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FUNERAL VOMIT – Upheaval Of Necromancy

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cover artwork FUNERAL VOMIT Upheaval Of Necromancy
cover artwork FUNERAL VOMIT Upheaval Of Necromancy

Band: FUNERAL VOMIT 🇨🇴
Titel: Upheaval Of Necromancy
Label: XTREEM Music
VÖ: 19/12/25
Genre: Death Metal

Bewertung:

3,5/5

Die kolumbianische Death-Metal-Band FUNERAL VOMIT präsentiert ihr zweites Studioalbum: „Upheaval Of Necromancy„. Wie bei vorherigen Werken bringen sie rohen, höhlenartigen und primitiven Death Metal – alles in erdrückender und trostloser Atmosphäre.

Chaotischer Start mit zu vielen Richtungswechseln

Gruselige, finstere, groteske Klänge. „Intro (The Disentombment)“ startet das Album mit viel Reverb und elektronischen Sounds, gedacht, um die dunkle Atmosphäre für den Rest des Albums zu setzen – und das gelingt. Der Titelsong „Upheaval of Necromancy“ bringt nach einer Rede in derselben bizarren Atmosphäre endlich etwas Musik ins Spiel. Langsam, erdrückender Death Metal mit sehr tief gepitchten Vocals, einer Tremolo-gepickten Leadgitarre und insgesamt dichtem Sound. Viele, zu viele Wechsel in Tempo und melodischer Linie halten die seltsame Atmosphäre aufrecht, aber musikalisch ist es zu chaotisch, um eine klare Richtung zu setzen.

FUNERAL VOMIT wurde 2020 in Barranquilla im Norden Kolumbiens an der Atlantikküste gegründet. Die Bandmitglieder sind erfahrene Musiker, alle mit vielen Projekten in lokalen Bands. Originalmitglieder sind Bassist H. Montaño alias H. Mortum (Cadaveric Messiah, Soldados del Infierno, ex-Black Communion, ex-Cultus Sanguinem Maledicta), Drummer J. Carvajal alias J. Incinerator (Crucifixor, Galil, Incinerating Prophecies, Torment) und Vocalist und Gitarrist C. Monsalve alias O. Vomit (Cadaveric Messiah, ex-Black Communion). Seit 2022 ist Y. Lopez alias Y. Crucifixor (Cadaveric Messiah, Crucifixor) an der zweiten Gitarre dabei.

Auch eine Rede eröffnet den nächsten Song „Sulphuric Regurgitation“ – diese Intros sind eher eine Slam-Metal-Charakteristik, aber FUNERAL VOMIT sind auf gewissen Passagen auch nicht weit von diesem Stil entfernt. Hier performen die Vocals einen besonderen Ansatz: tief gepitchte Growls, aber fast flüsternd. Abgesehen von den Vocals ist die Instrumentierung in der Distanz, sehr weit entfernt. Die Leadgitarre wechselt von Tremolo-gepickt zu einem viel klareren Solo, die Drums sind unerbittlich, konstant hämmernd. Ziemlich chaotischer Sound, eher wie eine Sammlung kurzer Passagen, verschiedene Ansätze und keine sehr klare musikalische Richtung. Noch nicht überzeugend.

Rohe Produktion dient dem düsteren Sound

Die Produktion ist ebenfalls chaotisch wie die Musik. Von sehr rohen Passagen zu klareren, aber insgesamt ist die Instrumentierung sehr im Hintergrund. Vocals haben für das gesamte Album den Hauptplatz, und in kurzen Momenten die Leadgitarre. Die Rhythmussektion macht einen guten Job, aber die Rhythmusgitarre hat sehr gute Momente, blieb aber zu sehr hinten im Mix, um wirklich Wirkung zu erzielen. Aber nichts Ungewöhnliches für ein Death-Metal-Album – insgesamt lässt es sich als roh, unpoliert betrachten.

Langsam, fast Doom/Death Metal als Genre, kommt „Hematophagia“ – erdrückend, bestrafend, mit heruntergestimmten Gitarren und insgesamt dunkler, kalter Atmosphäre. Wieder, wie bisher, sind die Vocals das dominanteste Element in der Musik – sehr überzeugende Vocals mit so unterschiedlichen Ansätzen und alle sehr beeindruckend. Aber auch die Musik dahinter gewinnt an Geschwindigkeit, die Gitarren werden kohärenter, und die gesamte Klanglandschaft wirkt einheitlicher als in den ersten Songs. Ein guter Song, einer der Höhepunkte des Albums.

Der folgende Song ist ein Interlude, wieder klar im Titel erklärt: „Interlude (Mortuary Ecstasy)„, mit triumphalen marschierenden Drums, trompetenartigen Klängen, die dies unterstreichen. Ein klarer Wechsel im atmosphärischen Setup mit diesem Intermezzo. Aber dieser Wechsel spiegelt sich nicht im nächsten Song wider. „Winds of Exhumation“ – Death/Doom-Stil bleibt das, was den Song beginnt, nur um Kraft zu gewinnen und gegen Ende zu brutalerem Death Metal zu werden. Aber ein guter Song, musikalisch und kompositorisch kohärenter, auch technisch akkurater. Und der folgende Song „Altars of Doom“ – der vom Titel erwartete Doom-artige Ansatz ist nicht wirklich in der Musik. Dynamisch, Uptempo-Rhythmus, schnelles Drumming, Tremolo-Gitarre hält einen distanten und leicht melodischen Ansatz aufrecht.

Dramatische cinematische Momente kehren zurück, um „Cryptic Miasma Stench“ zu eröffnen, und die Musik wird wieder langsam mit erdrückenden Gitarren. Oszillierende Tempi, schnell und langsam – auch wenn nicht der Höhepunkt des Albums, ein guter Song. Ein sehr chaotisches Solo widerspricht dem, aber ein abruptes Ende setzt den erneut langsamen und schleichenden Rhythmus im nächsten Song „Rancid Insorcism„. Keine Abkehr vom bereits gesetzten Sound, eher eine Fortsetzung, und alles schließt mit dem letzten Song ab, wieder mit explizitem Namen: „Outro (Effluvia of the Mass Grave)„. Hier als letzter Eindruck treffen die triumphalen Drums auf finstere Klänge in einer Summe der Atmosphären des Albums.

Vom Chaos zur Ordnung: Vielversprechende Entwicklung

Musikalisch ein ziemlich moderner Ansatz auf dem Album. Ein klarer Schritt vorwärts verglichen mit ihrem Debütalbum. Sie beweisen, zumindest auf den finalen Songs, geordneter zu sein, mit besserer Richtung stilistisch und kompositorisch. Sie behalten ihren morbiden und höhlenartigen Ansatz von älteren Werken bei, wie sie erwähnen, in den Fußstapfen ihrer Vorbilder, klassischer berüchtigter Acts wie Autopsy, Mortician, Corpse Molestation.

Das Album entwickelt sich klar vom Anfang zum Ende – von chaotischen ersten Songs zu deutlich klarer komponierten und rhythmischeren, zusammenhängenderen Sounds. Auch besser produziert in den letzten Songs, mit musikalischen Ideen, die klar und besser integriert sind. Ihr Sound ist nichts, was man noch nie gehört hat, aber es gibt etwas in FUNERAL VOMIT, das authentisch und überzeugend klingt. Noch nicht ganz reif als Band, aber vielversprechende Zeichen für die kommenden Jahre.

Fazit: FUNERAL VOMIT setzen die Erkundung höhlenartiger und jenseitiger Klänge mit „Upheaval Of Necromancy“ fort – das Ergebnis ist dunkler, morbider Death Metal.

Tracklist

01. Intro (The Disentombment)
02. Upheaval of Necromancy
03. Sulphuric Regurgitation
04. Hematophagia
05. Interlude (Mortuary Ecstasy)
06. Winds of Exhumation
07. Altars of Doom
08. Cryptic Miasma Stench
09. Rancid Insorcism
10. Outro (Effluvia of the Mass Grave)

Besetzung

Y. Lopez – Guitar
C. Monsalve – Guitar, Vocals
H. Montaño – Bass
J. Carvajal – Drums

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FUNERAL VOMIT – Upheaval Of Necromancy CD Review

HOUSE BY THE CEMETARY – Disturbing The Cenotaph

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House By The Cemetary - Disturbing The Cenotaph - album cover
House By The Cemetary - Disturbing The Cenotaph - album cover

Band: HOUSE BY THE CEMETARY 🇪🇺
Titel: Disturbing The Cenotaph
Label: Pulverised Records
VÖ: 12/12/25
Genre: Death Metal

Bewertung:

4/5

HOUSE BY THE CEMETARY sind kein Projekt für halbe Sachen. Schon der Name macht klar, wohin die Reise geht, und mit »Disturbing The Cenotaph« liefern sie ein Album ab, das tief im klassischen Death Metal verwurzelt ist, ohne wie eine bloße Stilübung zu wirken. Hier treffen Erfahrung, Spielfreude und ein klarer ästhetischer Kompass aufeinander.

