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Armored Saint veröffentlichen neuntes Studioalbum

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Photo Credit: Travis Shinn

Armored Saint veröffentlichen am 22. Mai ihr neuntes Studioalbum „Emotion Factory Reset“ über Metal Blade Records

Die amerikanischen Heavy-Metal-Ikonen ARMORED SAINT sind zurück mit ihrem mit Spannung erwarteten neuen Studioalbum Emotion Factory Reset, das am 22. Mai über Metal Blade Records erscheinen wird.

Emotion Factory Reset, das neunte Studioalbum der Band seit March Of The Saint von 1984, ist eine Art Wiedergeburt – ein Abreißen und Wiederaufbauen in elf Songs mit vielfältiger musikalischer Ausrichtung und unterschiedlichen lyrischen Themen. Wie bei den vorherigen vier Alben wurde das Album von Bassist Joey Vera produziert und von Jay Ruston (Anthrax, Stone Sour) abgemischt. Die Band fordert sich hier selbst heraus. Songs wie „Close To The Bone“, „Hit A Moonshot“ und „Every Man-Any Man“ zeigen, dass ARMORED SAINT ihre Vergangenheit als eine der respektiertesten und bekanntesten Bands im Heavy-Metal ehren, während sie zugleich zukunftsgerichtete Musik schaffen, die fest in der Gegenwart verwurzelt ist.

„Jedes ARMORED SAINT-Album ist für mich wie eine neue Haut für die Band, ein anderes Kapitel. Ich glaube nicht, dass wir uns jemals wiederholt haben“,

sagt Vera.

„Jedes Album ist ziemlich unterschiedlich zum vorherigen, ein Momentaufnahme in der Zeit. 2026 ist Emotion Factory Reset genau dort, wo unsere Köpfe gerade stehen.“
„Wenn wir anfangen, Songs zu schreiben, sage ich immer, wir können tun, was wir wollen“

, erklärt Sänger John Bush.

„Wir nutzen all unsere Einflüsse aus den Jahren, die unterschiedliche Musik, die wir hören und lieben, und lassen das einfließen, um etwas Neues zu erschaffen. Das führt zu etwas Abenteuerlicherem.“

Bush, einer der respektiertesten Sänger der Musikszene, arbeitet im Studio und auf der Bühne aus Leidenschaft und Präsenz. Tatsächlich stammen etwa 85 % seiner Vocals auf den letzten drei ARMORED SAINT-Alben aus den Demo-Sessions, wodurch die rohe Energie eingefangen wird. Während Vera ein sehr detailorientierter Songwriter ist, erklärt er ähnlich wie Bush:

„Ich versuche, nicht zu viel nachzudenken und genau da zu sein, wo ich gerade bin. Ich schaue wirklich nicht oft zurück und frage mich, was ich in der Vergangenheit gemacht habe oder was als Nächstes kommt. Sobald es ins Rollen kommt, lehne ich mich zurück und lasse es geschehen.“

Die kollaborative Arbeitsweise bei Emotion Factory Reset führte auch zum Albumtitel, eine Formulierung von Gitarrist Phil Sandoval: „Für mich bedeutet ‚Emotion Factory Reset‘, sich selbst wieder auf Klarheit zurückzusetzen. Eine Pause machen und durchatmen, bevor man reagiert. Man kann äußere Ereignisse nicht kontrollieren, aber den eigenen Geist schon. Wie man Dinge interpretiert, ist das, was einem weh tut, nicht das Ereignis selbst.“

Sein Bruder, Schlagzeuger Gonzo, ergänzt: „Die Welt erlebt gerade einen technologischen Aufschwung beziehungsweise ein Erwachen. Ich sehe unseren Planeten als eine Art Fabrik, und auf die positivste Weise müssen wir uns neu ausrichten, neu denken und zurücksetzen, um die beste Version von uns selbst zu werden.“

Vorab zum Album veröffentlicht die Band heute die erste Single und zugleich den Opener des Albums, „Close To The Bone“.

Bush kommentiert:

„Der erste Track klingt nach klassischem ARMORED SAINT – aber so, wie er 2026 klingen sollte! Wie haben wir das geschafft? Der Albumtitel Emotion Factory Reset taucht sogar in der ersten Zeile der Bridge auf. Killer-Riffs, großartige Rhythmen und kraftvolle Vocals bringen die Platte richtig ins Rollen. Der Titel deutet auf die menschliche Reaktion hin, sich zurückzuziehen und Dinge für sich zu behalten, statt konfrontativ zu sein – etwas, womit wir alle als Menschen zu kämpfen haben. Sagst du einfach ‚ach, egal‘ oder sagst du ‚hey, scheiß drauf‘? Kommt wohl auf den Moment an.“

Vera ergänzt:

„Musikalisch wurde dieser Song von meiner Liebe und Wertschätzung für den Metal inspiriert, der zur Zeit der NWOBHM herauskam, genau als ARMORED SAINT gegründet wurde. Wie immer versuche ich, meine frühen Einflüsse neu zu interpretieren und ihnen einen leichten modernen Twist zu geben.“

Gitarrist Jeff Duncan stimmt zu:

„Ich denke, ARMORED SAINT macht nicht ständig dasselbe Album. Emotion Factory Reset ist ein weiteres musikalisches Kapitel für die Band. Wenn wir fünf zusammen spielen, haben wir eine besondere Chemie, und unsere erste Single ‚Close To The Bone‘ zeigt das perfekt; musikalisch anspruchsvoll, aber dennoch mit dem typischen ARMORED SAINT-Sound.“

„Emotion Factory Reset“ von ARMORED SAINT wurde in mehreren Studios aufgenommen, darunter 606 Studios, Secret Hand Studios, Skullseven Studios, Constantine Studios und Bridge Recording. Die Aufnahmeleitung übernahmen Oliver Roman, Bill Metoyer, Joey Vera und Jason Constantine. Das Coverdesign stammt von DDKing.

armored saint - emotion factory reset - album cover

Tracklist

01. Close to the Bone
02. Every Man-Any Man
03. Not on Your Life
04. Hit a Moonshot
05. Buckeye
06. Compromise
07. It’s a Buzzkill
08. Throwing Caution to the Wind
09. Ladders and Slides
10. Bottom Feeder
11. Epilogue

 

Quellenangabe: Metal Blade Records Photo Credit: Travis Shinn

AMBERIAN DAWN kündigen erstes Album mit neuer Sängerin an

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AMBERIAN DAWN - bandphoto
Photo Credit: Kanerva Mantila

AMBERIAN DAWN stellen neue Sängerin Nicole Willerton vor! – Neues Album Temptation’s Gates erscheint am 26 Juni 2026 über Napalm Records

AMBERIAN DAWN - Temptation's Gates (Official Video) | Napalm Records

Die finnische Symphonic-Metal-Band AMBERIAN DAWN startet in eine neue Ära: Nicht nur kündigen sie ihr neuntes Album Temptation’s Gates für den 26. Juni 2026 über Napalm Records an, sie stellen damit auch ihre neue Sängerin vor. Die schwedisch-britische Musikerin Nicole Willerton übernimmt die Rolle der vorigen Frontfrau Capri, die ihre Arbeit mit der Band aus terminlichen Gründen leider nicht fortsetzen kann. AMBERIAN DAWNs Gründer, Multiinstrumentalist und Haupt-Songwriter Tuomas Seppälä, kommentiert die einvernehmliche Trennung:

„Wir wollen uns bei Capri für die unglaubliche Zeit bedanken, die wir geteilt haben. In über zehn gemeinsamen Jahren haben wir fünf Alben aufgenommen, die Welt bereist und Seite an Seite allerhand erlebt. Wir wünschen ihr für ihre musikalischen und künstlerischen Projekte das Beste. Du wirst immer ein Teil unserer Geschichte und unserer Herzen bleiben!“

Dennoch sind die Zukunftsaussichten der Band vielversprechend:

„Nicole bringt neues Leben, Energie und Inspiration in die Band. Sie ist eine unglaublich vielseitige Künstlerin, professionell und engagiert, und einfach eine wunderbare Person zum Arbeiten. Ihre Kreativität und ihr Tatendrang hatten bereits einen großen Einfluss auf unser neues Material.“

Den ersten Eindruck von Nicole Willerton geben AMBERIAN DAWN mit dem neuen Song „Temptation’s Gates“. Zeitgleich Titeltrack und erster Song des kommenden Albums kommt er schnell daher, randvoll mit epischen Keyboard-Melodien und charmantem Storytelling. Ein verlockender Start für die moderneren, bisweilen sogar überraschend rauen Pfade, die AMBERIAN DAWN mit Temptation’s Gates beschreiten und mit denen sie sich langsam davon emanzipieren, „nur“ die Band zu sein, die mit ihrem vorigen Album Take a Chance – A Metal Tribute to ABBA (2022) – glorreich! – die schwedischen Pop-Legenden ABBA coverte. „Temptation’s Gates“ zeigt AMBERIAN DAWN zielstrebiger denn je!
 
