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SUMMER DESTRUCTION NIGHT 2026 – Achtmal Metal-Gewitter im ungarischen Végállomás Klub

Summer Destruction Night 12.09.26 

Ungarn und Metal – das passt. Und wer aus dem österreichischen Osten kommt, braucht eigentlich keine Ausrede, um für einen Abend über die Grenze zu fahren. Gerade Steinamamnger (Szombathely) hat sich in den vergangenen Jahren zu einer interessanten Adresse für Underground-Metal entwickelt. Eine der wichtigsten Anlaufstellen dafür ist das Végállomás Klub in der Körmendi út. Der Club versteht sich als Konzertlocation für Rock, Metal, Hardcore, Punk und andere härtere Spielarten und bietet dabei nicht nur etablierten Acts, sondern vor allem auch heimischen Underground-Bands eine Bühne.

Am 12. September 2026 stand dort mit der Summer Destruction Night ’26 ein Abend auf dem Programm, der seinem Namen alle Ehre machen sollte. Acht Bands, knapp sechs Stunden auf zwei Bühnen Programm und ein stilistischer Rundumschlag durch die härteren Gefilde des ungarischen Undergrounds. Doch leider überkreuzten sich mein Terminkalender und ich konnte die ersten drei Bands bildlich nicht einfangen.

BORGIL – Death Metal aus Steinamanger (Szombathely)

Den Auftakt übernahmen Borgil um 18:00 Uhr. Die noch junge Formation stammt direkt aus der Stadt und wurde 2024 gegründet. Stilistisch bewegt sich das Quartett zwischen Death und Groove Metal. In der aktuellen Besetzung stehen Zoltán Wellner am Mikro, Martin Gosztom an der Gitarre, Zoltan Eberhart am Bass und Norbert Keibinger am Schlagzeug.

Damit war bereits zum Einstieg klar, dass hier nicht lange herumgefackelt werden sollte. Statt vorsichtigem Herantasten hieß es: Verstärker auf, Licht aus, Nackenmuskulatur aktivieren.

Borgil stehen dabei exemplarisch für das, was die Summer Destruction Night ausmacht: junge Bands aus der Region bekommen die Möglichkeit, sich vor einem Metal-affinen Publikum zu präsentieren und sich neben routinierteren Acts zu behaupten.

PAGAN INSURRECTION – Historie trifft Death Metal

Weiter ging es mit Pagan Insurrection, die um 18:40 Uhr die Bühne übernahmen. Die 2014 gegründete Band aus Mosonmagyaróvár verbindet Pagan- und Death Metal und bringt damit eine ganz eigene Note in das Line-up.

Wer hier lediglich brutale Riffs erwartet, bekommt etwas mehr geboten. In ihrer Musik finden sich neben den klassischen Death-Metal-Zutaten auch folkloristische Elemente. Bei früheren Veröffentlichungen kamen unter anderem Blasinstrumente, Schamanentrommel und Maultrommel zum Einsatz.

Damit sorgten Pagan Insurrection für den ersten stilistischen Ausflug abseits des klassischen Thrash-/Death-Metal-Fundaments des Abends.

FANATIC ATTACK – Thrash, Death und Black Metal

Um 19:20 Uhr wurde es wieder deutlich thrashiger. Fanatic Attack stammen aus Zalaszentiván beziehungsweise dem Raum Szombathely und sind bereits seit 2009 aktiv. Was zunächst als Thrash Metal begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre in Richtung Blackened Thrash Metal beziehungsweise Thrash/Death/Black Metal.

Die Band kann dabei bereits auf eine beachtliche Diskografie zurückblicken: zwei Demos, drei EPs, drei Alben und eine Split-Veröffentlichung stehen mittlerweile zu Buche.

Für eine Veranstaltung wie die Summer Destruction Night sind Fanatic Attack geradezu prädestiniert. Old-School-Thrash trifft auf die düstereren Spielarten des Extrem Metal – aggressiv, direkt und ohne unnötige Verzierung.

SELFLESS ABUSE – Metalcore aus Debrecen

Um 20:00 Uhr folgte mit Selfless Abuse ein weiterer Stilwechsel. Die aus Debrecen stammende Band wurde 2014 gegründet und bewegt sich im Bereich Metalcore, wobei die musikalische Basis deutlich weiter gefasst ist. Heavy Metal, klassischer Rock und moderne Metalcore-Elemente fließen in den Sound ein.

Gerade solche stilistischen Kontraste machen das Konzept der Summer Destruction Night interessant. Hier wird nicht achtmal derselbe Thrash-Aufguss serviert, sondern ein Querschnitt durch den ungarischen Metal-Underground.

AXEMEN – Melodic Death Metal

Mit Axemen ging es um 20:40 Uhr weiter in Richtung Melodic Death Metal. Die Band war bereits beim diesjährigen Spring Destruction Night in Budapest vertreten, wo sie ebenfalls als Melodic-Death-Metal-Act angekündigt wurde.

Damit wurde der Abend zunehmend abwechslungsreicher. Wo vorher rohe Thrash-Attacken und Metalcore aufeinandertrafen, rückten nun Melodien und Death-Metal-Härte stärker in den Mittelpunkt.

NEUROPSY – Old School Thrash aus Sopron

Um 21:20 Uhr gehörte die Bühne Neuropsy.

Neuropsy steht für Old-School-Thrash Metal und blickt sogar auf eine deutlich längere Geschichte zurück, als es das aktuelle Erscheinungsbild vermuten lässt. Die Band wurde ursprünglich bereits 2005 gegründet, arbeitet in ihrer heutigen Besetzung jedoch seit 2021. 2025 erschien die Debüt-EP „Sketches of Pain“.

Und genau hier schließt sich ein Kreis: Das Konzept der Summer Destruction Night lebt vom Zusammenspiel der Generationen. Junge beziehungsweise wieder erstarkte Underground-Acts treffen auf Bands, die bereits seit vielen Jahren ihre Runden im Metal-Zirkus drehen.

MORTE SILMORIS – Heimspiel für die Summer Destruction Night

Um 22:00 Uhr wurde es schließlich richtig interessant, denn mit Morte Silmoris stand eine Band auf der Bühne, die untrennbar mit der Summer Destruction Night verbunden ist und für mich ein Highlight des Tages war. Die ungarischen Thrasher Morte Silmoris absolvierten letztes Jahr eine mächtige Show in Österreich und haben bei uns bereits eine Fanbase aufgebaut.

Die aus Répcelak im Komitat Vas stammende Formation wurde bereits 2003 gegründet und spielt melodischen Thrash Metal. Zu den musikalischen Einflüssen zählen unter anderem Megadeth, Slayer, Kreator und Metallica.

Noch wichtiger: Morte Silmoris rief die Summer Destruction Night 2019 ins Leben. Das erklärte Ziel der Konzertreihe ist es, jungen und etablierten Underground-Bands eine Plattform zu bieten und die Szene enger miteinander zu verbinden. Aus einem Konzertabend wurde mittlerweile eine Veranstaltungsreihe, die auch in Budapest und an weiteren Locations stattfindet.

Somit war der Auftritt im Vegallomas nicht einfach nur ein weiterer Gig im Kalender. Die Band stand gewissermaßen auf ihrer eigenen Baustelle – und durfte gleichzeitig zeigen, warum dieses Festivalformat überhaupt existiert.

FERETRUM – Black Metal zum Finale

Den Abschluss übernahmen um 22:40 Uhr Feretrum aus Nagykanizsa. Die 2016 gegründete Formation steht für Black Metal, wobei die thematische Ausrichtung mit Okkultismus, Dunkelheit und Blasphemie klar in die finstere Ecke des Genres weist.

Nach Thrash, Death, Groove, Metalcore und melodischen Varianten des Extrem Metal setzte Feretrum damit den dunklen Schlusspunkt unter den Abend.

Und genau das macht die Zusammenstellung der Summer Destruction Night so spannend: Man beginnt im Death/Groove-Metal, arbeitet sich über Pagan-, Thrash- und Metalcore-Gefilde bis zum melodischen Death Metal vor, bekommt mit Neuropsy noch einmal eine ordentliche Dosis Old-School-Thrash serviert und endet schließlich im Black Metal.

Die Summer Destruction Night ’26 im Végállomás Klub war weniger ein klassisches Festival mit großem Bühnenzirkus, Sponsorenwänden und VIP-Bereich – und genau darin liegt der Charme.

Hier geht es um Bands.

Um Musiker, die ihre Instrumente schleppen, auf kleinen Bühnen stehen, ihr Material aufbauen und vor einem Publikum spielen, das wegen der Musik kommt. Das Végállomás Klub bietet dafür den passenden Rahmen. Die Location ist längst eine feste Größe der regionalen Underground-Szene und hat auch in der Vergangenheit internationale und ungarische Metal-Acts beherbergt.

Besonders positiv fällt dabei die stilistische Bandbreite auf. Von Borgils Death/Groove Metal über Pagan Insurrections Pagan Death Metal, den Blackened Thrash von Fanatic Attack und den Metalcore von Selfless Abuse bis zu Axemen, Neuropsy, Morte Silmoris und dem Black Metal von Feretrum war für nahezu jeden Freund härterer Klänge etwas dabei.

Und genau dafür braucht es Veranstaltungen wie die Summer Destruction Night.

Kein Hochglanz. Kein Mainstream. Keine Berührungsängste. Einfach Underground Metal.

CH’AHOM – Anthropic Rites of Sublimation

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CH’AHOM – Anthropic Rites of Sublimation Cover Artwork, düsteres Black/Death-Metal-Albumcover

Band: CH’AHOM 🇩🇪
Titel: Anthropic Rites of Sublimation
Label: 20 Buck Spin
VÖ: 18/09/26
Genre: Black/Death Metal

Tracklist

01. Cult Of Xaman
02. Reign Of Nohol
03. Priests Of Lik’in
04. Chosen Of Chik’in
05. Insemination

 

Besetzung

A.G.A. – Vocals & Guitar
A.M. – Bass
S.P.S. – Lead Guitar
G.P. – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

Es gibt Alben, die hört man sich an und weiß nach wenigen Minuten ziemlich genau, woran man ist. Und dann gibt es Platten wie „Anthropic Rites of Sublimation“ von CH’AHOM. Das zweite Album des deutschen Black/Death-Metal-Kultclans macht es dem Hörer nicht unbedingt leicht. Es ist roh, düster, teilweise ziemlich sperrig und steckt voller musikalischer Wendungen. Vor allem aber besitzt die Platte eine eigene Atmosphäre, die man nicht einfach nebenbei konsumieren kann.

