Band: Absu 🇺🇸
Titel: The Temples of Offal / Return of the Ancients – Remastered 35th Anniversary Edition
Label: Aeternitas Tenebrarum Musicae Fundamentum / Black Montanas
VÖ: 10.06.2026 Format: CD / Gatefold-LP / Digital
Genre: Old School Death Metal / Blackened Death Metal / Death-Thrash Metal

Tracklist

01. Immortal Sorcery – Original Mix
02. Sumerian Sands (The Silence) – Original Mix
03. Disembodied – Original Mix
04. Immortal Sorcery – Rough Mix
05. Sumerian Sands (The Silence) – Rough Mix
06. Disembodied – Rough Mix
07. Immortal Sorcery – Alternate Rehearsal Version
08. Eternal Rest – Alternate Rehearsal Version
09. Sea of Glasya – Alternate Rehearsal Version
10. Dawn of Invocation – Alternate Rehearsal Version
11. Immortal Sorcery – Original Rehearsal Version
12. Eternal Rest – Original Rehearsal Version
13. Sea of Glasya – Original Rehearsal Version
14. Dawn of Invocation – Original Rehearsal Version
15. Immortal Sorcery – Early Rehearsal Version (Azathoth: 1990)

Besetzung

Shaftiel – Leadgitarre, Gesang
Equitant Ifernain – Bass, Texte
Gary Lindholm – Leadgitarre
Danny Benbow – Schlagzeug, Gesang

Neuauflage:
Remix und Remastering – Equitant, Agurak Studios
Liner Notes – Proscriptor
Neues Coverartwork – Monica Mey
Layout und Design – Equitant und Francesco Gemelli

Originalaufnahmen:
Aufgenommen 1990 und 1991
Neu bearbeitet von den ursprünglichen Kassetten- und DAT-Quellen

Limitierung:
500 CDs mit 16-seitigem Booklet
500 Gatefold-LPs
250 Exemplare auf schwarzem Vinyl
250 Exemplare auf silbernem Vinyl

Bewertung:

4 von 5 Punkten

Black Metal aus den USA ist auch Krieg! Aber Krieg und USA – wen wundert es? Scherz beiseite: Wer bei Absu sofort an rasenden Black Thrash, mythologische Texte und Proscriptor McGoverns unverwechselbares Schlagzeugspiel denkt, sollte die Erwartungen für »The Temples of Offal / Return of the Ancients – Remastered 35th Anniversary Edition« zunächst neu ausrichten. Die hier versammelten Aufnahmen entstanden 1990 und 1991, als die Texaner noch tief im ursprünglichen Death Metal verwurzelt waren und ihren späteren Stil erst entwickelten. Die Compilation enthält die drei Stücke von »The Temples of Offal« im ursprünglichen Mix und als Rough Mix, zwei vollständige Proberaumfassungen des Demos »Return of the Ancients« sowie eine frühe Version von »Immortal Sorcery« aus der kurzen Azathoth-Phase. Equitant hat das Material aus den alten Kassetten- und DAT-Quellen neu gemischt und gemastert, ohne den Untergrundcharakter durch moderne Studiokosmetik zu beseitigen. Entsprechend sollte niemand ein reguläres Absu-Album mit fünfzehn unterschiedlichen Kompositionen erwarten. Diese Jubiläumsedition ist eine archäologische Ausgrabung: mehrfach dieselben Knochen, aber aus verschiedenen Erdschichten und mit erstaunlich aufschlussreichen Spuren der späteren Entwicklung.

Full Compilation: Remastered 35th Anniversary Edition

BEVOR DER BLACK THRASH DIE HERRSCHAFT ÜBERNAHM

Die Absu dieser Aufnahmen unterscheiden sich deutlich von jener Band, die später mit »Barathrum: V.I.T.R.I.O.L.«, »The Sun of Tiphareth« oder »Tara« ihren eigenen mythologisch aufgeladenen Black-Thrash-Stil etablierte. Die Gitarren spielen tiefer, die Rhythmen sind schwerer und der Gesang bewegt sich stärker im klassischen Death Metal der frühen Neunziger.

Shaftiel klingt rau, tief und wenig kontrolliert. Seine Stimme sitzt nicht sauber über den Instrumenten, sondern wird vom Proberaumklang und den sägenden Gitarren regelrecht umschlossen. Das wirkt aus heutiger Sicht primitiv, passt aber perfekt zu einer Musik, die noch nicht versucht, ihre einzelnen Bestandteile übersichtlich zu präsentieren.