Tuomas Seppälä über„Temptation’s Gates“:

„Dieser Song ist intensiv von Anfang bis Ende und voll unerbittlicher Aggression. Er ist kurz, schnell und kommt direkt auf den Punkt – ohne Kompromisse, ohne Verschnaufpause. Ich erinnere mich, dass ich 2010 mit unserem anderen Gründungsmitglied, Tommi Kuri (RIP), darüber gesprochen habe. Er sagte mir, ich solle einen Song schreiben, der von Anfang bis Ende nichts als Energie bringt. Dieser Track ist die Umsetzung dieser Idee. Er passt perfekt zu unserer neuen Sängerin und repräsentiert unseren neuen Sound so ehrlich wie nur möglich. Der Track enthält außerdem einen klassischen Solo-Wettstreit zwischen Gitarre und Keyboard, was schon immer Teil von AMBERIAN DAWN. Das ist die Art von Musik und Intensität, auf die viele unserer langjährigen Fans gewartet haben.“

Nicole Willerton über „Temptation’s Gates“:

„Der Song ‚Temptation’s Gates‘ dreht sich darum, sich seinen inneren Sehnsüchten zu stellen und anzunehmen, was man wirklich mag und will, in dem Bewusstsein, dass man dies weder ignorieren noch vermeiden kann. Es geht darum, in der Rebellion Befreiung zu finden – durch den intensiven Kampf zwischen dem, was man zu sein glaubt, und dem, was man wirklich ist. Ich habe die Gedichte ‚Les Fleurs du mal‘ (‚Die Blumen des Bösen‘) von Charles Baudelaire schon immer geliebt, und sie waren eine wichtige Inspiration beim Schreiben des Textes für ‚Temptation’s Gates‘.“

Die epischen Keyboard-Klänge mit gitarrengetriebenem Melodic Metal angereichert tauchen AMBERIAN DAWN in eine neue Welt ein und beweisen dabei ihre Vielseitigkeit. Die eingängigen Songs gewohnt charmant und stark, weist Temptation’s Gates den Weg in eine verführerisch glänzende Zukunft – die Band ist bereit, durch deren Tor zu treten.
 
Tuomas Seppälä über Temptation’s Gates:

„Als ich angefangen habe, mit unserer neuen Sängerin zusammenzuarbeiten, verspürte ich dieselbe Aufregung wie vor vielen Jahren, als ich 2007 und 2008 mit der Arbeit an unserem Debütalbum begann. Damals waren AMBERIAN DAWN noch Neulinge in der Szene, obwohl wir bereits erfahrene Musiker waren. Bei Temptation’s Gates spürte ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder diesen Funken, etwas Neues zu schaffen. Ich hatte noch nicht viele Songs komponiert, als Nicole und ich unsere Zusammenarbeit starteten. Das meiste Material kam überraschend schnell zusammen, als ich merkte, wie natürlich sich der Prozess anfühlte. Ich war zutiefst inspiriert von Nicoles Enthusiasmus, Engagement und Effizienz. Ich habe wirklich das Gefühl, dass die Band mit ihrem Beitritt wiedergeboren wurde. Musikalisch hat sich unser Stil erneut weiterentwickelt und bewegt sich vielleicht wieder etwas in Richtung eines härteren, metallischeren Sounds. Gleichzeitig sind Elemente unseres klassischen Klangs und unserer Identität natürlich nach wie vor präsent. In vielerlei Hinsicht fühlte sich die Arbeit an diesem Album wie eine Rückkehr zu meinen Wurzeln an. Zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich auch eine größere Rolle als Gitarrist übernommen. Ich habe mich mehr auf das Ausarbeiten von Gitarrenriffs konzentriert, habe also etwa die Hälfte der Gitarren-Leads auf dem Album und sogar ein komplettes Gitarrensolo selbst eingespielt.“

Nicole Willerton über Temptation’s Gates:

Temptation’s Gates ist das erste Album, auf dem ich für AMBERIAN DAWN singe – es aufzunehmen war eine wundervolle Erfahrung. Jeder Songtext ist von Gefühlen, Erinnerungen und Momenten inspiriert, die während der Entstehung des Albums besonders präsent waren. Das Schreiben hat sich angefühlt, als würde ich in mein Unterbewusstsein eintauchen, um diese Emotionen an die Oberfläche zu bringen. Den kreativen Prozess hinter dem Arrangieren von Backing-Vocals zu erkunden, war ebenfalls wunderbar. Ich bin besonders davon angetan, wenn in der Musik von AMBERIAN DAWN der Hintergrundgesang so anschwillt, dass er einen volleren, reichhaltigeren Klang um den Leadgesang herum schafft. Temptation’s Gates ist ein kraftvolles Album, das ein breites Spektrum emotionaler Tiefe vereint, von Liebe und Melancholie hin zu dunkleren Elementen wie Angst und inneren Kämpfen. Eine wiederkehrende Botschaft auf dem gesamten Album ist, seine wahren Wünsche anzunehmen und seine ehrlichen Gefühle zu akzeptieren und anzuerkennen.“

AMBERIAN DAWN stellen ihre neue Stimme direkt mit dem Titeltrack vor. „Temptation’s Gates“ kommt schnell daher, randvoll mit epischen Keyboard-Melodien und charmantem Storytelling. Die Entschlossenheit der Band kommt auch in „The Vision Of Dreaming“ zum Ausdruck, dessen schneidendes Riff sich direkt ins Langzeitgedächtnis gräbt und erstmals andeutet, dass Willerton mehr ist als eine engelsgleiche Fee, die Hörer sanft durch weitläufige Reiche führt. Die folgende Anrufung an Mond, „Moon“, steigert das Tempo auf Blastbeat-Intensität, bleibt jedoch zunächst magisch – bis zum unerwarteten Schluss. Die abschließenden Schreie hallen in „Unchained“ nach, in dem die neue Frontfrau ihr volles Potential entfaltet und als Kontrast zu ihrem seraphischen Gesang zu mächtigen Growls ausholt – eine Premiere für AMBERIAN DAWN! Spätestens hier zeigt Temptation’s Gates, dass es sich hier nicht länger um ABBA handelt, sondern dass die finnischen Musiker etwas Mutiges, Neues, und ebenso Passendes erschaffen haben. „Eternal Flame“ und „Life is Art“ sind epische Hymnen mit verspielten Gitarren, über die AMBERIAN DAWN weiter ihr Schicksal neu schreiben. „The Night is Waiting for Me“ ist ein weiteres Zeugnis für den Kurswechsel und lässt mit seinem modernen Sound und der Dark-Metal-Atmosphäre vom ersten Ton an Köpfe nicken und Füße wippen. Früheren Werken wieder ähnlicher transportiert „Undying Colours“ Hörende in vielschichtige Traumwelten – selbstbestimmt, wie es in „The Garden“ heißt. „Phantasmagoria“ schließt das Album unwiderstehlich tanzbar ab und ebnet so den Weg für einen moderneren Symphonic Metal, ohne dabei etwas von seiner Opulenz einzubüßen.