Das Line-up liest sich wie ein kleines All-Star-Team der Szene. Mike Hrubovcak übernimmt den Gesang und bringt genau das mit, was diese Art von Musik braucht: ein raues, tiefes Growlen, das nicht auf Effekthascherei setzt, sondern auf Präsenz und Druck. Rogga Johansson ist für Gitarre und Bass zuständig und prägt den Sound entscheidend. Seine Handschrift ist sofort erkennbar, ohne dass er sich selbst kopiert. Am Schlagzeug sitzt Thomas Ohlsson, der mit viel Gespür für Tempo und Dynamik agiert und dem Material die nötige Wucht verleiht.

Klassischer Death-Metal der schwedischen Schule

Musikalisch bewegt sich »Disturbing The Cenotaph« klar im klassischen Death-Metal, stark beeinflusst von der schwedischen Schule, im Gegensatz hierzu mit deutlichen US-Referenzen. Die Gitarren sind tief gestimmt, sägen sich durch die Songs und lassen immer wieder Raum für kurze, einprägsame Leads. Johansson versteht es, einfache Riffs so zu platzieren, dass sie hängen bleiben, ohne banal zu wirken. Der Bass ist kein bloßer Lückenfüller, sondern sorgt für zusätzliche Schwere und Tiefe im Gesamtbild. Das Klangbild ist typisch für den Death-Metal, wobei die Band jedoch bewusst auf Atmosphäre setzt, um die Horrorszenarien noch greifbarer zu machen.

Der Opener »New York Ripper« macht von Anfang an klar, worum es geht. Ein direkter Einstieg, kein langes Vorgeplänkel, stattdessen ein kompromissloser Song, der sofort zündet. Die Mischung aus Midtempo-Passagen und schnellen Ausbrüchen funktioniert hervorragend und setzt den Ton für das gesamte Album. »Coffin Colony« legt noch eine Schippe Groove drauf und zeigt, dass die Band auch mit simpleren Strukturen Spannung erzeugen kann.

»Island Of The Dead« wirkt etwas düsterer und atmosphärischer, ohne das Tempo komplett herauszunehmen. Hier zeigt sich, dass HOUSE BY THE CEMETARY mehr können als stumpfes Durchprügeln. Die Songs atmen, bauen Spannung auf und lösen sie gezielt von vorn auf. »Depraved Unspeakable Acts« und »Massive Cadaver Resurrection« knüpfen daran an, sind aggressiver, direkter und klar auf die Live-Tauglichkeit ausgerichtet.

Einprägsame Riffs, ein treibendes Schlagzeug und ein Gesang, der sich tief ins Gedächtnis brennt

Ein echtes Highlight ist »Undead Apocalypse«. Der Song verbindet alles, was das Album ausmacht: einprägsame Riffs, ein treibendes Schlagzeug und ein Gesang, der sich tief ins Gedächtnis brennt. Des Weiteren überzeugt »Phantom Intrusions« mit einem leicht unheimlichen Unterton und clever gesetzten Tempowechseln. Spätestens hier wird deutlich, dass das Album nicht einfach aus austauschbaren Tracks besteht.

Gegen Ende halten HOUSE BY THE CEMETARY das Niveau souverän. »Burial Disturbance« wirkt fast schon hymnisch im Death-Metal-Kontext, während »Lunatic Butcher« als Abschluss noch einmal alle Register zieht. Kein unnötiges Experiment, kein Bruch im Stil, sondern ein konsequentes Finish.

Die Produktion ist druckvoll und klar, ohne steril zu wirken. Alles sitzt dort, wo es hingehört. Die Gitarren dominieren, der Gesang ist präsent, aber nicht überladen, und das Schlagzeug klingt organisch und lebendig. Gerade im Death-Metal ist diese Balance entscheidend, und hier gelingt sie überzeugend.

»Disturbing The Cenotaph« ist kein Album, das das Genre neu erfinden will. Das ist überhaupt nicht nötig. HOUSE BY THE CEMETARY liefern stattdessen ein starkes, geschlossenes Werk ab, das Fans von klassischem Death-Metal ohne Einschränkungen empfehlen können. Die Songs sind gut geschrieben, das Zusammenspiel stimmt, und die Platte hält über die gesamte Laufzeit das Niveau.

Fazit: »Disturbing The Cenotaph« von HOUSE BY THE CEMETARY ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Death-Metal als Plattform für Horror- und Schreckenserzählungen genutzt werden kann.

Tracklist

01. New York Ripper
02. Coffin Colony
03. Island Of The Dead
04. Depraved Unspeakable Acts
05. Massive Cadaver Resurrection
06. Undead Apocalypse
07. Phantom Intrusions
08. Burial Disturbance
09. Lunatic Butcher

 

Besetzung

Mike Hrubovcak – Vocals
Rogga Johansson – Guitars / Bass
Thomas Ohlsson – Drums

 

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HOUSE BY THE CEMETARY – Disturbing The Cenotaph CD Review

XATHRA – Renacer

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Xathra - Renacet album cover
Xathra - Renacet album cover

Band: XATHRA 🇪🇸
Titel: Renacer
Label: Art Gates Records
VÖ: 12/12/25
Genre: Heavy/Power Metal

Bewertung:

3,5/5

Mit »Renacer« legen XATHRA ein Album vor, das klar zeigt, wo die Band herkommt und was sie antreibt. Heavy- und Power-Metal mit starkem Hang zur Melodie, getragen von spanischsprachigen Texten und einem spürbaren Willen zur emotionalen Ansprache. Das Album wirkt wie ein Neuanfang, nicht nur dem Titel nach, sondern darüber hinaus im Selbstverständnis der Band. Hier geht es um Wiederaufstehen, um innere Kämpfe und um den Versuch, Pathos und Härte in Balance zu halten.

Emotionale Mischung aus Hispania

XATHRA bestehen aus Francisco Arlandi am Gesang, José Antiñolo an der Rhythmusgitarre, William McShepard an der Leadgitarre, Eugenio Díaz am Bass und Rubén Conesa am Schlagzeug. Diese Besetzung funktioniert insgesamt solide. Man merkt, dass die Band weiß, was sie tut, wenngleich nicht jede Idee bis zum letzten Schritt ausgearbeitet wirkt.

Der Opener »El Cielo También Llora« setzt direkt ein klares Zeichen. Dramatische Akkorde, ein getragenes Intro und ein Refrain, der auf große Gesten setzt. Arlandis Stimme steht sofort im Mittelpunkt. Er singt mit viel Gefühl, teilweise ausnehmend offen und verletzlich, was gut zur Grundstimmung passt. Technisch ist das überzeugend, desgleichen wenn ihm in den höheren Lagen gelegentlich die letzte Durchschlagskraft fehlt. Der Song selbst bleibt eher klassisch aufgebaut, funktioniert im Kontrast hierzu als Einstieg gut und zieht den Hörer hinein.

Der Titelsong »Renacer« ist das Herzstück des Albums. Hier kommen viele Stärken der Band zusammen. Ein treibendes Riff, klare Power-Metal-Strukturen und ein Refrain, der hängen bleibt. Textlich geht es um Neubeginn und Selbstbehauptung, ohne dabei kitschig zu werden. Besonders die Gitarrenarbeit von McShepard fällt positiv auf. Die Soli sind melodisch, sauber gespielt und dienen dem Song, statt sich in Technik zu verlieren.

Treibendes Riffs und klare Power-Metal-Strukturen

Mit »Te Encontraré« schlägt die Band halbwegs ruhigere Töne an. Der Song ist balladesker, baut Spannung langsamer auf und setzt stärker auf Atmosphäre. Arlandis Gesang bekommt hier mehr Raum, was ihm gutsteht. Gleichzeitig zeigt sich allerdings ansonsten eine der Schwächen des Albums. Die Dynamik könnte mutiger sein. Der Song bleibt sehr kontrolliert und traut sich nicht ganz, emotional zu eskalieren.