Auch das Schlagzeug von Danny Benbow ist weit von Proscriptors späterer Raserei entfernt. Benbow spielt druckvoll und direkt, bevorzugt jedoch einfache, nachvollziehbare Rhythmen. Schnelle Abschnitte sind vorhanden, doch der Schwerpunkt liegt auf schweren Übergängen und einem rumpelnden Vorwärtsdrang.

Gerade diese Unterschiede machen die Neuauflage interessant. Sie dokumentiert keine bereits voll entwickelte Band, sondern eine Formation auf der Suche nach einer eigenen Sprache. Black Metal, Thrash Metal und okkulte Atmosphäre sind bereits als Möglichkeiten vorhanden, werden aber noch von einem massiven Death-Metal-Fundament zusammengehalten.

IMMORTAL SORCERY ALS ENTWICKLUNGSPROTOKOLL

Kein Stück taucht auf dieser Edition häufiger auf als »Immortal Sorcery«. Der Song ist im Original Mix, Rough Mix, als alternative und ursprüngliche Proberaumaufnahme sowie in einer frühen Azathoth-Fassung enthalten. Was auf den ersten Blick nach unnötiger Wiederholung aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hören als Entwicklungsgeschichte im Kleinformat.

Der Original Mix besitzt die größte Geschlossenheit. Die Gitarren von Shaftiel und Gary Lindholm schneiden mit einem trockenen Klang durch die Aufnahme, während Equitants Bass das Fundament verdichtet. Das Hauptriff ist einfach, aber wirkungsvoll und trägt bereits jene okkulte Grundstimmung, die später zu einem festen Bestandteil von Absu werden sollte.

Im Rough Mix stehen die Instrumente ungleichmäßiger zueinander. Die Gitarren wirken aggressiver, das Schlagzeug weniger kontrolliert und der Gesang unmittelbarer. Musikalisch handelt es sich um dieselbe Komposition, emotional entsteht jedoch eine andere Wirkung. Der Rough Mix klingt stärker nach einer Band, die ihre Musik gerade erst aus dem Proberaum in eine aufnehmbare Form zwingt.

Die Proberaumfassungen reduzieren den Abstand zwischen Musikern und Hörer weiter. Fehler, schwankende Lautstärken und kleine rhythmische Verschiebungen bleiben erhalten. Das ist nicht immer angenehm, vermittelt aber nachvollziehbar, wie das Stück innerhalb der Band funktioniert hat.

Besonders aufschlussreich ist die frühe Version aus dem Jahr 1990. Hier tritt die Struktur noch undeutlicher hervor. Das Riffing wirkt schwerfälliger, der Klang chaotischer und die spätere Kompaktheit ist lediglich zu erahnen. Genau deshalb gehört diese Fassung auf eine solche Edition: nicht als beste Version, sondern als Ausgangspunkt.

SUMERIAN SANDS LEGT DIE ERSTEN MYTHOLOGISCHEN SPUREN

»Sumerian Sands (The Silence)« ist rückblickend besonders interessant, weil bereits der Titel auf jene Beschäftigung mit sumerischer und mesopotamischer Mythologie verweist, die Absu später ausführlicher verfolgen sollten. Musikalisch steht der Song jedoch weiterhin deutlich im Death Metal.

Das zentrale Riff besitzt eine schleppende, bedrohliche Bewegung. Die Gitarren erzeugen keine melodische Weite, sondern bilden eine kompakte Wand. Equitants Bass ist weniger als eigenständige Linie zu hören, verstärkt jedoch den schweren Gesamtklang.

Im Original Mix funktioniert die Nummer am besten. Die einzelnen Abschnitte sind deutlich genug voneinander getrennt, ohne dass die Aufnahme ihren historischen Charakter verliert. Gerade der Wechsel zwischen langsameren Riffs und kurzen Beschleunigungen zeigt, dass Absu bereits damals mehr wollten als bloß geradliniges Gebolze.

Der Rough Mix verschiebt die Gewichte. Das Schlagzeug klingt weiter entfernt, die Gitarren stehen stärker im Vordergrund und Shaftiels Gesang wirkt beinahe wie ein zusätzlicher Geräuschfaktor. Diese Fassung besitzt weniger Klarheit, dafür aber eine unangenehme, fast klaustrophobische Atmosphäre.