AMBERIAN DAWN - Temptations Gates - album cover

Tracklist

01.
02. Temptation’s Gates
03. The Vision of Dreaming
04. Moon
05. Unchained
06. Eternal Flame
07. Life is Art
08. This Night is Waiting for Me
09. Undying Colours
10. The Garden
11. Phantasmagoria

 

Quellenangabe: Napalm Records Photo Credit: Kanerva Mantila

MORTIIS – veröffentlicht Musikvideo

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Mortiis - bandphoto
Photo Credit: Claudio Marino

MORTIIS – veröffentlicht das Musikvideo zum Titelsong & Details zum kommenden neuen Album „Ghosts of Europa“

Der legendäre norwegische Künstler MORTIIS präsentiert das atemberaubende Musikvideo zu „Ghosts of Europa“. Dies ist zugleich der Titelsong – mit Gesang von Sarah Jezebel Deva (THE KOVENANT, CRADLE OF FILTH u.a.) und Laurie Ann Haus (BLIZZARD GAMES, TODESBONDEN) sowie zusätzlichen Synthesizern und Sequenzern von Thorsten Quaeschning von TANGERINE DREAM) – und die erste Vorab-Single aus seinem kommenden neuen Album.

Ghosts of Europa“ soll am 26. Juni 2026 erscheinen. 

Das Musikvideo „Ghosts of Europa“ gibt es ab sofort hier zu sehen:

MORTIIS kommentiert „Ghosts of Europa“:

„Dieser Song hat viele Formen und Facetten durchlaufen, bis er schließlich irgendwie zu sich selbst gefunden hat“, schreibt der Norweger und fügt hinzu: „Ich hätte nie gedacht, dass er so enden würde. Seltsam, geheimnisvoll und choralartig. Es begann als etwas Einfaches, als ein anderer Song mit einem anderen Titel, der langsam dekonstruiert und verändert wurde. Das geschah nicht aus Unzufriedenheit mit dem Original, sondern weil sich immer neue Ideen schichteten. So begeistert ich auch von diesem neuen ‚Werk‘ und seiner Entstehung bin, so fühlt sich der Titel, der schon seit Jahren existiert, doch ein wenig – und leider – prophetisch an, obwohl das nie meine Absicht war.“

Mit „Ghosts of Europa“ präsentiert der geheimnisvolle norwegische Künstler MORTIIS ein Album, das er als kreative Befreiung betrachtet. Während des langen und gewundenen Entstehungsprozesses lösten sich Genre, Regeln oder das Experimentieren mit Klängen auf, während das einfache Machen von Musik, die jede erdenkliche Idee in seinem Kopf widerspiegelte, ohne irgendwelche Einschränkungen zu akzeptieren, zu seinem Leitprinzip wurde.

Natürlich ist MORTIIS’ musikalische Handschrift allgegenwärtig. Anklänge an die oft recht unterschiedlichen Phasen seiner früheren Werke finden sich überall auf „Ghosts of Europa“. Doch der Schöpfer unterschiedlichster musikalischer Welten hat auf seiner epischen Suche nach Aufrichtigkeit und neuen Ausdrucksformen kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Das Ergebnis ist ein cineastisches und visionäres Album, das sich oft weitläufig, fremdartig und düster-dystopisch anfühlt. In dieser Hinsicht spiegelt „Ghosts of Europa“ die Kämpfe seines Schöpfers während der Entstehung des Albums wider – denn für ihn entstehen diese meist auf Kosten von Freundschaften und Beziehungen sowie unter großer, innerlicher Selbsterkundung.

Ghosts of Europa“ wurde auch in gewissem Maße von der ursprünglichen Idee geprägt, die eine Zusammenarbeit von MORTIIS mit Stephan Groth von APOPTYGMA BERZERK vorsah, basierend auf ihrer gemeinsamen Faszination für die einflussreiche alte deutsche Schule der elektronischen Musik, insbesondere TANGERINE DREAM und Klaus Schulze. Als dies scheiterte, beschloss MORTIIS, alleine weiterzumachen und ein langer Prozess der Umgestaltung des früh aufgenommenen Materials begann.

Relikte dieser frühen Phase bleiben in Andeutungen der Einflüsse aus Berlin sowie einer Vielzahl von Gastbeiträgen erhalten, doch Visionen von trostlosen, öden und zeitlosen fremdartigen Landschaften verzerrten und veränderten die Songs. Dies führte „Ghosts of Europa“ auch in Bereiche, in denen MORTIIS zuvor noch nie existiert bzw. stattgefunden hatte.

Um sowohl die allgemeine Ausrichtung des Albums auf Electronic und Industrial Rock sowie die besonders breite Palette stilistischer Einflüsse widerzuspiegeln, fiel die Wahl des Toningenieurs auf einen der renommiertesten Spezialisten für genau solche klanglichen Experimente: Glücklicherweise erklärte sich Sean Beavan bereit, „Ghosts of Europa“ abzumischen. Zu seinen Referenzen zählen unter anderem NINE INCH NAILS, DEPECHE MODE, SYSTEM OF A DOWN, GUNS N‘ ROSESSLAYER sowie viele andere Größen.

Am Anfang des künstlerischen Projekts MORTIIS stand der Black Metal. Der Künstler Håvard Ellefsen, bekannt als der musikalische Kopf hinter MORTIIS, begann 1991 und 1992 als Bassist und Gründungsmitglied der legendären norwegischen Band EMPEROR. Nach der Trennung von den Black Metal Pionieren, startete MORTIIS eine Solokarriere, die sogenannte „Era I“. Von 1993 bis 1999 veröffentlichte der Norweger sechs Alben, die vollständig auf Synthesizern komponiert wurden und als grundlegender Einfluss auf das spätere Dungeon-Synth-Genre gelten.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich MORTIIS weiter und definierte seinen Sound durch mehrere Epochen hinweg neu: den experimentellen und harten Industrial Rock, eine neue Welle von Gothic- und Elektronik-Einflüssen, bis hin zu experimentellen Studioarbeiten und der Rückkehr zu seinen Wurzeln.

Während des größten Teils seiner Karriere trat MORTIIS mit einer Maske und einer Gesichtsprothese auf, die seine Bühnenpersönlichkeit in ein jenseitiges Wesen verwandelten. Im Laufe der Jahre hat sich sein Aussehen verändert und weiterentwickelt. Eine Zeit lang, während der „Era 0“, verzichtete sein Live-Konzept sogar auf das Tragen der ikonischen Maske. MORTIIS’ Bühnenpräsenz wurde oft mit einem Troll verglichen – einem Wesen aus der nordischen Folklore, was laut dem Künstler jedoch nie beabsichtigt war.

Ghosts of Europa“ ist das klangliche Zeugnis eines erfahrenen und gereiften Musikers, der das geschaffen hat, was er am meisten liebt und am besten kann: elektronischen Rock mit stilistischen Einflüssen aus vielen Genres – ohne sich dabei auf ein einziges festlegen zu lassen – das dunkle Klanglandschaften, cineastische Klangvisionen und eine Fülle von Emotionen erschafft. Gerade wenn man denkt, man hätte „Ghosts of Europa“ endlich durchschaut, überrascht MORTIIS mit einer weiteren Facette und einem neuen Aspekt seines detailreichen Meisterwerks.