»En Ningún Lugar« zieht das Tempo wieder an und erinnert am stärksten an klassischen Heavy Metal mit Power-Einflüssen. Das Schlagzeug von Rubén Conesa sorgt für einen stabilen Drive, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Der Bass von Eugenio Díaz bleibt meist im Hintergrund, erfüllt aber zuverlässig seine Rolle. Hier hätte man sich stellenweise nahezu mehr Eigenständigkeit im Bassspiel gewünscht, um dem Sound mehr Tiefe zu geben.

Der Abschluss »XIII« wirkt konzeptioneller und düsterer. Der Song experimentiert mehr mit Stimmungen und Tempowechseln. Nicht alles greift sofort, im Gegensatz hierzu mach das genau den Track interessant. Er hinterlässt einen nachdenklichen Eindruck und passt gut als Schlussstück. Man spürt, dass XATHRA hier neue Wege ausprobieren wollen, ebenfalls wenn diese noch nicht vollständig ausformuliert sind.

Ordentliches Heavy/Power-Metal Niveau

Produktionstechnisch bewegt sich »Renacer« auf einem ordentlichen Niveau. Der Sound ist klar, die Instrumente gut voneinander getrennt. Allerdings fehlt es manchmal an Druck, besonders in den härteren Passagen. Das Album klingt sauber, demgegenüber nicht immer kraftvoll genug, um die Songs voll zur Geltung zu bringen.

Unterm Strich ist »Renacer« ein solides Heavy/Power-Metal-Album mit ehrlichem Ansatz und spürbarer Leidenschaft. XATHRA liefern starke Melodien, überzeugende Gitarrenarbeit und einen Sänger, der emotional trägt, auch wenn nicht jeder Song sein volles Potenzial ausschöpft. Mit etwas mehr Mut in Sachen Arrangement und Dynamik könnte die Band den nächsten Schritt machen. Für Fans melodischen Metals mit lateinamerikanischer Prägung ist »Renacer« dennoch ein hörenswertes Album.

Fazit: »Renacer« ist ein Beweis dafür, dass XATHRA die Kraft haben, im internationalen Metal-Genre Fuß zu fassen, und zeigt, dass sie weiterhin an ihrer künstlerischen Entwicklung arbeiten.

Tracklist

01. El cielo También Llora
02. Renacer
03. Te Encontraré
04. En Ningun Lugar
05. XIII

 

Besetzung

Francisco Arlandi – Vocals and backing vocals
José Antiñolo – Rhythm guitar
William McShepard – Guitar
Eugenio Díaz – Bass
Rubén Conesa – Drums

 

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XATHRA – Renacer CD Review

THE HARBINGER – Gates of Hell

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The Harbinger - Gates of Hell - album cover
The Harbinger - Gates of Hell - album cover

Band: THE HARBINGER 🇫🇮
Titel: Gates of Hell
Label: Inverse Records
VÖ: 12/12/25
Genre: Melodic Death/Doom Metal

Bewertung:

4/5

Mit ihrem neuen Album »Gates of Hell« setzen THE HARBRINGER ein beeindruckendes Statement im Bereich Melodic-Death/Doom-Metal. Die Band, bestehend aus Aku Rundberg am Schlagzeug, Arto Kujala an der Gitarre mit Background-Gesang, Lauri Korhonen am Bass ebenfalls mit Background-Gesang, Pasi Kanerva am Gesang und Sami Karhu an der zweiten Gitarre, liefert ein Werk ab. Dieses ist sowohl atmosphärisch dicht als desgleichen technisch präzise ist.

Düstere Klangwelt

Schon der Opener »Sleepless« zieht den Hörer in eine düstere Klangwelt. Die Gitarrenarbeit von Kujala und Karhu ist präzise, mit einer Mischung aus melodischen Riffs und drückenden Doom-Passagen, die das Album charakterisieren. Die Rhythmussektion um Korhonen und Rundberg gibt dem ganzen Halt, während Kanervas Gesang die emotionale Intensität auf den Punkt bringt. Sämtliche Melancholie des Songs wird durch die abwechslungsreichen Tempowechsel und die klar gesetzten Breaks verstärkt, sodass »Sleepless« sofort ins Ohr geht, ohne dabei oberflächlich zu wirken.

»Fading Lines« setzt den eingeschlagenen Weg fort und zeigt die Band von ihrer melancholischeren Seite. Hier rücken die melodischen Elemente stärker in den Vordergrund. Die Gitarre webt ein dichtes Netz aus düsteren Harmonien, während das Schlagzeug die Spannung langsam aufbaut. Besonders auffällig ist, wie geschickt Background-Gesang und Hauptstimme miteinander verschmelzen, ohne dass einer den anderen überlagert. Es entsteht ein Gefühl von Tiefe, das den Hörer fast körperlich in die Musik hineinzieht.

Balance zwischen Melodie und Härte

Mit »Bleak Salvation« beweist die Band, dass sie nicht nur Atmosphäre schaffen, sondern desgleichen harte Akzente setzen kann. Der Song ist aggressiver, die Riffs kantiger, das Schlagzeug schneller, und doch verliert das Stück niemals seine melancholische Note. Kanervas Gesang pendelt zwischen Growls und klarem Ausdruck, was der Dramaturgie des Songs zusätzliche Dimensionen verleiht. Hier zeigt sich, dass THE HARBRINGER die Balance zwischen Melodie und Härte hervorragend beherrschen.

»Hollow« gehört zu den emotional stärksten Stücken des Albums. Die düstere Stimmung wird durch langsame, approximativ erdrückende Passagen geprägt, die die Zuhörer zwingt, sich auf jedes Detail zu konzentrieren. Hier sind die Gitarrenlinien besonders eindringlich, während der Bass die tiefen Frequenzen elegant stützt. Die Kombination aus Doom-lastigen Momenten und melodischen Einlagen macht »Hollow« zu einem Song, der lange nachklingt und die Stimmung des Albums trägt.

Den Abschluss bildet »Glass Walls«, dass sowohl ein Finale als daneben eine Art Resümee bietet. Der Song vereint alle Elemente, die das Album auszeichnen: melodische Komplexität, düstere Atmosphäre und ein rhythmisches Fundament, das nie nachlässt. Besonders spannend ist der Aufbau des Songs, der zunächst ruhig beginnt, dann in ein dichtes Geflecht aus Gitarrenriffs und Schlagzeug übergeht und schließlich in einem melancholischen, im Gegensatz hierzu kraftvollen Abschluss mündet.

Hohes Niveau im Melodic-Death/Doom-Metal

»Gates of Hell« zeigt THE HARBRINGER auf einem hohen Niveau. Die Produktion ist klar, die Instrumentierung ausgewogen, und jeder Musiker bringt sein Können ein, ohne dass ein Element übermächtig wirkt. Der Sound ist dicht, aber auf keinen Fall überladen, die Songs variieren in Tempo und Intensität, wodurch das Album durchgehend spannend bleibt. Besonders gelungen ist die Art und Weise, wie die Band klassische Elemente des Melodic-Death und Doom-Metal verbindet, ohne in Klischees zu verfallen.

Kritikpunkt könnte sein, dass einige Songs stilistisch nah beieinander liegen, wodurch das Album an bestimmten Stellen etwas homogen wirkt. Dennoch überwiegt der positive Gesamteindruck: THE HARBRINGER schafft es, den Hörer emotional zu packen und die dunklen, melodischen Facetten des Genres überzeugend zu präsentieren.

»Gates of Hell« ist ein Album für Fans von atmosphärischem, melodischem Death/Doom-Metal, das technische Präzision mit emotionaler Tiefe verbindet. Die Band zeigt, dass sie ihr Handwerk versteht und bereit ist, sich weiter in der Szene zu etablieren. Mit fünf durchdachten Tracks und einem Line-up, das stimmlich und instrumentell harmoniert, hinterlässt THE HARBRINGER einen starken Eindruck.

Fazit: »Gates of Hell« von THE HARBRINGER ist ein starkes Hörerlebnis, das sowohl musikalisch als auch emotional überzeugt.