Die Unterschiede sind nicht dramatisch. Wer nur die Songs hören möchte, benötigt nicht zwingend beide Varianten. Für Sammler und Hörer, die sich mit Produktion und Entwicklung beschäftigen, ist die Gegenüberstellung jedoch sinnvoll.

DISEMBODIED ZERFÄLLT NICHT IM REMASTER

»Disembodied« ist das schnellste und unmittelbarste Stück aus dem Block von »The Temples of Offal«. Die Gitarren greifen aggressiver an, Benbow erhöht das Tempo und Shaftiel presst seine Stimme mit größerer Schärfe aus dem Mix.

Der Song zeigt deutlicher als seine beiden Nachbarn, in welche Richtung sich Absu später bewegen konnten. Noch handelt es sich nicht um Black Thrash, doch die größere Geschwindigkeit und die hektischeren Übergänge lösen das Material aus dem schweren Death-Metal-Rahmen.

Equitant und Gary Lindholm sorgen dafür, dass die Musik trotz der rohen Aufnahme nicht vollständig auseinanderfällt. Der Bass hält die tiefen Frequenzen zusammen, während Lindholms zweite Gitarre das Riffing verdichtet. Eine klare Trennung der beiden Gitarren ist kaum möglich, doch genau diese Verschmelzung erzeugt einen großen Teil der Wirkung.

Im Rough Mix verliert der Song etwas an Präzision, gewinnt aber an Gewalt. Die Instrumente wirken näher zusammengedrängt und der Gesang tritt schärfer hervor. Der Vergleich zeigt zugleich, wie behutsam das Remastering mit den Quellen umgeht. Die historische Aufnahme wurde nicht in ein modernes Klangbild gezwungen.

Equitant verbessert die Verständlichkeit, ohne aus dem Material etwas zu machen, das es 1991 niemals war. Die Gitarren bleiben körnig, das Schlagzeug rumpelt und der Bass besitzt keine zeitgemäße Trennschärfe. Ein glattgezogenes Ergebnis hätte zwar oberflächlich mehr Druck erzeugt, aber den dokumentarischen Wert erheblich beschädigt.

RETURN OF THE ANCIENTS BLEIBT IM PROBERAUM

Die Stücke von »Return of the Ancients« liegen ausschließlich als Proberaumfassungen vor. »Immortal Sorcery«, »Eternal Rest«, »Sea of Glasya« und »Dawn of Invocation« erscheinen jeweils in einer ursprünglichen und einer alternativen Aufnahme.

Der klangliche Sprung gegenüber den Studiofassungen von »The Temples of Offal« ist deutlich. Die Instrumente stehen nicht sauber getrennt, die Raumakustik drückt auf sämtliche Frequenzen und besonders die Becken lösen sich regelmäßig in einem scharfen Rauschen auf.

Dennoch besitzen diese Aufnahmen eine Energie, die in kontrollierteren Produktionen nur schwer reproduziert werden kann. Man hört eine junge Band, die nicht für spätere Archivveröffentlichungen spielt. Die Musiker versuchen schlicht, ihre Songs unter Proberaumbedingungen zusammenzuhalten.

»Eternal Rest« fällt besonders kompakt aus. Das Stück verzichtet auf längere Entwicklungen und setzt stattdessen auf einen unmittelbaren Wechsel aus schweren Riffs und schnelleren Passagen. Die alternative Fassung wirkt aggressiver, während die ursprüngliche Aufnahme etwas stabiler gespielt ist.

»Sea of Glasya« besitzt eine dunklere, beinahe beschwörende Atmosphäre. Die Gitarren lassen einzelne Akkorde länger stehen und erzeugen damit mehr Raum als in »Eternal Rest«. Gleichzeitig zeigt sich hier besonders deutlich die Grenze des Ausgangsmaterials: Manche Details bleiben auch nach dem Remastering unter dem Proberaumrauschen verborgen.

DAWN OF INVOCATION ÖFFNET DAS TOR

»Dawn of Invocation« ist die längste Komposition des ursprünglichen Demos und zugleich der deutlichste Hinweis auf die spätere Entwicklung von Absu. Die Riffs wechseln häufiger, das Tempo wird variabler eingesetzt und die Atmosphäre tritt stärker neben die reine körperliche Härte.