Mortiis - Ghosts Of Europa - album cover

Tracklist

01. Ghosts of Europa
02. Return to the Old Fields
03. The Faith That Fades Away
04. Violent Silence
05. Transcending Morpheus
06. Tundra, Heart of Hell
07. Tribes of Dystopia
08. Farewell Romero

 

Quellenangabe: United Forces PR Photo Credit: Claudio Marino

VANIR – Wyrd

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VANIR - Wyrd - album cover
VANIR - Wyrd - album cover

Band: VANIR 🇩🇰
Titel: Wyrd
Label: Mighty Music
VÖ: 03/04/26
Genre: Melodic Death Metal

Tracklist

01. Against The Storm
02. Never Surrender
03. Braavalla
04. Boudica
05. Da Lammet Brød det 6. Segl
06. Helgrinidir
07. Mod & Ære
08. De Forbandede År
09. Nine

 

Besetzung

Martin Drageholm – vocals
Kirk Backarach – guitars
Lasse Heiberg – guitars
Mikael Christensen – bass
Jon Elmquist Schmidt – drums
Stefan Dujardin – Keyboards

 

Bewertung:

4,5/5

Melodic-Death-Metal trifft epische Erzählkunst

Die dänische Band VANIR meldet sich mit ihrem neuesten Werk »Wyrd« zurück, einem Album, das melodischen Death-Metal mit epischem Storytelling verbindet. Das Line-up ist stark besetzt, Martin Drageholm übernimmt die Vocals, Kirk Backarach und Lasse Heiberg bedienen die Gitarren, Mikael Christensen spielt Bass, Jon Elmquist Schmidt sitzt an den Drums, während Stefan Dujardin die Keyboards einsetzt. Gemeinsam schaffen sie ein dichtes Klanggeflecht, das sowohl wuchtig als auch detailverliebt ist.

Auf stürmischen Wellen

»Wyrd« beginnt mit »Against The Storm«, einem Song, der sofort die Balance zwischen aggressiven Gitarrenriffs und atmosphärischen Keyboardflächen zeigt. Die Produktion von Demigod Recordings sorgt hier für einen klaren, druckvollen Sound, bei dem jede Instrumentenlinie ihre Wirkung entfaltet.

Direkt im Anschluss liefert »Never Surrender« eine mitreißende Mischung aus treibendem Schlagzeug, melodischen Leads und Drageholms kraftvollem Gesang. Die Komposition vermittelt ein Gefühl von Durchhaltevermögen und Kampfgeist, ohne jemals ins Klischeehafte abzurutschen.

Historische Mythen und nordische Legenden

Besonders bemerkenswert ist, wie VANIR Geschichte und Mythos miteinander verschmelzen. »Braavalla« und »Boudica« greifen historische Figuren auf, ohne den Metal-Energielevel zu dämpfen. »Boudica«, etwa, erzählt von Widerstand und Aufbegehren, getragen von hymnischen Refrains und treibender Rhythmik.

Mit »Da Lammet Brød det« und »Segl« verschiebt sich der Fokus stärker auf die nordische Sagenwelt. Hier dominieren komplexe Gitarrenlinien, die von Dujardins Keyboards subtil untermalt werden. Das ergibt eine dichte, fast cineastische Atmosphäre, die den Hörer mitten ins Geschehen zieht.

Der epische Mittelteil

»Helgrinidir« und »Mod & Ære« markieren den zentralen Höhepunkt des Albums. Die Songs vereinen epische Breite mit technisch präziser Ausführung. Besonders auffällig ist die Art und Weise, wie VANIR dynamische Brüche einsetzt. Ruhige, fast nachdenkliche Passagen gehen nahtlos in wuchtige, aggressive Momente über. Diese Balance macht das Album besonders fesselnd.

»De Forbandede År« zeigt VANIRs Fähigkeit, Narrative mit musikalischer Intensität zu verbinden. Es ist ein Track, der sowohl melodisch überzeugt als auch inhaltlich Tiefe bietet. Eine seltene Kombination im Death Metal.

Abschluss mit Nachdruck

Der letzte Song, »Nine«, rundet »Wyrd« ab. Er fasst die thematischen und musikalischen Elemente des Albums zusammen. Epische Erzählungen, technische Finesse und ein unverwechselbarer melodischer Drive. Gerade zum Ende hin entfaltet sich die Produktion vollständig, jedes Instrument klingt präzise, kraftvoll und modern.

Produktion und Sound

Das Mixing und Mastering bei Demigod Recordings hebt »Wyrd« deutlich hervor. Der Sound ist klar, druckvoll und dennoch transparent genug, um die vielschichtigen Arrangements zu genießen. Von den treibenden Drums bis zu den atmosphärischen Keyboards ist jeder Moment sorgfältig ausbalanciert. Die Band schafft damit eine moderne, kraftvolle Interpretation des Melodic-Death-Metal, die sowohl alte Fans anspricht als auch neue Hörer gewinnen dürfte.

Mit 4,5 von 5 Punkten zeigt sich, dass VANIR auf »Wyrd« fast alles richtig macht. Das Album verbindet epische Themen mit technisch anspruchsvoller Musik und einem frischen Sound. Es ist ein Werk, das man nicht nur hört, sondern erlebt! Ein beeindruckender Beitrag zum Genre, der Mythos und Melodie gleichermaßen lebt.

»Wyrd« ist mehr als ein reines Metal-Album. Es ist eine dichte, dramaturgische Reise durch Geschichte, Mythos und Kampfgeist, getragen von exzellenten Musikern und einer Produktion, die jeden Moment glasklar einfängt. VANIR zeigen, dass Melodic-Death-Metal nicht nur brutal, sondern auch erzählerisch und atmosphärisch sein kann.

Fazit: VANIR gelingt mit »Wyrd« ein beeindruckender Beitrag zum Genre.

Internet

VANIR - Wyrd CD Review

MISERATE – Weaver Of Witchery

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MISERATE - Weaver Of Witchery - album cover
MISERATE - Weaver Of Witchery - album cover

Band: MISERATE 🇳🇴
Titel: Weaver Of Witchery
Label: Rekviem Records
VÖ: 27/03/26
Genre: Doom/Death Metal

Tracklist

01. Grip of Winter
02. Weaver of Witchery
03. Behind a Veil of Death
04. The Endless Night/Hindenburg

 

Besetzung

Marcus Granlien – Guitars
Kristian Sigland – Guitars
William Fossheim – Bass
Kent Helset – Drums
Kenneth O. Grimelid – Vocals

 

Bewertung:

4,5/5

Auf den Spuren des nordischen Dunkels

Mit »Weaver of Witchery« melden sich MISERATE aus Norwegen eindrucksvoll zurück. Die Band, bestehend aus Marcus Granlien und Kristian Sigland an den Gitarren, William Fossheim am Bass, Kent Helset am Schlagzeug und Kenneth O. Grimelid am Gesang. Vereint in ihrem aktuellen Werk klassische Doom-Elemente mit wuchtigem Death-Metal und zeigt dabei ein erstaunliches Feingefühl für Atmosphäre. Schon beim ersten Durchlauf wird klar, dies ist kein bloßer Abklatsch altbekannter Muster, sondern eine intensive, eigenständige Vision nordischer Schwermetallkunst.

Ein Sound wie eingefrorene Zeit

Der Opener »Grip of Winter« legt die Messlatte hoch. Die Gitarren von Granlien und Sigland weben ein frostiges Klanggewebe, das sowohl melodisch als auch schwerfällig ist, während Helsets Schlagzeug den Herzschlag der Dunkelheit vorgibt. Fossheims Bass fügt eine tiefe, beinahe greifbare Dimension hinzu, die den Hörer sofort in die Klangwelt der Band zieht. Grimelids gutturaler Gesang wirkt dabei wie ein unheilvolles Echo durch eine verlassene nordische Landschaft, roh, eindringlich, absolut passend.

Mit einer Spielzeit von knapp fünfeinhalb Minuten entfaltet »Grip of Winter« ein dichtes Spannungsfeld, das die Übergänge zwischen Doom- und Death-Elementen fließend gestaltet. Es ist ein klares Statement! MISERATE verstehen es, Schwere und Melodie zu verbinden, ohne dass das eine das andere überlagert.

Titellied als Zentrum der Finsternis

Der Titeltrack »Weaver of Witchery« streckt sich über fast sieben Minuten und zeigt die Band von ihrer epischsten Seite. Hier verschmelzen hypnotische Riffs mit orchestralen Momenten, die den Song zu einem regelrechten Monument machen. Lidéns Mix sorgt dafür, dass jede Nuance hörbar bleibt. Das Gitarrenspiel atmet, die Drums pulsieren und die Vocals sitzen mitten im Geschehen, ohne zu dominieren. Die dichte Produktion hebt das Songwriting hervor, das sowohl technische Raffinesse als auch emotionale Tiefe beweist.