Tracklist

01. Sleepless
02. Fading Lines
03. Bleak Salvation
04. Hollow
05. Glass Walls

 

Besetzung

Aku Rundberg – Drums
Arto Kujala – Guitar & backing vocals
Lauri Korhonen – Bass & backing vocals
Pasi Kanerva – Vocals
Sami Karhu – Guitar

 

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THE HARBINGER – Gates of Hell CD Review

MORTE FRANCE – Hesperia

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Morte France - Hesperia - album cover
Morte France - Hesperia - album cover

Band: MORTE FRANCE 🇫🇷
Titel: Hesperia
Label: Antiq Records
VÖ: 15/12/25
Genre: Black Metal

Bewertung:

4/5

Mit »Hesperia« meldet sich die französische Black-Metal-Band MORTE FRANCE eindrucksvoll zurück. Nach mehreren Jahren der Stille legt das Trio ein Werk vor, das sowohl in seiner musikalischen Strenge als auch in seiner atmosphärischen Dichte überzeugt. Kval (Gesang, Lyrik, Gitarre), Taur (Bass) und Ghmur (Schlagzeug) haben ein Album geschaffen, das klassische Elemente des Black Metal aufgreift, sie jedoch mit einer eigenständigen, fast schon filmischen Melancholie versieht.

Liebe zum Detail

Der Opener »Waldganger« legt gleich die Messlatte hoch. Ein wogendes Riffgeflecht aus verzerrten Gitarren, treibendem Schlagzeug und Kvals krächzendem Gesang vermittelt die dunkle, beinahe naturreligiöse Stimmung, für die die Band bekannt ist. Hier spürt man die Liebe zum Detail: Zwischen den harschen Passagen blitzen melancholische Melodien auf, die dem Stück eine annähernd meditative Ruhe geben. Es ist ein Einstieg, der die Hörer sofort in die Welt von MORTE FRANCE zieht.

Mit »Europa Aeterna« wendet sich das Album thematisch stärker historischen und kulturellen Referenzen zu. Das Stück klingt, als würde es durch die nebelverhangenen Landschaften des alten Europas führen. Taurs Basslinien geben der Komposition eine ungeahnte Tiefe, während Ghmurs Schlagzeugspiel die Dramatik unterstreicht. Der Song entwickelt sich langsam, schier episch, und zeigt, dass MORTE FRANCE nicht nur auf Aggression setzt, sondern daneben auf Atmosphäre und Erzählkraft.

Klassischer Black-Metal-Elemente mit progressiven Momenten

»Le chevalier, La Mort Et Le Diable« ist ein Highlight des Albums. Die approximativ epische Länge erlaubt es der Band, klassische Black-Metal-Elemente mit progressiven Momenten zu verbinden. Kval variiert zwischen verzweifeltem Kreischen und ruhigen Passagen, die angenähert hymnisch wirken. Das Zusammenspiel von Gitarre, Bass und Schlagzeug wirkt hier speziell durchdacht, und die Komposition trägt deutlich die Handschrift der Band: düster, anspruchsvoll, kunstvoll.

Der Titeltrack »Hesperia« ist der emotionale Kern des Albums. Mit einem klaren, treibenden Rhythmus und einer intensiven melodischen Linie zeigt sich die Band von einer verletzlichen Seite. Das Stück könnte als musikalische Reise durch die dunklen Schatten des Mittelmeers verstanden werden. Es ist komplex, ohne je überladen zu wirken, und beweist, dass MORTE FRANCE in der Lage ist, mit minimalem Instrumentarium maximale Wirkung zu erzielen.

»Lux Meae« verleiht dem Album eine annäherungsweise sakrale Dimension. Kyrie-Gesänge mischen sich mit kalten Gitarrenlinien, die das Gefühl von Endzeit und Vergänglichkeit verstärken. Kvals Gesang wechselt zwischen sanftem Flüstern und markerschütterndem Schrei, und die Rhythmussektion liefert einen konstanten, pulssynchronen Unterbau. Das Stück wirkt wie eine musikalische Meditation über Licht und Dunkelheit, Leben und Tod.

»Kyrie Eleison« setzt den spirituellen Ton fort, bleibt im Gegensatz hierzu dichter und aggressiver. Es ist ein Stück, das sowohl den Black-Metal-Puristen anspricht als desgleichen Hörer erreicht, die komplexere Strukturen und orchestrale Elemente schätzen. Die Interaktion zwischen den Instrumenten ist hier besonders bemerkenswert: Jeder Ton scheint genau platziert, nichts wirkt zufällig.

Abschließend rundet »Fernweh« das Album in melancholischer Schönheit ab. Das Stück entfaltet sich langsam und trägt die Zuhörer auf einem wellenartigen Fluss von Gitarrenklängen, Bass und Schlagzeug. Es ist ein Moment der Ruhe nach intensiven 40 Minuten voller karger Schönheit, melancholischer Reflexion und roher Energie.

Mehr als reinrassiger Black-Metal

Insgesamt zeigt »Hesperia«, dass MORTE FRANCE mehr als ein reiner Black-Metal-Act ist. Die Band schafft es, ihre Wurzeln zu bewahren, gleichzeitig aber in atmosphärischer Breite und erzählerischer Tiefe zu wachsen. Die Produktion ist klar und druckvoll, lässt im Kontrast hierzu genügend Raum für die dunklen Nuancen der Musik. Kval, Taur und Ghmur demonstrieren, dass Präzision und Leidenschaft Hand in Hand gehen können.

Das Album verdient seine 4 von 5 Punkten. Es ist kein Werk, das den Hörer sofort erschlägt, sondern eines, das sich nach und nach entfaltet und eine nachhaltige Wirkung hinterlässt. Für Fans des Genres bietet es reichlich Substanz, für Neulinge einen faszinierenden Einstieg in die dunkle, hingegen kunstvolle Welt von MORTE FRANCE.

Durch »Hesperia« setzen MORTE FRANCE ein starkes Zeichen: Black-Metal muss nicht stumpf oder monoton sein, um seine Wirkung zu entfalten. Atmosphärische Tiefe, emotionale Nuancen und handwerkliche Präzision machen dieses Album zu einem Erlebnis, das lange nachklingt.

Fazit: Mit »Hesperia« liefern MORTE FRANCE ein beeindruckendes Werk ab, das die Grenzen zwischen traditionellen Black-Metal-Werten und atmosphärischer Tiefe verschwimmen lässt.

Tracklist

01. Waldganger
02. Europa Aeterna
03. Le chevalier, La Mort Et Le Diable
04. Hesperia
05. Lux Meae
06. Kyrie Eleison
07. Fernweh

 

Besetzung

Kval – Vocals, Lyrics, Guitars
Taur – Bass
Ghmur – Drums

 

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MORTE FRANCE – Hesperia CD Review

GROZA – 14.12.2025, Viper Room Wien

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GROZA 01

Nadir Over Europe 2025

GROZA, THE SPIRIT, NORNÍR, ANTIKVLT

14.12.2025, Viper Room Wien

Groza---Nadir-Over-Europe-Tour-2025 tour poster

Ein weiterer intensiver Konzertabend im Viper Room Wien stand ganz im Zeichen dunkler Intensität und stilistischer Vielfalt innerhalb des extremen Metal. Mit einem sorgfältig kuratierten Line-up führte der Abend von roher Energie über rituelle Atmosphäre bis hin zu emotional verdichtetem Black Metal auf höchstem Niveau. TON-Music Productions zeichnete auch hier als Veranstalter verantwortlich und fügte der ohnehin beachtlichen Reihe hochkarätiger Extreme-Metal-Konzerte in Wien einen weiteren überzeugenden Abend hinzu.

ANTIKVLT

Der Abend begann mit einem äußerst energiegeladenen Auftakt durch die Eröffnungsband ANTIKVLT. Musikalisch auf Black Metal basierend, aber offen für zahlreiche weitere Einflüsse, entfaltete die Band von der ersten Minute an eine spürbare Wucht. Wut und Dringlichkeit bestimmten den Auftritt, die Bühnenpräsenz war intensiv und zog das Publikum sofort in ihren Bann. Der Viper Room war bereits zu diesem frühen Zeitpunkt nahezu vollständig gefüllt.