Die alternative Proberaumfassung überschreitet die Vier-Minuten-Marke und lässt den einzelnen Abschnitten mehr Zeit. Das Schlagzeug bewegt sich zwischen schleppenden Rhythmen und kurzen Ausbrüchen, während die Gitarren ihre Motive mehrfach verändern.

Die ursprüngliche Proberaumfassung ist kürzer und kompakter. Manche Übergänge wirken abrupter, dafür bleibt die Spannung über die gesamte Laufzeit hoch. Welche Version besser funktioniert, hängt davon ab, ob der Hörer eine geschlossenere Komposition oder den ungebremsten Proberaumangriff bevorzugt.

Gerade solche Unterschiede rechtfertigen die ausführliche Tracklist. Die Edition präsentiert nicht einfach dieselben Aufnahmen mehrfach unter neuen Bezeichnungen. Sie ermöglicht einen Vergleich zwischen verschiedenen Zeitpunkten und Arbeitsstadien.

Das richtet sich selbstverständlich an ein spezielles Publikum. Gelegenheitshörer werden vermutlich nach der Hälfte des Albums genug Varianten von »Immortal Sorcery« und den übrigen Demostücken gehört haben. Für langjährige Fans ist genau diese Wiederholung jedoch der eigentliche Inhalt der Veröffentlichung.

VIER MUSIKER VOR DER KLASSISCHEN ABSU-PHASE

Die Besetzung dieser Aufnahmen besteht aus Shaftiel, Equitant Ifernain, Gary Lindholm und Danny Benbow. Proscriptor McGovern, der den späteren Stil von Absu maßgeblich prägen sollte, war bei diesen frühen Sessions noch nicht Teil der Band.

Shaftiel übernimmt Gitarre und Gesang. Sein Spiel ist deutlich stärker im Death Metal verankert als auf den späteren Alben. Die Riffs setzen auf schwere Akkorde, kurze Tremolo-Bewegungen und kontrollierte Tempowechsel. Technische Feinheiten spielen eine untergeordnete Rolle.

Gary Lindholm ergänzt die Gitarrenfront und sorgt für zusätzliche Dichte. Die Rollen lassen sich aufgrund der Aufnahmequalität nicht immer eindeutig auseinanderhalten. Dennoch ist hörbar, dass zwei Gitarren gemeinsam an einer geschlossenen Klangwand arbeiten.

Equitant spielt Bass und verantwortet die Texte. Sein Instrument besitzt auf den Studiofassungen mehr Kontur als in den Proberaumaufnahmen. Die später für Absu typische Verbindung aus Musik, Mythologie und okkulter Symbolik ist bereits angelegt, aber noch nicht vollständig ausgearbeitet.

Danny Benbow liefert ein körperliches und ungeschöntes Schlagzeugspiel. Seine Rhythmen sind weniger spektakulär als jene, die Proscriptor später etablieren sollte, funktionieren aber innerhalb des schweren Death Metals ausgesprochen gut. Die kleinen Schwankungen und ungleichmäßigen Anschläge gehören zum Charakter der Aufnahmen.

REMASTERING STATT DIGITALER WIEDERBELEBUNG

Die wichtigste Leistung der Jubiläumsausgabe besteht darin, das Material hörbarer zu machen, ohne seine Herkunft zu verleugnen. Equitant fertigte Remix und Remastering in den Agurak Studios aus den ursprünglichen Kassetten- und DAT-Quellen an.

Das Ergebnis beseitigt kein Bandrauschen und keine klangliche Begrenzung vollständig. Die Gitarren bleiben rau, das Schlagzeug besitzt wenig räumliche Tiefe und die Proberaumaufnahmen klingen weiterhin nach Proberaumaufnahmen. Das ist die richtige Entscheidung.

Eine moderne Neuabmischung mit ausgetauschten Schlagzeugklängen, künstlich verbreiterten Gitarren und maximaler Lautheit hätte die historische Substanz zerstört. Die Edition soll zeigen, wie Absu 1990 und 1991 klangen, nicht wie diese Musik mit den Möglichkeiten von 2026 produziert worden wäre.

Der Zugewinn liegt vor allem in der Stabilität. Die Lautstärken der verschiedenen Quellen wurden besser aufeinander abgestimmt, Gitarren und Gesang besitzen mehr Kontur und die tiefen Frequenzen wirken weniger undefiniert. Wunder kann und soll das Remastering nicht vollbringen.