Zwischen Tod und Verfall

»Behind a Veil of Death« bringt den klassischen Death-Metal-Einschlag der Band voll zur Geltung. Die Gitarrenarbeit ist messerscharf, die rhythmische Präzision von Helset beeindruckend, und Grimelids Stimme vermittelt eine Mischung aus Schmerz und Wut, die an alte nordische Mythen erinnert. Trotz der Härte verliert MISERATE nie den Blick für die düstere Atmosphäre, die das Album durchzieht. Es ist kein schneller, flüchtiger Kick, sondern ein nachhaltiges Erlebnis, das nachhallt.

»The Endless Night/Hindenburg« schließt das Album ab und zeigt, wie geschickt die Band Tempo, Dynamik und Stimmung steuern kann. Epische Passagen wechseln sich mit intensiven Momenten ab, und das alles ohne Überladenheit. Das Ende wirkt wie ein langsames Einsinken in Dunkelheit – perfekt für den letzten Nachklang eines intensiven Hörerlebnisses.

Produktion auf höchstem Niveau

Karl Daniel Lidén, bekannt für seine Arbeit mit DRACONIAN, BLOODBATH und KATATONIA, hat »Weaver of Witchery« gemischt. Die Klarheit und Tiefe, die er in den Sound bringt, unterstreicht die Stärken der Band ohne jegliche Künstlichkeit. Jeder Ton sitzt an der richtigen Stelle, und die Mischung aus Doom- und Death-Elementen wird organisch transportiert. Das Album wirkt lebendig, roh und gleichzeitig erstaunlich poliert – ein Balanceakt, der selten so überzeugend gelingt.

Nordischer Metal in Bestform

Mit »Weaver of Witchery« zeigen MISERATE, dass Doom- und Death-Metal in Norwegen nicht nur lebendig sind, sondern geradezu eine Renaissance erleben. Das Album ist dicht, atmosphärisch und technisch beeindruckend. Jeder Song hat seine eigene Schwere, seine eigene Persönlichkeit, und doch fügt sich alles zu einem stimmigen Gesamtwerk. Für Fans der Genres ein Pflichtkauf, für Neulinge ein beeindruckender Einstieg in die dunkle Seite des skandinavischen Metals.

Fazit: »Weaver of Witchery« bestätigt den Ruf von MISERATE als eine der führenden Bands im norwegischen Doom-Death-Genre.

Internet

MISERATE - Weaver Of Witchery CD Review

FOETOREM – Incongruous Forms Of Evergrowing Rot

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cover artwork FOETOREM Incongruous Forms Of Evergrowing Rot
cover artwork FOETOREM Incongruous Forms Of Evergrowing Rot

Band: FOETOREM 🇩🇰
Titel: Incongruous Forms Of Evergrowing Rot
Label: Everlasting Spew Records
VÖ: 27/03/26
Genre: Death/Doom Metal

Tracklist

01. Reeks Of Moldy Guts
02. Escalating Rot
03. Oozing With Pustulent Fluids
04. Mors Viaturis – The Death Traveler
05. Grotesque Decomposition
06. Rebirth In Morbid Disgust
07. Tapestries Of Misery
08. Decay Of The Flesh
09. Peeled Face Mask

Besetzung

Claus – Guitar, Vocals
Daniel – Guitar, Vocals
Ric – Bass
Geistaz – Drums

Bewertung:

4/5

Die neuen Exponenten von Death/Doom Metal aus Dänemark, FOETOREM, präsentieren ihr Debütalbum „Incongruous Forms Of Evergrowing Rot„. Nach einem beeindruckenden Demo letztes Jahr und Live-Performances, die schnell ihre Reputation wachsen ließen, kehren sie jetzt mit einem Full-Length zurück, nur um einmal mehr zu zeigen, warum sie als aufstrebende Kraft in der aktuellen Doom/Death Metal Landschaft betrachtet werden.

Natürliche Übergänge zeigen echtes kompositorisches Können

Ein Sound, der sich gleichzeitig melodisch, aber finster anfühlt, mit langsamem Tempo, aber voll von Atmosphäre. „Reeks Of Moldy Guts“ zeigt den Band-Sound mit voller und dichter Klanglandschaft, heruntergestimmte Gitarren, tiefe Growls, die Lead-Gitarre bringt Melodie mit kurzen und seltenen Interventionen. Ein guter Song, mit Rhythmen, die zwischen langsam und erdrückend zu kurzen Ausbrüchen von hohem Tempo und Aggressivität alternieren. Die Art, wie diese verschiedenen Ansätze miteinander verbunden sind und sich zwischen den Extremen transformieren, zeigt echtes kompositorisches Können – alles passiert natürlich, ohne Schluckauf.

FOETOREM kommen aus Kolding, ihr erstes Demo kam 2025, das Lineup besteht aus Claus (ex-Arsenic Addict) an Gitarre und Vocals, Daniel (Necrotic Ritual, The Tombless (live)) auch an Gitarre und Vocals, Ric (Necrotic Ritual, ex-The Tombless) am Bass und Geistaz (Geistaz’ika, Óðkraptr) an Drums.

Ein schnelleres Tempo bringt „Escalating Rot„, technischere Gitarren, ein frenetischer Angriff hämmernder Drums und insgesamt ein viel aggressiverer Song. Nur um dem mit langsamen und traurigen Passagen zu widersprechen – alles in allem ein weiteres gut komponiertes Stück. „Oozing With Pustulent Fluids“ wird dominiert von massiven Riffs, angeekelte Vocals, ein Tempo, das meist in der schnelleren Zone bleibt und die Death Metal Seite der Band für den größten Teil ins Rampenlicht lässt. Gitarren sind hier wirklich beeindruckend, setzen permanent erdrückenden und schweren Druck – einer der dynamischsten Songs auf dem Album.

Mors Viaturis – The Death Traveler“ setzt mit höherem Tempo und aggressiverem Song fort – sie verzichten fast auf Melodie und bringen stattdessen schwere Riffs und eine erdrückendere Klanglandschaft. Massiver Vocal-Beitrag und kraftvoller Bass und wieder entscheidender Beitrag von Lead-Gitarre. Dennoch eine Mischung von Doom und Death mit überzeugendem Sound.

Ausgewogene Produktion mit kontrollierten Übergängen

Die Produktion ist sehr ausgewogen, schafft es, die Schwere zu erfassen und die melodischen Teile nahtlos zu integrieren. Der Sound fließt ohne plötzliche Wechsel und macht das Album zu einem angenehmen Hörerlebnis. Instrumente sind klar und gut zusammen gemixt, nicht viele Exzesse, insgesamt ein gut kontrollierter Sound.

Ein kurzes Intermezzo, „Grotesque Decomposition“ mit Fliegen und Wind surrend, eine neue Betonung gruseliger Atmosphäre, aber sofort gewinnt „Rebirth In Morbid Disgust“ die Kontrolle zurück und kommt schwer und bestrafend. Langsam, heruntergestimmt, ein simplerer Sound und Komposition. Ein Song, wo sie sich von Melodie zurückhalten und stattdessen dunkle Atmosphäre wählen, aber punktiert durch kurze traurige Passagen, wo die Lead-Gitarre eine traurige Stimmung bringt. „Tapestries Of Misery“ bleibt in diesem Bereich – direkter und elender Doom Death.

Dissonanter ist „Decay Of The Flesh„, auch viel aggressiver, aber das Chaos schafft es, sich in eine gut rhythmisierte finale Sequenz zu transformieren. Final Song „Peeled Face Mask“ mit Tremolo-gepickter Lead-Gitarre und tiefgepitchten Growlings, vermischt melodisch und dissonant, mit guten Riff-Passagen, ein Rhythmus, der zwischen klar und chaotisch oszilliert – ein Song, wo all ihre Charakteristiken auf einem hohen Ende des Albums zusammenkommen.