A.G.A. an Gesang und Gitarre, A.M. am Bass, S.P.S. an der Lead-Gitarre und G.P. am Schlagzeug bewegen sich auf ihrem neuen Werk irgendwo zwischen brachialem Death Metal, finsterem Black Metal und progressiven Strukturen. Dazu kommt ein Konzept, das dem Album noch eine zusätzliche Ebene verpasst. CH’AHOM erzählen ihre eigene Geschichte und erschaffen dafür eine Welt, die von Ritualen, Opferkulten und dem ständigen Wissen um die eigene Vergänglichkeit geprägt ist.

Willkommen am Rand des Abgrunds

„Anthropic Rites of Sublimation“ setzt dort an, wo die „Ts’ono’ot“-EP aufgehört hat. Im Zentrum der Geschichte steht ein riesiger Cenote, dessen Dimensionen alles Gewohnte sprengen. Von diesem Ort geht ein kosmischer Ruf aus, dem sich die Menschen kaum entziehen können. Verlorene und Verunsicherte werden von ihm angezogen und letztlich zur Selbstaufgabe getrieben.

Rund um diesen Abgrund entstehen vier verschiedene Zivilisationen. Jede entwickelt ihre eigenen Regeln, Hierarchien und Rituale, um mit diesem ständigen Wissen über den Tod umgehen zu können. Ausgerechnet der mögliche Untergang wird damit zum Fundament einer Gesellschaft.

Das klingt auf dem Papier ziemlich abgefahren und ist es auch. Gleichzeitig gelingt es CH’AHOM, diese Geschichte musikalisch halbwegs greifbar zu machen. Man hat beim Hören immer wieder das Gefühl, irgendwo durch eine längst vergessene Tempelanlage zu gehen. Nur dass hinter den Mauern keine Ruhe wartet, sondern eine Mischung aus Blastbeats, tiefen Gitarren und ziemlich ungemütlichen Geräuschen.

Schon „Cult Of Xaman“ legt entsprechend los. Die Riffs kommen schwer und aggressiv aus den Boxen, während das Schlagzeug zwischen wuchtigen Passagen und wilden Ausbrüchen wechselt. Der Song wirkt dabei nie wie ein simples Geballer. Immer wieder tauchen kleine rhythmische Veränderungen auf, die den Track in andere Richtungen ziehen.

„Reign Of Nohol“ setzt diesen Weg fort und zeigt gleichzeitig eine der Stärken der Band. CH’AHOM können richtig brutal werden, verlieren dabei aber nicht ihre atmosphärische Seite. Die Gitarren klingen nicht einfach nur hart, sondern erzeugen eine gewisse Enge. Vieles wirkt beinahe klaustrophobisch.

Kein Album für nebenbei

Mit „Priests Of Lik’in“ und „Chosen Of Chik’in“ wird dieser Eindruck noch stärker. Die Songs sind verschachtelt aufgebaut und verlangen schon ein wenig Geduld. Wer auf eingängige Strukturen und schnell erkennbare Refrains wartet, wird hier eher enttäuscht sein. CH’AHOM gehen einen anderen Weg.

Interessant sind dabei die traditionellen Instrumente und klanglichen Elemente, die immer wieder aus dem metallischen Chaos auftauchen. Sie wirken nicht wie ein aufgesetzter Effekt, sondern gehören zur Atmosphäre dieser fiktiven Welt. Gerade dadurch bekommt das Album seinen eigenen Charakter.

Die Inspiration durch Kunst, Architektur und Rituale präkolumbischer Kulturen ist deutlich spürbar. CH’AHOM versuchen allerdings nicht, irgendeine historische Epoche möglichst genau nachzubauen. Vielmehr nehmen sie einzelne Vorstellungen und Bilder und bauen daraus ihre eigene düstere Mythologie. Das funktioniert besonders dann gut, wenn die Musik nicht versucht, alles mit Gewalt in eine klare Songstruktur zu pressen.

Genau hier liegt allerdings auch eine kleine Schwäche des Albums. Die Komplexität ist nicht immer leicht zugänglich. Manche Passagen wirken etwas überladen und brauchen mehrere Durchläufe, bevor sie wirklich hängen bleiben. Das ist bei dieser Art von Musik zwar kein ungewöhnliches Problem, macht „Anthropic Rites of Sublimation“ aber definitiv zu keiner Platte für den schnellen Durchlauf.

Den Abschluss bildet „Insemination“. Auch dieser Track bleibt unbequem und sperrig, passt damit aber hervorragend in das Gesamtbild. Statt eines großen, leicht zugänglichen Finales bekommt man noch einmal die volle Ladung CH’AHOM. Dunkelheit, Härte und diese ständig vorhandene Atmosphäre des Unheilvollen bleiben bis zum Schluss bestehen.

Zwischen Ritual und Vernichtung

Was „Anthropic Rites of Sublimation“ letztlich interessant macht, ist die Idee hinter der Geschichte. CH’AHOM beschäftigen sich mit dem menschlichen Bedürfnis, selbst der Zerstörung noch einen Sinn zu geben. Die Menschen in dieser fiktiven Welt wissen um ihren möglichen Untergang und bauen trotzdem Gesellschaften, Religionen und ganze Kulturen auf.

Opfer, Verstümmelung, Versklavung und freiwillige Unterwerfung werden dabei zu Bestandteilen dieser Ordnung. Das klingt extrem, passt aber genau zu dem Szenario, das die Band entwirft. Der Tod wird nicht verdrängt, sondern zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens gemacht.

Musikalisch übersetzen CH’AHOM diese Idee mit einem Sound, der zwischen Black- und Death-Metal pendelt und immer wieder progressive Ausflüge unternimmt. Besonders stark ist die Band dann, wenn Härte und Atmosphäre zusammenkommen. Nicht jede Passage funktioniert gleich gut, aber das Album besitzt eine klare eigene Identität.

„Anthropic Rites of Sublimation“ ist definitiv keine Platte, die sich beim ersten Durchlauf vollständig erschließt. Dafür gibt es zu viele Details und zu viele Richtungswechsel. Wer sich darauf einlässt, bekommt allerdings ein ungewöhnliches Extrem-Metal-Album geboten, das nicht nur auf Brutalität setzt, sondern eine komplette Welt erschafft.

Fazit: CH’AHOM liefern damit ein interessantes, wenn auch nicht immer leicht zugängliches Werk ab. Düster, kompromisslos und mit einer gehörigen Portion Wahnsinn.

Internet

CH’AHOM - Anthropic Rites of Sublimation - CD Review

THE NOCTAMBULANT – Revival

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Cover Artwork des Albums „Revival“ von THE NOCTAMBULANT mit einer düsteren, atmosphärischen Gestaltung im Stil des Melodic Black Metal.

Band: THE NOCTAMBULANT 🇺🇸
Titel: Revival
Label: Terminus Hate City
VÖ: 18/09/26
Genre: Melodic Black Metal

Tracklist

01. Repent and Be Saved
02. Bring the Sorrow
03. Apokalypsis
04. Dark Dawn
05. Macabre
06. Interlude
07. Skeleton Key
08. Killing Tree
09. The Second Death
10. San Martino
11. Red Right Hand

 

Besetzung

E. Helvete – Guitars/Vocals
D. Franseth – Drums
Lars G – Bass
Rev. Beaumont – Lead Guitar

 

Bewertung:

4/5

Dunkelheit aus dem Süden

Fünf Jahre sind vergangen, seit THE NOCTAMBULANT ihre ganz eigene Mischung aus schwarzer Härte und amerikanischer Finsternis weiter vorangetrieben haben. Jetzt steht mit „Revival“ das nächste Kapitel an. Und der Titel passt durchaus, denn die Band aus Südflorida wirkt auf diesem Album keineswegs so, als würde sie einfach nur Bekanntes wieder aufwärmen.

THE NOCTAMBULANT haben einen ziemlich eigenwilligen musikalischen Ansatz. Die Basis liegt eindeutig im Black Metal, doch wer hier ausschließlich frostige Gitarrenwände und rasendes Schlagzeug erwartet, wird schnell überrascht sein. In den Songs steckt genauso viel Blues, Rockabilly, Goth Rock und amerikanische Country-Tradition. Dazu kommt eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Südstaaten-Sumpf, staubigen Straßen und nordischer Kälte liegt.

Entstanden ist die Band aus einer eher ungewöhnlichen Ausgangssituation. E. Helvete und D. Franseth kamen ursprünglich aus einer Psychobilly-Band und beschlossen nach deren Auflösung, sich musikalisch deutlich dunkleren Gefilden zuzuwenden. Mit Lars G am Bass und Rev. Beaumont an der Lead-Gitarre wurde daraus schließlich die Besetzung, die „Revival“ eingespielt hat.

Kein gewöhnlicher Black Metal

Bereits „Repent and Be Saved“ funktioniert als kurzer, düsterer Einstieg, bevor „Bring the Sorrow“ ohne große Umwege loslegt. Hier zeigen THE NOCTAMBULANT sofort, wohin die Reise geht: aggressive Vocals, melodische Gitarren und ordentlich Tempo, gleichzeitig aber immer mit einem gewissen Hang zur Schwermut.

Gerade diese Mischung macht das Album interessant. Die Band versucht nicht, möglichst brutal zu klingen. Stattdessen wird mit Stimmungen gearbeitet. „Apokalypsis“ schlägt ebenfalls in die härtere Kerbe, während „Dark Dawn“ stärker auf Melodie und Atmosphäre setzt. Die Songs haben dadurch ihre eigenen Gesichter und verschwimmen nicht zu einer einzigen schwarzen Wand.

„Macabre“ gehört für mich zu den Stücken, bei denen die düstere Grundstimmung besonders gut funktioniert. Der Song ist nicht übermäßig kompliziert aufgebaut, entwickelt aber genau dadurch seinen Reiz. Die Gitarren bleiben präsent, das Schlagzeug treibt nach vorne und über allem liegt diese leicht morbide Note, die sich durch das gesamte Album zieht.

Zwischen Melodie und Wahnsinn

Nach dem kurzen „Interlude“ geht es mit „Skeleton Key“ weiter. Hier kommen die unterschiedlichen Einflüsse der Band wieder stärker zusammen. THE NOCTAMBULANT klingen an dieser Stelle weniger nach einer klassischen Black-Metal-Band und mehr nach einer Gruppe, die sich ihren eigenen kleinen musikalischen Kosmos geschaffen hat.