ANTIKVLT 01

Gegründet wurde ANTIKVLT 2023 und wird angeführt von Chris Marrok, bekannt unter anderem durch Anomalie. Darüber hinaus ist er in verschiedenen weiteren Projekten aktiv, darunter Harakiri for the Sky, Schammasch und Austere. Live übernimmt Marrok ausschließlich den Gesang, während er auf dem Album sämtliche Instrumente selbst eingespielt hat. Am Schlagzeug steht Daniel Johansson, Gründungsmitglied der Band, ebenfalls bekannt durch Aspernamentum, Draconian und als ehemaliges Mitglied von Wormwood. Die beiden weiteren Musiker der Live-Besetzung werden später am Abend auch mit den Headlinern erneut auf der Bühne stehen.

ANTIKVLT 02ANTIKVLT befinden sich noch in einer Entwicklungsphase, zeigen jedoch bereits ein deutlich erkennbares Profil. Das Album wurde sehr positiv aufgenommen und transportiert eine hohe emotionale Dichte. Marrok ist auf der Bühne vollkommen in der Musik versunken, der Vortrag wirkt direkter und natürlicher als in manchen seiner anderen Projekte. Das Material des Abends passt hervorragend zu seiner Stimme und Ausstrahlung, getragen von einem modernen, punkbeeinflussten Impuls, der gut mit dem Grundgerüst der Songs harmoniert. Besonders die klagenden Refrains setzen emotionale Akzente. Insgesamt ein leidenschaftlicher, überzeugender Auftakt, der das Publikum sichtbar mitnahm und den Raum frühzeitig auf Betriebstemperatur brachte.

Setlist

01. What Love Can’t Buy
02. Red Light Suicide
03. No Rest for the Sacred
04. In Darkness They Trust
05. Crossed Lines
06. In Despendency

NORNÍR

Als zweite Band des Abends betraten NORNÍR aus Freiberg die Bühne. Ihre tiefe Verankerung in der nordischen Mythologie war sofort erkennbar – nicht nur durch die Körper- und Gesichtsbemalung, sondern auch durch das vom Band eingespielte Intro. Danach folgte direkter Black Metal mit dunklen Klangtexturen und treibenden Rhythmen.

NORNÍR 01

Frontfrau Lethian überzeugte mit einer eindrucksvollen Gesangsleistung: schrille Schreie, intensive Ausbrüche, stark mit der Musik verwoben und glaubwürdig transportiert. Auch an der Gitarre prägte sie den Sound mit kraftvollem Riffing.

NORNÍR 02Live zeigte sich die Band deutlich aggressiver als auf ihren Veröffentlichungen. Wer die Alben kennt, hätte eher ein stärker atmosphärisch geprägtes Set erwartet. Stattdessen dominierte – abgesehen von teils umfangreichen Tape-Passagen, die gerade zu Beginn etwas überhandnahmen – ein direkter, roher Zugriff. Gleichzeitig fehlte ein Teil der melodischen Ausprägung der Studioaufnahmen, was dem Auftritt jedoch eine eigene Dynamik verlieh.

Die Songstrukturen folgten meist einem ähnlichen Muster: atmosphärische Einleitungen, dann ein plötzlicher Wechsel in ein schnelleres, grooviges Tempo. Vorhersehbar, aber effektiv – und live funktionierte dieses Konzept durchgehend gut. Inhaltlich bewegen sich NORNÍR in Themenfeldern wie Natur und Spiritualität, kraftvoll vermittelt durch die teils unmenschlich wirkenden Schreie der Sängerin. Unterstützt wurde sie von Gitarrist Angrist mit verzweifelten Backing Vocals, eine wichtige Ergänzung im Gesamtbild.

Die Rhythmussektion bestand aus zwei Live-Musikern. Schlagzeuger Herbst agierte sehr souverän und routiniert, während der Bass hingegen kaum Präsenz zeigte – weder klanglich noch optisch. Dennoch war Lethian klar die treibende Kraft der Band und führte den Auftritt mit großer Intensität. Das Publikum reagierte positiv, mit viel Applaus und spürbarer Beteiligung.

Setlist

01. Vígr
02. Krigsrop
03. Pest
04. Galdr
05. Høst, du ville kraft
06. Dedicated to the Night
07. Ere the World Falls
08. Valr

THE SPIRIT

Aus Saarbrücken stammend, betraten THE SPIRIT die Bühne und präsentierten ihren charakteristischen Mix aus Death- und Black Metal. Bereits der Opener „Against Humanity“ machte deutlich, wofür die Band steht: massive Growls, technische Präzision und eine unnachgiebige Aggression.

The Spirit 01

MT an Gitarre und Gesang zeigte sich wie gewohnt vollkommen in der Musik aufgehoben. Am Schlagzeug überzeugte MS mit hoher Präzision, sauberer Koordination und dynamischem Spiel. Insgesamt wirkte der Sound sehr aggressiv, auch wenn atmosphärische Passagen fest in die Kompositionen integriert sind. Die Grundstimmung blieb jedoch wütend, aufgeladen und energisch.

The Spirit 02Der Set begann mit neueren Stücken, die live deutlich druckvoller wirkten als auf dem letzten Album. Während das Debüt mit seiner Eigenständigkeit noch besonders auffiel, tendieren die folgenden Veröffentlichungen stellenweise zu Wiederholungen, bleiben aber interessant. MT trägt den Auftritt mit voller Hingabe, während die übrigen Musiker eher distanziert wirkten. „Repugnant Human Scum“ etwa überzeugte in Teilen, verlor live jedoch durch längere ruhige Abschnitte etwas an Dynamik.

Trotzdem wirkten die Songs im ersten Teil des Sets sehr geschlossen, mit schnellen Riffs, tiefen Growls und intensiven Spannungsbögen. Auffällig war, dass vor allem Gesang, Gitarre und Schlagzeug das Klangbild bestimmten; Bass und zweite Gitarre traten kaum hervor. Dafür funktionierte die Interaktion mit dem Publikum ausgezeichnet – insbesondere beim kollektiven Headbangen.

Illuminate the Night Sky“ entfaltete live eine besondere Wirkung. Stücke wie „Cosmic Rain and Human Dust“ und „The Clouds of Damnation“ bleiben weiterhin Highlights im Repertoire, auch wenn ihre atmosphärischen Passagen stellenweise den Fluss bremsen. Insgesamt ein professioneller, technisch starker Auftritt, getragen vor allem von MTs intensiver Präsenz.

Setlist

01. Against Humanity
02. Room 101
03. Repugnant Human Scum
04. Celestial Fire
05. Pillars of Doom
06. Illuminate the Night Sky
07. Cosmic Rain and Human Dust
08. The Clouds of Damnation

GROZA

Mit GROZA betrat schließlich eine der derzeit meistbeachteten Black-Metal-Bands die Bühne. Dichter Nebel, Masken und das vertraute Bühnenbild waren sofort präsent, doch entscheidend war die Wirkung der Musik: Von den ersten Akkorden an entfaltete sich ein atmosphärischer, zugleich dynamischer Sound.

GROZA 02

Gegründet 2016 als Ein-Mann-Projekt von P.G., war die Band anfangs deutlich von Acts wie Mgła oder Uada geprägt. Inzwischen hat sich GROZA jedoch deutlich weiterentwickelt. Das aktuelle Album „Nadir“ zeigt mehr emotionale Tiefe, größere Räume und eine reifere Komplexität. Mit den ersten Songs dieses Albums setzte der Auftritt ein und zog das Publikum unmittelbar in die typische GROZA-Atmosphäre, ohne dabei konstruiert zu wirken.

GROZA 03Die besondere Stärke der Band liegt in ihrer Balance: emotional, ohne ins Überzeichnete zu kippen; aggressiv, ohne die Kontrolle zu verlieren. Diese Ausgewogenheit hebt GROZA innerhalb des Genres hervor. Die instrumentale Leistung war durchgehend auf hohem Niveau, besonders das Schlagzeug von T.H.Z. stach hervor – technisch versiert, präzise und mit ausgezeichnetem Sound. Auch Licht und Ton waren an diesem Abend hervorragend abgestimmt und unterstützten den professionellen Gesamteindruck.

Das Publikum reagierte entsprechend intensiv, denn die Musik ist persönlich und emotional zugänglich. Zentraler Motor der Band ist P.G. selbst, verantwortlich für Gesang und Bass. Ein äußerst aktiver Musiker innerhalb der Szene, der mit Authentizität, Ausdrucksstärke und markanten Growls den Kern von GROZA verkörpert.