Sehr authentisch, sowohl im Doom als auch im Death

In ihrer authentischen Genre-Mischung verlieren FOETOREM nie die Kontrolle über ihren Sound, in permanentem Übergang zwischen Death und Doom Metal, vermischen kontinuierlich schnell getaktete Momente und langsame, erreichen Extreme in beide Richtungen. Und dennoch fühlt sich das natürlich auf dem Album an, und der Band-Sound findet sich sehr komfortabel in beiden Ansätzen. Ihr Sound kann mit dem von Spectral Voice oder Krypts verglichen werden, aber FOETOREM fühlt sich schwerer als diese an, auch wenn sie viele Elemente gemeinsam haben und um dieselben Sounds kreisen.

FOETOREM fühlen sich auf ‚Incongruous Forms Of Evergrowing Rot‚ wie eine reife Band an, auch wenn das ihr Debütalbum ist – eine Band mit klarer Richtung. Ihr Ansatz auf Death/Doom Metal hat mit Sicherheit ihre besondere Signatur. Mit einem Sound, der eine hypnotische Qualität hat, und das ganze Album fühlt sich an wie ein kontinuierlicher Fluss von Sounds. Bei oberflächlichem Hören mögen sie repetitiv klingen, aber es gibt viele überraschende Momente und sehr gute.

Fazit: FOETOREM liefern mit „Incongruous Forms Of Evergrowing Rot“ beeindruckendes Debüt – Doom-Schwere trifft Death Metal Raserei mit hypnotischer Qualität.

Internet

FOETOREM - Incongruous Forms Of Evergrowing Rot

CHAOSADDICTION – Kintsugi

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CHAOSADDICTION - Kintsugi - album cover
CHAOSADDICTION - Kintsugi - album cover

Band: CHAOSADDICTION 🇵🇹
Titel: Kintsugi
Label: Mosher Records
VÖ: 28/03/26
Genre: Groove Metal

Tracklist

01. Into Chaos
02. Drama King
03. Sinto Muito
04. Lovesick
05. Goodbye (See You In Hell)
06. Yet I Live
07. She’s A Drug (Feat Miguel Inglês)
08. Fuck You, Next
09. Someone

 

Besetzung

Rui “ruidamosher” Alexandre – Guitars, main vocals
Gaspar “Animal” Ribeiro – Drums, backing vocals
Pedro Mota – Bass
Pedro Magalhães – Guitars

 

Bewertung:

4,5/5

Die portugiesische Formation CHAOSADDICTION ist kein unbeschriebenes Blatt mehr in der europäischen Underground-Szene. Mit ihrem zweiten Album »Kintsugi« schärfen die vier Musiker ihr Profil deutlich nach. Das Line-up bleibt dabei klar definiert, Rui „ruidamosher“ Alexandre an Gitarre und Hauptgesang, Gaspar „Animal“ Ribeiro am Schlagzeug mit Backing Vocals, Pedro Mota am Bass sowie Pedro Magalhães an der zweiten Gitarre. Diese Konstellation setzt auf direkte Energie statt technischer Spielereien und genau das ist auch auf »Kintsugi« spürbar.

Zwischen Nostalgie und Eigenständigkeit

Aufgenommen in den Golden Jack Studios in Coimbra unter der Regie von João Dourado, ist »Kintsugi« ein Album, das sich hörbar an den Groove-Metal-Giganten der frühen 90er orientiert. Namen wie MACHINE HEAD, SEPULTURA, PANTERA und FEAR FACTORY stehen dabei unausgesprochen im Raum. Doch statt bloß zu kopieren, greifen CHAOSADDICTION diese Einflüsse auf und übersetzen sie in einen modernen, eigenständig klingenden Sound.

Der Albumtitel »Kintsugi« verweist auf die japanische Kunst, zerbrochene Keramik mit Gold zu reparieren. Diese Idee spiegelt sich auch musikalisch wider. Brüche, Kontraste und emotionale Risse werden nicht kaschiert, sondern bewusst hervorgehoben.

Der Einstieg: Kurz, direkt, effektiv

Mit »Into Chaos« startet das Album in knapp zwei Minuten ohne Umwege. Ein kurzer, fast schon roher Opener, der sofort klarmacht, wohin die Reise geht. Danach legt »Drama King« deutlich zu. Hier zeigt sich erstmals das Gespür der Band für eingängige Grooves und präzise gesetzte Breaks. Der Song bleibt hängen, ohne sich anzubiedern.

»Sinto Muito« bringt eine persönliche Note ins Spiel. Sprachlich wie emotional hebt sich der Track ab und verleiht dem Album eine zusätzliche Tiefe. Die Mischung aus Härte und Melancholie funktioniert überraschend gut.

Starke Mitte mit klarer Handschrift

In der Album-Mitte wird das Songwriting besonders interessant. »Lovesick« spielt mit Dynamik und Spannungsaufbau, während »Goodbye (See You In Hell)« mit fast sechs Minuten Laufzeit zu den ausladenderen Stücken gehört. Hier zeigt sich die Band ambitionierter, ohne sich zu verlieren.

»Yet I Live« setzt auf Atmosphäre und zieht das Tempo bewusst an und wieder zurück. Diese Wechsel wirken nie konstruiert, sondern organisch. Man merkt, dass die Band nicht einfach nur härter oder schneller sein will, sondern gezielt mit Stimmungen arbeitet.

Ein besonderes Highlight ist »She’s A Drug«, bei dem Miguel Inglês als Feature-Gast auftaucht. Der Song ist kurz, fast punkig in seiner Direktheit und bringt frischen Wind in die Tracklist.

Aggression mit Haltung

»Fuck You, Next« trägt seinen Titel nicht ohne Grund. Der Song ist wütend, kompromisslos und gehört zu den härtesten Momenten des Albums. Gleichzeitig wirkt er nie plump. Die Aggression hat Richtung und Aussage, was ihn deutlich von generischem Genre-Material abhebt.

Mit »Someone« endet das Album schließlich etwas nachdenklicher. Der Track rundet »Kintsugi« ab, ohne in Pathos zu verfallen. Statt eines großen Finales gibt es einen kontrollierten Ausklang, der gut zur Gesamtstimmung passt.

Produktion und Sound

Die Produktion ist druckvoll, aber nicht überpoliert. Gerade das kommt dem Material zugute. Die Gitarren haben genug Biss, ohne den Mix zu dominieren, während Bass und Schlagzeug klar präsent bleiben. Besonders Gaspar Ribeiros Drumming fällt auf, weil es Groove und Präzision gut verbindet.

Auch gesanglich bewegt sich Rui Alexandre zwischen aggressiven Shouts und kontrollierten melodischen Passagen. Diese Bandbreite sorgt dafür, dass die Songs abwechslungsreich bleiben.

»Kintsugi« ist ein starkes Statement einer Band, die genau weiß, wo sie herkommt und wohin sie will. Die Mischung aus klassischen Groove-Metal-Elementen und modernen Einflüssen funktioniert überzeugend. Dabei gelingt es CHAOSADDICTION, trotz klarer Referenzen eine eigene Identität zu bewahren.

Das Album lebt von seinen Kontrasten. Härte trifft auf Emotion, Direktheit auf durchdachtes Songwriting. Nicht jeder Moment ist perfekt, aber genau diese kleinen Unebenheiten machen den Reiz aus.

Mit einer Bewertung von 4,5 von 5 zeigt sich deutlich, »Kintsugi« gehört zu den spannenderen Veröffentlichungen im aktuellen Groove-Metal-Kosmos. Wer Bands wie MACHINE HEAD oder PANTERA schätzt, wird hier definitiv fündig, bekommt aber genug Eigenständigkeit geboten, um nicht nur in Nostalgie zu schwelgen.