„Killing Tree“ zieht das Tempo anschließend wieder an. Der Song besitzt ordentlich Druck und dürfte gerade live einiges an Energie entwickeln. Trotzdem bleibt die Band ihrer melodischen Linie treu. Das ist überhaupt eine der Stärken von „Revival“. Die Härte wird nicht zum Selbstzweck!

Mit „The Second Death“ wird es anschließend wieder schwerer und atmosphärischer. Der Song nimmt sich mehr Zeit und entwickelt dadurch eine fast beschwörende Wirkung. Hier merkt man besonders, dass THE NOCTAMBULANT nicht nur auf schnelle Riffs setzen. Die Atmosphäre ist ein wichtiger Teil ihrer Musik.

„San Martino“ bringt noch einmal eine etwas andere Färbung ins Spiel, bevor „Red Right Hand“ den Abschluss bildet. Mit über sechs Minuten ist das Stück gleichzeitig der längste Song des Albums und gibt der Band genügend Raum, ihre verschiedenen Seiten zusammenzubringen. Dunkle Melodien, aggressive Passagen und eine unterschwellige Americana-Note treffen hier aufeinander.

Eigenwillig, aber stimmig

Was „Revival“ letztlich auszeichnet, ist weniger ein einzelner Song als das Gesamtbild. THE NOCTAMBULANT haben verstanden, wie man unterschiedliche Einflüsse miteinander verbindet, ohne dass das Ganze nach einem musikalischen Bauchladen klingt. Der Black Metal bleibt jederzeit erkennbar, wird aber durch die amerikanischen Wurzeln der Musiker deutlich erweitert.

Natürlich ist nicht jeder Song ein Volltreffer. An manchen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Dynamik gewünscht, und gelegentlich verliert sich die Spannung ein wenig. Das fällt aber angesichts der gelungenen Atmosphäre nicht allzu schwer ins Gewicht.

„Revival“ ist ein Album für Hörer, die beim Black Metal gerne über den Tellerrand schauen. Wer ausschließlich nordische Raserei sucht, wird hier vielleicht nicht glücklich. Wer dagegen düstere Melodien, ungewöhnliche Einflüsse und eine gewisse morbide Americana-Atmosphäre zu schätzen weiß, sollte THE NOCTAMBULANT durchaus eine Chance geben.

Die Band klingt eigenständig, manchmal sperrig, aber immer interessant. Und genau das macht „Revival“ zu einer Platte, bei der man auch nach mehreren Durchläufen noch neue Facetten entdecken kann.

Fazit: „Revival“ ist ein kraftvolles, vielschichtiges Werk, das die Grenzen des Melodic Black Metal auslotet und gleichzeitig die Bandhistorie in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Internet

THE NOCTAMBULANT - Revival - CD Review

GREEN LUNG – Necropolitan

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GREEN LUNG – Necropolitan - Coverartwork

Band: GREEN LUNG 🇬🇧
Titel: Necropolitan
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 11/09/26
Genre: Heavy/Stoner Metal

Tracklist

01. Open The Hellmouth
02. Dance To The Grave
03. Black Magick Radio
04. Necropolitan Line
05. Evil In This House
06. Together In Death
07. Ozymandias
08. Alostrael (Be My Babalon)
09. To The Gallows Born

 

Besetzung

Tom Templar – Vocals
Scott Black – Guitar
Joseph Ghast – Bass
Matt Wiseman – Drums
John Wright – Organ

 

Bewertung:

4,5/5

GREEN LUNG nehmen uns auf „Necropolitan“ mit ins viktorianische London und zeigen uns, wie ihr geschichtsträchtiger Heimatort die Band beeinflusst hat und ihr immer noch als Inspirationsquelle dient. Ihr mittlerweile viertes Album bleibt ihrer musikalischen Linie treu: tief gestimmte Gitarren sorgen für einen dröhnenden Untergrund, der durch markanten Gesang und mitreißende Melodien aufgepeppt wird. Die Briten haben jedoch auch einige Überraschungen auf „Necropolitan“ verpackt.

Kurz-Biografie

Die 2018 in London gegründeten GREEN LUNG zählen zu den Vertretern der britischen Heavy-Rock- und Metal-Szene. Musikalisch verbindet die Band Doom, Hard Rock, Psychedelic und Progressive Rock mit den theatralischen Elementen der NWOBHM. Inhaltlich widmet sich das Quintett britischer Folklore, Mythen und Legenden. Seit ihrem selbstveröffentlichten Debüt „Free the Witch“ (2018) folgten drei Studioalben bei Nuclear Blast, zuletzt „This Heathen Land“ (2023), das Platz eins der britischen Rock- und Metal-Charts erreichte. Tourneen mit CLUTCH, OPETH und UNTO OTHERS sowie Auftritte bei Festivals wie Roadburn und Download machten GREEN LUNG auch international bekannt.

Inspiration aus britischer Geschichte

Seit jeher lassen sich GREEN LUNG von britischer Folklore inspirieren. Der Albumtitel „Necropolitan“ nimmt Bezug auf die „Magnificent Seven Cemeteries“ – oder „Necropoli“, die während des viktorianischen Zeitalters erbaut wurden. Sieht man genau hin, findet man die sieben Namen sogar im äußeren Rahmen des Albumcovers. Einst gepflegt, verfielen sie ab Ende der 1960er-Jahre und wurden von Efeu und Moos überwuchert. Damit verkörpern sie sowohl den Bandnamen „Green Lung“ – Natur als verborgene Wildnis inmitten der Stadt – als auch das zentrale Motiv der Band: die Vergänglichkeit des Menschen angesichts der Natur.

Folklore erzählt durch Musik

In einigen Songs bildet der historische Hintergrund den thematischen Kern. „Necropolitan Line“ etwa widmet sich der „Necropolis Railway“, mit der im frühen 20. Jahrhundert Verstorbene unterirdisch zu ihren Ruhestätten transportiert wurden. Passend dazu untermalen funky Synth-Orgeln das Stück und verleihen ihm die Atmosphäre eines klassischen Horrorfilms. Der epische Abschluss „To The Gallows Born“ wiederum ist vom „Tyburn Tree“, Londons berühmtesten öffentlichen Hinrichtungsplatz, inspiriert. Hier zeigen GREEN LUNG ein besonderes Gespür für Dramaturgie: Von der ersten Sekunde an entfaltet der Song eine andächtige, melancholische Atmosphäre und steigert sich zu einem eindrucksvollen Finale.

Düstere Themen treffen auf britischen Humor

Andere Songs bleiben thematisch düster, erzählen aber von keinen konkreten historischen Ereignissen Londons. In der Single „Evil In This House“ geht es zum Beispiel um eine paranormale Investigation. Das Musikvideo dazu demonstriert den herrlichen Humor der Briten und verleiht dem Lied eine umso originellere Note. Es hat einen starken Stoner-Vibe, setzt auf erdige Riffs und eine spukhafte Atmosphäre.

Musikalisch verwurzelt im Old School Heavy Metal

Musikalisch schöpfen GREEN LUNG hauptsächlich aus klassischen Rock- und Heavy-Metal-Elementen. Old-School Heavy Metal à la BLACK SABBATH und dominante Stoner-Charakteristika bilden dabei das Fundament. Letzteres wird insbesondere durch die tief gestimmten, dröhnenden Gitarren erzeugt. Aufgelockert wird das Ganze mit Synthesizern, die häufig den Klang von Orgeln imitieren und den Liedern ihre eigenwillige Aura verleihen („Evil In This House“, „Black Magick Radio“). Eingängige Melodien und Riffs verleihen den Liedern Wiedererkennungs- sowie Wiederspielwert. Hier wird häufig auf bekannte Stilelemente zurückgegriffen; GREEN LUNG bauen aber genug Abwechslung ein, sodass nichts repetitiv oder wiedergekäut klingt. Trotz der teils schweren und düsteren Grundstimmung bleibt das Songwriting daher zugänglich und groovig. Tempowechsel, Breakdowns und atmosphärische Passagen sorgen dafür, dass die Songs nicht in einem einheitlichen Klangbild verharren.

Eingängig und originell

Besonders eindrucksvoll wird es bei „Together in Death“. Die melancholische Ballade über Trauer und die Sehnsucht nach dem Tod lebt von der emotionalen Gesangsleistung und einer Musik, die den Schmerz der Thematik wirkungsvoll aufgreift. Mit „Ozymandias“ folgt anschließend ein deutlich eingängigerer Höhepunkt, dessen lässiger Refrain und galoppierende Beats sofort hängen bleiben. Sänger Tom Templar demonstriert uns in diesem Lied die Bandbreite seiner Stimme, die ohnehin eine eigentümliche Klangfarbe hat. Die Grundstimme erinnert an Ozzy Osbourne und Tobias Forge (GHOST), die hohen Töne entfernt an King Diamond. Mit viel Bruststimme und Vibrato verstärkt er die Synth-geschwängerten Heavy-Metal-Hymnen in ihrer psychedelischen Qualität enorm. Eine großartige Kombination, die das Zuhören umso fesselnder macht.

Fazit: GREEN LUNG zeigen auf „Necropolitan“ abermals, wie gut sich Stoner, Classic Heavy Metal und psychedelische Elemente mit einer düsteren, beinahe geisterhaften Atmosphäre verbinden lassen, ohne dabei an Eingängigkeit einzubüßen.

Internet

GREEN LUNG – Necropolitan

XION – When Stars Collide

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XION – When Stars Collide Cover Artwork, Speed und Thrash Metal Album

Band: XION 🇸🇪
Titel: When Stars Collide
Label: Fireflash Records
VÖ: 11/09/26
Genre: Speed/Thrash Metal

Tracklist

01. Hands Will Be Cut
02. Burned Onto You
03. Phantom Of Blood
04. Total Euphoria
05. Granted Wings (Let Me Fly)
06. Dead By The Night
07. Mirror Shield
08. Zero Light

 

Besetzung

Robin Björk – Vocals
Erik Zetterström – Guitar
Liam Rådman – Guitar
Johan Berg – Bass
Algot Brask – Drums

 

Bewertung:

4,5/5

Es gibt Bands, bei denen man sich irgendwann fragt, wie alt die Musiker eigentlich sind. Nicht, weil sie besonders jung aussehen, sondern weil das, was aus den Boxen kommt, erstaunlich abgeklärt klingt. XION aus Falun sind so ein Fall. Das schwedische Quintett wurde erst 2022 gegründet und einige der Musiker waren damals noch nicht einmal 18 Jahre alt. Wer „When Stars Collide“ hört, wird das kaum glauben. Hier klingt nichts nach einer jungen Band, die erst noch ihren Weg sucht.

