Sorcerer – Lamenting Of The Innocent

Sorcerer - Lamenting Of The Innocent album cover

Band: Sorcerer
Titel: Lamenting Of The Innocent
Label: Metal Blade
VÖ: 29/05/2020
Genre: Epic Heavy/Doom Metal
Bewertung: 4.5/5

Obwohl SORCERER sich erstmals 1988 begründeten, ging es mit der Gruppe erst 2015 mit dem DebütIn The Shadow Of The Inverted Cross so richtig los, das immer noch ein nahezu perfektes Album für mich darstellt. The Crowning Of The Fire King (2017) war dagegen zwar ein objektiv gutes Album, stellt für mich aber im Vergleich zum fulminanten Erstling auch heute noch eine Enttäuschung dar.

Nun also ist das dritte Album der Schweden erschienen. Zum Zeitpunkt dieses Reviews sind bereits die ersten Lobpreisungen, aber auch einige ernüchternde Kritikerstimmen erschienen.

Mein Eindruck: Ja, die Refrains „heben wieder ab“, die Songs kommen wieder auf den Punkt, und die Magie ist einfach wieder da!

Besagte Magie speist sich wieder einmal aus der gelungenen Mischung aus klassischem Heavy Metal und Hardrock im Stil von DIO, sowie der würdigen Schwere von klassischen CANDLEMASS.

Man mische also „Nightfall“ und „Holy Diver“. Man lasse das alles unter Zugabe von progressiven Anteilen, aufgehen bis einige Songs Überlänge erreicht haben. Man vermenge mit dem königlichen Gesang eines Ausnahmesängers namens Anders Engberg.

Da ist es nicht weiter schlimm, wenn Kinder in der Küche sind und gelungene Stücke wie die eröffnenden „The Hammer Of The Witches“ und „Lamenting Of The Innocent“ mit etwas Krümelmonstergesangskotze beflecken, was zum Glück nicht häufiger vorkommt.

Mit „Institoris“ geht für mich die Kurve steil nach oben, denn hier finde ich endlich dieses gleichermaßen kraftvolle und atmosphärische Spiel, das mich 2015 zum Fan gemacht hat.

„When Spirits Die“, eine gleichermaßen melancholische wie heroische Nummer, hält diese Niveau.
„Deliverance“ (mit Johann Langqvist als überragendem Gastsänger) erschien mir beim ersten Hören etwas unspektakulär, erweist sich aber beim zweiten Durchgang bereits als seltenes Beispiel für eine wirklich gelungene Ballade, die zwischen Traurigkeit und Hoffnung dahingleitet, ohne je auch nur in die Nähe irgendeines Kitschgefildes zu kommen.

„Age Of The Damned“ leidet in den Strophen am durchschnittlichen Riffing, was Engberg aber gesanglich gerade biegt, bis der gelungene Chorus den Song endgültig über die Ziellinie katapultiert.

„Condemned“ hätte sich für meinen Geschmack etwas schneller im Härtegrad und in der Dramatik steigern können. Oder er hätte vielleicht an anderer Stelle im Album stehen sollen. Denn wir hatten gerade erst vor kurzem zwei ruhigere Nummern in Folge. So sind die die drei ersten Minuten etwas quälend. Dann geht der Track aber ab.

„Dance With The Devil“ ist mir über die ersten 5 Minuten zu zähflüssig und arm an Höhepunkten, wird aber von Engbergs starker Gesangsperformance und Gesangslinien gerettet, bis es in den letzten drei Minuten doch noch spannend wird.

„Path To Perdition“ schließt das Album abermals mit schönem und klassischem SORCERER-Riffing und doomiger Dio-Epik ab. Auch dieser Song hätte auf dem genialen Debüt stehen können.

Fazit: „Lamenting Of The Innocent” kann endlich wieder an das geniale Debüt anschließen, und sollte im Prinzip jedem gefallen, der auf gutes Songwriting und starke Stimmungen abfährt. Einfach sehr gute Musik, die auf den klassischen Qualitäten des Metals basiert, aber trotzdem zeitgemäß ist.

„Path To Perdition“ und „Deliverance” wären die absoluten Anspieltipps, doch selbst verhältnismäßig schwächelnde Songs wie „Dance With The Devil“ liegen deutlich über dem Durchschnitt.

Tracklist

01. Persecution (Intro)
02. The Hammer Of Witches
03. Lamenting Of The Innocent
04. Institoris
05. Where Spirits Die

06. Deliverance
07. Age Of The Damned
08. Condemned
09. Dance With The Devil
10. Path To Perdition

Besetzung

Johnny Hagel (Bass)
Anders Engberg (Vocals)
Richard Evensand (Drums)
Kristian Niemann (Guitars)
Peter Hallgren (Guitars)

Internet

Sorcerer – Lamenting Of The Innocent Cd Review

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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