Tracklist
01. Foreign Threat
02. Manic
03. Overthrow
04. Blood Soaked Soil
05. Abolition
06. Leech
07. Act Of Killing
08. Ley indígena
09. Choke Point
10. Spineless
11. No Peace
12. Cycle Of Sacrifice
Besetzung
Roger Rivadeneira – Vocals
Henry Everitt – Drums
John Letzkus – Guitars
Joe Vasta – Bass
Seit 2017 ziehen No/Más ihre Schneise durch den Underground, unbeirrt, kompromisslos. Mit „No Peace“ legen sie nun Anfang März 2026 ihr zweites Full-Length-Album vor – nach einer Reihe von EPs und Singles der nächste konsequente Schritt.
Zwölf Tracks, allesamt kurz gehalten, wie es sich für Grindcore gehört. Doch Kürze bedeutet hier keineswegs Beliebigkeit. Im Gegenteil: Jeder Song sitzt, trifft, verschwindet wieder, bevor sich Routine einschleichen könnte. Die Band aus Washington, D.C. bleibt bei dem, was sie auszeichnet – ein druckvoller Hybrid aus Grindcore, Hardcore und Death Metal, der auf „No Peace“ erstaunlich geschlossen wirkt.
Die Platte ist roh, direkt und ohne unnötige Umwege. Gleichzeitig verstehen es No/Más, die oft starre Rasanz des Grinds aufzubrechen. Immer wieder tauchen Hardcore-Passagen mit mehrstimmigen Shouts auf, die Struktur und Dynamik in die Stücke bringen. Auch die Death-Metal-Elemente sind klug gesetzt und sorgen für eine düstere, fast melodische Tiefe, ohne den Grundcharakter zu verwässern.
Tonangebend ist ein Schlagzeug, das förmlich nach vorne peitscht – zerfetzend, antreibend, erbarmungslos. Der Bass grollt darunter wie ein permanentes Beben, während die Gitarren mit scharfkantigen, sägenden Riffs Akzente setzen. Darüber legen sich aggressive Shouts, die dem Ganzen den letzten Nachdruck verleihen. Nur vier Songs überschreiten die Zwei-Minuten-Marke, der Rest bleibt konsequent darunter. Das Resultat: ein Album, das keine Sekunde Leerlauf kennt.
Mein Fazit: Unterm Strich ist „No Peace“ ein überzeugendes Statement. No/Más bündeln Grindcore, Hardcore und Death Metal zu einem kompakten, schlüssigen Gesamtbild. Die Songs sind kurz, aber wirkungsvoll, direkt und ohne Schnörkel. Wer mit der kompromisslosen Wucht von Napalm Death, Wormrot oder Assück etwas anfangen kann, wird hier bestens bedient. Ein Album, das nicht um Frieden bittet – sondern Druck macht.

