Tracklist
01. Choose Your Destiny
02. I Have A Dream
03. You Failed (feat. Meyhnach)
04. Falling To Rise
05. To Those Who Forged Us
06. We Fight And We Protect
07. There Are No Safe Spaces
Besetzung
Eklezjas’Tik Berzerk – Vocals
Shamaanik B. – Drums
S. Evangelista – Guitars
H. Hyskariioth – Bass
Die französische Black-Metal-Band MALHKEBRE kehrt mit ihrem dritten Full-Length zurück, einem Album, das den bisherigen Ansatz und Sound fortführt. Auf „B.A.M.N.“ wird die zuvor dominierende satanische Bildsprache durch eine militante und politisch geprägte Ausrichtung ersetzt.
Verstörender Auftakt und kontrollierte Songentwicklung
Ein langgezogener, verzerrter Gitarrenton eröffnet das Album auf aggressive und unangenehme Weise, begleitet von einem cineastischen Monolog. Die Atmosphäre in „Choose Your Destiny“ ist von Beginn an verstörend, doch wenn die Musik einsetzt, zeigt sich der Sound deutlich gemäßigter: eine solide Rhythmussektion, ergänzt durch langsame, fast melodische Akkorde. Die Vocals führen den Monolog in kratzigen Schreien weiter, ein melodischer Opener, der mit demselben langgezogenen, irritierenden Ton endet.
Wenn man den ersten Song eher als atmosphärische Vorbereitung versteht, setzt „I Have A Dream“ deutlich klarer auf klassischen Black Metal mit direkter Ausrichtung. Auch hier prägen die Vocals das aggressive Element, mit Schreien, Kreischen, Growls und bizarren Lauten, während der Song selbst melodisch und vergleichsweise ruhig bleibt, getragen von einer prägnanten Leadgitarrenmelodie und einer groovenden Rhythmussektion.
MALHKEBRE stammen aus Toulouse und wurden 2002 gegründet. Eklezjas’Tik Berzerk (Malekhamoves, Sektarism, Obscurantist) ist inzwischen das einzige verbliebene Gründungsmitglied und für den Gesang verantwortlich. Shamaanik B. (Malekhamoves, Sektarism) spielt Schlagzeug, während S. Evangelista (Black March) an der Gitarre und H. Hyskariioth am Bass das aktuelle Line-up vervollständigen.
Erst mit „You Failed“ kommt mehr Dynamik ins Spiel: unerbittliche Drums und deutlich energischere Gitarren. Wie zuvor dominieren die Vocals das Klangbild, unterstützt von Meyhnach von Mütiilation als Zweitstimme, wobei sich beide Stimmen sehr gut ergänzen. Nach dem intensiven Beginn wird das Tempo erwartungsgemäß wieder gedrosselt, und die Leadgitarre bleibt das prägende Element im Gesamtbild. Ein guter, komplexerer Song mit einigen überraschenden Momenten.
Unausgewogene Produktion und störende Klangentscheidungen
Die Produktion folgt eng der kompositorischen Ausrichtung und wechselt zwischen dissonanten, unharmonischen Passagen und melodischen, kontrollierten Strukturen. Die Gitarre entspricht nicht vollständig dem typischen Black-Metal-Sound, sondern übernimmt als Leadinstrument vor allem die melodische Führung. Tremolo-Picking ist vorhanden, doch der klassische Fuzz fehlt weitgehend, wodurch die Gitarre zum Hauptträger der Melodik wird. Bass und Schlagzeug sind solide, meist in langsameren Tempos gehalten, insgesamt ein eher untypisches, aber ausgewogenes Klangbild im Kontext des gewählten Ansatzes.
Ein klar störender Faktor sind jedoch die häufigen Eröffnungs- und Schlussmomente vieler Songs, in denen langgezogene, dissonante Gitarrentöne dominieren. Diese wirken schnell überreizend und entwickeln sich zu einem deutlichen Produktionsproblem.
„Falling To Rise“ setzt den melodischen Ansatz des Vorgängers fort und wirkt dabei fast wie dessen direkte Fortführung. „To Those Who Forged Us“ hingegen bringt Abwechslung: ein sehr langsamer, beinahe minimalistischer Track, der bereits auf der gleichnamigen EP des Vorjahres enthalten war – hier unverändert übernommen. Der kontrollierte Spannungsaufbau funktioniert erneut sehr gut, ein überzeugender Song und ein klarer Höhepunkt.
Ein groovender Rhythmus prägt „We Fight And We Protect“, mit einfacher Melodieführung und gesprochenen Vocals. Der Song passt stilistisch kaum zum restlichen Album und vermittelt eine fast triumphale Stimmung, bleibt dabei jedoch wenig inspiriert. Der Abschlusstrack „There Are No Safe Spaces“ setzt diese Stimmung fort, mit marschartigen Drums und erneut gesprochenem Gesang. Die fehlende Inspiration zum Ende hin wird deutlich, schwache Songstruktur und überdramatische Vocals sorgen für einen enttäuschenden Abschluss.
Zwischen Anspruch, Wirkung und klaren Schwächen
Weit entfernt von ihrer aggressiven Bildsprache präsentiert sich die Musik von MALHKEBRE nur bedingt aggressiv und überwiegend melodisch geprägt. Der Sound bleibt den Old-School-Wurzeln verbunden, integriert jedoch auch modernere und eigenständigere Elemente. „B.A.M.N.“ ist insgesamt eine solide Veröffentlichung, die die Diskografie der Band erweitert.
Thematisch stark politisch aufgeladen – „B.A.M.N.“ steht für „By Any Means Necessary“ – gelingt es dem Album jedoch nicht vollständig, die inhaltliche Ausrichtung musikalisch überzeugend zu tragen. Weder unterstützt die Musik die Texte konsequent, noch tragen die Texte zur Vertiefung der musikalischen Wirkung bei.
Starke Momente stehen neben deutlich schwächeren und uninspirierten Passagen, ein Album mit klaren Höhen und Tiefen. Die aggressivsten Elemente manifestieren sich in den dissonanten Gitarrentönen, die Songs eröffnen oder beenden – ein Stilmittel, das schnell abschreckend wirken kann. Demgegenüber stehen langsame, melodische Kompositionen sowie ein variabler Gesang, der durchaus prägend sein kann, durch zu viele gesprochene Passagen jedoch an Wirkung verliert. Insgesamt hinterlässt das Album einen zwiespältigen Eindruck.
Fazit: MALHKEBRE liefern mit „B.A.M.N.“ ein durchwachsenes Album mit starken Momenten, aber auch klaren Schwächen in Komposition, Dramaturgie und Produktion.






