Band: RISTRIDI 🇩🇪
Titel: Ride The Storm
Label: Independent
VÖ: 21/08/26
Genre: Power Metal

Tracklist

01. Ride The Storm
02. To Be Free
03. Thy Fate Forged In Vengeance
04. Silver And Steel
05. King Under Mountain
06. By Oath And Chain
07. Clarity
08. God Will Avenge Us

 

Besetzung

Michael „RISTRIDI“ Woess – Vocals – all instruments
ANTI – Vocals
Alex Meyer – vocals & guitar

 

Bewertung:

4,5/5

Ein Projekt mit eigener Handschrift

Hinter RISTRIDI steckt der deutsche Musiker und Produzent Michael „RISTRIDI“ Wöß, der in der Metalszene bereits einige Spuren hinterlassen hat. Bekannt ist er unter anderem durch seine Arbeit mit DARK SOLSTICE und OMEGA POINT sowie seine Zeit bei AGATHODAIMON. Auch am letzten AGATHODAIMON-Album „The Seven“ war Wöß maßgeblich am Songwriting beteiligt. Mit „Ride The Storm“ geht er nun einen eigenen Weg und hat sich dafür zwei Musiker ins Boot geholt, die dem Album zusätzliche Facetten geben, Anti von DON’T DROP THE SWORD und Alex Meyer von DARK SOLSTICE.

Musikalisch bewegt sich das Projekt ziemlich klar im Power Metal, wobei der Blick immer wieder Richtung klassischer Heavy Metal geht. Wer DEMONS & WIZARDS, BLIND GUARDIAN oder SYMPHONY X im Plattenschrank stehen hat, dürfte sich hier schnell zurechtfinden. Trotzdem klingt „Ride The Storm“ nicht wie eine bloße Kopie seiner Vorbilder. Wöß schreibt, spielt und produziert die Musik selbst und verleiht dem Album damit eine ziemlich persönliche Note.

Zwischen Melodie und Härte

Schon der Einstieg mit „Ride The Storm“ macht deutlich, wohin die Reise geht. Kräftige Gitarren, treibende Rhythmen und melodische Passagen bauen ein Fundament, auf dem sich die Geschichte des Songs entwickeln kann. Besonders spannend wird es durch die unterschiedlichen Stimmen. Die klaren Vocals bringen eine klassische Power-Metal-Seite ins Spiel, während die raueren Passagen deutlich mehr Druck erzeugen.

„To Be Free“ setzt anschließend einen emotionaleren Schwerpunkt. Freiheit ist eines der großen Themen des Albums und wird hier nicht als einfache Floskel behandelt. Der Song handelt vom Wunsch, sich aus Grenzen und Abhängigkeiten zu lösen. Musikalisch bleibt das Stück eingängig und besitzt genau jene Melodien, die sich nach dem ersten Durchlauf bereits im Kopf festsetzen können.

Deutlich düsterer geht es bei „Thy Fate Forged In Vengeance“ zu. Der Titel deutet es bereits an, hier geht es um Schicksal, Vergeltung und die Folgen persönlicher Entscheidungen. Die Gitarren wirken schwerer, die Atmosphäre wird bedrohlicher. Gerade der Wechsel zwischen den verschiedenen Gesangsstilen funktioniert an dieser Stelle richtig gut. Die cleanen Vocals erzählen, während die aggressiveren Einsätze den Konflikt spürbar machen.

Alte Legenden, neue Konflikte

Mit „Silver And Steel“ schlägt RISTRIDI wieder eine etwas geradlinigere Richtung ein. Der Song hat diesen klassischen Heavy-Metal-Kern, bei dem Gitarren und Rhythmusarbeit im Vordergrund stehen. Keine unnötigen Spielereien, sondern ein Song, der nach vorne geht.

„King Under Mountain“ dürfte vor allem jene Hörer ansprechen, die mit Fantasy-Geschichten im Metal etwas anfangen können. Hinter dem Titel steckt allerdings mehr als eine typische Geschichte über Könige und fantastische Welten. Macht, Verantwortung und Einsamkeit spielen eine Rolle und geben dem Stück mehr Tiefe.

„By Oath And Chain“ gehört zu den dunkleren Momenten der Platte. Schwüre, Gefangenschaft und Loyalität werden hier zu einem Konflikt verbunden, der musikalisch entsprechend schwer ausfällt. Gerade solche Stücke zeigen, dass „Ride The Storm“ nicht einfach nur Geschichten aus einer Fantasy-Welt erzählen möchte. Die Figuren stehen stellvertretend für Probleme, die jeder Mensch nachvollziehen kann.

Veränderung als Ausweg

„Clarity“ wirkt danach fast wie ein kurzer Moment zum Durchatmen. Der Song setzt stärker auf Atmosphäre und melodische Elemente und schafft damit einen angenehmen Kontrast zu den härteren Stücken. Inhaltlich geht es um Erkenntnis und die Frage, wann es Zeit ist, einen anderen Weg einzuschlagen.

Das passt gut zum roten Faden des Albums. Veränderung wird nicht grundsätzlich als etwas Negatives dargestellt. Wer sich verzweifelt an alten Strukturen festklammert, kann daran genauso zugrunde gehen wie jemand, der blind jedem Wandel hinterherläuft. Diese Gedanken finden sich immer wieder zwischen den Fantasy-Geschichten und geben den Texten eine überraschend menschliche Seite.

Den Schlusspunkt setzt „God Will Avenge Us“. Der Titel lässt bereits eine große Portion Dramatik erwarten und genau die liefert der Song. Schwere Gitarren, wechselnde Vocals und eine düstere Atmosphäre bündeln noch einmal viele Elemente, die das Album zuvor aufgebaut hat.

Power Metal mit Charakter

„Ride The Storm“ lebt nicht davon, möglichst kompliziert zu klingen. Vielmehr setzt RISTRIDI auf gute Melodien, kräftige Gitarren und Geschichten, die auch nach dem Ende eines Songs noch etwas nachwirken. Die Verbindung aus cleanem und aggressivem Gesang bringt zusätzliche Dynamik ins Spiel und verhindert, dass die einzelnen Stücke zu ähnlich wirken.

Besonders gelungen ist der Umgang mit den Fantasy-Themen. Statt sich ausschließlich in erfundenen Welten zu verlieren, nutzt das Album diese Geschichten, um über Freiheit, Opfer, Rache, Loyalität, Identität und persönliche Veränderung zu erzählen. Genau dadurch bekommt „Ride The Storm“ eine Ebene, die über den klassischen Power Metal hinausgeht.

Wer melodischen Metal mit epischem Einschlag mag und dabei nicht auf ordentlich Druck verzichten möchte, sollte RISTRIDI eine Chance geben. Das Album verbindet vertraute Zutaten mit einer persönlichen Handschrift und zeigt, dass klassischer Power Metal auch heute noch funktionieren kann, wenn Songwriting und Atmosphäre stimmen.

Fazit: „Ride The Storm“ ist mehr als nur ein Album, es ist ein musikalisches Manifest, das die Kraft des Metal nutzt, um zeitlose Themen wie Freiheit, Opfer und Wandel zu erforschen.

Internet

RISTRIDI - Ride The Storm - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.