Stattdessen bekommt man acht Songs serviert, die mit ordentlich Tempo, präziser Gitarrenarbeit und einer gehörigen Portion Spielfreude direkt nach vorne gehen. Speed und Thrash Metal bilden dabei das Fundament, wobei XION ihre Songs nicht mit Gewalt auf Höchstgeschwindigkeit trimmen. Melodien und eingängige Passagen gehören genauso zum Konzept. Genau das macht „When Stars Collide“ interessant.

Von Falun in die Metalwelt

Falun ist nicht gerade irgendeine schwedische Kleinstadt, wenn es um Metal geht. SABATON, BROTHERS OF METAL und TWILIGHT FORCE stammen ebenfalls aus dieser Gegend. XION schlagen allerdings eine andere Richtung ein. Härter, schneller und deutlich stärker an den klassischen Speed- und Thrash-Wurzeln orientiert.

Die Entwicklung der Band ist durchaus beachtlich. Nach ihrer Gründung ging es relativ schnell auf die Bühne, und schon 2023 konnten XION den Musikwettbewerb „Imagine Sweden“ für sich entscheiden. Im Januar 2024 folgte mit „Between Shadows and Gods“ das Debütalbum. Dazu kamen Auftritte als Support von IN FLAMES und der GENE SIMMONS BAND in der Dalhalla Arena sowie Festivalshows unter anderem beim Sweden Rock Festival, Gefle Metal und der Sabaton Cruise.

Von null auf Vollgas

„When Stars Collide“ macht keine lange Anlaufphase. „Hands Will Be Cut“ steigt direkt ein und zeigt ziemlich deutlich, was XION können. Die Gitarren laufen auf Hochtouren, das Schlagzeug treibt den Song nach vorne und Robin Björks Gesang passt hervorragend zum aggressiven Grundton.

Was dabei auffällt: Trotz des Tempos wirkt das Ganze nie hektisch. XION spielen technisch sauber, ohne dass die Songs dadurch steril wirken. Gerade diese Balance bekommt nicht jede junge Band hin.

„Burned Onto You“ setzt den eingeschlagenen Weg fort. Hier kommen die melodischen Elemente etwas stärker zum Vorschein, ohne dass die nötige Härte verloren geht. „Phantom Of Blood“ geht anschließend wieder mehr in die düstere Richtung und besitzt genau jene Mischung aus Druck und Atmosphäre, die man sich von einer modernen Speed/Thrash-Nummer erwartet.

Mit „Total Euphoria“ folgt für mich einer der stärkeren Momente des Albums. Der Song hat diesen gewissen Wiedererkennungswert, bei dem sich einzelne Passagen schon nach wenigen Durchläufen festsetzen. Und genau solche Songs braucht ein Album wie dieses.

Geschwindigkeit allein reicht nicht

Die größte Stärke von XION liegt meiner Meinung nach darin, dass sie sich nicht ausschließlich über Geschwindigkeit definieren. „Granted Wings (Let Me Fly)“ ist dafür ein gutes Beispiel. Hier darf die Melodie etwas mehr Raum einnehmen und der Song bekommt dadurch eine andere Dynamik.

Auch „Dead By The Night“ funktioniert nach diesem Prinzip. Die Band bleibt ihrem Stil treu, baut aber immer wieder kleine Variationen ein. Das verhindert, dass sich die acht Songs zu einem einzigen langen Speed-Metal-Stück vermischen.

Gitarrist Erik Zetterström und Liam Rådman liefern sich dabei kein sinnloses Wettrennen um möglichst viele Noten. Die Gitarrenarbeit ist technisch anspruchsvoll, bleibt aber songdienlich. Johan Berg am Bass und Algot Brask am Schlagzeug sorgen gleichzeitig dafür, dass das Fundament ordentlich Druck bekommt.

„Mirror Shield“ gehört ebenfalls zu den Songs, die zeigen, dass XION mehr können als einfach nur Vollgas. Und mit „Zero Light“ verabschiedet sich das Album schließlich mit einem gelungenen Abschluss.

Eine Band mit ordentlich Potenzial

Produziert wurde „When Stars Collide“ von Jonas Arnberg, der unter anderem mit METHANE und DEMONICAL gearbeitet hat. Der Sound passt gut zur Band. Die Produktion ist kraftvoll und modern, lässt den Instrumenten aber genügend Platz. Gerade bei einem Stil, der schnell einmal in einer Wand aus Gitarren untergehen kann, ist das ein klarer Pluspunkt.

Dass Fireflash Records nach der Single „Wasteland Of Time“ auf XION aufmerksam wurde und die Band unter Vertrag nahm, überrascht nach diesem Album jedenfalls nicht. „When Stars Collide“ klingt wie der nächste logische Schritt nach dem Debüt und zeigt gleichzeitig, dass hier noch einiges möglich sein dürfte.

XION haben die jugendliche Energie, die man von einer so jungen Band erwarten darf, verbinden diese aber mit einer technischen Sicherheit, die deutlich darüber hinausgeht. Die Songs sind schnell, aggressiv und melodisch genug, um im Ohr zu bleiben. Vor allem aber wirken sie nicht künstlich auf „alt“ getrimmt. XION spielen ihren Metal mit sicht- beziehungsweise hörbarer Freude und ohne unnötigen Ballast. „When Stars Collide“ ist deshalb nicht einfach nur ein ordentliches zweites Album. Es ist ein ziemlich starkes Ausrufezeichen einer Band, von der man in Zukunft vermutlich noch einiges hören wird.

Fazit: Mit „When Stars Collide“ liefern XION ein beeindruckendes zweites Album ab, das sowohl technische Finesse als auch emotionale Intensität vereint.

Internet

XION - When Stars Collide - CD Review

GODSLAVE – Godslave

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GODSLAVE – Godslave Cover Artwork

Band: GODSLAVE 🇩🇪
Titel: Godslave
Label: Metalville
VÖ: 11/09/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. Reset, Rebuild, Reclaim
02. A Future In Motion
03. Repaid In Kind
04. Part Of The Pack
05. Square One
06. The Road Not Taken
07. And Yet I Stand
08. Let The Fire Come
09. The Sum Of All Wouds
10. The Fire That Calls Me

 

Besetzung

Thommy – Vocals
Bernie – Guitar
Manni – Guitar
Mika – Bass
Tobi – Drums

 

Bewertung:

4/5

Fünf Jahre nach „Positive Aggressive“ stehen GODSLAVE wieder mit einem neuen Studioalbum vor der Tür. Lange fünf Jahre, in denen bei den Saarländern einiges passiert ist. So einiges sogar. Die schwierige Phase, durch die die Band gehen musste und die auch in der Dokumentation „Hinter der Kulisse“ thematisiert wurde, hat Spuren hinterlassen. Gleichzeitig begann eine Rückbesinnung auf die eigenen musikalischen Wurzeln. Das Tribute-Album „Champions“ war dabei ein wichtiger Schritt. Am Ende stand aber vor allem eine Erkenntnis, GODSLAVE wollen weitermachen. Und zwar gemeinsam.

Passender hätte der Titel des neuen Albums deshalb kaum ausfallen können. „Godslave“ heißt die Platte schlicht und einfach. Das wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas unspektakulär, bekommt im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte aber eine ganz andere Bedeutung. Hier geht es schließlich nicht nur um zehn neue Songs. Hier geht es auch um eine Band, die sich als Einheit wiedergefunden hat.

Thommy am Mikrofon, Bernie und Manni an den Gitarren, Mika am Bass und Tobi am Schlagzeug gehen entsprechend mit viel Energie ans Werk. Und man hört diesem Album tatsächlich an, dass die Songs nicht einfach irgendwie zusammengebaut wurden. Laut Band ist noch kein Album so sehr aus gemeinsamer Arbeit, Diskussionen und gemeinsamen Ideen entstanden. Genau das macht „Godslave“ interessant.

Kein vorsichtiger Neustart

Mit „Reset, Rebuild, Reclaim“ geht es gleich einmal ordentlich zur Sache. Der Titel beschreibt eigentlich schon ziemlich gut, was hinter dieser Platte steckt. Zurücksetzen, neu aufbauen und sich das Eigene zurückholen. Musikalisch gibt es dabei keine großen Umwege. GODSLAVE bleiben dem Thrash Metal treu und setzen auf druckvolle Gitarren, einen kräftigen Rhythmus und ordentlich Vorwärtsdrang.

„A Future In Motion“ führt diesen Weg weiter, wirkt dabei aber etwas offener. Die Saarländer verlassen ihre Komfortzone nicht, sorgen aber dafür, dass die Platte nicht von Anfang bis Ende nach demselben Schema klingt. Genau das tut dem Album gut.

„Repaid In Kind“ legt wieder eine Schippe drauf. Hier kommt die aggressive Seite der Band stärker zum Vorschein, ohne dass der Song in blindes Geschwindigkeitsgebolze abrutscht. Auch „Part Of The Pack“ funktioniert über seine Energie und das Zusammenspiel der fünf Musiker. Gerade bei solchen Nummern merkt man, dass GODSLAVE vor allem als Band funktionieren wollen.

„Square One“ nimmt den Gedanken des Neubeginns noch einmal auf. Gleichzeitig zeigt sich hier eine Stärke der Platte. Die Songs sind zwar eindeutig im Thrash Metal zu Hause, wirken aber nicht wie eine reine Pflichtübung für Genre-Puristen.

Mit „The Road Not Taken“ wird es anschließend etwas abwechslungsreicher. Der Song lässt sich mehr Zeit für seine Entwicklung und bringt damit eine andere Farbe ins Album. Das ist auch nötig, denn bei zehn Thrash-Metal-Tracks kann es schnell passieren, dass sich einzelne Stücke gegenseitig überholen. GODSLAVE umgehen diese Falle zumindest über weite Strecken.

Zwischen Wut und Zusammenhalt

„And Yet I Stand“ gehört zu den Titeln, bei denen der persönliche Hintergrund der Platte besonders gut mitschwingt. Natürlich muss man nicht jede Zeile als direkte Abrechnung mit der Vergangenheit verstehen. Trotzdem hat der Song eine gewisse Haltung. Da steht eine Band, die einiges hinter sich hat und trotzdem wieder auf der Bühne beziehungsweise im Studio steht. Und genau diese Haltung zieht sich durch das Album.

Mit „Let The Fire Come“ wird es wieder deutlich härter. Die Gitarren drücken nach vorne, Bass und Schlagzeug halten das Ganze zusammen und Thommy sorgt am Mikrofon für die nötige Aggressivität. Der Song besitzt diese gewisse Live-Energie, bei der man sich durchaus vorstellen kann, dass im Publikum nicht lange stillgestanden wird.