GROZA 04Auch die Gitarrenarbeit von S.R. und U.A. überzeugte durch Routine und Präzision, ergänzt durch stimmige Backing Vocals. Nach einem Mittelteil mit älteren Stücken widmete sich das Finale wieder dem aktuellen Album: „Deluge“ und „Daffodils“, letzteres Mike gewidmet, dem ehemaligen Bassisten der Band, der vor zwei Jahren verstorben ist. Eine bewegende Geste und zugleich ein starker musikalischer Abschluss.

Der Auftritt spannte einen weiten Bogen zwischen Zurückhaltung und Ausbruch, Melancholie und Härte. Ein vollständiges, eindrucksvolles Set, das eindrucksvoll zeigte, warum GROZA derzeit zu den relevantesten Namen ihres Genres zählen.

GROZA 05

Setlist

01. Soul : Inert
02. Asbest
03. Ouroboros
04. Elegance of Irony
05. The Redemptive End
06. Equal. Silent. Cold.
07. Dysthymian Dreams
08. Unified in Void
09. Deluge
10. Daffodils

OLYMP – Rising

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Olymp - Rising - album cover
Olymp - Rising - album cover

Band: OLYMP 🇩🇪
Titel: Rising
Label: Metalizer Records
VÖ: 19/12/25
Genre: Heavy Metal

Bewertung:

4/5

Mit »Rising« legt die Band OLYMP ihr bereits zweites Full Length Album vor, das keinen Zweifel daran lässt, wohin die Reise gehen soll. Hier will niemand vorsichtig anklopfen oder Trends bedienen. OLYMP treten die Tür ein, mit erhobenem Haupt und einem klaren Bekenntnis zum Heavy-Metal alter Schule, ohne sich darin zu verlieren. Das Album wirkt durchdacht, ambitioniert und erstaunlich geschlossen für einen Erstling.

Souverän zwischen kraftvoller Klarheit und rauer Schärfe

Im Zentrum steht Sebastian Tölle, der nicht nur Leadgesang und Gitarre übernimmt, sondern dem Material auch seinen Stempel aufdrückt. Sein Gesang bewegt sich souverän zwischen kraftvoller Klarheit und rauer Schärfe, ohne je ins Theatralische abzurutschen. Gerade in den hymnischen Momenten zeigt sich, dass hier jemand weiß, wie man Spannung aufbaut und hält. Gitarristisch ergänzt ihn Armin Feigl, dessen Spiel weniger auf Effekthascherei als auf saubere Riffs und stimmige Leads setzt. Die beiden Gitarren greifen oft ineinander, mal treibend, mal episch, und sorgen für die melodische Dichte des Albums.

Das rhythmische Fundament liefern André Möbius am Bass, der zusätzlich Backgroundgesang beisteuert, und Dominik Rankl am Schlagzeug. Rankl spielt druckvoll, aber nie überladen. Seine Beats geben den Songs Struktur und Vorwärtsdrang, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Möbius’ Bass bleibt erfreulich präsent im Mix und sorgt dafür, dass die Songs ebenfalls in den ruhigeren Passagen Substanz behalten.

Markanten Gesangslinie

Der Einstieg mit Intro »Prodromos« ist bewusst atmosphärisch gehalten. Das kurze Instrumental baut Spannung auf und öffnet den Raum für das, was folgt. »Olive Wreath« setzt dann ein erstes Ausrufezeichen. Ein klassisches Heavy-Metal-Riff, getragen von einer markanten Gesangslinie, die sofort hängen bleibt. Hier wird klar, dass OLYMP auf starke Refrains setzen, ohne ihre Songs auf bloße Hooklines zu reduzieren.

»Thread of Life« zeigt eine melodischere Seite der Band, angenähert schon nachdenklich, ohne an Kraft zu verlieren. Der Song entwickelt sich langsam, gewinnt an Intensität und mündet in ein Solo, das mehr erzählt als viele Worte. »Fire and Brimstone« zieht das Tempo wieder an und klingt wie eine Verbeugung vor der alten Schule, ohne nostalgisch zu wirken. Das Stück lebt von seiner Dynamik und der spürbaren Spielfreude.

Wechselnden Stimmungen

»Olymp« bildet das Herz des Albums. Episch angelegt, mit wechselnden Stimmungen und einem Refrain, der Größe ausstrahlt, ohne pathetisch zu werden. Hier passt alles zusammen: Songwriting, Arrangement und Performance. »Eternal Torment« und »Titan War« schlagen härtere Töne an, riffbetont und kompromisslos. Besonders »Titan War« überzeugt durch seinen treibenden Rhythmus und einen fast martialischen Charakter.

Mit »Orpheus« erlauben sich OLYMP einen Ausflug in ruhigere Gefilde. Der Song wirkt introspektiv, beinahe melancholisch, und zeigt, dass die Band desgleichen mit Zurückhaltung überzeugen kann. Das abschließende »White Rose« rundet das Album stimmig ab. Es vereint noch einmal die verschiedenen Facetten von »Rising« und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck.

Produktionstechnisch ist »Rising« sauber und druckvoll, ohne steril zu klingen. Die Instrumente haben Luft zum Atmen, der Gesang sitzt gut im Mix, und die Songs profitieren von der klaren Struktur. Man hört, dass hier Wert auf Details gelegt wurde.

Tradition respektierend

»Rising« ist ein starkes Heavy-Metal-Album, das Tradition respektiert und dennoch eigenständig wirkt. OLYMP zeigen Mut zur Größe, ohne sich darin zu verlieren. Mit 4 von 5 Punkten ist das Album eine klare Empfehlung für alle, die handgemachten Metal mit Substanz schätzen.

Fazit: OLYMP beweisen mit »Rising«, dass sie einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht haben.

Tracklist

01. Prodromos
02. Olive Wreath
03. Thread of Life
04. Fire and Brimstone
05. Olymp
06. Eternal Torment
07. Titan War
08. Orpheus
09. White Rose

 

Besetzung

Sebastian Tölle – Lead Vocals / Guitars
Armin Feigl – Guitars
André Möbius – Bass / Backing Vocals
Dominik Rankl – Drums

 

Internet

OLYMP – Rising CD Review

LIKE WE ARE – Your Diary

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Like We Are - Your Diary - album cover
Like We Are - Your Diary - album cover

Band: LIKE WE ARE 🇦🇹
Titel: Your Diary
Label: Inked Owl
VÖ: 12/12/25
Genre: Modern Rock/Metalcore

Bewertung:

4/5

Ein Tagebuch ist etwas Intimes. Es lebt von Ehrlichkeit, von Widersprüchen, von Momenten, die nicht glattgebügelt sind. Genau dieses Gefühl greift »Your Diary« von LIKE WE ARE auf. Das Album wirkt nicht wie ein kalkuliertes Produkt, sondern wie eine Sammlung von Gedanken, festgehalten zwischen Wut, Zweifel, Hoffnung und einer ordentlichen Portion Trotz. Modern-Core und Modern-Rock bilden dabei nur den Rahmen. Entscheidend ist, wie persönlich die Band ihre Songs anlegt.

Druckvolle Songs mit tollem Gesang

LIKE WE ARE aus Österreich bestehen aus Andreas am Gesang, Mathias am Schlagzeug, Richard am Bass sowie den beiden Gitarristen Lukas und Kevin. Dieses Line-up funktioniert hörbar gut. Die Rollen sind klar verteilt, niemand drängt sich unnötig in den Vordergrund. Stattdessen greifen die Parts ineinander und sorgen für ein rundes Gesamtbild, das über die komplette Spielzeit trägt.

Der Opener »Over« macht sofort deutlich, wohin die Reise geht. Druckvolle Riffs, ein treibendes Schlagzeug und ein Gesang, der zwischen kontrollierter Aggression und emotionalem Ausbruch pendelt. Der Song öffnet das Album ohne Umschweife und setzt die Messlatte hoch. »Dead to Me« knüpft direkt an, nahezu kompakter, direkter, mit einem Refrain, der sich festsetzt, ohne anbiedernd zu wirken.

Härte und Melodie wechseln sich ab

Mit »Half a God« zeigt die Band, dass sie auch mit Dynamik umgehen kann. Härte und Melodie wechseln sich ab, die Gitarren bauen Spannung auf, während der Text mit Selbstüberschätzung und Selbstzweifeln spielt. »Closer to You« schlägt danach leisere Töne an, zumindest stellenweise. Der Song lebt von Atmosphäre und einem klaren Spannungsbogen, der sich langsam aufbaut und im Refrain entlädt.