Gerade bei den Rough Mixes und Proberaumfassungen bleibt das Hören anstrengend. Wer historische Demoaufnahmen grundsätzlich als schlecht produzierte Vorstufen betrachtet, wird auch durch diese Edition nicht bekehrt. Liebhaber des frühen Extreme-Metal-Untergrunds erhalten hingegen eine überzeugend restaurierte Fassung.

FÜNFZEHN TRACKS, ABER NUR SIEBEN KOMPOSITIONEN

Die umfangreiche Tracklist ist zugleich Stärke und Schwäche. Auf dem Papier wirkt eine Edition mit fünfzehn Stücken großzügig. Tatsächlich verteilen sich diese auf lediglich sieben eigenständige Kompositionen, wobei »Immortal Sorcery« gleich fünfmal vertreten ist.

Als gewöhnliches Album funktioniert diese Zusammenstellung deshalb nur eingeschränkt. Die wiederholten Fassungen unterbrechen den musikalischen Fluss und setzen voraus, dass sich der Hörer aktiv für Unterschiede in Aufnahme, Mix und Darbietung interessiert.

Als Archivveröffentlichung ergibt die Reihenfolge Sinn. Zunächst stehen Original Mix und Rough Mix von »The Temples of Offal« direkt nebeneinander. Danach folgen die alternativen und ursprünglichen Proberaumaufnahmen von »Return of the Ancients«. Die Azathoth-Fassung von »Immortal Sorcery« führt schließlich zum frühesten dokumentierten Zustand zurück.

Die Edition arbeitet damit nicht auf einen musikalischen Höhepunkt hin. Sie bewegt sich rückwärts durch verschiedene Schichten der Bandgeschichte. Der Hörer beginnt bei den vergleichsweise ausgearbeiteten Studiofassungen und endet bei einer Aufnahme, in der die spätere Identität gerade erst Gestalt annimmt.

EINE AUSGABE FÜR SAMMLER UND BANDHISTORIKER

Auch die physische Gestaltung richtet sich klar an Sammler. Die CD ist auf 500 Exemplare begrenzt und enthält ein 16-seitiges Booklet mit Texten, Fotografien und historischem Artwork. Proscriptor steuert ausführliche Liner Notes bei.

Die Gatefold-LP erscheint ebenfalls in einer Auflage von 500 Stück, jeweils zur Hälfte auf schwarzem und silbernem Vinyl. Das neue Coverartwork von Monica Mey greift die okkulte Ästhetik der frühen Bandphase auf, ohne lediglich alte Gestaltungselemente zu kopieren.

Equitant und Francesco Gemelli verbinden das neue Design mit historischem Material. Damit erhält die Veröffentlichung einen deutlich höheren Wert als eine einfache digitale Neuauflage der sieben bekannten Demoaufnahmen.

Wer Absu nur wegen »Tara« oder der späteren Black-Thrash-Alben hört, sollte dennoch wissen, worauf er sich einlässt. Diese Compilation liefert keine technischen Schlagzeugexzesse, keine ausgefeilten Konzeptstücke und keinen klar produzierten Extreme Metal.

Sie zeigt den Ausgangspunkt. Gerade deshalb ist sie wichtig. Bands entwickeln sich nicht aus dem Nichts, und »The Temples of Offal / Return of the Ancients« dokumentiert jene Phase, in der aus Death-Metal-Rohmaterial langsam eine eigenständige mythologische und musikalische Welt entstand.

FAZIT:

»The Temples of Offal / Return of the Ancients – Remastered 35th Anniversary Edition« ist weniger ein reguläres Album als ein sorgfältig restauriertes Entwicklungsprotokoll der frühen Absu, das rohen Death Metal, erste okkulte Ansätze und verschiedene Arbeitsfassungen gegenüberstellt. Die zahlreichen Wiederholungen richten sich klar an Sammler, doch das behutsame Remastering, die vollständige Zusammenstellung und die hochwertige physische Aufmachung machen diese Edition zu einer wertvollen Ausgrabung aus dem amerikanischen Extreme-Metal-Untergrund. Wer nur den späteren Black Thrash erwartet, bekommt keinen Kriegsschauplatz in voller Aufrüstung – sondern die Aufnahmen aus dem Keller, in dem die ersten Waffen geschmiedet wurden.

The Temples of Offal / Return of the Ancients: Original Compilation

Internet

Absu - The Temples of Offal / Return of the Ancients - Remastered 35th Anniversary Edition - CD Review

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