„The Sum Of All Wouds“ schlägt danach wieder eine etwas andere Richtung ein. Der Titel selbst wirkt bereits nachdenklicher, und auch musikalisch bekommt der Song etwas mehr Raum. Trotzdem verliert GODSLAVE hier nie den roten Faden.

Zum Schluss wartet mit „The Fire That Calls Me“ noch einmal ein Stück, das den Grundgedanken der gesamten Platte gut zusammenfasst. Feuer, Leidenschaft, Weitermachen. Nach allem, was hinter der Band liegt, passt das ziemlich gut.

Ein Album mit Geschichte

„Godslave“ ist kein Album, mit dem die Saarländer den Thrash Metal neu erfinden wollen. Dafür braucht es auch keine großen Experimente. GODSLAVE wissen, was sie können, und konzentrieren sich auf ihre Stärken.

Das funktioniert vor allem deshalb so gut, weil die Platte nicht steril wirkt. Man hat eher das Gefühl, dass hier tatsächlich fünf Musiker gemeinsam an Songs gearbeitet haben und nicht fünf einzelne Beiträge irgendwann zu einem Album zusammengefügt wurden. Die Gitarren tragen viel von der musikalischen Handschrift, während Bass und Schlagzeug für den nötigen Druck sorgen. Darüber liegt Thommy mit einem Gesang, der den Songs die passende Schärfe verpasst.

Natürlich gibt es auf „Godslave“ auch Stücke, die etwas länger brauchen, bis sie wirklich hängen bleiben. Nicht jeder Song besitzt denselben Wiedererkennungswert. Dafür funktioniert das Album als Ganzes ziemlich gut.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis nach dieser langen Pause, GODSLAVE klingen wieder wie eine Band, die wirklich etwas zu sagen und vor allem wieder etwas gemeinsam zu erreichen hat.

„Godslave“ ist ein ehrliches Thrash-Metal-Album geworden. Keine übertriebene Selbstdarstellung, kein Versuch, plötzlich jemand anderes zu sein. Stattdessen gibt es zehn Songs, die zeigen, wo GODSLAVE musikalisch stehen und wohin sie nach den vergangenen Jahren wollen.

Die Platte hat Druck, Energie und Charakter. Vor allem aber besitzt sie eine Geschichte, die man beim Hören zumindest erahnen kann. Nach einer schwierigen Phase haben sich die fünf Saarländer wieder zusammengerauft und daraus ein Album gemacht, das diesen Neubeginn ziemlich passend widerspiegelt.

Nicht alles bleibt gleich stark im Ohr, aber die Qualität stimmt über weite Strecken. Wer auf modernen Thrash Metal steht und dabei nicht zwingend eine Hochgeschwindigkeitsattacke nach der anderen braucht, bekommt mit „Godslave“ ein ordentliches Stück deutscher Thrash-Kost.

Fazit: GODSLAVE sind zurück. Und diesmal klingt es tatsächlich so, als wollten sie bleiben.

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GODSLAVE - Godslave - CD Review

BRACHMOND – Tanz Der Elemente

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BRACHMOND – Tanz Der Elemente Cover Artwork, Folk Rock Metal

Band: BRACHMOND 🇩🇪
Titel: Tanz Der Elemente
Label: Hicktown Records
VÖ: 11/09/26
Genre: Folk Rock/Metal

Tracklist

01. Asgard
02. Schatten Und Licht
03. Der Henker
04. Tanz Der Elemente
05. Die Schlacht
06. Spiegelbild
07. Der Fährmann
08. Verlorene Tränen
09. Wimpernschlag
10. Labyrinth
11. Der Jäger
12. Teufelstanz
13. Geister Der Nacht

 

Besetzung

Stefanie – Vocals
Severin Schmid – Vocals, guitar, acoustic guitar, bouzouki, flute
Max Schmid – Bass, Vocals
Valentin Seipt – Bagpipes, Flute
Marianne Lasota – Violin
Christian Maier – Guitar
Stefan – Guitar
Michael Paintner – Drums

 

Bewertung:

4/5

BRACHMOND gehören zu jenen Bands, bei denen man nicht lange überlegen muss, in welche musikalische Ecke sie gehören. Dudelsack, Geige und Flöte treffen auf fette Gitarren, treibende Drums und jede Menge Folk-Flair. Dazu kommen Irish Bouzouki und mehrere Stimmen, die dem Ganzen zusätzliche Farbe verleihen. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Folk Rock und Metal, die mal düster und schwer, dann wieder verspielt und ausgesprochen tanzbar aus den Boxen kommt.

Seit über zehn Jahren ist die Band aus dem Münchner Umland unterwegs. In dieser Zeit haben sich BRACHMOND vor allem live einen Namen gemacht. Das legendäre TANZT!-Festival in München gehört ebenso zu ihren Stationen wie zahlreiche kleinere und größere Bühnen in Deutschland. Nach ersten Singles im Jahr 2025 folgt nun mit „Tanz Der Elemente“ das zweite Studioalbum. Produziert wurde die Platte von Reinhard von Wegen.

Ein ziemlich voller Klang

Schon mit „Asgard“ zeigen BRACHMOND, was auf den kommenden 13 Songs zu erwarten ist. Die Gitarren drücken ordentlich nach vorne, während Dudelsack und folkloristische Melodien sofort für die passende Atmosphäre sorgen. Das klingt groß, ohne gleich in übertriebene Pathos-Gefilde abzudriften. Der Song funktioniert als Einstieg ziemlich gut und macht neugierig auf den Rest.

„Schatten Und Licht“ geht etwas melodischer zu Werke. Hier kommt besonders gut zur Geltung, wie BRACHMOND ihre unterschiedlichen Einflüsse miteinander verbinden. Die Folk-Instrumente sind nicht bloß schmückendes Beiwerk, sondern gehören fest zum Sound. Genau das macht einen Teil des Reizes der Band aus.

Mit „Der Henker“ wird es anschließend wieder etwas dunkler. Der Song passt hervorragend in die mittelalterlich angehauchte Welt, die BRACHMOND auf dem Album immer wieder aufbauen. Geschichten von Schlachten, Fährmännern, Jägern, Geistern und anderen düsteren Gestalten ziehen sich durch die Titel und geben der Platte eine klare Richtung.

Folk trifft auf ordentlich Druck

Der Titelsong „Tanz Der Elemente“ ist einer der Tracks, bei denen die Band ihre Mischung besonders überzeugend auf den Punkt bringt. Hier darf gerockt werden, ohne dass der Folk-Anteil in den Hintergrund rückt. Gerade solche Songs dürften ihre eigentliche Stärke auf der Bühne entwickeln. Man kann sich ziemlich gut vorstellen, wie bei den ersten Takten im Publikum die ersten Köpfe und Beine in Bewegung kommen.

BRACHMOND haben dabei ein gutes Gespür für Dynamik. Das Album besteht nicht nur aus Vollgasnummern. „Spiegelbild“ nimmt beispielsweise etwas Tempo heraus und setzt stärker auf Atmosphäre und Melodie. Auch „Verlorene Tränen“ schlägt eine emotionalere Richtung ein. Diese ruhigeren Momente sind wichtig, denn sie geben den härteren Songs anschließend wieder mehr Wirkung.

Danach geht es mit „Wimpernschlag“ und „Labyrinth“ wieder kräftiger zur Sache. Die Gitarren bekommen mehr Raum, während Dudelsack, Flöte und Geige weiterhin für den unverwechselbaren Folk-Touch sorgen. Gerade die Instrumentierung ist eine der interessanteren Seiten des Albums. BRACHMOND verlassen sich nicht nur auf bekannte Mittelalterrock-Klischees, sondern haben genügend musikalische Zutaten, um ihren Songs unterschiedliche Gesichter zu geben.

Für die Bühne gemacht

Spätestens bei „Der Jäger“ und „Teufelstanz“ wird klar, dass BRACHMOND ihre Musik nicht ausschließlich für den heimischen Kopfhörer schreiben. Die Stücke besitzen diese gewisse Live-Energie, die gerade bei Folk Rock und Metal entscheidend ist. Mitsingen, Tanzen, Mitklatschen oder einfach nur die Haare fliegen lassen, vieles davon dürfte bei einem BRACHMOND-Konzert problemlos funktionieren.

„Geister Der Nacht“ bildet schließlich einen passenden Abschluss. Der Song greift noch einmal die dunklere Seite des Albums auf und lässt die Platte atmosphärisch ausklingen.

Was „Tanz Der Elemente“ besonders zugutekommt, ist die Abwechslung. Nicht jeder Song setzt sich sofort im Kopf fest, und an einigen Stellen hätte man sich vielleicht noch etwas mehr Mut zu überraschenden Wendungen gewünscht. Dafür bleibt das Album über die gesamte Spielzeit interessant und wirkt nie wie eine Aneinanderreihung von Songs, die nach demselben Muster funktionieren.

BRACHMOND machen auf „Tanz Der Elemente“ ziemlich genau das, was man sich von einer guten Folk-Rock/Metal-Band erwartet. Es gibt ordentlich Gitarrendruck, eingängige Melodien, folkloristische Instrumente und eine Atmosphäre, die zwischen düster, mystisch und ausgelassen pendelt.

Besonders gelungen ist die Verbindung von Dudelsack, Geige, Flöte und Bouzouki mit dem rockigen Fundament. Dadurch entsteht ein Sound, der seine Wurzeln im Mittelalterrock nicht verleugnet, gleichzeitig aber genügend eigene Farbe besitzt.

„Tanz Der Elemente“ ist keine Platte, die sich in jeder Sekunde neu erfindet. Das muss sie aber auch nicht. BRACHMOND liefern ein stimmiges und abwechslungsreiches Album ab, das vor allem dann seine volle Wirkung entfalten dürfte, wenn diese Songs vor einem tanzenden und feiernden Publikum erklingen. Für Fans von Folk Rock und Metal mit einer ordentlichen Portion Mittelalter-Flair ist „Tanz Der Elemente“ daher definitiv einen Durchlauf wert.

Fazit: „Tanz Der Elemente“ von BRACHMOND bietet eine abwechslungsreiche Mischung, die sowohl alte Fans als auch Neueinsteiger überzeugen dürfte.