»Disintegrate« gehört zu den härteren Momenten der Platte. Hier dominiert der Modern-Core-Einfluss, kantig, roh, annähernd schon kompromisslos. Direkt im Anschluss sorgt »Illusion« für einen Stimmungswechsel. Der Song wirkt reflektierter, approximativ nachdenklich, ohne an Intensität zu verlieren. Besonders der Gesang gewinnt hier an Tiefe und zeigt eine verletzlichere Seite.

Die Album-Mitte ist mit »Secrets« und »Still Breathing« stark besetzt. Beide Songs funktionieren auf unterschiedliche Weise. »Secrets« überzeugt durch einen packenden Aufbau und einen Refrain, der lange im Ohr bleibt. »Still Breathing« setzt stärker auf emotionale Zugänglichkeit und dürfte live zu den verbindenden Momenten zwischen Band und Publikum gehören.

Kämpferischer Ton

Mit »One Man Army« kehrt der kämpferische Ton zurück. Der Song transportiert Durchhaltewillen und Selbstbehauptung, ohne in platte Parolen abzurutschen. »Who Am I« wirkt dagegen introspektiver, angenähert suchend. Textlich gehört der Song zu den stärkeren Beiträgen des Albums und unterstreicht das Tagebuch-Motiv sehr deutlich.

»This Time« und »Toxic Sin« treiben das Tempo wieder an. Hier zeigt sich die Spielfreude der Band, vor allem im Zusammenspiel der Gitarren. Die Riffs sind präzise, das Schlagzeug drückt nach vorne, ohne überladen zu wirken. »Paralyzed« nimmt anschließend einigermaßen Geschwindigkeit raus und setzt stärker auf Atmosphäre und emotionale Dichte.

Die letzten drei Songs bilden einen stimmigen Abschluss. »Take Home This Trash« überrascht mit einer fast rotzigen Attitüde, die guttut und dem Album nochmal eine andere Farbe verleiht. »Still Moving On« wirkt wie ein Fazit, ein Blick nach vorne, ohne die Vergangenheit auszublenden. Der Song schließt den Kreis und lässt das Album offen ausklingen, statt einen harten Schlusspunkt zu setzen.

»Your Diary« ist kein perfektes Album, aber ein ehrliches. LIKE WE ARE liefern ein Werk ab, das Haltung zeigt, musikalisch überzeugt und emotional greifbar bleibt. Wer modernen Rock mit Core-Einflüssen mag und Wert auf persönliche Texte legt, wird hier fündig. Vier von fünf Punkten sind dafür absolut gerechtfertigt.

Fazit: »Your Diary« ist ein starkes Album, das die Stärken von LIKE WE ARE gut zur Geltung bringt und Lust auf mehr macht.

Tracklist

01. Over
02. Dead to me
03. Half a God
04. Closer to you
05. Disintigrate
06. Illusion
07. Secrets
08. Still breathing
09. One Man Army
10. Who Am I
11. This Time
12. Toxic Sin
13. Paralyzed
14. Take home this trash
15. Still Moving On

 

Besetzung

Andreas Schmid – Vocals
Mathias Hofer – Drums
Richard Schönherr – Bass
Lukas Neyer – Guitar
Kevin Malcher – Guitar

 

Internet

LIKE WE ARE – Your Diary CD Review

STREAMS OF BLOOD – Vermaledeit

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cover artwork STREAMS OF BLOOD Vermaledeit
cover artwork STREAMS OF BLOOD Vermaledeit

Band: STREAMS OF BLOOD 🇩🇪
Titel: Vermaledeit
Label: The Hidden Art
VÖ: 18/12/25
Genre: Black Metal

Bewertung:

2/5

Eine Band, die sich mit einem simplen Satz präsentiert: „Streams Of Blood = Brutal Anti-Human Black Metal!!!„. Man versteht sehr klar aus diesem Motto, welche Art von Musik man hören wird – misanthropischer, aggressiver Black Metal. Und genau das bieten STREAMS OF BLOOD mit ihrem letzten Album „Vermaledeit„.

Brachiale Klangwand ohne Unterscheidung

Beklemmender Sound, schwer und mit sorgenvoller Atmosphäre geladen, eröffnet das Album. Der Opener „Shitstained Cuirass“ ist sehr im Geist von Old-School-Black-Metal – aggressiv, direkter Ansatz. Nicht sehr melodisch, dichte Instrumentierung, infernalische Vocals, tiefe Growls, dämonisch, sehr unfreundlich. Das Drumming ist sehr schnell und legt eine Basis aus rhythmischem Sound, auf der die Leadgitarre einige vage melodische Passagen bringen kann. Verzerrt, roh, trostlose Musik.

In derselben Klanglandschaft setzt sich „Paralyzed by Life“ fort – kalte und abgrundtiefe Atmosphäre, harsche und dissonante Musik. Wieder weit davon entfernt, melodisch zu sein. Die Drums in Ausbrüchen aggressiver und hämmernder Schläge, die gesamte Orchestrierung ist sehr dicht, und kaum lässt sich etwas in der Klangwand unterscheiden. Ein paar gute musikalische Ideen gehen leicht in der massiven Instrumentierung verloren.

STREAMS OF BLOOD wurden 2009 in Erlenbach am Main an der Nordwestgrenze Bayerns gegründet, zogen aber später nach Frankfurt am Main. Ein Projekt von Vocalist, Gitarrist und manchmal Bassist Thymos, das sich zu einer vollständigen Band entwickelte, aber kontinuierliche Personalwechsel führten dazu, dass sie auf dem aktuellen Album zu nur einem Duo zurückkehrten. Neben Thymos findet man den langjährigen Kollaborateur Terrorin – der Künstlername von Philipp Hammelmann (Lilith’s Breed, ex-Darkest Horizon) am Schlagzeug.

Mit komplett anderem Sound beginnt „Der Körper vergibt, die Seele nicht“ – viel langsamer und leicht melodischer, aber das ist nur ein kurzer Teil beim Songeinstieg. Der massive Sound kehrt sehr bald zurück und überdeckt alles andere. Aber eine klarere Komposition mit besserer Vision von Melodie und klarerer Richtung. Geschriene, gesprochene Vocals eröffnen eine Mittelpassage, wo wieder die Leadgitarre eine dominantere Position und mehr Melodie einnimmt. Auf gewisse Weise ein markanter Song im Meer aggressiver Klänge, das der Rest des Albums darstellt.

Linear, fade, ohne Akzente

Die Produktion ist roh, fast Lo-Fi – alle Instrumente und Vocals sind sehr eng in einer konstanten Klangwand gemischt, die STREAMS OF BLOODs Musik ist. Näher am trvesten und hermetischsten Sound der puristischsten Bands im Black Metal, aber es fehlt die Fantasie, sie wirklich besonders zu machen. Ein sehr ähnlicher Sound auf allen Songs, eine identische Produktion für alle Momente des Albums. Fast nichts sticht hervor, keine Akzente, keine Kontraste – eine sehr lineare und fade Produktion, und schließlich klingt das gesamte Album repetitiv, uninteressant.

Das Album setzt sich im selben Stil fort, ohne viele Änderungen in Melodie oder Ansatz. „Leichenlager“ wieder leicht melodisch mit sehr dominanten Drum-Passagen in marschähnlichem Tempo, „E(r)gotism“ mit einem Songnamen, der nichts mit Old-School-Metal zu tun hat – eher mit viel modernerem lyrischem, aber kindischem Ansatz. Atmosphärischer und für einen guten Teil der am wenigsten lärmende und aggressive Song auf dem Album, aber der etablierte Sound kehrt zurück und macht den Song zu einem fast identischen mit dem Rest des Albums. Und ohne klangliche Unterscheidung setzt sich „Tötungsglas“ fort, was wirklich der vorherige Song ist oder jeder andere vom Album wiederholt.