Fazit: »Kintsugi« von CHAOSADDICTION ist mehr als nur ein Album, es ist eine emotionale Reise durch Chaos und Heilung

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CHAOSADDICTION - Kintsugi CD Review

Rave In Fire – Square One

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Rave In Fire - Square One - Artwork
Rave In Fire - Square One - Artwork

Band: Rave In Fire 🇪🇸
Titel: Square One
Label: High Roller Records
VÖ: 30/01/26
Genre: Heavy Metal

Tracklist

01. Prologue Of A Delirium
02. Dark Poison
03. Crown Of Stars
04. Still Standing
05. Untiring Eagles
06. Speed And Rave
07. Knightwalker
08. Witches‘ Hell
09. Square One

Besetzung

Selene Perdiguero – Gesang
Jonjo Negrete – Gitarren
Sara Carretero – Bassgitarre
Jimi Susanna – Schlagzeug

Bewertung:

4/5

RAVE IN FIRE ist eine Heavy Metal Band aus Madrid und wurde 2015 gegründet. Die Band, bestehend aus den ex- Kramp Mitgliedern Jonjo Negrete an der Gitarre und Sara Carretero am Bass sowie Jaime Susanna am Schlagzeug Selene Perdiguero am Gesang, veröffentlichte am 30. Januar diesen Jahres ihr zweites Album »Square One«, welches mit neun Songs und einer Lauflänge von zweiundvierzig Minuten daherkommt.

Abermals fährt man eine starke Produktion auf.

Dieses Album ist, wie der vier Jahre alte Vorgänger Sons Of A Lie, in eigener Produktion entstanden. Gitarrist und Hauptsongschreiber Jonjo Negrete hat das Album selbst aufgenommen und produziert.
Und die Produktion ist sehr gelungen, denn man hört alle Instrumente gut heraus.
Ehrlicherweise muss ich vorneweg zugeben, dass ich, bis auf ein paar Ausnahmen, nicht der größte Fan von Frauengesang im Metal bin. Ich persönlich empfinde diesen in vielen Fällen unpassend zur Urgewalt des Heavy Metal. Auf »Square One« jedoch passt die Stimme, wie beispielsweise auch bei Bands wie Smoulder, Huntress, Bronze oder Blood Star, aufgrund der Ausdrucksstarken Performance von Selene Perdiguero.

»Square One« bietet einige Highlights.

Die Songs, die mir am meisten im Kopf geblieben sind, ist der melodische Einstiegssong »Dark Poison« , welcher mit seinem spannenden, abwechslungsreichen Aufbau am Anfang seinen Zweck als Opener perfekt erfüllt. Mein persönlicher Lieblingssong indes ist »Crown Of Stars« , denn hier hat man vom vereinnahmenden Rhythmus über die Gitarrenarbeit bis hin zum Gesang alles gebündelt, was eine Metalhymne ausmacht.
Auch »Untiring Eagles« ist ein sehr kraftvoller Song, der den traditionellen Metaller begeistern sollte. »Speed And Rave« macht ebenso alles richtig und begeistert besonders mit dem Gitarrensolo, während bei »Knightwalker« vor allem der Refrain hängen bleibt.

RAVE IN FIRE liefern mit »Square One« somit ein sehr gutes, in Teilen sogar großartiges Album ohne Ausfälle ab, dass vor allem für Fans der NWOBH und ähnlich gelagerten Bands wie Blood Star und Bronze lohnenswert ist.

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RAVE IN FIRE - Square One CD Review

WINTERFYLLETH – The Unyielding Season

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WINTERFYLLETH - The Unyielding Season - album cover
WINTERFYLLETH - The Unyielding Season - album cover

Band: WINTERFYLLETH 🇬🇧
Titel: The Unyielding Season
Label: Napalm Records
VÖ: 27/03/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Heroes of a Hundred Fields
02. Echoes In The After
03. A Hollow Existence
04. Perdition’s Flame
05. The Unyielding Season
06. Unspoken Elegy
07. In Ashen Wake
08. Towards Elysium
09. Where Dreams Once Grew
10. Enchantment

 

Besetzung

Chris Naughton – Vocals, Guitars
Simon Lucas – Drums
Mark Doyle – Bass, Backing Vocals
Mark Deeks – Keyboard, Synth , Backing Vocals
Russell Dobson – Lead Guitar, Backing Vocals

 

Bewertung:

4/5

WINTERFYLLETH, die Black-Metal-Band aus England, hat mit »The Unyielding« ein Album geschaffen, das sowohl musikalisch als auch atmosphärisch vielschichtig ist. Das aktuelle Line-up setzt sich zusammen aus Chris Naughton an Gesang und Gitarre, Simon Lucas an den Drums, Mark Doyle am Bass und mit Backing Vocals, Mark Deeks an Keyboard, Synths und Backing Vocals sowie Russell Dobson an Leadgitarre und Backing Vocals. Gemeinsam entwickeln sie eine Klangwelt, die rau und zugleich melancholisch wirkt, getragen von einer klaren, fast narrativen Struktur.

Ein dunkler, atmosphärischer Einstieg

Der Opener »Heroes of a Hundred Fields« beginnt mit schleppenden Gitarrenriffs, die sofort eine dichte, unheilvolle Stimmung erzeugen. Chris Naughtons Gesang schwankt zwischen kehligem Growl und epischem Schreigesang, während das Schlagzeug von Simon Lucas die Dramatik mit präzisen Blastbeats und rhythmischen Akzenten unterstreicht. Schon hier zeigt sich, dass WINTERFYLLETH mehr sind als die Summe ihrer Parts. Jeder Ton baut die melancholische, nordisch anmutende Atmosphäre weiter aus.

»Echoes In The After« setzt diesen Ton fort, verwebt jedoch eine fast schon hymnische Melodik in den aggressiven Unterbau. Mark Deeks’ Keyboard trägt subtile Schattierungen bei, die das sonst erdige Fundament der Band aufbrechen. Das Stück wirkt wie eine Reflexion, eine Ruhepause zwischen den gewaltigen Soundwänden, die das Album prägen.

Dunkle Geschichten und emotionale Tiefe

Mit »A Hollow Existence« wird der Hörer tiefer in die Thematik von Verlust und Vergänglichkeit hineingezogen. Die Gitarren von Chris Naughton und Russell Dobson bauen langsam eine klaustrophobische Dichte auf, während Mark Doyle mit seinem Bass die dunkle Gravitation liefert. »Perdition’s Flame« hingegen bringt einen beinahe apokalyptischen Ton. Rasende Drums und verzerrte Gitarren treffen auf bedrohliche Keyboardflächen und unterstreichen die thematische Schwere des Albums.

Der Titelsong »The Unyielding« ist das Herzstück des Albums. Er verbindet sämtliche Elemente der Band zu einer dichten, fast orchestralen Komposition. Hier zeigt sich WINTERFYLLETHs Stärke, Geschichten zu erzählen, ohne Worte zu verlieren. Das Stück pendelt zwischen Melancholie und aufwühlender Wucht und markiert damit einen zentralen Höhepunkt, der das Album zusammenhält.

Variationen innerhalb der Dunkelheit

»Unspoken Elegy« und »In Ashen Wake« nehmen die Hörer auf unterschiedliche emotionale Reisen mit. Während »Unspoken Elegy« ruhige, fast balladeske Passagen bietet, arbeitet »In Ashen Wake« mit abrupten Tempowechseln und einem Drumming, das die Spannung konstant hochhält. Das Zusammenspiel der Instrumente ist hier besonders bemerkenswert! Es wirkt durchdacht, dynamisch und gleichzeitig intensiv.

»Towards Elysium« öffnet mit melancholischen Gitarrenlinien und verweilt in einer Atmosphäre des Abschieds. Das Keyboard von Deeks ergänzt die Stimmung durch sphärische Klangflächen, die das Hörerlebnis erweitern. »Where Dreams Once Grew« hingegen nimmt den Hörer in eine reflektierende Dimension mit. Das Stück ist getragen von Melodien, die die nostalgische und melancholische Seite der Band zeigen, ohne in Kitsch abzurutschen.