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BRACHMOND - Tanz Der Elemente - CD Review

Mastodon – Marrow Deep

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Band: MASTODON 🇺🇸
Titel: Marrow Deep
Label: Loma Vista Recordings
VÖ: 28.08.2026
Format: Doppel-LP / CD / Kassette / Digital
Genre: Progressive Metal / Sludge Metal / Progressive Rock

Tracklist

01. Barbarians Blood
02. Poisonous Weapons
03. Your Ghost Again
04. Snakes for Dinner
05. Out Like a Lamb
06. In the Ruins
07. They’re Coming For You
08. Golden Spires
09. Moth and Bone
10. A Vampire’s Demeanor
11. The Vanishing
12. The Three Fates

Besetzung

Troy Sanders – Bass, Gesang
Brann Dailor – Schlagzeug, Gesang
Bill Kelliher – Gitarre
Nick Johnston – Gitarre
João Nogueira – Keyboards, Synthesizer

Gäste:
Josh Homme – Gesang, »Snakes for Dinner«
Nate Newton und Randy Blythe – Gesang, »A Vampire’s Demeanor«
Geezer Butler – Bass, »The Vanishing«
Joe Duplantier – Gesang, »The Vanishing«
Neil Fallon – Gesang, »The Three Fates«
Ben Koller – zusätzlicher Schlagzeug-/Percussionbeitrag, »Barbarians Blood«

Bewertung:

4 von 5 Punkten

Manche Platten tragen ihre Narben offen. MASTODON lassen auf »Marrow Deep« keinen Zweifel daran, dass hinter diesen Songs Menschen stehen, denen zuletzt einiges weggebrochen ist. Trotzdem eröffnet das neunte Studioalbum keinen Trauergottesdienst. Die Gitarren stemmen sich nach vorne, das Schlagzeug hält die Musik in Bewegung, und zwischen Sludge-Gewalt und psychedelischen Ausflügen behaupten sich Melodien, die dem Schmerz etwas entgegensetzen. Fünf Jahre nach »Hushed And Grim« gelingt den Amerikanern eine kraftvolle Standortbestimmung: schwer, verspielt, gelegentlich zu ausladend, aber mit einem deutlichen Hunger auf das nächste Kapitel.

Albumstream:

Hört hier »Marrow Deep« an und schaut die Clips

EIN NEUES KAPITEL MIT OFFENEN WUNDEN

Der Einschnitt ist gewaltig. Brent Hinds verließ die Band im März 2025 und starb wenige Monate später bei einem Motorradunfall. Auch Brann Dailors Mutter Michele Lawrence ist gestorben. Beide Verluste prägen ein Album, dessen Titel bis ins Innerste zielt. Dabei gehört es zu den Stärken von MASTODON, persönliche Erfahrungen in Musik zu übersetzen, die auch ohne Kenntnis jeder biografischen Einzelheit funktioniert. Der Hintergrund erklärt die Dringlichkeit, doch die Songs müssen sie selbst vermitteln.

Mit Gitarrist Nick Johnston und Keyboarder João Nogueira erweitert sich die Besetzung zum Quintett. Vor allem die Tasten verändern das Verhältnis der Instrumente zueinander: Zwischen den Gitarren entstehen zusätzliche melodische Wege, die dem Material eine stärker ausgeprägte Progressive-Rock-Färbung geben. Die Band reagiert auf den Verlust also auch mit einer klanglichen Neuordnung. Das ist die richtige Entscheidung. Eine bloße Rekonstruktion der alten Besetzung wäre schon deshalb zum Scheitern verurteilt, weil sich eine Persönlichkeit wie Hinds nicht über Griffbretttechnik ersetzen lässt.

BARBARENBLUT UND SCHWERE GESCHÜTZE

»Barbarians Blood« stellt zunächst die Riffs ins Zentrum. Der Auftakt verknüpft die ungestüme Energie der früheren Bandphase mit der ausgearbeiteteren Struktur jüngerer Veröffentlichungen. Sludge bildet das schwere Fundament, während die Musik immer wieder beschleunigt und ihre kompakte Masse in Bewegung bringt. Das ist ein wirksamer Einstieg, weil er die Rückbesinnung auf körperliche Härte unmittelbar erfahrbar macht. Die musikalische Vergangenheit wird hier aufgegriffen, ohne dass der Song wie ein nachgebautes Stück von »Blood Mountain« wirkt.

Danach verlagert »Poisonous Weapons« den Schwerpunkt vom Ansturm zum Druck. Die Akkorde lasten schwer auf dem Rhythmus, doch das Stück bleibt im Inneren beweglich. Melodische Öffnungen verhindern, dass die Musik unter ihrem eigenen Gewicht erstarrt. Gerade dieser Wechsel überzeugt: Die Band hält einen massiven Riffkörper zusammen und schafft gleichzeitig Platz für eine andere Stimmung. Beide Auftaktstücke erinnern daran, wie wirkungsvoll progressive Ideen sein können, wenn sie an einem deutlich spürbaren Groove hängen. Man darf sich mit den Einzelheiten beschäftigen; zuerst trifft einen allerdings die Wucht.

GEISTER ZWISCHEN DEN VERSTÄRKERN

Mit »Your Ghost Again« bekommt die Trauer ein Gesicht. Dailor beschrieb die Erfahrung, Hinds im vertrauten Studioumfeld beinahe noch aus dem Augenwinkel wahrzunehmen. Sanders widmete seinen Textbeitrag ebenfalls dem verstorbenen Weggefährten. Der Geist im Titel ist deshalb keine dekorative Horrorfigur. Er steht für die Gewohnheit, jemanden noch dort zu erwarten, wo er jahrzehntelang selbstverständlich hingehörte.

Musikalisch passt dazu die Verbindung von drängenden Passagen und melodischer Weite. Der Song besitzt genügend Härte, um die Erinnerung nicht in süßlicher Feierlichkeit aufzulösen. Zugleich gibt er ihr einen Refrain, an dem man sich festhalten kann. Aus diesem Spannungsverhältnis entsteht einer der zentralen Momente des Albums: Nähe wird beschworen, während die Musik bereits gegen das Wissen um die endgültige Trennung anspielt.

Besonders gelungen ist der Verzicht auf eine bequeme Auflösung. Das Wiederkehren steckt schon im Titel. Trauer verschwindet nicht, sobald ein Song seinen letzten Akkord erreicht hat. »Your Ghost Again« macht aus dieser Erkenntnis eine packende Nummer, deren emotionale Wirkung über den unmittelbaren Anlass hinausreicht.

SCHLANGEN AUF DEM SPEISEPLAN

»Snakes for Dinner« zieht das Tempo und die Spielfreude wieder an. Die Riffs drücken nach vorne, während die Gesangsharmonien dem Refrain einen erfreulich direkten Zugang verschaffen. Diese Verbindung gelingt überzeugend: Der Song bietet genügend melodischen Halt für den ersten Kontakt und beschäftigt sich trotzdem nicht ausschließlich mit der nächsten Wiederholung seines stärksten Hooks. Die instrumentalen Verzierungen bleiben Teil einer handfesten Rocknummer.

Josh Homme kehrt als Gast zurück, nachdem er bereits bei »Colony Of Birchmen« mitgewirkt hatte. Sein Beitrag fügt sich in das Stück ein, während die Tasten eine weitere schillernde Farbe beisteuern. Die Band braucht hier keine große Geste, um ihre Verbindung zur eigenen Geschichte herzustellen. Ein vertrauter Gast und ein Song, der Härte mit fast übermütiger Beweglichkeit verbindet, reichen vollkommen aus.

Das von Deathcats inszenierte offizielle Video ergänzt die Nummer um eine Mischung aus Horror und Komik. Ein passender Begleiter für einen Song, der trotz des ernsten Albumhintergrunds seine Lust am schrägen Spektakel behält.

MASTODON – Snakes For Dinner (Official Video)

NICK JOHNSTON FINDET SEINEN PLATZ

»Out Like a Lamb« nimmt sich mehr Raum für die nachdenkliche Seite der Band. Besonders die Leadgitarre fällt auf: Johnston verbindet seine saubere, flüssige Spielweise mit einem ausgeprägten Sinn für Melodie. Das Solo entwickelt einen eigenen emotionalen Verlauf, statt den Song lediglich mit zusätzlichen Noten zu verlängern. Die technische Souveränität ist offensichtlich, doch die melancholische Färbung gibt ihr erst den entscheidenden Ausdruck.

Der Vergleich mit Hinds drängt sich trotzdem auf. Dessen eigenwillige Verbindungen zwischen Metal, Southern Rock und Bluegrass gehörten zu den Dingen, die MASTODON so schwer berechenbar machten. Johnston setzt andere Akzente. Seine Linien wirken kontrollierter, seine Ausarbeitung geschlossener. Das bringt Ordnung und Eleganz, kostet an manchen Stellen allerdings jene eigentümliche Schräglage, aus der früher ein völlig unerwarteter Moment entstehen konnte.

»Out Like a Lamb« zeigt, weshalb dieser Unterschied kein grundsätzliches Problem ist. Johnston überzeugt dort am stärksten, wo er die Stimmung eines Stücks mit seinen eigenen Mitteln vertieft. Für die neue Band ist das wertvoller als eine möglichst genaue Kopie der alten Gitarrensprache.

ZWISCHEN DEN TRÜMMERN

»In the Ruins« handelt von einem weiteren Verlust: Hurrikan Helene verwüstete Sanders’ Zuhause. Damit erhält der Titel eine bedrückend konkrete Bedeutung. Ein zerstörtes Haus bedeutet auch zerstörte Vertrautheit, unterbrochene Abläufe und das plötzliche Gefühl, den eigenen Platz neu suchen zu müssen.

Die Musik beginnt entsprechend zurückgenommen und wächst nach und nach in eine deutlich kräftigere Form hinein. Sanders’ rauer Vortrag trägt diese Entwicklung, ohne die Verletzlichkeit hinter einer makellosen Oberfläche zu verstecken. Der Song gehört zu den Momenten, in denen die Band weniger durch instrumentale Verschachtelung als durch den Aufbau von Spannung überzeugt. Nicht jeder ruhige Abschnitt der Platte ist gleich zwingend; hier besitzt die Zurückhaltung einen nachvollziehbaren emotionalen Zweck.

Der Übergang zur größeren Wucht lässt sich wie ein mühsames Aufrichten lesen. Die Verwüstung wird nicht weggewischt, sie bleibt der Ausgangspunkt. Gerade deshalb funktioniert die Nummer: Ihre Hoffnung wirkt erarbeitet. Das animierte Video von Hey Beautiful Jerk begleitet diesen Gedanken mit einer Reise durch beschädigte, fremdartige Landschaften.