Ein willkommener Wechsel kommt mit den Eröffnungspassagen in „Fading Warmth (The End of a Melancholic Summer)„, aber wieder waren es nur die Eröffnungsakkorde. Unerbittlich unimaginative und uninspirierte Drums beginnen sofort zu hämmern, und der alte Sound der vorherigen Songs kehrt zurück. Aber der Rhythmus wird in den finalen Momenten des Songs kontrollierter – viel klarer und besser. Der finale Song „Egocentric Pessimism“ eröffnet mit einem anderen Leadgitarren-Sound, Tremolo-gepickte melodische Linie, insgesamt langsameres Tempo – endlich ein Song, der sich leicht vom Rest unterscheidet. Nicht lange – alter Sound kehrt zurück, aber auch die Leadgitarre bleibt für die gesamte Dauer interessanter und macht den Song zu einem herausstechenden.

Billige Old-School-Imitation ohne Ideen

Nicht viel Unterscheidung zwischen den Songs des Albums – alle wiederholen dieselben Akkorde, dieselbe Instrumentierung, dieselbe Balance zwischen Aggressivität und nur einem Hauch Melodie. Mit unerbittlichen Drums, die dieselben Schläge immer und immer wieder wiederholen. Zumindest sind die Drums hier nicht sehr weit vorn im finalen Mix, dennoch überhaupt nicht beeindruckend. Gitarren wiederholen ebenfalls dieselben Akkorde für das gesamte Album, mit Ausnahme der Leadgitarre, die mit unterschiedlichen und leicht interessanteren Linien daherkommt. Vocals mit identischem Stil für das gesamte Album bieten kaum Unterscheidung zwischen Songs. Selbst die Tempowechsel geschehen in denselben Momenten, Song für Song. Sehr einfallsloses Album aus dieser Sicht.

Auch die Musik bringt nichts Neues. Etwas, das man in jeder billigen Imitation einer Old-School-Black-Metal-Band hören kann. Sicher, technisch beweisen sie einige Fähigkeiten, aber nicht kompositorisch. Auch weniger interessant und weniger inspiriert als ältere Alben der Band. Viel trve-Bildsprache hinter der Band, aber weniger Musik. Durchschnittlicher Black Metal ohne etwas Beeindruckendes für das gesamte Album.

Fazit: STREAMS OF BLOODs letztes Werk „Vermaledeit“ präsentiert sehr repetitive Musik – nicht sehr einfallsreich, nur durchschnittlicher Black Metal.

Tracklist

01. Shitstained Cuirass
02. Paralyzed by Life
03. Der Körper vergibt, die Seele nicht
04. Leichenlager
05. E(r)gotism
06. Tötungsglas
07. Fading Warmth (The End of a Melancholic Summer)
08. Egocentric Pessimism

Besetzung

Thymos – Vocals, Guitars
Terrorin – Drums

Internet

STREAMS OF BLOOD – Vermaledeit CD Review

WITCHER – Öröklét

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witcher - oeroeklet - album cover
witcher - oeroeklet - album cover

Band: WITCHER 🇭🇺
Titel: Öröklét
Label: Filosofem Records
VÖ: 04/11/25
Genre: Atmospheric Black Metal

Bewertung:

4/5

Mit »Öröklét« legt das Duo WITCHER ein Album vor, das sich Zeit nimmt. Zeit für Atmosphäre, für leise Verschiebungen, für Stimmungen, die nicht sofort greifbar sind, sich immerhin festsetzen. Atmospheric-Black-Metal ist hier weniger Genre-Schublade als Ausgangspunkt. Gere Karola und Neubauer Roland nutzen dessen Mittel, um etwas sehr Eigenes zu formen, verwurzelt in osteuropäischer Melancholie, im Gegensatz hierzu offen für klassische und experimentelle Einflüsse.

Nichts beiläufig

WITCHER besteht aus zwei Personen, was man der Musik anmerkt, allerdings nicht im Sinne von Reduktion. Gere Karola steuert Synths und Gesang bei, Neubauer Roland übernimmt Gitarre, Schlagzeug und ebenfalls Gesang. Diese klare Aufteilung sorgt für eine bemerkenswerte Geschlossenheit. Nichts wirkt überladen, nichts beiläufig. Jede Spur scheint bewusst gesetzt, jede Wiederholung gewollt.

Der Opener »Ӧrökség« (Heritage) führt behutsam in die Welt des Albums ein. Kalte Synthflächen legen sich über ein zurückhaltendes Gitarrenmotiv, das Schlagzeug bleibt zunächst im Hintergrund. Der Track baut weniger auf Spannung als auf Stimmung. Man hört eher Landschaften als Songs. Die ungarischen Titel und Texte verstärken diesen Eindruck. Sie geben der Musik eine regionale Färbung, ohne folkloristisch zu werden. Es geht nicht um Tradition als Zitat, sondern um Herkunft als Gefühl.

 

»Szélhozó« (Windbringer) zieht das Tempo leicht an. Hier zeigt sich deutlicher die Black-Metal-Seite der Band. Tremolo-Gitarren treten hervor, das Schlagzeug arbeitet mit treibenden, im Kontrast hierzu nie hektischen Rhythmen. Der Gesang bleibt distanziert, approximativ geisterhaft, und fügt sich mehr als weiteres Instrument ein, statt eine klassische Frontrolle zu übernehmen. Gerade das macht den Reiz aus. WITCHER erzählen nichts, sie deuten an.

Mit »Röghöz kötött« (Soil-bound) wird das Album erdiger. Die Gitarren klingen schwerer, das Tempo sinkt wieder. Der Song lebt von Wiederholung und subtilen Variationen. Kleine Veränderungen im Synth-Teppich oder in der Dynamik des Schlagzeugs reichen aus, um den Hörer bei der Stange zu halten. Hier zeigt sich, wie gut das Duo Spannung ohne klassische Dramaturgie aufbauen kann.

Dichte Atmosphäre, authentische Umsetzung

Der Titeltrack »Öröklét« (Eternity) bildet das emotionale Zentrum der Platte. Über weite Strecken wirkt der Song beinahe meditativ. Lang gezogene Akkorde, zurückgenommene Percussion, darüber schwebende Synths. Der Gesang tritt nur sparsam in Erscheinung und wirkt mehr wie ein fernes Echo. Der Begriff Ewigkeit wird hier nicht pathetisch ausgespielt, sondern ruhig, fast resigniert betrachtet. Das passt zur Grundstimmung des Albums, das eher nach innen schaut als nach außen.

Eine besondere Rolle nimmt das abschließende Stück ein: »Piano Trio No. 2 – Andante con moto«, eine Bearbeitung von FRANZ SCHUBERT. Die Entscheidung, ein klassisches Werk ans Ende eines Atmospheric-Black-Metal-Albums zu stellen, wirkt zunächst überraschend, ergibt im Kontext hingegen Sinn. Die Band reduziert Schubert nicht auf bloße Stimmung, sondern integriert das Stück respektvoll in den eigenen Klangkosmos. Sämtliche Melancholie und das langsame Voranschreiten des Originals fügen sich nahtlos in die vorherige Dramaturgie ein. Es ist weniger Cover als Kommentar, weniger Bruch als leiser Ausklang.

Bewusst rau, aber nicht roh

Produktionstechnisch bleibt »Öröklét« bewusst rau, aber nicht roh. Die Instrumente haben Raum zu atmen, die Synths überdecken die Gitarren nicht, das Schlagzeug klingt natürlich und nicht getriggert. Man hört, dass hier kein Studio-Perfektionismus angestrebt wurde, sondern Authentizität. Das kommt der Atmosphäre zugute, verlangt demgegenüber Geduld vom Hörer.

»Öröklét« ist kein Album für den schnellen Konsum. Es entfaltet seine Wirkung über Zeit und Wiederholung. Wer klassische Songstrukturen oder sofortige Höhepunkte erwartet, wird hier nicht fündig. Wer sich jedoch auf langsame Entwicklungen, dichte Klangbilder und eine konsequent durchgezogene Stimmung einlassen kann, findet in WITCHER’s neuem Werk einen stillen, freilich nachhaltigen Begleiter.

Fazit: »Öröklét« von WITCHER ist ein Album, das durch seine dichte Atmosphäre, authentische Umsetzung und kreative Neuinterpretationen besticht.

Tracklist

01. Ӧrökség (Heritage)
02. Szélhozó (Windbringer)
03. Röghöz kötött (Soil-bound)
04. Ӧröklét (Eternity)
05. Piano Trio No. 2 – Andante con moto (Franz Schubert cover)

 

Besetzung

Gere Karola – Synths/Vocals
Neubauer Roland – Guitars/Drums/Vocals

 

Internet

WITCHER – Öröklét CD Review