Das abschließende »Enchantment« rundet das Album ab. Mit einem klaren Aufbau, getragenen Gitarrenlinien und einem Wechselspiel aus Intensität und Ruhe gibt es dem Hörer die Gelegenheit, die emotionale Reise zu reflektieren. Es ist kein lauter Abschluss, sondern ein nachhallender, atmosphärischer Schlusspunkt.

Atmosphäre, die bleibt

»The Unyielding« lebt von seiner Fähigkeit, die Hörer in eine andere Welt zu transportieren. Die Instrumentierung ist abwechslungsreich und durchdacht, die Arrangements klar und gleichzeitig episch. WINTERFYLLETH schafft es, dass sich jedes Stück wie ein Kapitel in einem größeren narrativen Gefüge anfühlt. Die musikalische Umsetzung der Themen Resilienz, Vergänglichkeit und die Härte der Natur sind kompromisslos und doch poetisch.

Mit einer klaren Bewertung von 4 von 5 zeigt »The Unyielding«, dass WINTERFYLLETH sich weiterentwickelt haben. Das Album bietet keine Überraschungen im Black-Metal-Genre, punktet aber mit Dichte, Atmosphären und erzählerischer Stärke. Es ist kein leicht konsumierbares Werk, sondern eines, das Aufmerksamkeit und Durchlaufzeit verlangt und diese Investition lohnt sich.

»The Unyielding« ist kein Album für flüchtige Hörer. Es richtet sich an jene, die die Intensität, die Schwärze und die narrative Kraft von Black Metal wirklich schätzen. WINTERFYLLETH bieten hier eine musikalische Antwort auf eine Welt, die unruhig, gefährlich und chaotisch ist. Ein Album, das gleichermaßen erschüttert wie nachklingt.

Fazit: In einer Welt, die immer herausfordernder wird, schafft WINTERFYLLETH mit »The Unyielding« Season eine musikalische Zuflucht.

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WINTERFYLLETH - The Unyielding Season CD Review

TÅRFÖDD – Mörker täcker livets ljus

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Tarfoedd - Moerker taecker livets ljus - album cover
Tarfoedd - Moerker taecker livets ljus - album cover

Band: TÅRFÖDD 🇸🇪
Titel: Mörker täcker livets ljus
Label: Purity Through Fire
VÖ: 28/03/26
Genre: Post-Black/Progressive Metal

Tracklist

01. Skies Collapse in Ashen Grey,
02. Illvilja A Storm of Poisonous Will
03. The Weight of Continuing
05. Bones Beneath the Blame
06. Nothing Announces Change
07. Ära i Död
08. Mörker täcker livets ljus
09. Farväl till allt

 

Besetzung

Simon (Tårfödd) – songwriting, guitars, vocals, lyrics, bass, drum & synth programming, acoustic guitars, mix & master

 

Bewertung:

3,5/5

Mit »Mörker täcker livets ljus« legen TÅRFÖDD ein Album vor, das sich nicht um schnelle Wirkung bemüht. Stattdessen wächst es langsam, beinahe widerwillig, in den Kopf. Hinter dem Projekt steht mit Simon ein klassischer Einzelkämpfer, der hier nahezu alles selbst übernimmt, von den Gitarren über das Songwriting bis hin zu Mix und Master. Diese totale Kontrolle hört man der Platte an, im Guten wie im weniger Überzeugenden.

Post-Black Metal und progressiven Strukturen

Stilistisch bewegt sich das Album irgendwo zwischen Post-Black Metal und progressiven Strukturen, ohne sich eindeutig festzulegen. Der Opener »Skies Collapse in Ashen Grey« beginnt noch vergleichsweise vertraut, mit kalten Tremolo-Gitarren und einem druckvollen, wenn auch etwas programmiert klingenden Schlagzeug. Doch schon hier wird klar, dass es Simon weniger um rohe Aggression geht als um Atmosphäre. Die Stücke atmen, nehmen sich Zeit, und lassen Melodien stehen, wo andere Bands längst zum nächsten Part hetzen würden.

Mit »Illvilja A Storm of Poisonous Will« wird die progressive Schlagseite deutlicher. Der Song zerfasert stellenweise bewusst, baut Spannungen auf, die nicht immer sofort aufgelöst werden. Hier kommen auch die Gastvocals von Revenant stärker zur Geltung, die dem Material eine zweite emotionale Ebene geben. Gerade im Wechselspiel mit Simons rauem Gesang entstehen Momente, die hängen bleiben.

»The Weight of Continuing« gehört zu den stärkeren Tracks der Platte. Die Melancholie wird hier greifbar, fast schon greifbarer als die eigentliche Härte. Akustische Gitarrenflächen und zurückgenommene Passagen sorgen für Dynamik, ohne dass das Stück seinen Fluss verliert. Man merkt, dass Simon ein gutes Gespür für Stimmungen hat, auch wenn die Übergänge nicht immer ganz organisch wirken.

Ein kleiner Bruch in der Dramaturgie ist die Tracklist selbst. Die Nummerierung wirkt leicht unaufgeräumt, und auch im Hörfluss gibt es Stellen, an denen die Platte etwas an Orientierung verliert. »Bones Beneath the Blame« und »Nothing Announces Change« sind solide, aber weniger prägnant. Hier wiederholen sich Motive, ohne wirklich weiterentwickelt zu werden. Gerade im Progressive-Bereich fällt so etwas stärker ins Gewicht.

Mit »Ära i Död« zieht das Tempo wieder an. Der Song bringt eine direktere Energie zurück, bleibt dabei aber im typischen TÅRFÖDD-Klangkosmos. Kühle Riffs, dichte Atmosphäre, dazu diese leicht entrückte Produktion, die alles wie durch einen Schleier wirken lässt. Das ist stilistisch konsequent, nimmt den Songs aber manchmal auch etwas von ihrer Durchschlagskraft.

Emotionaler Höhepunkte

Der Titeltrack »Mörker täcker livets ljus« bildet einen der emotionalen Höhepunkte. Hier tritt mit Johanna Furberg eine weitere Stimme hinzu, die dem Stück eine fast fragile Note verleiht. Ihr Gesang setzt einen Kontrast zur sonst dominierenden Schwere und öffnet den Sound nach oben. Gerade in den ruhigeren Momenten zeigt sich, welches Potenzial in diesem Projekt steckt, wenn es sich mehr traut, mit Kontrasten zu arbeiten.

»Farväl till allt« beschließt das Album schließlich in ruhigerem Fahrwasser. Kein großes Finale, eher ein langsames Ausblenden. Das passt zur Grundstimmung der Platte, die weniger auf Katharsis setzt als auf ein konstantes, unterschwelliges Drücken.

Nicht immer ganz natürlich

Produktionstechnisch bewegt sich das Album auf einem soliden Niveau, auch wenn das programmierte Schlagzeug nicht immer ganz natürlich wirkt. Dafür sind Gitarren und Atmosphäre gut eingefangen, und gerade die leiseren Passagen profitieren vom klaren Mix. Man hört, dass hier jemand mit viel Hingabe gearbeitet hat, auch wenn nicht jede Idee vollständig ausgearbeitet wurde.

Unterm Strich ist »Mörker täcker livets ljus« ein Album, das Geduld verlangt.

Es belohnt aufmerksames Hören, bleibt dabei aber nicht durchgehend zwingend. Die Mischung aus Post-Black und progressiven Elementen funktioniert oft, wirkt stellenweise aber noch unfokussiert. Simon zeigt viel Talent, besonders im Aufbau von Stimmungen, doch nicht jeder Song erreicht die gleiche Intensität.

Die Bewertung von 3,5 von 5 geht daher in Ordnung. Ein interessantes, teilweise starkes Album mit klar erkennbarer Handschrift, das aber noch Luft nach oben hat. Wer sich auf die ruhigen, melancholischen Seiten des Genres einlässt, wird hier dennoch einiges entdecken können.

Fazit: Insgesamt ist »Mörker täcker livets ljus« von TÅRFÖDD ein solides Machwerk, das sowohl durch seine Atmosphäre als auch durch seine Komplexität überzeugt.

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TÅRFÖDD - Mörker täcker livets ljus CD Review