die Wirkung des Albums ist die Produktion. Das Mastering stammt von Robert Kukla aus den Obsidian Recording Studios. Der Sound bleibt roh genug, um die Aggression des Genres zu bewahren, besitzt aber gleichzeitig eine klare Struktur.

Die Gitarren sind scharf und präsent, ohne den Bass zu verdrängen. Auch die Drums wirken druckvoll und natürlich, was besonders bei schnellen Passagen wichtig ist. Statt eines überpolierten Klangbilds entsteht eine Balance aus Klarheit und rauer Energie.

»Act II – Of Iron and Blood« zeigt eine Band, die genau weiß, was sie will. Das Album verbindet aggressive Geschwindigkeit, atmosphärische Tiefe und einen klaren dramaturgischen Aufbau. Besonders die Gitarrenarbeit und das durchdachte Songwriting sorgen dafür, dass die Platte auch nach mehreren Durchläufen neue Details offenbart. Nicht jeder experimentelle Moment wirkt vollständig ausgereift, doch gerade diese Risikobereitschaft macht den Reiz der Veröffentlichung aus.

Fazit: »Act II – Of Iron and Blood« beweist, dass LÖMSK eine feste Größe im Black-Metal-Genre sind.

Internet

LÖMSK - Act II - Of Iron and Blood - CD Review