MASTODON – In The Ruins (Official Video)

VERFOLGUNG UND GOLDENE TÜRME

Mit »They’re Coming For You« rückt das progressive Innenleben wieder nach vorne. Der längere instrumentale Einstieg baut eine eigene Umgebung auf, bevor die Gesangsmelodie einen klaren Bezugspunkt setzt. Das Zusammenspiel bleibt dabei unruhiger, als die zugängliche Führung der Stimme zunächst vermuten lässt. Die Instrumente arbeiten um die Melodie herum und verschieben ihren Untergrund, ohne sie vollständig aus dem Blick zu verlieren.

»Golden Spires« setzt unmittelbar danach auf die Beweglichkeit des Schlagzeugs und einen beständigen Wechsel zwischen melodischen und härteren Elementen. Dailor ist hier weit davon entfernt, lediglich die Gitarren zu begleiten. Seine Akzente gestalten den Verlauf mit und verleihen den Übergängen ihren eigenen Charakter. Die Musik beschäftigt den Kopf, hält dabei aber genügend Vorwärtsdrang, um nicht zur rein technischen Vorführung zu werden.

Beide Stücke zeigen zugleich eine Schwäche des Albums: Wenn viele Songs ihre Stärke aus ähnlichen Wechseln zwischen Verdichtung und Öffnung beziehen, stumpft der Überraschungseffekt etwas ab. Die Ausführung bleibt erstklassig. Trotzdem hätte eine gelegentlich radikalere Kürzung den einzelnen Ideen mehr Gewicht geben können.

DIE LEICHTIGKEIT VON »MOTH AND BONE«

»Moth and Bone« beginnt mit einer zarten Tastenfigur und lässt die übrigen Instrumente behutsam hinzutreten. Die kräftigere zweite Hälfte behält etwas von dieser anfänglichen Leichtigkeit. Gerade dadurch entsteht ein reizvoller Kontrast: Das Stück wächst, ohne seine erste Stimmung vollständig zu verdrängen.

Nogueiras Beitrag ist hier besonders wertvoll. Seine Keyboards liefern eine eigene melodische Perspektive und geben der Band Gelegenheit, anders zu gewichten. Die Gitarren müssen nicht jeden Zwischenraum ausfüllen. Bass und Schlagzeug können die Bewegung stützen, während die Tasten eine weichere Oberfläche schaffen. Auf dieser Grundlage öffnet sich eine Klangbühne, deren Tiefe aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Texturen entsteht.

Der Song dürfte vor allem jene Hörer ansprechen, die an »Hushed And Grim« die introspektive Seite mochten. Er gehört nicht zu den unmittelbarsten Angriffen der Platte, bereichert sie aber um eine notwendige andere Temperatur. Nach so viel Riffdruck tut eine Passage gut, die ihre Wirkung zunächst aus dem vorsichtigen Aufbau gewinnt.

EIN VAMPIR ZEIGT DIE ZÄHNE

Diese Ruhe hält nicht lange. »A Vampire’s Demeanor« wirft die Tür zur aggressiven Seite der Band wieder auf. Randy Blythe von LAMB OF GOD und Nate Newton von CONVERGE verstärken die vokale Attacke, während die Musik mit düsteren Riffs und schneidendem Gesang nachsetzt. Die Erinnerung an die rohe Frühphase liegt hier näher als bei den zuvor stärker auf Atmosphäre ausgerichteten Stücken.

Der Zeitpunkt innerhalb des Albums ist hervorragend gewählt. Gerade als sich ein gewisser Komfort in den melodischen und progressiven Räumen einstellen könnte, zieht die Band den Boden wieder weg. Die Gäste geben der Nummer zusätzliche Reibung, ohne die Identität von MASTODON zu überdecken. Für Freunde der härteren Bandseite ist das einer der wichtigsten Anspieltipps. Der Song beweist, dass die neue Klangpalette auch Platz für einen ausgesprochen unfreundlichen Ausbruch lässt.

GEEZER BUTLER ÖFFNET DEN KOSMOS

»The Vanishing« setzt ein anderes Schwergewicht dagegen: Geezer Butler spielt das Bassintro. Der Bezug zu BLACK SABBATH bleibt nicht bei der prominenten Besetzung stehen. Die entrückten Stimmen und die psychedelische Atmosphäre erinnern an jene Seite der Metal-Urväter, die mit »Planet Caravan« schon früh zeigte, wie schwer Musik auch im Schwebezustand sein kann.

Joe Duplantier steuert ebenfalls Gesang bei. Die Nummer entfaltet ihren Reiz über Raum und Stimmung, bevor sie ihre Kraft weiter steigert. Der gedankliche Hintergrund einer kosmischen Wiederbegegnung mit Verstorbenen passt zu dieser Bewegung: Die Musik entfernt sich von der unmittelbaren Gegenwart, ohne ihren emotionalen Ausgangspunkt zu verlieren.

Als vorletzter Titel schafft »The Vanishing« genau den Perspektivwechsel, den eine lange Platte an dieser Stelle braucht. Die Sabbath-Verwandtschaft ist deutlich, wird aber in die eigene Form überführt. So entsteht einer der stärksten Momente des Albums: ausgedehnt, atmosphärisch geschlossen und mit einem klaren Grund für seine zusätzliche Spielzeit.

DIE DREI SCHICKSALSGÖTTINNEN HABEN DAS LETZTE WORT

»The Three Fates« beendet die Reise mit einem umfangreichen Progressive-Rock-Finale. Neil Fallon von CLUTCH bringt seinen markanten Vortrag ein, während Tasten und Gitarren die Musik durch unterschiedliche Stimmungen führen. Das Stück öffnet sich deutlich für die Tradition der Siebziger: Die Freude an wechselnden Farben, ausgedehnten Entwicklungen und theatralischem Ausdruck ist unüberhörbar.

Hier zahlt sich aus, dass Nogueira innerhalb der Band tatsächlich gestalterischen Raum erhält. Die Tasten geben dem Finale ein eigenes Profil und verhindern, dass die längste Nummer lediglich wie eine Verlängerung der vorherigen Gitarrenausflüge wirkt. Der Bezug auf die drei Schicksalsgöttinnen bündelt die Themen des Albums in einem Bild von Lebenszeit und Endlichkeit.

Als Schluss funktioniert das überzeugend. Die Musik nimmt sich die Freiheit, noch einmal auszuholen, und hält die verschiedenen Einfälle durch eine gemeinsame Atmosphäre zusammen. Das ist nicht in jedem Moment knapp, besitzt aber einen erkennbaren Zielpunkt. Ein Album über das Weitermachen darf am Ende etwas größer werden.

VIEL GEWONNEN, NICHT ALLES GELÖST

»Marrow Deep« besitzt genügend starke Songs, um auch außerhalb seiner Entstehungsgeschichte zu bestehen. Seine größte Qualität ist die Verbindung aus wiedergewonnener körperlicher Energie und einer erweiterten melodischen Sprache. Die neue Besetzung arbeitet nicht nur eine Lücke ab, sondern eröffnet Möglichkeiten. Besonders Nogueiras Tasten sind für diesen Schritt entscheidend.

Völlig frei von Längen ist die Platte dennoch nicht. Der Wechsel zwischen ruhigen Passagen und kräftigen Steigerungen wird gelegentlich so vertraut, dass die nächste Wendung weniger überrascht, als sie sollte. Auch der kontrollierte Gesamteindruck hat zwei Seiten: Die Details bleiben gut organisiert, doch manchmal fehlt ein Moment, der die Ordnung wirklich gefährdet. Gerade im Vergleich mit den kühnsten früheren Alben fällt das auf.

Hinds‘ Fehlen lässt sich deshalb weder wegdiskutieren noch zum alleinigen Qualitätsmaßstab erklären. Eine Band besteht aus Beziehungen zwischen Musikern, und diese Beziehungen haben sich verändert. MASTODON antworten darauf mit einer Platte, die ihre Stärken kennt, neue Farben zulässt und sich gelegentlich noch zu sehr auf bewährte Spannungsverläufe verlässt.

FAZIT:

»Marrow Deep« ist ein starkes Album zwischen schmerzhafter Erinnerung und frischer Spielfreude. »Your Ghost Again« liefert das emotionale Zentrum, »Snakes for Dinner« verbindet Härte und Eingängigkeit, und »The Vanishing« gehört mit seiner psychedelischen Weite zu den Höhepunkten. Dazu kommen ein bissiges »A Vampire’s Demeanor« und ein ambitioniertes Finale, das die neuen Möglichkeiten der Besetzung wirkungsvoll ausspielt.

Einige ausgedehnte Übergänge und die gelegentlich zu vertraute Dramaturgie verhindern den Sprung in die absolute Spitzenklasse. Die Substanz reicht dennoch für überzeugende 4 von 5 Punkten. MASTODON tragen ihre Vergangenheit weiter, ohne in ihr stehen zu bleiben. Genau diese Bewegung gibt »Marrow Deep« seine Kraft.

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MASTODON - Marrow Deep - Album Review

TEMPERANCE veröffentlichen dritte Single

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TEMPERANCE Bandphoto zur Veröffentlichung der dritten Single „The Tower: Lean Into Fear“ aus dem kommenden Album „Arcani“
Photo Credit: Alex Verona

TEMPERANCE veröffentlichen dritte Single „The Tower: Lean Into Fear“ – Neues Album Arcani erscheint am 16. Oktober 2026 über Napalm Records

TEMPERANCE veröffentlichen dritte Single „The Tower: Lean Into Fear“ aus dem kommenden Album „Arcani“

Die italienischen Symphonic-Power-Metaller TEMPERANCE veröffentlichen am 16. Oktober 2026 ihr neues Album Arcani über Napalm Records. Heute erscheint daraus mit „The Tower: Lean Into Fear“ ein weiterer Track, der sich – wie bereits die zuvor veröffentlichten Singles – vom Tarot inspirieren lässt. Der Song geht direkt in die Vollen und besticht durch rockige Riffs und die kraftvolle Stimme von Sängerin Kristin Starkey, die hier eine völlig neue Facette des musikalischen Universums der Band präsentiert. Damit erweist sich „The Tower: Lean Into Fear“ als musikalische Perle, die die Diskografie von TEMPERANCE perfekt ergänzt.

Seit ihrer Gründung haben TEMPERANCE sieben Studioalben veröffentlicht und waren unter anderem mit Tarja Turunen auf Tour. Im Herbst 2026 gehen sie gemeinsam mit ihren Labelkollegen KAMELOT und EXIT EDEN auf Europatournee. Die Tour startet am 1. November in London.

Kristin Starkey über „The Tower: Lean Into Fear“:

„‚Der Turm‘ ist eine der Karten, vor deren Ziehung man sich bei einer Tarot-Legung am meisten fürchtet. Sie lässt sich so zusammenfassen, dass die Seele große Prüfungen und Leiden durchstehen muss, um zu wachsen und zu gedeihen. Manchmal ist der richtige Weg der schmerzhafteste, und manchmal müssen wir uns dieser Angst stellen, um die beste Version unserer selbst zu werden. Wir versuchen, diesen Schmerz zu vermeiden, aber sobald wir erkennen, dass Schmerzen, Narben und Prüfungen notwendig sind, um die Lektionen des Lebens zu lernen, blühen wir auf. Lean Into Fear, stürze dich in die Angst.“

Schaue JETZT das offizielle Musikvideo zu „The Tower: Lean Into Fear“!

TEMPERANCE mischen für ihr achtes Album Arcani die Karten neu. Inspiriert von der Wahrsagedisziplin Tarot folgt jeder der 13 neuen Songs einer anderen Karte der Großen Arkana. Leidenschaftlich fesselnd und mit noch einschlagenderen symphonischen Melodien als zuvor enthüllt sich hier TEMPERANCE’ strahlende Zukunft.
 
Obgleich nicht direkt ein Konzeptalbum, inszenieren sich TEMPERANCE mit dem Tarot-inspirierten Arcani als Meister im Geschichtenerzählen. Das achte Album klingt so erhaben wie einprägsam und das Fünfgespann versteht sich gekonnt darauf, seine wechselnden Vokalisten pointiert in Szene zu setzen. Mit den persönlichsten Texten ihrer Karriere, deren Zeilen in Gruppen-Sessions aufgenommen wurden, die die Mitglieder noch näher zusammenbrachten, legen TEMPERANCE ein starkes, melodisches Werk vor, voller Power, Passion und Perspektive.
 
Marco Pastorino über Arcani:

„Endlich können wir unser neues Album Arcani ankündigen! 13 unglaubliche Songs, an denen wir das letzte Jahr über unermüdlich gearbeitet haben und von denen wir sicher sind, dass sie ein essentieller Teil unserer Live-Show werden. Epische Symphonic-Arrangement, Harmonien gewebt aus unseren drei unverwechselbaren Stimmen, große Gitarren-Soli und eine fantastische Produktion! Nach Abenteuern rund um den Globus als Support für die magische Welt von Hermitage haben wir wieder etwas Magisches für euch. Willkommen in der Welt von Arcani.“

Der erste Trumpf kommt in der Form von „The Fool“. So wie die Narrenkarte im Tarot einzigartig ist, da sie traditionell unnummeriert ist oder die 0 trägt, nimmt auch der Eröffnungstrack von Arcani durch den fehlenden Untertitel eine besondere Rolle ein. TEMPERANCE gestalten ihren erhabenen Sound hier stimmungshebend und bereiten mit einem kraftvollen Duett auf ein mitreißendes Album vor. In „The Magician: Into the Fire“ rückt männlicher Gesang ins Zentrum und legt mit einer lodernden Hymne weiteres Potential des Albums offen. Eingeführt von sanften Keyboard-Melodien und mit beeindruckenden Noten zu einem buchstäblichen Höhepunkt gebracht schöpft der folgende Midtempo-Track „Death: Right Before We Die“ ausdrucksstark aus einem Erlebnis, das die Bandmitglieder teilen. Mit „The Tower: Lean Into Fear“ zeigen TEMPERANCE eine ganz neue Facette ihres musikalischen Universums: Sein Tarot-Vorbild ein Symbol für Chaos und Katastrophen, aber auch für Befreiung, ist die Hard-Rock-Nummer der perfekte Song, um Kristin Starkeys Vielseitigkeit aufzuzeigen. „The Devil: Sin, Sin, Sin“ greift den dunklen Unterton seines Vorgängers auf und nutzt ihn für eine dramatische Komposition mit unvergleichbar mitreißendem Refrain, in dem die italienischen Meister des Melodic Metal besonders strahlen. Danach legt das Quintett mit „Temperance: Forgiveness“ einen quasi-bandbetitelten Song vor. TEMPERANCE wandeln die Tugend-Karte in einen ausgeglichenen, ermutigenden Song, der prophezeit: „Another day is coming.“ Er folgt in der triumphalen Gestalt von „The Chariot: Alla Ricerca dell’America“ (Dt. „auf der Suche nach Amerika“), das Arcani sowohl um italienische Lyrics und eine schwedische Zeile, die Starkeys Wahlheimat würdigt, als auch opernhaften Gesang erweitert. Dem eingängigen „Justice: Balance“ wohnt ein gleichermaßen siegreiches Gefühl inne, bevor das hoffnungsvolle „The Star: Surrender Control“ TEMPERANCE wieder ihre Vokalisten als Kontrastpunkte setzen lässt. Elektronische Melodien leiten „Wheel of Fortune: Come and Call Me“ auf einen schnellen und kraftvollen Weg – die stürmische Veränderung passt erneut zur Symbolträchtigkeit der gleichnamigen Karte. Etwas ruhiger vertont dann „The Moon: The Man of Moonlight“ verborgene Gefahr durch verführerische Instrumentierung und starke Vocals, bevor das intensive „The Hanged Man: Petrichor“ von Akustikgitarre in unvergleichlich hart umschlägt und von Metal bis Oper all die Elemente zusammenführt, die die Band ganz ohne den Verlustaspekt des „pittura infamante“ umzusetzen weiß. „The World“ sticht ähnlich wie „The Fool“ durch seinen Titel heraus, bringt allerdings auch als Musikstück seinen eigenen Charakter mit: Der Schlusssong ist eine Akustikgitarren-Komposition mit vorrangig weiblichem Gesang, der sich der letzten Karte der Großen Arkana in seinem Erfolgsgefühl anpasst. So schließen TEMPERANCE Arcani mit einer besonderen Atmosphäre übergreifender Endgültigkeit, blicken aber dennoch voraus.

TEMPERANCE veröffentlichen dritte Single „The Tower: Lean Into Fear“ aus dem kommenden Album „Arcani“

Tracklist

01. The Fool
02. The Magician: Into the Fire
03. Death: Right Before We Die
04. The Tower: Lean Into Fear
05. The Devil: Sin, Sin, Sin
06. Temperance: Forgiveness
07. The Chariot: Alla Ricerca dell’America
08. Justice: Balance
09. The Star: Surrender Control
10. Wheel of Fortune: Come and Call Me
11. The Moon: The Man of Moonlight
12. The Hanged Man: Petrichor
13. The World

 

Quellenangabe: Napalm Records Photo Credit: Alex Verona

OSYRON veröffentlichen neue Single

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OSYRON Bandfoto zur neuen Single „Higher“ und dem kommenden selbstbetitelten Album
Photo Credit: Angela Ambrose

OSYRON veröffentlichen neue Single „Higher“ samt Video und starten Vorverkauf für das kommende, selbstbetitelte Album

OSYRON Higher Cover Artwork

Die kanadische Modern-Metal-Band OSYRON meldet sich mit ihrer neuen Single „Higher“ zurück. Parallel zur Veröffentlichung startet die Band den Vorverkauf für ihr kommendes, selbstbetiteltes Studioalbum Osyron, das am 27. November 2026 über Distortion Music Group (DMG) – Powered by Reigning Phoenix Music erscheint.

Gitarrist Bobby Harley verrät uns über die erste Single:

„Wir haben diesen Song als erste Single ausgewählt, weil er unserer Meinung nach sehr gut zeigt, wo wir als Band heute stehen, und gleichzeitig einen guten Eindruck vom gesamten Album vermittelt. Uns war wichtig, dass man den Refrain schon nach dem ersten Hören mitsingen kann, das Outro einem aber trotzdem ordentlich den Nacken ruiniert. Der Song hat alles, was man an einem Osyron-Track liebt: einen eingängigen Refrain, harte Strophen, zweistimmige Gitarrenharmonien, Drums und sogar Gesang.“

Die Ursprünge des Songs reichen dabei überraschend weit zurück:

 â€žDas ist außerdem einer dieser Tracks, deren Grundidee viel älter ist, als man vielleicht vermuten würde. Die Riffs und polyrhythmischen Strukturen in den Strophen und im Outro stammen aus einer Idee, die Tyler bereits 2013 geschrieben hat. Jetzt fühlte es sich endlich nach dem richtigen Zeitpunkt an, sie wieder hervorzuholen und gemeinsam zum Leben zu erwecken, mit vielen zusätzlichen Jahren musikalischer Entwicklung im Rücken.“

Aus einer dichten, atmosphärischen Klangkulisse heraus entfaltet „Higher“ seine volle Wucht: donnernde Gitarrenrhythmen treffen auf dissonante Harmonien, während sich der Refrain mit großer melodischer Intensität über das massive Fundament erhebt.

Zwischen eindringlichen Gesangsmelodien und brachialen Harsh Vocals zeigen OSYRON, wie selbstverständlich sie aggressive Soundgewalt mit atmosphärischen, beinahe ätherischen Passagen verbinden können.

Pre-Sale: https://osyron.rpm.link/osyron

„Higher“ streamen: https://osyron.rpm.link/higherPR 

Den Videoclip zum Song seht ihr hier:

Über die Zusammenarbeit mit Distortion Music Group äußert sich die Band:

 â€žWir freuen uns riesig, für dieses nächste Kapitel von Osyron Teil der Distortion-Music-Group-Familie zu werden. Nach mehr als zehn Jahren, in denen wir diese Band aufgebaut, vier ganz passable Alben veröffentlicht, Shows in Nordamerika und Europa gespielt, unseren Sound weiterentwickelt und sogar einen Polen in die Band aufgenommen haben, war es für uns enorm wichtig, für dieses Album das richtige Label zu finden. DMGs Leidenschaft für harte Musik, ihre internationale Reichweite und ihre Verbindungen innerhalb der Metal-Szene machen sie zum perfekten Partner für das, was wir mit diesem Album erreichen wollen. Dieses Album ist für uns ein gewaltiger Schritt nach vorn. Umso mehr freuen wir uns, das großartige Team von Distortion Music Group an unserer Seite zu haben, wenn wir in diese neue Ära starten.“

Maurizio Iacono, General Manager von DMG, kommentiert das neue Signing:

„Wir sind stolz darauf, Osyron in der DMG-Familie willkommen zu heißen. Die Band ist eines der bestgehüteten Geheimnisse Kanadas und bekommt nun endlich die Chance, sich auf der internationalen Bühne zu beweisen. Wir freuen uns sehr, sie auf ihrem weiteren Weg durch die Welt des Progressive Power Metal begleiten zu dürfen.“

Quellenangabe: All Noir Photo Credit: Angela Ambrose